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Zahnerosion

Zahnerosion bezeichnet den säurebedingten Verlust von Zahnschmelz, der sich mit früher Diagnose und gezielter Vorbeugung…

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Zahnschmelz ist die härteste Substanz des menschlichen Körpers. Trotzdem kann er durch häufigen Kontakt mit Säuren geschädigt werden. Bei einer Zahnerosion werden Mineralien aus der Zahnoberfläche gelöst. Die dadurch aufgeweichte Zahnhartsubstanz kann anschließend durch Kauen, Zähneknirschen oder andere mechanische Belastungen leichter abgetragen werden. Dieser Prozess entwickelt sich häufig langsam und bleibt deshalb zunächst unbemerkt. Bereits verlorener Zahnschmelz wird vom Körper nicht neu gebildet. Eine frühzeitige Diagnose ist deshalb wichtig, um weitere Schäden zu verhindern und möglichst viel natürliche Zahnsubstanz zu erhalten. Erosiver Zahnhartsubstanzverlust kommt bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen vor. Wie häufig er festgestellt wird, unterscheidet sich allerdings deutlich zwischen Studien, weil verschiedene Altersgruppen und Bewertungssysteme verwendet werden. Zu den wichtigen beeinflussbaren Risikofaktoren gehören vor allem häufige Säurekontakte durch Getränke, Lebensmittel oder Magensäure.

Zahnerosion: Ursachen, Stadien und Behandlung von säurebedingtem Zahnschmelzverlust KI-generiertes Bild

Das Wichtigste in Kürze

Zahnerosion bezeichnet einen säurebedingten Verlust von Zahnhartsubstanz. Anders als bei Karies sind daran keine Bakterien beteiligt. Häufige Ursachen sind säurehaltige Getränke und Lebensmittel sowie Magensäure bei Reflux oder wiederholtem Erbrechen. Auch ein verminderter Speichelfluss kann das Risiko erhöhen.

Anfangs verursacht eine Zahnerosion häufig keine Beschwerden. Später können dünnere Schneidekanten, Mulden auf den Kauflächen, gelblich wirkende Zähne und Überempfindlichkeiten auftreten. Bereits verlorene Zahnhartsubstanz wächst nicht wieder nach. Deshalb ist es wichtig, die Säurequelle früh zu erkennen und den weiteren Substanzverlust möglichst zu stoppen.

Was ist eine Zahnerosion?

Eine Zahnerosion ist ein chemisch bedingter Verlust von Zahnhartsubstanz durch Säuren, an dem keine Bakterien beteiligt sind. Treffen Säuren auf die Zahnoberfläche, können sie Mineralien wie Kalzium und Phosphat aus dem Zahnschmelz lösen. Die Oberfläche wird dadurch vorübergehend weicher und anfälliger für mechanischen Abrieb. Wiederholen sich solche Säurekontakte häufig, kann mit der Zeit dauerhaft Zahnsubstanz verloren gehen.

Einen festen pH-Wert, unterhalb dessen jede Zahnerosion beginnt, gibt es dabei nicht. Wie stark ein Getränk oder Lebensmittel erosiv wirkt, hängt nicht nur vom pH-Wert ab, sondern beispielsweise auch von Säureart, Pufferkapazität, Calcium- und Phosphatgehalt sowie davon, wie lange und wie häufig die Säure mit den Zähnen in Kontakt kommt.

Was ist der Unterschied zu Karies?

Bei Karies entstehen Säuren durch Bakterien im Zahnbelag, die Kohlenhydrate verstoffwechseln. Die Erkrankung entwickelt sich deshalb besonders an Stellen, an denen sich Biofilm ansammelt, beispielsweise in Fissuren oder Zahnzwischenräumen. Bei einer Zahnerosion kommt die Säure dagegen direkt von außen oder aus dem Körper. Typische Quellen sind säurehaltige Getränke, bestimmte Lebensmittel oder Magensäure. Beide Prozesse können gleichzeitig vorkommen, sind aber unterschiedliche Erkrankungen und werden deshalb auch unterschiedlich behandelt und verhindert.

