Hauttransplantation

Die Haut ist unser größtes Organ und erfüllt wichtige Schutzfunktionen. Bei kleineren Verletzungen kann sie sich im Regelfall leicht selbst regenerieren. Sind die Wunden jedoch großflächiger, wie in etwa nach einer Verbrennung, Verätzung oder der Entfernung von Geschwüren, braucht es mehr als konservative Methoden. In diesem Fall kann eine Hauttransplantation helfen, die Wunde abzudecken und so den Eintritt von Keimen in unseren Körper zu verhindern. Meistens stammt die transplantierte Haut direkt von derselben Person und wird in der Regel am Oberschenkel, Bauch oder Rücken entnommen. Nur in Ausnahmefällen kommt es zum Einsatz von künstlichen sowie tierischen Implantaten. Durch die Hauttransplantation ist es Betroffenen wieder möglich, aktiv am Geschehen seiner Umwelt teilzunehmen. Dies führt zu einer immensen Steigerung der Lebensqualität.


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Zuletzt aktualisiert: 31. Januar, 2022

INHALTSVERZEICHNISInhaltsverzeichnis

Eine Hauttransplantation kommt vor allem bei großflächigen Wunden zum Einsatz, welche nicht durch herkömmliche Methoden, wie in etwa dem Nähen, geschlossen werden können. Im Normalfall wird die eigene Haut für die Transplantation verwendet. Nur in wenigen Fällen muss auf eine künstlich oder tierisch hergestellte Haut zurückgegriffen werden. Für die Transplantation selbst stehen mehrere unterschiedliche Operationsmethoden zur Verfügung, die je nach Größe der Wunde eingesetzt werden können. Die beiden gängigen Techniken sind die Vollhauttransplantation und die Spalthauttransplantation.

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Es ist sehr wichtig, Wunden so schnell wie möglich abzudecken, um einer Infektion sowie einem lebensbedrohlichen Flüssigkeitsmangel gegenzusteuern. Zu den häufigsten Gründen einer Hauttransplantation zählen chronische Geschwüre aufgrund von Diabetes mellitus oder die periphere arterielle Verschlusskrankheit sowie schwere Verbrennungen. Auch nach Verätzungen oder Durchblutungsstörungen sowie Tumoren kann eine Hauttransplantation notwendig werden, da sich die Wunde meist als zu großflächig herausstellt, um sie zu nähen. Abzuraten von einer Hauttransplantation ist hingegen bei Personen mit einer Immunstörung, Blutarmut oder chronischen Infektionen.

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Zu den gängigsten Hauttransplantaten zählen autologe Transplantate, welche direkt vom Körper des Patienten entnommen werden. Allogene Transplantate werden hingegen künstlich im Labor hergestellt und bestehen meist aus menschlichen Zellen. Xenogene Transplantate stammen von Tieren, vorwiegend von Schweinen ab. Ferner gibt es noch die Möglichkeit, Eigenhaut aus Hautzellen im Labor zu züchten und diese zu transplantieren. Synthetische Biomaterialien bestehen aus körpereigenen Stoffen und werden immer öfter von Chirurgen eingesetzt, da sich die Materialien gut mit der menschlichen Haut vertragen.

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In einem ausführlichen Vorgespräch mit Deinem Arzt erfährst Du, was vor einer Hauttransplantation zu beachten ist. Wichtig ist, dass Du Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen, mindestens zwei Wochen vor dem Eingriff absetzt. Zudem solltest Du einige Wochen vor der Operation auf den Konsum von Alkohol und Nikotin verzichten, da dies eine negative Wirkung auf die Wundheilung haben kann. Achte darauf, dass die Hautstellen, an denen das Hautimplantat später entnommen wird, frei von Keimen und Bakterien bleiben und keine Infektion aufweisen. Etwa 24 Stunden vor der Narkose solltest Du nichts mehr essen.

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In der Medizin werden im Wesentlichen zwei gängige Techniken verwendet, nämlich die Vollhauttransplantation und die Spalthauttransplantation. Je nach Methode entnimmt der Chirurg das Hauttransplantat und verpflanzt es mithilfe von Nähten, Klammern und einem speziellen Kleber an die gewünschte Stelle. Anschließend verbindet er das Areal. Je nach Größe der Wunde kommt dabei eine örtliche Betäubung oder eine Vollnarkose zum Einsatz. Die Dauer des Krankenhausaufenthaltes richtet sich nach der Wundheilung und der Größe der Verletzung.

