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Achillodynie

Achillodynie

Schmerzen im hinteren Unterschenkel oder in der Ferse nach dem Sport?

Dauer
OP 20-45 Minuten
Klinik
Nicht notwendig
Ausfallzeit
Nach OP 2-4 Wochen
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Was versteht die Medizin unter einer Achillodynie?

Unter Achillodynie verstehen Mediziner einen Schmerzzustand der Achillessehne. Der Begriff „dynie“ bedeutet Schmerz, welcher vorwiegend nach einer ungewohnt starken Belastung auftritt, weshalb vor allem Hobbysportler häufig unter Achillodynie leiden. Oft wird der eigene Trainingszustand überschätzt und es wird zu viel, zu schnell oder mit dem falschen Schuhwerk trainiert. Zu den weiteren Risikofaktoren zählt ein Alter zwischen 35 und 45 Jahren, männliches Geschlecht, Übergewicht, Rheuma und Fußfehlstellungen. Personen, die vorwiegend auf hartem Untergrund trainieren, sind ebenfalls sehr gefährdet, ihre Achillessehne zu überfordern und damit zu schädigen.

Die Achillessehne ist die stärkste Sehne in unserem Körper und dient in erster Linie der Kraftübertragung von der Wadenmuskulatur auf den Fuß. Dabei wirken Kräfte auf die Sehnen, die achtmal so groß sind wie unser eigenes Körpergewicht. Bei einer Überbelastung kommt es zu einer Reizung der Achillessehne oder des Sehnenansatzes und infolgedessen zu einer Verdickung sowie Druckschmerzen. In der Medizin ist dieser Zustand auch als Tendinopathie bekannt. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung des Sehnengewebes selbst. Es kommt zu degenerativen und strukturellen Veränderungen. Der Überbegriff der Tendinopathie lautet Tendinose.

Achillodynie - Was versteht die Medizin unter einer Achillodynie?

Was ist der Unterschied zwischen Achillodynie und Achillessehnenentzündung?

Während es bei einer Achillodynie zu Mikroverletzungen und weiteren degenerativen Veränderungen im Bereich der Achillessehne kommt, wie in etwa zu Gefäßneubildungen, handelt es sich bei der Achillessehnenentzündung, wie der Name schon sagt, um eine akute Entzündung der Achillessehne selbst – die Gewebestruktur bleibt dabei aber intakt. Es ist wichtig, diese beiden Krankheiten klar voneinander zu trennen, da sie zwar ähnliche Auslöser und Symptome haben, jedoch verschiedene Therapieansätze verfolgen.

So kann eine Achillessehnenentzündung mithilfe von Entlastung und Entzündungshemmern behandelt werden. Die Heilungsdauer beträgt dabei etwa vier bis sechs Wochen und die Prognose einer vollständigen Genesung ist sehr gut. Eine Achillodynie braucht zum Abheilen meist mehrere Monate bis zu einem Jahr. Therapiert wird sie entweder mithilfe von konservativen Therapien wie Dehnungsübungen, Krafttraining und orthopädische Einlagen oder in schlimmeren Fällen durch eine operative Entfernung von degeneriertem Gewebe.

Die Symptome der beiden Erkrankungen ähneln einander und treten beiderseits vorwiegend bei Belastung und frühmorgens nach dem Aufstehen auf. Eine Achillessehnenentzündung zeigt sich zusätzlich durch eine Rötung und Schwellung sowie Hitze an der betroffenen Sehne. Fährst Du die Sehne mit dem Daumen oder Zeigefinger entlang, kannst Du sogar kleine Knötchen ertasten. Eine Achillodynie spüren Betroffene meist zwei bis sechs Zentimeter über dem Fersenbein. Dabei handelt es sich im Regelfall um eine Entzündung des Sehnengleitgewebes.

Achillodynie - Was ist der Unterschied zwischen Achillodynie und Achillessehnenentzündung?

Was sind die Symptome einer Achillodynie?

Achillodynie - Was sind die Symptome einer Achillodynie?

Die ersten Beschwerden treten oft schleichend auf. Anfangs sind sie kaum störend, doch ohne ausreichende Schonung oder Behandlung können sie sich immer weiter verstärken.

