Fußpilz (Tinea pedis)

Bei einem Fußpilz kommt es zu einer ansteckenden Infektion der Fußsohle, den Fußrändern sowie der Zehenzwischenräume. Diese Pilzinfektion wird vor allem durch Fadenpilze (Dermatophyten) verursacht und kann somit ein lästiges Jucken auslösen. Im folgenden Beitrag erfährst Du etwas mehr über die genauen Ursachen, Symptome, Behandlungen und vieles mehr.


AUTOR

Medizinischer Experte

CO-AUTOR

Medizinischer Experte

Dieser Text wurde nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Medizinern geprüft.


Zuletzt aktualisiert: 20. März, 2020



Was versteht die Medizin unter tinea pedis?

Tinea pedis ist der medizinische Fachbegriff für Fußpilz. Ausgelöst wird ein Fußpilz vor allem durch kleine Pilzerreger, hauptsächlich aus der Familie der Dermatophyten. Aber auch Schimmel- und Hefepilze können eine Tinea pedis verursachen. Bei Tinea pedis handelt es sich um eine infektiöse Erkrankung der Haut, die meist ausgehend von den Zehenzwischenräumen auf die Fußsohlen und Fußränder übergreift.
 
Der Fußpilz selbst ruft keine lebensbedrohlichen Symptome hervor und ist somit auch nicht gefährlich. Nur der mit der Pilzinfektion einhergehende Juckreiz kann für den Betroffenen äußerst unangenehm sein. Jedoch ist die Behandlung hierbei sehr einfach und verläuft auch komplikationslos.
 
Ausgelöst wird ein Fußpilz vor allem durch kleine Pilzerreger, hauptsächlich aus der Familie der Dermatophyten
 

Was sind die Symptome von Fußpilz?

Bei Fußpilz tritt bei den Betroffenen anfangs nur ein Jucken auf und anschließend kann sich die Fußsohle leicht röten. Erst danach beginnt die betroffene Hautstelle am Fuß zu schuppen und so können sich kleine Hautstückchen lösen. Die Hautschuppung verstärkt sich dabei innerhalb der ersten Tage immer mehr. In manchen Fällen entstehen auch schmerzhafte Risse, kleine Pusteln und flüssigkeitsgefüllte Bläschen.

Welche Ursachen hat Fußpilz?

In den meisten Fällen sind Dermatophyten der Auslöser für Fußpilz. Der häufigste Erreger hierbei ist der sogenannte Trichophyton rubrum. Dieser kann aber auch weitere Hautpilzerkrankungen hervorrufen.
 
Dermatophyten schädigen den Schutzmantel der Haut und können sich somit leichter an die Hautzellen anhaften. Das heißt, sie dringen auch nicht in tiefe Hautschichten ein, sondern befallen hauptsächlich die Hornschicht.
 
Einige Faktoren wie beispielsweise vermehrtes Schwitzen, Benutzen von Gemeinschaftsduschen ohne Badeschuhe, Übergewicht, Diabetes mellitus und weitere Krankheiten, die das Immunsystem schwächen, begünstigen die Entstehung einer Tinea pedis.

Wie ist der Krankheitsverlauf bei einem Fußpilz?

Grundsätzlich ist ein Fußpilz recht gut behandelbar. Wenn Du ihn frühzeitig erkennst und rechtzeitig behandelst, kann er vollkommen ohne Folgen ausheilen. Wenn er nicht behandelt wird, breitet er sich meist weiter aus. Durch den Fußpilz ist die betroffene Hautregion auch anfälliger für Bakterien. Das heißt, es kann auch zu einer zusätzlichen Hautinfektion mit Bakterien kommen.

Was sind die Folgen für den Betroffenen?

Obwohl eine Tinea pedis gut und leicht behandelbar ist, solltest Du einen Fußpilz nicht unterschätzen. Denn es kann auch zu einer Ausweitung der Pilzinfektion kommen, sodass auch die Nägel oder gar der ganze Körper betroffen sind.
 
Dadurch, dass sich die Pilze auch über den ganzen Körper ausbreiten können, solltest Du die befallenen Hautstellen nicht berühren, damit sich die Erreger auch nicht verteilen. Vor allem durchs Kratzen können die Pilzerreger leichter transportiert werden, denn sie sammeln sich dabei unter den Fingernägeln.
 
