Rachenentzündung (Pharyngitis)

Eine Rachenentzündung (Pharyngitis) ist eine Entzündung der Schleimhaut, die den Rachen auskleidet. Zu unterscheiden sind die akute und die chronische Form, welche sich aufgrund ihrer Auslöser voneinander abgrenzen. Wenn Du die Rachenentzündung nicht von einem Mediziner behandeln lässt, kann es zu schweren Komplikationen wie Abszessen oder einer Mandelentzündung kommen. Hier kannst Du alles Wichtige über die Rachenentzündung erfahren.


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Zuletzt aktualisiert: 16. September, 2020



ICD-10-GM-2020 J02+J31.2

Was versteht die Medizin unter einer Pharyngitis?

Der Begriff Rachenentzündung steht eigentlich für eine Rachenschleimhautentzündung. Dabei ist die Schleimhaut, die den Rachen auskleidet, entzündet. Es gibt zwei Formen der Pharyngitis: die akute und die chronische Rachenentzündung.
 
Die akute Form ist sehr häufig und ist oft von einer Erkältung oder einem grippalen Infekt begleitet. Sie wird meistens durch Viren, selten durch Bakterien, ausgelöst und ist über Tröpfchen übertragbar. Die Hauptsymptome sind Halsschmerzen, Kopfschmerzen und Fieber. Experten sprechen von einer chronischen Pharyngitis, wenn die Rachenschleimhaut länger als drei Monate entzündet ist. Im Gegensatz zur akuten Form sind jedoch keine Viren oder Bakterien die Auslöser, sondern äußere Einflüsse wie übermäßiger Zigarettenkonsum oder Chemikalien.

Eine Rachenentzündung muss unbedingt von einem HNO-Arzt behandelt werden.

Wie ist der Rachen aufgebaut und was ist seine Funktion?

Der Rachen, in der Fachsprache Pharynx genannt, befindet sich im Anschluss an die Nasen- und Mundhöhle. Er ist circa 13 cm lang und führt vom hinteren Teil des Mundes und der Nase durch den Hals bis zum Kehlkopf und zur Speiseröhre. Da durch den Rachen Luft, Nahrung und Flüssigkeit transportiert werden, ist der Rachen sowohl Teil des Verdauungssystems als auch des Atemapparates.
 
Der Pharynx ist in drei übereinanderliegende Abschnitte gegliedert: oben der Nasenrachen, in der Mitte der Mundrachen und im unteren der Schlundrachen. Der Rachen ist von einer Schleimhaut bedeckt, die sich entzünden kann. Wenn das der Fall ist, spricht man von einer Pharyngitis oder Rachenentzündung. In der Schleimhaut befinden sich Inseln aus lymphatischen Gewebe, welche zusammen den Waldeyerschen Rachenring bilden. Dieser Rachenring ist eine Abwehrbarriere für alle Keime, die durch die oberen Atemwege in den Körper eindringen möchten.
 

Was sind die Symptome einer akuten Rachenentzündung?

Bei akuten Rachenentzündungen treten die Symptome plötzlich auf. Typische Beschwerden sind Halsschmerzen, die bis in die Ohren ausstrahlen können, und schmerzhafte Schluckbeschwerden. Aufgrund des trockenen und rauen Gefühls im Rachen räuspern sich die Patienten häufig. Die Rachenschleimhaut ist deutlich gerötet und bei zusätzlichem Schnupfen verschleimt. Oft sind die Lymphknoten angeschwollen und fühlen sich schmerzhaft an. Zusätzlich kann es zu Erkältungssymptomen wie Heiserkeit, Husten, einer erhöhten Körpertemperatur und einer Nasennebenhöhlenentzündung kommen.
 
Wenn sich auf der entzündeten Rachenschleimhaut zusätzlich Bakterien ansiedeln, erkennt man das an den zusätzlichen Symptomen wie Kopfschmerzen und hohes Fieber. Die Rachenschleimhaut ist in diesem Fall rot gefärbt, die Mandeln sind geschwollen und haben weißlich-gelbliche Beläge (Mandelentzündung). Wenn der Patient keine Mandeln mehr besitzt, sind stattdessen die Seitenstränge rot und geschwollen (Seitenstrang-Angina). Die Seitenstränge sind Lymphbahnen, die von der oberen, hinteren Rachenwand beidseitig nach unten verlaufen.
 

