Phlegmone

Bei einer Phlegmone handelt es sich um eine bakterielle Entzündung des Bindegewebes. Die Bakterien treten vor allem durch Wunden, kleinere Verletzungen oder durch Spritzen in die Haut ein und verursachen eine eitrige Entzündung. Vor allem Patienten mit einem geschwächten Abwehrsystem sind häufig betroffen.


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Zuletzt aktualisiert: 19. März, 2020



Was versteht die Medizin unter der Phlegmone?

Die Phlegmone ist eine eitrige Entzündung, die sich flächig in tiefe Hautschichten entlang von Sehnen und Muskeln ausbreitet. Ausgelöst wird dies vor allem durch Bakterien, wie Streptokokken oder Staphylokokken. Diese Erreger setzen spezielle Enzyme frei, um die flächenhafte Ausbreitung unter der Haut zu ermöglichen.

Die Phlegmone ist eine eitrige Entzündung, die sich flächig in tiefe Hautschichten entlang von Sehnen und Muskeln ausbreitet

Welche Ursache hat die Phlegmone?

Die Phlegmone wird durch Bakterien hervorgerufen und breitet sich in tiefen Hautschichten aus. Dazu zählen vor allem Bakterien wie Staphylococcus aureus und Streptococcus pyogenes. Gerade Patienten mit einem geschwächten Immunsystem oder mit großen, offenen Wunden haben ein erhöhtes Risiko, an einer Phlegmone zu erkranken. Sie kann jedoch auch durch medizinische Eingriffe entstehen, beispielsweise bei einer Abszesseröffnung.

Wie sehen die Symptome einer Phlegmone aus?

Zu den allgemeinen Symptomen der Phlegmone zählen Rötung oder Schwellung der betroffenen Stelle. Auch Fieber und ein Krankheitsgefühl können auf eine bakterielle Entzündung hinweisen. Je nachdem wo sich die Phlegmone befindet, können zudem weitere unangenehme Symptome dazukommen. Hast Du zum Beispiel eine Phlegmone an der Hand, dann wirst Du diese wahrscheinlich nicht mehr richtig bewegen und nutzen können, die Hand nicht nur massiv geschwollen ist, sondern die Schmerzen in der Regel sehr stark sind.

Befindet es sich auf der Zunge, dann fällt es den Betroffenen meist schwer, deutlich zu sprechen und sie haben starke Schmerzen. Eine Phlegmone im Mund kann sogar lebensgefährlich werden, nämlich dann, wenn sie so liegt, dass sie die Atemwege blockiert und es zur Atemnot kommt. Schmerzen haben die Patienten auch dann, wenn sich die Phlegmone am Auge befindet, zudem ist hier das Sehvermögen meist stark beeinträchtigt.

Wie diagnostiziert der Arzt die Erkrankung?

Der Arzt wird Dich körperlich untersuchen und dabei die Schwellung sowie die Schmerzpunkte genauer untersuchen. Wenn eine offene Wunde vorliegt, so kann er einen Abstrich für eine Laboruntersuchung durchführen. Auch eine Blutuntersuchung zum Nachweis von Entzündung kann sinnvoll sein. In manchen Fällen kann es vorkommen, dass es eine Gewebeprobe braucht, um den genauen Erreger identifizieren zu können. Bei den meisten Untersuchungen reicht jedoch ein Abstrich, damit der Arzt den genauen Erreger feststellen kann.

Wie sieht der Verlauf der Erkrankung aus?

Die Phlegmone ist eine akute, sich ausbreitende Infektion in der Unterhaut und im Bindegewebe. Die bakterielle Entzündung kann den Allgemeinzustand beeinträchtigen, indem sie sich im gesamten Körper ausbreitet. Bleibt die Phlegmone unbehandelt, so kann die Erkrankung auch lebensbedrohlich verlaufen.

Welche Folgen hat die Erkrankung für Patienten?