Erosion, Abrasion und Attrition

Zahnhartsubstanz kann nicht nur durch Säuren verloren gehen. Zahnärzte unterscheiden mehrere Formen:

  • Erosion: chemische Auflösung durch Säuren ohne bakterielle Beteiligung
  • Abrasion: mechanischer Abrieb durch Fremdkörper oder wiederholte mechanische Einwirkungen
  • Attrition: Substanzverlust durch direkten Zahnkontakt, beispielsweise beim Knirschen

In der Praxis greifen diese Prozesse häufig ineinander. Wird die Zahnoberfläche durch Säure aufgeweicht, kann sie mechanischen Belastungen weniger gut widerstehen.

Welche Ursachen führen zu Zahnerosionen?

Die Säuren können entweder von außen in den Mund gelangen oder aus dem Magen stammen. Zahnärzte sprechen deshalb von extrinsischen und intrinsischen Säurequellen.

Säuren aus Lebensmitteln und Getränken

Zu den wichtigen äußeren Säurequellen gehören unter anderem:

  • Softdrinks und Limonaden
  • Energydrinks und Sportgetränke
  • Fruchtsäfte
  • saure Süßigkeiten
  • Wein
  • häufig konsumierte Smoothies und andere saure Getränke
  • Essig und stark säurehaltige Lebensmittel

Auch Obst enthält Säuren. Das bedeutet jedoch nicht, dass Du aus Angst vor Zahnerosion auf eine ausgewogene Ernährung mit Obst verzichten solltest.

Für das Risiko ist das gesamte Konsummuster entscheidend. Besonders ungünstig ist es, saure Getränke über längere Zeit im Mund zu behalten oder über den ganzen Tag verteilt immer wieder daran zu nippen. Dadurch entstehen zahlreiche Säurekontakte, zwischen denen der Speichel nur wenig Zeit zur Neutralisation hat.

Magensäure als Ursache

Eine besonders starke Säurequelle ist Magensaft. Er kann bei einer gastroösophagealen Refluxkrankheit bis in die Mundhöhle gelangen. Nicht jeder Reflux verursacht deutliches Sodbrennen. Deshalb können typische Veränderungen an den Zähnen manchmal ein Hinweis darauf sein, dass Magensäure regelmäßig in den Mund gelangt. Eine Zahnerosion allein beweist allerdings keine Refluxerkrankung. Auch wiederholtes Erbrechen kann erosive Schäden verursachen, beispielsweise bei bestimmten Erkrankungen, während einer Schwangerschaft oder im Zusammenhang mit einer Essstörung wie Bulimie.

Welche Zahnflächen betroffen sind, kann dem Zahnarzt Hinweise auf die mögliche Säurequelle geben. Bei häufigem Kontakt mit Magensäure sind beispielsweise häufig die dem Gaumen zugewandten Flächen der oberen Zähne betroffen. Dieses Muster allein reicht jedoch nicht aus, um die Ursache sicher festzustellen.

Speichel und Medikamente

Speichel schützt die Zähne, indem er Säuren verdünnt und neutralisiert. Außerdem enthält er Mineralien, die eine angegriffene, aber noch vorhandene Zahnoberfläche bei der Wiedererhärtung unterstützen können. Ist der Speichelfluss vermindert, steigt deshalb das Risiko für erosiven Zahnhartsubstanzverlust.

Mundtrockenheit kann unter anderem mit bestimmten Medikamenten zusammenhängen. Dazu gehören beispielsweise einige Antidepressiva, Antihistaminika und Blutdruckmedikamente. Medikamente solltest Du deswegen aber niemals eigenständig absetzen. Wenn Du dauerhaft unter trockenem Mund leidest, solltest Du das mit Deinem Arzt und Zahnarzt besprechen.

