Couperose

Wenn Du an empfindlichen Hautstellen rote Flecken oder trockene Stellen entdeckst, kann, in weniger häufigen Fällen, die Ursache eine chronische Krankheit sein. Oft ist es aber „nur“ die sogenannte Couperose, die sich auch mit leichten Mitteln selbst behandeln lässt. Vor allem Frauen ab 30 leiden häufig an dieser als unschön empfundenen Schwäche der Haut und der Blutgefäße, denn rote Wangen per se sind noch kein Problem, anders ist es aber, wenn die Rötungen nicht mehr weggehen oder nach bestimmten Auslösern pochend aufglühen. Ohne Pflege oder sogar Behandlung kann die Krankheit schlimmere Symptome ausbilden, ist jedoch meistens mit Hautpflegeprodukten gut zu lindern.


AUTOR

Medizinischer Experte

CO-AUTOR

Online-Redaktion

Dieser Text wurde nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Medizinern geprüft.


Zuletzt aktualisiert: 18. Juni, 2020



ICD-10-GM L71

Was versteht die Medizin unter einer Couperose?

Couperose bezeichnet eine sichtbare Schwächung der Gefäßwände und des Bindegewebes und wird im Volksmund auch Kupferfinnen und in der Medizin lateinisch Erythrosis facialis genannt. Eine Couperose ist weit verbreitet und gesundheitlich grundsätzlich unproblematisch. Tritt sie jedoch dauerhaft auf, wird also chronisch, dann kann die Hauterkrankung schnell entzündlich werden (in diesem Fall spricht man von Rosazea) und erzeugt Pusteln und eine überschüssige Hornhautproduktion. Auch in der Dermatologie wird nicht klar zwischen den Hautkrankheiten unterschieden, da sie überwiegend die gleichen Symptome haben.
 
Die Couperose geht mit Rötungen und unangenehmen Hautreizungen einher

In welche Phasen wird eine Couperose eingeteilt?

Erste Anzeichen der Couperose sind vereinzelt auftretende Rötungen der Wangen, die in Form von Schüben verlaufen und zwischendrin immer wieder abklingen. Bestimmte, oft offensichtliche und identifizierbare Auslöser, wie scharfe Speisen oder Überhitzung, führen zu einem starken Erröten, welches unangenehm spürbar wird. Durch die spontanen Rötungen wird die Haut und deren Gefäße überstrapaziert, wodurch wiederum die roten Flecken erst recht bestehen bleiben. Staut sich das Blut schließlich über einen längeren Zeitraum, dehnen sich die Blutgefäße aus oder es werden sogar neue und recht unflexible Adern gebildet, in die der Blutstrom versucht auszuweichen, was letztendlich zu einem sich verstärkenden Kreislauf führt: Die Äderchen machen die Symptome sichtbar, denn in diesen lagert sich eine größere Menge an Blut an, wodurch die Gefäße verstärkt durch die Haut schimmern.
 
Die betroffene Haut wird sehr empfindlich, spannt und ist normalerweise auch ausgetrocknet. Letztendlich kann es passieren, dass sich die Adern weiten und ausdehnen und ein dauerhaft erhöhter Blutstrom an der betroffenen Stelle fließt und die Rötung der Wangen permanent bleibt, oder sich zunehmend stärker abzeichnet als davor.
 
Hierbei bleibt es in den meisten Fällen auch. In einigen Fällen können sich die Probleme verschlimmern und weitere Symptome auftreten, dann spricht die Medizin jedoch schon von einer Rosazea-Erkrankung. Das ist bei einer schmerzenden, stark juckenden Haut oder Pusteln der Fall. Oftmals verlaufen die Grenzen von Couperose zu Rosazea allerdings fließend, weswegen eine Diagnose anfangs nicht ganz einfach ist.

Was sind die Symptome einer Couperose?

Wenn Du von Couperose betroffen bist, erkennst Du wahrscheinlich zunächst Rötungen an den typischen Hautstellen, meistens an sonnenbeschienenen Stellen im Gesicht, seltener am Hals oder Dekolleté. Am häufigsten sind die Nase, die Nasenflügel oder die Wangen betroffen. Später können auch Äderchen durch die Haut sichtbar hervorstechen.

Welche Ursachen hat eine Couperose?

