Analekzem

Das Analekzem ist eine Entzündung der Haut um den Anus, welche akut oder chronisch sein kann. Es kommt zu geröteter und oftmals nässender Haut und auch quälender Juckreiz ist ein typisches Symptom des Analekzems. Vor allem nachts ist der Juckreiz besonders schlimm und hindert Betroffene oftmals daran eine erholsame Nachtruhe zu finden.


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Online-Redaktion

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Zuletzt aktualisiert: 18. März, 2020



Was versteht die Medizin unter einem Analekzem?

Aus Sicht eines Proktologen, das ist ein spezialisierter Arzt für Erkrankungen des Enddarms, zählt das Analekzem zu einer der am häufigsten vorkommenden Hauterkrankungen. Diese Entzündung der Haut um den Anus ist oft eine Begleiterscheinung anderer Krankheiten. Die Medizin untergliedert das Analekzem in drei Arten: das irritativ-toxische, das kontaktallergische und das atopische Analekzem

Das Analekzem zählt zu einer der am häufigsten vorkommenden Hauterkrankungen

Wie sehen die Symptome eines Analekzems aus?

Ein Analekzem geht mit starkem Juckreiz und Brennen am After einher. Häufig ist die Haut um den Anus stark gerötet und nässt. Bei manchen Patienten bilden sich auch Bläschen, die mit Wasser gefüllt sind. Im weiteren Verlauf kann es auch zu weißlichen Hautveränderungen und Verhärtungen der Analfalten kommen.

Wie ist der Verlauf eines Analekzems?

Der Verlauf eines Analekzems ist je nach Patient unterschiedlich. Bei vielen Patienten zeigt die Behandlung schnell Erfolg. Manchmal nimmt es aber auch einen langwierigen Verlauf. Lässt Du ein Analekzem nicht behandeln, kann das zu einer irreparablen Schädigung der Haut führen. Meist lässt sich ein Analekzem gut mit Salben und Cremes behandeln.

Was sind die Ursachen für ein Analekzem und welche Formen gibt es?

Aufgrund der anatomischen Begebenheiten des Anus, wo ständiger Haut-auf-Haut-Kontakt besteht, ist dieser Bereich sehr anfällig für Hautausschläge.

Das irritativ-toxische Analekzem entsteht durch eine Reizung der Haut um den Anus durch Darmsekrete. Diese können sich in der Analspalte ansammeln. Das ist oft bei vergrößerten Hämorrhoiden oder bei Analfisteln, die nässen, der Fall. Auch Inkontinenz oder Durchfall können eine solche Hautreizung hervorrufen. Wenn sich kleine Hautfalten am After bilden, sogenannte Marisken, ist es oft schwierig, diesen Hautbereich nach dem Stuhlgang ordentlich zu reinigen. Somit können sich Kotreste ansammeln und sich entzünden. Aber auch starkes Reiben beim Säubern mit Toilettenpapier oder eine übertriebene Analhygiene können die Haut irritieren.

Das kontaktallergische Analekzem wird aufgrund einer allergischen Reaktion ausgelöst. Oft sind Duftstoffe im (feuchten) Toilettenpapier, Seifen, Slipeinlagen oder Salben der Auslöser für diese Form. Auch Hämorrhoidensalben können zum Auftreten eines kontaktallergischen Analekzems beitragen.

Eine Neurodermitis ist der Auslöser für das atopische Analekzem. Bei Neurodermitis ist die Haut generell sehr empfindlich, deshalb können Hautausschläge auch in anderen Körperbereichen auftreten. Das Analekzem kann aber auch durch Pilzinfektionen, starkes Schwitzen im Analbereich, das Verzehren von scharfen Speisen oder Zitrusfrüchten oder durch eine zu intensive bzw. nicht ausreichende Hygiene im Analbereich ausgelöst werden.

Ein Analekzem geht mit starkem Juckreiz und Brennen am After einher. Häufig ist die Haut um den Anus stark gerötet und nässt

Wie lässt sich das Analekzem diagnostizieren?

Zu Beginn der Untersuchung steht ein Gespräch mit dem Arzt an. Dann folgt eine körperliche Untersuchung des Analbereichs. Besteht zusätzlich der Verdacht auf eine Erkrankung des Darms, führt der Arzt eine Enddarmspiegelung, eine sogenannte Proktoskopie, oder eine Spiegelung des Mastdarms, eine Rektoskopie, durch. Häufig nimmt der Arzt auch einen Abstrich, der dann im Labor untersucht wird. Wenn der Verdacht auf eine Kontaktallergie besteht, verschafft ein Allergietest Klarheit.