Frühes Stadium: Erste Anzeichen nach Belastung

Nach einer ungewohnt starken Belastung schmerzt die Achillessehne etwas oberhalb der Ferse. Meist verschwinden die Beschwerden über Nacht und treten erst nach einer ähnlichen Belastung wieder auf. Schmerzen zeigen sich besonders beim Gehen auf Zehenspitzen oder beim Dehnen der Sehne, etwa im Hackengang. In manchen Fällen fühlt sich die Sehne leicht verdickt an, die Haut kann gerötet oder überwärmt sein. Manchmal entsteht ein feines Knirschen in der Sehne – ein Zeichen dafür, dass sich kleine Fibrinablagerungen gebildet haben.

Nach und nach reicht schon eine leichte Bewegung, um die Beschwerden auszulösen. Zwar lassen die Schmerzen nach dem Aufwärmen noch nach, doch die Achillessehne bleibt dauerhaft verdickt. Sport ist nun nur noch mit Schmerzen möglich, und auch im Alltag macht sich die eingeschränkte Belastbarkeit bemerkbar.

Spätes Stadium: Chronische Schmerzen und starke Einschränkungen

In diesem Stadium sind die Schmerzen nicht mehr nur belastungsabhängig – sie treten auch in Ruhe oder über Nacht auf. Die Achillessehne schwillt noch stärker an und zeigt eine ausgeprägte spindelförmige Verdickung. Selbst alltägliche Bewegungen wie Gehen werden zur Herausforderung, da die Schmerzen nun fast durchgehend präsent sind.

Achillodynie - Bei fortschreitender Erkrankung sind die Schmerzen bereits bei leichter Bewegung spürbar

Wie wird eine Achillodynie diagnostiziert?

Achillodynie - Wie wird eine Achillodynie diagnostiziert?

Anfangs wird der Arzt mit Dir ein ausführliches Anamnesegespräch führen, in dem er Dich über Deine Sportgewohnheiten, Vorerkrankungen oder Operationen sowie über Deine Beschwerden befragt. Danach erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei der Du Dich in Bauchlage befindest.

Der Mediziner nimmt Deine Achillessehne zwischen zwei Finger. Dieser sogenannte „Zangengriff“ verursacht bei einer Achillodynie Schmerzen an der Sehne. Zudem kann der Spezialist feststellen, ob Verdickungen oder Schwellungen vorhanden sind.

In manchen Fällen kann Dich der Arzt bitten, zuerst auf den Zehen und dann auf den Haken zu laufen. Um eine sichere Diagnose stellen zu können, können auch bildgebende Verfahren wie Ultraschalluntersuchungen oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) zum Einsatz kommen. Im Ultraschall zeigen sich im Falle einer Erkrankung spindelförmige Verdickungen der Achillessehne, das MRT hingegen kann das gesamte Ausmaß von Entzündungen und die Degeneration der Sehne darstellen. Die Ergebnisse beider Verfahren sind ausschlaggebend für die abschließende Therapieplanung.

Achillodynie - auf den Zehen und dann auf den Haken zu laufen

Wie lässt sich eine Achillodynie behandeln?

Achillodynie - Wie lässt sich eine Achillodynie behandeln?

Im Grunde gilt: Je früher die Behandlung beginnt, desto erfolgreicher verläuft sie. Dabei erfolgt die Achillodynie-Therapie zunächst immer konservativ, also ohne Operation. Bei akuten Beschwerden steht primär die Entlastung der Achillessehne im Vordergrund. Dazu müssen Betroffene die auslösende Belastung, etwa das Joggen, vermeiden und die betroffene Sehne so gut wie möglich schonen. Erst wenn die Schmerzen vollständig abgeklungen sind, darf sie wieder voll beansprucht werden. Wichtig ist, dass der behandelnde Arzt die Methoden individuell auf die speziellen Bedürfnisse und das genaue Krankheitsbild des Patienten abstimmt.

Welche konservativen Maßnahmen sind bei einer Achillodynie sinnvoll?

Achillodynie - Schienen, Bandagen, Einlagen:

Schienen, Bandagen, Einlagen: In vielen Fällen hilft der Einsatz von Schienen oder medizinischen Bandagen. Diese können stabilisierend und entlastend wirken und führen so zu einer Schmerzlinderung. Zudem fördern sie den Abbau der Schwellung. Spezielle Einlagen für Schuhe oder für spezielles Schuhwerk können ebenfalls als Stütze für die Achillessehnen dienen.


