Petechien

Petechien sind kleine stecknadelkopfgroße Einblutungen in der Haut oder Schleimhaut. Sie treten meist gehäuft an einer Stelle auf. Sie können harmlose Ursachen haben, aber auch Symptome von ernsthafteren Erkrankungen sein. Für die Behandlung von Petechien ist es notwendig, die zugrunde liegende Erkrankung festzustellen. Sobald diese behandelt wird, verschwinden auch die roten Punkte auf der Haut wieder.


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Zuletzt aktualisiert: 10. März, 2020



Was versteht die Medizin unter Petechien?

Punktförmige Haut- oder Schleimhauteinblutungen bezeichnet man als Petechien. Es handelt sich dabei um eine Kapillarblutung. Also eine Blutung der feinsten Blutgefäße. Petechien zählen zu den pathologischen Hautveränderungen. Die Rötung der betroffenen Hautstelle bleibt auch bestehen, wenn darauf Druck ausgeübt wird. Im Wesentlichen ist die Ursache eine Störung der Blutstillung oder der Blutgerinnung, die zum Auftreten der kleinen Blutpunkte führt.
 
Meist ist die Ursache für Petechien eine Störung oder eine Verringerung der Blutplättchen. Ebenso kann eine Schädigung der Haut zu Petechien führen. Petechien sind allerdings keine eigenständige Erkrankung. Zur Behandlung ist es daher unerlässlich, die zugrunde liegende Ursache ausfindig zu machen und diese zu therapieren.

Vor allem Kinder und Senioren sind häufig von Petechien betroffen

Wie sehen die Symptome von Petechien aus?

Zu Beginn zeigen sich Petechien in Form von kleinen rötlichen Punkten auf der Haut. Später verfärben sie sich braun. Petechien verursachen keine Schmerzen. Häufig treten sie an den Armen und Beinen oder im Bereich von Gesäß und Bauch auf. Auch an den Schleimhäuten, zum Beispiel am Gaumen oder der Innenseite der Augenlider, können Petechien auftreten.
 
Manche Betroffene verwechseln Petechien zu Beginn mit einem Ausschlag. Ob es sich um einen Ausschlag oder Petechien handelt, kannst Du mit einem Glas leicht selbst testen. Wenn Du mit einem Glas auf die betroffene Hautstelle drückst und die Punkte bleiben bestehen, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Petechien. Wenn sie verschwinden, ist es üblicherweise ein Ausschlag.

Welche Ursachen haben Petechien?

In den meisten Fällen haben Petechien eine harmlose Ursache. Unter Umständen kann ihnen aber auch eine ernsthafte Krankheit zugrunde liegen. Infektionskrankheiten wie pfeiffersches Drüsenfieber, Scharlach, eine Mandelentzündung, Meningokokken, Zytomegalie oder bakterielle Endokarditis, können zum Auftreten der roten Pünktchen führen.
 
Zumeist ist die Ursache ein Mangel an Blutplättchen und damit ein Problem der Blutgerinnung. Dieser Mangel verursacht eine insuffiziente Abdichtung der Blutgefäße. Dadurch entstehen kleinste Blutungen unter der Haut. Diese werden an der Oberfläche als Petechien sichtbar. Häufig ist das eine Nebenwirkung bestimmter Medikamente. Dazu zählen bestimmte Antibiotika, Antiepileptika, Blutverdünner und bestimmte Schmerzmittel. Grund dafür, dass die Einnahme solcher Medikamente zur Entwicklung von Petechien führen, ist ihre Eigenschaft die Anzahl der Blutplättchen zu verringern.
 
Auch Gefäßentzündungen oder erworbene Gefäßschäden, zum Beispiel aufgrund einer Diabetes-Erkrankung oder altersbedingte Verschleißerscheinungen, können Petechien verursachen. Vaskulitis, eine Entzündung der Blutgefäße zählt zu einer der Hauptursachen für Petechien. Bei dieser Autoimmunerkrankung richten sich körpereigene Abwehrstoffe gegen die Gefäße und lösen eine Entzündungsreaktion aus. Wenn kleine Blutgefäße unter der Haut betroffen sind, können Petechien sichtbar werden.
 
Ebenso können Gewalteinwirkungen auf die Haut oder Reibung und Druck auf die Haut, zum Beispiel durch einen zu engen BH oder Träger einer schweren Tasche, Petechien verursachen. Petechien können auch nach besonders anstrengender sportlicher Betätigung, starkem Husten oder Erbrechen, Stress oder einer Änderung der Ernährungsweise auftreten, sind in diesem Zusammenhang aber eher selten.

Häufig sind Petechien eine Nebenwirkung bestimmter Medikamente

Petechien können auch ein Zeichen für Leukämie sein. Dabei verdrängen Krebszellen gesunde Zellen und bilden vermehrt weiße Blutkörperchen. Durch den Mangel an roten Blutkörperchen können sich Petechien bilden. Petechien sind eines der ersten sichtbaren Anzeichen für Blutkrebs. Typische Stellen an denen Petechien bei einer zugrunde liegenden Leukämie auftreten, sind die Unterschenkel und Knöchel. Vor allem, wenn Petechien gemeinsam mit anderen Beschwerden wie Fieber, Leistungseinbußen, einer blassen Haut oder dem vermehrten Auftreten von blauen Flecken auftreten, solltest Du einen Arzt aufsuchen.
 
In seltenen Fällen sind Petechien auch Symptome einer Mangelernährung. So kann ein Mangel an Vitamin K oder Vitamin C zur Entstehung von Petechien beitragen. Vor allem in Industriestaaten ist es aber angesichts des vielfältigen Nahrungsangebotes sehr unwahrscheinlich, dass ein Vitamin C Mangel der Grund für die Punkte auf der Haut ist.