Was sind die Symptome einer chronischen Rachenentzündung?

Bei der chronischen Rachenentzündung entwickeln sich die Symptome langsam über Wochen. Die Beschwerden sind zwar eher leicht, aber dennoch für die Betroffenen belastend. Die Erkrankten haben ein trockenes Gefühl im Hals, wodurch sie häufiger schlucken oder sich räuspern. Teilweise kommt es zu einem Kloßgefühl im Hals, auch bekannt als Globussyndrom, Schluckbeschwerden, Durstgefühl und Reizhusten. Aufgrund des trockenen Gefühls im Hals und des Schleims leiden Betroffenen oft unter Schlafproblemen. Je nachdem um welche Form der chronischen Rachenentzündung es sich handelt, treten weitere Symptome auf.
 
Die atrophische Form (Pharyngitis sicca) ist die häufigste Form, bei der die Rachenschleimhaut trocken, blass, besonders zart und dünn (atrophisch) ist. Sie glänzt und ist mit zähem Schleim bedeckt. Bei der hypertrophischen Form ist die Rachenschleimhaut verdickt, gerötet und mit zähem Schleim bedeckt. Oft lassen sich linsengroße Lymphknötchen an der hinteren Rachenwand oder verdickte wulstige Seitenstränge finden.
 

Welche Ursachen hat eine akute Pharyngitis?

Die akute Pharyngitis ist sehr ansteckend und entwickelt sich in der Regel im Rahmen einer Erkältung oder eines grippalen Infekts. Die Auslöser sind daher in den meisten Fällen Viren, besonders häufig handelt es sich um Adenoviren, Rhinoviren, Influenza-Viren oder Parainfluenza-Viren.
 
Es ist möglich, dass virale Auslöser von systemischen Erkrankungen (Erkrankungen des ganzen Körpers) zusätzlich eine akute Pharyngitis auslösen. Dazu zählen Zytomegalieviren, Epstein-Barr-Viren (Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers), Masern- und Rötel-Viren. Nur sehr selten sind andere Viren der Auslöser für eine akute Rachenentzündung.
 
Virusinfektionen können das Immunsystem derart schwächen, dass sich auf der entzündeten Schleimhaut Bakterien ansiedeln. Mediziner sprechen hier von einer bakteriellen Superinfektion. Eine akute Pharyngitis, die ausschließlich durch Bakterien entsteht, ist eher selten. In solchen Fällen sind bestimmte Streptokokken, Pneumokokken oder die Bakterienart Haemophilus influenzae für die Krankheit verantwortlich.
 

Welche Ursachen hat eine chronische Pharyngitis?

Bei chronischen Rachenentzündungen sind weder Viren noch Bakterien die Auslöser. Daher ist die chronische Pharyngitis auch nicht ansteckend. Die Ursache für diese Erkrankung sind anhaltende Schleimhautreizungen. Mögliche Gründe dafür sind ein übermäßiger Tabak- oder Alkoholkonsum, Sodbrennen, trockene Raumluft in überheizten Räumen oder häufiges Einatmen von Chemikaliendämpfen oder Staub am Arbeitsplatz. Auch eine behinderte Nasenatmung wegen einer Nasenscheidewandkrümmung oder stark vergrößerten Rachenmandeln sowie eine wiederholte Entzündung der Nasennebenhöhlen können eine chronische Pharyngitis auslösen.
 
In manchen Fällen entsteht diese Erkrankung aufgrund einer Strahlentherapie in der Kopf- oder Halsregion, einer Hormonumstellung in den Wechseljahren oder eines übermäßigen beziehungsweise falschen Stimmgebrauchs (dauerndes Räuspern oder Husten). Ein chronisch entzündeter Rachen kann sich auch im Zusammenhang mit chronischen Entzündungen benachbarter Organe und Gewebe entwickeln. Dazu zählen chronischer Schnupfen, chronische Angina und chronische Bronchitis. Eine chronische Rachenentzündung tritt besonders häufig ab einem Alter von 40 Jahren auf. Dabei sind Männer häufiger betroffen als Frauen.
 

