Athelie

Die Athelie gehört zu den häufigsten gutartigen Anlagestörungen der Brust und liegt bereits bei der Geburt vor. Das Fehlen einer Brustwarze muss aus medizinischer Sicht nicht unbedingt behandelt werden, kann jedoch psychische Probleme bei dem Patienten auslösen. Diese Anlagestörung kann übrigens bei Männern und Frauen vorkommen. Was das Leben mit nur einer Brustwarze für Betroffene bedeutet, sowie alle wichtigen Informationen zu einer rekonstruktiven Operation erfährst Du hier.


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Zuletzt aktualisiert: 4. Mai, 2021

INHALTSVERZEICHNISInhaltsverzeichnis

Unter einer Athelie versteht die Medizin eine Anlagestörung, bei der dem Patienten von Geburt an eine oder beide Brustwarzen fehlen. Diese Brustfehlbildung kann sowohl bei Männern als auch bei Frauen vorkommen. Die Ursachen dafür sind nicht vollständig geklärt. Ein Gendefekt, hormonelle Einflüsse sowie Störfaktoren im Mutterleib sind mögliche Gründe.

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Zu den häufigsten Brustfehlbildungen gehören die Amastie, die Mikromastie, die Makromastie, die Symmastie, die tubuläre Brust, die Hängebrust, die Anisomastie, Schlupfwarzen, die Polythelie und die Polymastie. Manche davon sind bereits bei der Geburt sichtbar, andere Anlagestörungen sind erst in der Pubertät erkennbar. Für jede dieser Fehlbildungen gibt es einen konkreten Behandlungsplan, der meist einen chirurgischen Eingriff beinhaltet.

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Eine Athelie ist sehr selten und tritt bei Frauen meist in Verbindung mit einer Amastie, dem Fehlen einer oder beider Brüste, auf. Die Athelie ist ein rein ästhetischer Makel und hat keine körperlichen Auswirkungen oder Risiken. Allerdings kann das Fehlen einer Brustwarze psychische Belastungen bei dem Betroffenen auslösen.

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Der typische Behandlungsplan bei einer Athelie ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem aus körpereigenem Gewebe eine neue Brustwarze konstruiert wird. Als Transplantat dafür dient Gewebe der Brust ohne Brustwarze (falls vorhanden), ein Teil der anderen Brustwarze (falls vorhanden) oder Gewebe aus anderen Körperbereichen, wie zum Beispiel der Innenseite des Oberschenkels. Die authentische Farbe der neuen Brustwarze wird durch Gewebeentnahmen aus dem Lippen-, Leisten- oder Augenbereich oder durch eine Tätowierung erreicht.

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Nach der Operation können Blutergüsse, Schwellungen, lokale Schmerzen, Infektionen, Blutungen und Wundheilungsstörungen auftreten. Außerdem kann aufgrund etwaiger Gewebeentnahmen an der gesunden Brustwarze ein Taubheitsgefühl auftreten und die Stillfähigkeit temporär eingeschränkt sein.

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Nein, die Rekonstruktion einer Brustwarze dient rein ästhetischen Motiven und kann keine Stillfähigkeit erzeugen.

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Die operative Behandlung der Athelie kann bis zu 3.000€ kosten. Eine reine Tätowierung ohne chirurgischen Eingriff kostet so um die 1.000€ . Die Kosten übernehmen die Krankenkassen in den meisten Fällen nicht, da es sich um eine rein ästhetische Behandlung handelt.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Eine Athelie ist eine Anlagestörung, die bewirkt, dass bei der Geburt eine oder beide Brustwarzen fehlen. Sie tritt meist in Verbindung mit anderen Brustfehlbildungen auf.


Die Athelie wird typischerweise durch einen chirurgischen Eingriff, bei dem eine neue Brustwarze aus körpereigenem Gewebe konstruiert wird, behandelt. Aus medizinischer Sicht ist jedoch keine Behandlung nötig.


Das Fehlen der Brustwarze hat keine gefährlichen Auswirkungen auf den Körper. Der Betroffene leidet deswegen jedoch oft an psychischen Beschwerden.


Die Kosten für die Behandlung einer Athelie muss der Patient meist selbst zahlen, da die Krankenkassen die Kosten für rein ästhetische Operationen in der Regel nicht tragen.

Was ist unter einer Athelie zu verstehen?