Die Phlegmone kann sich zu einem dramatischen Krankheitsbild entwickeln, denn die Infektion kann sich auch auf benachbarte Strukturen ausbreiten. So ist beispielsweise ein Befall von tiefer gelegenem Gewebe möglich, in manchen Fällen sammelt sich Eiter dabei in natürlichen Hohlräumen oder Gewebsspalten an. Die Phlegmone kann ebenfalls auf Knochen und Knochenmark übergreifen. Je nach Lage der Infektion ist eine Ausbreitung bis in das Rippenfell möglich, was wiederum zur Atemnot, Lungenentzündung und zu einem Pleuraerguss führen kann. Ebenso besteht die Möglichkeit einer Hirnhautentzündung.

Welche unterschiedlichen Arten von Phlegmone gibt es?

Je nach Körperregion wird bei der Phlegmone zwischen verschiedenen Arten unterschieden. Grundsätzlich unterscheiden Ärzte zwischen der Handphlegmone, Fußphlegmone, Gesichtsphlegmone und auch Sehnenscheidenphlegmone. Am häufigsten kommt es zur Hand– und Fußphlegmone, denn an diesen Stellen verletzen sich die meisten Menschen und vergessen anschließend die Verletzung zu desinfizieren.

Was ist der Unterschied zwischen einer Phlegmone und einer Wundrose?

Sowohl Wundrosen als auch Phlegmonen sind Formen von bakteriellen Hautinfektionen. Beide Infektionsformen können an allen Körperstellen vorkommen, wobei sie am häufigsten am Fuß oder Unterschenkel auftreten. Sowohl Schmerzen als auch Schwellungen der betroffenen Hautregion sind für beide Formen typisch. Eine Wundrose betrifft hauptsächlich die oberen Hautschichten und äußert sich durch eine schmerzhafte, relativ scharf begrenzte Schwellung.

Etwa ab dem Alter von 65 Jahren beginnt die Zahl der an einer Phlegmone erkrankten Menschen zu steigen

Hierbei kann sich die Entzündung auch entlang der Lymphgefäße ausbreiten. Bei schweren Formen können sich auch sichtbare Blasen bilden. Manchmal schwellen die benachbarten Lymphknoten an und werden druckempfindlich. Bei einer Phlegmone ist die Rötung zwar nicht so scharf begrenzt, jedoch reicht die Entzündung meist bis in tiefere Hautschichten und in das darunterliegende Gewebe. Dabei kann sich die Entzündung dann entlang von Sehnen oder Muskeln ausbreiten und auch Eiter bilden.

Wer ist am häufigsten von einer Phlegmone betroffen?

Die Phlegmone zählt zwar zu den häufigen Hauterkrankungen, jedoch ist nicht bekannt, wie oft sie genau auftritt. Eine Phlegmone tritt jedoch häufiger bei Männern als bei Frauen auf und betrifft meist die untere Körperpartie. Etwa ab dem Alter von 65 Jahren beginnt die Zahl der an einer Phlegmone erkrankten Menschen zu steigen, was mit großer Wahrscheinlichkeit darauf zurückgeführt werden kann, dass das Immunsystem nicht mehr ganz so gut funktioniert und es die Bakterien so leichter haben sich auszubreiten.

Ist die Phlegmone ansteckend?

Grundsätzlich hat jeder Mensch zahlreiche Bakterien auf seiner Haut, die eine Phlegmone auslösen können, wenn sie in offene Wunden geraten. Jedoch sind diese Bakterien bei einem stabilen Abwehrsystem nicht gefährlich. Da es aber sehr wohl zu einer Ansteckung kommen kann, solltest Du Dich vor direktem Kontakt mit dem Wundsekret durch Handschuhe schütze

Wie lässt sich die Phlegmone behandeln?

