Brustrekonstruktion

Die Brüste sind für die meisten Frauen der Inbegriff ihrer Weiblichkeit. Zieht eine Erkrankung oder ein Unfall den Busen in Mitleidenschaft, dann kann sich dies negativ auf die Psyche der Patientin auswirken. Die moderne Medizin bietet durch eine Brustrekonstruktion den Betroffenen heutzutage jedoch eine Fülle an Techniken, mit welchen sich die weibliche Brust wieder rekonstruieren lässt.


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Zuletzt aktualisiert: 18. Januar, 2021

INHALTSVERZEICHNISInhaltsverzeichnis

Eine Brustrekonstruktion ist der Wiederaufbau einer Brust und wird meist nach einer Brustkrebserkrankung durchgeführt. Doch auch nach einem Unfall oder einer anderen Erkrankung, bei welcher die Brust in Mitleidenschaft gezogen wurde, kommt die Brustrekonstruktion infrage. Brustfehlbildungen können ebenfalls durch eine Rekonstruktion ausgeglichen werden. Zudem gibt es immer mehr Frauen, die sich aufgrund eines erhöhten Brustkrebsrisikos beide Brüste vorsorglich entfernen und wieder rekonstruieren lassen.

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Für eine Operation ist es wichtig, gesundheitlich auf voller Höhe zu sein. Deswegen ist die Brust-Operation nicht unbedingt für Frauen geeignet, die unter Adipositas, Diabetes oder Herzkrankheiten leiden. Genauso wenig ist es ratsam, die Operation bei Raucherinnen durchzuführen. Es ist auf jeden Fall wichtig bereits lange vor dem Eingriff mit dem Konsum von Nikotin aufzuhören. Zudem sind Schönheitsoperationen für Schwangere nicht geeignet.

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Die Patientinnen können sich unter anderem zwischen einer Primär-Rekonstruktion und einer Sekundär-Rekonstruktion entscheiden. Das bedeutet, dass die Rekonstruktion der Brust entweder gleich auf die Amputation erfolgt oder eben erst zu einem späteren Zeitpunkt. Die Brust kann der Chirurg entweder mithilfe von Eigengewebe oder Implantaten aufbauen.

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Zuvor erfolgt immer ein Beratungsgespräch, in dessen Zug ebenfalls eine genaue Untersuchung stattfindet. Zudem klärt der Arzt über den Ablauf der Behandlung auf und geht auch auf die möglichen Risiken und Komplikationen ein. Vor dem Eingriff müssen blutverdünnende Medikamente abgesetzt werden. Nikotin und Alkohol sind tabu. Essen ist noch bis zu sechs Stunden vor der OP erlaubt, trinken von klaren Flüssigkeiten, wie Wasser und Tee, bis zu zwei Stunden zuvor.

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Eine Brustkrebsoperation und die anschließende Rekonstruktion, sind oft mit Ängsten, Unsicherheit und Ungewissheit verbunden. Um die seelische Belastung zu verringern, kann ein Gespräch mit bereits operierten Patientinnen hilfreich sein, um Dir ein Bild über die Operation, mögliche Auswirkungen, Komplikationen und Begleiterscheinungen zu verschaffen.

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Die Operation findet unter Vollnarkose statt. Erfolgt der Aufbau direkt nach der Mastektomie, entfernt der Chirurg zunächst das erkrankte Gewebe und ersetzt dieses. Anschließend rekonstruiert er die Brüste neu, modelliert zudem den Brustwarzenhof und rekonstruiert eine Brustwarze. Kommt ein Implantat zur Brustrekonstruktion zum Einsatz, ist zwischen Silikon-, Kochsalz- oder dem B-Lite®-Implantat zu wählen. Zudem kann Eigenfett zur Rekonstruktion verwendet werden. Gerade bei der Brustrekonstruktion mit Eigengewebe gibt es unterschiedliche Techniken. Die Operation kann mehrere Stunden dauern und ist mit einem stationären Aufenthalt verbunden.

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Zu den Risiken und möglichen Komplikationen der Brustrekonstruktion gehören unter anderem Narbenbildungen, Wundinfektionen, Wundheilungsstörungen, die Ausbildung einer Kapselfibrose, Schmerzen, Blutergüsse, Serome und Gefühlsstörungen.

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Nach einer Brustrekonstruktion ist es sehr wichtig sich ausreichend zu schonen. Vor allem in den ersten drei Wochen solltest Du besonders vorsichtig sein. Sport ist nach frühestens sechs Wochen wieder erlaubt. Der spezielle BH ist unbedingt für vier bis sechs Wochen zu tragen und zwar sowohl am Tag als auch in der Nacht. Auf den Konsum von Nikotin und Alkohol ist während der gesamten Wundheilung zu verzichten. Wichtig sind die regelmäßigen Kontrolltermine.

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Ja, das funktioniert. Hierbei können unterschiedliche Methoden in Betracht gezogen werden. Neben der lokalen Lappenplastik gibt es noch die Hauttransplantation und das Nipple sharing. Zudem lässt sich der Brustwarzenvorhof tätowieren oder mithilfe von Permanent-Make-up rekonstruieren.

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Die Kosten lassen sich nicht pauschal festlegen, da hier mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Allerdings ist es bei einer Brustrekonstruktion meist der Fall, dass die Krankenkassen die Kosten übernehmen. Bei einer Brustrekonstruktion aufgrund einer Brustfehlbildung kommt es darauf an, ob die betroffene Person im Alltag mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat, oder ob die Operation aus rein kosmetischen Gründen gewünscht ist.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Eine Brustrekonstruktion aufgrund einer Brustkrebserkrankung kann entweder simultan mit der Entfernung des Tumors, oder einige Wochen später erfolgen


Es gibt unterschiedliche Techniken: Eigengewebe, Eigenfett, Implantat oder Kombinationen daraus


Die Wahl des richtigen Zeitpunktes und der besten Technik kann nur in Absprache mit dem Arzt erfolgen, der das Krankheitsbild und die körperlichen Gegebenheiten kennt


Die Rekonstruktion der Brustwarze und des Warzenvorhofs erfolgt erst nachdem die aufgebaute Brust verheilt ist

Was ist eine Brustrekonstruktion und welche Gründe gibt es für die Wiederherstellung der Brustform?