Unter einer Athelie versteht die Medizin das Fehlen einer Brustwarze von Geburt an. Bei der Brustwarze, auch Mamille genannt, handelt es sich um die Erhebung in der Mitte des Warzenhofs (Areola). Hier treffen bei der weiblichen Brust die Milchgänge aufeinander, sodass beim Stillen die Muttermilch austreten kann. Die Athelie wird als Brustfehlbildung klassifiziert, da bei dieser Anlagestörung das Aussehen der Brust nicht vollständig individuellen, sozialen oder kulturellen Normen entspricht. Die bei einer Athelie fehlende Brustwarze hat keine gefährlichen oder nachteiligen körperlichen Auswirkungen auf die Patientin. Die Ursachen für diese Brustfehlbildung sind bis heute nicht vollständig geklärt.

Athelie - Was ist unter einer Athelie zu verstehen?

Wie sehen die Symptome der Athelie aus?

Athelie - Wie sehen die Symptome der Athelie aus?

Während viele Brustfehlbildungen erst während der Pubertät erkennbar werden, kommen Patienten mit einer Athelie bereits mit nur einer Brustwarze auf die Welt, weshalb diese Brustfehlbildung direkt bei der Geburt diagnostiziert wird. Die Athelie kann gemeinsam mit einer Amastie, dem vollständigen Fehlen einer oder beiden Brüste, auftreten.

Auf welche Ursachen und Risikofaktoren lässt sich die Athelie zurückführen?

Meistens ist die Anlagestörung der Brust nicht auf eine genaue Ursache zurückzuführen. Viele Brustfehlbildungen sind im genetischen Material enthalten und werden über Generationen weitervererbt. Auch hormonelle Einflüsse, vor allem von männlichen Sexualhormonen, können eine Ursache sein. Denkbar ist außerdem das Auftreten von Störfaktoren im Mutterleib, die auf den Embryo einwirken. Da die Auslöser nicht vollständig geklärt sind, kannst Du einer Athelie auch schlecht vorbeugen. Allerdings ist es ratsam, während der Schwangerschaft auf eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung zu achten, sowie Giftstoffe wie Nikotin und Alkohol zu vermeiden, um Dein Baby optimal mit Nährstoffen zu versorgen und ihm einen gesunden Start ins Leben zu gewähren.

Ist die Athelie gefährlich?

Nein, eine Athelie ist weder medizinisch bedenklich noch gefährlich. Aufgrund der fehlenden Brustwarze kommt es zu keinen negativen körperlichen Auswirkungen. Allerdings kämpfen häufig vor allem Patientinnen mit psychischen Problemen.

Welche weiteren Brustfehlbildungen gibt es?

Athelie - Amastie

Amastie

Der Begriff Amastie beschreibt das (meist einseitige) Ausbleiben des Wachstums der weiblichen Brust während der Pubertät. Dabei entwickelt sich eine Brustseite entweder gar nicht, oder ist erheblich kleiner als die andere Brust. Bei dieser Brustfehlbildung empfiehlt sich eine Brustrekonstruktion mit Implantaten oder Eigengewebe, da eine Amastie bei den Betroffenen zu einer hohen psychischen Belastung führen kann. Ob und ab wann solch eine Operation infrage kommt, besprichst Du am besten mit Deinem Gynäkologen.
Die Amastie tritt oft gleichzeitig mit dem Amazonen-Syndrom oder dem Poland-Syndrom auf. Beim sogenannten Amazonen-Syndrom fehlen eine oder beide Brüste, während die Brustwarze und der Brustmuskel vollständig vorhanden und entwickelt sind. Das Poland-Syndrom kennzeichnet sich durch das Fehlen einer oder beider Brüste bei gleichzeitigem Fehlen des Brustmuskels. Die Brustwarze ist jedoch auch hier normal angelegt.

Athelie - Mikromastie

Mikromastie

Der wissenschaftliche Fachbegriff für eine besonders kleine oder unterentwickelte Brust lautet Mikromastie. Diese liegt vor allem dann vor, wenn ein auffälliges Missverhältnis zwischen der kleinen Brust und dem Rest des Körpers besteht. Mögliche Ursachen dafür sind ein fehlender Brustmuskel, bestimmte Hormonstörungen, ein genetischer Defekt oder ein starker Verlust von Fettgewebe, was unter anderem durch Magersucht bewirkt wird. Die Mikromastie wird durch eine Brustvergrößerung mithilfe von Implantaten oder Injektionen von Eigenfett, beispielsweise vom Gesäß oder von den Oberschenkeln, behoben.