Welche Körperstellen sind am häufigsten betroffen?

Am häufigsten treten Petechien, mit steigender Häufigkeit, im Gesicht, der Mundschleimhaut, den Armen, den Beinen und an den Knöcheln auf. Auch an den Armen oder am Rumpf können Petechien entstehen. Innere Organe oder gar der gesamte Körper sind nur selten davon betroffen.

Wie sieht der Krankheitsverlauf bei Petechien aus?

Wie lange Petechien bestehen bleiben, sowie der Krankheitsverlauf hängen von der zugrunde liegenden Ursache ab. Häufig verschwinden sie von selbst innerhalb von einigen Tagen oder wenigen Wochen. Wenn sie bestehen bleiben oder auch andere Beschwerden auftreten solltest Du einen Arzt aufsuchen, um sicherzugehen, dass keine ernsthafte Erkrankung besteht. Bei einer ursächlichen Erkrankung wie zum Beispiel Leukämie oder Vaskulitis verschwinden die Petechien nicht von alleine.

Wer ist am häufigsten von Petechien betroffen?

Vor allem Kinder und Senioren sind häufig von Petechien betroffen. Es handelt sich dabei jedoch nicht um eine Krankheit, sondern um ein Symptom. Menschen mit Bluthochdruck haben zum Beispiel häufiger Petechien, als Menschen mit normalem Blutdruck, da der erhöhte Druck auf den Gefäßen diese erzeugt.

Wie kann der Arzt Petechien diagnostizieren?

Um die Diagnose zu stellen, muss der Arzt die betroffene Hautstelle genau untersuchen. Durch die Lage, das Ausmaß und das Aussehen der Einblutungen kann der Arzt häufig bereits erste Rückschlüsse auf deren Ursache ziehen. In einem Gespräch wird der Arzt Dich über weitere Beschwerden, die Einnahme von Medikamenten und kürzlich körperlichen Belastungen befragen.

Zu Beginn zeigen sich Petechien in Form von kleinen rötlichen Punkten auf der Haut

Je nach vermuteter Ursache kommen zur weiteren Diagnose Untersuchungen von Urin und Blut, ein Rachenabstrich sowie eine Röntgenuntersuchung der Brust zum Einsatz. Der Grund für diese weiteren Untersuchungen ist, dass der Auslöser von Petechien nicht immer harmlos ist. Nur durch diese Untersuchungen kann der Arzt die Ursache für die Petechien feststellen. In manchen Fällen kann der Arzt die Ursache dennoch nicht feststellen. In solchen Fällen gilt es abzuwarten und die Entwicklung der Petechien im Auge zu behalten. Häufig verschwinden Petechien nach einiger Zeit von selbst.

Wie werden Petechien behandelt?

Meist sind Petechien harmlos und eine Behandlung ist nicht erforderlich. Die Therapie richtet sich in erster Linie an der Behebung der zugrunde liegenden Ursache. Wenn ein Medikament der Auslöser für die Petechien ist, verschwinden die Punkte auf der Haut, sobald das Medikament abgesetzt wird. Bei einer bakteriellen oder viralen Infektion verschwinden die Punkte, sobald die Infektion erfolgreich bekämpft ist. Ist körperliche Anstrengung oder eine Verletzung der Haut die Ursache, bessert sich die Situation, sobald die Haut verheilt.
 
Wenn Petechien vor allem nach dem Sport auftreten, kann es sein, dass bei Dir ein Mangel an Vitamin K besteht. In solchen Fällen lässt sich das Auftreten von Petechien durch die Einnahme von Vitamin K verringern. Unterstützend zur Behandlung der zugrunde liegenden Ursache kann auch das Auftragen einer Heparinsalbe dazu beitragen, die Blutpunkte unter der Haut aufzulösen. Tritt dies jedoch häufiger auf, sollte dies mit einem Arzt besprochen werden.

Welche Folgen haben Petechien für die Betroffenen?

Sofern den Petechien keine ernsthafte Erkrankung zugrunde liegt, haben Petechien keinerlei Einfluss auf die Gesundheit des Betroffenen. Viele Patienten empfinden Petechien aber als eine Störung ihres ästhetischen Erscheinungsbildes.

Welche Komplikationen können auftreten?

Petechien sind häufig harmlos. Sie können aber auch Symptome für ernsthafte Erkrankungen sein. Ihr Ursprung sollte daher immer ärztlich abgeklärt werden, um eine mögliche Krankheit schnellstmöglich behandeln zu können.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Wenn Petechien zum ersten Mal auftreten, nicht verheilen oder ihr Ausmaß stark zunimmt, solltest Du einen Arzt aufsuchen. Dies ist auch der Fall, wenn sich weitere Beschwerden, wie Kopfschmerzen, Fieber oder Erbrechen zeigen.

Wenn Petechien zum ersten Mal auftreten, nicht verheilen oder ihr Ausmaß stark zunimmt, solltest Du einen Arzt aufsuchen

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Petechien sind keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom anderer Krankheiten. Je nach zugrunde liegender Ursache richtet sich auch die Kostenübernahme durch die Krankenkasse.


Dauer Dauer

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Ausfallzeit Ausfallzeit

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Stationärer Aufenthalt Stationär

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Das Wichtigste zusammengefasst

Petechien sind rote stecknadelkopfgroße Punkte auf der Haut oder Schleimhaut


Sie treten nicht einzeln auf, sondern in Gruppen


Petechien sind keine eigenständige Erkrankung. Oft sind sie harmlos, sie können aber auch Hinweise auf eine ernsthafte zugrunde liegende Krankheit sein


Die Behandlung von Petechien richtet sich an der Behebung der zugrunde liegenden Ursache

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