Feuermal

Bei den Feuermalen handelt es sich um rote Flecken auf der Hautoberfläche, die durch erweiterte Blutgefäße entstehen. Das Feuermal besteht von Geburt an und ist aus medizinischer Sicht harmlos. Aufgrund des ästhetischen Erscheinungsbilds entscheiden sich jedoch viele Betroffene für eine Behandlung.


AUTOR

Dr. med. Benjamin Gehl

Medizinischer Experte

CO-AUTOR

Miriam Ankrah

Online-Redaktion


Letztes Update: 12. November, 2019



Was versteht die Medizin unter einem Feuermal?

Ein Feuermal ist eine gutartige auftretende Fehlbildung der feinen Blutgefäße der Haut, die meist angeboren ist. Diese Male zeigen sich als blass- bis hellrote Flecken. Feuermale sind nicht schmerzhaft und vergrößern sich auch nicht, sie dehnen sich lediglich mit dem Körperwachstum aus. Ärzte unterscheiden zwei Formen der gutartigen Fehlbildung. Die häufiger auftretende Form ist das symmetrische Feuermal, welches sich in den meisten Fällen schon in den ersten Lebensjahren von alleine zurückbildet. Eine Sonderform ist der sogenannte Storchenbiss im Nacken. Die zweite, seltenere Form ist das asymmetrische Feuermal. Etwa fünf Prozent der asymmetrischen Feuermale sind Teilsymptome von anderen Krankheiten, und geben so Hinweise auf weitere Erkrankungen.

Feuermal

Welche Formen können auftreten?

Bei den Feuermalen unterscheiden Ärzte zwischen zwei verschiedenen Formen.

Naevus flammeus simplex

Der Naevus flammeus simplex tritt im Bereich der Körpermittellinie auf und wird daher auch symmetrischer Naevus flammeus genannt. Der sogenannte Storchenbiss ist eine Form des symmetrischen Feuermals.

Naevus flammeus

Ein Naevus flammeus tritt üblicherweise seitlich der Mittellinie des Körpers auf, daher sprechen Ärzte auch von einer asymmetrischen Verteilung. Er tritt viel seltener auf, als das symmetrische Feuermal und gibt meist Hinweise auf weitere Gefäßfehlbildungen.

Feuermale können grundsätzlich überall am Körper auftreten und bleiben ein Leben lang, wenn sie nicht behandelt werden.

Wie sehen die Symptome bei einem Feuermal aus?

Bei einem Naevus flammeus erscheinen fleckenartige Male auf der Haut, die unregelmäßig geformt und rötlich gefärbt sind. Am häufigsten treten diese Flecken im Gesicht, im Nacken und an den Extremitäten auf. Im Normalfall bleibt das Feuermal auf eine Körperpartie bzw. auf eine Körperseite beschränkt. Nur im Extremfall können mehrere Regionen des Körpers betroffen sein.

Welche Ursachen hat ein Feuermal?

In erster Linie entsteht ein Feuermal, wenn sich die Blutgefäße nicht richtig zusammenziehen können. Hierbei fehlen wichtige Nervenfasern, daher erweitern sich die Gefäße dauerhaft. Die genauen Ursachen der Entstehung und die erbliche Grundlage sind bislang aus medizinischer Sicht nicht geklärt. Ärzte sind sich jedoch einig, dass ein Feuermal auch zusammen mit anderen Krankheiten auftreten kann. Es kann auch ein Hinweis auf weitere Fehlbildungen der Gefäße sein.

Wie diagnostiziert der Arzt ein Feuermal?

Der Arzt kann ein Feuermal anhand der typischen Hautveränderungen meist schon in den ersten Lebensmonaten diagnostizieren. Nur in seltenen Fällen ist eine Gewebeentnahme aus den betroffenen Hautstellen erforderlich. Da Feuermale jedoch auch zusammen mit weiteren Fehlbildungen auftreten können, sollten die Betroffenen sorgfältig und genau untersucht werden.

Wer ist am häufigsten davon betroffen?

Feuermale treten bei ca. zwei Prozent aller Neugeborenen auf, wobei Mädchen häufiger davon betroffen sind.

Feuermal

Welche Folgen hat das Feuermal für die Patienten?

Da es sich bei Feuermalen um eine gutartige Hautveränderung handelt, sind keine Folgeerkrankungen zu erwarten. Jedoch leiden viele Betroffene unter psychischen Belastungen, vor allem aufgrund des ästhetischen Erscheinungsbilds.

Welche Behandlungsmethoden gibt es?

Feuermale sind gutartige Fehlbildungen der Gefäße, die grundsätzlich kein besonderes gesundheitliches Problem darstellen. Jedoch leiden viele Betroffene aufgrund des ästhetischen Erscheinungsbilds unter psychischen Belastungen. Speziell wenn die Feuermale an sichtbaren Stellen wie Gesicht oder Dekolleté auftreten. Zur Behandlung unterscheiden Ärzte in erster Linie zwischen zwei verschiedenen Behandlungsmethoden.