Athelie - Makromastie

Makromastie

Unter einer Makromastie versteht die Medizin eine unnatürlich große und schwere Brust. Als wissenschaftlicher Maßstab gilt ein Gewicht zwischen 500 und 1.000 Gramm pro Brust. Dadurch können erhebliche körperliche Beschwerden, wie dauerhafte Schmerzen im Rücken, im Nacken, an den Schultern und an der Wirbelsäule, auftreten. Die gängige Behandlungsmethode hierbei ist eine Brustverkleinerung bei gleichzeitiger Hautstraffung. Alternative Behandlungsmethoden wie Sport, Physiotherapie oder ein besonderer Büstenhalter helfen in der Regel nicht. Die Schmerzen verschwinden normalerweise unmittelbar nach der Operation und auch eventuelle Haltungsschäden gehen nach einiger Zeit zurück.

Athelie - Symmastie

Symmastie

Bei der Symmastie sehen die Brüste einer Frau in der Mitte aus, als seien sie zusammengewachsen. Diese Fehlbildung tritt vor allem nach einer Brustvergrößerung mit großen Implantaten auf. Durch die zu weit mittige Platzierung der Implantate kann sich Gewebe vom Brustbein ablösen, sodass sich die Implantate aufeinander zubewegen. Dies kann Dein Chirurg dadurch beheben, indem er die Implantate durch einen weiteren Eingriff neu positioniert oder durch kleinere Implantate ersetzt. In seltenen Fällen entsteht eine Symmastie auch durch einen genetischen Defekt.

Athelie - Tubuläre Brust

Tubuläre Brust

Diese Fehlbildung wird auch Rüsselbrust oder Schlauchbrust genannt und beschreibt eine stark hängende Brust mit sehr großen Brustwarzen. Die Brust hat keine runde Form, sondern ist schlauchförmig. Meist ist nur im oberen Brustbereich Drüsengewebe vorhanden und die bei einer normal entwickelten Brust vorhandenen unteren Drüsenquadranten fehlen teilweise oder vollständig. In vielen Fällen ist von dieser Anlagestörung nur eine Brust betroffen.

Athelie - Mastoptosis (Hängebrust)

Mastoptosis (Hängebrust)

Bei einer Hängebrust sinkt der Drüsenkörper ab, was auf eine Bindegewebestörung sowie eine Ausdehnung der Haut zurückzuführen ist. Die Mastoptosis tritt in verschiedenen Schweregraden auf. Normalerweise sprechen Ärzte von einer Hängebrust, sobald die Brustwarze sich unterhalb der Brustfalte befindet. Eine Mastoptosis hat neben eventuellen psychischen Belastungen keine negativen körperlichen Auswirkungen, kann jedoch auf Wunsch durch eine operative Bruststraffung behoben werden.

Athelie - Anisomastie

Anisomastie

Unterscheiden sich die Brüste in Form und Größe sehr stark voneinander, spricht die Medizin von einer Anisomastie. Während eine leichte Asymmetrie beider Brüste bei fast allen Frauen vorkommt, fällt die Ungleichheit bei einer Anisomastie sofort ins Auge und ist auch in bekleidetem Zustand gut sichtbar. Diese Brustfehlbildung wird meist vererbt oder durch einen Unfall oder eine Erkrankung der Brust ausgelöst. Auch Zysten, Infektionen oder Bestrahlungen sind mögliche Ursachen. Eine Anisomastie ist gesundheitlich unbedenklich. Allerdings stellt auch diese Anomalie eine psychische Belastung für die Betroffenen dar, da sie sich in ihrer Weiblichkeit eingeschränkt fühlen. Außerdem können bei einem stark ausgeprägten Größenunterschied Rückenschmerzen und Nackenschmerzen sowie Migräne oder Kopfschmerzen auftreten. Operativ kann Dein Arzt entweder die kleinere Brust mit einem Implantat vergrößern oder die größere Brust durch eine Entnahme von Gewebe verkleinern.