Auch direkt saure Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel können bei häufigem Kontakt mit den Zähnen eine Rolle spielen, beispielsweise bestimmte Brausetabletten oder saure Kautabletten.

Wie erkennt man eine Zahnerosion? KI-generiertes Bild

Wie erkennt man eine Zahnerosion?

Eine beginnende Zahnerosion verursacht häufig keine Schmerzen. Deshalb wird sie nicht selten erst bei einer zahnärztlichen Kontrolle entdeckt. Mit zunehmendem Substanzverlust können verschiedene Veränderungen sichtbar werden:

  • die Zahnoberfläche wirkt glatter oder verändert ihren natürlichen Glanz
  • Konturen und Kanten werden zunehmend abgerundet
  • auf Kauflächen können flache Vertiefungen oder Mulden entstehen
  • Schneidekanten können dünner und durchscheinender erscheinen
  • vorhandene Füllungen können gegenüber der umliegenden Zahnoberfläche erhaben wirken
  • die Zähne können gelblicher erscheinen, wenn der Schmelz dünner wird und das darunterliegende Dentin stärker sichtbar ist
  • bei freiliegendem Dentin können Zähne empfindlicher auf Kälte, Wärme oder andere Reize reagieren

Solche Veränderungen sind nicht immer allein durch Säure verursacht. Auch Zähneknirschen, mechanischer Abrieb und andere Formen des Zahnverschleißes können beteiligt sein.

Gibt es verschiedene Stadien der Zahnerosion?

Eine allgemein anerkannte Einteilung in vier feste Krankheitsstadien gibt es nicht. In der Praxis beurteilt der Zahnarzt stattdessen, wie viel Zahnsubstanz bereits verloren gegangen ist, welche Flächen betroffen sind und ob der Prozess weiter fortschreitet.

Ein häufig verwendetes Bewertungssystem ist die Basic Erosive Wear Examination, kurz BEWE. Dabei werden die sichtbaren Veränderungen an verschiedenen Zahnflächen nach ihrem Schweregrad bewertet. Der Index hilft dabei, das Ausmaß des erosiven Zahnverschleißes zu dokumentieren und bei späteren Kontrollen Veränderungen zu erkennen.

Für die Behandlung ist außerdem entscheidend, ob die Erosion noch aktiv ist. Deshalb betrachtet Dein Zahnarzt nicht nur die Zähne selbst, sondern fragt beispielsweise nach:

  • Deinen Trink- und Ernährungsgewohnheiten
  • Sodbrennen oder häufigem Aufstoßen
  • wiederholtem Erbrechen
  • Mundtrockenheit
  • Medikamenten
  • Zähneknirschen und anderen mechanischen Belastungen

Besteht der Verdacht auf eine Refluxerkrankung, eine Essstörung oder eine andere medizinische Ursache, sollte diese zusätzlich ärztlich abgeklärt werden. Nur wenn die auslösenden Faktoren möglichst gut kontrolliert werden, lässt sich ein weiterer Verlust von Zahnsubstanz langfristig begrenzen.

Wie schützt Speichel vor Zahnerosion?

Speichel ist einer der wichtigsten natürlichen Schutzfaktoren gegen Zahnerosion. Er verdünnt und neutralisiert Säuren und hilft dabei, sie aus dem Mund zu entfernen. Gleichzeitig enthält er Kalzium und Phosphat, die eine durch Säure angegriffene, aber noch vorhandene Zahnoberfläche bei der Wiedererhärtung unterstützen können.

Auf den Zähnen bildet Speichel außerdem einen dünnen Schutzfilm, das sogenannte Pellikel. Diese Schicht kann den direkten Kontakt zwischen Säure und Zahnoberfläche zumindest teilweise abmildern.

Wichtig ist die Unterscheidung: Speichel kann eine oberflächlich demineralisierte Zahnsubstanz bei der Wiedererhärtung unterstützen. Bereits abgetragener Zahnschmelz wächst dadurch aber nicht nach.

