Mandelsteine (Tonsillensteine)

Bei Mandelsteinen, oder medizinisch auch Tonsillensteine, handelt es sich um gelblich-weiße Gebilde in den Furchen der Gaumenmandeln, den sogenannten Krypten. Sie werden wenige Millimeter groß und bestehen meist aus einer festen bis krümeligen Substanz. Grundsätzlich sind Mandelsteine harmlos, können aber Schluckbeschwerden und einen schlimmen Mundgeruch verursachen. Dieser entsteht dadurch, dass in der Mundhöhle lebende Bakterien die Zell- und Nahrungsreste, aus denen Tonsillensteine bestehen, zersetzen. Durch ihr Aussehen können Mandelsteine mit Eiteransammlungen einer Mandelentzündung verwechselt werden, weswegen eine Abklärung bei einem HNO-Arzt notwendig ist. Mandelsteine können in der Regel bei allen Menschen auftreten, wobei Personen, die öfter eine Mandelentzündung hatten, eher davon betroffen sind. Bei Kindern werden sie dagegen selten beobachtet. Es gibt verschiedene nicht-operative Methoden, wie Mandelsteine entfernt werden können. Nur in wenigen Fällen ist ein chirurgischer Eingriff unabwendbar.


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Online-Redaktion

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Zuletzt aktualisiert: 16. Juni, 2020



ICD-10-GM-2020 J35.8

Was versteht die Medizin unter Mandelsteinen?

Da der medizinische Fachausdruck für Mandeln Tonsillen ist, werden Mandelsteine in der Fachsprache auch Tonsillensteine, Tonsillolithe oder Tonsillarpfropfen genannt. Sie bestehen aus Speiseresten, abgestorbenen Schleimhautzellen und weißen Blutkörperchen und lagern sich in den Einbuchtungen der Gaumenmandeln, auch Krypten genannt, ab. Dort können sie Schluckbeschwerden, ein Fremdkörpergefühl, Reizhusten, Ohrenschmerzen, einen fauligen Geschmack im Mund und Mundgeruch verursachen, sind aber im Grunde ungefährlich.
 
Der Arzt kann sie aufgrund ihres Aussehens oder zufällig im Zuge einer Panoramaschicht- Röntgenaufnahme des Ober- und Unterkiefers diagnostizieren. Für die Entfernung von Mandelsteinen stehen verschiedene nicht-operative Methoden zur Verfügung. Ein chirurgischer Eingriff ist nur in seltenen schwereren Fällen notwendig.

Mandelsteine sind sehr unangenehm und führen häufig zu Mundgeruch bei Betroffenen.

Wie entstehen Mandelsteine?

Als erste Abwehrstation im Bereich der Atemwege und des Magen-Darm-Traktes erkennen die Gaumenmandeln durch Nahrung und Luft eindringende Erreger und leiten diese Information dann an das Immunsystem weiter. Ähnlich wie der Darm sind die Mandeln gefaltet und bilden Furchen, sogenannte Krypten. In diesen sammeln sich Speisereste, abgestorbene Zellen, weiße Blutkörperchen sowie Bakterien und eingelagerte Kalksalze.
 
Die Krypten dienen als Kontaktfläche zwischen Antikörpern und Erregern. Setzt sich abgeschilfertes Material dort ab und entwickelt sich zu einem bröckeligen, käseartigen Gewebe, sprechen Ärzte von Mandelpfröpfen. Erst wenn diese verkrusten und verkalken, bekommen sie die Bezeichnung Mandelsteine.
 
Die wenige Millimeter großen, gelblich-weißen Steinchen werden im Normalfall durch die normale Kau- und Schluckbewegung an die Oberfläche transportiert und mit der Nahrung unbemerkt verschluckt. Verbleiben diese Absonderungen jedoch länger in den Krypten, verklumpen und verhärten sie.
 
Mandelsteine bestehen hauptsächlich aus Kalziumkarbonat, also Kalk, Magnesium und weiteren Mineralien. Darauf befindet sich der sogenannte Biofilm, ein Schleimfilm mit Mikroorganismen, welche das Ablagerungsmaterial zersetzen. Diese Verstoffwechselung führt letzten Endes zur Bildung von Schwefelgasen und somit zu einem fauligen Geruch.

