Zungenkrebs (Zungenkarzinom)

Der Zungenkrebs ist eine Art des Mundhöhlenkarzinoms und tritt auf der Schleimhaut der Zunge auf. Es gibt verschiedene Arten der Zungenkarzinome, welche sich in der Lokalisation, im Aussehen und in der Prognose unterscheiden. Zum Glück sind Zungenkarzinome recht selten. Trotzdem solltest Du regelmäßig zum Zahnarzt gehen, da die meisten bösartigen Tumore im Mundraum während zahnärztlicher Untersuchungen entdeckt werden. Je früher Du einen Tumor behandeln lässt, desto günstiger ist auch die Prognose. Mithilfe von innovativer Medizin lässt sich der Zungenkrebs abhängig vom Stadium gut behandeln und auch die Lebensqualität kann durch moderne Operationsmethoden mit wenig Gewebeverlust oft in einem hohen Maße erhalten bleiben.


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Zuletzt aktualisiert: 22. Juni, 2020



ICD-10-GM-2020 C02

Was versteht die Medizin unter Zungenkrebs?

Zungenkarzinome sind seltene, bösartige Geschwüre, die von der Zunge ausgehen. Die Schleimhaut der Zunge besteht zum größten Teil aus unverhornten Plattenepithelien. Da hieraus die meisten Tumore entstehen, bezeichnet man sie auch als Plattenepithelkarzinome. Zungenkrebs lässt sich in die große Gruppe der Kopf-Hals-Tumore einordnen.
 
Etwa die Hälfte der Betroffenen haben einen Tumor im mittleren Drittel am Zungenrand, circa ein Viertel leidet an Zungenkrebs im vorderen Zungendrittel und nur ein Fünftel weist Tumore am Zungengrund auf. Außerdem lassen sich die Tumore in flache Zungenkrebsarten, die in der Schleimhaut wachsen und blumenkohlartige Tumore, die über dem Plattenepithel herauswachsen, einteilen.

Wie häufig ist Zungenkrebs und wer ist davon betroffen?

Generell ist Zungenkrebs relativ selten, aber leider existieren keine genauen Zahlen zur Häufigkeit. In Deutschland erkranken etwa 11.000 Menschen an bösartigen Mund- und Rachentumoren. Männer sind deutlich häufiger von Zungenkrebs betroffen, etwa drei Viertel der Patienten sind männlich. Die meisten davon sind über 60 Jahre alt, allerdings kann Zungenkrebs auch schon früher auftreten.

Männer über 60 Jahren sind am häufigsten von Zungenkrebs betroffen.

Was sind die Symptome von Zungenkrebs?

Analog zu den meisten bösartigen Krebserkrankungen gibt es auch bei Zungenkrebs keine eindeutigen oder typischen Beschwerden, die nur durch Zungenkrebs verursacht werden. Meist treten eher unspezifische Symptome auf, die jedoch deutlich häufiger durch harmlose Ursachen zustande kommen.
 
Mögliche Symptome sind lokalisierte Verhärtungen, die immer größer werden, offene Stellen, eine verwaschene Sprache sowie Probleme beim Kauen, ein verstärkter Speichelfluss, Schmerzen an der Zunge oder im Hals, eine eingeschränkte Beweglichkeit der Zunge, Schluckstörungen, ein fauliger Geruch sowie Blutungen im Mundraum.
 
Am häufigsten kommt es zu Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Meist liegt dem eine harmlose Virusinfektion zugrunde, wenn die Beschwerden allerdings länger als zwei Wochen bestehen oder immer schlimmer werden, solltest Du bei Deinem Arzt die Ursache abklären lassen. Achte außerdem auf wunde Stellen, die nicht abheilen.
 
Wenn es sich um Zungenkrebs handelt, kann es auch passieren, dass die Stelle blutet, wenn Du sie berührst. Weißliche oder rötliche Flecken, die nicht abwaschbar sind und auch nicht mehr verschwinden, können auf eine Zungenkrebs-Vorstufe hindeuten.
 