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Wie bei jeder Operation können auch nach Hauttransplantationen Schmerzen, Rötungen, Hämatome und leichte Blutungen auftreten. Diese verschwinden in der Regel nach einigen Tagen und sind kein Grund für Besorgnis. In manchen Fällen können die Schmerzen und Blutungen jedoch stärker ausfallen. Daneben können Wundheilungsstörungen auftreten, die in manchen Fällen eine Nachoperation notwendig machen. Auch bei der Narbenheilung kann es zu Problemen kommen. So können diese einfach nicht schön verheilen oder zeigen Hautveränderungen, wie in etwa Veränderungen in der Farbe.

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In den ersten zehn bis 14 Tagen ist es wichtig, dass die betroffenen Hautstellen nicht bewegt werden. Danach ist das Hautstück im Normalfall angewachsen und abgeheilt. Auch sollte es seine normale Farbe wieder angenommen haben. Dies ist der Zeitpunkt, zu dem mit einem Bewegungstraining, Physio- oder Ergotherapie begonnen werden sollte, um körperliche und funktionale Störungen sowie Bewegungseinschränkungen oder große Vernarbungen zu verhindern. Darüber hinaus muss auf eine ausreichende Narbenpflege am besten mit einer speziellen Salbe oder Creme mit einem hohen Fettgehalt geachtet werden.

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Das endgültige Behandlungsergebnis zeigt sich erst nach einigen Monaten. Es hängt einerseits vom Verhalten des Patienten und andererseits von der Wundheilung ab. Tätowierungen nach einer Hauttransplantation sind grundsätzlich möglich, jedoch sollte dies mit einem Arzt abgesprochen werden, da sich die verpflanzte Haut anders verhält als Vollhaut. Haarwuchs funktioniert nur bei Vollhauttransplantaten, da nur diese mit den Haarfollikeln transplantiert werden.

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Eine Hauttransplantation ist immer dann nötig, wenn es sich um eine Wunde handelt, welche zu groß ist, um genäht zu werden. Es besteht die Gefahr einer Infektion, weshalb es medizinisch notwendig ist, die Wunde durch eine Transplantation zu schließen. Aus diesem Grund übernehmen die Krankenkassen die Kosten der Operation. Allerdings sollte vorab abgeklärt werden, ob die gewünschte Methode der Hauttransplantation ebenfalls von der Krankenkasse übernommen wird.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Unter einer Hauttransplantation verstehen Ärzte das Verpflanzen von Haut von einer Körperstelle auf eine andere, um größere Wunden zu decken, die anders nicht verschlossen werden können.


Grund einer Hauttransplantation sind gröbere Verletzungen wie Verbrennungen, Verätzungen oder die Entfernung von Geschwüren und Tumoren.


Für die Transplantation selbst stehen mehrere unterschiedliche Methoden zur Verfügung, die je nach Größe der Wunde eingesetzt werden können. Die beiden gängigen Techniken sind die Vollhauttransplantation und die Spalthauttransplantation.


Meistens stammt das Transplantat direkt von derselben Person ab und wird in der Regel am Oberschenkel, Bauch oder Rücken entnommen. Nur in Ausnahmefällen kommt es zum Einsatz von künstlichen Implantaten sowie Implantaten tierischen Ursprungs.

Was versteht die Medizin unter einer Hauttransplantation?

Die Hauttransplantation gehört zu den am häufigsten angewandten Verfahren in der Plastischen und Rekonstruktiven Chirurgie. Sie kommt primär bei großflächigen Wunden zum Einsatz, welche nicht durch herkömmliche Methoden, wie in etwa dem Nähen, geschlossen werden können. Durch das Verpflanzen von Gewebe kann die Wunde abgedeckt und somit das in Mitleidenschaft gezogene Hautareal versorgt werden. Für die Durchführung einer Hauttransplantation ist es wichtig, dass die Wunde frei von sämtlichen Bakterien ist. Darüber hinaus muss ein gesundes Gewebe für den Eingriff vorhanden sein.
 
Im Normalfall wird die eigene Haut für die Transplantation verwendet. Nur in wenigen Fällen muss auf eine künstlich oder tierisch hergestellte Haut zurückgegriffen werden. Für die Transplantation selbst stehen mehrere unterschiedliche Methoden zur Verfügung, die je nach Größe der Wunde eingesetzt werden können. Die beiden gängigen Techniken sind die Vollhauttransplantation und die Spalthauttransplantation.

