Schwarzer Hautkrebs (Malignes Melanom)

Das maligne Melanom, auch schwarzer Hautkrebs genannt, ist einer der häufigsten Krebsarten des Menschen. Er ist aber dennoch, sofern früh erkannt, recht gut behandelbar. Die dunklen Wucherungen auf der Haut können im fortgeschrittenen Status schwer zu entfernen sein, und schnell tödlich verlaufen, weshalb die Früherkennung das A und O ist! Dabei kannst Du auch selbst Vorsorge betreiben, indem Du provisorisch nach auffälligen Veränderungen auf der Haut Ausschau hältst und diese dann durch einen Dermatologen untersuchen lässt.


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Zuletzt aktualisiert: 20. April, 2020



Was versteht die Medizin unter einem malignen Melanom?

Bei dem als schwarzen Hautkrebs bezeichneten Tumor handelt es sich um bösartige Wucherungen an Zellen, meistens auf der Haut. Er tritt immer häufiger auf und zählt bei Männern wie auch Frauen zu den am meisten verbreiteten Krebsarten.
 
Die dunklen Wucherungen werden auch Melanome genannt und setzen sich aus Zellen zusammen, die das Pigment Melanin bilden (Melanozyten) und, wenn beispielsweise durch UV-Strahlung geschädigt, entarten und in der Folge unkontrolliert wachsen. Diese Art von Krebs charakterisiert, dass er rasch größer wird und bald Metastasen auch in andere Organe bildet.

Welche Formen von Hautkrebs gibt es?

Der schwarze Hautkrebs stellt die häufigste Form von Hautkrebs dar. Neben ihm gibt es den weißen Hautkrebs, der meist ungefährlich ist und nur jeden zehnten Fall ausmacht. Er tritt in der Regel erst im hohen Alter auf und bildet keine Metastasen.
 
Da es sich bei Krebs um eine Entartung von Zellen handelt, fallen unter den Begriff des „Hautkrebs“ zum Beispiel auch Talg- oder Schweißdrüsenkarzinome, die aber sehr selten auftreten. Knapp 90 Prozent der Hautkrebsfälle machen bösartige, schwarze Melanome aus, wobei sich jedes Dritte dieser bösartigen Melanome aus einem Muttermal entwickelt.
 
Sie erscheinen entweder als unregelmäßige, flache oder erhabene Flecken auf der Haut (oberflächliche Melanome) oder als feste, dunkle Knoten in der Haut (noduläre Melanome). Letztere kommen weniger häufig vor, als die verbreiteten oberflächlichen Melanome, stellen aber eine gefährliche Form des Hautkrebs dar, da sie schneller wachsen und sich ausbreiten.
 
Daneben gibt es noch einige weitere Formen, welche aber oft weniger sichtbar sind, später auftreten oder nicht so tödlich sind. Diese weiteren Subtypen machen in etwa 15 Prozent aller Fälle aus.

Schwarzer Hautkrebs (Malignes Melanom) äußert sich durch dunkle Wucherungen auf der Haut.

Wer ist am häufigsten von schwarzem Hautkrebs betroffen?

Obwohl die Fälle von schwarzem Hautkrebs insgesamt ansteigen und davon auch jüngere Menschen betroffen sind, betrifft die Hauptrisikogruppe Menschen über 55 Jahren, wobei erkrankte Frauen im Durchschnitt mit 60 Jahren diagnostiziert werden, und Männer erst acht Jahre später. Etwa ein Prozent aller Menschen erkranken in ihrem Leben an schwarzem Hautkrebs.

Was sind die Symptome bei einem malignen Melanom?

Von alleine macht sich der anfangs kleine, schwarze Hautfleck nicht bemerkbar. Selten kann es sein, dass er juckt oder verkrustet, dann sind dies klare Warnsignale um den Hautarzt aufzusuchen! Merkst Du, dass ein Fleck auf der Haut neu ist, oder sich farblich oder in der Größe verändert, ist auch dies eine alarmierende Auffälligkeit.

An welchen Körperstellen tritt schwarzer Hautkrebs auf?

