Ödem (Wasser in den Beinen)

Ödeme sind Schwellungen, die durch Flüssigkeitsansammlungen (Wasser oder Lymphflüssigkeit) entstehen. In der Regel befinden sich etwa zwei Drittel des Körperwassers in den Zellen, das restliche Drittel verteilt sich auf das Gewebe und die Gefäße. Liegt ein Ödem vor, verlagert sich überproportional viel Wasser aus den Zellen ins Gewebe. Prinzipiell können sich die Wassereinlagerungen am ganzen Körper bilden oder aber regional begrenzt auftreten. Besonders häufig sind Ödeme an den Beinen oder den Fußknöcheln, zum Beispiel bei Hitze oder nach langem Stehen. Allerdings ist es auch möglich, dass ernste Erkrankungen der Grund für die Schwellungen sind wie zum Beispiel eine Herzschwäche oder Nierenprobleme.


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Zuletzt aktualisiert: 2. Juli, 2020



ICD-10-GM-2020 R60

Was versteht die Medizin unter einem Ödem?

Ödeme bezeichnen in der Medizin den Austritt von Flüssigkeit aus dem Gefäßsystem und deren Ansammlung im interstitiellen Raum, also dem Zwischenraum zwischen Organen, Geweben oder Zellen. Oft bezeichnen Ärzte mit dem Begriff des Ödems vor allem die Schwellung eines Gewebes mit zusätzlich wahrnehmbaren Flüssigkeitsansammlungen in der Subkutis (die untere Schicht der Haut) oder in bestimmten Organen. Wichtig ist es, den Erguss vom Ödem abzugrenzen. Bei diesem sammelt sich die Flüssigkeit in einer vorgeformten Körperhöhle an.

Wie sehen die Symptome eines Ödems aus?

Ödeme machen sich als Schwellungen am Körper bemerkbar, die entweder nur in einem Gebiet auftreten oder den ganzen Körper betreffen. Die Leitbeschwerden sind daneben noch eine rasche Gewichtszunahme und in manchen Fällen nächtliches Wasserlassen. Je nach Ursache der Wassereinlagerung gibt es verschiedene Ausprägungen der Schwellungen und der zusätzlich auftretenden Symptome.
 
Bei einer Rechtsherzinsuffizienz schwellen beide Füße und Knöchel an, später breitet sich die Schwellung auch auf die Schienbeine aus. Außerdem kann sich dadurch auch ein Ödem am Bauch bilden. Bei bettlägerigen Patienten kann sich das Ödem aufgrund der Schwerkraft auch um das Kreuzbein herum bilden. Die Linksherzinsuffizienz ist häufig die Ursache für ein Lungenödem.
 
Symptome können unter anderem Atemnot, ein beschleunigter Puls oder das Abhusten von schaumigem Schleim, teils mit blutiger Flüssigkeit, sein. Durch den Sauerstoffmangel kann sich die Haut blass und bläulich färben, außerdem vernimmt der Arzt beim Abhören ein rasselndes Atemgeräusch. Bei einer Leberzirrhose treten neben den generalisierten Schwellungen Wassereinlagerungen im Bauch auf.
 
Leidest Du an einer Venenschwäche oder an einer Thrombose, kommt es zu einseitigen Schwellungen am Unterschenkel, am Knöchel und/oder am Fuß. Liegt eine Nierenfunktionsstörung vor, haben Betroffene häufig im Gesicht und um die Augen herum Schwellungen. Im weiteren Verlauf kann sich auch eine Flüssigkeitsansammlung im Bauch oder im Brustkorb bilden. Auch im Rahmen einer Allergie können sich im Gesichtsbereich, genauer gesagt an den Lippen und den Augenlidern und im Magen-Darm-Trakt Ödeme bilden. Außerdem tritt ein Spannungsgefühl sowie Juckreiz an den betroffenen Stellen auf. Bei Lymphstauungen befinden sich die Schwellungen meist an den Knöcheln, dem Sprunggelenk und den Beinen. Wenn sie sich verhärten, geht dies oft mit einem Spannungsgefühl und Schmerzen einher. Die Zehen schwellen an, was zu dem charakteristischen Namen „Kastenzehen“ führte. Bei einem sekundären Lymphödem breitet sich die Schwellung vom Rumpf in Richtung der Extremitäten aus.

