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Hämorrhoiden

Hämorrhoiden

Viele Menschen kennen das unangenehme Gefühl, sprechen aber selten darüber: Hämorrhoiden betreffen einen Großteil der Bevölkerung und sind eigentlich keine Krankheit.

Dauer
15-30 Minuten
Klinik
Nicht notwendig
Ausfallzeit
Bis zu 3 Wochen
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Was sind Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden sind keine Krankheit, sondern eine anatomische Struktur, die jeder Mensch besitzt. Sie liegen im Bereich zwischen Enddarm und After und sorgen gemeinsam mit dem Schließmuskel dafür, dass der After im Ruhezustand verschlossen bleibt. Beim Stuhlgang erschlaffen sie, damit der Darminhalt problemlos ausgeschieden werden kann.

Wenn sich das Bindegewebe lockert oder der Druck im Bauchraum zu stark wird, können sich diese Gefäßpolster vergrößern und nach außen treten. Dann entsteht ein Hämorrhoidalleiden, das je nach Stadium unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann.

Wie erkenne ich Hämorrhoiden?

Typische Anzeichen sind Juckreiz, Brennen oder ein Druckgefühl im Analbereich. Viele bemerken auch hellrotes Blut am Toilettenpapier oder im Stuhl, meist verursacht durch kleine Risse in der empfindlichen Schleimhaut. Manche Betroffene klagen über Nässen, Schmerzen beim Sitzen oder ein störendes Gefühl, als wäre etwas „im Weg“.

Diese Symptome sind häufig und in der Regel nicht gefährlich. Trotzdem ist es wichtig, sie ernst zu nehmen und ärztlich abklären zu lassen. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto einfacher und schonender kann behandelt werden. In vielen Fällen genügt eine konservative Therapie, bei schwereren Beschwerden kann es jedoch nötig sein, die Hämorrhoiden zu entfernen.

Hämorrhoiden

Was sind die Ursachen von Hämorrhoiden?

Die häufigste Ursache ist ein dauerhaft erhöhter Druck im Bereich des Enddarms. Das passiert vor allem, wenn man beim Stuhlgang stark presst oder regelmäßig unter Verstopfung leidet. Durch den Druck staut sich Blut in den Gefäßpolstern, die sich dadurch vergrößern und knotig werden können. Auch langes Sitzen auf der Toilette, etwa beim Lesen oder Handybenutzen, begünstigt die Entstehung von Hämorrhoiden, weil dabei die Durchblutung im Analbereich gestört wird.

Neben diesen Gewohnheiten können auch bestimmte Lebensstilfaktoren die Entstehung von Hämorrhoiden hervorrufen. Eine ballaststoffarme Ernährung, zu wenig Flüssigkeit und Bewegungsmangel können die Verdauung verlangsamen und Verstopfung fördern. Übergewicht, häufiges Sitzen im Alltag oder eine altersbedingte Schwäche des Bindegewebes erhöhen das Risiko zusätzlich.

Bei Frauen können Hämorrhoiden auch während der Schwangerschaft auftreten. Durch den zunehmenden Druck im Bauchraum wird der Rückfluss des Blutes erschwert, wodurch sich die Gefäßpolster leichter vergrößern. In vielen Fällen bilden sich die Beschwerden nach der Geburt aber von selbst wieder zurück.

Wer ist am häufigsten davon betroffen?

Grundsätzlich kann jeder Mensch im Laufe seines Lebens Hämorrhoiden entwickeln. Besonders häufig treten sie ab dem mittleren Lebensalter auf, da das Gewebe mit der Zeit an Elastizität verliert und der venöse Rückfluss im Beckenbereich langsamer wird. Männer sind geringfügig häufiger betroffen als Frauen, wobei bei Frauen Hämorrhoiden oft im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft auftreten.

