Achillodynie

Die Achillodynie beschreibt eine schmerzhafte akute oder chronische Schädigung der Achillessehne. Die Achillessehne ist die stärkste Sehne des Menschen und für die Streckung und Beugung des Fußes zuständig. Dabei wird sie mit dem Achtfachen des Körpergewichts belastet, weshalb eine Verletzung an den Achillessehnen äußerst schmerzhaft ist. Charakteristisch sind Schmerzen im hinteren Unterschenkel und in der Ferse. Neben Fußfehlstellungen, falschem Schuhwerk und übermäßigem Training können auch Übergewicht und Rheuma Auslöser einer Achillodynie sein. Vor allem Personen ab 30 Jahren sind davon betroffen. Insgesamt erkranken dabei mehr Männer als Frauen. Der Schmerzzustand beginnt meist nach einer ungewohnten starken sportlichen Belastung, weshalb die Achillodynie zu den häufigsten Sportverletzungen zählt. Die Prognose einer Heilung ist gerade in einem frühen Stadium sehr gut. Die Behandlung erfolgt vorerst nicht-operativ. Erst wenn diese Methoden nicht greifen, wird eine Operation notwendig.


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Zuletzt aktualisiert: 25. Februar, 2022

INHALTSVERZEICHNISInhaltsverzeichnis

Unter einer Achillodynie verstehen Mediziner einen Schmerzzustand der Achillessehne. Bei einer Überbelastung kommt es zu einer Reizung der Achillessehne oder des Sehnenansatzes und infolgedessen zu einer Verdickung der Sehne sowie Druckschmerzen. In der Medizin ist dieser Zustand auch als Tendinopathie bekannt. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung des Sehnengewebes selbst. Diese kann zu degenerativen und strukturellen Veränderungen der Achillessehne führen.

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Anfangs spüren Betroffene nur nach einer ungewohnt starken Belastung Schmerzen etwas oberhalb der Ferse. Diese verschwinden jedoch über Nacht wieder und treten nur bei einer ähnlichen Belastung wieder auf. Die Achillessehne kann in diesem Stadium bereits etwas verdickt sein und eine Schwellung aufweisen. Bei fortschreitender Erkrankung tauchen die Schmerzen schon bei leichter Bewegung auf. Auch die charakteristische spindelförmige Verdickung der Sehne ist jetzt deutlich spürbar. Nicht nur die sportlichen Aktivitäten sind in diesem Zustand stark eingeschränkt, sondern selbst Alltagsbelastungen wie Gehen sind aufgrund sehr starker Schmerzen kaum noch zu bewältigen.

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Die Achillodynie-Therapie erfolgt zunächst immer konservativ, also ohne Operation. Dazu werden Schienen, kinesiologische Tapes, Bandagen und Schuheinlagen sowie entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente eingesetzt. Der Hauptteil der Therapie besteht aus exzentrischen Übungen im Zuge einer Physiotherapie. Sollte sich auch nach einigen Wochen kein Erfolg einstellen, können noch weitere Behandlungen wie Stoßwellentherapie, Ultraschalltherapie oder Elektrotherapie vom Arzt empfohlen werden. Nur in seltenen Fällen wird eine Operation notwendig.

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Solltest Du Schmerzmittel einnehmen, darfst Du kein Training durchführen. Am besten reduzierst Du die Belastung und trägst entzündungshemmende Salben auf die betroffene Stelle auf. Zudem kannst Du durchblutungsfördernde, exzentrische Dehnübungen durchführen. Sie entspannen die Wadenmuskulatur, mobilisieren das Gewebe und vermindern so die Schmerzen. Wiederhole die Übungen etwa zwei bis drei Mal und führe sie an zwei bis drei Tagen in der Woche durch.

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Die Ursache einer Achillodynie liegt meist nicht an einer akuten Verletzung, sondern ist das Resultat einer langjährigen falschen Belastung oder Überbeanspruchung. Vor allem Sportarten mit schnellen Lauf- und Sprungsequenzen führen oft zu winzigen Schäden, sogenannten Mikrotraumata. Doch auch orthopädische Fehlstellungen oder Stoffwechselerkrankungen und Übergewicht können zu einem frühzeitigen Verschleiß der Achillessehne führen. Weitere Risikofaktoren sind das Alter und das Geschlecht – so leiden häufig Männer zwischen 30 und 50 Jahren an einer Achillodynie.