Hauttransplantation - Was versteht die Medizin unter einer Hauttransplantation?

Wann kommt eine Hauttransplantation zum Einsatz?

Bei Wunden besteht immer die Gefahr, dass Keime und Bakterien über die verletzte, offene Hautbarriere eindringen und sich vermehren können. Weiterhin sondert der Körper bei Verletzungen ständig Flüssigkeit ab. Deshalb ist es essenziell, Wunden so schnell wie möglich abzudecken, um einer Infektion sowie einem lebensbedrohlichen Flüssigkeitsmangel gegenzusteuern.
 
Es gibt mehrere Gründe, warum Betroffene auf eine Transplantation angewiesen sind. Zu den häufigsten Gründen zählen chronische Geschwüre aufgrund von Diabetes mellitus oder der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit sowie schwere Verbrennungen. Ab einer Verbrennung vierten Grades ist eine Hauttransplantation auf jeden Fall sinnvoll. Dank modernster Technologien können damit heutzutage sogar Patienten behandelt werden, bei denen mehr als 70 Prozent der Körperoberfläche verbrannt sind.
 
Auch nach Verätzungen oder Durchblutungsstörungen sowie Tumoren kann eine Hauttransplantation notwendig werden, da sich die Wunde meist als zu großflächig herausstellt, um sie zu nähen. Das Transplantat wird dafür von einer möglichst unauffälligen Körperstelle, der sogenannten Spenderregion, entnommen und auf die Wunde aufgelegt.

Wann ist von einer Hauttransplantation abzuraten?

Hauttransplantation - Wann ist von einer Hauttransplantation abzuraten?

Im Grunde kann die Methode bei jedem Menschen angewendet werden, der an einer großen Wunde leidet, jedoch zählen Patienten über 60 Jahren, kleine Kinder und Diabetiker zu den Risikopatienten. Auch Personen mit einer Immunstörung, Blutarmut oder chronischen Infektionen haben ein erhöhtes Komplikationsrisiko nach einer Hauttransplantation.

Hauttransplantation - Personen mit einer Immunstörung

Welche Hauttransplantate gibt es?

Je nach Transplantat können Wunden unterschiedlich lang abgedeckt werden. Zu den gängigsten Hauttransplantaten zählen:

Autologe Transplantate

Im Falle eines autologen Transplantats entnimmt der Chirurg das Transplantat vom Körper des Patienten. Meistens handelt es sich dabei um Haut von den Oberschenkeln, dem Gesäß, dem Bauch, der Kopfhaut oder des Rückens. Da es sich um körpereigenes Gewebe handelt, kann es normalerweise dauerhaft auf der Wunde verbleiben. Die Spenderstelle, von welcher der Chirurg die Haut entnommen hat, regeneriert sich langsam und hellt auf, sodass man sie später kaum noch erkennen kann. Allerdings nimmt dieser Prozess meist mehrere Jahre in Anspruch. Eine Narbenbildung kommt bei diesem Verfahren nur in Ausnahmefällen vor.

 

In der Medizin wird das autologe Transplantat wiederum in die sogenannte Spalthaut und in die Vollhaut unterteilt. Die Spalthaut besteht nur aus der obersten Hautschicht und hat eine Dicke von gerade einmal 0,25 bis 0,75 Millimetern. Die Vollhaut besteht hingegen aus allen Hautschichten und enthält ebenfalls Schweiß- und Talgdrüsen. Sogar die Haarwurzeln sind noch vorhanden, weshalb die Vollhaut primär im Gesicht, an Händen oder im Gelenkbereich zum Einsatz kommt.

Allogene Transplantate

Diese Haut wird künstlich im Labor hergestellt und besteht aus menschlichen Fibroblasten (Zellen im Bindegewebe), Kollagen und epidermalen Keratinozyten (Zellen, welche hauptsächlich in der obersten Schicht der Haut vorkommen). Vor allem bei Patienten, bei denen mehr als 70 Prozent der Hautoberfläche verbrannt sind, kommt diese Art des Transplantats zum Einsatz. Dies deshalb, da durch die mehrheitliche Zerstörung der Haut kein Spenderareal zur Verfügung steht. Wichtig zu wissen ist, dass diese künstliche Haut nur als vorübergehender Hautersatz dient und nicht dafür gemacht ist, die Wunde für immer abzudecken.