Das Ausbrechen der Krankheit ist nach heutigem Wissensstand zu großen Teilen eine Sache der erblichen Veranlagung. Dennoch lassen sich gewisse Risikofaktoren nennen, die die unschönen Rötungen herbeiführen könnten:
 

  • Häufiger und überhöhter Alkohol- und Tabakkonsum
  • Bluthochdruck
  • Langes Sonnenbaden
  • Bindegewebsschwäche (dessen Symptome: Krampfadern, Cellulite, Besenreiser)

Die Symptome entstehen dadurch, dass sich Blut in geweiteten Äderchen unter der Haut aufstaut. Die vielen dicken Adern scheinen unter Umständen durch die Haut durch. Es können sowohl Arterien als auch Venen betroffen sein, entsprechend kann die Färbung zwischen rötlich und bläulich schwanken.
 
Die Rötungen der Couperose entstehen durch stark geweitete Gefäße, welche durch die Haut schimmern

Welche Risikofaktoren begünstigen eine Couperose?

Da die Couperose vor allem bei hellhäutigen Typen auftaucht, wird sie im englischen Sprachraum als „keltischer Fluch“ bezeichnet. Rote oder blonde Haare, blaue oder grüne Augen, Sommersprossen und allgemein blasse Haut prädestinieren Dich also für diese Erkrankung, während Menschen dunklerer Hautfarbe so gut wie gar nicht betroffen sind.
 
Zudem wird sie häufiger bei Frauen als bei Männern diagnostiziert, und wenn, dann meistens im höheren Alter. Die Krankheit tritt also meistens bei über 30-jährigen, hellhäutigen Frauen auf (vermutlich besuchen Männer allerdings seltener mit dieser Hauterkrankung den Dermatologen und wenn, dann ist die Vorerkrankung schon einer schwereren Diagnose gewichen).
 
Auch wissenswert ist, dass unter anhaltendem Stress Stresshormone ausgeschüttet werden, die die Kraft der Haut schwächen, und auch Kortison aus Medikamenten kann Dich anfälliger machen. Generell lässt sich sagen, dass alles, was den Blutdruck erhöht wie beispielsweise Stress, Alkohol oder Koffein, Risikofaktoren für eine Couperose sind.

Welche Faktoren können bei einer Couperose eine Verschlechterung hervorrufen?

Leidest Du an den Rötungen, solltest Du vermeiden, die Haut ungeschützt der Sonne auszusetzen. Außerdem können Saunabesuche, die Haut reizende Temperaturen, stark gewürztes Essen und Alkohol und Koffein die Krankheit weiter negativ beeinflussen. Zum Schluss gibt es oft individuelle „Trigger“, die die Rötung gerade in der Anfangsphase hervorrufen, und mit jedem Auftreten die Gefäße schwächen.

Wie diagnostiziert der Arzt eine Couperose?

Die Erkrankung wird meistens beim Dermatologen mittel einer einfachen Blickdiagnose gestellt.

Wie wird eine Couperose behandelt?

Die Erkrankung ist an sich nicht behandelbar, aber trotzdem sehr gut therapierbar. Dazu werden normalerweise Cremes eingesetzt, die auf Antibiotika aufbauen. Hier muss man zwischen der medizinischen und der kosmetischen Behandlung unterscheiden:
 
Cremes und Salben helfen nur bei Symptomen wie Entzündungen oder Pusteln, welche eher bei einer bereits auftretenden Rosazea in Erscheinung treten. Die Rötungen verschwinden mithilfe der Cremes leider nicht. Stattdessen kannst Du diesen den Kampf mit einer IPL Laserbehandlung ansagen. Durch die Hitze, welche bei der Lasertherapie entsteht, ziehen sich die Blutgefäße zusammen und die Rötungen verschwinden. Es besteht allerdings die Gefahr, dass die Rötungen wieder auftreten, da sich weitere Blutgefäße füllen. Auch die Stromnadeltherapie ist eine Möglichkeit, wie Du die Rötungen loswirst, allerdings ist diese Methode mittlerweile veraltet und kommt nur noch selten zur Anwendung.
 
Eine Laserbehandlung kann die Rötungen verschwinden lassen

Was kann ich selbst bei einer Couperose tun?

Neben dem Schaden in der Haut ist der eigentliche Schaden der Couperose oft der, dass man sich weniger wohlfühlt in seiner Haut. Man kann also zunächst versuchen, die Stellen mit Puder oder Abdeckstift zu kaschieren. Ansonsten ist es auch möglich, privat kosmetische Hilfsmittel auszuprobieren. Dabei solltest Du allerdings vorsichtig umgehen, und langsam herausfinden, ob Du nicht sogar negativ auf deren Wirkstoffe reagierst.

Kann ich einer Couperose vorbeugen?