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Im Anfangsstadium einer Achillodynie ist eine vollständige Genesung normalerweise noch möglich. Dazu ist es notwendig, dass Betroffene die auslösende Belastung weglassen und der Sehne Zeit zur Erholung geben. Anders sieht die Prognose bei einer fortgeschrittenen Achillodynie aus. In diesem Stadium ist die Achillessehne meist so sehr geschädigt, dass eine vollständige Regeneration kaum mehr möglich ist. Auch nach einer Operation kann es sein, dass die Schmerzen bestehen bleiben. Zudem kann die Sehne leichter reißen, da sie ja während der Operation gespalten und genährt wird.

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Anfangs wird der Arzt mit Dir ein ausführliches Anamnesegespräch führen, in dem er Dich über Deine Sportgewohnheiten, Vorerkrankungen oder Operationen sowie über Deine Beschwerden befragt. Danach erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei der der Spezialist feststellt, ob Verdickungen oder Schwellungen vorhanden sind. Um eine sichere Diagnose stellen zu können, können auch bildgebende Verfahren wie Ultraschalluntersuchungen oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) zum Einsatz kommen. Die Ergebnisse beider Verfahren sind ausschlaggebend für die abschließende Therapieplanung.

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Um eine Achillodynie vorzubeugen, solltest Du auf Dein Gewicht und passendes Schuhwerk beim Sport und im Alltag achten. Passe Deinen Trainingsplan an Deinen körperlichen Zustand an und plane ausreichend Pausen zwischen den Einheiten. Um eine dauerhaft gute Funktion Deiner Achillessehne zu garantieren, musst Du ihr ständige Reize durch körperliche Bewegung zuführen. Lass eventuelle Fußfehlstellungen behandeln und trage gegebenenfalls Einlagen.

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Im Regelfall übernehmen die Krankenkassen die Kosten für ärztlich angeordnete Behandlungen. Ob jedoch jegliche Therapieansätze dabei unterstützt werden, fragst Du am besten bei deinem Versicherungsträger nach. In manchen Fällen zahlen die Kassen nur einen Teilbetrag.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Eine Achillodynie ist ein schmerzhafter Entzündungszustand der Achillessehne. Sie kann akut auftreten oder einen chronischen Verlauf nehmen.


Typische Symptome einer Achillodynie sind Schmerzen in der Ferse und der Wade. Diese treten vorwiegend unter Belastung oder auch beim normalen Gehen auf. Hinzu kommen Schwellungen und Verdickungen.


Die Ursache einer Achillodynie sind ständige Fehl- oder Überlastungen der Wadenmuskulatur beziehungsweise der Achillessehne selbst. Weitere Gründe sind Fußfehlstellungen, falsches Schuhwerk, Übergewicht, Stoffwechselerkrankungen oder Verletzungen im Bereich des Sprunggelenks.


Zur Behandlung kommen vorrangig konservative Methoden wie Spezialschuhe, Einlagen, entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente, Physiotherapie, Bandagen sowie Stoßwellen-, Ultraschall- und Elektrotherapie zum Einsatz. Nur in seltenen Fällen wird eine Operation notwendig.

Was versteht die Medizin unter einer Achillodynie?

Unter Achillodynie verstehen Mediziner einen Schmerzzustand der Achillessehne. Der Begriff „dynie“ bedeutet Schmerz, welcher vorwiegend nach einer ungewohnt starken Belastung auftritt, weshalb vor allem Hobbysportler häufig unter Achillodynie leiden. Oft wird der eigene Trainingszustand überschätzt und es wird zu viel, zu schnell oder mit dem falschen Schuhwerk trainiert. Zu den weiteren Risikofaktoren zählt ein Alter zwischen 35 und 45 Jahren, männliches Geschlecht, Übergewicht, Rheuma und Fußfehlstellungen. Personen, die vorwiegend auf hartem Untergrund trainieren, sind ebenfalls sehr gefährdet, ihre Achillessehne zu überfordern und damit zu schädigen.
 