Die Bezeichnung Wasser in den Beinen beschreibt ein Ödem treffend.

Welche Ursachen kann ein Ödem haben?

Meistens haben Ödeme harmlose Ursachen. Einseitige Belastung wie beim langen Sitzen oder Stehen zum Beispiel kann dazu führen, dass sich in den Beinen und/oder den Füßen Wassereinlagerungen bilden. Das geschieht dadurch, dass über die Venen sauerstoffarmes Blut aus dem Organismus zurück zum Herzen fließt.
 
Mithilfe der Muskeln, die sich bei Bewegung anspannen, überwindet das Blut die Schwerkraft. Blut, welches von den Beinvenen zurück zum Herzen gelangen muss, hat einen besonders weiten Weg. Ist der Körper allerdings inaktiv, also nicht in Bewegung, fällt die Hilfe der sogenannten Muskelpumpe weg und das Blut versackt in den Beinen. Dies macht sich dann als dicke Beine und Füße bemerkbar. Heiße, sommerliche Temperaturen verstärken das Problem noch, die Beine und die Füße schwellen noch stärker an.
 
Auch Schwangere haben häufig mit Ödemen zu kämpfen, besonders in den letzten Wochen vor der Geburt. Das liegt an den hormonell bedingten Veränderungen im Wasserhaushalt und in der Beschaffenheit des Bindegewebes. Außerdem lastet in dieser Zeit ein erhöhter Druck auf den großen Venen im Bauchraum, wodurch der Abfluss des Wassers gestört ist und es in weiterer Folge zu Wassereinlagerungen im Gewebe kommt.
 
Es gibt allerdings auch ernste Ursachen, die zu Ödemen führen können. Generalisierte Ödeme können zum Beispiel bei Herzkrankheiten auftreten. Geschwollene Beine können häufig in Folge einer Herzschwäche, besonders des rechten Herzens auftreten. Nierenerkrankungen wie das nephrotische Syndrom, entzündete Nierenkörperchen oder Nierenschwäche bis hin zum Nierenversagen können zu einem Eiweißmangel oder einem unausgeglichenen Elektrolythaushalt führen, der sich unter anderem durch Ödeme in den Beinen bemerkbar machen kann. Bei Erkrankungen der Leber produziert diese meist zu wenig Eiweiße, wodurch der kolloidosmotische Druck im Gefäßsystem fällt.
 
Bei Leberkrebs, Metastasen in der Leber, Leberzirrhose oder einer Leberschwäche kann es zu Wassereinlagerungen im Bauch kommen. Auch bei schweren Fällen von Schilddrüsenunterfunktionen können sich an den Armen, Beinen und im Gesicht Schwellungen bilden. Genau genommen lagern sich dabei spezielle Kohlenhydrate, sogenannte Glykosaminoglykane ein, da ihr Stoffwechsel bei der Schilddrüsenunterfunktion gestört ist.
 
Eine weitere mögliche Ursache für die Entstehung eines Ödems sind Nebennierenerkrankungen. Dabei ist die Produktion des Hormons Aldosteron gestört, was dann zu Wassereinlagerungen im Bauch und in den Beinen führt. Des Weiteren ist bei einer langen Hungerperiode, die zu Unterernährung geführt hat, der sogenannte „Hungerbauch“, eine Wasseransammlung, ein Zeichen für einen Eiweißmangel. Auch Medikamente wie Antidepressiva, Medikamente gegen Bluthochdruck, Glukokortikoide und Entzündungshemmer können Ödeme hervorrufen.
 