Athelie - Schlupfwarzen (Hohlwarzen)

Schlupfwarzen (Hohlwarzen)

Schlupfwarzen sehen aus wie nach innen gezogene Brustwarzen. Das verursacht keine Schmerzen und gilt als rein ästhetisches Problem. Als Hauptursache dafür gelten die zu kurzen Brustdrüsengänge. Die Korrektur dieser Fehlbildung erfolgt operativ. Dabei durchtrennt Dein Chirurg die zu kurzen Brustdrüsengänge und stellt sie mit einer speziellen Nahttechnik auf. Dies führt allerdings dazu, dass Du nach der Operation nicht mehr stillen kannst. Alternative Methoden wie Piercings oder Brustwarzenformer helfen nur bedingt.

Athelie - Polythelie

Polythelie

Bei dieser Brustfehlbildung bilden sich auf der gesamten Milchleiste eine oder mehrere zusätzliche Brustwarzen. Dies passiert bereits in den ersten Wochen der embryonalen Entwicklung im Mutterleib. Die zusätzlichen Brustwarzen ähneln einer „normalen“ Brustwarze nur bedingt und sind als dunkle Flecken auf der Haut erkennbar. Am häufigsten entwickeln sie sich in der Achsel, unter der Brust oder im Intimbereich, da hier die embryonalen Milchleisten verlaufen. Bei Männern handelt es sich lediglich um einen kosmetischen Makel. Bei Frauen kann das Gewebe in der Pubertät anschwellen und im Falle einer Schwangerschaft sogar Milch produzieren. In diesem Fall raten Gynäkologen zu einer operativen Entfernung des Gewebes.

Athelie - Polymastie

Polymastie

Im Gegensatz zur Polythelie bilden sich bei dieser Brustfehlbildung nicht nur zusätzliche Brustwarzen, sondern eine zusätzliche „vollständige“ Brustdrüse. Die Polymastie kann erst in der Pubertät diagnostiziert werden, wenn das Brustwachstum einsetzt und, meist im Bereich der Achsel, eine dritte Brust wächst. In der Regel sind sowohl Brustwarze als auch Warzenvorhof vorhanden und das Gewebe verhält sich wie die „normale“ Brust. Das heißt allerdings, dass auch dieses Gewebe eventuell anfällig für Brustkrebs werden kann. Eine regelmäßige Untersuchung beim Gynäkologen ist deshalb sehr wichtig. Sollte der Patient nicht dauerhaft mit einer dritten Brust leben wollen, kann das Gewebe operativ entfernt werden.

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Wie häufig tritt die Athelie auf?

Es gibt dazu keine genaue Statistik, aber Fakt ist, dass eine Athelie sehr selten auftritt. Diese Anlagenstörung kommt außerdem so gut wie nie allein vor, sondern tritt in Verbindung mit anderen Brustfehlbildungen, wie beispielsweise einer Amastie, auf.

Welche negativen Folgen kann eine Athelie an der Brust für die Betroffenen haben?

Durch das einseitige Fehlen einer Brustwarze können Betroffene nur an der normal entwickelten Brust stillen. Bei beidseitigem Fehlen der Mamillen ist gar keine Stillfähigkeit gegeben. Diese kann auch operativ nicht hergestellt werden. Wie bei den meisten Brustfehlbildungen kann es bei der Athelie zu psychischen Belastungen für betroffene Frauen kommen. Patientinnen fühlen sich ihrer Weiblichkeit beraubt und schämen sich für ihren Körper, was ernste Folgen für ihr Selbstwertgefühl und ihre Lebensqualität hat.

Athelie - Welche negativen Folgen kann eine Athelie an der Brust für die Betroffenen haben?

Wie lässt sich die Athelie behandeln?

Eine Behandlung ist aus medizinischer Sicht nicht notwendig, da aufgrund der fehlenden Mamille kein Risiko für den Körper besteht. Wenn der Patient allerdings aus psychischen oder ästhetischen Motiven eine Behandlung beziehungsweise eine Korrektur wünscht, kann er sich einer plastischen Operation unterziehen. Dies ist der typische Behandlungsweg. Durch so einer Operation kann sich die Lebensqualität des Patienten erheblich verbessern. Als Alternative kannst Du Dir auch eine vollständige Brustwarzentätowierung machen lassen und so auf die Operation verzichten. Der wesentliche Nachteil dabei ist, dass es sich immer um eine zweidimensionale Rekonstruktion handelt und die Brustwarze absolut flach ist, obwohl geübte Tätowierer einen 3D-Eindruck erzielen können. Außerdem gibt es Brustwarzenprothesen, die aus Silikon bestehen und individuell angefertigt werden.

Was passiert vor dem Eingriff?

Athelie - Was passiert vor dem Eingriff?