Die Achillessehne ist die stärkste Sehne in unserem Körper und dient in erster Linie der Kraftübertragung von der Wadenmuskulatur auf den Fuß. Dabei wirken Kräfte auf die Sehnen, die achtmal so groß sind wie unser eigenes Körpergewicht. Bei einer Überbelastung kommt es zu einer Reizung der Achillessehne oder des Sehnenansatzes und infolgedessen zu einer Verdickung sowie Druckschmerzen. In der Medizin ist dieser Zustand auch als Tendinopathie bekannt. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung des Sehnengewebes selbst. Es kommt zu degenerativen und strukturellen Veränderungen. Der Überbegriff der Tendinopathie lautet Tendinose.

Achillodynie - Was versteht die Medizin unter einer Achillodynie?

Was ist der Unterschied zwischen Achillodynie und Achillessehnenentzündung?

Während es bei einer Achillodynie zu Mikroverletzungen und weiteren degenerativen Veränderungen im Bereich der Achillessehne kommt, wie in etwa zu Gefäßneubildungen, handelt es sich bei der Achillessehnenentzündung, wie der Name schon sagt, um eine akute Entzündung der Achillessehne selbst – die Gewebestruktur bleibt dabei aber intakt. Es ist wichtig, diese beiden Krankheiten klar voneinander zu trennen, da sie zwar ähnliche Auslöser und Symptome haben, jedoch verschiedene Therapieansätze verfolgen.

 

So kann eine Achillessehnenentzündung mithilfe von Entlastung und Entzündungshemmern behandelt werden. Die Heilungsdauer beträgt dabei etwa vier bis sechs Wochen und die Prognose einer vollständigen Genesung ist sehr gut. Eine Achillodynie braucht zum Abheilen meist mehrere Monate bis zu einem Jahr. Therapiert wird sie entweder mithilfe von konservativen Therapien wie Dehnungsübungen, Krafttraining und orthopädische Einlagen oder in schlimmeren Fällen durch eine operative Entfernung von degeneriertem Gewebe.

Die Symptome der beiden Erkrankungen ähneln einander und treten beiderseits vorwiegend bei Belastung und frühmorgens nach dem Aufstehen auf. Eine Achillessehnenentzündung zeigt sich zusätzlich durch eine Rötung und Schwellung sowie Hitze an der betroffenen Sehne. Fährst Du die Sehne mit dem Daumen oder Zeigefinger entlang, kannst Du sogar kleine Knötchen ertasten. Eine Achillodynie spüren Betroffene meist zwei bis sechs Zentimeter über dem Fersenbein. Dabei handelt es sich im Regelfall um eine Entzündung des Sehnengleitgewebes.

Achillodynie - Was ist der Unterschied zwischen Achillodynie und Achillessehnenentzündung?

Was sind die Symptome einer Achillodynie?

Achillodynie - Was sind die Symptome einer Achillodynie?

Anfangs spüren Betroffene nach einer ungewohnt starken Belastung Schmerzen etwas oberhalb der Ferse. Diese verschwinden jedoch über Nacht und treten nur bei einer ähnlichen Belastung wieder auf. Die Beschwerden werden sowohl bei aktiver Bewegung des Fußes wie im Zehenspitzengang als auch beim passiven Dehnen wie beim Hackengang von Betroffenen verspürt.

Auch kann die Achillessehne in diesem Stadium etwas verdickt sein und eine Schwellung aufweisen. Die Haut ist aufgrund der Entzündungsreaktion oft gerötet oder überwärmt. In manchen Fällen tritt ein bewegungsabhängiges tast- und hörbares Knirschen in der Sehne auf. Mediziner bezeichnen dieses Phänomen als Krepitationszeichen. Dieses entsteht dann, wenn sich Fibrin, ein wasserunlösliches Eiweiß, in der Sehne ablagert.
 
Bei fortschreitender Erkrankung sind die Schmerzen bereits bei leichter Bewegung spürbar. Zwar verschwinden sie meist nach dem Aufwärmen, jedoch ist der Leidensdruck bei Betroffenen oft sehr groß, da Sport nur noch unter Schmerzen möglich ist. Die Verdickung der Achillessehne ist jetzt dauerhaft vorhanden. Wenn sich Patienten nicht ausreichend schonen oder keine geeigneten Therapieschritte eingeführt werden, verschlimmern sich die Symptome so weit, dass die Schmerzen dauerhaft, also auch in Ruhe und über Nacht auftreten. Die Achillessehne schwillt dabei noch mehr an. Auch die charakteristische spindelförmige Verdickung der Sehne ist jetzt deutlich spürbar. Nicht nur die sportlichen Aktivitäten sind in diesem Zustand stark eingeschränkt, sondern auch Alltagsbelastungen wie Gehen sind aufgrund sehr starker Schmerzen kaum noch zu bewältigen.