Achillodynie - Medikamente

Medikamente: Zusätzlich zu Schienen und Bandagen verabreichen Ärzte schmerzlindernde und entzündungshemmende Salben oder Medikamente wie Paracetamol, Ibuprofen oder Diclofenac.


Achillodynie - Kühlen/Wärmen

Kühlen/Wärmen: Bei Schmerzen direkt nach dem Sport helfen milde Kältebehandlungen mit Kühlkompressen. Nach dem Verschwinden der Beschwerden sollte die Sehne hingegen gewärmt und somit der Heilungsprozess gefördert werden.


Achillodynie - Exzentrisches Training

Exzentrisches Training: Am wichtigsten sind jedoch Übungen, die im Zuge eine Physiotherapie erlernt und zu Hause regelmäßig durchgeführt werden sollten. Nur so können die Bewegungen besser werden und Betroffene wieder Vertrauen in die eigene Bewegung und Belastbarkeit bekommen. Regelmäßige Belastung führt zudem zu einer schnelleren Ausheilung der Achillodynie. Das sogenannte „exzentrische Training“ fördert die Neustrukturierung des Sehnengewebes. Dazu müssen Betroffene über mindestens zwölf Wochen Übungen zur Kräftigung der Achillessehne und der Beinmuskulatur zweimal täglich für einige Minuten durchführen. Das Training kann in den ersten zwei Wochen noch Schmerzen bereiten. Diese sollten jedoch danach wieder abklingen.


Achillodynie - Kinesiologische Tapes

Kinesiologische Tapes: Darüber hinaus gibt es noch die Möglichkeit, kinesiologische Tapes an die betroffene Stelle anzubringen.

Achillodynie - Welche konservativen Maßnahmen sind bei einer Achillodynie sinnvoll?

Welche nicht-operativen Therapien helfen bei einer Achillodynie?

Werden die ärztlich empfohlenen Maßnahmen konsequent vom Patienten umgesetzt, sollte sich schon nach wenigen Wochen ein Erfolg einstellen. Sollte dies nicht der Fall sein, können noch weitere Behandlungen vom Arzt empfohlen werden:

Stoßwellentherapie

Bei der extrakorporalen Stoßwellentherapie, kurz ESWT, werden die energiereichen Schallwellen mechanisch außerhalb unseres Körpers erzeugt. Mithilfe eines Schallkopfes gelangen die Wellen über die Haut zur Sehne und das umliegende Gewebe. Dort zertrümmern sie Ablagerungen an der Sehne, ohne diese zu beschädigen. Die Energie unterstützt das entzündete Gewebe bei der Regeneration und gibt der Sehne ihre Beweglichkeit zurück.

Ultraschalltherapie

Eine Ultraschalltherapie erfolgt ebenfalls mittels Druckwirkung, wobei die Ultraschallwellen einen Druckwechsel im Gewebe verursachen und damit schmerzlindernd und durchblutungsfördernd wirken. Sie lösen Verklebungen und regen die Geweberegeneration an. Die Eindringtiefe und Wärmewirkung der Ultraschallwellen hängen von der Frequenz ab und sind individuell auf den Patienten einzustellen. Das Verfahren gilt als schonend und frei von Nebenwirkungen.

Elektrotherapie

Auch die Verwendung von Strom kann das geschädigte Gewebe positiv beeinflussen und den Heilungsvorgang fördern.

Hyaluronsäure

Als zusätzlich hilfreich haben sich Injektionen mit sehnenspezifischer Hyaluronsäure bewährt, da diese eine starke entzündungshemmende Wirkung hat.

Methoden wie das Einspritzen von Substanzen wie Glukose oder Actovegin in die Sehnen haben sich hingegen wissenschaftlich nicht wirklich bewiesen. Von einer Behandlung der Sehne mit Cortison ist in jedem Fall abzuraten, da dies zu einer nachhaltigen Schädigung führt. Dasselbe gilt für die Verwendung von Platelet Rich Plasma, kurz PRP, und der sogenannten Laserakupunktur oder einfach Lasertherapie genannt. Beide Methoden konnten bis heute keine ausreichenden wissenschaftlichen Ergebnisse bringen, die einen Therapieeinsatz rechtfertigen würde.