Regionale Ödeme haben wiederum andere Ursachen, wie zum Beispiel Störungen des Lymphabflusses, ein Befall mit parasitären Fadenwürmern der Filariose, Durchblutungsstörungen, eine chronische Venenschwäche, Thrombosen, Entzündungen, Verbrennungen und Verletzungen, Allergien sowie das hereditäre Angioödem.

Wo können Ödeme am Körper auftreten?

Ödeme können prinzipiell überall am Körper auftreten. Es gibt Formen des Ödems, die nur in einem begrenzten Gebiet auftreten, es sind allerdings auch generalisierte Ödeme möglich. Am häufigsten sind die Beine und die Füße betroffen.

Bei einem Ödem kommt es zu Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe.

Welche Formen von Ödemen gibt es?

Abhängig von der Ursache lassen sich spezielle Formen des Ödems unterscheiden. Ein Hirnödem zum Beispiel ist dadurch gekennzeichnet, dass das Volumen und der Druck im Gehirn zunehmen. Die Gründe für das Auftreten eines Hirnödems sind vielfältig, infrage kommen zum Beispiel Tumore, Blutungen oder Komplikationen bei einer Meningitis. Das Lidödem ist eine weitere Form der Wassereinlagerung und betrifft die Augenlider. Durch Insektenstiche, Augenentzündungen oder Allergien können Schwellungen der Augenlider auftreten.
 
Das Lymphödem ist durch zu schwache Lymphgefäße bedingt. Zunächst handelt es sich um eine meist derbe Schwellung, in späteren Stadien lässt sich diese kaum mehr eindrücken. Der Arzt unterscheidet zwischen dem primären, angeborenen und dem sekundären, erworbenen Lymphödem. Das sekundäre Lymphödem kann sich zum Beispiel in Folge von Tumoren, Entzündungen oder Operationen bilden.
 
Eine andere Art des Ödems, das Angioödem, entsteht aufgrund einer Allergie. Typische Symptome sind in diesem Fall Schwellungen im Gesichtsbereich, häufig an den Lippen oder den Augenlidern sowie im Magen-Darm-Trakt. Das Angioödem kann auch vererbt werden.
 
Das sogenannte Reinke-Ödem ist eine Flüssigkeitsansammlung in den Stimmlippen, das durch längerfristige Reize wie Rauchen, Feinstaub oder aber eine Überlastung der Stimmbänder entsteht. Bei Schwangeren ist eine weitere Form des Ödems möglich, das Schwangerschaftsödem. Es bildet sich, da es im Rahmen einer Schwangerschaft zu Wassereinlagerungen kommen kann, die häufig physiologisch bedingt sind, aber auch auf eine Nierenerkrankung oder einen schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck hinweisen können.
 
Das Myxödem ist ein häufiges Symptom bei Personen, die an einer Schilddrüsenunterfunktion leiden. Es handelt sich um eine Wassereinlagerung unter der Haut, die meistens am Schienbein auftritt. Menschen, die einen ernährungsbedingten Eiweißmangel aufweisen, zum Beispiel durch Fasten, eiweißarme Diäten oder Nulldiäten, können ein Hungerödem ausbilden, welches sich vor allem im Bauchraum zeigt. Auch in der Lunge können sich Wasseransammlungen bilden. Ein Lungenödem entsteht oft in Folge einer Linksherzinsuffizienz, kann aber auch andere Ursachen, wie zum Beispiel Infektionen, Medikamente, Gifte oder das Verschlucken von Flüssigkeiten in die Atemwege haben.
 
Das Makulaödem ist eine recht unbekannte Form des Ödems. Es betrifft die Netzhaut im Bereich der Makula, des gelben Flecks. Dieser ist der Bereich, an dem wir Menschen am schärfsten sehen können. Das Glottisödem ist eine Wassereinlagerung, die sich in der Schleimhaut des Kehlkopfs bildet und auch die Stimmlippen betreffen kann. Ursachen für diese Art der Wassereinlagerung sind zum Beispiel bestimmte Medikamente, Infektionen, Allergien und Verletzungen.
 