Achillodynie - Bei fortschreitender Erkrankung sind die Schmerzen bereits bei leichter Bewegung spürbar

Wie lässt sich eine Achillodynie behandeln?

Achillodynie - Wie lässt sich eine Achillodynie behandeln?

Im Grunde gilt: Je früher die Behandlung beginnt, desto erfolgreicher verläuft sie. Dabei erfolgt die Achillodynie-Therapie zunächst immer konservativ, also ohne Operation. Bei akuten Beschwerden steht primär die Entlastung der Achillessehne im Vordergrund. Dazu müssen Betroffene die auslösende Belastung, etwa das Joggen, vermeiden und die betroffene Sehne so gut wie möglich schonen. Erst wenn die Schmerzen vollständig abgeklungen sind, darf sie wieder voll beansprucht werden. Wichtig ist, dass der behandelnde Arzt die Methoden individuell auf die speziellen Bedürfnisse und das genaue Krankheitsbild des Patienten abstimmt.

Welche konservativen Maßnahmen sind bei einer Achillodynie sinnvoll?

Achillodynie - Schienen, Bandagen, Einlagen:

Schienen, Bandagen, Einlagen: In vielen Fällen hilft der Einsatz von Schienen oder medizinischen Bandagen. Diese können stabilisierend und entlastend wirken und führen so zu einer Schmerzlinderung. Zudem fördern sie den Abbau der Schwellung. Spezielle Einlagen für Schuhe oder für spezielles Schuhwerk können ebenfalls als Stütze für die Achillessehnen dienen.


Achillodynie - Wasfsdfsds

Medikamente: Zusätzlich zu Schienen und Bandagen verabreichen Ärzte schmerzlindernde und entzündungshemmende Salben oder Medikamente wie Paracetamol, Ibuprofen oder Diclofenac.


Achillodynie - Wasfsdfsds

Kühlen/Wärmen: Bei Schmerzen direkt nach dem Sport helfen milde Kältebehandlungen mit Kühlkompressen. Nach dem Verschwinden der Beschwerden sollte die Sehne hingegen gewärmt und somit der Heilungsprozess gefördert werden.


Achillodynie - Wasfsdfsds

Exzentrisches Training: Am wichtigsten sind jedoch Übungen, die im Zuge eine Physiotherapie erlernt und zu Hause regelmäßig durchgeführt werden sollten. Nur so können die Bewegungen besser werden und Betroffene wieder Vertrauen in die eigene Bewegung und Belastbarkeit bekommen. Regelmäßige Belastung führt zudem zu einer schnelleren Ausheilung der Achillodynie. Das sogenannte „exzentrische Training“ fördert die Neustrukturierung des Sehnengewebes. Dazu müssen Betroffene über mindestens zwölf Wochen Übungen zur Kräftigung der Achillessehne und der Beinmuskulatur zweimal täglich für einige Minuten durchführen. Das Training kann in den ersten zwei Wochen noch Schmerzen bereiten. Diese sollten jedoch danach wieder abklingen.


Achillodynie - Wasfsdfsds

Kinesiologische Tapes: Darüber hinaus gibt es noch die Möglichkeit, kinesiologische Tapes an die betroffene Stelle anzubringen.

Achillodynie - Welche konservativen Maßnahmen sind bei einer Achillodynie sinnvoll?

Welche nicht-operativen Therapien helfen bei einer Achillodynie?

Werden die ärztlich empfohlenen Maßnahmen konsequent vom Patienten umgesetzt, sollte sich schon nach wenigen Wochen ein Erfolg einstellen. Sollte dies nicht der Fall sein, können noch weitere Behandlungen vom Arzt empfohlen werden:

Stoßwellentherapie

Bei der extrakorporalen Stoßwellentherapie, kurz ESWT, werden die energiereichen Schallwellen mechanisch außerhalb unseres Körpers erzeugt. Mithilfe eines Schallkopfes gelangen die Wellen über die Haut zur Sehne und das umliegende Gewebe. Dort zertrümmern sie Ablagerungen an der Sehne, ohne diese zu beschädigen. Die Energie unterstützt das entzündete Gewebe bei der Regeneration und gibt der Sehne ihre Beweglichkeit zurück.