Ist der Speichelfluss vermindert, kann das Risiko für erosiven Zahnhartsubstanzverlust steigen. Mundtrockenheit kann beispielsweise durch Medikamente, bestimmte Erkrankungen, Bestrahlungen im Kopf-Hals-Bereich oder Flüssigkeitsmangel begünstigt werden.

Zuckerfreier Kaugummi kann nach dem Essen den Speichelfluss anregen. Auch ausreichend Wasser zu trinken ist sinnvoll. Bei anhaltender Mundtrockenheit solltest Du die Ursache jedoch zahnärztlich beziehungsweise ärztlich abklären lassen.

Wie kann ich Zahnerosionen vorbeugen?

Die wichtigste Maßnahme besteht darin, häufige Säurekontakte zu reduzieren. Dabei geht es nicht darum, jedes säurehaltige Lebensmittel aus Deiner Ernährung zu streichen. Entscheidend ist vor allem, wie häufig und wie lange Deine Zähne mit Säuren in Kontakt kommen.

Besonders ungünstig ist es, Softdrinks, Energydrinks, Fruchtsäfte oder andere saure Getränke über längere Zeit immer wieder in kleinen Schlucken zu trinken.

Hilfreich ist deshalb:

  • saure Getränke möglichst selten und bevorzugt zu einer Mahlzeit zu trinken
  • Getränke nicht lange im Mund zu behalten oder damit zu spülen
  • Wasser als Standardgetränk zu wählen
  • nach Säurekontakt gegebenenfalls Wasser zu trinken oder den Mund damit auszuspülen
  • den Speichelfluss beispielsweise mit zuckerfreiem Kaugummi anzuregen
  • häufiges Sodbrennen oder wiederholtes Erbrechen medizinisch abklären zu lassen

Ein Strohhalm kann den Kontakt eines sauren Getränks mit bestimmten Zahnflächen reduzieren, wenn er entsprechend verwendet wird. Die klinische Evidenz dafür ist allerdings begrenzt. Wichtiger ist, die Häufigkeit und Dauer des Säurekontakts insgesamt zu reduzieren.

Wie sollte ich meine Zähne putzen?

Die früher häufig genannte Regel, nach sauren Lebensmitteln grundsätzlich 30 bis 60 Minuten mit dem Zähneputzen zu warten, gilt heute nicht mehr als ausreichend wissenschaftlich belegt. Wichtig sind eine schonende Putztechnik und eine geeignete Zahnpasta. Verwende eine fluoridhaltige Zahnpasta und putze ohne übermäßigen Druck. Auch eine weiche beziehungsweise geeignete Zahnbürste kann dabei helfen, unnötigen mechanischen Abrieb zu vermeiden.

Nach wiederholtem Erbrechen ist es sinnvoll, den Mund zunächst mit Wasser auszuspülen und die Zähne nicht unmittelbar kräftig zu schrubben.

Fluorid kann die Widerstandsfähigkeit der Zahnoberfläche unterstützen. Besonders für Zahnerosion werden außerdem Zahnpasten und andere Produkte mit Zinnverbindungen untersucht. Studien sprechen für einen zusätzlichen Schutzeffekt, wobei die klinische Langzeitevidenz weniger umfangreich ist als die Daten aus Labor- und In-situ-Untersuchungen.

Bei erhöhtem Risiko kann Dein Zahnarzt zusätzliche fluorid- oder zinnhaltige Präparate empfehlen und den Verlauf regelmäßig kontrollieren.

Wie wird eine Zahnerosion behandelt?

Die Behandlung richtet sich nicht nach festen Stadien, sondern danach, wie viel Zahnsubstanz bereits verloren gegangen ist, ob Beschwerden bestehen und ob der erosive Prozess weiterhin aktiv ist. An erster Stelle steht immer die Ursachenkontrolle. Dazu kann gehören, säurehaltige Getränke seltener zu konsumieren, eine Refluxerkrankung behandeln zu lassen, wiederholtes Erbrechen medizinisch abzuklären oder bei Mundtrockenheit nach der Ursache zu suchen.

