Was sind Aphthen?
Aphthen zählen zu den häufigsten Entzündungen der Schleimhaut im Mund. Experten gehen davon aus, dass jeder Zehnte betroffen ist. Wie viele Menschen genau betroffen sind, lässt sich jedoch nicht genau identifizieren. Das erste Mal treten Aphthen bereits
während der Pubertät oder im jungen Erwachsenenalter auf. Dabei sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Aphthen können einmalig sichtbar werden oder immer wiederkehren und in Schüben auftreten. Dabei handelt es sich um rundliche und schmerzhafte Bläschen mit weißem Belag, die vor allem bei Kontakt mit Nahrungsmittel schmerzen. Meist entstehen dabei zwei bis vier Aphthen gleichzeitig, die zwar folgenlos abheilen, aber besonders schmerzhaft sein können.
Welche Formen von Aphthen gibt es?
Grundsätzlich zählen Aphthen zu den häufigsten Erkrankungen der Mundschleimhaut. Dabei können sie entweder einmalig auftreten oder immer wiederkehren und somit chronisch werden. Mediziner unterscheiden zwischen mehreren Formen:
- Innenseite der Wangen
- Zunge
- Zahnfleisch
- Gaumen
- Lippen
Was ist der Unterschied zwischen Aphthen und Herpes?
Obwohl Aphthen und Herpes ähnliche Symptome haben, handelt es sich um unterschiedliche Erkrankungen. Denn Aphthen treten vor allem im Innenraum des Mundes an der Schleimhaut auf. So können sie beispielsweise Zunge, Gaumen und die Innenseite der Lippe befallen. Typisch für Herpes hingegen sind entzündete Bläschen an der Außenseite der Lippe. Ein weiterer Unterschied: Herpes ist hochansteckend und Aphthen dagegen nicht. Somit ist bei Aphthen beispielsweise eine Ansteckung beziehungsweise Übertragung beim Küssen auszuschließen.
Was sind die Symptome von Aphthen?
Aphthen werden als runde, weißliche Stellen an der Innenseite der Wangen und Lippen sichtbar. Oftmals sind sie leicht eingesunken und sind nur einige Millimeter groß. Zudem ist der Rand sichtbar gerötet. Meist verursachen Aphthen Schmerzen, wobei die betroffene Stelle auch kribbeln oder brennen kann. Bei vielen Betroffenen können die Schmerzen beim Essen zunehmen, da die entzündete Schleimhaut zusätzlich gereizt wird. Im Allgemeinen können die Mundbewegungen beim Kauen und Sprechen die Schmerzen zusätzlich verstärken. Gleichzeitig können bis zu 100 Aphthen in der Mundschleimhaut auftreten. Auch eine harmlose Landkartenzunge kann mit ungewöhnlichen Mustern auf der Zunge einhergehen und wird leicht verwechselt. Was rote Punkte auf der Zunge bedeuten können, liest Du in unserem eigenen Beitrag.

Welche Ursachen haben Aphthen?
Aphthen entstehen durch eine starke Reaktion des Immunsystems. Dadurch, dass Gewebe abstirbt, entstehen Löcher in der Mundschleimhaut und es kommt zu freiliegenden Nervenenden. Folglich verursachen diese meist starke Schmerzen. Die genauen Auslöser der Immunreaktion sind weitgehend unklar. Allerdings vermuten Mediziner eine genetisch bedingte Neigung und eine Reihe anderer Faktoren. Erhöhter Stress, Schlaf- und Bewegungsmangel sollen eine Entstehung begünstigen. Aber auch zu heiße Getränke oder falsche Putztechniken beim Zähneputzen können die Mundschleimhaut verletzen und so zu Aphthen führen. Überdies wird vermutet, dass auch Mangelerscheinungen wie Eisen-, Folsäure- oder Vitamin-B-Mangel diese Immunreaktion auslösen können.
Zudem verursachen bestimmte Erkrankungen wie eine HIV-Infektion, autoimmune Erkrankungen, Darmerkrankungen und Morbus Behçet Entzündungen im Mundraum. Vor allem der Mundpilz Candida albicans (Mundsoor) ist als mögliche Ursache bekannt. Im Allgemeinen kann ein geschwächtes Immunsystem für die Entstehung von Aphthen verantwortlich sein. Neuesten Untersuchungen zufolge können Aphthen aber auch ein Symptom für eine Erkrankung mit dem Coronavirus sein, da Covid-19 Entzündungen im Mund begünstigt.
Wann sollte ich mit Aphthen zum Arzt gehen und wie erfolgt die Diagnose?
