Borkenflechte (Impetigo contagiosa)

Die Borkenflechte, auch als Impetigo contagiosa bekannt, ist eine ansteckende Hautinfektion, die sich in einem roten Ausschlag mit Wasser oder Eiter gefüllten Blasen äußert. Der Anblick einer Borkenflechte ist nicht gerade schön, in der Regel ist sie aber harmlos und heilt narbenlos ab. Als häufigste bakterielle Hauterkrankung im Kindesalter ist sie auch keine Seltenheit und verbreitet sich vor allem in Schulen und Kindergarten rasant aus. Unbehandelt birgt die Borkenflechte jedoch einige Risiken, weshalb eine adäquate Behandlung essenziell ist.


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Zuletzt aktualisiert: 20. Juli, 2021

INHALTSVERZEICHNISInhaltsverzeichnis

Die Borkenflechte, auch Impetigo contagiosa oder Eiterflechte genannt, ist eine hochansteckende, oberflächliche Hauterkrankung, die vor allem Kinder betrifft.

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Zuerst bilden sich kleine Bläschen, welche nach ihrem Platzen eine typische honiggelbe Kruste bilden. Je nach Größe der Bläschen wird die Borkenflechte in eine nicht-bullöse und bullöse Form eingeteilt, wobei bei der bullösen Form noch zwischen einer großblasigen und kleinblasigen Impetigo unterschieden wird.

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Verursacher sind Bakterien, vor allem Staphylokokkus aureus und Streptokokkus pygens sowie Mischinfektionen verschiedener Bakterien. Ein geschwächtes Immunsystem oder Verletzungen der Haut stören die natürliche Hautbarriere und erleichtern das Eindringen von Bakterien.

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Meistens genügt ein Blick des Arztes, um die Diagnose zu stellen. Dennoch gibt es Krankheiten mit ähnlichen Symptomen, wie zum Beispiel eine Herpes simplex Infektion, die für Verwechslungen sorgen können. In bestimmten Fällen nimmt der Arzt Abstriche, um die Erreger zu bestimmen oder ein Antibiogramm zu erstellen.

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Die Behandlung der Wahl sind lokale Antibiotika und Antiseptika. Eine systemische Antibiotikatherapie ist nur in bestimmten Fällen notwendig.

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Eine gute Hygiene ist besonders wichtig, um eine weitere Ausbreitung und Ansteckung zu vermeiden. Der Patient sollte bestimmte Gegenstände nicht mit Familienmitgliedern teilen und sämtliche Kleidung und Bettwäsche sollten möglichst heiß gewaschen werden.

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Eine häufige Folge der Borkenflechte ist eine Entzündung der Niere, doch können sich die Erreger weiter im Körper ausbreiten und andere Organe befallen. Für Neugeborene kann die Borkenflechte durchaus lebensbedrohlich sein.

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Die Inkubationszeit beträgt zwei bis zehn Tage, innerhalb von drei Wochen heilt die Borkenflechte unbehandelt wieder ab, behandelt noch schneller. Eine Immunität besteht danach aber nicht.

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Händewaschen und eine gute Körperhygiene reduzieren das Risiko erheblich, zusätzlich sollten selbst kleine Verletzungen gut versorgt werden.

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Die Krankenkasse übernimmt die Kosten der Therapie, die sich nach der Art der Behandlung richten.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Die Impetigo contagiosa, auch Borkenflechte oder Eiterflechte genannt, ist die häufigste bakterielle Hauterkrankung bei Kindern.


Verursacht wird sie vorwiegend durch Staphylokokkus aureus oder Streptokokkus pygens sowie Mischinfektionen.


Es gibt drei verschiedene Formen der Borkenflechte, allen gemeinsam sind kleine flüssigkeitsgefüllte Bläschen, die nach dem Platzen die charakteristischen honiggelben Krusten ausbilden.


Behandelt wird die Borkenflechte mit lokalen antibiotischen oder antiseptischen Gelen, selten ist eine systemische Antibiotikagabe nötig. Meist heilt sie narbenlos von selbst wieder ab, unbehandelt können die Erreger in andere Gewebe und Organe verschleppt werden, wo sie Entzündungen hervorrufen können.