Wie diagnostiziert der Arzt eine Rachenentzündung?

Zuallererst fragt der Arzt nach Deinen genauen Beschwerden und wie lange Du diese schon hast. Bei einer chronischen Rachenentzündung erkundigt sich der Mediziner nach möglichen Auslösern wie Tabak- oder Alkoholmissbrauch.
 
Wenn eine akute Pharyngitis vorliegt, stellt der Arzt bei der Untersuchung des Rachenraums eine gerötete Rachenwand fest. Entdeckt er außerdem weißliche Beläge an der Rachenwand, besteht der Verdacht auf eine bakterielle Superinfektion. Um diesen Verdacht zu bestätigen, nimmt der Mediziner einen Abstrich, um einen Streptokokken-Schnelltest durchzuführen. Wenn der Patient außerdem Ohrenschmerzen hat, wird der Arzt auch die Ohren untersuchen. Möglicherweise handelt es sich um ausstrahlende Schmerzen der Rachenentzündung oder um eine Mittelohrentzündung.
 
Bei einer chronischen Rachenentzündung stellt der Arzt anhand einer Spiegeluntersuchung fest, um welche Form der chronischen Pharyngitis es sich handelt. Bei einer Spiegeluntersuchung betrachtet der Mediziner die Rachenschleimhaut mithilfe einer kleinen Taschenlampe und drückt die Zunge des Patienten mit einem Mundspatel nach unten, um besser sehen zu können.
 
Wenn die Rachenschleimhaut normal bis entzündlich gereizt aussieht, handelt es sich meist um eine Pharyngitis chronica simplex. Bei einer Pharyngitis chronica hyperplastica sieht die Schleimhaut durch die vergrößerten Lymphknötchen körnig verdickt aus. Oft ist das Gaumensegel schlaff und das Gaumenzäpfchen vergrößert. Ist die Rachenschleimhaut dünn, trocken, glatt und glänzt, nennt man dies eine Pharyngitis chronica sicca. Betroffene berichten hierbei von einem trockenen Gefühl im Hals.
 
Falls als Ursache der chronischen Rachenentzündung eine behinderte Nasenatmung vermutet wird, untersucht der Mediziner außerdem die Nase. Auch anhand der Entstehungsform lässt sich die chronische Rachenentzündung in verschiedene Formen einteilen. Die Pharyngitis chronica respiratoria ist die Folge einer behinderten Nasenatmung, von trockener und staubiger Luft, Tabakrauch oder anderer chemischer oder physikalischer krankheitserregenden Faktoren. Alkohol oder zu scharfes und zu heißes Essen können auch zu einer Pharyngitis chronica digestiva führen. Der Pharyngitis chronica allergica liegen allergische Erkrankungen zugrunde, die Pharyngitis chronica metabolica entsteht aufgrund von Veränderungen im Hormonhaushalt oder durch Stoffwechselstörungen.
 
Um allerdings sicherzugehen, dass es sich um eine chronische Rachenentzündung handelt, muss der Arzt andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen, wie das Sjögren-Syndrom oder das Plummer-Virus, ausschließen.

Die Symptome bei einer Rachenentzündung sind unter anderem starke Schmerzen und Schluckbeschwerden.

Wie wird eine akute Rachenentzündung behandelt?

Eine akute Rachenentzündung wird in der Regel von Viren ausgelöst und ist selbstbegrenzend, das heißt sie heilt selbstständig. Die Therapie zielt vor allem darauf ab, die Beschwerden zu lindern. Der Arzt verschreibt Dir schmerzlindernde oder fiebersenkende Präparate mit Wirkstoffen wie Ibuprofen oder Paracetamol. Gegen die Halsschmerzen helfen Lutschtabletten, Sprays oder Gurgellösungen mit lokal betäubenden Wirkstoffen.
 
Um zusätzliche Reizungen zu vermeiden, solltest Du auf das Rauchen verzichten und sehr heiße Getränke erst nach der Genesung wieder zu Dir nehmen. Wenn es sich um eine akute bakterielle Rachenentzündung handelt, verschreibt der Mediziner Antibiotika. Dieser Fall ist allerdings sehr selten.
 