Ultraschalltherapie

Eine Ultraschalltherapie erfolgt ebenfalls mittels Druckwirkung, wobei die Ultraschallwellen einen Druckwechsel im Gewebe verursachen und damit schmerzlindernd und durchblutungsfördernd wirken. Sie lösen Verklebungen und regen die Geweberegeneration an. Die Eindringtiefe und Wärmewirkung der Ultraschallwellen hängen von der Frequenz ab und sind individuell auf den Patienten einzustellen. Das Verfahren gilt als schonend und frei von Nebenwirkungen.

Elektrotherapie

Auch die Verwendung von Strom kann das geschädigte Gewebe positiv beeinflussen und den Heilungsvorgang fördern.

Hyaluronsäure

Als zusätzlich hilfreich haben sich Injektionen mit sehnenspezifischer Hyaluronsäure bewährt, da diese eine starke entzündungshemmende Wirkung hat.

Methoden wie das Einspritzen von Substanzen wie Glukose oder Actovegin in die Sehnen haben sich hingegen wissenschaftlich nicht wirklich bewiesen. Von einer Behandlung der Sehne mit Cortison ist in jedem Fall abzuraten, da dies zu einer nachhaltigen Schädigung führt. Dasselbe gilt für die Verwendung von Platelet Rich Plasma, kurz PRP, und der sogenannten Laserakupunktur oder einfach Lasertherapie genannt. Beide Methoden konnten bis heute keine ausreichenden wissenschaftlichen Ergebnisse bringen, die einen Therapieeinsatz rechtfertigen würde.

Trotz Therapie können bis zur vollständigen Ausheilung viele Monate vergehen. Am Ende bleibt eine immer kleiner werdende Verdickung der Achillessehne übrig, da der Körper hier einen komplexen Umbauprozess bewältigen muss. In manchen Fällen dauert dieser sogar länger als ein Jahr.

Achillodynie - Welche nicht-operativen Therapien helfen bei einer Achillodynie?

Wie läuft die Operation bei einer Achillodynie ab?

Wenn sämtliche konservative Therapiemaßnahmen über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten nicht anschlagen, wird in den meisten Fällen eine Operation notwendig. In einem ausführlichen Gespräch informiert der Arzt den Patienten über mögliche Risiken und Nebenwirkungen. So können die Beschwerden unter Umständen nach dem chirurgischen Eingriff bestehen bleiben und darüber hinaus Narben in der Sehne entstehen, welche ebenfalls schmerzen können. Auch kann die Sehne nach einer Operation leichter reißen, da sie gespalten und vernäht wird.
 
Um die Risiken zu minimieren, wird eine operative Therapie hauptsächlich bei jungen, sportlichen Menschen durchgeführt, da hier eine sichere Annäherung der beiden Sehnenstümpfe gewährleistet ist. Nur so kann eine hohe Stabilität der Sehne erreicht werden.

Achillodynie - Vorsorge

Vorsorge

Etwa eine Woche vor dem Eingriff wird der Arzt Dich bitten, etwaige blutverdünnende Medikamente abzusetzen. Auch auf den Konsum von Alkohol und Nikotin solltest Du in den Tagen vor der Operation verzichten, da diese Substanzen einen negativen Einfluss auf den Heilungsprozess haben.


Achillodynie - Ablauf der Operation

Ablauf der Operation

Der Eingriff findet entweder unter Vollnarkose oder örtlicher Betäubung statt und dauert in etwa 30 bis 45 Minuten. Er kann ambulant oder stationär erfolgen, wobei Du bei einer stationären Behandlung ein bis zwei Nächte in der Klinik bleiben musst. In den meisten Fällen handelt es sich um einen minimal-invasiven Eingriff, bei dem der Chirurg entweder die Sehnenhaut spaltet oder Teile des veränderten Gewebes entfernt. Bei einer weit fortgeschrittenen Erkrankung kann ein größerer Schnitt notwendig sein, um zentral gelegene abgestorbene Sehnenanteile zu entfernen. Nach dem Eingriff vernäht der behandelnde Arzt die Sehne wieder.