Was versteht die Medizin unter einer Borkenflechte?

Die Impetigo contagiosa ist eine bakteriell bedingte oberflächliche Hauterkrankung, bei Kindern im Kindergarten und Schulalter stellt sie sogar die häufigste Hautkrankheit dar. Erwachsene erkranken ebenfalls, wenngleich wesentlich seltener. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer. Die Krankheit äußert sich in Form von Blasen und anschließender Krustenbildung auf der Haut. Hinsichtlich ihrer Ausprägung unterscheidet der Mediziner verschiedene Formen, zum einen die nicht-bullöse Impetigo und zum anderen die bullöse Impetigo, die weiter in die kleinblasige und großblasige Form unterteilt wird. Aufgrund des Aussehens wird die Impetigo contagiosa umgangssprachlich auch Borkenflechte, Eiterflechte, Eitergrind, Grindblasen, Grindflechte, Schmierflechte, Schleppe, Schleppschiss oder Schleppeiter genannt.

Borkenflechte (Impetigo contagiosa) - Was versteht die Medizin unter einer Borkenflechte?

Ist eine Impetigo contagiosa ansteckend?

Borkenflechte (Impetigo contagiosa) - Ist eine Impetigo contagiosa ansteckend?

Wie der Name contagiosa (von contagiosus) schon sagt, ist die Borkenflechte hochansteckend. Es handelt sich dabei um eine Schmierinfektion; das bedeutet, die Ansteckung mit den Krankheitserregern erfolgt direkt oder indirekt durch Berührung.

Sowohl der Kontakt mit den betroffenen Hautstellen des Patienten als auch mit kontaminierten Gegenständen wie Handtücher, Spielsachen oder Besteck führen zu einer Übertragung der Bakterien auf die Haut. Selbst Haustiere können bei der Ansteckung eine Rolle spielen.
Oft kommt es bei den Patienten zu einer sogenannten Autoinokulation, also einem Übertragen von einem Körperteil auf einen anderen: Durch beispielsweise Aufkratzen der betroffenen Hautarealen können somit weitere Körperstellen infiziert werden. Eine Übertragung durch Tröpfcheninfektion ist zwar nicht auszuschließen, kommt aber normalerweise nicht vor.
 
In Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten kommt es zu einer schnellen Ausbreitung, erkrankte Kinder dürfen deshalb die Einrichtungen auf keinen Fall besuchen. Erwachsene, die in solchen Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten oder beruflichen Kontakt mit Lebensmitteln haben, haben während der Erkrankung ebenfalls ein striktes Berufsverbot. Eltern müssen den Gemeinschaftseinrichtungen die Krankheit melden, eine Meldung an das Gesundheitsamt ist nicht immer nötig. Während in Deutschland die Borkenflechte meldepflichtig ist, besteht in Österreich keine Meldepflicht.

Was sind die Symptome einer Borkenflechte?

Borkenflechte (Impetigo contagiosa) - Was sind die Symptome einer Borkenflechte?

Es gibt verschiedene Formen der Eiterflechte, die sich durch ihr Erscheinungsbild ein klein wenig unterscheiden. Allen gemeinsam ist eine honiggelbe Krustenbildung, die der Erkrankung ihren Namen gibt.

Eine Bulla ist eine flüssigkeitsgefüllte Hautblase, dementsprechend äußert sich die bullöse Impetigo contagiosa mit Hautblasen. Die Bezeichnung „nicht-bullös“ täuscht allerdings ein wenig, denn selbst bei dieser Form können sich Bläschen bilden. Diese sind nur so klein und dünnwandig, dass sie vor ihrem Platzen nicht bemerkt werden. Zurück bleiben gerötete nässende Hautstellen, die nach dem Eintrocknen die charakteristischen honiggelben Krusten auf geröteten (erythematösen) Stellen bilden. Die nicht-bullöse Impetigo contagiosa kann an allen Körperstellen vorkommen.
 
