Purpura Schönlein-Henoch

Eine Purpura Schönlein-Henoch (PSH) ist eine Entzündung der Blutgefäße, die infolge einer Abwehrreaktion des Körpers hervorgerufen werden kann. Von dieser Erkrankung können alle Gefäße des Körpers betroffen sein. In den meisten Fällen treten die Symptome jedoch nur an Gelenken, Haut, Darm und Niere auf. Du kannst in den nachstehenden Absätzen Genaueres über Symptome, Ursachen und Behandlung erfahren.


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Zuletzt aktualisiert: 16. April, 2020



Was versteht die Medizin unter einer Purpura Schönlein-Henoch?

Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer sogenannten Vaskulitis. Das heißt, es entzünden sich die kleinen Blutgefäße (Kapillaren) im Körper. Der Erkrankung liegt eine immunologische Reaktion zugrunde, bei der IgA-Immunkomplexe an den Gefäßwänden abgelagert werden.
 
Diese Antikörper haben in der Regel die Aufgabe, Krankheitserreger abzuwehren. Es kommt somit durch die Ablagerungen zu einer aseptischen Entzündung. Aseptisch heißt, dass die Entzündung ohne Bakterien oder Viren hervorgerufen wurde.
 
Grundsätzlich tritt die Erkrankung sehr selten auf, wobei am häufigsten Kinder unter zehn Jahren erkranken.

Die Purpura Schönlein-Henoch betrifft vor allem Kinder unter zehn Jahren.

Was sind die Symptome einer Purpura Schönlein-Henoch?

Bei der PSH kommt es vor allem zu punktförmigen Einblutungen auf der Haut und krampfartigen Bauchschmerzen. Jedoch können auch die inneren Organe von den Blutungen betroffen sein. Die Anzeichen treten dabei meist plötzlich auf.
 
Ist die Haut betroffen, so wird vor allem ein Hautausschlag an den Streckseiten der Beine sichtbar. Das heißt, es kommt zu Einblutungen, bei denen punktförmige Hautveränderungen sichtbar werden.
 
Wenn jedoch die Kinder über starke Bauchschmerzen klagen, so liegt möglicherweise eine Entzündung der Dünndarmgefäße vor. In diesem Zusammenhang kann es auch zu einem blutigen Stuhl kommen.
Sind hingegen die Gelenke betroffen, so kann eine Schwellung an den Sprung- und Kniegelenken entstehen. Dadurch kommt es oft zu einer schmerzhaften Bewegungseinschränkung.
 
Eine Nierenentzündung erkennt der Arzt hingegen durch einen Bluttest, indem sich Blut und Eiweiß im Urin nachweisen lassen. Eine Beteiligung der Nieren ist die prognostisch bedeutendste Manifestation. Eine Beteiligung des Nervensystems ist sehr selten und äußert sich meist in Form von Kopfschmerzen und Krampfanfällen bis hin zu vorübergehenden Lähmungen oder Blindheit.

Welche Ursachen hat eine Purpura Schönlein-Henoch?

Die Ursache der Erkrankung ist aus medizinischer Sicht nicht ausreichend geklärt, sie tritt aber häufig nach Infektionen, Allergien und der Einnahme bestimmter Medikamente, wie Antibiotika, auf.
 
Dabei kommt es zu einer Abwehrreaktion, die Abwehrzellen sogenannte B-Lymphozyten bilden IgA-Antikörper, diese sammeln sich zu Komplexen und lagern sich vor allem in den kleinen Blutgefäßen ab. Dort lösen sie dann eine Entzündungsreaktion aus.

Wie ist der Krankheitsverlauf einer Purpura-Schönlein Henoch?

Im Normalfall heilt die Gefäßentzündung innerhalb von wenigen Tagen ab. Nimmt die Erkrankung jedoch einen schweren Verlauf so können sich Haut-Nekrosen bilden, die aber wieder unter einer Narbenbildung abheilen.
 
In solch einem Fall kann es bis zu acht Wochen andauern, bis der Heilungsprozess abgeschlossen ist. Nur in den seltensten Fällen kommt es bei der PSH zu einem Nierenversagen und zu einem chronischen Verlauf.

Die Purpura Schönlein-Henoch zeichnet sich durch punktförmige Einblutungen auf der Haut aus.

Wie diagnostiziert der Arzt eine Purpura Schönlein-Henoch?

Die Hauteinblutungen und die damit verbundenen krampfartigen Bauchschmerzen legen meist schon den Verdacht nahe, dass es sich um eine PSH handelt. Es gibt keinen beweisenden Labormarker, weshalb verschiedene andere Erkrankungen, die infrage kommen, ausgeschlossen werden müssen.
 
In der Regel führt der Arzt dennoch eine Blut- und Urinuntersuchungen durch, um eine Organbeteiligung auszuschließen.
 