Nicht nur die Schwangere, auch das Ungeborene kann Wassereinlagerungen entwickeln. Das generalisierte Ödem nennt sich Hydrops fetalis und kann durch eine Blutgruppeninkompatibilität zwischen der Mutter und dem Kind, einen Herzfehler oder Infektionen bedingt sein.
 
Eine weitere Form des Ödems des Ungeborenen ist die sogenannte Nackentransparenz, ein Ödem im Nackenbereich, das von der 11. bis zur 14. Schwangerschaftswoche auftritt. Bis zu einer gewissen Größe ist das normal, vergrößert es sich allerdings, steht das mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Chromosomenstörungen oder Fehlbildungen in Zusammenhang.
 
Die letzte Form des Ödems ist das Lipödem. Es bezeichnet eine atypische symmetrische Häufung von Fettgewebe seitlich an den Hüften, den Oberschenkeln und den Oberarmen und breitet sich im weiteren Verlauf auch an den Unterschenkeln, den Unterarmen und im Nacken aus. Das Lipödem tritt in aller Regel bei Frauen auf, die Ursache ist eine Schädigung des Lymphsystems.

Gewichtszunahme ist ein typisches Anzeichen bei einem Ödem.

Wer ist am häufigsten von einem Ödem betroffen?

Wer am häufigsten ein Ödem entwickelt, kann nicht so pauschal gesagt werden. Bestimmte Formen des Ödems treten nur bei einer bestimmten Gruppe auf, zum Beispiel das Schwangerschaftsödem bei Schwangeren. Ein primäres Lymphödem beispielsweise manifestiert sich in der Regel bis zum 35. Lebensjahr und betrifft meist Frauen.
 
Dagegen betrifft das sekundäre Lymphödem Männer und Frauen etwa gleichermaßen und tritt meistens nach dem 40. Lebensjahr auf. Generell sind Personen, die viel sitzen, häufiger von Ödemen betroffen. Auch Frauen entwickeln aufgrund von zyklusbedingten hormonellen Schwankungen öfter als Männer Wassereinlagerungen.

Welche Folgen kann ein Ödem für die Betroffenen haben?

Ein Ödem kann für Betroffene äußerst schmerzhaft sein und sie in ihrem Alltag stark einschränken, da jede Bewegung mit Schmerzen verbunden ist. Außerdem schämen sich einige Patienten für ihr Aussehen, da die Wassereinlagerungen den Körper stark verändern können. Im schlimmsten Fall kommt es zu Selbstzweifeln, die bis in eine depressive Symptomatik und sozialem Rückzug führen können.

Wie erfolgt die Diagnose eines Ödems?

Zunächst befragt Dich Dein Arzt im Rahmen eines Anamnesegesprächs zu Deiner Krankengeschichte. Ihn interessiert dabei vor allem, wann sich das Ödem entwickelt hat, wie es sich äußert, also ob Du Schmerzen hast, ob sich die Wassereinlagerungen ausbreiten und wie Du den Verlauf beurteilen würdest und welche Medikamente Du einnimmst. Außerdem fragt er Dich, ob Du unter Vorerkrankungen oder Allergien leidest, ob Du Atemnot hast oder ob Du in der Nacht häufiger auf die Toilette gehen musst.
 
Nach dem Anamnesegespräch folgt die körperliche Untersuchung. Der Arzt erkennt ein Ödem meist schon durch eine einfache Sichtprüfung. Die Lage der Wassereinlagerung liefert dem Arzt bereits erste Anhaltspunkte für die mögliche Ursache Deiner Beschwerden. Mithilfe einer manuellen Untersuchung kann er dann meist auch die Ursachen des Ödems abklären.
 
Er begutachtet, wo die Ödeme vorkommen, wie die Haut in dem Bereich aussieht und untersucht außerdem, wie die Schwellung beschaffen ist. Dabei achtet er vor allem darauf, ob er das Ödem eindrücken kann, ob es schmerzhaft ist oder ob es Dellen bildet. Des Weiteren ist es für den Arzt wichtig, über möglicherweise eingenommene Medikamente und länger zurückliegende Erkrankungen der inneren Organe oder Verletzungen informiert zu sein.
 
