Was ist Tripper?
Tripper, beziehungsweise Gonorrhoe oder auch Gonorrhö geschrieben, gehört zu den sexuell übertragbaren Krankheiten (Geschlechtskrankheiten), die ausschließlich beim Menschen auftritt. Ausgelöst wird die Erkrankung durch Bakterien, den sogenannten Gonokokken, welche sich vorwiegend in den Schleimhäuten der Harnwege und der Geschlechtsorgane ansiedeln.
Wie häufig ist Tripper und wer ist davon betroffen?
Wie häufig Tripper wirklich ist, lässt sich schwer sagen, da nicht jedes Land eine Meldepflicht für diese Erkrankung besitzt. In Österreich ist die Infektion mit Gonorrhoe beschränkt meldepflichtig, in Deutschland wurde die Meldepflicht aufgehoben.
Die Schätzungen der WHO liegen bei 60 bis 100 Millionen Neuerkrankungen pro Jahr weltweit. Das macht Tripper zu einer der häufigsten sexuell übertragbaren Krankheit neben Chlamydien und Trichomonaden (Trichomoniasis). In der EU ist Gonorrhoe sogar die häufigste STI.
Die Infektionszahlen sind aber weltweit nicht einheitlich, während in einigen Ländern die Inzidenz zurückgeht, steigt sie in anderen Ländern an. In Deutschland dürften 11 bis 25 Menschen pro 100.000 Einwohner an Gonorrhoe erkranken, in den USA sind es ungefähr 115 pro 100.000 Einwohner. Betroffen sind Männer wie Frauen gleichermaßen, allerdings eher junge Menschen zwischen 15 und 30 Jahren. Nur selten erkranken Kinder an Tripper, vorwiegend Neugeborene einer infizierten Mutter oder Opfer sexuellen Missbrauchs.
Bei Männern kann Tripper eine Balanitis (Eichelentzündung) verursachen.
Was sind die Symptome von Tripper?
Nicht immer äußert sich eine Tripper-Infektion mit den typischen Symptomen. Bei Männern verläuft die Infektion bei zehn bis 20 Prozent asymptomatisch, bei Frauen zeigen sogar 50 Prozent keinerlei Beschwerden.
Primär befallen die Bakterien die oberste Schicht der Schleimhäute (Epithel) von Harnröhre (Urethra), Gebärmutterhals (Zervix), Enddarm (Rektum) und Rachen (Pharynx). Insbesondere bei Neugeborenen dient den Gonokokken die Augenbindehaut als Eintrittspforte, von der sie sich auf die Hornhaut ausbreiten.
Bei einem einfachen Verlauf verursachen die Erreger lokal im Bereich ihrer Eintrittspforte Rötungen, Reizungen und Entzündungen. Je nach sexuellen Vorlieben ist die Infektion nicht auf eine Körperregion beschränkt, sondern gleichzeitig an mehreren Körperstellen lokalisiert. Je nach betroffener Region entwickeln sich entsprechende Symptome. So verursacht die Infektion der Harnwege Ausfluss, Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen. Ähnlich zeigt sich die Infektion der Geschlechtsorgane mit Ausfluss.
Eine Infektion des Enddarms bleibt oft symptomlos, nur einige vorwiegend männliche Patienten klagen über eine Entzündung des Enddarms mit Schmerzen und Stuhldrang sowie rektalen Juckreiz, Schmerzen beim Stuhlgang, Ausfluss aus dem After, Verstopfung und Blut- oder Schleimbeimengungen im Stuhl. Analverkehr wird bei einer rektalen Gonorrhoe oft als schmerzhaft empfunden.
Ähnlich verhält es sich mit einer Infektion des Mund- und Rachenraums, die in den meisten Fällen unentdeckt bleibt. Die wenigsten Patienten klagen über Symptome in Form einer Pharyngitis, eine schmerzhafte Halsentzündung. Halsschmerzen wirken nicht wie die klassischen Anzeichen einer sexuell übertragbaren Krankheit, daher werden sie von vielen Betroffenen als Erkältung gedeutet. In ungefähr fünf Prozent der Gonorrhoe-Infektionen ist der Rachen der einzige Infektionsort, bei fünf bis 25 Prozent der Betroffenen ist der Pharynx neben anderen Körperstellen mitbetroffen.
Augentripper zeigt sich entweder asymptomatisch, mild oder schwerwiegend mit den gleichen Beschwerden wie eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis). Die Augenlider sind stark geschwollen, es kommt zu einer starken Durchblutung, Eiterbildung und Verklebung der Augen. Während Erwachsene oft nur an einem Auge Beschwerden haben, sind bei Neugeborenen beide Augen betroffen. Die sogenannte Blennorrhoe entwickelt sich plötzlich, die Augen eitern stark, die Bindehaut ist gerötet und stärker durchblutet. Meistens sind neben den Augen auch der Rachen und in selteneren Fällen die Nase, Vagina und After der Babys infiziert. Da diese aber oft asymptomatisch verlaufen, steht die Entzündung der Augen im Vordergrund.
Unbehandelt breiten sich die Gonorrhoe-Erreger weiter im Körper aus, wobei der Rückzug der Gonokokken ins Gewebe mit einem Rückgang der Schleimhautbeschwerden im Zusammenhang stehen kann. Nicht nur steigen die Gonokokken die Geschlechtsorgane auf, die sich ebenfalls entzünden können, mitunter breiten sie sich noch weiter im Abdomen (Bauchraum) aus.
Zudem können die Bakterien in den Blutkreislauf gelangen und sich über den gesamten Körper bis in das Gehirn und Herz ausbreiten und vielfältige Entzündungen hervorrufen. Unter anderem bilden einige Patienten das sogenannte Arthritis-Dermatitis-Syndrom, auch als disseminierte Gonokokkeninfektion (DGI) bezeichnet, aus. Ein höheres Risiko, eine disseminierte Gonokokkeninfektion zu entwickeln, zeigen Frauen nach der Menstruation, nach einer Geburt oder mit einer eingesetzten Spirale, wahrscheinlich aufgrund des veränderten Scheidenmilieus.
Dem Namen nach kommt es bei dem Arthritis-Dermatitis-Syndrom vorwiegend zu Hautveränderungen, Gelenkentzündungen und Sehnenscheidenentzündungen, begleitet von Fieberschüben, einem allgemeinen Krankheitsgefühl und gelegentlichen Schüttelfrost. Die Patienten bekommen Hautausschläge an Armen und Beinen mit Pusteln oder kleinen Einblutungen in der Haut (Petechien). Oft sind auf den Fingern blutgefüllte beziehungsweise eitrige Bläschen oder scheinbar wunde Stellen zu sehen.
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