Trotz Therapie können bis zur vollständigen Ausheilung viele Monate vergehen. Am Ende bleibt eine immer kleiner werdende Verdickung der Achillessehne übrig, da der Körper hier einen komplexen Umbauprozess bewältigen muss. In manchen Fällen dauert dieser sogar länger als ein Jahr.

Achillodynie - Welche nicht-operativen Therapien helfen bei einer Achillodynie?

Wie läuft die Operation bei einer Achillodynie ab?

Wenn sämtliche konservative Therapiemaßnahmen über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten nicht anschlagen, wird in den meisten Fällen eine Operation notwendig. In einem ausführlichen Gespräch informiert der Arzt den Patienten über mögliche Risiken und Nebenwirkungen. So können die Beschwerden unter Umständen nach dem chirurgischen Eingriff bestehen bleiben und darüber hinaus Narben in der Sehne entstehen, welche ebenfalls schmerzen können. Auch kann die Sehne nach einer Operation leichter reißen, da sie gespalten und vernäht wird.

Um die Risiken zu minimieren, wird eine operative Therapie hauptsächlich bei jungen, sportlichen Menschen durchgeführt, da hier eine sichere Annäherung der beiden Sehnenstümpfe gewährleistet ist. Nur so kann eine hohe Stabilität der Sehne erreicht werden.

Achillodynie - Vorsorge

Vorsorge

Etwa eine Woche vor dem Eingriff wird der Arzt Dich bitten, etwaige blutverdünnende Medikamente abzusetzen. Auch auf den Konsum von Alkohol und Nikotin solltest Du in den Tagen vor der Operation verzichten, da diese Substanzen einen negativen Einfluss auf den Heilungsprozess haben.


Achillodynie - Ablauf der Operation

Ablauf der Operation

Der Eingriff findet entweder unter Vollnarkose oder örtlicher Betäubung statt und dauert in etwa 30 bis 45 Minuten. Er kann ambulant oder stationär erfolgen, wobei Du bei einer stationären Behandlung ein bis zwei Nächte in der Klinik bleiben musst. In den meisten Fällen handelt es sich um einen minimal-invasiven Eingriff, bei dem der Chirurg entweder die Sehnenhaut spaltet oder Teile des veränderten Gewebes entfernt. Bei einer weit fortgeschrittenen Erkrankung kann ein größerer Schnitt notwendig sein, um zentral gelegene abgestorbene Sehnenanteile zu entfernen. Nach dem Eingriff vernäht der behandelnde Arzt die Sehne wieder.


Achillodynie - Nachbehandlung

Nachbehandlung

Nach der Operation bekommt der Patient für circa zwei bis vier Wochen einen Unterschenkelgehgips beziehungsweise einen Spezialstiefel, damit das Bein entlastet wird. Die Nähte müssen häufig nicht entfernt werden, da mehrheitlich selbstauflösende Varianten zum Einsatz kommen. Nach der Entfernung des Gipses oder Spezialstiefels wird der Heilungserfolg vom Arzt überprüft. Ist der Patient schmerzfrei, kann er auf normales Schuhwerk wechseln und den Fuß wieder voll belasten. Mit einer in der Folge beginnenden Physiotherapie sollen die Sehnenkontinuität und ihre Funktion wieder hergestellt werden. Solltest Du Dich für eine stationäre Reha entscheiden, kann diese bis zu sechs Monate dauern. Nach circa zwei bis vier Wochen bist Du je nach Beruf wieder arbeitsfähig. Mit Sport darfst Du frühestens nach drei Monaten wieder beginnen.

Achillodynie - Wie läuft die Operation bei einer Achillodynie ab?

Was kann ich selbst bei Schmerzen an der Achillessehne tun?

Solltest Du Schmerzmittel einnehmen, darfst Du vorerst kein Training durchführen. Am besten reduzierst Du die Belastung und trägst entzündungshemmende Salben auf die betroffene Stelle auf. Weiterhin kannst Du verschiedene durchblutungsfördernde Übungen durchführen. Sie entspannen die Wadenmuskulatur, mobilisieren das Gewebe und vermindern so die Schmerzen.