Eine Brustrekonstruktion ist der Wiederaufbau einer Brust und wird meist nach einer Brustkrebserkrankung durchgeführt. Ein Brustaufbau kann Dir dabei helfen, in ein neues, gesundes Leben zu starten. Im Vordergrund einer Brustrekonstruktion steht deshalb meist die Genesung nach einer Brustkrebserkrankung. Die Brustrekonstruktion ist außerdem für Frauen nach oder vor einer vollständigen Entfernung der Brust im Rahmen eines Unfalls oder einer anderen Erkrankung geeignet.

Brustrekonstruktion nach Brustkrebs

Eine Brustrekonstruktion wird meist nach einer Mastektomie oder Entfernung der Brustdrüse durchgeführt: Je nach Lage des bösartigen Tumors können durch dessen Entfernung Hohlräume im Brustgewebe entstehen, die unschöne Dellen hinterlassen. Ein Brustwiederaufbau kann Dir dabei helfen, sich nach einer Brustkrebsbehandlung wieder weiblich zu fühlen, den Leidensdruck, den Dir Deine Krebserkrankung bereitet hat, hinter Dir zu lassen und mit der schmerzhaften Zeit Deiner Therapie abzuschließen. Sollte Dir Dein Facharzt aufgrund Deiner Krebserkrankung die Brust entfernt haben, so kann er Dir diese mit Deinem Eigengewebe oder mit Silikon wieder neu gestalten.

Die Brust kann Dein Facharzt mit Eigengewebe oder mit einem Implantat (Silikon) wiederaufbauen. Dies kann zu jedem beliebigen Zeitpunkt, also sofort nach Deinem operativen Eingriff oder sogar Jahre später, erfolgen. In vielen Fällen entscheiden sich betroffene Frauen für eine Rekonstruktion zu einem späteren Zeitpunkt.
 

Brustrekonstruktion nach einem Unfall

Auch Frauen, deren Brüste durch einen Unfall oder durch Verbrennungen entfernt wurden, können mithilfe einer Brustrekonstruktion ihre Brüste von einem Spezialisten wieder gestalten lassen.
 

Brustrekonstruktion bei einer Fehlbildung der Brust

Bei einer Brustfehlbildung ist der Busen stark deformiert oder er hat sich während der Pubertät nicht richtig ausgebildet. Die Fehlbildung kann erblich bedingt sein, oder es können bestimmte Hormone dafür verantwortlich sein, dass sich die Brust nicht voll entwickelt. Auch eine Schwangerschaft oder der natürliche Alterungsprozess kann zur Fehlbildung der Brust beitragen. In diesen Fällen bietet Dir eine Brustrekonstruktion die Möglichkeit, Asymmetrien auszugleichen und so in ein neues Leben mit mehr Selbstwertgefühl zu finden.
 

Brustrekonstruktion bei einer genetischen Vorbelastung

Frauen, die das Brustkrebsgen BRCA1/2 in sich tragen, können sich beide Brüste vorbeugend entfernen und wieder neu aufbauen lassen.

Für wen ist eine Brustrekonstruktion nicht geeignet?

Gesundheitliche Aspekte spielen bei der Entscheidung für oder gegen eine Brustrekonstruktion eine entscheidende Rolle. Die Risiken für Deine Gesundheit solltest Du im Vorhinein ausführlich mit Deinem behandelnden Facharzt besprechen.
 
Du solltest Dir außerdem bewusst sein, dass eine rekonstruierte Brust Deine natürliche Brust nicht vollständig ersetzen und auch optisch nicht identisch mit ihr sein kann. Voraussetzung für die Brustrekonstruktion sind auch das Einverständnis Deines behandelnden Facharztes.
 
Verschieden Faktoren sprechen gegen eine Brustrekonstruktion, wie etwa intensiver Sport, Adipositas (Fettleibigkeit), eine sehr kleine Brust, fortgeschrittenes Alter der Patientin (über 70 Jahre alt), regelmäßiges Rauchen, eine Diabetes-Erkrankung sowie bereits mehrmals durchgeführte Bauchoperationen wie eine Gallenblasenentfernung oder eine Fettabsaugung.

Brustrekonstruktion nicht möglich bei - Diabetes-Erkrankung

Kann man eine Brustrekonstruktion nach einer Diabetes-Erkrankung durchführen lassen?
Solltest Du an Diabetes leiden, so empfehlen Fachärzte in der Regel keine Brustrekonstruktion.

Brustrekonstruktion nicht möglich bei - Herzkrankheiten

Wieso ist eine Brustrekonstruktion nicht für Patientinnen mit Herzkrankheiten geeignet?
Bei Durchblutungsstörungen raten Fachärzte grundsätzlich von einer Brustrekonstruktion ab.

Brustrekonstruktion nicht möglich bei - Raucher

Ist eine Brustrekonstruktion bei Raucherinnen möglich?
Sie ist möglich, allerdings kann das Rauchen die Operation verkomplizieren, da es häufig zu schweren Wundheilungsstörungen kommt, die dann auch mit einem schlechten kosmetischen Ergebnis verbunden sind. Deswegen wird den Patientinnen in der Regel zum Rauchstopp geraten.

Brustrekonstruktion nicht möglich bei - Gefäßerkrankung

Lässt sich eine Brustrekonstruktion durchführen, wenn eine Gefäßerkrankung vorliegt?
Brustrekonstruktionen sind bei Patientinnen mit Gefäßerkrankungen sehr risikobehaftet. Vor allem aber kann die TRAM-Lappen-Methode, bei der Haut, Fettgewebe und Muskeln der Bauchdecke auf die Brust verlagert werden, bei Personen mit Gefäßerkrankungen nicht durchgeführt werden.