Frühe Zahnerosion

Bei geringem Substanzverlust ist häufig noch keine Füllung oder andere Restauration notwendig. Ziel ist dann, die verbliebene Zahnsubstanz zu schützen und das Fortschreiten zu bremsen. Dazu gehören unter anderem:

  • Anpassung von Trink- und Ernährungsgewohnheiten
  • fluoridhaltige Zahnpasta
  • gegebenenfalls zusätzliche fluorid- oder zinnhaltige Präparate
  • eine schonende Mundhygiene
  • regelmäßige zahnärztliche Verlaufskontrollen

Bereits verlorener Schmelz lässt sich damit nicht wiederherstellen. Eine angegriffene, noch vorhandene Oberfläche kann jedoch widerstandsfähiger werden.

Behandlung mit Komposit

Wenn Defekte größer werden, Zähne empfindlich sind oder Form und Funktion beeinträchtigt werden, können direkte adhäsive Aufbauten mit Komposit sinnvoll sein. Mit zahnfarbenem Kunststoff lässt sich verlorene Zahnsubstanz häufig additiv und damit sehr zahnschonend ersetzen. Dabei muss teilweise nur wenig oder gar keine zusätzliche gesunde Zahnsubstanz entfernt werden.

Solche Aufbauten können nicht nur einzelne Defekte abdecken, sondern bei ausgeprägterem Zahnverschleiß auch dazu dienen, Zahnform und Bisshöhe wiederherzustellen. Mehr dazu findest Du unter Composite Bonding.

Veneers, Teilkronen und Kronen

Bei stärkerem Zahnhartsubstanzverlust können auch keramische Restaurationen notwendig werden. Dazu gehören je nach Befund Veneers, Teilkronen oder Kronen.

Eine Krone ist allerdings nicht automatisch die nächste Behandlungsstufe nach einer Kompositversorgung. Da dafür zusätzliche Zahnsubstanz präpariert werden muss, versuchen moderne Behandlungskonzepte, möglichst lange mit konservativen und adhäsiven Verfahren auszukommen.

Sind viele Zähne betroffen und hat sich die Bisshöhe deutlich verändert, kann eine umfassendere Rekonstruktion notwendig werden. Vor einer solchen Behandlung sollte die Ursache der Zahnerosion möglichst gut kontrolliert sein, damit auch die neuen Restaurationen langfristig geschützt sind.

Was kostet die Behandlung einer Zahnerosion? KI-generiertes Bild

Was kostet die Behandlung einer Zahnerosion?

Die Kosten hängen stark davon ab, wie ausgeprägt der Substanzverlust ist und welche Behandlung notwendig wird. Eine Zahnerosion selbst ist kein einzelner Eingriff mit einem festen Preis.

Deutschland

Zusätzliche Fluoridierungsmaßnahmen können je nach Praxis und Präparat ungefähr zehn bis 30 Euro kosten. Bei Kindern und Jugendlichen gehören bestimmte Fluoridierungsmaßnahmen zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Bei Erwachsenen hängt eine Kostenübernahme von der konkreten Leistung ab.

Für eine privat berechnete beziehungsweise über die Kassenleistung hinausgehende Kompositversorgung können je nach Größe und Aufwand ungefähr 80 bis 250 Euro pro Zahn anfallen.

Seit dem 1. Januar 2025 besteht allerdings auch im Seitenzahnbereich weiterhin Anspruch auf eine zuzahlungsfreie GKV-Füllung. Dort gehören selbstadhäsive Füllungsmaterialien zur Regelversorgung. Ist eine solche Versorgung medizinisch nicht möglich, kann auch ein Bulk-Fill-Komposit Kassenleistung sein. Wünschst Du eine darüber hinausgehende adhäsive Kompositversorgung, können Mehrkosten entstehen.