Wie wird eine chronische Rachenentzündung behandelt?

Die Behandlung bei einer chronischen Rachenentzündung hängt vor allem vom jeweiligen Auslöser ab. Daher ist die wichtigste Maßnahme, den auslösenden Reiz zu beseitigen oder so gut es geht zu meiden. Wenn die Reizursache beseitigt ist, heilt die Entzündung innerhalb weniger Wochen von allein ab. Um diesen Heilungsprozess zu unterstützen, ist es wichtig, den Rachenraum und die Atemwege feucht zu halten. Dies funktioniert gut mit Lutschtabletten, Salbei- oder Kamillentee, Inhalationen, Gurgellösungen oder indem Du die Luftfeuchtigkeit mit einem Luftbefeuchter erhöhst.
 
Wenn eine behinderte Nasenatmung der Grund für die Krankheit ist, kann eine Operation nötig sein, bei der ein Chirurg die gekrümmte Nasenscheidewand begradigt oder die Öffnungen der Nasennebenhöhlen vergrößert. Liegt der chronischen Rachenentzündung eine andere Erkrankung zugrunde, so muss diese ebenfalls behandelt werden. Wenn eine Strahlenbehandlung die Speicheldrüsen geschädigt hat und somit die Speichelproduktion verringert ist, kann man den Rachen mit künstlichem Speichel einsprühen. Tritt die chronische Pharyngitis in Verbindung mit einer chronischen Mandelentzündung auf, dann muss ein Chirurg oft die Mandeln operativ entfernen.
 

Welche Komplikationen können bei einer Rachenentzündung auftreten?

Wenn Bakterien an der Erkrankung beteiligt sind, entwickelt sich meist eine eitrige Rachenentzündung, die ein Arzt unbedingt behandeln muss. Passiert das nicht, dann drohen ernste Komplikation wie eine chronische Mandelentzündung. Dabei sind die Mandeln gerötet, geschwollen und von einem fleckenartigen weißlich-gelblichen Belag überzogen, den sogenannten Eiterstippchen.
 
Die Patienten leiden unter starken Halsschmerzen mit Schluckbeschwerden und hohem Fieber. Eine eitrige Mandelentzündung muss aufgrund der Gefahr des Ausstreuens auf andere Organe mit Antibiotika behandelt werden. Wenn ein Arzt die Mandelentzündung nicht behandelt, besteht die Gefahr auf schwere Folgeerkrankungen wie rheumatisches Fieber, Nieren-, Herz- oder Gelenkentzündungen.
 
Wenn sich die lokale Entzündung des Rachenraums in das umliegende Bindegewebe ausbreitet, kann sich eine Eiteransammlung bilden und abkapseln. Mediziner sprechen dann von einem Abszess und unterscheiden je nach Lage zwischen einem Peritonsillarabszess (im Bindegewebe der Mandeln), einem Parapharyngealabszess (neben der Rachenregion) oder einem Retropharyngealsbzess (hinter dem Rachen).
 
Wenn es nach wenigen Tagen einer akuten Rachenentzündung zu einem erneuten Fieberanstieg mit einseitigen, massiven Schluckbeschwerden, Stechen im Ohr und behinderter Mundöffnung kommt, liegt der Verdacht auf ein Abszess nahe. In diesem Fall musst Du unbedingt zum HNO-Arzt gehen, welcher Dir Antibiotika verschreibt und größere Abszesse mithilfe einer Punktion entleert. Lebensgefährlich ist es für Patienten dann, wenn sich die Entzündung auf andere Körperregionen, vor allem in den Brustraum, ausbreitet, da sich dort lebenswichtige Organe wie das Herz befinden.
 
Eine Rachenentzündung kann sich auch auf den Kehlkopf oder die Stimmbänder ausbreiten (Laryngitis). Die Betroffenen leiden unter Heiserkeit bis hin zum völligen Verlust der Stimme. Wichtig hierbei ist die Stimme zu schonen, nicht zu flüstern und viel zu trinken. Wenn eine erkrankte Person keine Mandeln mehr besitzt, wächst sich die Pharyngitis häufig zu einer Seitenstrang-Angina aus. Dabei sind die Lymphknoten geschwollen und die Patienten klagen über Halsschmerzen und allgemeine Krankheitssymptome wie Kopf- und Gliederschmerzen. Nur sehr selten kann eine bakterielle Rachenentzündung ein rheumatisches Fieber verursachen. In schweren Fällen schädigt dies das Herz, Gehirn, die Nieren oder die Haut.
 