Durch eine Urinprobe kann der Arzt erkennen, ob auch die Nieren von der Vaskulitis betroffen sind. Ist dies der Fall, so müssen die Betroffenen regelmäßig über mehrere Monate bei einem Arzt kontrolliert werden. Denn so kann der Mediziner untersuchen, ob die Nieren auch weiterhin richtig funktionieren.
 
Damit der behandelnde Arzt jedoch genau identifizieren kann, welche Organe gefährdet sind, so kann er auch weitere Untersuchungen wie eine Bauchsonografie, Gelenksonografie oder eine Magnetresonanztomografie durchführen. So kann er das Ausmaß der Erkrankung feststellen. Anschließend stellt der Arzt den Behandlungsplan individuell zusammen.

Wie wird eine Purpura Schönlein-Henoch behandelt?

Im Normalfall heilt eine Purpura Schönlein-Henoch innerhalb von wenigen Wochen von selbst aus. Somit ist meist auch keine Behandlung notwendig, wenn sich die betroffene Person ausreichend schont. In der Regel versucht der Arzt die Symptome problembezogen zu lindern.
 
Kommt es zu Magen-Darmbeschwerden, so empfehlen Ärzte meist eine leichte und magenschonende Kost und Bettruhe. Bei starken Schmerzen verschreibt der behandelnde Arzt auch Schmerzmittel.
 
Wenn es infolge einer Infektion zu der Gefäßentzündung gekommen ist, dann reicht ein Antibiotikum aus, um die Beschwerden zu lindern.
 
Sind jedoch große Einblutungen auf der Haut sichtbar, so sollte das Kind im Krankenhaus genauer untersucht werden. Denn dabei kann es sein, dass die Nieren zu stark in ihrer Funktion beeinträchtigt werden und es zu einem Nierenversagen kommt.
 
In sehr schweren Fällen verabreichen die Ärzte sogenannte Steroide wie Cortison, um die Überreaktion des Körpers zu bremsen, die zu der Entzündungsreaktion beigetragen hat.

Welche Komplikationen können auftreten?

Es kommt bei dieser Erkrankung sehr selten zu Komplikationen. Nur bei Kindern unter zwei Jahren und Erwachsenen ist die Prognose eher schlecht und löst häufiger Spätfolgen aus. So kann es durch die PSH beispielsweise zu Darmeinstülpungen kommen mit teils tödlichem Ausgang.
 
Vor allem bei Kleinkindern, wenn die Blutungen auf der Haut mit Blasen einhergehen, kann es zu einer Nekrose kommen, die lebensgefährlich werden kann.
Sind bei der Erkrankung auch die Nieren betroffen, so kann im Laufe der Zeit auch die Nierenfunktion beeinträchtigt werden, sodass die Patienten häufig dialysepflichtig werden.

Bei der Purpura Schönlein-Henoch kommt es oft zu starken Bauchschmerzen.

Wie häufig ist die Purpura Schönlein-Henoch?

Am häufigsten sind Kinder unter zehn Jahren von einer Purpura Schönlein-Henoch betroffen. Sie kommt meist in der kalten Jahreszeit vor und betrifft Jungen häufiger als Mädchen.
 
Dabei tritt die Erkrankung vor allem im Alter von vier bis sechs Jahren auf. Somit zählt sie zu den Kinderkrankheiten, wobei es in seltenen Fällen auch bei Erwachsenen zu der immunologisch bedingten Gefäßentzündung kommt. Die Krankheit tritt jedoch sehr selten auf. Es erkranken ungefähr zehn von 100.000 Kindern an einer PSH.

Welche Folgen hat die Erkrankung für Betroffene?

Im Normalfall heilt eine Purpura Schönlein-Henoch innerhalb von zwei Wochen ab. Wenn die Erkrankung aber stärker ausgeprägt ist, so kann der Heilungsprozess bis zu drei Monate dauern. Nach einer PSH solltest Du die Urin- und Nierenwerte regelmäßig kontrollieren lassen. Vor allem wenn die Nieren auch von der Gefäßentzündung betroffen sind, so kann sich auch ein chronisches Nierenversagen entwickeln.
 
Durch die Hauteinblutungen kann es aber auch zu kommen, dass Gewebe abstirbt und sich sichtbare Narben auf der Haut entwickeln.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

In der Regel werden die Kosten der Behandlung von der Krankenkasse übernommen. In einigen Fällen kann jedoch ein Selbstbehalt für Dich anfallen, vor allem wenn ein Krankenhausaufenthalt notwendig ist. Informiere Dich sicherheitshalber schon im Voraus bei Deinem Versicherungsträger.

 

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Das Wichtigste zusammengefasst

Eine Purpura Schönlein-Henoch ist eine Entzündung der Blutgefäße, die immunologisch bedingt ist


Hierbei kommt es vor allem zu punktförmigen Einblutungen auf der Haut. Es können aber auch Organe wie die Nieren betroffen sein


Normalerweise heilt die Gefäßentzündung innerhalb weniger Wochen von selbst aus


Vor allem Kinder unter zehn Jahren sind von einer PSH betroffen

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