Ist sich der Arzt bei der Diagnosestellung noch unsicher, kann er eine Laboruntersuchung Deines Blutes oder Deines Urins anordnen oder aber Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren, zum Beispiel mithilfe eines Ultraschalls, eines Röntgens oder einer Magnetresonanztomografie (MRT) durchführen. Im Rahmen einer Blutuntersuchung möchte Dein Arzt eine Nierenschädigung oder Störungen im Vitamin- und Mineralstoffhaushalt ausschließen.
 
Die Urinuntersuchungen dienen dem Zweck, ein mögliches nephrotisches Syndrom zu identifizieren. Eine Flüssigkeitsbilanz ist notwendig, um herauszufinden, ob Du mehr Flüssigkeit aufnimmst, als Du ausscheidest. Wenn der Arzt Deinen Brustkorb röntgt, möchte er Dein Herz und Deine Lunge prüfen und innere Ödeme ausschließen.
 
Die Ultraschalluntersuchung ist eine Möglichkeit für ihn, Deinen Bauchraum zu untersuchen, um eine Bauchwassersucht (Aszites) oder eine Leberzirrhose auszuschließen. Eine Echokardiografie dient dazu, Deine Herzleistung zu überprüfen. Abgesehen von diesen Untersuchungen kann er weitere Tests veranlassen, je nachdem, welche Verdachtsdiagnose er im Anschluss an die anfänglichen Untersuchungen stellt.
 
Da geschwollene Gliedmaßen auch bei anderen Erkrankungen wie zum Beispiel einer tiefen Beinvenenthrombose, inneren Hämatomen oder beim Lipödem auftreten können, muss Dein Arzt diese mithilfe einer Differenzialdiagnose ausschließen.

Um das überschüssige Gewicht loszuwerden gibt es eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten.

Welche konservativen Behandlungsmethoden gibt es bei einem Ödem?

Die Therapie bei Ödemen richtet sich immer nach der Ursache. Zunächst steht die Behandlung der Grunderkrankung im Fokus der Therapie, da ansonsten die Ödeme wieder auftreten werden. Das gilt besonders für Wassereinlagerungen, die mit bekannten Grunderkrankungen, wie einer Herzschwäche oder Nierenerkrankung, einhergehen und die Dein Arzt in der Regel mit Medikamenten behandelt.
 
Unterstützend kann Dir Dein Arzt auch entwässernde Medikamente, also Diuretika, zur Behandlung von starken Ödemen verschreiben. Er wird Dir außerdem nahelegen, Deine tägliche Salz- und Flüssigkeitsaufnahme zu reduzieren, damit weniger Flüssigkeit in das Körpergewebe gelangt.
 
Bei Lymphödemen kommt in den meisten Fällen eine sogenannte komplexe physikalische Entstauungstherapie, kurz KPE, zum Einsatz. Sie besteht aus einer Lymphdrainage, also einer drucklosen, streichenden Massagetechnik, die dazu führt, dass die gestaute Flüssigkeit abfließt und einer Kompressionsbehandlung. Diese besteht aus festeren Griffen zur Lockerung des verhärteten Gewebes.

Weitere Therapien, die zu den konservativen Behandlungsmethoden zählen, sind das regelmäßige Hochlagern der Beine, um ihnen das Abschwellen zu erleichtern, Kühlung, manuelle Lymphdrainagen, Bewegungstherapie, zum Beispiel spezielle Venengymnastik, sowie eine Kompressionsbehandlung, im Rahmen derer Dir Dein Arzt Kompressionsstrümpfe verschreibt.

Wann muss ein Ödem operiert werden?

Ein Ödem muss operiert werden, wenn Du und Dein Arzt bereits versucht haben, die Wassereinlagerungen mithilfe konservativer Methoden loszuwerden. Haben diese Therapien nicht zum gewünschten Erfolg geführt, muss der Arzt einen operativen Eingriff durchführen, um das Problem langfristig zu beseitigen.