Die kleinblasige Borkenflechte ist vom Verlauf her ähnlich, auch hier bilden sich von einem kleinen Entzündungshof umgebende dünnhäutige Bläschen, die schnell platzen. Allerdings werden sie etwas größer und platzen nicht ganz so schnell wie die Bläschen der nicht-bullöse Borkenflechte, daher werden sie meistens als solche erkannt. Die eitrige Flüssigkeit der Bläschen trocknet wieder die zu den typischen Verkrustungen ein. Besonders im Gesicht rund um Mund und Nase sowie am behaarten Kopf und den Händen, aber auch den ganzen Extremitäten zeigen sich die Bläschen und Krusten. In seltenen Fällen können sie sich bis in die Nasenschleimhaut oder in die Ohren hinein verbreiten.

Die großblasige Form zeigt sich durch ein bis zwei Zentimeter große Bläschen, die gerne am Bauch und an Hautfalten wie den Achseln oder Genitalien sitzen. Anfangs besitzen die Bläschen eine klare Flüssigkeit, später trübt sie sich ein, zuerst weißlich grau, später rahmig-eitrig. Aufgrund ihrer dickeren Wand platzen sie nicht so schnell, Kratzen begünstigt das Aufplatzen sowie die Entstehung mehrerer Herde. Zurück bleiben gerötete, feucht glänzende Hautstellen mit einer randständigen Schuppenkrause. Zwar kommt es auch bei der großblasigen Borkenflechte zu einer Verkrustung, im Vergleich zu den anderen beiden Formen ist diese allerdings kaum ausgeprägt.

 

Generell zeigen Betroffene bei einer Borkenflechte kaum Fieber, Lymphknotenschwellungen oder Allgemeinsymptome wie Schwäche oder Durchfall. Nur bei der großblasigen Impetigo oder einer tiefer gehenden Infektion kann es gelegentlich dazu kommen. Häufiger leiden die Betroffenen an Juckreiz oder leichten Schmerzen durch die Bläschen.

Borkenflechte (Impetigo contagiosa) - Die großblasige Form zeigt sich durch ein bis zwei Zentimeter große Bläschen

Welche Ursachen hat eine Borkenflechte?

Verursacher der Eiterflechte sind Bakterien, vor allem Staphylococcus aureus und β-hämolysierenden Streptococcus der Gruppe A, insbesondere Streptococcus pyogenes. Beide Bakterienarten können beim Menschen eine Vielzahl an verschiedenen Erkrankungen auslösen. Früher wurde den beiden Erregern auch eine bestimmte Form der Borkenflechte zugeschrieben, das ist aber nicht der Fall. Zudem kommen auch Mischinfektionen vor, an denen mehrere verschiedene Bakterien beteiligt sind.
 
Streptokokken kommen mitunter in den Schleimhäuten der Atemwege, insbesondere im Rachenraum vor, die gesunde Haut besiedeln sie aber normalerweise nicht. Auch Staphylokokkus aureus ist bei vielen Menschen in der Nasenschleimhaut vorzufinden und gelegentlich in kleinerer Zahl auf der gesunden Haut. Das Vorhandensein der Bakterien alleine bringt noch keine Erkrankung. In einigen Fällen sind die Betroffenen, obwohl sie gesund sind, Träger von sogenannten pathogenen (krankheitserregenden) Bakterien, die bei der Übertragung auf andere Hautstellen des eigenen Körpers (Autoinokulation) oder anderen Menschen zu einer Impetigo contagiosa führen können.
 
Die gesunde Haut besitzt eine natürliche Hautbarriere, die das Eindringen von pathogenen Keimen verhindert. Bei einer Störung oder Schädigung der Hautbarriere ist der Schutz nicht mehr gegeben, Erreger können leichter eindringen. Im Fall der Borkenflechte durchdringen die Bakterien die Haut und heften sich an Zellen an, wo sie Toxine (Gifte) absondern. Diese Giftstoffe lösen das Gewebe der obersten Hautschicht (Epidermis) auf, was zur Blasenbildung führt.

Borkenflechte (Impetigo contagiosa) - Welche Ursachen hat eine Borkenflechte?

Welche Risikofaktoren begünstigen eine Borkenflechte?

Borkenflechte (Impetigo contagiosa) - Welche Risikofaktoren begünstigen eine Borkenflechte?