Die pigmentierten, bösartigen Hautflecken können grundsätzlich an jeder Stelle des Körpers auftreten. Abhängig vom Geschlecht konnten aber verschiedene „Hotspots“ entdeckt werden: bei Frauen häufiger an Unterschenkeln oder Armen, bei Männer dagegen häufiger auf Bauch, Rücken, Brust oder Schultern.
 
Zu unserer Haut gehören aber auch Bereiche, die bei Kontrollen oft vernachlässigt werden, zum Beispiel unter dem Fuß, zwischen den Zehen, unter den Nägeln, der Genitalbereich, die Kopfhaut, sogar am Auge oder an den Schleimhäuten.

Welche Ursachen und Risikofaktoren begünstigen ein malignes Melanom?

Es gibt einige Merkmale, die es wahrscheinlicher machen, dass Du an Hautkrebs erkranken wirst oder schon erkrankt bist:
 

  • Besonders viele Muttermale oder Leberflecke. Der durchschnittliche Mensch bildet diese in seiner ersten Lebenshälfte aus und besitzt etwa 20 Stück. Ab 50 Stück ist es besser, Du lässt Deine Male genauer untersuchen
  • Rote Haare oder helle Haut. Rein statistisch gesehen sind Menschen mit dunkler Haut oder schwarzen Haaren viel seltener betroffen, und wenn, dann eher zum Beispiel an Schleimhäuten, Handinnenflächen oder unter den Nägeln
  • Häufige Sonnenbrände, gerade in der Kindheit. Es gibt einen starken Zusammenhang zwischen Sonnenstrahlen und Hautkrebs. Insbesondere, wenn Du zu viel UV-Strahlung in der Kindheit abbekommen hast, erhöht sich das Risiko um ein Vielfaches

 
So sind mit Abstand am häufigsten Australier und Neuseeländer von malignen Melanomen betroffen, wegen ihrer Kombination aus heller Haut und starker Sonneneinstrahlung!

Schwarzer Hautkrebs (Malignes Melanom) wird unter anderem durch exzessives Sonnenbaden begünstigt.

Wie ist der Krankheitsverlauf bei schwarzem Hautkrebs?

Nach Daten des Robert Koch Instituts sind über 90 Prozent aller Erkrankten zehn Jahre nach der Diagnose noch am Leben. Wird der Hautkrebs erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt, kann sich die Krankheit aber sehr schnell zu einer lebensbedrohenden Gefahr entwickeln.
 
Die Lebenserwartung und der Krankheitsverlauf hängen dann vor allem davon ab, wo sich Metastasen gebildet haben: sind Herz, Gehirn oder Leber befallen, lässt sich der Tumor kaum mehr entfernen und führt schnell zum Versagen dieser Organe. Ist er dagegen zum Beispiel in der Lunge, kann man mit einem langsameren Verlauf rechnen.

Welche Stadien des malignen Melanoms gibt es?

Es werden vier Stadien unterschieden. Während anfangs eine hohe Überlebenschance von 95 Prozent gegeben ist, wird diese rasch geringer, je fortgeschrittener der Tumor ist.
 

  • Stadium 1: Kleiner, dünner Primärtumor
  • Stadium 2: Primärtumor dicker als 2mm
  • Stadium 3: Metastasen in der umliegenden Haut und Lymphknoten. Der Tumor bricht aus der obersten Hautschicht aus; Überlebenschance bei circa 40 Prozent
  • Stadium 4: Metastasen in weiteren Organen; Überlebenschance meist unter 10 Prozent, eine Behandlung kann das Leben jetzt meist nur noch verlängern.

 

Wie ist die Prognose bei schwarzem Hautkrebs?

Über eine mögliche Heilung ist die Zeit der entscheidende Faktor. Daher ist es auch so wichtig, auch ohne Symptome Früherkennung zu betreiben. Wird ein Tumor im frühen Stadium erkannt, kann er meistens problemlos und ohne Folgeschäden entfernt werden. Deshalb ist Hautkrebs zwar ein häufiger Krebs, aber nur 1 Prozent aller insgesamt an Krebs Erkrankten sterben an Hautkrebs.
 
Hat sich der Tumor bereits tief oder breit in die Haut gefressen, oder sind Krebszellen im Blut, dann wird es zunehmend schwieriger, die Metastasen aus dem Körper zu tilgen. Auch ein angegriffenes Immunsystem macht das maligne Melanom schnell tödlich.
 