Xenogene Transplantate

Diese Art der Transplantate stammen von Tieren, meistens von Schweinen. Die Haut wird den Tieren entnommen und über die Wunde der Patienten gelegt. Auch diese Form ist nur temporär anzuwenden und kann nicht dauerhaft auf der Wunde verweilen. Nach etwa zwei bis vier Wochen beginnt der Körper sowohl allogene als auch xenogene Transplantate abzustoßen, weshalb der Chirurg so bald als möglich eigene Haut des Patienten auf die offene Wunde transplantieren sollte.

Züchtung von Eigenhaut

Bei diesem Verfahren entnimmt der Arzt dem Patienten zuerst Hautzellen und züchtet diese auf einem künstlichen Nährboden heran. Innerhalb von zwei bis drei Wochen entsteht so eine transplantierbare Haut, welche der Chirurg zur Abdeckung der Wunde verwenden kann. Diese Methode kommt vorwiegend bei Patienten zum Einsatz, welche unter einer chronischen Wunde leiden.

 

Dazu zupft der Arzt etwa 50 bis 100 Haare samt Follikel aus und gibt diese mit einem speziellen Nährstoff in eine Kulturschale. Für etwa vier Wochen verweilen diese dann bei 37 Grad in einem Brutschrank. Anschließend können die daraus gezüchteten Hautstücke transplantiert werden. Der Vorteil dieser Methode ist, dass die Hautstücke so gut wie narbenfrei einwachsen. Allerdings übernehmen noch nicht alle Krankenkassen die Kosten dieses Eingriffs. Informiere Dich deshalb lieber vorher noch einmal ganz genau!

Synthetische Biomaterialien

Immer öfter greifen Chirurgen auf rein synthetische Transplantate zurück, die im Speziellen aus körpereigenen Stoffen wie in etwa Kollagen oder Hyaluronsäure sowie Silikone oder Milchsäureverbindungen bestehen. Bei der Produktion wird darauf geachtet, dass sich die Materialien gut mit Deiner Haut vertragen und es zu keiner Abstoßungsreaktion kommt. Das Ziel ist es, dass die verwendeten Materialien so gut wie möglich die Funktionen einer normalen Haut übernehmen.

Hauttransplantation - Welche Hauttransplantate gibt es?

Was muss ich vor einer Hauttransplantation beachten?

Hauttransplantation - Setze nach Absprache mit Deinem Arzt rechtzeitig bestimmte Medikamente ab

Setze nach Absprache mit Deinem Arzt rechtzeitig bestimmte Medikamente ab

Hauttransplantation - Verzichte einige Wochen vor der OP auf Alkohol und Nikotin

Verzichte einige Wochen vor der OP auf Alkohol und Nikotin

Hauttransplantation - Achte darauf, dass die betroffene Hautstelle frei von Keimen, Bakterien und Infektionen bleibt

Achte darauf, dass die betroffene Hautstelle frei von Keimen, Bakterien und Infektionen bleibt

Hauttransplantation - Vor der OP solltest Du etwa 24 Stunden vorher nichts mehr essen

Vor der OP solltest Du etwa 24 Stunden vorher nichts mehr essen

In einem ausführlichen Vorgespräch mit Deinem Arzt erfährst Du, was vor einer Hauttransplantation zu beachten ist. Wichtig ist, dass Du Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen, wie in etwa Aspirin, ASS, Thrombo ASS, Plavix oder Marcoumar mindestens zwei Wochen vor dem Eingriff absetzt. Auch Schlafmittel sollten in diesem Zeitraum nicht mehr genommen werden. Solltest Du andere Medikamente regelmäßig einnehmen müssen, frage am besten Deinen Arzt, ob Du diese nicht besser absetzt.
 
Zudem solltest Du einige Wochen vor der Operation auf den Konsum von Alkohol und Nikotin verzichten, da dies eine negative Wirkung auf die Wundheilung haben kann. Achte darauf, dass die Hautstellen, an denen das Hautimplantat später entnommen wird, frei von Keimen und Bakterien bleiben und keine Infektion aufweisen. Etwa 24 Stunden vor der Narkose solltest Du nichts mehr essen.

Wie läuft eine Hauttransplantation ab?