Dieser kann die Diagnose anhand der Anamnese und der Mundinspektion stellen. Darüber hinaus kann möglicherweise eine Krebserkrankung dahinterstecken. Daher ist ein Besuch bei einem Zahnarzt oder HNO-Arzt auf jeden Fall sinnvoll. Im Allgemeinen erkennt der Arzt Aphthen an dem typischen Aussehen, sodass eine Untersuchung für die Diagnose oft ausreicht. Kommt es häufig zu dieser Immunreaktion, so prüft der medizinische Experte, ob eine bestimmte Erkrankung der Auslöser ist. Hierzu gehört unter anderem ein Abstrich, eine Blutentnahme oder eine Gewebeprobe.
Zudem ist ein Arztbesuch dringend erforderlich, wenn sich die Aphthen nach zwei Wochen nicht zurückgebildet haben, diese besonders groß sind oder weitere Beschwerden hinzukommen.
Wie lassen sich Aphthen behandeln?
Im Regelfall heilen Aphthen von selbst ab, in einigen Fällen kann aber dennoch eine Therapie notwendig sein. Da die Ursachen nicht ausreichend erforscht sind, werden bei der Behandlung vorwiegend die Symptome bekämpft, um die Beschwerden zu lindern.
Medikamentöse Therapie
Bei Beschwerden können schmerzlindernde Mittel als Creme auf die entzündeten Stellen aufgetragen werden. Oftmals verschreibt der Arzt auch eine Mundspülung, um die Ausbreitung der Keime im Mundraum zu verhindern.
Leiden Betroffene unter besonders starken Schmerzen, so können betäubende Mittel angewendet werden. Diese sogenannten Lokalanästhetika wirken durch Betupfen der Aphthen schmerzlindernd. Häufig kommt dabei der Wirkstoff Lidocain zum Einsatz, der in Form von betäubenden Salben oder Lösungen vorhanden ist.
Neben den traditionellen Lokalanästhetika wie Lidocain gibt es auch spezielle Produkte zur Behandlung von Mund-, Nasen- oder Rachenraumproblemen, wie das Mundisal Gel. Dieses Gel enthält den Wirkstoff Cholinsalicylat, der für seine schmerzstillende und entzündungshemmende Eigenschaften bekannt ist. Mundisal Gel wird von der Schleimhaut aufgenommen und beginnt lokal die Schmerzen zu lindern und Entzündungen, Verletzungen sowie Geschwüre zu heilen.
Reicht die örtliche Behandlung jedoch nicht aus, so kommen meist kortisonhaltige Salben zum Einsatz. Bei schweren Verläufen können ebenso entzündungshemmende Tabletten notwendig sein. Diese werden insbesondere dann eingesetzt, wenn viele Entzündungen im Mund auftreten, die sehr starke Schmerzen verursachen, sodass das Essen äußerst unangenehm wird. Nach Aufnahme gelangt das Mittel in den Blutkreislauf und kann so eine Wirkung im gesamten Körper erzeugen.
Da die Arzneimittel auch über Nebenwirkungen verfügen, solltest Du Dich unbedingt an die Vorgaben Deines Arztes halten und somit die Medikamente nicht selbstständig absetzen. Auch die Dosierung darfst Du nicht verändern, ohne vorher mit dem Mediziner darüber zu sprechen, denn die meisten dieser Arzneimittel verursachen bei vielen Patienten Beschwerden im Magen-Darm-Trakt. So ist beispielsweise bei einer Behandlung mit Colchicin zur Hemmung der Entzündungsreaktion auf eine sichere Empfängnisverhütung zu achten. Nach Absetzen der Medikamente sind empfängnisverhütende Maßnahmen sowohl bei Frauen als auch bei Männern für etwa drei bis sechs Monate essenziell.
Lasertherapie
Wenn die Aphthen sehr ausgeprägt sind, dann wird das entzündete Gewebe meist im Rahmen einer Lasertherapie verödet. Mit dem Laser kann der Mediziner innerhalb von wenigen Minuten die Aphthen abtragen.
Hierbei entsteht anfangs eine bräunliche Kruste, die sich dann in eine weißlich gefärbte Kruste verfärbt. Anschließend heilt die Aphthe vollkommen schmerzfrei ab. Vor der Behandlung erklärt Dir der Facharzt den genauen Ablauf im Detail und geht auch auf Deine Fragen ein.
Was kann ich selbst bei Aphthen tun?