Vor der Operation führt Dein Arzt einen individuellen Gesundheits-Check durch und führt ein klärendes Gespräch mit Dir, um mögliche Unklarheiten aus dem Weg zu räumen und Dich über alle Risiken aufzuklären. Außerdem fragt er Dich nach möglichen Allergien und ob Du regelmäßig Medikamente zu Dir nimmst.

Was muss vor der Operation beachtet werden?

Nach Rücksprache mit Deinem Arzt solltest Du vor dem Eingriff Medikamente, die Acetylsalicylsäure enthalten, absetzen, da diese die Blutgerinnung beeinträchtigen. Darunter fallen zum Beispiel Aspirin oder ASS. Vermeide außerdem Alkohol und Nikotin, da diese Giftstoffe die Durchblutung der Organe negativ beeinflussen und die Wundheilung verzögern.

Wie verläuft die Korrektur der Athelie?

Athelie - Wie verläuft die Korrektur der Athelie?

Eine reine Athelie muss anders behandelt werden als eine Athelie, die zusammen mit einer Amastie , also dem Fehlen der gesamten Brust, auftritt. Bei ersterem wird lediglich eine neue Brustwarze konstruiert, während bei letzterer Fehlbildung eine Brustvergrößerung mit Eigengewebe, Implantat oder beiden notwendig ist.

 

Die fehlende Brustwarze kann mithilfe einer sogenannten Mamillenrekonstruktion neu gebildet werden. Die Brustwarzenrekonstruktion ist ein Routineeingriff und wird meist ambulant durchgeführt, kann jedoch auch unter Vollnarkose erfolgen. Dabei konstruiert der Chirurg einen neuen Nippel aus körpereigenem Gewebe. Das Gewebe entnimmt er beispielsweise aus der Innenseite Deines Oberschenkels oder aus dem vorhandenen Gewebe der Brust ohne Brustwarze (lokale Lappenplastik). Der wesentliche Nachteil dabei ist, dass an den Entnahmestellen Narben verbleiben. Die lokale Lappenplastik kommt vor allem bei beidseitig fehlenden Brustwarzen zum Einsatz.

Sollte eine Brustwarze vorhanden sein, können auch Teile davon durch eine Transplantation die Basis für den neuen Nippel bilden. Für die Operation benutzt Dein Chirurg eine lokale Betäubung an der zu rekonstruierenden Stelle. Falls er körpereigenes Gewebe für die Rekonstruktion verwendet, betäubt er auch den Entnahmebereich. Danach setzt er einen kleinen Einschnitt an der Brust und formt aus dem Hauttransplantat oder dem Hautlappen eine Brustwarze. Um eine Abflachung zu verhindern, füllt der Chirurg die Brustwarze eventuell mit Narbengewebe, Fett oder einem Hautersatz. Mithilfe einer Tätowierung wird danach die Farbe des Warzenvorhofs nachempfunden und eventuell auch der Nippel eingefärbt, um die neue Brustwarze so realistisch wie möglich zu machen. Die Brustwarze wird entweder direkt bei der Transplantation eingefärbt oder etwa drei Monate nach dem Eingriff. Meist reicht dafür ein Termin, es kann allerdings circa sechs Wochen später ein Nachstechen erforderlich sein, um ein perfektes Ergebnis zu erreichen. Für den Warzenvorhof kann allerdings statt einer Tätowierung auch Gewebe aus dem Lippen- oder Leistenbereich verpflanzt werden.

Was ist im Anschluss der Brustwarzenkorrektur zu beachten?

Athelie - BH

 

Trage für 14 Tage einen speziellen Stütz-BH oder Brustwarzenverband

Athelie - Sport

 

Verzichte 4-6 Wochen auf Sport, Schwimmen, Sauna und Solarium

Athelie - UV

 

