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Poland-Syndrom (Amazonenbrust)

Poland-Syndrom (Amazonenbrust)

Eine angeborene Fehlbildung, die bereits in der embryonalen Phase entsteht: Das Poland-Syndrom äußert sich vor allem durch eine deutlich sichtbare Asymmetrie der Brust.

Dauer
90-120 Minuten
Klinik
Bis zu 7 Tage
Ausfallzeit
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Was ist das Poland-Syndrom?

Poland-Syndrom - Was ist das Poland-Syndrom?
Beim Poland-Syndrom handelt es sich um eine Brustfehlbildung, die bereits in der embryonalen Phase entsteht. Diese Erkrankung zeigt sich in Form einer stark sichtbaren Asymmetrie der Brustmuskeln, die durch das einseitige Fehlen oder eine Unterentwicklung des großen Brustmuskels entsteht. Es können jedoch auch Fehlbildungen an Händen und Füßen sowie Fehlbildungen an inneren Organen entstehen, die stets auf derselben Körperhälfte wie die Brustdeformität auftreten.

Welche Ursache hat das Poland-Syndrom?

Bis jetzt sind die Ursachen des Poland-Syndroms noch nicht ausreichend geklärt. Spezialisten und Ärzte gehen jedoch von einer Unterbrechung der Blutzufuhr aus, zu der es in der sechsten oder siebten Schwangerschaftswoche kommen kann. Das Poland-Syndrom ist genetisch zwar nicht vererbbar, dennoch lässt sich eine familiäre Häufung beobachten.

Poland-Syndrom - Welche Ursache hat das Poland-Syndrom?

Kann man das Poland-Syndrom bereits bei einem Baby feststellen?

Das Poland-Syndrom kann oft erst mit der Zeit diagnostiziert werden, da sich die Brust und die dazugehörige Muskulatur erst im Laufe des Lebens entwickelt und diese Asymmetrie das deutlichste Symptom ist.

Doch auch die Fehlbildungen an Händen und Füßen, die von Geburt an ersichtlich sind, können als Indiz ausreichen und den Arzt dazu veranlassen, weitere Untersuchungen durchzuführen. Dafür eignet sich beispielsweise der Ultraschall oder die bildgebende Diagnostik, mit denen Anomalien an den Organen festgestellt werden können.

Wie unterscheidet sich das Marfan-Syndrom vom Poland-Syndrom?

Das Marfan-Syndrom ist, im Gegensatz zum Poland-Syndrom, eine erblich bedingte Krankheit. Das Bindegewebe, das im Körper beinahe überall vorkommt, kann durch einen genetischen Fehler nicht normal gebildet werden. Daher sind bei diesem Syndrom, im Unterschied zum Poland-Syndrom, oft viele verschiedene Organe und auch Körperstrukturen wie Knochen, Gelenke, Augen, Blutgefäße und auch das Herz von der Fehlbildung betroffen. Die Krankheit wird unabhängig vom Geschlecht vererbt, Männer und Frauen sind in der Regel gleich häufig betroffen. Viele Anzeichen des Marfan-Syndroms zeigen sich im Kindesalter noch nicht, sondern entwickeln sich erst mit der Zeit. Typische Symptome sind Ausweitungen der Gefäße, vor allem der Hauptschlagader, Risse der Gefäße, Herzklappenfehler und auch Entzündungen der Herzklappen. Oftmals haben Betroffene sehr lange, schmale Finger, Arme, Füße und Beine. Auch ein schmaler Körperbau, Hochwuchs, Wirbelsäulenverkrümmungen, Plattfüße und Zahnfehlstellungen sind keine Seltenheit.

Was ist der Unterschied zwischen einer Amastie und dem Poland-Syndrom?