Manche Betroffene berichten über ein Fremdkörper- oder Kloßgefühl im Bereich von Mund und Zunge, oder ein brennendes Gefühl im Zungenbereich, welches sich beim Schlucken noch verstärkt. Andere verspüren ein „Sandpapiergefühl“ im Mundraum oder Taubheitsgefühle in der Zunge. Häufig sind die Lymphknoten am Hals und am Unterkiefer angeschwollen. Zahnärzte stellen oft krebsverdächtige Gewebeveränderungen im Mundraum fest, wenn sich die Zähne des Patienten lockern oder eine Zahnprothese herausfällt.

Welche Ursachen hat Zungenkrebs?

Es ist noch nicht vollständig geklärt, wodurch Zungenkrebs entsteht. Sicher ist allerdings, dass äußeren Einflüssen eine bedeutende Rolle zukommt. Es sind jedoch viele Risikofaktoren bekannt, die die Entstehung von Zungenkrebs begünstigen.

Welche Risikofaktoren begünstigen die Entstehung von Zungenkrebs?

Besonders der Konsum von Tabak und Alkohol ist ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von Zungenkrebs. Auch Drogen können das Zungenepithel schädigen und so die Entstehung von Zungenkrebs begünstigen. Eine unzureichende Mundhygiene fördert nicht nur die Entstehung von Karies, sondern auch chronische Entzündungen der Zungenschleimhaut und erhöht damit die Wahrscheinlichkeit für ein Zungenkarzinom.
 
Vielleicht hast Du schon einmal vom humanen Papillomavirus (HPV) gehört. Das sind bestimmte Viren, von denen einige das Risiko für verschiedene Krebsarten erhöhen. Zu diesen „high-risk“-Typen gehören beispielsweise HPV 16, 18, 45 und 31. Viele verbinden HPV direkt mit Gebärmutterhalskrebs, allerdings ist nach einer Infektion auch das Risiko für verschiedene Krebsarten im Mund- und Rachenraum erhöht.
 
Eine einseitige Ernährung wie beispielsweise massivem Fleischkonsum oder gebratenen Speisen gehört ebenfalls zu den Risikofaktoren, die die Entstehung eines Zungenkarzinoms begünstigen.

Raucher sind besonders anfällig für Zungenkarzinome.

Wie diagnostiziert der Arzt ein Zungenkarzinom?

Nach einem ausführlichen Anamnesegespräch untersucht der Arzt Deinen Mund-Rachen-Raum gründlich mithilfe eines Spiegels. Hat der Arzt den Verdacht, dass es sich um Zungenkrebs handeln könnte, entnimmt er aus den veränderten Hautbereichen eine Gewebeprobe.
 
Durch eine Endoskopie kann der Arzt zusätzliche Veränderungen in den tieferen Abschnitten der oberen Atemwege ausschließen. Wenn er klären will, ob der Tumor gestreut hat, kann er zusätzlich bildgebende Verfahren nutzen.

Welche Rolle spielt die TNM-Klassifikation für die Diagnose?

Die TNM-Klassifikation beurteilt die Ausbreitung beziehungsweise das Ausmaß des Zungenkarzinoms. Die Faktoren sind Tumorgröße, Nodulus (Lymphknoten) und Metastasenbildung. Anhand dieser Einschätzung kann der Arzt die Therapie planen und die Prognose einschätzen.

Was sind die Behandlungsmaßnahmen bei Zungenkrebs?

Eine Zungenkrebsbehandlung zielt immer darauf ab, den Tumor möglichst vollständig zu entfernen und alle Krebszellen im Körper zu beseitigen. Bei der Behandlung von Tumoren im Mund-Kiefer-Bereich stehen den Ärzten nach dem heutigen Stand drei Verfahren zur Verfügung. Häufig kombinieren sie aber mehrere Krebstherapien miteinander, um die Heilungsaussichten zu optimieren.
 