Was ist der Unterschied zwischen Analekzem und Hämorrhoiden?

Ein Analekzem betrifft die Haut des Anus. Hämorrhoiden hingegen treten im Inneren des Enddarms, dem Rektum auf. Hämorrhoiden sind empfindliche, weiche Gefäßpolster mit einer weichen, feuchten Schleimhautoberfläche. Sie dienen als Feinabdichtung des Darms, können sich vergrößern und aus dem After heraustreten. Ein Analekzem hingegen ist eine Reizung der Haut des Afters.

Vergrößerte Hämorrhoiden sind eine eigenständige Erkrankung. Ein Analekzem ist hingegen ein Symptom anderer Krankheiten, also eine Reaktion des Körpers. Gelegentlich sind Hämorrhoiden der Auslöser für ein Analekzem.

Wer ist am häufigsten davon betroffen?

Männer sind häufiger von einem Analekzem betroffen als Frauen. Die meisten Erkrankten sind im Alter von 40 bis 60 Jahren. Jedoch kommt es auch bei jüngeren und älteren Personen vor.

Welche Folgen hat ein Analekzem für den Betroffenen?

Der Stuhlgang ist häufig mit Schmerzen verbunden und wird somit zur Qual. Wenn ein Analekzem unbehandelt bleibt, können sich Schrunden oder Geschwüre ausbilden. Zudem leiden viele Patienten auch psychisch unter den Symptomen eines Analekzems.

Mit einem Analekzem kann jeder Gang auf die Toilette unangenehm sein

Wie lässt sich ein Analekzem behandeln?

Bei der Behandlung steht die Linderung der Symptome im Vordergrund. So kann sich die Haut beruhigen und heilen. Besonders wichtig ist, dass der Patient darauf achtet den Anus sauber und vor allem trocken zu halten. Bei starken Beschwerden verschaffen Zäpfchen oder Salben Linderung. Je nach Ursache erfolgt eine weitere Behandlung mit Zinksalbe. Mitunter ist auch eine Ernährungsumstellung sinnvoll.

Manchmal sind Hämorrhoiden der Auslöser für ein Analekzem. In einem solchen Fall werden diese verödet. Eine Operation ist nur dann notwendig, wenn die Hämorrhoiden besonders groß sind oder wenn große Einrisse in der Haut bestehen.

Welche Komplikationen können auftreten?

Das lästigste und hartnäckigste Symptom eines Analekzems ist der Juckreiz, der damit einhergeht. Wenn der Betroffene dem Juckreiz ständig nachgibt, verlangsamt das den Heilungsprozess. Durch zu viel Kratzen kannst Du die Haut außerdem zusätzlich schädigen und das Ekzem noch verschlimmern. Wenn Du das Analekzem nicht behandeln lässt, kann es sich zu einem chronischen Analekzem entwickeln.

Bei einem Analekzem besteht auch ein erhöhtes Risiko für den Befall mit Pilzen oder Bakterien. Grund dafür ist, dass die gereizte und somit geschwächte Haut anfälliger für jegliche Arten von Infektionen ist. Ebenso steigt das Risiko für die Bildung eines Analkarzinoms. Wenn der Arzt die Ursache des Analekzems falsch diagnostiziert, können ebenfalls Komplikationen auftreten. Bei einer Behandlung mit den falschen Medikamenten kann sich das Ekzem verschlimmern. Bemerkst Du also, dass sich die Symptome verschlimmern solltest Du dem Arzt einen erneuten Besuch abstatten.

Häufig zieht ein Analekzem auch psychische Beschwerden oder gar eine Depression nach sich. Viele Betroffene schämen sich und entwickeln dadurch Minderwertigkeitsgefühle oder ein verringertes Selbstwertgefühl.

Ist ein Analekzem ansteckend?

Ein Analekzem ist im Normalfall nicht ansteckend. Wenn jedoch Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten der Auslöser sind, ist es mitunter ansteckend.

Was kann ich selbst gegen ein Analekzem tun?