Die Narbe darf keiner direkten UV-Licht-Einstrahlung ausgesetzt werden

Das wichtigste nach einer Brustwarzenrekonstruktion ist, dass Du den Anweisungen Deines Arztes genau Folge leistest, damit die Genesung gut verläuft. Nach der Operation bekommst Du einen speziellen Stütz-BH oder Brustwarzenverband, der dafür sorgt, dass der Verband und Deine neue Brustwarze nicht verrutschen. Diesen solltest Du etwa 14 Tage konsequent tragen. Der Heilungsprozess gestaltet sich bei jedem Patienten unterschiedlich, in der Regel bist Du jedoch nach einem Tag bereits wieder arbeitsfähig. Du solltest Dich nach dem Eingriff allerdings für einige Tage körperlich schonen. Nach etwa sieben bis neun Tagen entfernt Dein Arzt die Nähte und Du kannst wieder normal duschen. Auf Sport, Schwimmen, Sauna und Solarium solltest Du für vier bis sechs Wochen verzichten. Achte auch darauf, die Narbe keiner direkten UV-Licht-Einstrahlung auszusetzen, da dies zu einer ästhetisch unerwünschten Narbenbildung führen kann. Generell ist eine gute Narbenpflege wichtig! Durch regelmäßiges Eincremen, vor allem mit Sonnencreme, kannst Du die empfindliche Haut des Transplantats schützen.

Welche Risiken und Komplikationen kann die Operation mit sich bringen?

Typische Begleiterscheinung einer Brustwarzenkorrektur sind Schwellungen, Blutergüsse und lokale Schmerzen. Außerdem ist das Risiko für Infektionen, Blutungen oder Wundheilungsstörungen gegeben. Wird als Basis für den neuen Nippel ein Teil der anderen Brustwarze verwendet, kann es in diesem Bereich zu einem Taubheitsgefühl kommen. Auch die Stillfähigkeit der normal entwickelten Brustseite kann dadurch eingeschränkt werden. Eine Nekrose der neuen und alten Brustwarze ist eine seltene aber auch mögliche Komplikation.

Ist nach der Operation der Athelie das Stillen möglich?

Athelie - Stillen

Nein, durch den Eingriff ist zwar eine optische Symmetrie gegeben, allerdings wird keine Stillfähigkeit erreicht. Das heißt, auch nach der Operation kannst Du weiterhin Dein Baby nur einseitig, also auf der normal entwickelten Brustseite, stillen.

Was kostet die Behandlung einer Athelie?

Athelie - Kosten

Insgesamt musst Du für eine chirurgische Herstellung der Brustwarze mit bis zu 3.000€ rechnen. Für das reine Färben der Brustwarze mittels Tätowierung ist mit etwa 1.000€ zu rechnen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten der Operation?

Da es sich bei einer Athelie in erster Linie um ein kosmetisches Problem handelt, übernimmt Deine Krankenkasse die Kosten für eine plastische Operation normalerweise nicht. Nur wenn körperliche Beschwerden auftreten, besteht die Chance auf eine vollständige oder teilweise Kostenübernahme. Auch starke, nachgewiesene psychische Beschwerden oder eine Depression aufgrund der fehlenden Brustwarze können dazu führen, dass Deine Krankenkasse für die Kosten der Operation aufkommt. Entscheidend ist, dass der Grund für den Eingriff nicht auf rein ästhetischen Motiven basiert.


Über den Autor: Dr. med. Benjamin Gehl

Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie


Als Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie liegt die Leidenschaft von Dr. Gehl schon immer im Bereich der medizinischen Contentproduktion.

Aufgrund seiner Ausbildung, einer langjährigen Einsatzzeit in der rekonstruktiven und plastischen Chirurgie, sowie zahlreichen Auslandseinsätzen in Indien, Afrika und Amerika weiß er, welche Techniken und Behandlungen für medizinische Indikationen international Anwendung finden und State of the art sind.

Weiterhin beschäftigt er sich täglich mit neuen Trends und Techniken in der operativen und nicht-operativen Chirurgie. Fortbildungen sowie Studien zählen genauso zu seiner Leidenschaft wie die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten zu den neuesten fachspezifischen Themen.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Eine Athelie ist eine Anlagestörung, die bewirkt, dass bei der Geburt eine oder beide Brustwarzen fehlen. Sie tritt meist in Verbindung mit anderen Brustfehlbildungen auf.


Die Athelie wird typischerweise durch einen chirurgischen Eingriff, bei dem eine neue Brustwarze aus körpereigenem Gewebe konstruiert wird, behandelt. Aus medizinischer Sicht ist jedoch keine Behandlung nötig.


Das Fehlen der Brustwarze hat keine gefährlichen Auswirkungen auf den Körper. Der Betroffene leidet deswegen jedoch oft an psychischen Beschwerden.


Die Kosten für die Behandlung einer Athelie muss der Patient meist selbst zahlen, da die Krankenkassen die Kosten für rein ästhetische Operationen in der Regel nicht tragen.

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