Was ist ein Hämangiom?
Ein Hämangiom, auch Blutschwamm, Blutschwämmchen oder Erdbeerfleck genannt, ist ein gutartiger (benigner) embryonaler Tumor der unreifen kapillaren Blutgefäße. Der Name setzt sich zusammen aus „Häma“ (Blut), „angio“ (Gefäß) und der Endung eines Tumors „om“. Welche Hautzeichen auf eine Lebererkrankung hinweisen können, erfährst Du in unserem Beitrag über Leberhautzeichen.
Die innerste Schicht der Blutgefäße besteht aus den sogenannten Endothelzellen. Wenn sich diese stark teilen (Proliferation) kommt es zu einer Neubildung von Gewebe (Neoplasie), einem Tumor. In seltenen Fällen bestehen diese Hämangiome schon bei der Geburt (kongenital), häufiger entwickeln sie sich erst in den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt (infantil). Drei bis fünf Prozent aller Säuglinge besitzen ein infantiles Hämangiom, das macht es zu dem häufigsten gutartigen Tumor im Kindesalter. Frühgeborene sind noch öfters davon betroffen, hier sind es bis zu 20 Prozent. Zudem zeigen sich bei Mädchen dreimal häufiger Blutschwämmchen als bei Jungen.
Eine Sonderform ist das tardive oder senile Hämangiom, eine Wucherung bestehender Blutgefäße, das sich erst bei Erwachsenen ab dem 30. Lebensjahr entwickelt. Dieser auch als Kirschfleck bezeichnete gutartige Tumor betrifft Männer und Frauen gleichermaßen, hellhäutige Menschen aber häufiger als dunkelhäutige. Daneben unterscheidet der Mediziner noch andere Hämangiome wie beispielsweise das büschelartige Hämangiom.
Oft wird auch das Kavernom (kavernöse Hämangiom) in die gleiche Gruppe gezählt, allerdings handelt es sich dabei um eine Gefäßmissbildung, bei der sich Hohlräume, sogenannte Kavernen bilden, und nicht um ein Hämangiom.
Ist ein Blutschwämmchen gefährlich?
Das Hämangiom an sich ist völlig ungefährlich, da der Tumor in der Regel nicht entartet oder Metastasen bildet. Das gilt auch für die senilen Blutschwämmchen. Probleme macht das Hämangiom nur durch eine ungünstige Lage und Größe, wenn es dadurch Organfunktionen einschränkt.
Welche Formen unterscheiden wir bei einem Hämangiom?
Der Mediziner unterscheidet zwischen fokalen und segmentalen infantilen Hämangiomen. Fokale Hämangiome gehen von einem zentralen Punkt aus, sind lokalisiert und scharf begrenzt. Die überwiegende Mehrheit aller Patienten ist von diesem Typ betroffen. Die wesentlich selteneren segmentalen Hämangiome hingegen betreffen ganze Körperstellen (Körpersegmente), wachsen flächiger und gehen oft mit vielfältigen Fehlbildungen verschiedener Organe und größeren gesundheitlichen Problemen wie beispielsweise dem PHACE- oder Lumbar-Syndrom einher.
Bei sehr vielen Blutschwämmchen spricht der Arzt von einem multifokalen Hämangiom oder einer Hämangiomatose. Im Falle einer benignen neonatalen Hämangiomatose befinden sich mehr als zehn infantile Blutschwämmchen in der Haut, ohne dass es zu einer Organbeteiligung kommt. Bei der diffusen neonatalen Hämangiomatose befinden sich Hämangiome nicht nur in der Haut, sondern zusätzlich an Organen wie der Leber, der Lunge, dem Gastrointestinaltrakt oder dem Gehirn.
Innerhalb der Gruppe der kongenitalen Hämangiome unterscheidet der Mediziner noch zwischen zwei Sonderformen, die aber nicht zwangsläufig zu den Blutschwämmchen im engeren Sinn gehören müssen. Dazu zählt das „Rapid Involuting Congenital Hemangioma” (RICH), das sich sehr schnell entwickelt und sofort wieder zurückbildet und das „Non involuting congenital hemangioma” (NICH), das zwar nicht wächst sich jedoch auch nicht zurückbildet. Jedes Blutschwämmchen kann entweder oberflächlich (kutan) in der Haut oder in tieferen Hautschichten (subkutan), seltener sogar im Unterhautfettgewebe liegen. Aber auch Mischungen dieser beiden Formen sind möglich.

Was sind die Symptome bei einem Hämangiom?
Hämangiome sind oberflächliche meist rote oder blaurote, in tiefere Hautschichten bläulich durchschimmernde weiche Flecken beziehungsweise Knoten, die flach oder erhaben sein können. Anfangs sind die Blutschwämmchen sehr klein, dann beginnen sie zu wachen, ehe sie sich wieder zurückbilden. Was hinter kleinen roten Punkten auf der Haut steckt, erfährst Du in unserem eigenen Beitrag.