Bleibt der Hautkrebs also so lange unbehandelt, dass er sich durch die Haut und in andere Organe fortgesetzt hat (Stadium 4), liegt die mittlere Überlebensdauer unter einem Jahr.

Wie diagnostiziert der Arzt ein malignes Melanom?

Ob das Melanom tatsächlich ein malignes Melanom ist, also Krebs, kann an den Lymphknoten, am Blutbild oder mittels bildgebender Verfahren wie Ultraschall, Computertomographie oder MRT diagnostiziert werden.
 
Die eindeutigste Diagnose liefert, wenn sie möglich ist, eine Gewebeprobe (Biopsie). Da Hautkrebs zu Metastasen neigt, wird die entsprechende Stelle um das Melanom sehr großzügig herausgeschnitten.
 
Um den metastasierenden Krebs zu vermeiden, sollte der Hautarzt kritische Stellen frühzeitig untersuchen, gegebenenfalls mit einem Auflichtmikroskop. Dabei gilt es, die sogenannte ABCDE-Regel zu beachten, die hilft, bösartige von gutartigen Melanomen zu unterscheiden:
 
– A für „Asymmetry“: Ist der Fleck nicht gleichmäßig rund oder oval?
– B für „Border“: Wuchert der Fleck am Rand, oder ist die Begrenzung unscharf?
– C für „Colour“: Ist der Fleck nicht einheitlich gefärbt?
– D für „Dynamik“: Wird der Fleck immer größer? Verändert er sich mit der Zeit?
– E für „Evolution“: Ist das Melanom neu entstanden? Hat sich die Haut in kurzer Zeit
verändert, wo sie davor nur flach war?
 
Früher hat man statt „Dynamik“ auch „Durchmesser“ als D-Wort verwendet. Mehr als 5mm gelten hierbei als auffällig, allerdings ist vor allem das Wachstum entscheidend. Es müssen nicht alle Punkte für eine Diagnose zutreffen, schon einer oder zwei können ein starkes Indiz sein oder sollten als solches gesehen werden.

Bei schwarzem Hautkrebs (Malignes Melanom) hilft die ABCDE-Regel, bösartige von gutartigen Melanomen zu unterscheiden

Welche Behandlungs- und Therapieformen gibt es?

Die wichtigste Behandlung ist die chirurgische Entfernung des Tumors. Das Herausschneiden des Krebsgewebes ist bei Hautkrebs relativ unkompliziert, da es ohne größere invasive Eingriffe stattfindet. Je weiter fortgeschritten der Tumor ist, desto mehr Haut muss in der Regel entfernt werden.
 
Bei oberflächlichen kleinen Melanomen ist auch eine Entfernung mittels Cremes oder Vereisung möglich. Gelingt es allerdings nicht, den Tumor herauszuschneiden, gibt es wenige langfristig erfolgversprechende Behandlungsmöglichkeiten.
 
Nach der Entfernung ist eine gute Nachsorge wichtig, bei der einige Fragen zu klären sind: Sind Krebszellen in das Blut gelangt? Sind Zellen an den Rändern der Stelle zurückgeblieben? Gibt es mehr als nur den Primärtumor, also hat sich der Krebs schon ausgebreitet?
 
Begleitend wird auf das eigene Immunsystem gesetzt, welches mittels Interferon alpha gestärkt werden kann und übrige Krebszellen zerstören soll. Ist der Krebs hartnäckig, greift man heutzutage eher als letzte Maßnahme zur Chemotherapie, stattdessen werden die Krebszellen mit zielgerichteten Therapien angegriffen.
 
In speziellen Fällen kann Dein Arzt ein Medikament einsetzen, welches nur die entarteten Zellen des Krebstumors angreift. Zudem ist natürlich die Strahlentherapie zu nennen, bei welcher das Tumorgebilde sehr zielgerichtet mithilfe von ionisierter Strahlung abgetötet werden soll.

Welche Folgen hat das maligne Melanom für Betroffene?

Wird ein malignes Melanom früh erkannt, kann es Dein Arzt unter Umständen schnell und unkompliziert entfernen, nur im fortgeschrittenen Stadium wird es tödlich. Wichtig ist neben der gewissenhaften Vorsorge auch eine aufmerksame Nachsorge.
 