Operation
 
Abhängig von der Größe und der Ausdehnung des Tumors, stellt der Arzt Deinen individuellen Behandlungsplan auf. Meist ist eine Operation Teil eines solchen Behandlungsplans. Dabei versuchen die Ärzte sowohl den bösartigen Tumor in der Zunge als auch möglicherweise vorhandene Metastasen zu entfernen. Je kleiner das Krebsgeschwür ist, desto schonender fällt die Operation aus und die Ärzte müssen nur einen kleinen Teil der Zunge entfernen.
 
Wenn der Krebs allerdings schon weiter fortgeschritten ist, sind die Chirurgen gezwungen, größere Teile der Zunge zu entfernen. Der Chirurg entfernt bei diesem Eingriff auch Lymphknoten im Halsbereich – manchmal nur um sicherzugehen, selbst, wenn es keinen Verdacht auf Metastasen gibt.
 
Das liegt daran, dass ein solcher Krebs oft über die Lymphbahnen streut und in anderen Körperregionen Metastasen bildet. In manchen Fällen entfernt der Arzt im Rahmen einer sogenannten „neck dissection“ nicht nur die Halslymphknoten, sondern auch umliegendes Gewebe inklusive Nerven und Muskeln.
 
Dank modernster Verfahren ist es den Operateuren heutzutage möglich, das bösartige Gewebe präzise herauszuschneiden und dennoch die Funktion des Organs weitestgehend zu erhalten. Du kannst also im Idealfall auch nach dem Eingriff essen, schlucken oder sprechen, was gegenüber früheren Methoden ein großer Zugewinn an Lebensqualität für die Betroffenen ist.
 
Strahlentherapie
 
Möglich ist auch eine Behandlung des Zungenkarzinoms mittels Strahlentherapie. Dabei richten Radiologen, also Ärzte, die sich auf Strahlentherapie spezialisiert haben, hochenergetische ionisierende Röntgenstrahlen direkt auf das entartete Tumorgewebe.
 
Die Therapie wirkt dadurch, dass die Strahlen das Erbgut der Krebszellen so stark schädigen, dass sie sich nicht mehr vermehren können und absterben. Häufig kommt eine Strahlentherapie nach einer Operation zum Einsatz, damit der Arzt möglicherweise verbliebene Resttumorzellen zerstören kann.
 
In anderen Fällen möchte der Arzt den Tumor auch vor einer Operation verkleinern, damit er schonender operieren und größere Teile der Zunge erhalten kann. Wenn Dein Zungenkrebs schon weiter fortgeschritten ist und auch schon in andere Bereiche des Körpers metastasiert hat, kann Dein Arzt Dich nicht mehr nur lokal behandeln.

Die Symptome von Zungenkrebs sind recht unspezifisch, vor allem gehören Schluckbeschwerden und Halsschmerzen dazu.

Chemotherapie
 
Eine Chemotherapie kann dann helfen, sie wirkt nämlich im gesamten Körper. Ein Onkologe verabreicht Dir Medikamente, die als Zellgifte wirken und so die Krebszellen an einer Teilung und Vermehrung hindern und sie absterben lassen. Um auf Nummer sicherzugehen, setzen Ärzte eine Chemotherapie meist nach der Entfernung aller sichtbaren Tumorherde ein. So wie es möglich ist, die Operation und die Strahlentherapie miteinander zu koppeln, so kann sich Dein Arzt auch zu einer Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie entscheiden.
 
Die sogenannte Radio-Chemotherapie wird vor allem bei bereits fortgeschrittenen, nicht mehr operablen Karzinomen eingesetzt. Auf diesem Wege kann der Arzt die Krebserkrankung noch eindämmen und aufhalten.
 
Immuntherapie
 
Neben diesen drei Möglichkeiten strebt die Forschung unaufhaltsam nach neuen Methoden, Krebs zu therapieren. Ein vielversprechender Zugang ist dabei die Immuntherapie. Wie der Name schon sagt, setzt diese Behandlung am Immunsystem an und nicht an den Krebszellen selbst. Die neuen Medikamente (sogenannte Checkpoint-Hemmer oder Checkpoint-Inhibitoren) sorgen dafür, dass die Abwehrkräfte Höchstleistungen erbringen und das Immunsystem wieder selbst gegen die entarteten Zellen vorgeht.
 