In der Medizin werden im Wesentlichen zwei gängige Techniken verwendet, nämlich die Vollhauttransplantation und die Spalthauttransplantation. Welche Technik sich bei Dir am besten eignet, bespricht der Chirurg in der Voruntersuchung ganz genau mit Dir. Bei beiden Methoden ist es jedoch möglich, sowohl Eigentransplantate als auch Fremdhauttransplantate zu verwenden. Bei einigen Wunden reicht eine örtliche Betäubung aus, bei größeren Wunden findet die Operation unter Vollnarkose statt.

 

Die Dauer des Krankenhausaufenthalts richtet sich nach der verwendeten Operationstechnik und der Wundheilung. Auf jeden Fall musst Du so lange im Krankenhaus bleiben, bis die Wunde dauerhaft abgeheilt ist. Das kann nur wenige Tage, jedoch in manchen Fällen auch mehrere Wochen dauern.

Hauttransplantation - Wie läuft eine Hauttransplantation ab?

Was passiert bei einer Vollhauttransplantation?

Der Chirurg entnimmt Dir mithilfe eines Skalpells kleine Hautareale, welche aus den beiden obersten Hautschichten, Schweißdrüsen und Haarfollikeln bestehen. Die Dicke dieses Transplantats beträgt in der Regel 0,8 bis 1,1 Millimeter und ist somit um einiges dicker, als das Transplantat, welches bei der Spalthauttransplantation zum Einsatz kommt. Anschließend reinigt der Chirurg die entstandene Wunde, behandelt sie mit einem blutstillenden Mittel, vernäht das Areal und verbindet es.
 
Im nächsten Schritt entfettet der Chirurg das Hauttransplantat und ritzt es an seiner Oberfläche mit dem Skalpell mehrmals ein. Auf diese Weise kann das Transplantat später besser einwachsen. Der Spezialist bringt dann die Haut mithilfe von Nähten, Klammern und einem speziellen Kleber auf der Wunde an. Bei dieser Methode ist es nur möglich, kleine Transplantate zu entnehmen. Da es anschließend in dem Spenderareal zu einer Narbenbildung kommt, ist es nicht möglich, noch einmal an der gleichen Stelle ein Hauttransplantat zu entnehmen.
 
Oftmals verwendet die Medizin die Vollhauttransplantation bei Wunden, welche tief, jedoch eher kleiner und nicht infektiös sind. Da die Vollhaut ihre Farbe behält und die Transplantation deshalb später weniger sichtbar ist, wird dieses Verfahren häufig im Gesicht, an den Händen und im Bereich von Gelenken eingesetzt.
 
Eine weitere Technik, welche mit der Vollhauttransplantation zu tun hat, ist die Methode mithilfe eines Verschiebe- beziehungsweise Schwenkhautlappens. Befindet sich im näheren Bereich der zu behandelnden Wunde Haut, welche vollkommen intakt ist, dann schneidet der Chirurg in diesem Areal einen Hautlappen heraus, indem er mit dem Skalpell drei Schnitte setzt. Anschließend „klappt“ er die gesunde Haut auf die Wunde um und befestigt diesen Hautlappen dort. Ein Vorteil dieser Technik ist, dass das Transplantat noch mit einer Seite an der ursprünglichen Stelle befestigt und so optimal durchblutet ist, was sich positiv auf die Wundheilung auswirkt, da das Transplantat besser an seiner neuen Stelle anwachsen kann.

Hauttransplantation - Was passiert bei einer Vollhauttransplantation?

Wie funktioniert eine Spalthauttransplantation?

Die hier verwendeten Transplantate haben gerade einmal eine Dicke von 0,25 bis 0,75 Millimeter. In der Regel bestehen sie lediglich aus der Oberhaut und der Lederhaut. Dadurch, dass die entnommene Haut deutlich dünner ist als bei der Vollhauttransplantation, erholt sich das Spenderareal um einiges schneller. Es heilt innerhalb von nur wenigen Wochen komplett ab. Zudem kann es der Arzt mehrmals als Spenderareal verwenden, da es hier zu keiner Narbenbildung kommt. Eingesetzt wird dieses Verfahren meist bei chronischen Erkrankungen wie Ulcus cruris (offenes Bein) oder Diabetes mellitus-assoziierten Fußgeschwüren, medizinisch auch „diabetischer Fuß“ genannt.
 