Was muss ich vor einer Operation beachten?

Vor der Operation führst Du ein Gespräch mit Deinem Chirurgen und dem Anästhesisten. Sie geben Dir wichtige Hinweise dazu, wie Du Dich vor dem Eingriff verhalten solltest. Vor dem Eingriff solltest Du auf jeden Fall etwa zwei Wochen lang auf Alkohol und Nikotin verzichten. Solltest Du blutverdünnende oder blutgerinnungshemmende Medikamente einnehmen, besprich dies im Vorfeld mit Deinem Arzt und setze sie gegebenenfalls ab.

Wie erfolgt die Operation bei einem Ödem?

Die Operation des Ödems richtet sich nach vielen Faktoren, zum Beispiel der Lokalisation, der Größe und der voraussichtlichen Komplexität des Eingriffs. Auch Voraussetzungen auf der Seite des Patienten, wie zum Beispiel das Alter, spielen bei der Planung der Operation eine wesentliche Rolle. Dein Arzt bespricht dies in einem Vorgespräch mit Dir und erklärt Dir das Vorgehen genau.

Was muss ich nach der Operation beachten?

Halte Dich nach der Operation strikt an die Anweisungen Deines Arztes und nimm auch die Kontrolltermine gewissenhaft wahr. Sollte Dir Dein Arzt oder Therapeut bestimmte Übungen zeigen, die Du Zuhause durchführen sollst, solltest Du diese so oft wie möglich praktizieren, um die Heilung zu unterstützen.

Welche Risiken kann die Operation eines Ödems bergen?

Wie alle operativen Eingriffe birgt auch die Operation eines Ödems bestimmte Risiken. Sowohl während des Eingriffs als auch danach können unvorhergesehene Komplikationen auftreten. Zu den häufigsten zählen unter anderem postoperative Schmerzen, Blutungen und Blutergüsse, Infektionen der Wunden, Wundheilungsstörungen oder eine abnormale Narbenbildung.
 
Durch das lange Liegen bei einer ausgedehnten Operation steigt überdies das Risiko für Thrombosen, die unbehandelt zum Beispiel in der Lunge zu einem Gefäßverschluss führen können. Den Ärzten sind diese Komplikationen aber alle bekannt, weswegen sie alles dafür tun, dass das Risiko dafür minimal ist. Einigen dieser Nebenwirkungen kann die Medizin inzwischen sehr gut vorbeugen und auch die Expertise des Operationsteams ist ein entscheidender Faktor bei der Frage, mit welcher Wahrscheinlichkeit es zu Komplikationen kommt.

Gibt es Hausmittel, welche bei einem Ödem wirken?

Wenn es sich nur um harmlose Wassereinlagerungen handelt, kannst Du viel selbst tun, um die Beschwerden zu lindern. Zum Beispiel ist Bewegung hierfür eine gute Möglichkeit, da aktive Beinmuskeln als Muskelpumpe dafür sorgen, dass das Wasser über die Blutbahnen wieder zurück zum Herzen transportiert wird.
 
Außerdem hast Du sicher schon einmal von sogenannten Entwässerungstees gehört. Sie wirken dadurch, dass einige Pflanzen die Entwässerung des Körpers unterstützen. Gut geeignet sind zum Beispiel Brennnesseltee, Grüner Tee oder Tee aus Johanniskraut. Auf diesen solltest Du jedoch besser verzichten, wenn Du mit der Pille verhütest, da ansonsten deren Wirkung beeinträchtigt werden könnte.
 