Alles, was die Hautbarriere der Haut und den Körper schwächt, begünstigt die Entwicklung einer Borkenflechte. Sehr empfindliche oder trockene Haut wie auch jede Art von Verletzungen wie beispielsweise Schürfwunden, Verbrennungen, Bisse, aber auch eingerissene Mundwinkel bieten den Erregern eine Eintrittspforte.

Gerade die Haut von Kindern ist recht zart, hier kann es leicht zu Mikroläsionen kommen, mit ein Grund, warum Kinder häufiger von der Impetigo betroffen sind. Auch ein geschwächtes Immunsystem, andere Infektionen wie Erkältungen, Durchblutungsstörungen durch Diabetes mellitus, ein Sonnenbrand oder eine Pilzinfektion stellen ein Risiko für die Entstehung der Borkenflechte dar. Bei mangelnder Körperhygiene und feuchtwarmen Klima verbreiten sich die Bakterien leichter, daher tritt die Impetigo contagiosa oft in der wärmeren Jahreszeit auf.
 
Kratzen begünstigt das Eindringen von Erregern in tiefere Hautschichten, Patienten mit juckenden Hautkrankheiten wie einem atopischen Ekzem (Neurodermitis) sind auch häufiger von einer Impetigo contagiosa betroffen. Zudem tritt die Eiterflechte häufig als Sekundärinfektion nach Varizellen (Windpocken), Skabies (Krätze), Herpes-simplex oder entzündete Insektenstiche auf. Diese sogenannte Superinfektion, eine Infektion mit einem zweiten Erreger, bezeichnet der Mediziner auch als Impetiginisierung.

Wie wird eine Borkenflechte diagnostiziert?

Borkenflechte (Impetigo contagiosa) - Wie wird eine Borkenflechte diagnostiziert?

Aufgrund ihres typischen Erscheinungsbildes reicht eine klinische Diagnose durch den Blick des Arztes. Ist die Borkenflechte über große Hautareale verbreitet, nimmt der Arzt einen Abstrich und lässt im Labor eine mikrobiologische Kultur mit einem Antibiogramm anlegen.

Kultiviert werden die Bakterien dabei auf Blutagar, wo sie 24 bis 48 Stunden lang bebrütet werden. Die Bakterien bilden daraufhin Kolonien, die für den Erreger charakteristisch sind. Gleichzeitig ermöglicht die Kultur eine Empfindlichkeitsüberprüfung der Bakterien auf verschiedene Antibiotika.
 
Bei immer wiederkehrenden Erkrankungen (Rezidiven) wird der Arzt überprüfen, ob der Patient oder ein Familienmitglied Träger der pathogenen Bakterien in der Nasenschleimhaut ist. Dann nimmt er einen Nasen-Rachenabstrich, der im Labor unter dem Mikroskop auf die vorhandenen Bakterien hin untersucht wird.

Was sind die möglichen Differenzialdiagnosen bei einer Impetigo contagiosa?

Obwohl das Erscheinungsbild der Borkenflechte charakteristisch ist, sind die Symptome einiger anderen Erkrankungen ähnlich. Diese muss der Arzt bei der Untersuchung ausschließen.
 
Eine Verwechslung mit der nicht-bullösen Impetigo contagiosa passiert häufiger bei einer Kontaktdermatitis, also einer Hautreizung aufgrund einer bestimmten Substanz, einer Herpes-simplex-Infektion, der Pilzinfektion Tinea corporis oder dem seborrhoischen Ekzem, einer Hautentzündung mit gelber Schuppung.

Borkenflechte (Impetigo contagiosa) - Was sind die möglichen Differenzialdiagnosen bei einer Impetigo contagiosa?

Die Blasenbildung der großblasigen wie kleinblasigen Borkenflechte hat Ähnlichkeiten mit anderen bullösen Erkrankungen. Hereditäre Epidermolysen bezeichnet eine ganze Gruppe von verschiedenen Krankheiten, bei denen die Haut nach einer kleinen Verletzung durch mechanische Reize wie Druck, Reibung oder Stress mit einer Blasenbildung reagiert. Porphyrien hingegen sind Stoffwechselerkrankungen, die sich symptomatisch mit Blasen auf der Haut bemerkbar machen können. Nach einer Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus, aber auch Staphylokokken oder Streptokokken kann sich die Haut entzünden und Bläschen ausbilden, in der Medizin wird diese Erkrankung als Erythema exsudativum multiforme bezeichnet. Staphylokokkus aureus kann auch zu einer Follikulitis, einer Entzündung des Haarbalgs, führen. Diese tritt an allen behaarten Körperstellen auf.
 