Der Spezialist entnimmt Dir bei dieser Methode die Haut mit einem speziellen elektrischen Hautschneidemesser, dem sogenannten Dermatom. Ansonsten verläuft die Entnahme, Versorgung des Spenderareals und die Verpflanzung des Transplantats ganz gleich ab wie bei der Vollhauttransplantation. Handelt es sich um eine besonders große Wunde, dann stellt der Arzt oftmals sogenannte Mesh-Grafts, also Netztransplantate her.
 
Dabei kommt eine Messerwalze mit rautenförmigen Schnitten zum Einsatz, welche die entnommene Haut so einschneidet, dass sie später eine netzartige Oberflächenstruktur aufweist. Auf diese Weise vergrößert sich die Spalthaut um das bis zu sechsfache ihrer ursprünglichen Fläche. Dadurch können auch größere Wunden wie ausgedehnte Verbrennungen abgedeckt werden. Die Entnahmestelle ist jedoch vergleichsweise klein. Mesh-Graft-Transplantate oder Maschen-Transplantate erzielen eine sehr gute Heilungsrate, jedoch hinterlassen sie auch nach Jahren ein netzartiges Narbenmuster.

Wie wird die Haut mittels Meek-Methode transplantiert?

Eine weitere Methode, welche die gleiche Funktion wie die Herstellung von Mesh-Grafts hat, ist die Meek-Methode, auch Meek-Grafts genannt. Auch hier verwendet der Chirurg ein spezielles Gerät, welches ein recht kleines Transplantat auf seine neunfache Fläche vergrößern kann. Das dafür benötigte Hauttransplantat kann noch um einiges kleiner sein als bei der Mesh-Graft-Methode. Gerade bei wirklich sehr großen Verbrennungen wenden viele Mediziner die Meek-Technik am Patienten an. Ein Vorteil der Spalthauttransplantation an sich ist, dass sie auch bei schlecht durchbluteten und infizierten Wunden verwendet werden kann.

 

Damit es später zu einer korrekten Narbenbildung kommt, achtet der Spezialist darauf, dass er den Schnitt während der Entnahme so führt, dass dieser den Hautspannungslinien entspricht.

Hauttransplantation - Wie wird die Haut mittels Meek-Methode transplantiert?

Welche Komplikationen können bei einer Hauttransplantation auftreten?

Hauttransplantation - Welche Komplikationen können bei einer Hauttransplantation auftreten?

Wie bei jeder Operation können auch nach Hauttransplantationen Schmerzen, Rötungen, Hämatome und leichte Blutungen auftreten. Diese verschwinden in der Regel nach einigen Tagen und sind kein Grund für Besorgnis.

In manchen Fällen können die Schmerzen und Blutungen jedoch stärker ausfallen. In diesem Fall solltest Du einen Arzt konsultieren, da bei einem zu hohen Blutverlust Transfusionen eingesetzt werden müssen. Daneben können Wundheilungsstörungen auftreten, die in manchen Fällen eine Nachoperation notwendig machen.
 
Auch Lungenödeme mit Lungenversagen sowie eine Verschlechterung der Nierenfunktion oder andere Immunreaktionen können nach einer Hauttransplantation auftreten. Der Körper zeigt in etwa eine Abstoßreaktion, was bedeutet, dass er das verpflanzte Gewebe nicht annimmt und dieses abstirbt. Meist kommt dies aber nur bei künstlichen Transplantaten oder Hautstücken tierischen Ursprungs vor. Die Haut von Deinem eigenen Körper wird im Normalfall gut aufgenommen.
 
Ein weiteres Risiko besteht in Sensibilitätsstörungen. Dies ist dann der Fall, wenn Nerven während der Operation durchtrennt oder verletzt werden. Gelegentlich kommt es dabei zu dauerhaften Nervenschäden. Sollte es zu Infektionen kommen, können diese in der Regel gut mit Antibiotika behandelt werden. Unbehandelt können sie jedoch zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung, medizinisch Sepsis, ausarten. Durch die Verwendung von Desinfektionsmittel, Latex oder Narkosemittel kann es in manchen Fällen auch zu allergischen Reaktionen kommen. Sind diese schwerwiegend, zeigt sich das in Krämpfen, Atemnot, Herzrasen oder lebensbedrohlichen Kreislaufversagen. Diese Überreaktionen kommen jedoch sehr selten vor.
 