Brustrekonstruktion nicht möglich bei - Schwangerschaft

Ist eine Brustrekonstruktion möglich, wenn eine Schwangerschaft geplant oder bereits besteht?
Grundsätzlich steht einer Brustrekonstruktion vor einer Schwangerschaft nichts im Wege. Spezialisten empfehlen jedoch, ein bis zwei Jahre mit der Kinderplanung zu warten, um das Operationsergebnis nicht frühzeitig zu verändern. Denn die weibliche Brust ist im Verlauf der Schwangerschaft vielen Veränderungen ausgesetzt (Ausdehnen der Haut, Erschlaffen während der Stillzeit, etc.). Prinzipiell sind Schönheitsoperationen während einer Schwangerschaft nicht verboten, allerdings raten die meisten Ärzte dringend davon ab.

Welche Möglichkeiten einer Brustrekonstruktion gibt es?

Bei einer Brustrekonstruktion unterscheidet man zwischen einer Primär-Rekonstruktion und einer später vorgenommenen Sekundär-Rekonstruktion.
 
Fachärzte unterteilen die unterschiedlichen Methoden einer Brustrekonstruktion außerdem in zwei Bereiche: Die Eigengewebsrekonstruktion, wobei Dein operierender Chirurg Haut, Muskel und Fett von anderen Körperstellen zur Rekonstruktion verwendet, und die Prothesenrekonstruktion, wobei Dein Chirurg Implantate aus Silikon unter Deinen Brustmuskel einsetzt. Unter Umständen kann er auch Implantate in Kombination mit Eigengewebe zur Rekonstruktion verwenden.
 
Jede Möglichkeit bringt dabei ihre Vor- und Nachteile mit sich, unabhängig davon, zu welchem Zeitpunkt der Chirurg die Rekonstruktion durchführt.

Primär-Rekonstruktion

Eine Primär-Rekonstruktion nimmt Dein operierender Chirurg gleichzeitig mit der Brustamputation vor, also noch in derselben Narkose.

Sekundär-Rekonstruktion

Eine Sekundär-Rekonstruktion führt Dein behandelnder Facharzt erst zu einem späteren Zeitpunkt durch. Die späte Rekonstruktion führt Dein behandelnder Facharzt meist sechs Monate nach vollständigem Abschluss der Chemo- oder Strahlentherapie durch. Bis dahin hat sich das Gewebe erholt und auch die Schultergürtel-, Brust- und Bauchmuskeln kannst Du bis dahin schon durch körperliches Training stärken.

Möglichkeiten der Brustrekonstruktion

Muss die Rekonstruktion der Brust immer direkt nach der Mastektomie erfolgen?

Mit dem Brustwiederaufbau kann Dein Facharzt grundsätzlich direkt im Anschluss an die Brustentfernung beginnen. Häufig findet dies auch in der gleichen Narkose statt. Der Brustwiederaufbau kann aber auch später, mehrere Monate oder sogar Jahre nach der Brustentfernung stattfinden.

Wann kann man nach einer Bestrahlung einen Brustaufbau durchführen?

Ist mit einer vorangehenden Brustamputation die Brustkrebstherapie abgeschlossen, so kann Dein Facharzt sofort mit dem Wiederaufbau Deiner Brust beginnen. Ist jedoch eine Nachbestrahlung geplant, sollte die Rekonstruktion erst einige Wochen nach Abschluss der Bestrahlungstherapie stattfinden, um das Ergebnis der Rekonstruktion durch die Strahlentherapie nicht zu gefährden.

Was passiert vor der Brustrekonstruktion?

Um das Operationsrisiko möglichst gering zu halten, solltest Du im Vorhinein wichtige Verhaltensrichtlinien beachten. Konsultiere am besten Deinen zuständigen Chirurgen oder Facharzt – dieser klärt Dich ausführlich über mögliche Risiken, wichtige Vorbereitungen und besondere Richtlinien auf, die alle zu einem optimalen und möglichst störungsfreien Operationsverlauf beitragen.

Brustrekonstruktion Arzt

Vor der Brustrekonstruktion klärt Dich Dein behandelnder Facharzt vollständig über den Operationsverlauf auf. Je klarer Du in Deiner Entscheidung für die Brustrekonstruktion bist, desto besser kann Dein operierender Chirurg auf Dich eingehen. Am besten notierst Du Dir im Vorhinein einige Fragen, die Du Deinem Facharzt stellen möchtest. Sollten nach dem Aufklärungsgespräch noch weiter Fragen auftauchen, zögere nicht, Deinen Facharzt auch im Nachhinein noch anzurufen oder neue Besprechungstermine festzulegen.

Abhängig von Deinem Alter und Deinem gesundheitlichen Zustand kann es sein, dass Dein Facharzt vor der Operation weitere Untersuchungen durchführen muss. Je nach Befund kann auch eine Mammografie der betroffenen Brust notwendig sein.
 
Zusätzlich solltest Du abklären, welche Medikamente Du bis zur Operation einnehmen darfst. Medikamente, die die Blutgerinnung verzögern, solltest Du in der Regel vierzehn Tage vor der Operation absetzen. Auch Alkohol und Nikotinkonsum können schwerwiegende Folgen verursachen. Dein behandelnder Facharzt berät Dich in dieser Thematik ausführlich darüber, wie Du Deinen Nikotin und Alkoholkonsum vor und nach der OP einschränken solltest.

Was muss ich vor dem Eingriff beachten?

Eine Brustkrebsoperation und die anschließende Rekonstruktion, sind oft mit Ängsten, Unsicherheit und Ungewissheit verbunden. Um die seelische Belastung zu verringern, kann ein Gespräch mit bereits operierten Patientinnen hilfreich sein, um Dir ein Bild über die Operation, mögliche Auswirkungen, Komplikationen und Begleiterscheinungen zu verschaffen. Außerdem ist es wichtig, dass jegliche Narben von vorhergehenden Operationen zur Gänze verheilt sind.
 
Vor dem geplanten Eingriff solltest Du in möglichst guter gesundheitlicher Verfassung sein. In den Tagen vor Deiner Operation und etwa zwei bis vier Wochen danach solltest Du Dich von allen beruflichen und privaten Pflichten befreien.
 
Außerdem solltest Du Dir in den Tagen vor der Operation nicht allzu viel vornehmen, damit Du diese seelisch und körperlich gut ausgeruht antreten kannst.

Welche Medikamente muss ich vor der Operation absetzen?