Es gibt auch Autoimmunerkrankungen, die die Haut angreifen, wie der Pemphigus vulgaris und das bullöse Pemphigoid, die beide jedoch eher ältere Personen betreffen. Obwohl Insektenstiche einer Borkenflechte vorausgehen können, bilden einige Stiche auch Bullae aus, ohne dass eine Impetigo contagiosa vorliegt.

Wie lässt sich eine Impetigo contagiosa behandeln?

Borkenflechte (Impetigo contagiosa) - Die wichtigste Therapie bilden antibiotische Salben und Gele

Die wichtigste Therapie bilden antibiotische Salben und Gele, die lokal (topisch) angewandt werden. Bei sehr starken Juckreiz können auch Antihistaminika Linderung verschaffen. Zuerst werden die Krusten eingeweicht und anschließend abgelöst. Dann werden die Hautstellen mit dem antibiotischen oder antiseptischen Gel eingeschmiert und abgedeckt, aber nicht mit einem Pflaster, da das die Haut weiter reizen würde. Nässt der Ausschlag stark, können zusätzlich antiseptische Salben, Lösungen als Umschläge oder Heilbäder zum Einsatz kommen. Allerdings sollten nässende Hautstellen auf jeden Fall trocken gehalten werden. Um weitere Infektionen zu verhindern, sollten vor und nach dem Auftragen der lokalen Therapie die Hände gründlich gewaschen werden.


Borkenflechte (Impetigo contagiosa) - Nicht immer reicht die topische Therapie aus

Nicht immer reicht die topische Therapie aus, insbesondere wenn die Borkenflechte sehr große Hautareale oder sensible Hautstellen wie den Augenwinkel betrifft, sie auf die lokale Behandlung schlecht anspricht und wiederkehrt (rezidiviert), eine Mischinfektion verschiedener Bakterien vorliegt oder der Patient starke Allgemeinsymptome zeigt. Dann verschreibt der Arzt noch eine systemische Antibiotikatherapie, die oral eingenommen wird.
Ist der Patient oder ein Familienmitglied Träger pathogener Bakterien in der Nasenschleimhaut, dann wird der Arzt bei immer wieder kehrenden Infektionen eine lokale Antibiotikatherapie der Nasengänge des Betroffenen anordnen.

Borkenflechte (Impetigo contagiosa) - Wie lässt sich eine Impetigo contagiosa behandeln?

Wie kann ich die Heilung einer Borkenflechte unterstützen?

Borkenflechte (Impetigo contagiosa) - Achte darauf, Deine Hände vor und nach dem Auftragen der lokalen Behandlung zu waschen

Achte darauf, Deine Hände vor und nach dem Auftragen der lokalen Behandlung zu waschen

Borkenflechte (Impetigo contagiosa) - Kleidung und Bettwäsche sollte mit mind. 60°C gewaschen werden

Kleidung und Bettwäsche sollte mit mind. 60°C gewaschen werden

Borkenflechte (Impetigo contagiosa) - Teile keine Handtücher, Essbesteck oder Kämme mit anderen Familienmitgliedern

Teile keine Handtücher, Essbesteck oder Kämme mit anderen Familienmitgliedern

Borkenflechte (Impetigo contagiosa) - Vermeide es Eitergeflechte aufzukratzen, verwende alternativ Baumwollhandschuhe

Vermeide es Eitergeflechte aufzukratzen, verwende alternativ Baumwollhandschuhe

Bei der Behandlung ist Hygiene ein Muss, um keine weitere Ausbreitung zu riskieren, Betroffene sollten sich sowohl vor als auch nach dem Auftragen der lokalen Behandlung gründlich die Hände waschen. Generell sollten die betroffenen Hautstellen so wenig wie möglich berührt werden. Kleidung und Bettwäsche, die mit der Haut in Kontakt kommen, sollten bei mindestens 60 °C gewaschen werden, um die Erreger abzutöten. Handtücher, Essbesteck und Kämme werden oft von den Bakterien kontaminiert, daher solltest Du diese nicht mit anderen Familienmitgliedern teilen, der Kamm sollte sogar getrennt aufbewahrt werden.
 