Was kann ich zusätzlich bei einer Pharyngitis tun?

Um den Heilungsprozess zu unterstützen, kannst Du zusätzliche Maßnahmen ergreifen. Abgekühlte Heilpflanzentees eignen sich gut zum Gurgeln. Nimm einen Schluck davon und spüle damit den Mund und Rachenraum. Du kannst auch eine spezielle Gurgellösung herstellen. Dazu löst Du zwei Esslöffel Apfelessig oder einen Esslöffel Zitronensaft oder einen Teelöffel Meersalz in einem Glas lauwarmem Wasser auf. Rühre alles gut um und gurgle mehrmals täglich mit dieser Lösung.
 
Darüber hinaus solltest Du reizende Stoffe wie Nikotin, Alkohol oder scharfe Gewürze meiden. Dies gilt besonders bei einer chronischen Pharyngitis. Besonders hilfreich ist es, die Schleimhaut möglichst feucht zu halten. Daher solltest Du viel trinken. Warme Honigmilch und lauwarmer Schwarzer Johannisbeersaft sind besonders gut geeignet. Achte darauf regelmäßig zu lüften und vermeide überheizte Räume im Winter. Ein Luftbefeuchter kann ebenfalls sehr hilfreich sein.
 

Welche Hausmittel helfen bei einer Rachenentzündung?

Viele Patienten greifen auf Hausmittel zurück, um die Beschwerden schnell loszuwerden. Warmer Tee ist bei einer Rachenentzündung sehr angenehm und Heilpflanzen wie Kamille, Thymian, Salbei, Ingwer, Ringelblume, Heidelbeere und Brombeere wirken entzündungshemmend.
 
Bei trockenem Reizhusten eignen sich Tees aus Eibisch, Malve, Spitzwegerich, Isländisch Moos und Königskerze. Solltest Du unter Fieber leiden, dann greife am besten auf Tee aus Lindenblüten oder Holunderblüten zurück, welche die Schweißproduktion ankurbeln. Wenn Du den Dampf des Tees inhalierst, befeuchtet das die Schleimhäute und unterstützt den Heilungsprozess.
 
Weitere Hausmittel, die bei einer Rachenentzündung helfen, sind kalte Wickel am Hals. Diese lindern die Schmerzen und wirken abschwellend. Beim sogenannten Prießnitz-Halswickel legst Du ein Tuch in kaltes Wasser (10 – 18 Grad), wringst es aus und legst es um Deinen Hals. Die Wirbelsäule solltest Du dabei aussparen. Das nasse Tuch deckst Du mit einem trockenen ab und lässt es 30 Minuten bis mehrere Stunden wirken. Nach dem Abnehmen des Wickels ist es wichtig, Deinen Hals vor Kälte zu schützen.
 
Eine Alternative dazu ist die kalte Quarkauflage. Streiche ein- bis zweimal täglich circa 250 bis 500g Quark auf ein bis zwei Mullkompressen und lege diese am Hals an. Decke die Kompressen mit einem Baumwolltuch ab und fixiere sie. Die Auflage soll mindestens 20 Minuten wirken. Danach ruhst Du Dich am besten aus.
 
Für Heilerdeauflagen benötigst Du etwas Heilerde, die Du mit kaltem Wasser zu einem streichfähigen Brei verrührst und dann circa 0,5 bis 2 cm dick auf den Hals aufträgst. Decke alles mit einem Tuch ab und verwende ein zweites Tuch zum Fixieren. Die Auflage soll wirken, bis die Heilerde trocken ist, also etwa ein bis zwei Stunden. Reinige danach Deine Haut, trockne sie ab und öle sie ein. Diese Wickel kannst Du ein- bis zweimal täglich anwenden.
 