Brustrekonstruktion - Achtung bei Medikamenten

Etwa eine Woche vor der Operation solltest Du blutverdünnende Medikamente absetzen. Sie steigern sowohl das Risiko von starken Blutungen während des Eingriffes, als auch jenes von postoperativen Nachblutungen.

In ihnen ist häufig ist die Acetylsalicylsäure (ASS) enthalten, welche das Blut verdünnt und somit das Blutungsrisiko erhöht. Sie enthalten ebenso Heparin, welches oft als Thrombosevorsorgemittel zu verabreichen ist. Die gängigsten Medikamente, auf die Du vor der Operation verzichten solltest, sind:
 

  • Aspirin, Aspirin Plus C, Aspirin Protect
  • Aspro
  • Jegliche „ASS“, wie Thrombo ASS, Herz ASS
  • Clexane
  • Marcoumar
  • Ratiogrippal
  • Sintrom
  • Thomapyrin

 
Zudem solltest Du auch auf Vitamin C, Nahrungsergänzungsmittel und Koffein verzichten, da diese ebenfalls zur Blutgerinnung beitragen. Auch Betablocker und andere Herzmedikamente können Komplikationen verursachen. In Kombination mit der Narkose können diese lebensbedrohlich sein!
 
Bitte besprich die Thematik unbedingt mit Deinem behandelnden Arzt – vor allem dann, wenn Du regelmäßig verschriebene Medikamente einnimmst. Gegebenenfalls wird er Dir eine Ersatzmedikation verordnen.

Bis wann darf ich noch Alkohol und Nikotin konsumieren?

Brustrekonstruktion - Rauchen

Eine gute körperliche Verfassung ist Grundvoraussetzung dafür, dass der operative Eingriff gut verläuft. Vor der Operation solltest Du etwaigen Alkohol und Nikotinkonsum auf ein Minimum einschränken. Das Rauchen verschlechtert nämlich nachweislich die Durchblutung des operierten Gebietes. Deshalb solltest Du das Rauchen mindestens zwei Wochen vor und zwei Wochen nach der Operation vermeiden.
Außerdem stellen Alkohol und Nikotin im Blut insofern eine Gefahr dar, da sie Deinen Körper in zusätzlichen Stress versetzen. Dein Körper versucht daraufhin, die Giftstoffe abzutransportieren. Die dabei ausgeschütteten Hormone können sich negativ auf Deine Genesung auswirken. Bei Rauchern und Alkoholikern muss der Anästhesist die Narkose daher deutlich höher dosieren, da ein Risiko für Wachphasen während der Operation besteht.

Darf ich vor der Operation noch etwas essen und trinken?

Brustrekonstruktion - Essen

Am Tag des Eingriffs solltest Du sechs Stunden vor der Operation nichts mehr essen und keine trüben Flüssigkeiten zu Dir nehmen. Zwei Stunden vor der Anästhesie solltest Du auch keine klaren Flüssigkeiten mehr trinken, außer, wenn Du Vorbereitungstabletten mit Wasser zu Dir nehmen sollst.

Wie ist der Ablauf einer Brustrekonstruktion?

Der genaue Ablauf der Operation hängt von der Wahl der speziell angewendeten Technik ab. Grundsätzlich erfolgt die Behandlung in drei aufeinander folgenden Schritten beziehungsweise Operationen. Im ersten Schritt entfernt der Spezialist die Haut und das Brustdrüsengewebe und ersetzt dieses Gewebe. Zudem baut er die Brüste wieder symmetrisch auf. Im nächsten Schritt modelliert der Arzt den Brustwarzenhof, um anschließend, im letzten Schritt, die Brustwarze zu rekonstruieren.
 
Abhängig davon, ob mit Deiner Brust auch der Warzenhof entfernt wurde oder Du Dich für eine rekonstruierte Brustwarze entscheidest, musst Du mit zwei bis drei Operationen rechnen. Entscheidest Du Dich jedoch für eine Sofortrekonstruktion, fällt die zweite Operation weg, da der Chirurg alle Schritte in der ersten Operation durchführt.
 
Beim Aufbau der Brust kannst Du zwischen der Rekonstruktion mit synthetischem Material, also einem Implantat, dem Aufbau mit körpereigenem Gewebe, wie Eigenfett, oder aber einer Kombination aus beidem entscheiden. Jede Methode bringt dabei ihre Vor- und Nachteile mit sich. Du solltest diese Entscheidung daher sorgfältig und nicht übereilt treffen, um die für Dich geeignete Lösung zu finden. Außerdem sind nicht alle Methoden der Rekonstruktion bei allen Patientinnen geeignet, weshalb Du Dich vor Deiner Entscheidung von einem Spezialisten ausgiebig beraten lassen solltest.
 

Wie funktioniert die Brustrekonstruktion mit Implantaten?

Für die Brustrekonstruktion mit Fremdgewebe gibt es zwei Möglichkeiten. Ist nach dem Entfernen der Brust noch genügend Haut im Brustbereich vorhanden und auch der Brustmuskel intakt, kann der Arzt ein langfristig verbleibendes Implantat aus Silikon gefüllt mit Silikongel oder Kochsalzlösung hinter dem Muskel platzieren. Wie auch bei der Brustvergrößerung gibt es dabei verschiedene Vorgehensweisen und Schnitttechniken.
 
Der Vorteil dieser Technik ist, dass die Operation meistens gut verträglich ist und Du nach einer Brustrekonstruktion nur wenige Tage im Krankenhaus bleiben musst. Zusätzlich lässt sich das Einsetzen des Implantates meist auch mit der Tumoroperation verbinden. Diese Methode kommt leider jedoch nur infrage, wenn nach der Mastektomie genügend Haut vorhanden ist, da der Chirurg ansonsten das Implantat nicht richtig platzieren kann und die Haut möglicherweise nicht genug Platz für den Aufbau mit Implantat bietet.

Bleibt nach der Krebsoperation hingegen zu wenig Haut übrig, oder ist diese zu straff gespannt, muss der behandelnde Arzt auf die Expander-Technik zurückgreifen. Diese Expansionstechnik dient dazu die verbleibende Haut schrittweise aufzudehnen, um so Platz für das Implantat zu schaffen. Dabei platziert der Arzt im Zuge einer ersten Operation unmittelbar nach Entfernung der Brust einen leeren Kunststoffbeutel mit einem Ventil im Brustbereich. Anschließend füllt er diesen Beutel über das Ventil nach und nach mit einer Kochsalzlösung auf.