Bei Fußpilz tritt bei den Betroffenen anfangs nur ein Jucken auf und anschließend kann sich die Fußsohle leicht röten. Erst danach beginnt die betroffene Hautstelle am Fuß zu schuppen und so können sich kleine Hautstückchen lösen
 
Aber auch bei Handtüchern musst Du besonders vorsichtig sein. Denn wenn Du Deine Füße abtrocknest und schon ein Fußpilz vorliegt, werden sich die Keime umso leichter verteilen können.
 
Ist Deine Haut von Pilzen befallen, dann kann es auch leichter zu einem Viren- und Bakterienbefall kommen, da Deine Immunreaktion durch die Pilzinfektion beeinträchtigt ist. Als Folgeerscheinung des Fußpilzes kann es auch zur Wundrose kommen.

Welche Formen von Fußpilz gibt es?

Grundsätzlich unterscheiden Mediziner vor allem zwischen drei verschiedenen Formen.
 
Fußpilz in den Zehenzwischenräumen
 
Diese Art des Fußpilzes tritt am häufigsten auf, denn die Zehenzwischenräume sind durch den Schweiß meist feucht und bieten somit ein ideales Klima für die Pilzerreger.
 
Verhornender Fußpilz
Bei einem Fußpilz sind in vielen Fällen auch die Fußsohlen betroffen. Von dort aus kann sich der Pilz auch noch auf den Fußrücken ausbreiten. So kann es mit der Zeit auch zu Verhornungen und Rissen an den Fersen kommen.
 
Fußpilz mit Bläschen
 
Bei dieser Form bilden sich Bläschen an den Fußsohlen. Dabei kommt es zu einer starken Entzündung und in weiterer Folge entstehen diese Bläschen. Diese trocknen dann aus und verursachen oft einen starken Juckreiz.

Wie diagnostiziert der Arzt einen Fußpilz?

Während der Anamnese sammelt der Arzt gezielt Informationen, die für die Diagnose wichtig sind. Dabei kann er Dich zum Beispiel auch fragen, ob Dir an anderen Stellen Deines Körpers Hautveränderungen aufgefallen sind. Anschließend schaut er sich die Füße genau an.
 
In den meisten Fällen entnimmt er auch eine Gewebeprobe der Haut vom Infektionsherd am Fuß. Diese Hautprobe untersucht er gleich unter dem Mikroskop, um zu erkennen, ob es sich tatsächlich um Fußpilz handelt oder nicht. Denn viele Fußerkrankungen weisen ähnliche Symptome auf.

Welche Behandlungs- und Therapieformen gibt es?

Die Behandlung einer Tinea pedis ist an sich recht einfach. Das wichtigste dabei ist aber, dass die Therapie rechtzeitig und konsequent durchgeführt wird. Denn wenn die Pilzerkrankung nicht behandelt wird, kann sie chronisch werden.
 
In den meisten Fällen verschreibt Dir der Arzt pilzabtötende Mittel, die auch Antimykotika genannt werden. Dabei können diese Antimykotika ganz unterschiedlich wirken. Einige töten die vorhandenen Pilzerreger ab und andere wiederum hemmen die Vermehrung und das Wachstum der Pilze.
 
Bei den pilzabtötenden Mittel gibt es sowohl äußerlich als auch innerlich anwendbare Antipilzmittel
 
Bei den pilzabtötenden Mittel gibt es sowohl äußerlich als auch innerlich anwendbare Antipilzmittel. Die Art der Therapie hängt dabei vom Grad der Ausprägung ab. Anfangs genügt oft eine äußerliche Behandlung mit Cremes, Salben oder Gels.
 
Wenn sich die Pilzinfektion aber schon weiter ausgebreitet hat, dann verschreibt der Arzt in den meisten Fällen Mittel zum Einnehmen. Eine orale Therapie ist aber auch nötig, wenn sich die Symptome trotz einer äußerlichen Behandlung nach zwei Wochen noch nicht gebessert haben.
 