Die Immuntherapie findet derzeit schon bei anderen Krebsarten praktische Anwendung: beispielsweise bei Lungenkrebs oder schwarzem beziehungsweise weißem Hautkrebs. Es besteht die Hoffnung, dass die Methode auch bald zur Behandlung von Zungenkrebs eingesetzt werden kann.
 
In Studien zur Wirksamkeit der Immuntherapie bei Patienten mit Plattenepithelkarzinomen konnte die Behandlung die Erkrankung aufhalten, in manchen Fällen bildete sich der Tumor sogar zurück. Eine weitere Frage, die die Forscher beschäftigt, ist, ob sich diese positiven Effekte durch eine Kombination mit einer Strahlen- oder einer Radio-Chemotherapie noch steigern lassen.
 
Ein zweiter Forschungsstrang befasst sich mit der Entwicklung von zielgerichteten Medikamenten, die sich gegen bestimmte Merkmale von Krebszellen richten oder die Blutzufuhr zum Tumor kappen („targeted therapy“). Solche Antikörper können überdies schon bei verschiedenen Krebserkrankungen wie Lungen- oder Brustkrebs zum Einsatz kommen.

Wie gestaltet sich die Nachsorge bei Zungenkrebs?

Wenn Deine Behandlung abgeschlossen ist, betreut Dich Dein Arzt dennoch für einige Zeit lang weiter. Er erstellt für Dich einen individuell strukturierten Plan zur Nachsorge. Falls nötig, bezieht er zu diesem Zweck auch Spezialisten aus anderen Fachgebieten ein, wie beispielsweise Deinen Radioonkologen oder Deinen HNO-Arzt.
 
Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind wichtig, da Du so rechtzeitig verschiedene Unterstützungsangebote erhältst, beispielsweise aufgrund psychischer Belastungen. Zur Nachsorge gehören auch bestimmte Therapien, die bei Bedarf verordnet werden können. Das kann beispielsweise ein Sprechtraining, Krankengymnastik oder Ergotherapie sein. Auch nach einer erfolgreichen Behandlung kann es leider passieren, dass der Krebs zurückkommt. Durch eine engmaschige Nachbetreuung lässt sich ein wieder auftretender Tumor schnell erkennen und abermals behandeln.
 
Auch mögliche zusätzlich bestehende Tumore (sogenannte Zweittumore) kann Dein Arzt auf diese Weise entdecken. Da die Krebstherapie zum Teil recht aggressiv sein kann, ist die Nachsorge auch dazu gedacht, eventuelle Spätfolgen der Behandlung (beispielsweise einer Bestrahlung) zu erkennen und ihrerseits zu behandeln.
 
In den ersten zwei Jahren nach Abschluss der Behandlung solltest Du alle drei Monate zur Nachuntersuchung gehen. Im dritten bis fünften Jahr alle sechs Monate, auch wenn Du keine Beschwerden hast, da das Rezidivrisiko in dieser Zeit am größten ist. Liegen bestimmte Risikofaktoren vor oder leidest Du plötzlich an etwaigen Beschwerden, kann Dein Arzt auch häufigere Untersuchungen anordnen. Anschließend solltest Du die Nachkontrollen im Rahmen Deiner jährlichen Zahnarztbesuche durchführen lassen.
 
Dein Arzt untersucht bei einer Nachuntersuchung Deine Mundhöhle und Deinen Hals. Außerdem fragt er Dich, ob Du Schmerzen hast oder ungewollt Gewicht verloren hast. Weiters beurteilt er Dein allgemeines Wohlbefinden, Deine Kau-, Sprech- und Schluckfunktion sowie Deinen Ernährungszustand. Da manche Patienten von einer psychosozialen Betreuung profitieren würden, prüft Dein Arzt überdies, ob das auch für Dich sinnvoll oder notwendig sein könnte.

Sowohl bei der Vorsorge als auch bei der Nachsorge spielen zahnärztliche Untersuchungen eine wichtige Rolle.