Stellst Du fest, dass es bestimmte Trigger gibt, die Dich zum Erröten bringen, solltest Du versuchen, diese zu vermeiden. Auch den genannten Ursachen der Couperose kannst Du versuchen aus dem Weg zu gehen. Da die Hauterkrankung irgendwann ab 30 Jahren auftreten könnte, erfordert eine wirklich wirksame Prophylaxe harte Disziplin. Da aber der letztendliche Auslöser unklar ist, beziehungsweise größtenteils in der Genetik gesehen wird, hilft, außer einer guten Hautpflege, nichts zu 100 Prozent gegen ein Auftreten der Couperose.

Was ist der Unterschied zwischen einer Couperose und einer Rosazea?

Rosazea und Couperose haben zu Beginn ähnliche Symptome und auch die gleichen Ursachen. Eine genaue Abgrenzung ist umstritten, man kann allerdings die Couperose als eine Frühform einer Rosazea sehen. Dauert die Krankheit länger, oder ist der Verlauf schwerer, wird sie als Rosazea bezeichnet. Die Rosazea ist vor allem durch das Auftreten von Entzündungen gekennzeichnet, weshalb es zu Hautunreinheiten oder Schwellungen kommen kann. Neben diesen offensichtlichen Zeichen der Rosazea zeichnet sie sich auch durch eine permanente Couperose und einem schmerzhaften oder spannenden Gefühl der Haut aus. Im weiteren Verlauf können die Augen oder die Nase derart betroffen sein, dass sie röten und anschwellen (Rhinophym).

Wie viel kostet die Behandlung einer Couperose?

Die Behandlung ist davon abhängig, welche Mittel eingesetzt werden, bzw. vom Arzt verschrieben werden. Die Kosten der täglich anzuwendenden kosmetischen Salben oder des Make-ups sind dem Drogeriemarkt oder der Apotheke entsprechend oft im Rahmen von unter 50€. Sitzungen bei einer Laserbehandlung, oder spezielle Therapien für die Stärkung des Bindegewebes kosten pro Therapiesitzung um die 90-150€ aufwärts. Bei entzündeter oder gebräunter Haut ist eine Laserbehandlung leider nicht möglich.
 
Die Symptome einer Couperose sind recht gut in den Griff zu bekommen

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten einer Couperose?

Ein Besuch beim Dermatologen kann nicht schaden und ist im Allgemeinen von der Krankenkasse gedeckt. Mit dem behandelnden Arzt können dann die möglichen Therapien und Mittel abgeklärt werden. Kosmetische Mittel und vor allem kosmetische Eingriffe, um Adern zu entfernen, sind keine Kassenleistung. Auch private Krankenkassen übernehmen die Kosten meist in nur sehr seltenen Fällen. Für die einzelnen Leistungen und Bestimmungen solltest Du Dich bei Deiner Versicherung informieren, oder Dich mit dem Dermatologen und Apotheker beraten.


Dauer Dauer

30-60 Minuten

Ausfallzeit Ausfallzeit

Bis zu zwei Tage

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

Top Ärzte auf diesem Fachgebiet

Dermatologie
Dr. med. Carmen Cecilia Duma

Dr. med. Carmen Cecilia Duma

Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten

Heidelberger Landstraße 18-20 , Darmstadt

Dermatologie
Dr. med. Maurice Adatto

Dr. med. Maurice Adatto

Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten

5, Rd-Pt Plainpalais , Genf

Dermatologie
Dr. med. Bernd Kardorff

Dr. med. Bernd Kardorff

Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten sowie Allergologie

Moses Stern Strasse 1 , Mönchengladbach

Das Wichtigste zusammengefasst

Couperose ist eine nicht heilbare Hauterkrankung, die aber in den überwiegenden Fällen leicht therapiert und kaschiert werden kann. Sie wird als eine Frühform der Rosazea angesehen


Symptome sind Gefäßerweiterungen, die zu unschönen roten Flecken, meistens auf gut sichtbarer Haut, oder auch sichtbaren Äderchen führen


Bevor diese Flecken dauerhaft sind, steht oft eine Phase von spontanen Rötungen, die den Krankheitsverlauf verschlimmern. Daher sollten deren Auslöser vermieden und die Haut frühzeitig gepflegt werden, um das Risiko möglichst zu minimieren


Mit einem angepasstem Verhalten (wenig Nikotinkonsum, wenig ungeschützte und direkte Sonnenbestrahlung,...) kann der Krankheitsverlauf gut in den Griff bekommen werden, und seelisches Leiden durch die Hautflecken kann durch kosmetische Mittel oder sogar eine Lasertherapie in den Griff bekommen werden

Arzt finden