Brustrekonstruktion - Die Expander Technik

Die Abstände der Auffüllphasen betragen dabei meist zwei bis vier Wochen, bis nach circa drei Monaten der Ballon die richtige Größe erreicht hat.
 

Durch diese langsame Dehnung der Haut verläuft der Prozess weitgehend schmerzlos. Anschließend ersetzt der Arzt den Ballon in einer weiteren Operation mit dem langfristig verbleibenden Implantat. Als Zugang wählt er dabei einen kleinen Hautschnitt von drei bis fünf Zentimetern in der Unterbrustfalte, um die lange Narbe der Brustentfernung nicht erneut zu verletzen. In manchen Fällen implantiert der Arzt auch eine sogenannte „Becker-Prothese“, die bereits zu 35% ihres Füllvolumens mit Silikongel gefüllt ist und nach Abschluss des Dehnungsprozesses nicht entfernt wird. Ein Austausch ist daher nicht notwendig und dieser Expander kann als endgültiges Implantat belassen werden.

Welche Implantate können zur Rekonstruktion der Brust verwendet werden?

Bei 70-80% aller Brustrekonstruktionen verwenden Fachärzte Implantate, Expander und Netze. Kissenartige Implantate platziert der Chirurg entweder hinter oder vor dem Brustmuskel. Diese bestehen vollständig aus Silikon oder aus einer Silikonhülle, die mit verschiedenen Substanzen gefüllt ist.

Brustrekonstruktion mit Implantaten

Silikon
Die am häufigsten verwendeten Implantate sind mit einem Silikongel gefüllt. Diese Implantate haben nicht nur einen besonders hohen Tragekomfort, sondern fühlen sich auch am ehesten nach einer natürlichen Brust an. Zudem haben Silikonimplantate den Vorteil, dass sie nicht auslaufen können, sollten sie einmal beschädigt werden. Das Gel ist kohäsiv, also fest, und kann sich damit nicht im Körper verteilen.
 
Kochsalzlösung
Es gibt ebenfalls Implantate, die eine Kochsalzlösung enthalten, allerdings kommen diese heutzutage eher selten zum Einsatz. Die Implantate sind nicht so formstabil wie die Silikonkissen, was wiederum zu einem nicht so schönen Ergebnis führen kann. Sollte das Implantat bei einem Unfall einen Riss bekommen, ist jedoch auch dies ungefährlich für den Körper, denn die Kochsalzlösung wird vom Organismus ohne Probleme ausgeschieden.
 
B-Lite®
Es gibt noch die sogenannten B-Lite® Brustimplantate, bei denen die Implantathülle zwar unverändert bleibt, das Silikongel im Inneren des Implantats jedoch mit sogenannten Mikrosphären angereichert wird. Dabei handelt es sich um mikroskopisch kleine Kügelchen, die eine dauerhafte Verbindung mit dem Silikongel eingehen. Dadurch wird das Gewicht des jeweiligen Implantats um bis zu 30% reduziert.
 
Eine Mischung aus Mikrosphären und Silikongel macht die Implantate nicht nur leichter, sondern auch fester. Dadurch wird der unerwünschte „Rippling“-Effekt vermieden, der dann auftritt, wenn die Implantate Wellen schlagen, die Du dann durch die Hautoberfläche sehen kannst, wenn Du Dich zum Beispiel nach vorne lehnst. Der „Rippling“-Effekt tritt vor allem bei sehr dünnen Frauen, bei denen das Implantat nur mit wenig Gewebe bedeckt ist, auf. Das feste Material der B-Lite® Implantate beugt diesen Effekt vor.

Wie funktioniert der Brustaufbau mit Eigenfett?

Bei der Brustrekonstruktion mit Eigengewebe gibt es die Möglichkeit der gestielten oder der freien Transplantation.
 
Gestielte Transplantation
Bei der gestielten Transplantation entnimmt Dein operierender Facharzt das Gewebestück mit den ihn versorgenden Blutgefäßen und verpflanzt es in Deine Brustregion.
 
Freie Transplantation
Bei der freien Transplantation hingegen entnimmt er das Gewebestück zunächst komplett aus seiner Umgebung, formt es zu einer Brust und schließt es anschließend in Deiner Brustregion wieder an.
 
Neben der Entscheidung zwischen gestielter und freier Transplantation spielt auch die Wahl des jeweiligen Gewebestücks eine Rolle. Jedes Verfahren hat dabei Vor- und Nachteile. Die Wahl des Verfahrens ist abhängig von Deinen Bedürfnissen und Wünschen, sowie von der Größe Deiner Brust und Deiner Körperform.
 
Der Nachteil bei der Transplantation mit Eigengewebe ist, dass die Operation deutlich aufwendiger ist als mit einem Implantat, was eine längere Ausfallzeit mit sich bringen kann. Der Vorteil dabei ist jedoch, dass der operierende Chirurg kein körperfremdes Material verwendet und so das Risiko einer Kapselfibrose vermeidet.


TRAM-Lappen Technik

Neben der Transplantation des Rückenmuskels gibt es auch die Möglichkeit der TRAM-Lappen-Rekonstruktion. Dabei verwendet der Arzt zum Wiederaufbau einen Teil des geraden Bauchmuskels und kann diesen sowohl gestielt als auch frei transplantieren. Das Straffen der Bauchdecke nach dem Entnehmen des Gewebes ist für viele Patientinnen dabei ein positiver Nebeneffekt. Heute gilt die TRAM-Methode nicht mehr als Standardmethode, da es aufgrund der nach der Operation geschwächten Bauchdecke oft zu Bauchdeckenbrüchen kommen kann. Raucherinnen und Frauen mit starkem Übergewicht sollten eine andere Methode wählen, da sie bei dieser Methode mit Durchblutungsstörungen des Lappens rechnen müssen.

