Cerec-Verfahren

Jeder träumt von strahlend weißen und gesunden Zähnen, dahinter steckt jedoch immer eine große Portion Disziplin seitens der Patienten. Denn mangelnde Zahnhygiene kann bereits in jungen Lebensjahren zu vorzeitigen Lücken im Gebiss führen. Zahnerkrankungen, wie Karies oder Parodontitis, können jedoch auch trotz fleißigem Zähneputzen auftreten. Unabhängig von der Ursache führen geschädigte oder fehlende Zähne dazu, dass sich Betroffene unwohl fühlen. Glücklicherweise kann hier die Zahnmedizin helfen! Es gibt verschiedene Arten und Techniken von Zahnersatz. Beim Cerec-Verfahren handelt es sich beispielsweise um eine moderne Methode, den Zahnersatz computergestützt herzustellen oder zu entwerfen.


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Zuletzt aktualisiert: 9. Juli, 2020



Was versteht die Medizin unter einem Cerec-Verfahren?

Cerec (Ceramic Reconstruction) ist ein computergestütztes 3D Verfahren zur keramischen Wiederherstellung tief zerstörter Zähne. In diesem digitalen Verfahren können Kronen, Brücken, Abutments (Verbindungsteil zwischen Zahnimplantat und sichtbarer Zahnkrone) sowie Implantatschablonen höchst präzise hergestellt werden. Dafür scannt der Zahnarzt das Gebiss des Patienten mithilfe einer Kamera. Der Techniker plant anschließend den Zahnersatz auf dem Computer und fertigt diesen in der Praxis an. Anschließend kann der Zahnersatz direkt eingesetzt werden.

Das Cerec-Verfahren dient der. Herstellung von künstlichem Zahnersatz.

Wann kommt das Cerec-Verfahren zum Einsatz?

Das Cerec-Verfahren wird zur Wiederherstellung tief zerstörter Zähne verwendet und stellt somit eine Alternative zur herkömmlichen Krone dar. Alternativ zu Inlays wird das Cerec-Verfahren auch zur Herstellung keramischer Einlagenfüllungen verwendet. Das Cerec-Verfahren wird auch zur Rekonstruktion von Zahnrestaurationen angewendet. Füllungen werden durch das Cerec-Verfahren passgenau für den Zahn angefertigt. Mithilfe des Cerec-Verfahrens kann der Zahnarzt Verblendschalen, auch bekannt als Veneers, passgenau für den individuellen Zahn herstellen und an die individuelle Zahnfarbe angleichen.

Welche Materialien kommen beim Cerec-Verfahren zum Einsatz?

Das System wurde ursprünglich für die sogenannte Glaskeramik entworfen. Das Cerec-Verfahren kommt heute auf vielfältigem Weg zum Einsatz. Beispielsweise kann der Zahnarzt ästhetisch hochwertige, hochfeste Zirkon-Keramiken und dreidimensionale Bohrschablonen aus Kunststoff fräsen. Die elastischen Hybridkeramiken bieten noch mehr Stabilität und machen das Produkt noch hochwertiger.

Wie wird der Zahnersatz für das Cerec-Verfahren hergestellt?

Mithilfe einer hochmodernen dreidimensionalen Kamera (Intraoralscanner) kann der Zahnarzt ein exaktes, dreidimensionales Abbild Deiner Kiefersituation erfassen. Mittels dieser Kamera kann der Zahnarzt oder Zahntechniker berührungsfrei an den Zähnen des Ober- und Unterkiefers entlanggehen. Dadurch erfolgt die Abformung schonend und ohne Würgereiz.
 
Anschließend werden die entsprechenden Daten an die Fräsmaschine in der Praxis weitergeleitet. Mithilfe dieser Daten konstruiert er eine passende Füllung (Inlay) oder eine Krone am Computer. Diese Daten werden anschließend an eine separate Schleifmaschine gesendet. Diese schleift den individuellen Zahnersatz innerhalb weniger Minuten aus dem Keramikblock. Nach fünf bis fünfzehn Minuten ist der fertige keramische Zahnersatz hergestellt. Der Zahnarzt kann dem Klienten den Zahnersatz meistens noch am selben Tag einsetzen.

