Welche Fachrichtung ist bei einer Pannikulitis zuständig?
Eine Pannikulitis ist eine Entzündung des Unterhautfettgewebes. Sie zeigt sich meist als druckschmerzhafte, gerötete Knoten, häufig an den Unterschenkeln. Zuständig für Diagnose und Ursachensuche ist zunächst die Dermatologie. Hautärztinnen und Hautärzte können die Knoten beurteilen, eine Gewebeprobe entnehmen und den feingeweblichen Befund einordnen.
Die Pannikulitis ist in vielen Fällen keine eigenständige Krankheit, sondern ein Zeichen für eine andere Erkrankung. Deshalb arbeitet die Dermatologie je nach Verdacht mit anderen Fachrichtungen zusammen: mit der Inneren Medizin, der Rheumatologie bei Hinweisen auf eine Autoimmunerkrankung, der Gastroenterologie bei Verdacht auf eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung oder eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse. Bleibt die Ursache trotz Abklärung offen oder kehren die Knoten immer wieder, ist die dermatologische Ambulanz einer Universitätsklinik eine gute nächste Adresse.
Welche Ursachen kommen infrage?
Die häufigste Form ist das Erythema nodosum. Es tritt oft nach Infekten auf, etwa nach einer Streptokokken-Angina, außerdem bei Sarkoidose, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, in der Schwangerschaft oder als Reaktion auf Medikamente wie hormonelle Verhütungsmittel. Bei einem erheblichen Teil der Betroffenen findet sich trotz gründlicher Suche keine Ursache.
Seltenere Formen haben andere Auslöser: Kälte, Verletzungen oder Injektionen, eine Lupus-Erkrankung, eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, ein angeborener Mangel an Alpha-1-Antitrypsin, Infektionen des Fettgewebes oder in Ausnahmefällen ein Lymphom der Haut. Welche Form vorliegt, lässt sich am Aussehen allein oft nicht sicher sagen. Deshalb ist die Gewebeprobe so wichtig.
Welche Untersuchungen helfen bei der Ursachensuche?
Zentral ist eine Gewebeprobe, die tief genug bis ins Fettgewebe reicht. Eine kleine, oberflächliche Stanzbiopsie erfasst das Unterhautfett oft nicht ausreichend. Häufig wird deshalb eine größere Probe mit dem Skalpell entnommen. Im Befund unterscheidet die Pathologie, ob vor allem die Bindegewebswände zwischen den Fettläppchen oder die Fettläppchen selbst entzündet sind. Diese Einteilung grenzt die möglichen Ursachen stark ein.
Dazu kommen je nach Verdacht Blutuntersuchungen, zum Beispiel Blutbild, Entzündungswerte, Antikörper gegen Streptokokken, Autoantikörper, Bauchspeicheldrüsenwerte und der Alpha-1-Antitrypsin-Spiegel, sowie ein Tuberkulosetest und ein Röntgenbild der Lunge, um eine Sarkoidose oder Tuberkulose zu erkennen. Welche dieser Untersuchungen bei Dir sinnvoll sind, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt anhand Deiner Beschwerden.
Wie bereitest Du Dich auf den Termin vor?
Notiere Dir vorab, seit wann die Knoten bestehen, wo sie auftreten, ob sie wiederkommen und ob sie Narben oder Dellen hinterlassen. Halte fest, ob Du kurz vorher einen Infekt hattest, und bring eine Liste aller Medikamente mit, auch der Pille und frei verkäuflicher Präparate. Wichtig sind außerdem Begleitbeschwerden wie Fieber, Gelenkschmerzen, Husten, Durchfälle oder Bauchschmerzen.
Fotos der Knoten in verschiedenen Stadien sind hilfreich, weil sich das Bild bis zum Termin verändern kann. Wenn bereits eine Gewebeprobe entnommen wurde, frag nach dem schriftlichen Befund und bring ihn mit. Hast Du hohes Fieber, starke Schmerzen oder fühlst Du Dich deutlich krank, warte nicht auf einen Facharzttermin, sondern lass Dich zeitnah hausärztlich oder in einer Notaufnahme untersuchen.
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