Wie sehen die Symptome von Mandelsteinen aus?

In der Regel lösen Mandelsteine keine Beschwerden aus, sondern werden unbemerkt mit der Nahrung verschluckt, ausgehustet oder ausgeniest. Große Exemplare können jedoch einen fauligen Geruch und Geschmack verursachen.
 
In manchen Fällen berichten Betroffene von einem Fremdkörpergefühl am hinteren Gaumen, welches sich vor allem beim Schlucken bemerkbar macht. Ebenfalls möglich sind Schwellungen und Schmerzen sowie lokale Entzündungen an den betroffenen Mandeln. Jedoch sind die Mandeln anders als bei einer eitrigen Angina nicht gerötet und auch der Schmerz beim Schlucken ist weniger intensiv. 

Was sind die Ursachen für Mandelsteine?

Tonsillensteine kommen im Grunde bei jedem Menschen vor, jedoch sind sie im Normalfall so klein, dass sie unbemerkt bleiben. Für die Entwicklung der Mandelsteine ist die Größe der Gaumenmandeln selbst ausschlaggebend: Je ausgeprägter und tiefer die Krypten sind, desto eher entstehen krustige und körnige Gebilde.
 
Auch eine gestörte natürliche Entleerung der Einbuchtungen kann in weiterer Folge zur Bildung von Mandelsteinen führen. Dies kann nach schweren oder wiederkehrenden Mandelentzündungen der Fall sein, da die Oberfläche der Mandeln dabei vernarbt und der Abtransport der Ablagerungen aufgrund einer Verengung der Krypten erschwert oder verhindert wird. Umgekehrt gibt es durch ein wiederholtes Auftreten von Mandelsteinen auch Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Mandelentzündungen.

Welche Risikofaktoren können Tonsillensteine auslösen?

Zu den zwei häufigsten Risikofaktoren gehören große Mandeln mit sehr tiefen Krypten, in denen sich Ablagerungen leichter sammeln können sowie ein gestörter Entleerungsmechanismus der Einbuchtungen. Dieser entsteht durch wiederholte Mandelentzündungen, bei denen das Gewebe nach und nach vernarbt. Als Folge verengen sich die Krypten und können durch die normale Kau- und Schluckbewegung schwer bis gar nicht mehr entleert werden.

Mandelsteine lagern sich in den Einbuchtungen der Gaumenmandeln ab.

Sind Mandelsteine gefährlich?

Mandelsteine sind nicht gefährlich. Eine Behandlung ist nur dann notwendig, wenn Beschwerden auftreten, die den Alltag beeinträchtigen.

Welche Folgen können Mandelsteine für mich haben?

Als Folge von Mandelsteinen kann ein fauliger Geschmack in Deinem Mund entstehen. Zudem führen insbesondere größere Gebilde zu Mundgeruch. Betroffene fühlen sich dadurch vor allem in Gesellschaft nicht wohl, da ihnen der faulige Geruch peinlich ist. Dies kann Auswirkungen auf deren psychische Gesundheit haben. Zusätzlich ist es möglich, dass Deine Mandeln anschwellen und Du unter Schmerzen oder Schluckbeschwerden leidest.

Was ist der Unterschied zwischen Mandelsteinen und einer Mandelentzündung?

Bei Mandelsteinen treten Beschwerden im Normalfall erst bei größeren Gebilden an der Oberfläche auf. Zudem kannst Du Mandelsteine mit dem bloßen Auge am hinteren Gaumenrand erkennen. Sie zeigen sich als kleine weiße Punkte und lassen sich teilweise mit der Zunge erfühlen. Außerdem erkennst Du Mandelsteine am üblen Mundgeruch.
 