Achillodynie - Nachbehandlung

Nachbehandlung

Nach der Operation bekommt der Patient für circa zwei bis vier Wochen einen Unterschenkelgehgips beziehungsweise einen Spezialstiefel, damit das Bein entlastet wird. Die Nähte müssen häufig nicht entfernt werden, da mehrheitlich selbstauflösende Varianten zum Einsatz kommen. Nach der Entfernung des Gipses oder Spezialstiefels wird der Heilungserfolg vom Arzt überprüft. Ist der Patient schmerzfrei, kann er auf normales Schuhwerk wechseln und den Fuß wieder voll belasten. Mit einer in der Folge beginnenden Physiotherapie sollen die Sehnenkontinuität und ihre Funktion wieder hergestellt werden. Solltest Du Dich für eine stationäre Reha entscheiden, kann diese bis zu sechs Monate dauern. Nach circa zwei bis vier Wochen bist Du je nach Beruf wieder arbeitsfähig. Mit Sport darfst Du frühestens nach drei Monaten wieder beginnen.

Achillodynie - Wie läuft die Operation bei einer Achillodynie ab?

Was kann ich selbst bei Schmerzen an der Achillessehne tun?

Solltest Du Schmerzmittel einnehmen, darfst Du vorerst kein Training durchführen. Am besten reduzierst Du die Belastung und trägst entzündungshemmende Salben auf die betroffene Stelle auf. Weiterhin kannst Du verschiedene durchblutungsfördernde Übungen durchführen. Sie entspannen die Wadenmuskulatur, mobilisieren das Gewebe und vermindern so die Schmerzen.
 
Exzentrisches Dehnen der Wadenmuskulatur
Stell Dich für die Übung auf eine Stufe. Mit dem gesunden Bein belastest Du den gesamten Fuß, der betroffene Fuß hat nur mit dem vorderen Bereich Stufenkontakt. Nun verlagerst Du Dein Gewicht auf das betroffene Bein und senkst damit die Ferse langsam ab. Dabei solltest Du eine Dehnung in der Wade fühlen. Danach übernimmt wieder das gesunde Bein das gesamte Gewicht. Diese Übung wiederholst Du zehn bis 15 Mal, was einem Satz entspricht. Führe zwei bis drei Sätze mit jeweils 30 bis 60 Sekunden Pause dazwischen mindestens zwei bis drei Mal die Woche durch.
 


Mobilisation der Wadenmuskulatur

Für diese Übung brauchst Du eine Faszienrolle, auf der Du die Wade des betroffenen Beines vorsichtig vor- und zurückrollst. Dadurch werden die Wadenmuskulatur gelockert und besser durchblutet, Spannungen reduziert, der Stoffwechsel in diesem Bereich angeregt und damit Entzündungen schneller abgebaut. Setze Dich dabei auf den Boden und stütze Dich seitlich mit den Händen ab, das andere Bein stellst Du auf. Rolle nun fünfmal mittig, innen und außen über den Wadenmuskel – nicht direkt auf der Achillessehne. Am besten führst Du diese Übung an zwei bis drei Tagen pro Woche durch.

Achillodynie - Mobilisation der Wadenmuskulatur

 
Dehnung des Schollenmuskels (Musculus soleus)
Dieser Muskel liegt im hinteren Bereich des Unterschenkels und arbeitet eng mit der Wadenmuskulatur zusammen. Um die Schollenmuskeln zu dehnen, musst Du Dich vor eine Wand stellen und Dich mit beiden Händen dort abstützen. Dann beugst Du beide Beine leicht und stellst das zu dehnende Bein nach hinten aus, ohne dass die Ferse vom Boden abhebt. Halte diese Dehnung pro Bein etwa eine Minute lang und wiederhole beide Seiten zwei bis drei Mal. Mache dazwischen etwa 30 Sekunden Pause und führe die Dehnung zwei bis drei Mal die Woche durch.
 


 
Dehnung des Zwillingswadenmuskels (Musculus gastrocnemius)
Diese Übung funktioniert ähnlich wie die Dehnung des Schollenmuskels. Der einzige Unterschied ist, dass nur das vordere Bein gebeugt und das hintere durchgestreckt ist. Während der Übung solltest Du ein deutliches Spannungsgefühl in der Unterschenkelrückseite des hinteren Beines spüren.
 