Wenn die Symptome noch schwach sind, kannst Du ein Analekzem oft mit entzündungshemmenden Hausmitteln unter Kontrolle bringen. Geeignet sind etwa Sitzbäder aus Eichenrindenextrakt oder mit schwarzem oder grünem Tee. Die Gerbstoffe wirken austrocknend auf das Ekzem und haben zusätzlich eine antiseptische Wirkung. Auch Heilkräuter wie Lavendel, Efeu oder Kamille eignen sich für Sitzbäder. Sie lindern den Juckreiz und wirken entzündungshemmend.

Ein Analekzem ist im Normalfall nicht ansteckend

Außerdem ist es wichtig, dass Du den Anus sauber hältst. Es ist ratsam, nach dem Stuhlgang zur Reinigung warmes Wasser oder Öl zu benutzen. Anschließend solltest Du den Anus vorsichtig trocknen. Wenn das Analekzem stark nässt, kannst Du die Feuchtigkeit mit einem Tuch, dass Du zwischen die Pobacken gibst die Feuchtigkeit aufsaugen. Das trägt dazu bei, die Entzündung abklingen zu lassen. Trag keine Unterwäsche aus synthetischen Fasern, sondern aus Baumwolle.

Verzichte darauf, im Analbereich scharfe Reinigungsprodukten zu verwenden. Auch feuchtes Toilettenpapier ist nicht ideal, denn bei empfindlicher Haut löst es häufig Hautreizungen aus. Meist genügt warmes Wasser zur Reinigung des Analbereichs. Ein Gang zum Arzt ist häufig nicht notwendig. In der Apotheke kannst Du rezeptfreie, entzündungslindernde Pflegeprodukte erwerben.

Verzichte auf belastende Sportarten und mache stattdessen Entspannungsübungen oder Yoga. Außerdem ist es ratsam, die Ernährung umzustellen. Achte darauf, ausreichend Ballaststoffe, in Form von Vollkornprodukten, Obst oder frischem Gemüse, zu Dir zu nehmen. Vermeide Süßigkeiten und andere Lebensmittel, die Verstopfungen fördern. Nimm ausreichend Flüssigkeit zu Dir. Mineralwasser, und Kräutertees mit Kamille, Melisse oder Taubnessel sind besonders empfehlenswert.

Spätestens, wenn die Beschwerden länger als eine Woche andauern. Vor allem, wenn starke Schmerzen oder Juckreiz auftreten, bei Blutungen oder Bildung weiterer Knoten, solltest Du sofort zum Arzt gehen. In hartnäckigen Fällen ist eine kurzzeitige lokale Kortisonbehandlung oder entzündungshemmende Salben notwendig. Wenn Du bemerkst, dass sich Deine Symptome trotz Behandlung verschlimmern, solltest Du unbedingt nochmals zum Arzt gehen.

Wie kann ich ein Analekzem vorbeugen?

Mit sanfter und hautschonender Analhygiene kannst Du einem Analekzem gut vorbeugen. Ebenso ist es wichtig, genug zu trinken und mit einer ballaststoffreichen Ernährung den Stuhl weich zu halten. Scharfe Gewürze und Zitrusfrüchte solltest Du eher vermeiden.

Verwende idealerweise weißes Toilettenpapier aus Zellulose. Gefärbtes, feuchtes oder auch recyceltes Toilettenpapier tragen eher dazu bei, die Haut zu reizen. Ebenso kannst Du mit der Wahl der richtigen Unterwäsche das Auftreten eines Analekzems verhindern. Synthetische Fasern fördern das Schwitzen, daher solltest Du Unterwäsche aus Baumwolle wählen.

Es ist wichtig, genug zu trinken und mit einer ballaststoffreichen Ernährung den Stuhl weich zu halten. Scharfe Gewürze und Zitrusfrüchte solltest Du eher vermeiden

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für die Diagnose und Therapie eines Analekzems.


Dauer Dauer

Bis zu 14 Tage

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

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Das Wichtigste zusammengefasst

Ein Analekzem ist eine Entzündung der Haut am After. Es äußert sich meist in Form von quälendem Juckreiz und Brennen am After


In den meisten Fällen ist es eine Folgeerscheinung verschiedener anderer Krankheiten


Mit verschiedenen entzündungshemmenden Hausmitteln lassen sich die Symptome eines Analekzems meist gut in den Griff bekommen


In schweren Fällen kommt auch eine kurzzeitige lokale Kortisonbehandlung zur Anwendung

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