Hautentzündung (Dermatitis)

Unsere Haut ist ein wichtiges Organ, da sie viele wichtige Aufgaben erfüllt. Beispielsweise regelt sie die Temperatur unseres Körpers und schützt uns aber auch vor UV-Strahlen. Jedoch kann es passieren, dass unser Wohlbefinden durch eine Hautentzündung beeinträchtigt wird. Nachfolgend kannst Du einiges über die Hautentzündungen, ihren Anzeichen und wie sie behandelt werden, erfahren.


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Online-Redaktion

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Zuletzt aktualisiert: 16. März, 2020



Was versteht die Medizin unter einer Hautentzündung?

Eine Hautentzündung wird in der medizinischen Fachsprache Dermatitis genannt. Dermatitis ist ein weiter Begriff, der zahlreiche Hautbeschwerden umfasst, die alle durch einen roten, juckenden Ausschlag gekennzeichnet sind. Dabei kommt es zu einer Entzündung der Dermis (Lederhaut) oder der Epidermis (Oberhaut). Wenn es sich um eine Infektion der Epidermis handelt, ist meist auch die Dermis betroffen. Jedoch ist es auch in einigen Fällen genau umgekehrt. Bei einer Entzündungsreaktion der Dermis kann auch die Epidermis in Mitleidenschaft gezogen werden. Dabei können die Auslöser und Symptome ganz unterschiedlich sein.

Dermatitis ist ein weiter Begriff, der zahlreiche Hautbeschwerden umfasst, die alle durch einen roten, juckenden Ausschlag gekennzeichnet sind

Welche Formen von Hautentzündungen gibt es?

Es gibt ganz unterschiedliche Entzündungen, die mit dem Begriff „Hautentzündung“ in Verbindung stehen. Entzündungen unter der Haut können ganz unterschiedlich sein. Einige Formen der Hautentzündungen verschwinden dabei sehr schnell und wieder andere sind sogar chronisch. Es gibt verschiedene Entzündungen die mit dem Begriff “Hautentzündung” in Verbindung stehen. Dazu zählen zum Beispiel:
 

  • Atopische Dermatitis: Diese ist auch unter dem Namen „Neurodermitis“ bekannt. Die Hauterkrankung äußert sich unter anderem durch Juckreiz, Rötungen oder starker Trockenheit.
  • Sonnenbrand: Ein Sonnenbrand ist auch eine akute Hautentzündung, die nach zu viel Sonnenstrahlung entsteht. Hierbei reagiert Deine Haut überwiegend mit Rötungen, Schwellung und unangenehmen Juckreiz. Bei einigen Betroffenen kann es auch zur Bildung von Blasen auf der Haut kommen.
  • Windeldermatitis: Sie entsteht meist bei Neugeborenen und Kleinkindern. Diese Form entsteht in den häufigsten Fällen aufgrund eines starken Kontakts der Haut mit Urin oder Stuhl. Dabei kommt es hauptsächlich im Leistenbereich, zu einer deutlich erkennbaren Hautrötung.
  • Periorale Dermatitis: Dies ist eine Form der Akne und betrifft hauptsächlich Frauen, die durchschnittlich um die 30 Jahre alt sind. Dabei leiden die betroffenen Frauen oft an schuppigen Hautrötungen und Papeln vor allem um den Mund. Auslöser ist eine Überpflegung der Haut.
  • Dermatitis ulcerosa: Dies ist eine Hautschädigung, bei der ein begrenzter Gewebeschaden entsteht. Folglich kann es zu offenen Wunden und Nekrosen kommen. Mögliche Auslöser sind oft Autoimmunerkrankungen.

Welche Symptome haben Hautentzündungen?

Je nach Auslöser der Hautentzündung können die Anzeichen unterschiedlich sein. Meist treten Symptome wie Rötungen, Juckreiz, Eiterbildung und Pusteln auf. Wenn die Entzündung schon stärker ausgeprägt ist, schwillt die betroffene Hautstelle auch an, erwärmt sich und schmerzt sehr stark bei Berührung. Im schlimmsten Fall können sich aus den Entzündungen auch Zysten und Geschwüre bilden. In solch einem Fall ist, je nach Ursache, auch ein operativer Eingriff notwendig, wie beispielsweise bei der Dermatitis ulcerosa.
 