Auch bei der Narbenheilung kann es zu Problemen kommen. So können diese einfach nicht schön verheilen oder zeigen Hautveränderungen wie in etwa Veränderungen in der Farbe. Zudem kann nach der Operation ein Narbenbruch stattfinden oder das Transplantat schrumpfen, was einen erneuten Eingriff notwendig macht.

Hauttransplantation - Narbenbruch

Worauf muss ich nach einer Hauttransplantation achten?

Hauttransplantation - Vermeide 14 Tage nach der OP Sport und gib Dir genug Zeit, um Dich zu erholen

Vermeide 14 Tage nach der OP Sport und gib Dir genug Zeit, um Dich zu erholen

Hauttransplantation - Achte darauf, die Narbe sorgfältig mit einer speziellen Salbe zu pflegen

Achte darauf, die Narbe sorgfältig mit einer speziellen Salbe zu pflegen

Hauttransplantation - Schütze das Narbengewebe vor zu viel UV-Licht

Schütze das Narbengewebe vor zu viel UV-Licht

Hauttransplantation - Verzichte in den ersten Wochen auf Alkohol und Nikotin, um Wundheilungsstörungen zu vermeiden

Verzichte in den ersten Wochen auf Alkohol und Nikotin, um Wundheilungsstörungen zu vermeiden

In den ersten zehn bis 14 Tagen ist es wichtig, dass Du Deinem Körper Zeit gibst, sich von der Operation zu erholen. In dieser Zeit solltest Du natürlich auch keinen Sport treiben. Die betroffenen Hautstellen sollten nach der Hauttransplantation nicht bewegt werden. Meist legt der Arzt Dir dafür eine Schiene oder einen Gipsverband an, damit das Gewebe genug Möglichkeit für die Heilung bekommt. In manchen Fällen empfiehlt sich eine ärztlich verordnete Kompressionskleidung. Die Schonung ist wichtig, damit sich das Transplantat nicht zusammenzieht, was einen erneuten Eingriff notwendig machen kann.
 
Nach diesen zwei Wochen ist das Hautstück in der Regel angewachsen und abgeheilt. Auch sollte es seine normale Farbe wieder angenommen haben. Dies ist der Zeitpunkt, um mit einem Bewegungstraining, Physio- oder Ergotherapie zu beginnen. Die Bewegung des transplantierten Hautareals verhindert körperliche und funktionale Störungen sowie Bewegungseinschränkungen oder große Vernarbungen. Besonders wichtig ist die Bewegung von Gelenken, um diese geschmeidig zu halten.
 
Ferner musst Du auf eine ausreichende Pflege Deiner Narben achten. Der Arzt wird Dir hierfür eine spezielle Salbe oder Creme mit einem hohen Fettgehalt empfehlen, mit der Du die Narbe täglich einschmierst. Du kannst sie auch sanft massieren und so die Durchblutung fördern. Nur so kann ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht werden. Verzichte auch auf zu viel UV-Licht, da sich das Narbengewebe dunkel verfärben könnte. Auch auf den Konsum von Alkohol und Nikotin solltest Du vor allem in den ersten Wochen nach der Operation weitgehend verzichten, da sich diese Stoffe negativ auf Deine Wundheilung auswirken und im schlimmsten Fall zu Wundheilungsstörungen führen können.
 
Der Erfolg einer Hauttransplantation ist von Person zu Person unterschiedlich, da jeder Mensch anders reagiert. Handelt es sich um eine sehr umfangreiche Behandlung, dann kann es sogar mehrere Jahre dauern, bis Du ein Ergebnis erhältst, mit welchem Du vollkommen zufrieden bist. Zudem können Hautveränderungen ständige Schmerzen und ästhetische Beeinträchtigungen Ängste und Depressionen hervorrufen. In diesem Fall solltest Du Dir psychologische oder psychotherapeutische Hilfe suchen.

Hauttransplantation - Worauf muss ich nach einer Hauttransplantation achten?

Wie ist die Prognose nach einer Hauttransplantation?

Das endgültige Behandlungsergebnis zeigt sich erst nach einigen Monaten. Es hängt einerseits von Dir und Deinem Verhalten und andererseits von der Wundheilung ab. Die Narben werden in jedem Fall auch nach der Operation sichtbar bleiben. Wie schön diese sind, hängt primär von Deiner Narbenpflege ab. Falls Narben zu störend sind, gibt es diverse Verfahren, diesen Zustand zu verbessern.
 