Medizinische Schätzungen gehen davon aus, dass mehr als die Hälfte aller über 50-Jährigen irgendwann unter Hämorrhoiden leidet. Viele bemerken sie gar nicht oder erst, wenn Symptome wie Jucken oder Blutungen auftreten. Da frühe Stadien meist gut behandelbar sind, lohnt sich ein rechtzeitiger Arztbesuch, also bevor eine operative Entfernung überhaupt notwendig wird.

Hämorrhoiden

Wie werden Hämorrhoiden diagnostiziert?

Hämorrhoiden

Am Anfang steht immer ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt. Dabei schilderst Du Deine Beschwerden und seit wann sie bestehen. Schon diese Informationen geben wichtige Hinweise darauf, ob ein Hämorrhoidalleiden vorliegt. Danach folgt in der Regel eine körperliche Untersuchung. Der Arzt tastet den Bereich rund um den After und den unteren Teil des Enddarms vorsichtig ab, um eventuelle Knoten, Schwellungen oder Veränderungen zu erkennen.

Oft wird zusätzlich eine kurze Spiegelung des Enddarms oder des Analkanals durchgeführt. Diese Untersuchung dauert nur wenige Minuten und ist in der Regel kaum schmerzhaft. Dabei kann der Arzt genau sehen, wie stark die Hämorrhoiden vergrößert sind und ob sich andere Ursachen hinter den Beschwerden verbergen, wie etwa Entzündungen, Polypen oder selten auch Tumoren.

Anhand der Untersuchungsergebnisse wird festgestellt, in welchem Stadium sich die Hämorrhoiden befinden und welche Behandlung infrage kommt. In den meisten Fällen genügt eine konservative Therapie, bei stärkeren Beschwerden kann jedoch auch das Entfernen der Hämorrhoiden notwendig werden.

Welche Stadien von Hämorrhoiden gibt es?

Hämorrhoiden werden in vier Stadien eingeteilt, die beschreiben, wie stark sie vergrößert sind und ob sie sich zurückbilden.

  • Im ersten Stadium sind die Hämorrhoiden nur leicht vergrößert und von außen nicht sichtbar. Sie verursachen meist Juckreiz oder gelegentliche Blutungen, bereiten aber keine größeren Schmerzen.
  • Im zweiten Stadium treten die Hämorrhoiden beim Pressen nach außen, ziehen sich danach jedoch von selbst wieder zurück.
  • Im dritten Stadium bleiben sie nach dem Stuhlgang außerhalb des Afters und müssen mit dem Finger vorsichtig zurückgeschoben werden.
  • Im vierten Stadium sind die Hämorrhoiden dauerhaft vor der Afteröffnung sichtbar und lassen sich nicht mehr zurückdrängen. In diesem Stadium kann es zu Schmerzen, Reizungen und Problemen mit der Stuhlkontinenz kommen.