Nachdem Du einmal an schwarzem Hautkrebs erkrankt bist, hast Du eine statistisch erhöhte Wahrscheinlichkeit, erneut einen bösartigen Tumor auf der Haut zu bekommen.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Weil eine Früherkennung Leben retten kann, sollte man ab etwa 35 Jahren regelmäßig jährlich zum Hautarzt gehen, um sich untersuchen zu lassen. Wenn Du einen Verdachtsfall hast, beispielsweise weil die Haut juckt oder blutet, ein neues Muttermal auftaucht, oder Du eine Veränderung entsprechend der ABCDE-Kriterien feststellst, solltest Du am besten gleich einen Termin beim Hautarzt vereinbaren.
 
Ein hilfreicher Tipp: mache regelmäßig Fotos der betroffenen Stelle, am besten mit einem Lineal, damit Du selbst oder der Arzt feststellen kannst, ob sich das Melanom verändert.

Was kann ich selbst tun?

Da diese Art von Krebs im frühen Stadium leicht zu behandeln ist, ist Vorsorge die beste Sorge. Auch kann und solltest Du Dich selbst ab und zu kontrollieren, indem Du Deinen gesamten Körper mit einem Spiegel, oder mithilfe einer vertrauten Person absuchst.
 
Auch ist stark zu empfehlen, Früherkennungsmaßnahmen beim Arzt in Anspruch zu nehmen. Um das Risiko zu senken, helfen natürlich besonders auch Vorbeugemaßnahmen gegen UV-Strahlung.
 
Wie kann ich einem malignen Melanom vorbeugen?
Die einzige wirksame Möglichkeit gegen Hautkrebs ist, sich vor zu viel Sonne zu schützen. Wenn Du doch der Sonnenstrahlung ausgesetzt bist, solltest Du unbedingt Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden oder schützende Kleidung tragen.
 
Ein Sonnenbrand schädigt die Haut auf Dauer, weshalb Ärzte empfehlen, dass Du Dich generell nicht gezielt und lange in der Sonne bräunen solltest!

Bei Veränderungen auf der Haut solltest Du unbedingt einen Dermatologen aufsuchen.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Der Arztbesuch zur Diagnose sowie die Therapie werden normalerweise von der Krankenversicherung gezahlt. In Österreich übernehmen außerdem die Krankenkassen die Kosten eines jährlichen Hautkrebsscreenings.
 
Stellst Du bei Dir selbst kein erhöhtes Risiko fest, genügt meist eine zweijährliche Inspektion. Beim Ganzkörperscreening wird die gesamte Haut, von Kopf bis Fuß inklusive der Schleimhäute und Nägel untersucht. Dies ist vor allem für alle über 35, oder jene mit erhöhtem Risiko, sinnvoll.
 
Eine Früherkennung auffälliger Male wird auch übernommen, ebenso die Behandlung. Ausgefeiltere Diagnosemethoden wie Auflichtmikroskop oder PET-Scan werden allerdings in der Regel für die Früherkennung nicht bezahlt.
 
Für die einzelnen Leistungen und Bestimmungen solltest Du Dich bei Deiner Versicherung informieren, oder bei dem behandelnden Allgemein- oder Hautarzt nachfragen.

 

Bei Fragen zu diesem oder einem anderen medizinischen Thema steht Dir unser Forum zur Verfügung. Hier kannst Du Dich mit anderen Mitgliedern austauschen und unsere Ärzte kontaktieren!

 


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Das Wichtigste zusammengefasst

Der schwarze Hautkrebs zählt bei Männern wie auch Frauen zu den am meisten verbreiteten Krebsarten


Bei schwarzem Hautkrebs handelt es sich um bösartige, dunkle Wucherungen an Zellen der Haut


Bösartige Melanome erscheinen entweder als unregelmäßige, flache oder erhabene Flecken auf der Haut. Oder als feste, dunkle Knoten in der Haut. Grundsätzlich können sie an jeder Stelle des Körpers auftreten


Ursache für schwarzen Hautkrebs können besonders viele Muttermale oder Leberflecke, helle Haut und rote Haare sowie häufige Sonnenbrände sein

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