Hierbei empfehlen Fachärzte auch regelmäßig den Mund mit keimtötenden Mundspülungen zu spülen. Versuche ebenso Nahrungsmittel, die die vorhandenen Schmerzen verstärken, zu vermeiden. Dazu gehören vor allem scharfe Gewürze, Zitrusfrüchte, Obstsäfte und Zwieback.
Zusätzlich kannst Du die Heilung durch pflanzliche Mittel beschleunigen, indem Du Deinen Mund beispielsweise mit Salbeitee ausspülst. Außerdem empfehlen Spezialisten, die betroffene Stelle im Mund mit Teebaumöl einzureiben, da dies entzündungshemmend wirkt. Einen ähnlichen Effekt erzielst Du, indem Du Honig mit Kurkuma mischst und die entstehende Paste auf die betroffene Mundpartie aufträgst.
Wie kann ich Aphthen vorbeugen?
Grundsätzlich kannst Du Aphthen nur begrenzt vorbeugen, da die genauen Auslöser noch nicht ausreichend geklärt sind. Allerdings stellt ein starkes Immunsystem jedoch den besten Schutz vor Entzündungen dar. Achte dabei vor allem auf ausreichend Schlaf, viel Bewegung und gesunde, ausgewogene Ernährung. Da der Stoff Natriumlaurylsulfat, der in vielen Zahnpasten vorkommt, ebenso die Entstehung von Aphthen begünstigt, gilt es, solche Zahncremen zu vermeiden.
Welche Hausmittel helfen bei Aphthen?
Aphthen heilen in der Regel von selbst ab. Verschiedene Hausmittel können jedoch die Schmerzen lindern und die Heilung beschleunigen.
Salbeitee
Salbei wirkt entzündungshemmend und desinfizierend. Spüle den Mund mehrmals täglich mit abgekühltem Salbeitee. Du kannst den Teebeutel auch direkt auf die betroffene Stelle legen.
Kamillentee
Kamille beruhigt die Mundschleimhaut und lindert Entzündungen. Spüle den Mund drei- bis viermal täglich mit lauwarmem Kamillentee oder tupfe ihn mit einem Wattestäbchen auf die Aphthe.
Honig
Honig, insbesondere Manuka-Honig, wirkt antibakteriell und bildet eine schützende Schicht auf der offenen Stelle. Trage eine kleine Menge direkt auf die Aphthe auf und lasse ihn einwirken.
Salzwasser
Eine Salzlösung desinfiziert und fördert die Wundheilung. Löse einen halben Teelöffel Salz in einem Glas lauwarmem Wasser auf und spüle den Mund für etwa 30 Sekunden damit. Die Anwendung kann anfangs brennen.
Teebaumöl
Verdünntes Teebaumöl (ein bis zwei Tropfen auf ein Glas Wasser) kann als Mundspülung verwendet werden. Es wirkt antiseptisch und kann die Abheilung unterstützen. Teebaumöl darf nicht unverdünnt angewendet und nicht verschluckt werden.
Myrrhe-Tinktur
Myrrhe hat adstringierende und entzündungshemmende Eigenschaften. Verdünnte Myrrhe-Tinktur kann mit einem Wattestäbchen direkt auf die Aphthe aufgetragen werden.
Wichtig: Bei Aphthen, die größer als einen Zentimeter sind, länger als zwei Wochen bestehen, häufig wiederkehren oder von Fieber begleitet werden, solltest Du eine ärztliche Praxis aufsuchen.
Was kostet die Behandlung von Aphthen und übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Informiere Dich daher am besten schon im Voraus über anfallende Kosten. Allerdings müssen Betroffene meistens die Kosten der entzündungshemmenden Mittel wie Salben, Mundspülungen und Medikamente selbst tragen. Auch wenn beispielsweise eine Lasertherapie vorgesehen ist, müssen diese von Betroffenen meist selbst bezahlt werden. Der Preis hierfür liegt zwischen 50 und 80 Euro.
Quellen
Behandlung chronisch-rezidivierender oraler Aphthen – Deutsches Ärzteblatt (letzter Zugriff: 06.02.2025)
Aphthen (Aphten) – Arbeitsgemeinschaft Zahngesundheit (letzter Zugriff: 06.02.2025)
Aktuelle Konzepte zur Behandlung von Aphthen – Quintessence Publishing Deutschland (letzter Zugriff: 06.02.2025)
Aphthen – Update zu Diagnostik und Therapie – ZM online (letzter Zugriff: 06.02.2025)
Diagnostik und Therapieoptionen von Aphthen und aphtoiden Läsionen der Mund- und Rachenschleimhaut – Deutsche Dermatologische Gesellschaft (letzter Zugriff: 06.02.2025)
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