Kurz geschnittene Fingernägel erschweren das Aufkratzen und so die weitere Verbreitung der Eiterflechte auf andere Körperstellen, weshalb Du darauf achten solltest, dass Deine Fingernägel nicht zu lang sind; alternativ können auch Baumwollhandschuhe helfen. Neben den antibiotischen Salben haben sowohl Teebaumöl als auch Calendula oder Thymiantee den Ruf, bei der oberflächlichen Behandlung der Impetigo contagiosa zu helfen, beispielsweise in Form von Kompressen.

Welche Risiken und Komplikationen birgt eine Borkenflechte?

Borkenflechte (Impetigo contagiosa) - Welche Risiken und Komplikationen birgt eine Borkenflechte?

Obwohl die Erkrankung in der Regel harmlos ist, kann es durchaus zu Komplikationen kommen, insbesondere wenn sie unbehandelt bleibt. So kann die Haut mit einer Hyper- oder Hypopigmentierung mit oder ohne Narbenbildungen reagieren, sodass die Folgen der Erkrankung sichtbar bleiben.

In einigen Fällen entwickelt sich nach einer kleinblasigen Impetigo eine Entzündungsreaktion der Niere (Poststreptokokken-Glomerulonephritis, Impetigonephritis). Deshalb führt der Arzt nach der Impetigo-Erkrankung routinemäßig noch Urinuntersuchungen durch. Eine Antibiotikagabe verhindert die Nierenentzündung meistens, ihr Auftreten bleibt für den Patienten aber folgenlos.
 
Normalerweise findet die Entzündung der Haut oberflächlich statt, die Erreger können aber auch in tiefere Hautschichten oder in die Weichteile übergreifen. Nagelbett- und Nagelpfalzentzündungen sind wie auch Entzündungen der Lymphknoten und Lymphbahnen (regionäre Lymphangitis und Lymphadenitis), Bindehautentzündung (Konjunktivitis) oder Mittelohrentzündungen (Otitis media) eine häufigere Folge. Schließlich können Bakterien in andere Organe verschleppt werden und zu einer Sepsis (Blutvergiftung) führen. Gerade bei Neugeborenen und Säuglingen mit einer (noch) geschwächten Immunabwehr kann eine großflächige großblasige Borkenflechte lebensbedrohlich werden, da die kleinen Patienten eine Meningitis oder Blutkreislaufprobleme entwickeln können.
 
Eine Streuung des Giftes von Staphylokokkus aureus kann zum sogenannten Staphylococcal Scaled Skin Syndrome (SSSS) führen. Die Haut schuppt sich ähnlich einer Verbrennung ab und bedarf einer stationären Behandlung im Krankenhaus. Trotz allem heilt das SSSS-Syndrom in der Regel narbenlos ab. Ein Problem sind Antibiotikaresistenzen, vor allem Staphylokokkus aureus passt sich sehr schnell an und entwickelt Widerstandsfähigkeiten gegen die Therapien. Daher wird bei einer systemischen Antibiotikagabe meist die Empfindlichkeiten mit einem Antibiogramm getestet.

Borkenflechte (Impetigo contagiosa) - Wie ist die Prognose bei einer Borkenflechte?

Wie ist die Prognose bei einer Borkenflechte?

Obwohl das Erscheinungsbild der Eiterflechte oftmals erschreckend ist, ist sie vor allem mit der entsprechenden Behandlung harmlos. Narben sind nicht zu befürchten. Nach der Inkubationszeit von zwei bis zehn Tagen, vereinzelt sogar einigen Wochen, zeigen sich dort Rötungen, wo die Bakterien die Hautbarriere durchdrungen und sich festgesetzt haben. Wenn sich die Epidermis aufgelöst hat, zeigen sich die Bläschen, die mit einer eitrigen Flüssigkeit gefüllt sind. Die Blasen bleiben Tage bis Wochen bestehen, ehe sie platzen und neue Erreger freisetzen, die andere Hautstellen infizieren können. Die Flüssigkeit trocknet schließlich ein und bildet die honiggelben Krusten. Infektiös sind also sowohl die Bläschen als auch der Schorf. Mit der Zeit lösen sich die Krusten und fallen von alleine ab.
 