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Häufige Fragen

Wie lange dauern Hämorrhoiden, bis sie abheilen?
Das hängt vom Stadium und der Behandlung ab. Leichte Hämorrhoiden können innerhalb weniger Tage bis Wochen von selbst oder mit Hausmitteln und Salben abklingen. In fortgeschrittenen Stadien dauert die Heilung länger, vor allem nach einer Operation. Nach einer Hämorrhoidektomie ist in der Regel nach zwei bis vier Wochen mit vollständiger Abheilung zu rechnen.
Sind Hämorrhoiden gefährlich?
Hämorrhoiden sind in der Regel nicht gefährlich, können aber sehr unangenehm sein. Unbehandelt können sie zu Blutungen, Entzündungen oder schmerzhaften Thrombosen führen. Bei wiederkehrenden Blutungen sollte immer eine ärztliche Untersuchung erfolgen, um andere Ursachen auszuschließen.
Sind Hämorrhoiden ansteckend?
Nein, Hämorrhoiden sind nicht ansteckend. Sie entstehen durch erhöhten Druck im Analbereich, nicht durch Viren oder Bakterien.
Kann Stress Hämorrhoiden verursachen?
Stress allein führt nicht direkt zu Hämorrhoiden, kann aber die Verdauung beeinflussen. Unregelmäßiges Essen, zu wenig Trinken oder Verdauungsprobleme erhöhen das Risiko für Verstopfung und damit auch für Hämorrhoiden.
Kann man Hämorrhoiden ausdrücken?
Nein, Hämorrhoiden dürfen niemals ausgedrückt werden. Das kann zu Verletzungen, Infektionen und stärkeren Blutungen führen. Vergrößerte Hämorrhoiden gehören in ärztliche Behandlung.
Wann sollte man mit Hämorrhoiden zum Arzt?
Wenn Beschwerden wie Jucken, Brennen, Blutungen oder Schmerzen länger als eine Woche anhalten oder sich verschlimmern, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.
Sind Hämorrhoiden ein Zeichen für Darmkrebs?
Nein, Hämorrhoiden selbst haben nichts mit Darmkrebs zu tun. Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Blutungen ist dennoch eine ärztliche Abklärung wichtig.
Kann man mit Hämorrhoiden Sport treiben?
Ja, sanfter Sport wie Spazierengehen, Schwimmen oder Yoga ist hilfreich. Sportarten mit starkem Druck im Beckenbereich (z. B. Gewichtheben, Radfahren) sollten während akuter Beschwerden vermieden werden.
Wie beeinflusst die Schwangerschaft Hämorrhoiden?
In der Schwangerschaft steigt der Druck im Bauchraum, weshalb Hämorrhoiden häufiger auftreten. Nach der Geburt bilden sie sich oft zurück. Ballaststoffreiche Ernährung und ausreichendes Trinken lindern die Beschwerden.
Kann man Hämorrhoiden selbst behandeln?
Leichte Formen können mit Hausmitteln, Sitzbädern und Salben behandelt werden. Bei ausbleibender Besserung ist eine ärztliche Therapie notwendig.
Können auch Kinder Hämorrhoiden bekommen?
Ja, insbesondere bei chronischer Verstopfung oder falschen Toilettengewohnheiten. Ausgewogene Ernährung und ausreichend Flüssigkeit beugen vor.
Welche Lebensmittel sollte man bei Hämorrhoiden meiden?
Scharfe Gewürze, stark verarbeitete oder sehr fettige Speisen und Alkohol können Beschwerden verstärken. Empfehlenswert sind ballaststoffreiche Lebensmittel und ausreichend Wasser.
Redaktionelle Verantwortung

Dieser Beitrag wurde von der internen MOOCI-Redaktion erstellt, inhaltlich geprüft und freigegeben. Bei der Recherche und Aufbereitung setzen wir auch KI-gestützte Werkzeuge ein; jeder Text wird vor der Veröffentlichung von unserer Redaktion fachlich gegengelesen. Die redaktionelle Verantwortung trägt Nadja Sukalia, Content Managerin bei MOOCI. Die medizinische Prüfung erfolgt durch Ärztinnen und Ärzte aus unserem Fachnetzwerk.

Dr. Benjamin Gehl

Dr. Benjamin Gehl

Facharzt für plastische, ästhetische & rekonstruktive Chirurgie

Als Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie liegt die Leidenschaft von Dr. Gehl schon immer im Bereich der medizinischen Contentproduktion. Aufgrund seiner Ausbildung, einer langjährigen Einsatzzeit in der rekonstruktiven und plastischen Chirurgie, sowie zahlreichen Auslandseinsätzen in Indien, Afrika und Amerika weiß er, welche Techniken und Behandlungen für medizinische Indikationen international Anwendung finden und State of the art sind. Weiterhin beschäftigt er sich täglich mit neuen Trends und Techniken in der operativen und nicht-operativen Chirurgie. Fortbildungen sowie Studien zählen genauso zu seiner Leidenschaft wie die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten zu den neuesten fachspezifischen Themen.

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Letzte Aktualisierung: 15.07.2026

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