Wie schnell sie wachsen ist unterschiedlich, schlussendlich können sie eine Größe von mehreren Millimetern bis zu zwei Zentimetern, in seltenen Fällen sogar zehn Zentimeter oder mehr erreichen. Prinzipiell kann ein Hämangiom am gesamten Körper auftreten. Am häufigsten mit bis zu 60 Prozent finden sie sich aber am Kopf, Hals und Nacken bis zum Schulterbereich, was ihnen den Namen Kopfblutgeschwulst einbrachte. Das infantile Blutschwämmchen kann in einigen Fällen sogar bei der Parotis, der Ohrspeicheldrüse, oder in der Augenhöhle (Orbita) entstehen.
Segmentale Hämangiome zeigen sich zudem oft an Extremitäten, dem Steißbein oder der Lendenwirbelsäule (Lumbosakralbereich). Selbst Leber, Lunge, Milz, Niere sowie das zentrale Nervensystem (ZNS) oder der Gastrointestinaltrakt können von einem Hämangiom betroffen sein. Tardive Blutschwämmchen entstehen dem Namen Kirschfleck entsprechend als kleine hellrote Flecken vor allem am Rumpf. Mit dem Alter wachsen sie weiter und bilden im Laufe ihres Wachstums kleine Höcker auf der Oberfläche aus, die an die Struktur einer Himbeere erinnern.
Symptome verursachen die infantilen und senilen Blutschwämmchen in der Regel keine, weder Juckreiz noch Schmerzen. Nur bei Verletzungen neigen die Blutschwämmchen leichter zu Blutungen. Bei segmentalen Hämangiomen hingegen können Schmerzen nicht ganz ausgeschlossen werden.
Auch kleinere Hämangiome an Organen bereiten keinerlei Probleme, daher werden diese oft bei Routineuntersuchungen oder Untersuchungen aus anderen Gründen als Zufallsbefund entdeckt. Ausnahmen bilden große innere Hämangiome, die aufgrund ihrer Größe die Funktion des Organs beeinträchtigen und so symptomatisch auffallen können, wie beispielsweise ein Hämangiom auf der Leber zu Schmerzen, Appetitlosigkeit oder Übelkeit führen kann.
Welche Ursachen hat ein Hämangiom?
Die genaue Ursache für die Entstehung eines Blutschwämmchens ist noch unklar, doch scheint es genetische vererbbare Faktoren zu geben, da sie oft familiär gehäuft auftreten. Das Gewebe des Hämangioms verhält sich von seiner Genexpression ähnlich wie Plazentagewebe. Vermutlich wird die Regulation der Gefäßbildung in der Frühschwangerschaft gestört. Möglicherweise handelt es sich um Vorläuferzellen aus dem Knochenmark oder der Plazenta, die durch einen Sauerstoffmangel (Hypoxie) oder einer überdurchschnittlichen Regulation bestimmter Wachstumsfaktoren (VEGF, vaskulären endothelialen Wachstumsfaktoren) zur Teilung angeregt werden. Eine alternative Erklärung ist, dass die Zellen mutieren und so leichter von VEGF zur Teilung stimuliert werden können.
Warum sich bei einigen Erwachsenen bei der Neubildung oberflächlicher Blutgefäße die Wucherungen und Erweiterungen des tardiven Hämangioms bilden, ist ebenfalls noch nicht geklärt.
Welche Risikofaktoren begünstigen ein Blutschwämmchen?
Gewisse Erkrankungen gehen mit dem Auftreten von Hämangiome …
Was kostet die Behandlung bei einem Hämangiom?
Wie hoch die Kosten der Behandlung sind, lässt sich nicht so einfach beantworten, da sich der Preis aus vielen Faktoren zusammen setzt. Je nachdem, welcher Laser zum Einsatz kommt oder wie viele Sitzungen der Kryo- oder Lasertherapie notwendig sind, können die Kosten dafür variieren. Vor jedem Eingriff führt der Arzt ein Beratungsgespräch, in dem er die Kosten detailliert erklärt.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für das Entfernen von einem Blutschwämmchen?
Die Krankenkasse übernimmt in der Regel die Kosten der Behandlung. Allerdings fallen bei der Rezeptgebühr sowie bei Wahlärzten verschiedene Kosten beziehungsweise bei einem stationären Aufenthalt in der Klinik ein Tagegeld an, welches der Patient selbst zu leisten hat. Ausnahmen bilden rein kosmetische Behandlungen, diese gehören nicht zu den Leistungen der Versicherungsträger.
Quellen
Hämangiome – Universitätsklinikum Jena (letzter Zugriff: 16.12.2025)
Hämangiom (Blutschwämmchen) – Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. (letzter Zugriff: 16.10.2025)
Hämangiom (Blutschwamm) – Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (letzter Zugriff: 16.10.2025)
Säuglingshämangiome – MSD Manual – Ausgabe für medizinische Fachkreise (letzter Zugriff: 16.10.2025)
Infantile Hämangiome im Säuglings- und Kleinkindesalter – Deutsche Dermatologische Gesellschaft (letzter Zugriff: 16.10.2025)
Blutschwämme (Hämangiome) im Kindesalter – Universitätsklinikum Würzburg (letzter Zugriff: 16.10.2025)
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