Exzentrisches Dehnen der Wadenmuskulatur

Stell Dich für die Übung auf eine Stufe. Mit dem gesunden Bein belastest Du den gesamten Fuß, der betroffene Fuß hat nur mit dem vorderen Bereich Stufenkontakt. Nun verlagerst Du Dein Gewicht auf das betroffene Bein und senkst damit die Ferse langsam ab. Dabei solltest Du eine Dehnung in der Wade fühlen. Danach übernimmt wieder das gesunde Bein das gesamte Gewicht. Diese Übung wiederholst Du zehn bis 15 Mal, was einem Satz entspricht. Führe zwei bis drei Sätze mit jeweils 30 bis 60 Sekunden Pause dazwischen mindestens zwei bis drei Mal die Woche durch.


Mobilisation der Wadenmuskulatur

Für diese Übung brauchst Du eine Faszienrolle, auf der Du die Wade des betroffenen Beines vorsichtig vor- und zurückrollst. Dadurch werden die Wadenmuskulatur gelockert und besser durchblutet, Spannungen reduziert, der Stoffwechsel in diesem Bereich angeregt und damit Entzündungen schneller abgebaut. Setze Dich dabei auf den Boden und stütze Dich seitlich mit den Händen ab, das andere Bein stellst Du auf. Rolle nun fünfmal mittig, innen und außen über den Wadenmuskel – nicht direkt auf der Achillessehne. Am besten führst Du diese Übung an zwei bis drei Tagen pro Woche durch.

Achillodynie - Mobilisation der Wadenmuskulatur

Dehnung des Schollenmuskels (Musculus soleus)

Dieser Muskel liegt im hinteren Bereich des Unterschenkels und arbeitet eng mit der Wadenmuskulatur zusammen. Um die Schollenmuskeln zu dehnen, musst Du Dich vor eine Wand stellen und Dich mit beiden Händen dort abstützen. Dann beugst Du beide Beine leicht und stellst das zu dehnende Bein nach hinten aus, ohne dass die Ferse vom Boden abhebt. Halte diese Dehnung pro Bein etwa eine Minute lang und wiederhole beide Seiten zwei bis drei Mal. Mache dazwischen etwa 30 Sekunden Pause und führe die Dehnung zwei bis drei Mal die Woche durch.

Dehnung des Zwillingswadenmuskels (Musculus gastrocnemius)

Diese Übung funktioniert ähnlich wie die Dehnung des Schollenmuskels. Der einzige Unterschied ist, dass nur das vordere Bein gebeugt und das hintere durchgestreckt ist. Während der Übung solltest Du ein deutliches Spannungsgefühl in der Unterschenkelrückseite des hinteren Beines spüren.

Dehnung der vorderen Schienbeinmuskulatur

Um die vorderen Schienbeinmuskeln zu dehnen, musst Du den betroffenen Fuß mit dem Zehenrücken so weit wie möglich hinter Deinen Körper schieben. Die Zehen sind dabei eingerollt. Wenn Du die Übung richtig ausführst, solltest Du eine leichte Spannung vorne am Schienbein spüren. Durch die Dehnung wird die Achillessehne entlastet. Halte die Übung pro Bein etwa eine Minute und wiederhole sie zwei bis drei Mal. Auch diese Übung solltest Du an zwei bis drei Tagen die Woche durchführen.

Achillodynie - Dehnung der vorderen Schienbeinmuskulatur

Welche Ursachen hat eine Achillodynie?

Die Ursache einer Achillodynie liegt meist nicht an einer akuten Verletzung, sondern ist das Resultat einer langjährigen falschen Belastung oder Überbeanspruchung. Vor allem Sportarten wie Leichtathletik, Ballett, Fußball, Tennis oder Triathlon beinhalten schnelle Lauf- und Sprungsequenzen, die im Laufe der Jahre zu einer Abnutzung der Achillessehne führen. Innerhalb der Sehne entstehen dabei ständig winzige Schäden, sogenannte Mikrotraumata.

Da die Achillessehne vor allem im unteren Bereich in der Nähe des Sehnenansatzes an der Ferse mangelhaft durchblutet wird, heilen Verletzungen in diesem Bereich eher schwer. Unser Körper versucht, diesen Blutmangel über die umliegende Sehnenscheide sicherzustellen, wodurch aber deren Gleitfähigkeit und die der Achillessehne verloren gehen. Dies führt unweigerlich zu Entzündungen.

Welche Risikofaktoren begünstigen Schmerzen an der Achillessehne?

Achillodynie - Welche Risikofaktoren begünstigen Schmerzen an der Achillessehne?