Du kannst die Narbe mithilfe alternativer Methoden, wie etwa der Cranio-Sacral-Therapie, Akupunktur oder mithilfe eines Akupressur-Stifts oder Massagen etwas reduzieren. Zudem gibt es die Möglichkeit, Narben mithilfe modernster Lasertechnik behandeln zu lassen. Dadurch wird das Narbengewebe wieder besser durchblutet. Auch Kompressionen mit Tapes oder Umschlägen sowie Unterdruck-Vakuum-Massagen wie beim Schröpfen können das Narbengewebe massieren und dehnen.

Krankhafte Narben können mit Füllsubstanzen wie Kollagen vom Arzt im Rahmen einer Narbenkorrektur unterspritzt werden. Bei zu hohen Narben wiederum kann das überschüssige Gewebe im Zuge einer Operation abgetragen werden. Auch durch Microneedling wird die Wundheilung sowie die Bildung von Kollagen angeregt, wodurch die Narbe schöner wird. Welche Methode bei Dir wirksam ist, besprichst Du am besten mit Deinem Arzt.

 

Tätowierungen sind nach einer Hauttransplantation grundsätzlich möglich, jedoch solltest Du dies mit Deinem behandelnden Arzt absprechen, da sich die verpflanzte Haut anders verhält als Deine Vollhaut. So verhält es sich auch mit dem Haarwuchs. Dieser funktioniert nur bei Vollhauttransplantaten, da nur diese mit den Haarfollikeln transplantiert werden. Solltest Du an manchen Stellen mehr Haare benötigen, gibt es spezielle Methoden, die das Haarwachstum anregen. Frage dazu am besten Deinen Arzt.

Hauttransplantation - Wie ist die Prognose nach einer Hauttransplantation?

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Hauttransplantation?

Hauttransplantation - Kosten

Eine Hauttransplantation ist immer dann nötig, wenn es sich um eine Wunde handelt, welche zu groß ist, um genäht zu werden. Es besteht die Gefahr einer Infektion, weshalb es medizinisch notwendig ist, die Wunde durch eine Transplantation zu schließen. Aus diesem Grund übernehmen die Krankenkassen die Kosten der Operation. Allerdings solltest Du vorher abklären, ob die Krankenkasse ebenfalls die von Dir gewünschte Methode der Hauttransplantation übernimmt. Informiere Dich deshalb im Vorfeld sowohl bei Deinem Arzt als auch bei Deinem Versicherungsträger über anfallende Kosten und eine mögliche Kostenübernahme.


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Über den Autor: Dr. med. Benjamin Gehl

Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie


Als Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie liegt die Leidenschaft von Dr. Gehl schon immer im Bereich der medizinischen Contentproduktion.

Aufgrund seiner Ausbildung, einer langjährigen Einsatzzeit in der rekonstruktiven und plastischen Chirurgie, sowie zahlreichen Auslandseinsätzen in Indien, Afrika und Amerika weiß er, welche Techniken und Behandlungen für medizinische Indikationen international Anwendung finden und State of the art sind.

Weiterhin beschäftigt er sich täglich mit neuen Trends und Techniken in der operativen und nicht-operativen Chirurgie. Fortbildungen sowie Studien zählen genauso zu seiner Leidenschaft wie die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten zu den neuesten fachspezifischen Themen.

Bitte beachte, dass sämtliche zur Verfügung gestellten Inhalte zu den einzelnen Behandlungen, Abläufen, Preisen etc. generelle Informationen sind und je nach Ärzt*in und individuellem Fall und Ausgangslage variieren können.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Unter einer Hauttransplantation verstehen Ärzte das Verpflanzen von Haut von einer Körperstelle auf eine andere, um größere Wunden zu decken, die anders nicht verschlossen werden können.


Grund einer Hauttransplantation sind gröbere Verletzungen wie Verbrennungen, Verätzungen oder die Entfernung von Geschwüren und Tumoren.


Für die Transplantation selbst stehen mehrere unterschiedliche Methoden zur Verfügung, die je nach Größe der Wunde eingesetzt werden können. Die beiden gängigen Techniken sind die Vollhauttransplantation und die Spalthauttransplantation.


Meistens stammt das Transplantat direkt von derselben Person ab und wird in der Regel am Oberschenkel, Bauch oder Rücken entnommen. Nur in Ausnahmefällen kommt es zum Einsatz von künstlichen Implantaten sowie Implantaten tierischen Ursprungs.

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