Brustrekonstruktion - TRAM Lappen Technik


DIEP-Lappen Technik

Die DIEP-Lappen Rekonstruktion ist eine Weiterentwicklung des TRAM-Lappens. Da diese Operationstechnik sehr schonend für die Bauchdecke ist, setzen Fachärzte diese am häufigsten ein. Dabei entnimmt der Chirurg lediglich eine Spindel aus Haut und Fettgewebe. Er spaltet zwar den Bauchmuskel, um die versorgenden Blutgefäße zu präparieren, entnimmt aber kein Muskelgewebe. Das Risiko des Bauchdeckenbruchs ist somit wesentlich geringer. Da dieses Verfahren sehr aufwendig ist, sind grundsätzlich zwei Operationsteams im Einsatz, die parallel arbeiten. Am Ende der Operation strafft der Chirurg die Bauchdecke.

Brustrekonstruktion - DIEP Lappen Technik


S-GAP Lappen Technik

 
Brustrekonstruktion - S-GAP Lappen Technik
 

Wenn der Arzt zur Rekonstruktion den Gewebelappen aus dem Gesäß entfernt, spricht die Medizin entweder von der S-GAP-, der Entfernung eines ovalen Lappens aus der oberen Gesäßhälfte, oder der I-GAP-Lappen, der Entfernung aus der unteren Hälfte. Falls Du zum Beispiel nicht genug Fettgewebe am Bauch hast, ist die GAP-Lappentransplantation vielleicht die geeignetere Lösung für Dich. Bei dieser Methode besteht jedoch das Risiko, dass nach der freien Transplantation eine Gesäßseite unregelmäßig verformt ist, oder dass Du auch beim Sitzen Beschwerden haben kannst.


FCI-FLAP Technik

 
Brustrekonstruktion - FCI-FLAP Technik
 

Der FCI-FLAP ist eine Lappenplastik aus der Gesäßfalte, bei der Dein operierender Arzt nur Haut und Fettgewebe entnimmt. Da das versorgende Gefäß unterhalb der Gesäßmuskulatur verläuft, kommt es in der Regel nicht zu Verletzungen der Muskulatur. Diese Technik eignet sich vor allem für schlanke Patientinnen mit kleinen und mittelgroßen Brüsten und bietet so eine gute Alternative zur DIEP-Lappenplastik. Der FCI-FLAP bietet Dir insofern Vorteile, als dass die Narbe in der Regel wenig auffällig genau in der Gesäßfalte verläuft. Allerdings kann es im Bereich der Oberschenkelrückseite nach der Rekonstruktion zu einer vorübergehenden Gefühlsstörung kommen.


TUG/TMG/Gracilis-Lappen

 
Brustrekonstruktion - TUG/TMG/Gracilis-Lappen
 

Für kleinere Brüste eignet sich die Transplantation eines TMG-Lappen. Dabei entnimmt Dein operierender Facharzt eine Hautsichel am inneren Oberschenkel inklusive des darunter liegenden Muskels. Auch bei dieser Methode können andere Muskelgruppen den fehlenden Muskel gut kompensieren, sodass es meist zu keinen Bewegungseinschränkungen kommt.


PAP-FLAP

 
Brustrekonstruktion - PAP-FLAP
 

Bei der Lappenplastik PAP-FLAP entnimmt Dein Facharzt Haut und Fettgewebe aus dem Bereich der Oberschenkel-Innenseite. Er muss dabei allerdings keine Muskulatur mitnehmen. Die Narben entwickeln sich hierbei recht unauffällig an Deiner Oberschenkelinnenseite, weshalb diese Methodik auch für kleinere Gewebemengen, also für Patientinnen mit kleinen und mittelgroßen Brüsten geeignet ist. Gegebenenfalls ist jedoch eine Angleichung der Gegenseite Deines Oberschenkels durch eine Straffung oder Fettabsaugung (Liposuktion) notwendig.

Wie lange dauert ein Brustaufbau?

Brustrekonstruktion - Dauer

Die Operationsdauer ist abhängig von der Wahl der Brustrekonstruktion und der Patientin. Sie kann von 30 Minuten bis zu acht Stunden dauern.

Wie lange muss ich im Krankenhaus bleiben?

Brustrekonstruktion - Krankenhaus

Eine Brustrekonstruktion ist eine umfassende Operation, weshalb Du in den ersten Tagen nach dem Eingriff regelmäßig von Deinem Arzt kontrolliert wirst. Daher ist ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus auf jeden Fall notwendig. Im Normalfall kannst Du zwei bis fünf Tage nach der Operation das Krankenhaus allerdings verlassen. Dies kann jedoch individuell variieren.

Welche Risiken und Komplikationen können bei einer Brustrekonstruktion auftreten?

Bei einer Brustrekonstruktion können neben allgemeinen Operationsrisiken, wie Blutungen, Infektionen oder Wundheilstörungen auftreten. Diese Risiken sind jedoch dank Einhaltung strengster Qualitäts- und Hygienestandards auf ein Minimum reduziert. Auch Vollnarkosen sind heutzutage gut verträglich. Während dem operativen Eingriff wirst Du außerdem fortlaufend von einem Anästhesisten überwacht.

Brustrekonstruktion Risiken

Bei einer Brustrekonstruktion können neben allgemeinen Operationsrisiken, wie Blutungen, Infektionen oder Wundheilstörungen auftreten. Diese Risiken sind jedoch dank Einhaltung strengster Qualitäts- und Hygienestandards auf ein Minimum reduziert. Auch Vollnarkosen sind heutzutage gut verträglich. Während dem operativen Eingriff wirst Du außerdem fortlaufend von einem Anästhesisten überwacht.
 
Jede Form der Brustrekonstruktion birgt das Risiko, eines ästhetisch nicht vollständig ansprechenden Ergebnisses oder dem Auftreten von Asymmetrien. Dies lässt sich jedoch oft in weiter folgenden Operationen beheben.
 
Abhängig von der Art der Brustrekonstruktion sind die jeweiligen Methoden auch mit spezifischen Risiken verbunden. Beim Wiederaufbau mit Implantaten können Kapselfibrosen, also lokale Verhärtungen der Brust, auftreten. Das Risiko einer Kapselfibrose ist durch Verwendung modernster Silikonimplantate zwar wesentlich geringer, eine Fibrose kann aber gerade nach einer Strahlentherapie häufiger auftreten. Daher raten Ärzte nach dieser Art der Krebstherapie von einem Aufbau mit Implantaten ab.
 