Neben entwässernden Tees gibt es auch Lebensmittel, mit denen Du denselben Effekt erzielen kannst. Insbesondere Reis und Kartoffeln sind für ihre entwässernde Wirkung bekannt, aber auch Ananas, Erdbeeren, Fenchel und Kopfsalat eignen sich gut. Wenn Du Wasser aus dem Körper treiben möchtest, solltest Du zusätzlich auf eine salzarme Ernährung Wert legen und würze Deine Speisen stattdessen mit verschiedenen Kräutern. Auch salzreiche Lebensmittel wie Fertiggerichte und salzige Knabbereien solltest Du von Deinem Speiseplan streichen.
 
Eine einfache Methode, geschwollene Beine loszuwerden, ist das Hochlagern. Auch durchblutungsfördernde Maßnahmen, wie zum Beispiel Kneipp-Bäder mit abwechselnd warmen und kaltem Wasser, halten die Gefäße und die Muskeln gesund, da die Durchblutung in den Füßen steigt, die Venen vermehrt Blut zurück zum Herzen pumpen und dadurch dann die Ödemneigung sinkt.

Eine gesunde Ernährung und viel Bewegung kann Wasser in den Beinen vorbeugen.

Kann ich ein Ödem vorbeugen?

Zur Vorbeugung von Ödemen eignen sich Bewegung, das Hochlagern der Beine sowie regelmäßige warm-kalte Wechselbäder gut. Achte zudem auf eine salzarme Ernährung. Im Grunde lässt sich das Ödem mit denselben Maßnahmen vorbeugen, die Du auch bei einem bestehenden Ödem anwenden kannst.

Welche anderen Ursachen kann Wasser in den Beinen haben?

Andere Ursachen, die zu Wasser in den Beinen führen können, sind zum Beispiel Durchblutungsstörungen, meist aufgrund einer Venenschwäche sowie Probleme in den Lymphgefäßen. Auch Tumore, eine tiefe Venenthrombose oder eine Infektion können zu Wasser in den Beinen führen. Allerdings können auch Organerkrankungen, bestimmte Krebserkrankungen oder Stoffwechselstörungen der Grund für geschwollene Beine sein.
 
In manchen Fällen kann der Arzt auch keine Ursache für Deine Beschwerden finden. Weitere Ursachen sind zum Beispiel ein Bewegungsmangel, eine Herz- oder Nierenschwäche, eine Erkrankung der Leber, Diabetes, Essstörungen, Vergiftungen, Hormonstörungen oder -schwankungen, Diuretika- und Abführmittelmissbrauch oder übermäßiger Alkoholkonsum.

Was kostet die Behandlung eines Ödems?

Die Kosten für die Behandlung eines Ödems setzen sich aus verschiedenen Faktoren zusammen. Dazu gehören unter anderem das Honorar des Arztes, die verwendeten Materialien, Medikamente und eventuellen Kosten für einen Krankenhausaufenthalt.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung eines Ödems?

Für die Diagnose und eine ärztlich indizierte Behandlung einer Erkrankung kommen die Krankenkassen in aller Regel auf. Falls Du Fragen zur Kostenübernahme bestimmter Untersuchungen oder Therapien hast, frage am besten direkt bei Deinem Versicherungsträger nach.


Dauer Dauer

Je nach Krankheitsverlauf

Ausfallzeit Ausfallzeit

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Stationärer Aufenthalt Stationär

-

Das Wichtigste zusammengefasst

Es gibt viele verschiedene Ursachen für die Entstehung von Ödemen. Kläre sie im Zweifelsfall bei Deinem Arzt ab, wenn sie nicht von selbst wieder verschwinden oder immer wieder auftreten


Abhängig von der zugrundeliegenden Ursache gibt es verschiedene Formen von Ödemen


Du bemerkst die Wassereinlagerungen im Gewebe durch Schwellungen, außerdem kannst Du einen einfachen „Drucktest“ durchführen: drücke dazu leicht mit einem Finger auf die betroffene Hautstelle. Entsteht dort daraufhin eine Delle, die nur langsam zurückgeht, handelt es sich um eine Wassereinlagerung


Um ein Ödem zu behandeln, muss der Arzt herausfinden, was dahintersteckt, da sich die Behandlung nach der Grunderkrankung richtet

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