Bei einer Mandelentzündung sind die Mandeln stark gerötet und geschwollen. Zudem wird der Infekt meist mit Fieber und starken Schmerzen beim Schlucken begleitet. Durch Entzündungen können sich Narben auf der Mandeloberfläche bilden, welche zu einer vermehrten Bildung von Tonsillensteinen führen kann. Ein weiterer Unterschied ist die Dauer der Erkrankung. So heilt eine Mandelentzündung, vor allem durch die Gabe von Antibiotika, in ein paar Tagen wieder aus. Mandelsteine können dagegen immer wieder auftreten.

Was ist der Unterschied zwischen Mandelsteinen und Speichelsteinen?

Während Mandelsteine meist harmlos sind und keine Beschwerden verursachen, können Speichelsteine schmerzhaft sein. Tonsillensteine kannst Du im hinteren seitlichen Rachen erkennen. Du kannst sie meist mit einem Wattestäbchen oder einer Munddusche entfernen oder sie von einem Zahn- oder HNO-Arzt wegmachen lassen.
 
Speichelsteine, medizinisch auch Sialolithe genannt, bestehen aus kristallisierten Speichelbestandteilen. Diese kleinen, festen Körpersteinchen verursachen meist auch keine Beschwerden und werden unbemerkt aus den Speicheldrüsen gespült. Sollten sie jedoch größer werden und sich verkanten, können sie zu einer Verengung der Speicheldrüse führen, was sich durch eine Mundtrockenheit bemerkbar macht.
 
Sollte die Drüse komplett verstopfen, kommt es zu einer Schwellung und Entzündung. Dies verursacht mitunter starke Schmerzen, die sich über das ganze Gesicht ausbreiten können. Nachdem sich Speichelsteine fast immer aufgrund eines zu dickflüssigen Schleims bilden, solltest Du ausreichend trinken, um das Erkrankungsrisiko zu senken. Auch kannst Du auf Hausmitteln wie einen Spritzer Zitronensaft zurückgreifen, welcher den Speichelfluss anregt und dadurch die Ausschwemmung der kleinen Kristalle fördert.
 
Große Speichelsteine kann der Zahnarzt mit einer Massage in Richtung Ausgang schieben. Sollten diese Maßnahmen nicht greifen, können sie mithilfe eines Lasers oder Endoskops operativ entfernt werden.

Wer ist am häufigsten von Mandelsteinen betroffen?

Vor allem Menschen, die häufig an einer Mandelentzündung erkrankt waren, haben ein erhöhtes Risiko, Mandelsteine zu bekommen. Auch Personen mit großen Mandeln und vielen Krypten haben öfter Probleme mit Tonsillensteinen. Bei Kindern kommen Mandelsteine eher selten vor. 

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Wenn Mandelsteine Probleme beim Schlucken verursachen oder der Mundgeruch zu einer psychischen Belastung wird, solltest Du einen HNO-Arzt aufsuchen. Dieser kann die Mandelsteine ausdrücken oder absaugen. Nur in seltenen Fällen wird Dir der Spezialist zu einer chirurgischen Entfernung raten.

Die Prognose von Mandelsteinen ist sehr gut, besonders mit einer Operation lassen sie sich dauerhaft entfernen.

Wie lassen sich Mandelsteine diagnostizieren?

In den meisten Fällen werden Mandelsteine von Betroffenen selbst oder dem Zahn- beziehungsweise HNO-Arzt zufällig entdeckt. Doch auch bei Beschwerden wie einem unklaren Mundgeruch, einem Fremdkörpergefühl, einem Räusperzwang oder einem pelzigen Gefühl im Rachen, sucht der Arzt Deine Mandeln nach Anzeichen von Steinen ab.
 
Je nach Größe und Beschaffenheit der Steine sowie deren Abstand zur Oberfläche, schimmern sie weißlich durch die Schleimhaut oder zeigen sich als weiße Auflagerung an den Mandeln. Nur tief liegende Steine können nicht mit dem bloßen Auge gesichtet werden. Diese kann der Arzt mithilfe von Röntgenaufnahmen oder durch eine Computertomographie ausfindig machen, wobei die Untersuchungen hinsichtlich der Kosten und der auftretenden Strahlenbelastung in keiner Relation zur Milde der Beschwerden stehen.
 