Wie ist der Krankheitsverlauf bei Zungenkrebs?

Der Krankheitsverlauf hängt maßgeblich davon ab, in welchem Stadium die Ärzte den Tumor entdecken. Wichtige Faktoren bei der Abschätzung des Verlaufs sind die Größe, die Aggressivität und die Ausbreitung des Tumors. Ein Zungenkarzinom, welches der Arzt schon im Frühstadium entdeckt, kann er besser behandeln. Prinzipiell ist er in diesem Stadium noch heilbar.
 
Ein Krebs im Endstadium ist weiter fortgeschritten, hat Metastasen gebildet und gilt meist als nicht mehr heilbar, ist aber trotzdem noch behandelbar. Bezüglich des Rezidivrisikos haben Wissenschaftler herausgefunden, dass es einen Zusammenhang zwischen der Tumordicke und dem Wiederaufflammen des Tumors zu geben scheint: Je dünner der Tumor ist, desto seltener scheint es Rückfälle zu geben.

Welche Komplikationen können bei Zungenkrebs auftreten?

Wenn der Zungenkrebs lange Zeit unbehandelt bleibt, können schwerwiegende Komplikationen auftreten. Da der Tumor immer weiter wächst, greift er häufig auf den Mundboden über. Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium behindert er die Betroffenen beim Schlucken und Essen, sodass sie stark abmagern und dehydrieren können.
 
Der Tumor kann überdies auch zu Sprachschwierigkeiten führen. Durch eine gelungene plastische Rekonstruktion kann der Arzt geschädigte oder entfernte Körperstrukturen ersetzen und durch den Krebs verloren gegangene Funktionen wie Kauen, Schlucken oder Sprechen weitestgehend wiederherstellen.

Wie ist die Prognose bei Zungenkrebs?

Die Prognose bei Zungenkrebs hängt von verschiedenen Faktoren ab. Abhängig vom Stadium, in welchem der Zungenkrebs entdeckt und behandelt wurde, sowie von der Größe und dem Vorhandensein von Metastasen, verändert sich die Prognose von Fall zu Fall.
 
Erkennt Dein Arzt den Zungenkrebs schon in einem frühen Stadium und therapiert ihn entsprechend schnell, ist die Prognose meist sehr gut. Wenn sich allerdings schon Metastasen bilden konnten, sinkt sie deutlich. Je nachdem, wie viele Lymphknoten betroffen sind, ändert sich auch die Prognose.
 
Leider ist die Lebenserwartung meist nur noch gering, wenn sich Metastasen in anderen Organen wie beispielsweise der Lunge, der Leber oder in den Knochen gebildet haben. Auch die Lokalisation des Tumors ist ein bedeutender Faktor zur Abschätzung der Prognose.
 
Ein Zungenkarzinom, welches am Zungengrund – also recht weit hinten im Mundraum, in der Nähe des Rachens – auftritt, hat dabei eine schlechtere Prognose als Tumore, die an anderer Stelle auftreten. Das liegt daran, dass ein solcher Tumor erst recht spät Beschwerden hervorruft und auch nicht so gut sichtbar ist wie Tumore an anderen Stellen.
 
Weitere Faktoren, die die Prognose sowie die Lebenserwartung maßgeblich beeinflussen, sind das Geschlecht der Patienten und das Ausmaß der Operation sowie ein mögliches erneutes Auftreten des Tumors, nachdem er durch eine Therapie bereits bekämpft wurde. Allerdings ist es im Einzelfall kaum möglich, vorherzusagen, wie lange der Patient noch lebt.
 
Im Durchschnitt beträgt die Lebenserwartung nach erfolgter Diagnose etwa neun Jahre. Haben Patienten eine optimale Behandlung erhalten, überleben sie durchschnittlich noch zehn Jahre. Wenn bei Patienten aufgrund von unterschiedlichen Gründen keine Operation durchgeführt wurde, beträgt die Lebenserwartung meist nur circa zwei Jahre. Jedoch solltest Du bedenken, dass etwa 38 bis 50 Prozent der Erkrankten nach zehn Jahren noch am Leben sind. Wie gut die Lebensqualität der Betroffenen ist, ist allerdings nicht ersichtlich und von Person zu Person unterschiedlich.