Nicht immer ist eine Operation von Beginn an notwendig. Im ersten Schritt versucht der Arzt die Phlegmone mit feuchten, desinfizierenden Verbänden zu behandeln. Bringen diese nicht den gewünschten Erfolg, dann verschreibt der Doktor meist ein Antibiotikum. Wichtig ist, dass Du die betroffene Stelle während der Behandlungszeit versuchst so ruhig wie möglich zu halten.

Wenn jedoch eine offene Hautverletzung vorliegt, so muss diese erst desinfiziert werden, bevor Du diese kühlst

Wann muss operiert werden?

Grundsätzlich versuchen Ärzte erst durch lokale Verbände bis hin zu hoch dosierten Antibiotika, die Bakterien einer Phlegmone in den Griff zu bekommen. In manchen Fällen ist jedoch eine Operation notwendig, speziell wenn die Antibiotika nicht zum gewünschten Ergebnis führen. Dabei öffnet der Arzt die entzündete Stelle und spült sie mit einer antiseptischen Lösung. Zugleich leitet er den Eiter über eine sogenannte Drainage ab. Anschließend muss der Patient die betroffene Körperpartie ruhigstellen, beispielsweise mithilfe eines Gipsverbands. Zudem solltest Du die behandelte Stelle am besten hochlagern.

Wie sind die Heilungschancen?

Wird die Phlegmone rechtzeitig erkannt und behandelt, dann stehen die Chancen auf eine vollständige Heilung sehr gut. Lässt Du es allerdings nicht behandeln, dann besteht die Gefahr, dass es sich entzündet und irreparable Schäden in Deinem Körper hinterlässt. Das gilt ebenfalls, wenn die Phlegmone unbemerkt bleibt, denn dann ist es möglich, dass sich die Entzündungen auf Knochen und Gelenke auswirken. In einem sehr weit fortgeschrittenen Stadium kann es sogar zu einer Blutvergiftung kommen.

Gibt es Hausmittel die bei einer Phlegmone helfen?

Am wichtigsten ist es, die betroffene Körperregion zu kühlen. Wenn jedoch eine offene Hautverletzung vorliegt, so muss diese erst desinfiziert werden, bevor Du diese kühlst. Sind Arme oder Beine betroffen, so solltest Du diese hochlagern und ruhigstellen. In Absprache mit Deinem Arzt kannst auch feuchte Umschläge mit Kamillentee anwenden oder kühlende Quarkwickel. Allein mit Hausmittel kannst Du eine Phlegmone jedoch nicht behandeln, daher solltest Du auf jeden Fall ärztliche Hilfe holen.

In Absprache mit Deinem Arzt kannst auch feuchte Umschläge mit Kamillentee anwenden oder kühlende Quarkwickel

Kann man die Phlegmone vorbeugen?

Ja. Du solltest Dich immer bei sichtbaren Entzündungen auf der Haut von einem Arzt kontrollieren lassen, um mögliche Komplikationen und Risiken zu vermeiden. Zusätzlich solltest Du speziell bei Insektenstichen die betroffene Hautregion sofort desinfizieren, damit durch den Einstichkanal keine Bakterien eindringen. Danach behandelst Du den Stich am besten mit einem geeigneten Gel gegen Juckreiz. Vor allem Verletzungen und entzündliche Erkrankungen im Gesicht- und Kopfbereich solltest Du ernst nehmen und diese frühzeitig vom Arzt untersuchen lassen.


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Das Wichtigste zusammengefasst

Bei einer Phlegmone handelt es sich um eine bakterielle Entzündung des Bindegewebes


Die Phlegmone wird durch Bakterien hervorgerufen und breiten sich in tiefen Hautschichten aus


In erster Linie wird der Arzt versuchen die bakterielle Entzündung mit lokalen Verbänden und mit einem Antibiotikum zu bekämpfen. Nur in manchen Fällen ist auch ein chirurgischer Eingriff erforderlich


Bleibt die Phlegmone unbehandelt, so kann die Erkrankung auch lebensbedrohlich verlaufen

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