Während beim Poland-Syndrom der Brustmuskel fehlt oder unterentwickelt ist, handelt es sich bei einer Amastie um das völlige Fehlen der Brust. Dies bezieht sich auf die Brustdrüsenkörper und die Brustwarze. Es handelt sich dabei um eine seltene Anlagestörung der Brust. Diese Fehlbildung kann sowohl ein- als auch beidseitig auftreten. Auch wenn sie keine oder nur sehr geringe gesundheitliche Risiken birgt, so kann bei Betroffenen dennoch ein enormer Leidensdruck entstehen. Häufig wird diese Störung im Erwachsenenalter im Rahmen einer Brustrekonstruktion behandelt.

Was ist der Unterschied zwischen einer Trichterbrust und dem Poland-Syndrom?

Eine Trichterbrust ist eine meist schon angeborene Fehlbildung des Brustkorbs. Im Bereich der vorderen Brustwand kommt es zu einer Störung des Knochen- und Knorpelwachstums. Dabei wölbt sich das Brustbein, also das Sternum, nach innen. Dadurch entsteht, von vorne gesehen, die Form eines Trichters im Brustkorb. Diese Deformierung sorgt nur sehr selten zu Beschwerden wie Atemnot oder Herzrasen. Viel häufiger gehen psychische Probleme wie ein geringeres Selbstwertgefühl damit einher. In Ausnahmefällen kann eine Trichterbrust auch als Folge einer Operation auftreten.

Poland-Syndrom - Was ist der Unterschied zwischen einer Trichterbrust und dem Poland-Syndrom?

Wie unterscheiden sich die Kielbrust und das Poland-Syndrom?

Bei der sogenannten Kielbrust handelt es sich um eine Fehlbildung des Brustkorbs, bei der das Brustbein weit nach vorne reicht. Einschränkungen gibt es durch diese Deformierung kaum und auch die Entwicklung der Organe verläuft in der Regel normal. In stark ausgeprägten Fällen kann sie jedoch bei vermehrter körperlicher Anstrengung zu einer unregelmäßigen Atmung oder auch zu häufigen Atemwegsinfekten führen. Dies kommt allerdings sehr selten vor. Somit ist die Deformität des Brustkorbs aus medizinischer Sicht meistens ungefährlich. Dennoch leiden viele Betroffene an den psychischen Folgen, die mit der Fehlbildung einhergehen, wie beispielsweise ein schwaches Selbstbewusstsein.

Wie ist eine tubuläre Brust vom Poland-Syndrom zu unterscheiden?

Die tubuläre Brust, auch Schlauch- oder Rüsselbrust genannt, zählt genau wie das Poland-Syndrom zu der Familie der Brustfehlbildungen. Zu dieser Fehlbildung kann es jedoch nur bei Frauen kommen. Bei dieser Erkrankung sind die unteren Brustanteile unterentwickelt, was zur typischen schlauchförmigen Form der Kielbrust führt. Die Unterbrustfalte ist leicht bis stark angehoben, wodurch die Brüste zusätzlich stärker herabhängen. Begleitsymptome sind oftmals übergroße Warzenhöfe, vorgefallenes Drüsengewebe und knotig verdickte Brustdrüsen. Auch wenn diese Fehlbildung kein gesundheitliches Risiko an sich darstellt, so trägt sie doch maßgeblich zum psychischen Unwohlsein bei.

Bringt das Poland-Syndrom Einschränkungen mit sich?

Poland-Syndrom - Sport
Das Poland-Syndrom bringt in der Regel vor allem psychische Belastung und auch Einschränkungen bei sportlichen Aktivitäten mit sich. Anspruchsvolle Tätigkeiten und auch einige Sportarten können für Betroffene zu Problemen führen. Dies liegt daran, dass die Krankheit im Normalfall mit einer Muskelschwäche einhergeht. Auch Fehlbildungen an Fingern und Zehen können, wenn vorhanden, den Alltag der Patienten erheblich erschweren. Die größte Einschränkung ist jedoch die psychische Problematik, die mit dem Poland-Syndrom einhergeht. Betroffene leiden häufig an starken Selbstzweifeln und fühlen sich in ihrem Körper unwohl.

Kann ich mit dem Poland-Syndrom stillen?