In manchen Fällen ist eine Unterscheidung zwischen Mandelsteinen und einer eitrigen Mandelentzündung nur mithilfe eines Abstrichs, mit welchem die krankheitsauslösenden Bakterien nachgewiesen werden können, möglich.

Wie lassen sich Mandelsteine nicht-operativ entfernen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Mandelsteine auch selbst zu entfernen. Wenn Du Dir dabei nicht sicher bist, ist es ratsam, einen Spezialisten zurate zu ziehen und die Entfernung von einem Arzt durchführen zu lassen. Du solltest wissen, dass Mandelsteine immer wieder neu entstehen und nur eine gezielte, ärztliche Behandlung zu einem langfristigen Erfolg führt. Vor allem bei Schmerzen oder Schluckbeschwerden, solltest Du in jedem Fall einen Spezialisten aufsuchen.
 
Entfernung mit Hilfsmitteln
 

  • Entfernung der Mandelsteine mit einer Munddusche: Eine Munddusche reinigt normalerweise Zähne und Zahnzwischenräume. Da sie jedoch einen gezielten Wasserstrahl erzeugt, dessen Intensität und Art Du bei den meisten Modellen einstellen kannst, lassen sich mit diesem Hilfsmittel auch Mandelsteine entfernen. Dabei musst Du das Mundstück der Munddusche so vor der Öffnung in der Mundschleimhaut positionieren, dass Du mit dem Wasserstrahl die Mandelsteine aus den Vertiefungen gut ausspülen kannst. Die Anwendung ist schmerzfrei, recht einfach und auch für Anfänger geeignet.
  • Entfernung der Mandelsteine mit der Roederbehandlung: Heinrich Roeder beschrieb dieses naturheilkundliche Verfahren um 1900 das erste Mal. Die Mandelsteine werden dabei mechanisch mit einer kleinen Glasglocke und einem Pumpball abgesaugt. Zuerst stülpst Du die Glasglocke über die betroffenen Bereiche im Mund und erzeugst mit einem Pumpball ein Vakuum. Dabei werden die Steine abgesaugt und die Mandeln zusätzlich stimuliert und massiert. Du kannst das sogenannte „Rödern“ einmal die Woche durchführen, wobei Du anfangs etwas Übung dafür benötigst.
  • Entfernung der Mandelsteine mit einem “Werkzeug-Set”: Im Handel gibt es für Betroffene ein dreiteiliges Werkzeug-Set mit speziellen Instrumenten, wie Schlingen oder Küretten, welche helfen sollen, Mandelsteine nicht nur loszuwerden, sondern deren Bildung vorzubeugen. Gleichzeitig sollen Halsschmerzen schon im Vorfeld verhindert werden.
  • Entfernung der Mandelsteine mit der Zahnbürste, einem Wattestäbchen oder einem Löffelstiel: Es gibt noch andere Werkzeuge, mit denen Du Mandelsteine leicht entfernen kannst. Du solltest jedoch darauf achten, dass das Hilfsmittel nicht zu spitz ist, sonst kannst Du Dich leicht verletzen. Um die Steine herauszubekommen, drückst Du sanft mit dem Stielende gegen die Unterseite der Mandeln im Gaumen und massierst die Einlagerungen leicht nach oben. Dabei sollten sich die Steine lösen. Diese Methode verlangt etwas Übung, da die Berührung im Rachenraum häufig einen Würgereflex auslöst. Du kannst den Kopf etwas anheben, damit Du leichter an die betroffenen Stellen ran kommst.

Für die Entfernung von Mandelsteinen gibt es eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten.

Entfernung mit der Zunge
 
Wenn Du eine gelenkige Zunge hast, kannst Du die Mandelsteine auch mit dieser entfernen. Dazu musst Du die Zunge gegen die Gaumenmandeln drücken und die Ablagerungen langsam nach oben schieben. Bei dieser Methode besteht jedoch die Gefahr, dass Du die Steinchen nicht ordnungsgemäß entfernst, sondern lediglich zerdrückst. Massiere deshalb vorab die Gaumenmuskulatur, strecke Deinen Kopf nach hinten und öffne und schließe den Mund abwechselnd, um die Muskulatur im Gaumen zu spannen. Die Bewegung der Gaumenmuskulatur sollte dazu führen, dass sich die Mandelsteine leichter lösen können.
 