Veneers werden häufig privat berechnet und können grob 800 bis 2.000 Euro pro Zahn kosten. Bei medizinisch notwendigen Kronen beteiligt sich die gesetzliche Krankenversicherung über das Festzuschusssystem. Der verbleibende Eigenanteil hängt von Befund, Material und Bonusanspruch ab.

Österreich

In Österreich hängen Kosten und Erstattung stark von der konkreten Versorgung, dem Vertrag des Zahnarztes und dem zuständigen Versicherungsträger ab. Für größere Kompositaufbauten, Veneers oder keramische Restaurationen können Eigenkosten von mehreren hundert bis über tausend Euro pro Zahn entstehen. Eine pauschale Aussage, welchen Betrag die Sozialversicherung übernimmt, ist deshalb nicht möglich. Lass Dir vor umfangreicheren Rekonstruktionen einen Kostenvoranschlag erstellen und kläre eine mögliche Erstattung direkt mit Deinem Versicherungsträger.

Schweiz

In der Schweiz können Kompositrestaurationen je nach Aufwand mehrere hundert Franken kosten. Für eine Krone sind grob 1.000 bis 2.500 Franken pro Zahn eine mögliche Markt-Orientierung. Gewöhnliche zahnärztliche Behandlungen gehören grundsätzlich nicht zu den Pflichtleistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung. Ausnahmen bestehen bei bestimmten schweren, nicht vermeidbaren Erkrankungen des Kausystems, schweren Allgemeinerkrankungen sowie unter bestimmten Voraussetzungen nach Unfällen. Gerade bei einer umfangreichen Rekonstruktion solltest Du deshalb vor Behandlungsbeginn einen detaillierten Kostenvoranschlag einholen.

Quellen

Lussi A, Carvalho TS: Erosive tooth wear: a multifactorial condition of growing concern and increasing knowledge. Monographs in Oral Science 2014; 25:1–15. DOI: 10.1159/000360380. PMID: 24993253

Carvalho TS, Colon P, Ganss C et al.: Consensus report of the European Federation of Conservative Dentistry: erosive tooth wear – diagnosis and management. Clinical Oral Investigations 2015; 19(7):1557–1561. DOI: 10.1007/s00784-015-1511-7. PMID: 26121968

Bartlett D, Ganss C, Lussi A: Basic Erosive Wear Examination (BEWE): a new scoring system for scientific and clinical needs. Clinical Oral Investigations 2008; 12 Suppl 1:S65–S68. DOI: 10.1007/s00784-007-0181-5. PMID: 18228057

Bartlett D, O’Toole S, Chen V et al.: BEWE 2.0: Basic erosive tooth wear examination revisited: Introducing an additional level for more severe erosive tooth wear. Journal of Dentistry 2026; 166:106514. DOI: 10.1016/j.jdent.2026.106514. PMID: 41565150

Hong DW, Lin XJ, Wiegand A, Yu H: Does delayed toothbrushing after the consumption of erosive foodstuffs or beverages decrease erosive tooth wear? A systematic review and meta-analysis. Clinical Oral Investigations 2020; 24(12):4169–4183. DOI: 10.1007/s00784-020-03614-9. PMID: 33052542

Trentin GA, Mendes LT, da Silva BS et al.: Reduction in erosive tooth wear using stannous fluoride-containing dentifrices: a meta-analysis. Brazilian Oral Research 2021; 35:e114. DOI: 10.1590/1807-3107bor-2021.vol35.0114. PMID: 34816902

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV): Welche Zahnfüllungen gibt es? Informationen zur zuzahlungsfreien Füllungsversorgung und zu Mehrkosten, Stand Januar 2025.

Bundesamt für Gesundheit (BAG), Schweiz: Zahnärztliche Behandlung in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung.