Neben diesen äußeren Erscheinungen können aber auch die klassischen Krankheitssymptome auftreten. Dabei kommt es in manchen Fällen sogar zu Fieber und Schüttelfrost. Aber auch Gelenkschmerzen und Bewegungseinschränkungen können eine mögliche Folge der Dermatitis sein.

Welche Ursachen haben Hautentzündungen?

Aufgrund der unzähligen Ausprägungen ist es kaum möglich eine pauschale Ursache zu nennen, die die Entwicklung einer Hautentzündung begünstigt. Es handelt sich meist um mehrere Faktoren oder Auslöser, die zusammen kommen.

In vielen Fällen können eine übertriebene Hygiene und aggressive Pflegemittel der Auslöser für eine Hautentzündung sein

Grundsätzlich ist es jedoch so, dass es häufig aufgrund von einer geschwächten Immunabwehr, gestörten Hautbarriere aufgrund von erhöhter Allergieneigung oder genetischer Prädisposition, zu einer erhöhten Entzündungsneigung kommen kann. Dies hat zur Folge, dass Entzündungserreger leichter in die Haut eindringen und eine Entzündungsreaktion auslösen können. Hierbei spielen sowohl innere als auch äußere Faktoren eine Rolle. Typische äußere Ursachen sind beispielsweise:
 

  • Verletzungen: Diese können beispielsweise beim Rasieren entstehen. Dabei kann es zu winzigen Verletzungen der Haut kommen, die das Eindringen von Bakterien begünstigen.
  • Hautpflege und Reizmittel: Eine mangelnde Hygiene führt auch dazu, dass sich Erreger auf der Haut umso mehr verbreiten. In den meisten Fällen sind aber eine übertriebene Hygiene und aggressive Pflegemittel der Auslöser für eine Hautentzündung. Denn mit den starken Pflegemitteln zerstörst Du den natürlichen Schutz der Haut und machst sie anfälliger für Infektionen. Aber auch Desinfektionsmittel und Chemikalien können Deine Haut reizen und somit auch schädigen. Hierdurch steigt klarerweise wiederum das Risiko für eindringende Erreger.

 
Typische innere Auslöser sind unter anderem:
 

  • Schwächungen des Immunsystems: Infektionskrankheiten und Krankheiten, die grundsätzlich das Immunsystem schwächen, wirken sich auch negativ auf Deinen natürlichen Hautschutz aus.
  • Psychische Belastungen: Depression und ähnliche psychische Erkrankungen sind in einigen Fällen ebenso schuld an der Entstehung einer Dermatitis, denn die seelische Belastung kann sich ebenso auf Dein Hautbild auswirken.

Wer ist besonders anfällig für eine Hautentzündung?

Einige Personengruppen sind besonders häufig von einer Hautentzündung betroffen. Dazu zählen unter anderem Kinder, Diabetiker, Allergiker und Raucher. Aber auch Personen mit starken psychischen Belastungen sind oft anfällig für eine Hautentzündung.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Sobald sich mehrere der Anzeichen zeigen, solltest Du einen Arzt aufsuchen. Vor allem, wenn sich Rötungen und Schwellungen auf der Haut zeigen, ist eine ärztliche Behandlung nötig. Auch wenn die Hautveränderung mit Beschwerden wie Fieber, Schüttelfrost und einem deutlichen Krankheitsgefühl einhergeht, solltest Du unbedingt zum Arzt gehen. Denn in solch einem Fall kann es sich auch um eine Blutvergiftung, auch Sepsis genannt, handeln.

Vor allem, wenn sich Rötungen und Schwellungen auf der Haut zeigen, ist eine ärztliche Behandlung nötig

Wie wird eine Hautentzündung diagnostiziert?

Bei einer Hautentzündung sieht sich der Arzt die betroffene Stelle genau an und fragt nach den auftretenden Symptomen und möglichen vorhandenen Allergien. Das Erscheinungsbild der Infektion allein reicht für den behandelnden Arzt oft gar nicht aus, um eine eindeutige Diagnose stellen zu können. Dies liegt daran, dass diverse Hauterkrankungen auch ähnliche Symptome aufweisen.
 
Daher macht der Dermatologe meist einen Abstrich der jeweiligen Hautregion und untersucht ihn im Labor auf Krankheitserreger. Wenn möglicherweise eine Allergie zu der Hautentzündung geführt hat, dann kann der Hautarzt einen Allergietest durchführen, um die Allergie auslösenden Stoffe zu testen.