Gurgeln
 
Auch Gurgeln mit Mundwasser, Kamillen- oder Salbeitee beziehungsweise Salzwasser sowie starkes Husten kann die Mandelsteine aus den Furchen befördern. Sollte keine dieser Methoden wirken, solltest Du einen HNO-Arzt aufsuchen, welcher spezielle Werkzeuge wie Küvetten oder Pipetten sowie Schröpfgläser für die Entfernung verwendet.
 
Behandlung mit Laser oder Stromimpulsen
 
Um die Bildung von Mandelsteinen dauerhaft zu verringern, kann der HNO-Arzt diese unter örtlicher Betäubung mit Laser oder Stromimpulsen bearbeiten. Dabei werden die oberen Schichten des Tonsillengewebes abgetragen beziehungsweise geglättet. Die Funktion der Immunabwehr bleibt bei dieser Methode erhalten, jedoch können in Ausnahmefällen neue Mandelsteine entstehen.
 
Mandelsteine können nicht mit Antibiotika behandelt werden, da sich die Mikroben in der Schleimhaut verschanzt halten und deshalb nicht erreicht werden können.

Wann müssen Mandelsteine operativ entfernt werden?

Möchtest Du die Mandelsteine dauerhaft entfernen lassen, führt an einer Operation nichts vorbei. Diese Option sollte jedoch immer als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen werden, da der Eingriff einen circa einwöchigen Krankenhausaufenthalt beinhaltet und mögliche Risiken birgt. So können nach der Operation schwerwiegende Komplikationen wie Nachblutungen, selten sogar mit Todesfolge, auftreten.
 
Für eine Mandelentfernung besteht aus medizinischer Sicht kein Grund, da Mandelsteine nicht gesundheitsschädigend sind. Ist der Leidensdruck bei Betroffenen jedoch derart groß, stellt eine Operation die letzte und einzige Maßnahme dar. Vor allem bei übergroßen Steinen oder Personen, die aufgrund wiederholter Mandelentzündungen ein vernarbtes Mandelgewebe haben, kann es zu dauerhaften Schmerzen und sehr starkem Mundgeruch kommen, was Patienten sehr belastet.

Wie verläuft die Operation der Mandelsteine?

Mediziner unterscheiden zwischen einer extrakapsulären und einer intrakapsuläre Mandelentfernung. Beide Methoden sind grundsätzlich einfach und mit wenig Schmerzen verbunden.
 
Extrakapsulären Mandelentfernung oder Tonsillektomie
 
Hierbei werden beide Mandeln gänzlich entfernt. Unter Vollnarkose drückt der Chirurg mit einer selbsthaltenden Metallspatel die Zunge nach unten und hält so den Mund offen. Mit einem scharfen Instrument schneidet er zunächst den vorderen Gaumenboden ein und schält dann die Mandel mit speziellen Instrumenten wie Scheren oder Schlingen aus der Kapsel heraus.
 
Intrakapsuläre Mandelentfernung oder Tonsillotomie
 
Diese Methode wird in der Medizin auch intrakapsuläre Tonsillektomie oder RF-Tonsillotomie genannt. Dabei entfernt der Chirurg die Mandeln mithilfe eines Radiofrequenzgeräts oder Lasers nur teilweise. Die Anzahl der Furchen im Mandelgewebe verringert sich, weshalb sich weniger Ablagerungen bilden können. Diese operative Therapieform kann deshalb nur bei nicht oder wenig entzündeten Mandeln durchgeführt werden, da sich das verbliebene Restgewebe ansonsten wieder entzünden könnte. Der Eingriff kann auch ambulant angeboten werden.

Wie ist die Prognose von Tonsillensteinen?