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Häufige Fragen

Kann sich abgetragener Zahnschmelz wieder aufbauen?
Nein. Bereits verlorener Zahnschmelz wird nicht neu gebildet. Eine durch Säure oberflächlich angegriffene, aber noch vorhandene Zahnoberfläche kann sich mithilfe von Speichel und geeigneten Schutzmaßnahmen teilweise wieder erhärten. Deshalb ist es wichtig, Zahnerosion möglichst früh zu erkennen, bevor dauerhaft Zahnsubstanz verloren geht.
Muss ich nach sauren Lebensmitteln mit dem Zähneputzen warten?
Eine allgemeine Regel, nach der Du nach jedem Säurekontakt 30 bis 60 Minuten warten musst, ist wissenschaftlich nicht ausreichend belegt. Wichtiger sind eine fluoridhaltige Zahnpasta, eine schonende Putztechnik und die Vermeidung häufiger Säurekontakte. Nach wiederholtem Erbrechen solltest Du den Mund zunächst mit Wasser ausspülen und nicht unmittelbar kräftig putzen.
Sind Light-Getränke und zuckerfreie Limonaden besser für die Zähne?
Für Karies können zuckerfreie Getränke günstiger sein, weil Bakterien daraus keinen Zucker zu Säuren verstoffwechseln können. Vor Zahnerosion schützen sie jedoch nicht automatisch. Auch zuckerfreie Limonaden können Zitronensäure, Phosphorsäure oder andere Säuren enthalten und dadurch erosiv wirken. Wasser und ungesüßte Getränke ohne relevante Säurebelastung sind für die Zähne die bessere Wahl.
Können Kinder Zahnerosionen bekommen?
Ja. Erosiver Zahnhartsubstanzverlust kommt auch bei Kindern und Jugendlichen vor. Häufige Säurekontakte durch Softdrinks, Energydrinks oder Fruchtsäfte können das Risiko erhöhen. Auch Reflux und wiederholtes Erbrechen sollten bei entsprechenden Veränderungen berücksichtigt werden. Statt Obst oder andere grundsätzlich gesunde Lebensmittel pauschal einzuschränken, sollte vor allem auf häufige saure Getränke und ein ungünstiges Trinkverhalten geachtet werden.
Welche Zahnpasta eignet sich bei Zahnerosion?
Eine fluoridhaltige Zahnpasta gehört zur Basisversorgung. Bei erhöhtem Erosionsrisiko können außerdem Produkte mit Zinnverbindungen sinnvoll sein. Wie abrasiv eine Zahnpasta wirkt, hängt nicht ausschließlich vom angegebenen RDA-Wert ab. Auch Putzdruck, Zahnbürste und Zusammensetzung der Zahnpasta spielen eine Rolle. Wenn bereits deutlicher erosiver Zahnverschleiß oder empfindliches Dentin vorliegt, kann Dein Zahnarzt Dir ein passendes Produkt für Deine Situation empfehlen.
Redaktionelle Verantwortung

Dieser Beitrag wurde von der internen MOOCI-Redaktion erstellt, inhaltlich geprüft und freigegeben. Bei der Recherche und Aufbereitung setzen wir auch KI-gestützte Werkzeuge ein; jeder Text wird vor der Veröffentlichung von unserer Redaktion fachlich gegengelesen. Die redaktionelle Verantwortung trägt Nadja Sukalia, Content Managerin bei MOOCI. Die medizinische Prüfung erfolgt durch Ärztinnen und Ärzte aus unserem Fachnetzwerk.

Dr. med. dent. Florian Lanza

Dr. med. dent. Florian Lanza

Zahnarzt

Sein Schwerpunkt liegt sowohl in der konservierenden Zahnmedizin als auch in der zahnärztlichen Chirurgie – von hochwertigen Füllungstherapien und Parodontalbehandlungen bis hin zu komplexen Eingriffen wie Zahnextraktionen, Wurzelspitzenresektionen (WSR) und Implantationen. Er verbindet moderne Zahnheilkunde mit ästhetischen Behandlungskonzepten wie Veneers und sorgt so für nachhaltige Zahngesundheit und ein schönes Lächeln. Dabei stehen Vertrauen, Präzision und eine persönliche, individuelle Beratung stets im Mittelpunkt.

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