Poland-Syndrom - Stillen
Das Poland-Syndrom hat keine negativen Auswirkungen auf eine Schwangerschaft. Frauen mit dem Poland-Syndrom haben in der Regel eine gesunde und eine unterentwickelte oder fehlende Brust. Mit der unterentwickelten Brust kannst Du zwar nicht stillen, im Normalfall reicht jedoch eine gesunde Brust zum Stillen. Dabei ist wichtig, dass Du Dein Kind rasch nach der Geburt anlegst und dies zudem häufig tust. Am besten Du bittest Deinen Gynäkologen um Rat.

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Häufige Fragen

Was ist das Poland-Syndrom?
Das Poland-Syndrom ist eine seltene angeborene Fehlbildung, bei der der große Brustmuskel (Musculus pectoralis major) auf einer Körperseite teilweise oder vollständig fehlt. Dies kann zu einer asymmetrischen Brustentwicklung führen und ist häufig mit weiteren Anomalien an Hand oder Arm derselben Seite verbunden.
Welche Ursachen hat das Poland-Syndrom?
Die genaue Ursache des Poland-Syndroms ist nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass eine Durchblutungsstörung während der sechsten oder siebten Schwangerschaftswoche die Entwicklung des Brustmuskels beeinträchtigt.
Wie wird das Poland-Syndrom behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Fehlbildung. Optionen umfassen chirurgische Eingriffe wie den Einsatz von Implantaten, Eigenfetttransplantationen oder Muskelverlagerungen, um die Brustsymmetrie wiederherzustellen.
Ist das Poland-Syndrom vererbbar?
In den meisten Fällen tritt das Poland-Syndrom sporadisch auf. Eine familiäre Häufung ist selten, und eine klare genetische Vererbung konnte bisher nicht nachgewiesen werden.
Können Frauen mit Poland-Syndrom stillen?
Wenn eine Brust vollständig entwickelt ist, ist Stillen in der Regel möglich. Die betroffene Brust kann jedoch in ihrer Funktion eingeschränkt sein, was die Milchproduktion beeinträchtigen kann.
Übernimmt die Krankenkasse die Behandlungskosten?
Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse hängt vom individuellen Fall ab. Bei erheblichem psychischen oder physischen Leidensdruck kann eine Kostenübernahme möglich sein. Es ist ratsam, dies im Vorfeld mit der Krankenkasse zu klären.
Redaktionelle Verantwortung

Dieser Beitrag wurde von der internen MOOCI-Redaktion erstellt, inhaltlich geprüft und freigegeben. Bei der Recherche und Aufbereitung setzen wir auch KI-gestützte Werkzeuge ein; jeder Text wird vor der Veröffentlichung von unserer Redaktion fachlich gegengelesen. Die redaktionelle Verantwortung trägt Nadja Sukalia, Content Managerin bei MOOCI. Die medizinische Prüfung erfolgt durch Ärztinnen und Ärzte aus unserem Fachnetzwerk.

Dr. med. Stefan Gärner

Dr. med. Stefan Gärner

Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie

Dr. Stefan Gärner schloss 2002 sein Medizinstudium an der Universität Wien ab. Am Unfallkrankenhaus Lorenz Böhler in Wien absolvierte er die Facharztausbildung für Unfallchirurgie. Zudem hat er den Facharzt für Plastische Chirurgie und Handchirurgie am Züricher Universitätsspital abgelegt. Zusätzlich hat Dr. Gärner im Wilhelminenspital in Wien 2011 die Facharztausbildung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie abgeschlossen. Die Spezialgebiete von Dr. Gärner sind die ästhetische und rekonstruktive Brustchirurgie, Liposuktion und Bodysculpting sowie die Gesicht-, Hand- und Tumorchirurgie. Zudem zählen auch Botox-, Filler- und Lipofiller-Behandlungen zu seinem Leistungsspektrum. Dr. Stefan Gärner ist Mitglied der österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie, der österreichischen Gesellschaft für Senologie und der österreichischen Gesellschaft für Handchirurgie.

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Letzte Aktualisierung: 12.03.2026

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