Wie wird eine Hautentzündung behandelt?

Hautentzündungen behandelt der Dermatologe meistens lokal und nur von außen. Hierzu eignen sich oft Cremes oder Salben, die der Betroffene direkt auf die Entzündung gibt. Zudem solltest Du die betroffene Haut ausschließlich mit medizinischen Waschlotionen reinigen. Dadurch kannst Du die Viren und Bakterien gut bekämpfen.
 
In einigen Fällen ist auch die Anwendung von Verbänden wirksam. Zudem kannst Du Bäder nehmen, und besondere medizinisch empfohlene Wasserzusätze verwenden, die sich besonders für die Heilung von Hautentzündungen eignen. Denn so kannst Du die weitere Ausbreitung der Erreger verhindern.
 
Nur in seltenen Fällen, wenn die Hautentzündung schon stark ausgeprägt ist und somit nicht mehr mit einer lokalen Behandlung verheilt, ist eine Antibiotikagabe über die Vene oder sogar ein operativer Eingriff notwendig.

Wie lässt sich eine Hautentzündung vorbeugen?

Um einer Hautentzündung vorzubeugen, solltest Du einige Punkte beachten. Nach der Haarentfernung solltest Du Deine Haut desinfizieren, um Infektionen vorbeugen zu können. Das gilt klarerweise auch für Schnitte und Kratzer, die zum Beispiel während der Rasur passiert sind.
 
Auch bei Wunden jeglicher Art solltest Du auf besondere Hygiene achten und am besten eine Wundsalbe auftragen. Eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung tragen dazu bei, Dein Immunsystem zu stärken und eine Bekämpfung möglicher Infektionen zu unterstützen.
 
Neigst Du von Natur aus zu einer trockenen Haut, solltest Du Deine Haut mit ausreichend Feuchtigkeit und Fetten versorgen. Du solltest zudem auf einen übermäßigen Alkohol- und Nikotinkonsum verzichten und lange Sonnenbäder vermeiden, da diese eine Dermatitis begünstigen.

Welche Hausmittel helfen gegen Hautentzündungen?

Bei einer leichten Dermatitis kannst Du einige Hausmittel verwenden, um die Entzündung und die Schmerzen etwas zu lindern. Kamillentee beispielsweise als Bad oder Umschlag beruhigt Deine Haut und desinfiziert sie. Ähnlich wirkt auch Ringelblume, die Du als Salbe oder ätherisches Öl verwenden kannst, um die Hautentzündungen zu lindern.
 
Zudem kann auch ein Aloe vera Gel helfen, um die Haut zu beruhigen und zu kühlen. Auch Teebaumöl als ätherisches Öl kannst Du auf die Entzündung der Haut träufeln und die Erreger bekämpfen. Dadurch wird auch die Heilung beschleunigt. Wenn Du Heilerde beispielsweise mit Wasser vermischst, kannst Du sie als Paste anrühren und direkt auf die Entzündung auftragen. Diese Mischung kühlt und desinfiziert Deine Haut besonders gut.

Bei einer leichten Dermatitis kannst Du einige Hausmittel verwenden, um die Entzündung und die Schmerzen etwas zu lindern

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse erfolgt nicht in allen Fällen. Es hängt nicht nur vom Grad der Ausprägung ab, sondern auch wie notwendig die Behandlung aus medizinischer Sicht ist. Informiere Dich am besten schon im Voraus bei Deinem Versicherungsträger darüber.


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Das Wichtigste zusammengefasst

Bei einer Hautentzündung treten Symptome wie Rötungen, Juckreiz, ggf. auch Eiterbildung und Pusteln au


Das Erscheinungsbild allein reicht für den behandelnden Arzt oft gar nicht aus, um eine eindeutige Diagnose zu stellen


Die möglichen Ursachen für eine Dermatitis sind vielfältig, in den meisten Fällen kommt es jedoch zu einer gestörten Hautbarriere, sodass Erreger leichter eindringen und eine Entzündung hervorrufen können.


Hautentzündungen behandelt der Dermatologe meistens lokal mit Salben oder Cremes. In seltenen Fällen ist eine Antibiotikagabe über die Vene oder sogar eine Operation notwendig

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