Wie funktioniert das Cerec-Verfahren?

Erste Behandlungsphase
 
Der Zahnarzt entfernt zunächst die bestehende Karies. Danach folgt die Präparation der Zähne (Beschliff). Dabei geht er so schonend wie möglich vor. Es ist auf eine ausreichende Wasserkühlung und abgerundete Präparationsformen zu achten. Es sollen keine zu starken Rautiefen entstehen. Dabei soll es zu einem geringen Substanzabtrag und einem Schonen der Nachbarzähne kommen. Der Abtrag im Kauflächenbereich sollte mindestens zwei Millimeter betragen. Die Präparation soll im Zahnzwischenbereich leicht divergierend und kastenförmig und im Randbereich unterschnittfrei mit definierter Stufe sein.
 
Es ist wichtig, dass der Kontakt zwischen den angrenzenden Zähnen (Approximalkontakt) gelöst wird. Das bedeutet, dass das herzustellende Inlay später Kontakt zum Nachbarzahn haben muss. Anschließend kommt es zur optischen Abformung. Eine Kamera scannt die dreidimensionale Zahnstruktur und die Gegenbezahnung ein. Ein kurzwelliges blaues Licht bildet diese hochauflösend ab.
 
Herstellungsphase
 
Die 3D-Software konstruiert das Inlay auf dem Bildschirm. Eine umfangreiche Datenbank an bereits vorgegebenen okklusalen Reliefs für den Zahn und die Bezahnung des Gegenkiefers unterstützt die Kauflächengestaltung.
 
Zweite Behandlungsphase
 
Ein Spanngummi wird zur absoluten Trockenlagerung angelegt. Danach desinfiziert der Zahnarzt den Zahn mittels Chlorhexidindigluconat oder eines anderen Mittels. Es folgt die Zahnschmelz-Konditionierung für 30 bis 60 Sekunden mit einem 35 prozentigem Phosphorsäuregel. Dann kommt es zur Dentin-Konditionierung für rund 15 Sekunden.
 
Anschließend trägt Dein Zahnarzt einen Dentinhaftvermittler auf das vorsichtig getrocknete Dentin auf. Danach kommt es zur zweiminütigen Ätzung der Unterfläche des Inlays mit fünfprozentiger Flusssäure. Im Anschluss sprüht der Zahnarzt das Inlay ab, trocknet und silanisiert (chemische Anbindung einer Silanverbindung an eine Oberfläche) es. Er setzt das Inlay mit der adhäsiven Technik mit einem Befestigungskomposit ein.
 
Mit Diamantschleifern kann Dein Zahnarzt Okklusion und Artikulation (Schlussbiss und Kaubewegungen) korrigieren. Anschließend arbeitet er die Ränder mit feinkörnigen Diamanten und Keramikpolierern aus und glättet die Ränder, damit keine Kanten entstehen. Abschließend kommt es zu einer Fluoridierung des versorgten Zahns.

Bei dem Cerec-Verfahren macht der Zahnartz mithilfe einer Kamera einen dreidimensionalen Abdruck Deiner Zähne.

Wie läuft eine Cerec-Behandlung ab?

Nachdem der Zahnarzt die Karies, die alte Füllung oder die Krone entfernt hat, macht er mit einer speziellen Kamera einen dreidimensionalen Abdruck der Präparation. Er entwirft am Computer den Zahnersatz und leitet die Datei an eine Fräsmaschine weiter, die die Restauration selbstständig und hochpräzise herstellt. Er kann danach die Werkstücke noch individuell anpassen und veredeln, bevor er sie dem Patienten einsetzt.

Wie lange dauert eine Behandlung mit dem Cerec-Verfahren?

Die Behandlungszeit beläuft sich im Durchschnitt auf ein bis zwei Stunden. In Ausnahmefällen ist ein zweiter Termin notwendig. Die Dauer des Eingriffs hängt vor allem vom Ausgangszustand Deiner Zähne ab und vom gewünschten Ergebnis.

Welche Vorteile hat das Cerec-Verfahren?