Ganz unabhängig davon, ob der Arzt eine innerliche oder äußerliche Behandlung verschreibt, musst Du die pilzabtötenden Mittel regelmäßig einnehmen beziehungsweise anwenden und Dich an die Dauer der Behandlung halten. Denn nur so kann der Fußpilz auch wieder vollkommen verschwinden.

Welche Komplikationen können während den Behandlungen auftreten?

Bei der Behandlung kommt es grundsätzlich nicht zu Komplikationen, da die meisten Pilzinfektionen des Fußes nur äußerlich behandelt werden. In einigen Fällen kann aber eine äußerliche Therapie beispielsweise nicht ausreichend sein, daher ist dann ein Mittel zum Einnehmen nötig. Aber auch dabei verläuft die Behandlung in nahezu allen Fällen komplikationslos.

Was kann ich selbst bei einem Fußpilz tun?

Bei einer Fußpilzinfektion solltest Du die getragenen Socken immer bei mindestens 60 Grad in der Waschmaschine waschen. Zudem hilft es, während einer Fußpilz-Behandlung die Handtücher und Bettwäsche öfter und regelmäßiger zu waschen. Es gibt auch spezielle Waschmittel, die auch die Pilzerreger abtöten können.
 
Vor allem während der Therapie solltest Du darauf achten, dass Deine Füße nicht über längere Zeit feucht bleiben, speziell wenn Du geschwitzt hast. Bei den äußerlich anwendbaren Pilzmittel solltest Du einige Minuten warten bis sie vollständig in die Haut einziehen, bevor Du Deine Socken oder Schuhe anziehst.
 
Nach dem Duschen ist es vor allem bei einem Fußpilz wichtig, die Füße und Zehenzwischenräume besonders gut abzutrocknen. Du solltest jedoch für Deine Füße ein eigenes Handtuch verwenden und nicht dasselbe, wie für den restlichen Körper.

Wie kann man einem Fußpilz vorbeugen?

Um einer Tinea pedis vorzubeugen, solltest Du nach dem Duschen vor allem die Zwischenräume der Zehen ganz gründlich abtrocknen. Außerdem ist es zur Prävention besonders wichtig, vor allem beim Duschen in Schwimmbädern Badeschuhe konsequent zu tragen.
 
Es ist auch wichtig, die Füße täglich mit Seife und Wasser gründlich zu waschen, um den Pilzerregern keine Chance zu geben. Falls es möglich ist, solltest Du auch die Faktoren, die eine Infektion begünstigen, wie beispielsweise Übergewicht oder starkes Schwitzen an den Füßen, vermeiden. Bei starkem Schwitzen kann zum Beispiel eine Umstellung des Schuhwerks sehr hilfreich sein.
 
Es ist auch wichtig, die Füße täglich mit Seife und Wasser gründlich zu waschen, um den Pilzerregern keine Chance zu geben
 

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Da ein Fußpilz nicht nur ein kosmetisches Problem darstellt, sondern von medizinischer Notwendigkeit ist, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse meist die Kosten dafür. In einigen Fällen zahlt auch die private Krankenkasse die Behandlung. Informiere Dich aber am besten bei Deiner Krankenkasse noch genauer darüber.

 


Dauer Dauer

Ca. 3 Wochen

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

Auswahl von Ärzt*innen auf diesem Fachgebiet

MOOCI Siegel
Dr. med. Stefanie Baum

Dr. med. Stefanie Baum

Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten

Goethestraße 47 , Kassel

MOOCI Siegel
Dr. med. Kerstin Ortlechner

Dr. med. Kerstin Ortlechner

Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten

Wattgasse 48 , Wien

MOOCI Siegel
Dr. med. Peter Dorittke

Dr. med. Peter Dorittke

Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten

Moses Stern Strasse 1 , Mönchengladbach

Das Wichtigste zusammengefasst

Bei einem Fußpilz handelt es sich um eine infektiöse Erkrankung der Haut, die meist ausgehend von den Zehenzwischenräumen auf die Fußsohlen übergreift


Hierbei treten vorwiegend Symptome wie Hautrötungen, Risse, Juckreiz und großflächige Hautschuppungen auf


In den meisten Fällen sind Fadenpilze der Auslöser für Fußpilz.


Bei den pilzabtötenden Mittel gibt es sowohl äußerlich als auch innerlich anwendbare medizinische Mittel

Anfrage Stellen