In der Regel werden Tonsillensteine von Betroffenen gar nicht bemerkt und nur durch Zufall entdeckt. Zu Beschwerden kommt es hauptsächlich bei größeren Steinen. Diese lassen sich jedoch meist leicht entfernen. Leider entstehen Mandelsteine immer wieder aufs Neue. Dagegen wirken keine Medikamente, nicht einmal Antibiotika.
 
Die einzige sichere Methode, Mandelsteine für immer loszuwerden, ist die chirurgische Entfernung der Mandeln. Dies kann jedoch zu einer Abschwächung des Immunsystems führen. Wie sehr sich diese Einschränkung auf den Körper auswirkt, hängt von Mensch zu Mensch ab und lässt sich nicht vorhersagen.

Zitronensäure ist ein effektives Hausmittel für die (temporäre) Beseitigung von Mandelsteinen.

Was kann ich selbst gegen Mandelsteine machen?

Um mögliche Beschwerden bei Mandelsteinen zu lindern, kannst Du Heilpflanzen wie Kamille oder Salbei in Form von Spülungen verwenden. Salbei wirkt dabei entzündungshemmend und beugt zudem einen schlechten Atem vor. Kamille beruhigt den Geist und hat ebenfalls eine entzündungshemmende Wirkung.
 
Die meisten Tonsillensteine lösen sich von selbst und Du verschluckst sie, ohne es zu bemerken. Solltest Du sie dennoch selbst entfernen wollen, kannst Du dazu Hilfsmittel wie Wattestäbchen, Zahnbürsten oder einen Löffelstiel verwenden. Am besten Du lässt Dir die Technik von einem Spezialisten zeigen, bevor Du sie das erste Mal anwendest.

Kann ich Mandelsteine vorbeugen?

Du kannst Mandelsteinen vorbeugen, indem Du regelmäßig eine Munddusche verwendest oder die Mandeln mit einer Zahnbürste regelmäßig massierst. Dies säubert die Krypten und erschwert somit die Bildung von Steinchen. Auch der weitgehende Verzicht von Alkohol und Milchprodukten soll die Bildung von Ablagerungen in den Krypten reduzieren. Im Grunde solltest Du eine gründliche Mundhygiene mit täglichem Zähneputzen, Gurgeln mit Salzwasser, der Anwendung von antibakteriellem Mundwasser sowie der Reinigung der Zunge mit einem Zungenschaber betreiben.

Was kostet die Entfernung von Mandelsteinen?

Je nach Methode können die Kosten unterschiedlich ausfallen. So zahlst Du für ein Mandelsteinentfernungs-Set etwa 15 Euro aufwärts, für eine Munddusche musst Du mit Kosten zwischen 35 und 75 Euro rechnen. Zahnbürsten oder Wattestäbchen bekommst Du für wenige Euro. Ein Röder-Saugglas kommt auf etwa 20 Euro.
 
Eine chirurgische Mandelentfernung kostet im Krankenhaus summa summarum etwa 2.000 bis 2.500 Euro, wobei diese Kosten in der Regel von den Krankenkassen übernommen werden.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Die Kosten für eine operative Teil-/ Entfernung der Mandeln wird in der Regel von den Krankenkassen übernommen. Hilfsmittel für alternative Methode musst Du selbst bezahlen.


Dauer Dauer

Je nach Behandlung

Ausfallzeit Ausfallzeit

Je nach Behandlung

Stationärer Aufenthalt Stationär

Je nach Behandlung

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Dr. med. dent. Thorsten Schuster

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Das Wichtigste zusammengefasst

Mandelsteine sind gelblich-weiße Ablagerungen in den Furchen der Gaumenmandeln


In der Regel sind Mandelsteine harmlos, wenige Millimeter groß und bestehen aus einer festen bis krümeliger Substanz


Normalerweise werden Mandelsteine zufällig von einem Zahn- oder HNO-Arzt entdeckt, da sie oft beschwerdefrei bleiben. Nur größere Steine können zu Schmerzen beim Schlucken und einen üblen Mundgeruch führen


Es gibt viele Möglichkeiten, Mandelsteine zu behandeln. Eine dauerhafte Behandlung bietet jedoch nur eine operative Entfernung, da Mandelsteine ansonsten immer wieder auftreten können

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