In diesen Fällen ist eine Brustrekonstruktion mit Eigengewebe die empfohlene Variante. Allerdings gibt es auch hier Risiken: Je nach angewandter Technik können unterschiedliche Nachteile in anderen Körperbereichen auftreten. Dazu zählen Bewegungseinschränkungen am Rücken bei der Latissimus-dorsi-Lappenplastik oder Gefühlsbeeinträchtigungen sowie eine deutlich geschwächte Bauchwand beim TRAM-Lappen.
 
Nach der Operation besteht auch das Risiko eines erhöhten Tumormarkers. Dies sind jedoch lediglich Anzeichen von Entzündungen und können auch bei gesunden Menschen auftreten. Ein erhöhter Tumormarker nach einer Operation ist somit nicht sicher ein Anzeichen für eine wiederkehrende Krebserkrankung.
 
Bei Brustimplantaten stellt die Kapselfibrose (capsular fibrosis) die häufigste Komplikation dar. Dabei handelt es sich um eine Gewebeverhärtung der Brust, deren eindeutige Ursache noch nicht geklärt ist. Faktoren wie schadhafte Implantate, Infektionen oder eine genetische Neigung können das Entstehen einer Kapselfibrose begünstigen. Das Risiko für eine Kapselfibrose ist auch dann besonders erhöht, wenn Du im Rahmen Deiner Brustkrebstherapie auch eine Bestrahlungstherapie erhalten hast. In diesem Fall raten Spezialisten von Implantaten ab und empfehlen eine Brustrekonstruktion mit Eigengewebe.
 

Können Narbenbildungen auftreten?

Bei der Rekonstruktion mit Eigengewebe können neben den Narben an der Brust auch Narben an jenen Körperstellen auftreten, an denen Dein operierender Arzt das Gewebe entnommen hat – also im Oberschenkel-, Gesäß-, Rücken- oder Bauchbereich. Auch bei der Rekonstruktion mit Implantaten lassen sich Narben im Bereich der Brust nicht vermeiden.

Brustrekonstruktion Wunden

Was ist unter einem Implantatbruch zu verstehen?

Ein Implantatbruch liegt dann vor, wenn die äußere Silikonhülle des Brustimplantats aufreißt. Treten aus dem Silikon des Brustimplantats dabei kleine Mengen an Silikongel in das umliegende Gewebe aus, so sprechen Mediziner vom Gel-Bleeding (Gel-Bluten). Bei Brustimplantaten mit Kochsalzlösungen sprechen Spezialisten dagegen von Deflation, wenn die Flüssigkeit aus dem Implantat in den Körper austritt. Vor allem moderne Silikonimplantate, die Kohäsivgel als Füllstoff besitzen, behalten trotz Implantatbruch häufig ihre Form.
 

Können nach der Operation Schmerzen auftreten?

Vor allem in den ersten Tagen nach dem operativen Eingriff kannst Du Schmerzen und Spannungsgefühle im Brustbereich verspüren. Deshalb ist es wichtig, dass Du alle verordneten Schmerztabletten regelmäßig einnimmst.

Was muss ich nach einer Brustrekonstruktion beachten?

Nach der Operation ist ein stationärer Aufenthalt unumgänglich. Im Normalfall kannst Du zwei bis fünf Tage nach der Operation das Krankenhaus verlassen. Dabei solltest Du einen speziellen Verband tragen und in den ersten sechs Wochen auch nur einen angepassten Stütz-BH verwenden.

Brustrekonstruktion - Nach der Operation

Wie lange sollte ich mich nach einer Brustrekonstruktion schonen?

Fachärzten zufolge solltest Du Dich in den ersten drei Wochen nach dem operativen Eingriff schonen und auf körperliche Anstrengungen oder Sport verzichten. Nach etwa sechs Wochen solltest Du jedoch wieder fit sein. Dann kannst Du wieder Deiner Arbeit nachgehen und langsam wieder sportliche Aktivitäten aufnehmen.


Brustrekonstruktion - Nach der Operation

Wann darf ich nach einer Brustrekonstruktion wieder Sport machen?

Grundsätzlich kannst Du nach etwa sechs Wochen nach Deiner Operation wieder Sport treiben. Dies hängt allerdings vom Verheilen Deiner Wunde und Deinem allgemeinen Gesundheitszustand ab. Kläre dies am besten mit Deinem behandelnden Facharzt in den Nachsorgeuntersuchungen ab.


Brustrekonstruktion - Nach der Operation

Wie lange dauern die Schmerzen nach einer Brustrekonstruktion an?

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus verspürst Du eventuell noch ein paar Tage Schmerzen oder ein Spannungsgefühl im Brustbereich, weshalb Du auch eventuell verordnete Schmerztabletten einnehmen solltest.


Brustrekonstruktion - Nach der Operation

Wann darf ich nach der Rekonstruktion der Brust wieder duschen?

Auf das Duschen und Baden solltest Du bis zum völligen Abheilen Deiner Wunde verzichten.


Brustrekonstruktion - Nach der Operation

Wie lange muss ich den Stütz-BH tragen?

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus erhältst Du einen speziell angepassten Stütz-BH, den Du dann vier bis sechs Wochen lang tragen sollst. Du kannst dann eventuell noch ein paar Tage Schmerzen oder ein Spannungsgefühl im Brustbereich verspüren, weshalb Du auch Deine verordneten Schmerztabletten weiter einnehmen solltest


Brustrekonstruktion - Nach der Operation

Was muss ich in Bezug auf Medikamente, Alkohol und Nikotin beachten?

Alkoholkranke Personen weisen nachweislich ein erhöhtes Infektionsrisiko nach der Operation auf. Denn der regelmäßige Alkoholkonsum schwächt das Immunsystem deutlich. Außerdem hemmt Alkohol die Blutgerinnung, was einen ähnlichen Effekt wie blutverdünnende Medikamente hervorruft: Das Blutungsrisiko erhöht sich enorm und die Wundheilung verlangsamt sich um Einiges. Alkohol schwächt zusätzlich Dein Herz-Kreislaufsystem.