Ein weiteres Hausmittel bei einer Rachenentzündung ist Knoblauch, da er leicht entzündungshemmend wirkt. Wenn Du also an einer Rachenentzündung leidest, kannst Du gerne häufiger mit Knoblauch kochen und würzen.

Die Prognose bei einer Pharyngitis ist in den meisten Fällen sehr gut.

Wie ist der Krankheitsverlauf bei einer Pharyngitis?

Der Verlauf der virusbedingten akuten Pharyngitis ist meist unkompliziert. In der Regel ist die Entzündung von kurzer Dauer und heilt nach einigen Tagen von selbst ab, im Durchschnitt nach etwa einer Woche. Nach etwa drei Tagen sind 30 bis 40 Prozent, nach einer Woche 85 Prozent der Patienten symptomfrei. Wenn die Ursachen für die Krankheit komplexer sind (beispielsweise das Pfeiffersche Drüsenfieber) dauert es länger, bis die Entzündung abheilt.
 
Die Dauer der chronischen Rachenentzündung verläuft oft langwieriger und hängt davon ab, ob und wie schnell man die auslösenden Reize beseitigen kann. Wenn der Auslöser bekannt ist und vermieden wird, ist es möglich, dass die Rachenentzündung vollständig abheilt.
 

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung einer Pharyngitis?

Die Kosten für die Abklärung und die Behandlung bei einer Rachenentzündung übernimmt in der Regel die zuständige Krankenkasse. Der Streptokokken-Schnelltest bildet die einzige Ausnahme. Die Kosten dafür musst Du selbst übernehmen. Informiere Dich am besten direkt bei Deiner Krankenkasse und frag nach, welche Kosten sie übernehmen.

 


Dauer Dauer

Ca. eine Woche

Ausfallzeit Ausfallzeit

Maximal einige Tage

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

Das Wichtigste zusammengefasst

Bei einer Rachenentzündung ist die Schleimhaut, die den Rachen auskleidet, entzündet. Es gibt zwei Formen der Pharyngitis: die akute und die chronische Rachenentzündung. Die akute Form ist sehr häufig und ist oft von einer Erkältung oder einem grippalen Infekt begleitet. Experten sprechen von einer chronischen Pharyngitis, wenn die Rachenschleimhaut länger als drei Monate entzündet ist. Im Gegensatz zur akuten Form sind jedoch keine Viren oder Bakterien die Auslöser, sondern äußere Einflüsse wie übermäßiger Zigarettenkonsum oder Chemikalien.


Wenn Bakterien an der Erkrankung beteiligt sind, entwickelt sich meist eine eitrige Rachenentzündung, die unbedingt von einem Arzt behandelt werden muss. Passiert das nicht, dann drohen ernste Komplikation wie eine chronische Mandelentzündung. Wenn sich die lokale Entzündung des Rachenraums in das umliegende Bindegewebe ausbreitet, kann sich ein Abszess bilden. In diesem Fall musst Du unbedingt zum HNO-Arzt gehen, welcher Dir Antibiotika verschreibt und größere Abszesse mithilfe einer Punktion entleert.


Wenn Bakterien an der Erkrankung beteiligt sind, entwickelt sich meist eine eitrige Rachenentzündung, die unbedingt von einem Arzt behandelt werden muss. Passiert das nicht, dann drohen ernste Komplikation wie eine chronische Mandelentzündung. Wenn sich die lokale Entzündung des Rachenraums in das umliegende Bindegewebe ausbreitet, kann sich ein Abszess bilden. In diesem Fall musst Du unbedingt zum HNO-Arzt gehen, welcher Dir Antibiotika verschreibt und größere Abszesse mithilfe einer Punktion entleert.


Der Verlauf einer virusbedingten akuten Pharyngitis ist meist unkompliziert. In der Regel ist die Entzündung von kurzer Dauer und heilt nach einigen Tagen von selbst ab, im Durchschnitt nach etwa einer Woche. Die Dauer der chronischen Rachenentzündung verläuft oft langwieriger und hängt davon ab, ob und wie schnell man die auslösenden Reize beseitigen kann. Wenn der Auslöser bekannt ist und vermieden wird, ist es möglich, dass die Rachenentzündung vollständig abheilt.

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