Neben sportlichen Ursachen wie dem Trainingszustand, die Art, Häufigkeit und Dauer der Belastung können auch orthopädische Fehlstellungen wie Senk- oder Plattfüße, X-Beine, ein instabiles Sprunggelenk, ungleich lange Beine, ein Außenbandriss oder ein Bänderriss sowie falsches Schuhwerk beim Sport zu einer Achillodynie führen. Ebenso können Stoffwechselerkrankungen oder eine bereits bestehende Verkürzung der Achillessehne oder des Wadenmuskels eine Erkrankung zur Folge haben. Weitere Risikofaktoren sind das Alter und das Geschlecht. So leiden häufig Männer zwischen 30 und 50 Jahren an einer Achillodynie. Auch Übergewicht spielt eine nicht unwesentliche Rolle, da die Belastung der Achillessehne dadurch zusätzlich erhöht wird.

Wie ist die Prognose bei einer Achillodynie

Im Frühstadium kann sich die Sehne noch vollständig erholen

Wird die Achillodynie früh erkannt, stehen die Chancen gut, dass die Beschwerden vollständig ausheilen. Wichtig ist, die auslösende Belastung zu vermeiden und der Sehne genügend Zeit zur Regeneration zu geben. Erst wenn keine Schmerzen mehr auftreten, darf die Belastung langsam wieder gesteigert werden. Das kann mehrere Monate dauern und erfordert eine konsequente Umsetzung des ärztlichen Therapieplans.

Wenn die Achillodynie fortschreitet, wird die Heilung schwieriger

Ist die Achillessehne bereits stark geschädigt, bleibt die Prognose ungewiss. Schmerzen treten dann oft dauerhaft auf – sogar in Ruhe. In manchen Fällen wird eine Operation notwendig, doch auch danach können Beschwerden bestehen bleiben. Außerdem steigt das Risiko eines Sehnenrisses, da die Sehne während des Eingriffs gespalten und genäht wird. Um die Belastbarkeit der Sehne wieder zu verbessern, ist eine individuell angepasste Rehabilitation notwendig.

Achillodynie - Wie ist die Prognose bei einer Achillodynie

Wie kann ich einer Achillodynie vorbeugen?

Um eine Achillodynie vorzubeugen, solltest Du einige Dinge beachten:

Achillodynie - Wie kann ich einer Achillodynie vorbeugen?

  • Achte auf Dein Gewicht.
  • Achte auf gutes Schuhwerk beim Sport und im Alltag.
  • Plane ausreichend Pausen zwischen den Trainingseinheiten ein.
  • Passe Dein Training Deinem körperlichen Zustand an.
  • Vermeide entzündungshemmende und schmerzstillende Arzneimittel vor oder des Sports.
  • Achte auf ausreichende Bewegung, da die Achillessehne für eine dauerhaft gute Funktion regelmäßige Reize benötigt.
  • Lass eventuelle Fußfehlstellungen behandeln und trage gegebenenfalls Einlagen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten bei einer Achillodynie?

Achillodynie - Kosten

Im Regelfall übernehmen die Krankenkassen die Kosten für ärztlich angeordnete Behandlungen. Ob jedoch jegliche Therapieansätze dabei unterstützt werden, fragst Du am besten bei Deinem Versicherungsträger nach. In manchen Fällen zahlen die Kassen nur einen Teilbetrag.

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Dr. Benjamin Gehl

Dr. Benjamin Gehl

Facharzt für plastische, ästhetische & rekonstruktive Chirurgie

Als Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie liegt die Leidenschaft von Dr. Gehl schon immer im Bereich der medizinischen Contentproduktion. Aufgrund seiner Ausbildung, einer langjährigen Einsatzzeit in der rekonstruktiven und plastischen Chirurgie, sowie zahlreichen Auslandseinsätzen in Indien, Afrika und Amerika weiß er, welche Techniken und Behandlungen für medizinische Indikationen international Anwendung finden und State of the art sind. Weiterhin beschäftigt er sich täglich mit neuen Trends und Techniken in der operativen und nicht-operativen Chirurgie. Fortbildungen sowie Studien zählen genauso zu seiner Leidenschaft wie die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten zu den neuesten fachspezifischen Themen.

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Letzte Aktualisierung: 12.03.2026

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