Auch Raucher sind einer höheren Komplikations- und Infektionsrate ausgesetzt. Denn Nikotin und Kohlenmonoxid verringern den Sauerstoffgehalt im Blut, was sich negativ auf die Wundheilung auswirkt. Nekrosen, also Zellsterben, treten dann mehr als dreimal häufiger auf. Auch das Herz und der Kreislauf haben unter starken Belastungen zu leiden, was im schlimmsten Fall zu Herzrhythmusstörungen führt. Außerdem erhöht sich das Thromboserisiko, da Dein Blutfluss erheblich beeinträchtigt ist. Ein Zusätzlicher Verstärker ist dabei die Anti-Baby-Pille.

Als Raucher erhöhst Du zusätzlich die Wahrscheinlichkeit einer Kapselfibrose, also einer Unverträglichkeit des Implantats. Auch Narben können nicht immer so schön verheilen wie bei Nichtrauchern.


Brustrekonstruktion - Nach der Operation

Wie oft muss ich zur Nachsorge gehen?

Wie oft Du zur Nachsorgeuntersuchung musst, legt Dein Arzt mit Dir nach der Operation bzw. vor der Entlassung aus dem Krankenhaus fest. In der Regel sind jedoch Untersuchungen nach einer Woche, nach einem Monat und anschließend nach drei Monaten üblich. Dabei sind sämtliche Nachsorgeuntersuchungen, wie das direkte Abtasten oder technische Untersuchungen wie eine Mammografie, Ultraschall oder Magnetresonanztomografie (MRT) möglich. Eine routinemäßige Mammografie solltest Du zusätzlich einmal im Jahr durchführen lassen. Wichtig ist vor einer Untersuchung auf ein mögliches Implantat hinzuweisen, damit der Arzt dieses während der Untersuchung (z.B. Punktion) nicht beschädigt und auch auf andere Behandlungsmethoden wie die Magnetresonanztomografie ausweichen kann.

Hast Du jedoch unerwartete Beschwerden oder anhaltende Schmerzen, ist es wichtig auf jeden Fall Deinen Arzt auch außerhalb festgelegter Termine zu konsultieren.

Lässt sich die Brustwarze und der Warzenhof rekonstruieren?

Die Operation zur Brustwarzenrekonstruktion ist meist Teil einer Brustrekonstruktion, wobei es drei unterschiedliche Methoden gibt:
 

  • Lokale Lappenplastik (Hautplastik der ortsständigen Haut)
  • Hauttransplantation
  • Nipple sharing

 
Auch der Warzenvorhof lässt sich im Zuge der Operation rekonstruieren.
 

Wie lässt sich die Brustwarze mit Mamillen-Sharing/Nipple-Sharing wiederherstellen?

Beim Nipple sharing nutzt Dein Chirurg einen Teil der Brustwarze der gesunden Brust, um diesen auf die rekonstruierte Brust zu verpflanzen und damit eine neue Brustwarze zu bilden.

Brustrekonstruktion - Nach der Operation

Wie funktioniert eine Hauttransplantation zur Rekonstruktion der Brustwarze?

Wenn an Deiner Brust nicht genügend Haut vorhanden ist, benutzt Dein Facharzt stattdessen Haut von einer anderen Körperstelle. Meist entnimmt er dafür Hautstellen am Unterleib, den Oberschenkeln, der Leiste an der Grenze zum Genitalbereich oder am Gesäß.
 
An der Stelle, an der Dein Facharzt die Brustwarze nachbildet, setzt der Chirurg einen kleinen Einschnitt. Dann formt er die Brustwarze mithilfe des Hauttransplantats oder des Hautlappens. Diese näht er dann an die Brust und deckt sie zum Schutz mit einer kleinen Silikonhaube ab. Damit die rekonstruierte Brustwarze nicht zu flach wird, befüllt der Chirurg sie häufig mit Narbengewebe, Fett oder einem Hautersatz (biologisches oder synthetisches Material).

Was kostet eine Brustrekonstruktion?

Die Kosten einer Brustrekonstruktion werden immer individuell berechnet, da sie von Patientin zu Patientin sehr unterschiedlich sind. Sie setzen sich beispielsweise aus Vorgespräch, Untersuchung, Inanspruchnahme des OP-Saals, der Rekonstruktionsmethode, dem Klinikaufenthalt und den Nachsorgeuntersuchungen zusammen.
 
Entscheidest Du Dich beispielsweise für eine Rekonstruktion mit Eigengewebe, so fallen andere Kosten an, als wenn Du Dich für ein Implantat entscheidest. Ebenso variieren die Kosten, wenn Du Dich zusätzlich für die Rekonstruktion der Brustwarze entscheidest.
 

Brustrekonstruktion - Kosten

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Brustrekonstruktion?

Eine Brustrekonstruktion zählt als fester Bestandteil eines Behandlungsplans bei Brustkrebs. Solltest Du Dich für eine Operation entscheiden, übernehmen die gesetzlichen und privaten Krankenkassen die Kosten. Dies gilt, solange es sich um ein gängiges Operationsverfahren handelt. Du solltest dennoch den Behandlungsplan und die damit verbundenen Kosten mit Deiner Krankenkasse vorab besprechen.


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Dauer Dauer

1-8 Stunden

Ausfallzeit Ausfallzeit

1-2 Wochen

Stationärer Aufenthalt Stationär

2-5 Nächte

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Univ. Doz. Dr. med. Barbara Zink

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Dr. med. Steffen Handstein

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Obergraben 10 , Dresden

Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Eine Brustrekonstruktion aufgrund einer Brustkrebserkrankung kann entweder simultan mit der Entfernung des Tumors, oder einige Wochen später erfolgen


Es gibt unterschiedliche Techniken: Eigengewebe, Eigenfett, Implantat oder Kombinationen daraus


Die Wahl des richtigen Zeitpunktes und der besten Technik kann nur in Absprache mit dem Arzt erfolgen, der das Krankheitsbild und die körperlichen Gegebenheiten kennt


Die Rekonstruktion der Brustwarze und des Warzenvorhofs erfolgt erst nachdem die aufgebaute Brust verheilt ist

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