Das Cerec-Verfahren hat zahlreiche Vorteile. Man erspart sich nicht nur die unangenehmen Löffelabdrücke mit Silikon oder Polyether, sondern hat auch eine hohe Haltbarkeit und hohe Passgenauigkeit. Zahnersatz aus Keramik sieht gut und natürlich aus und ist sehr verträglich. Gerade im Frontzahnbereich ist dies besonders wichtig, weil gerade diese Stellen gut sichtbar sind.
 
Sollte der Zahnersatz aus irgendeinem Grund beschädigt sein, speichert Cerec die Daten und kann die Konstruktion des Zahnersatzes jederzeit nochmals neu produzieren. Einer der wohl größten Vorteile ist jedoch der, dass die meisten Restaurationen an einem einzigen Termin stattfinden. Die sogenannte „single-visit-dentistry“ erleichtert die Terminvergabe, da die gesamte Behandlung in einer Sitzung stattfindet. Viele Patienten schätzen die “single-visit-dentistry” genau aus diesen Gründen.
 
Der Zahnarzt verzichtet auf eine Abformung mit Abformlöffel und Abformmaterial, was einen weiteren wesentlichen Vorteil für Patienten darstellt. Den größten Vorteil stellt jedoch mit Sicherheit der niedrige Kostenbetrag dar. Auch die Restauration der Zähne dauert nicht lange. Wenn der präparierte Zahn im Mund fotografiert wird, dauert die Behandlung mit dem Einkleben etwa eine Stunde. Das Ergebnis lässt sich sehen: Der Zahnersatz ist so hochwertig angefertigt, dass er von einem natürlichen Zahn kaum zu unterscheiden ist. Durch das Cerec-Verfahren wirkt der Zahn nicht nur besonders natürlich, sondern ist darüber hinaus auch besonders langlebig und stabil.

Welche Komplikationen können beim Cerec-Verfahren auftreten?

Aus der Vielzahl an Zwischenschritten kann es zu Komplikationen kommen. So kann beispielsweise das computergestützte CAD-/CAM-Herstellungsverfahren eine Herausforderung darstellen, indem es Fehler bei der optischen Abformung macht. Außerdem kann ein zu sparsamer Substanzabtrag im Kauflächenbereich der Zähne zum Bruch des Inlays führen. Die adhäsive (anheftende) Befestigungstechnik kann zu einer Zahnsensibilität oder Zahnmarkentzündung führen. Randkaries kann sich durch einen unterschüssigen Befestigungszement in der Randfuge bilden. Auch die 3D-Konstruktion kann dem Zahnarzt oder dem Zahntechniker zum Verhängnis werden.

Das Cerec-Verfahren ist ein unkomplizierter und zeisparender Eingriff.

Wie viel kostet eine Behandlung mit dem Cerec-Verfahren?

Die Kosten einer Cerec-Krone belaufen sich auf 500 bis 1.000 Euro. Der Zahnarzt ist in der Preisgestaltung frei, deshalb informierst Du Dich am besten vorher bei verschiedenen Zahnärzten über die Kosten.

Welche Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenkasse?

Cerc-Inlays oder Cerec-Veneers fallen nicht in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Der Zahnarzt kann sie daher nur privat abrechnen. Erkundige Dich immer vor einer Behandlung bei Deinem behandelnden Arzt oder dem zuständigen Versicherungsträger, welche Kosten gesetzliche oder private Krankenkassen übernehmen.


Dauer Dauer

1-2 Stunden

Ausfallzeit Ausfallzeit

-

Stationärer Aufenthalt Stationär

-

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Das Wichtigste zusammengefasst

Beim Cerec-Verfahren handelt es sich um eine computergestützte Methode zur Herstellung von künstlichem Zahnersatz.


Das Cerec-Verfahren bietet die Möglichkeit der “single-visit-dentistry”. Dadurch ist es möglich, die gesamte Behandlung im Zuge einer Sitzung durchzuführen.


Die Kosten einer Cerec-Krone belaufen sich auf 500 bis 1.000 Euro.


Im Normalfall kommen die gesetzlichen Krankenkassen nicht für eine Behandlung mit dem Cerec-Verfahren auf. Erkundige Dich am besten bei Deinem Zahnarzt oder Deinem Versicherungsträger darüber, welche Kosten übernommen werden.

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