Die Lebenserwartung bei Zungenkrebs ist vor allem davon abhängig, in welchem Stadium die Erkrankung erkannt wird.

Welche Folgen hat ein Zungenkarzinom für Betroffene?

Besonders aufgrund der Komplikationen ist ein Zungenkarzinom oft mit schwerwiegenden Einschränkungen in der Lebensqualität verbunden. Auch die Diagnose selbst ist zunächst einmal ein Schock, den die Betroffenen zuerst verarbeiten müssen. Selbst nach Abschluss der Behandlung ist es möglich, dass der Krebs wiederkehrt, was für die Betroffenen mit einer gewissen Unsicherheit verbunden ist. Einige Personen entwickeln psychische Auffälligkeiten wie beispielsweise eine Depression. Solltest Du entsprechende Symptome bemerken, zögere nicht, Deinem Arzt davon zu erzählen.

Wie kann ich einem Zungenkarzinom vorbeugen?

Du solltest versuchen, die Risikofaktoren, die die Entstehung eines Zungenkarzinoms begünstigen können, einzustellen. Das bedeutet, dass Du übermäßigen Alkoholkonsum, das (Pfeife-)Rauchen und Drogenkonsum dringend unterlassen solltest. Achte außerdem auf eine tadellose Mundhygiene.

Was ist der Unterschied zwischen einem Zungenkrebs und einem Mundhöhlenkrebs?

Zungenkrebs ist nur eine Art von Mundhöhlenkrebs, allerdings gibt es auch andere Krebsformen im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich. Mundhöhlenkrebs kann an den Innenseiten der Lippen oder der Wangen auftreten (an der feuchten Schleimhaut), am Mundvorhof, also dem Raum zwischen den Lippen, Wangeninnenseiten und den Zahnreihen, sowie am Mundboden.
 
Überdies kann der Tumor an den vorderen zwei Zungendritteln, am Zahnfleisch am Alveolarfortsatz, am harten Gaumen oder am kleinen, dreiecksförmigen Gebiet hinter den Backenzähnen auftreten.
 
Da die gesamte Mundhöhle mit einer Schleimhaut ausgekleidet ist, deren oberste Schicht sich Plattenepithel nennt, gehen etwa 90 bis 95 Prozent der Mundhöhlenkarzinome von dieser Schleimhautschicht aus. Nur in seltenen Fällen liegt der Grund für die Krebserkrankung in den Schleimhautdrüsen des betroffenen Gebietes.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Behandlung von Zungenkrebs?

Die Krankenkassen übernehmen alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen. Wenn Du bestimmte Leistungen wie Medikamente oder stationäre Aufenthalte in Anspruch nimmst, könnte eine Kostenbeteiligung anfallen. Wie hoch diese ausfällt, erfährst Du direkt bei Deinem Krankenversicherungsträger.


Dauer Dauer

Je nach Krankheitsverlauf

Ausfallzeit Ausfallzeit

-

Stationärer Aufenthalt Stationär

-

Das Wichtigste zusammengefasst

Zungenkrebs ist eine Art der Kopf-Hals-Tumore, beziehungsweise des Mundhöhlenkrebses und tritt insgesamt recht selten auf. Häufig führen Routineuntersuchungen beim Zahnarzt zur Entdeckung des Tumors


Die Symptome sind in der Regel sehr unspezifisch. Am häufigsten kommt es aufgrund eines Zungenkarzinoms zu Schluckbeschwerden und Halsschmerzen


Risikofaktoren sind Alkohol-, Tabak- und Drogenkonsum, schlechte Mundhygiene sowie eine Infektion mit bestimmten HP-Viren


Aktuell kann der Arzt ein Zungenkarzinom mit einer Operation, einer Strahlentherapie oder in seltenen Fällen mit einer Chemotherapie behandeln. Derzeit forscht man an der Immuntherapie und der „targeted therapy“

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