Selbst ohne Behandlung heilt die Borkenflechte meistens innerhalb von drei Wochen aus, nur in seltenen Fällen dauert die Heilung länger. Mit einer entsprechenden Behandlung wird die Zeit auf eine bis zwei Wochen verkürzt. Eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben in Kindergarten und Schule ist einen Tag nach Beginn der Antibiotikatherapie wieder möglich. Ohne Behandlung müssen die offenen Hautstellen und Krusten erst vollständig abgeheilt sein. Menschen entwickeln nach einer Borkenflechte keine Immunität, demnach kann sich ein Patient immer wieder damit infizieren.

Wie kann ich einer Impetigo contagiosa vorbeugen?

Eine Impfung gibt es nicht, doch hilft schon eine gute allgemeine Hygiene und Körperhygiene. Dennoch sollten erkrankte Personen konsequent zu Hause bleiben, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Eine Desinfektion aller Gegenstände nach einer überstandenen Erkrankung ist nicht unbedingt notwendig. Manchmal rät der Arzt zu einer speziellen Hautpflege der geheilten Haut, um eine neuerliche Erkrankung zu verhindern. Regelmäßiges Händewaschen allein kann schon vor vielen Krankheiten schützen, besonders wichtig ist es nach dem Gang auf die Toilette, einer Aktivität im Freien sowie vor dem Essen. Auch kleine Verletzungen bedürfen einer sorgfältigen Behandlung, damit sich darin keine Bakterien ansiedeln können.

Borkenflechte (Impetigo contagiosa) - Wie kann ich einer Impetigo contagiosa vorbeugen?

Was kostet die Behandlung einer Borkenflechte und übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Borkenflechte (Impetigo contagiosa) - Kosten

Die Kosten der Behandlung richten sich nach der Art der Therapie, je nachdem, ob eine systemische Antibiotikagabe notwendig wird oder nicht. Der Patient muss nicht für die Behandlung aufkommen, sie gehört zu den Leistungen der Krankenkasse. Allerdings kann individuell ein Selbstbehalt oder eine Rezeptgebühr anfallen.


Über den Autor: Dr. med. Benjamin Gehl

Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie


Als Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie liegt die Leidenschaft von Dr. Gehl schon immer im Bereich der medizinischen Contentproduktion.

Aufgrund seiner Ausbildung, einer langjährigen Einsatzzeit in der rekonstruktiven und plastischen Chirurgie, sowie zahlreichen Auslandseinsätzen in Indien, Afrika und Amerika weiß er, welche Techniken und Behandlungen für medizinische Indikationen international Anwendung finden und State of the art sind.

Weiterhin beschäftigt er sich täglich mit neuen Trends und Techniken in der operativen und nicht-operativen Chirurgie. Fortbildungen sowie Studien zählen genauso zu seiner Leidenschaft wie die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten zu den neuesten fachspezifischen Themen.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Die Impetigo contagiosa, auch Borkenflechte oder Eiterflechte genannt, ist die häufigste bakterielle Hauterkrankung bei Kindern.


Verursacht wird sie vorwiegend durch Staphylokokkus aureus oder Streptokokkus pygens sowie Mischinfektionen.


Es gibt drei verschiedene Formen der Borkenflechte, allen gemeinsam sind kleine flüssigkeitsgefüllte Bläschen, die nach dem Platzen die charakteristischen honiggelben Krusten ausbilden.


Behandelt wird die Borkenflechte mit lokalen antibiotischen oder antiseptischen Gelen, selten ist eine systemische Antibiotikagabe nötig. Meist heilt sie narbenlos von selbst wieder ab, unbehandelt können die Erreger in andere Gewebe und Organe verschleppt werden, wo sie Entzündungen hervorrufen können.

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