 
Dehnung der vorderen Schienbeinmuskulatur
Um die vorderen Schienbeinmuskeln zu dehnen, musst Du den betroffenen Fuß mit dem Zehenrücken so weit wie möglich hinter Deinen Körper schieben. Die Zehen sind dabei eingerollt. Wenn Du die Übung richtig ausführst, solltest Du eine leichte Spannung vorne am Schienbein spüren. Durch die Dehnung wird die Achillessehne entlastet. Halte die Übung pro Bein etwa eine Minute und wiederhole sie zwei bis drei Mal. Auch diese Übung solltest Du an zwei bis drei Tagen die Woche durchführen.

Achillodynie - Dehnung der vorderen Schienbeinmuskulatur

Welche Ursachen hat eine Achillodynie?

Die Ursache einer Achillodynie liegt meist nicht an einer akuten Verletzung, sondern ist das Resultat einer langjährigen falschen Belastung oder Überbeanspruchung. Vor allem Sportarten wie Leichtathletik, Ballett, Fußball, Tennis oder Triathlon beinhalten schnelle Lauf- und Sprungsequenzen, die im Laufe der Jahre zu einer Abnutzung der Achillessehne führen. Innerhalb der Sehne entstehen dabei ständig winzige Schäden, sogenannte Mikrotraumata.
 
Da die Achillessehne vor allem im unteren Bereich in der Nähe des Sehnenansatzes an der Ferse mangelhaft durchblutet wird, heilen Verletzungen in diesem Bereich eher schwer. Unser Körper versucht, diesen Blutmangel über die umliegende Sehnenscheide sicherzustellen, wodurch aber deren Gleitfähigkeit und die der Achillessehne verloren gehen. Dies führt unweigerlich zu Entzündungen.

Welche Risikofaktoren begünstigen Schmerzen an der Achillessehne?

Achillodynie - Welche Risikofaktoren begünstigen Schmerzen an der Achillessehne?

Neben sportlichen Ursachen wie dem Trainingszustand, die Art, Häufigkeit und Dauer der Belastung können auch orthopädische Fehlstellungen wie Senk- oder Plattfüße, X-Beine, ein instabiles Sprunggelenk, ungleich lange Beine, ein Außenbandriss oder ein Bänderriss sowie falsches Schuhwerk beim Sport zu einer Achillodynie führen. Ebenso können Stoffwechselerkrankungen oder eine bereits bestehende Verkürzung der Achillessehne oder des Wadenmuskels eine Erkrankung zur Folge haben. Weitere Risikofaktoren sind das Alter und das Geschlecht. So leiden häufig Männer zwischen 30 und 50 Jahren an einer Achillodynie. Auch Übergewicht spielt eine nicht unwesentliche Rolle, da die Belastung der Achillessehne dadurch zusätzlich erhöht wird.

Wie ist die Prognose bei einer Achillodynie

Im Anfangsstadium einer Achillodynie ist eine vollständige Genesung normalerweise noch möglich. Dafür ist es essenziell, dass Betroffene die auslösende Belastung weglassen und der Sehne Zeit zur Erholung geben. Erst bei vollkommener Schmerzfreiheit darf wieder mit der Belastung begonnen werden. Bis dahin können jedoch viele Monate vergehen und der ärztlich ausgearbeitete Therapieplan muss strikt eingehalten werden.

 

Anders sieht die Prognose bei einer fortgeschrittenen Achillodynie aus. In diesem Stadium ist die Achillessehne meist so sehr geschädigt, dass eine vollständige Regeneration kaum mehr möglich ist. Betroffene verspüren dabei dauerhaft Schmerzen, sogar in Ruhe. Sollte eine Operation notwendig werden, kann es sein, dass die Schmerzen auch nach dem Eingriff bestehen bleiben. Zudem kann die Sehne leichter reißen, da sie ja während der Operation gespalten und genährt wird. Um hier eine Besserung des Zustands zu erzielen, ist ein individuell abgestimmtes Training unerlässlich.

Achillodynie - Wie ist die Prognose bei einer Achillodynie

Wie wird eine Achillodynie diagnostiziert?

Achillodynie - Wie wird eine Achillodynie diagnostiziert?