Die einfache, nicht-invasive Maßnahme um ein Feuermal abzudecken ist das sogenannte Camouflage. Dies ist eine spezielles Kosmetikprodukt, dass einen grünlichen Farbton besitzt, um die rötliche Farbe des Feuermals zu neutralisieren. Darüber kommt eine wasserfeste Make-up-Schicht in einem natürlichen Hautton. Es handelt sich hierbei um eine nicht-invasive, also nicht in das Gewebe eindringende Maßnahme, die somit nur eine kosmetische Verbesserung bringt.

Da diese Abdeckung jedoch sehr zeitaufwendig ist und nur eine bedingte Verbesserung verschafft, entscheiden sich viele Betroffenen für die invasive Therapie mittels Laser. Die invasive Behandlungsmethode ist eine dauerhafte Entfernung des Feuermals mithilfe von Laserstrahlen. Bei der Lasertherapie werden die betroffenen Blutgefäße verödet.

Wie verläuft die Behandlung?

Die Behandlung mittels Laserlicht stellt die erfolgreichste Therapieform dar. Mithilfe des Laserlichts können die erweiterten Blutgefäße gezielt verschlossen werden und die Fehlbildungen verschwinden meist komplett. Im Rahmen der Lasertherapie behandelt der Arzt die betroffene Körperregion in mehreren Sitzungen im Abstand von ca. sechs Wochen mit einem bestimmten Farbstofflaser. Hierbei verschwindet das Feuermal durch sogenannte Photothermolyse – dies bedeutet: Die Laserstrahlen zerstört rötliche Farbstrukturen durch Erhitzen, daraus folgt wiederum, dass die kleinen Blutgefäße zerplatzen. Da es meist etwas schmerzhaft ist ein Feuermal zu lasern, erhalten Betroffene während des Eingriffs eine Vollnarkose. In der Regel sind für eine erfolgreiche Behandlung ca. vier bis sechs Sitzungen nötig. Danach ist die Farbe der betroffenen Körperregion um ca. 70-80% heller. In manchen Fällen sind jedoch mehr Sitzungen nötig, vor allem wenn das Feuermal dunkelrot gefärbt oder großflächig ist.

Feuermal

Kann man Feuermale auch operativ entfernen?

Ja, Feuermale lassen sich auch operativ entfernen, wobei die Lasertherapie bevorzugt wird, da es hierbei kaum zu Vernarbungen kommt. Bei dem operativen Eingriff wird das Feuermal chirurgisch entfernt. Die Stelle, wo sich das Feuermal befunden hat, überdecken Ärzte mit einer Eigenhauttransplantation. Bei dieser Behandlungsmethode bleiben deutlich sichtbare Narben zurück. Bei Kindern wird jedoch nur die Lasermethode verwendet, da sie während des Eingriffs eine Vollnarkose erhalten und so die Behandlung vollkommen schmerzfrei verläuft.

Welche Risiken und Komplikationen können auftreten?

Grundsätzlich sind die Risiken der Laserbehandlung gering, denn ein Feuermal zu lasern führt nur selten zu Narben. Nach der Behandlung ist die betroffene Hautstelle meist stärker gefärbt als die restliche Haut. Im Anschluss an die Behandlung sind leichte Schwellungen üblich, jedoch gehen sie schnell wieder zurück.

Kann ich ein Feuermal vorbeugen?

Einem Feuermal kannst Du nicht vorbeugen, da die Ursachen aus medizinscher Sicht noch nicht ausreichend erforscht wurden. Auch während der Schwangerschaft gibt es keine besonderen Vorbeugungsmaßnahmen, um ein Feuermal bei dem Neugeborenen zu vermeiden. Jedoch ist eine frühzeitige Behandlung sehr wohl ratsam, um weitere Komplikationen vermeiden zu können. Dabei gilt es besonders psychische Belastungen, die durch ein sichtbares Feuermal entstehen können zu vermeiden.

Feuermal

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Feuermale stellen im Normalfall kein gesundheitliches Risiko dar, vielmehr empfinden Betroffene das ästhetische Erscheinungsbild als störend. Folglich übernehmen die Krankenkassen im Normalfall nicht die Kosten, außer bei einem bestehenden Krebsverdacht. Für nähere Informationen solltest Du Dich jedoch an Deinen zuständigen Krankenversicherungsträger wenden.

Quellen

Deutsche Dermatologische Lasergesellschaft e.V.

Universitätsklinikum Freiburg

Leiner, P. ästhet dermatol kosmetol (2019) 11: 16.


Dauer Dauer

15-30 Minuten

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

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Das Wichtigste zusammengefasst

Bei den Feuermalen handelt es sich um rote Flecken auf der Hautoberfläche.


Feuermale sind gutartige Fehlbildungen der Blutgefäße, die grundsätzlich kein besonderes gesundheitliches Problem darstellen.


Am häufigsten treten diese Flecken im Gesicht, im Nacken und an den Extremitäten auf.


Eine frühzeitige Behandlung ist ratsam, falls der Verdacht auf Hautkrebs besteht, um weitere Komplikationen vermeiden zu können.