Anfangs wird der Arzt mit Dir ein ausführliches Anamnesegespräch führen, in dem er Dich über Deine Sportgewohnheiten, Vorerkrankungen oder Operationen sowie über Deine Beschwerden befragt. Danach erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei der Du Dich in Bauchlage befindest.

Der Mediziner nimmt Deine Achillessehne zwischen zwei Finger. Dieser sogenannte „Zangengriff“ verursacht bei einer Achillodynie Schmerzen an der Sehne. Zudem kann der Spezialist feststellen, ob Verdickungen oder Schwellungen vorhanden sind.
 
In manchen Fällen kann Dich der Arzt bitten, zuerst auf den Zehen und dann auf den Haken zu laufen. Um eine sichere Diagnose stellen zu können, können auch bildgebende Verfahren wie Ultraschalluntersuchungen oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) zum Einsatz kommen. Im Ultraschall zeigen sich im Falle einer Erkrankung spindelförmige Verdickungen der Achillessehne, das MRT hingegen kann das gesamte Ausmaß von Entzündungen und die Degeneration der Sehne darstellen. Die Ergebnisse beider Verfahren sind ausschlaggebend für die abschließende Therapieplanung.

Achillodynie - auf den Zehen und dann auf den Haken zu laufen

Wie kann ich einer Achillodynie vorbeugen?

Um eine Achillodynie vorzubeugen, solltest Du einige Dinge beachten:

Achillodynie - Wie kann ich einer Achillodynie vorbeugen?
  • Achte auf Dein Gewicht.
  • Achte auf gutes Schuhwerk beim Sport und im Alltag.
  • Plane ausreichend Pausen zwischen den Trainingseinheiten ein.
  • Passe Dein Training Deinem körperlichen Zustand an.
  • Vermeide entzündungshemmende und schmerzstillende Arzneimittel vor oder des Sports.
  • Achte auf ausreichende Bewegung, da die Achillessehne für eine dauerhaft gute Funktion regelmäßige Reize benötigt.
  • Lass eventuelle Fußfehlstellungen behandeln und trage gegebenenfalls Einlagen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten bei einer Achillodynie?

Achillodynie - Kosten

Im Regelfall übernehmen die Krankenkassen die Kosten für ärztlich angeordnete Behandlungen. Ob jedoch jegliche Therapieansätze dabei unterstützt werden, fragst Du am besten bei Deinem Versicherungsträger nach. In manchen Fällen zahlen die Kassen nur einen Teilbetrag.


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Über den Autor: Dr. med. Benjamin Gehl

Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie


Als Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie liegt die Leidenschaft von Dr. Gehl schon immer im Bereich der medizinischen Contentproduktion.

Aufgrund seiner Ausbildung, einer langjährigen Einsatzzeit in der rekonstruktiven und plastischen Chirurgie, sowie zahlreichen Auslandseinsätzen in Indien, Afrika und Amerika weiß er, welche Techniken und Behandlungen für medizinische Indikationen international Anwendung finden und State of the art sind.

Weiterhin beschäftigt er sich täglich mit neuen Trends und Techniken in der operativen und nicht-operativen Chirurgie. Fortbildungen sowie Studien zählen genauso zu seiner Leidenschaft wie die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten zu den neuesten fachspezifischen Themen.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Eine Achillodynie ist ein schmerzhafter Entzündungszustand der Achillessehne. Sie kann akut auftreten oder einen chronischen Verlauf nehmen.


Typische Symptome einer Achillodynie sind Schmerzen in der Ferse und der Wade. Diese treten vorwiegend unter Belastung oder auch beim normalen Gehen auf. Hinzu kommen Schwellungen und Verdickungen.


Die Ursache einer Achillodynie sind ständige Fehl- oder Überlastungen der Wadenmuskulatur beziehungsweise der Achillessehne selbst. Weitere Gründe sind Fußfehlstellungen, falsches Schuhwerk, Übergewicht, Stoffwechselerkrankungen oder Verletzungen im Bereich des Sprunggelenks.


Zur Behandlung kommen vorrangig konservative Methoden wie Spezialschuhe, Einlagen, entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente, Physiotherapie, Bandagen sowie Stoßwellen-, Ultraschall- und Elektrotherapie zum Einsatz. Nur in seltenen Fällen wird eine Operation notwendig.

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