Sodbrennen

Ungefähr jeder vierte Europäer hat mindestens einmal im Monat mit Sodbrennen zu kämpfen. Dabei kommt es meistens zu einem Rückfluss aus dem Magen in die Speiseröhre, der mit brennenden Schmerzen in der Brust einhergeht. Doch wie entsteht Sodbrennen? Was kann ein Betroffener dagegen unternehmen und wann sollte er einen Arzt besuchen? Die Antworten zu diesen und noch vielen weiteren Fragen findest Du im folgenden Text.


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Zuletzt aktualisiert: 30. September, 2020



ICD-10-GM-2020 R12
 

Was versteht die Medizin unter einem Sodbrennen?

Der Mediziner bezeichnet brennende Schmerzen, die meist im Oberbauch oder hinter dem Brustbein beginnen und bis in den Hals ziehen können, als Sodbrennen. In vielen Fällen geht saures Aufstoßen mit der Schmerzsymptomatik einher. Gehäuft berichten die Patienten von einer Schmerzsteigerung, wenn sie deftig essen, Alkohol trinken oder flach liegen. Gewisse Lebensstilmodifikationen können deshalb Besserung verschaffen.
 
In den meisten Fällen lässt sich das Sodbrennen auf einen Rückfluss (Reflux) sauren Mageninhalts in die untere Speiseröhre (Ösophagus) zurückführen. Tritt das Sodbrennen einmalig oder selten auf, bereitet dies dem Betroffenen zwar Unannehmlichkeiten, jedoch besteht dabei kein Grund zur Sorge.
 
Bei häufigeren Refluxbeschwerden sollte allerdings eine Ursachenabklärung stattfinden. Durch Sodbrennen kann sich nämlich unter anderem die sogenannte gastroösophageale Refluxkrankheit äußern, die vielerlei schwerwiegende Folgen haben kann. Hierbei ist der Schließmuskel (Sphinkter) zwischen der Speiseröhre und dem Magen nicht effizient genug und ermöglicht den Rückfluss von Mageninhalt in den Ösophagus.

Sodbrennen äußert sich durch brennende Schmerzen im Oberbauch.

Was sind die Symptome von Sodbrennen?

Der Begriff Sodbrennen verrät bereits das Leitsymptom der Erkrankung: ein brennender Schmerz, der durch „siedenden“ Mageninhalt in der Speiseröhre entsteht. Die Patienten empfinden meist ein Druck- und Schmerzgefühl hinter dem Brustbein (Sternum) und der Magengrube, das bis in den Hals aufsteigen kann. Der englische Begriff für Sodbrennen, „heartburn“, beschreibt einen brennenden Schmerz im Bereich des Herzens, worüber Betroffene ebenfalls häufig klagen. Hierbei ist eine ausführliche Patientenanamnese essenziell, da der Arzt zwischen einem durch Sodbrennen verursachten Brustschmerz und lebensbedrohlichen Herzproblemen unterscheiden muss.
 
Neben den Schmerzen erleben viele Betroffene auch saures Aufstoßen, also ein Rückfluss von Mageninhalt bis in den Mundraum. Dies kann bei gehäuftem Auftreten neben Mundgeruch und einem unangenehmen Geschmack auch zu Zahnschäden führen. In einigen Fällen zählen auch Atembeschwerden sowie morgendliches Räuspern, Husten oder Heiserkeit zu den Symptomen von Sodbrennen, da die aufsteigende Säure den Rachen und die Stimmbänder reizen kann.
 

Welche Ursachen hat Sodbrennen?

Meist lässt sich wiederkehrendes Sodbrennen auf einen „undichten“ Sphinktermuskel zwischen Speiseröhre und Magen zurückführen. Der erwähnte Muskel hat nämlich die Aufgabe, den Übergang von Ösophagus in den Magen zu verschließen und dadurch einen Rückfluss von Mageninhalt zu verhindern.
 
Ist die Effektivität dieses Muskels nicht gegeben, können Magensäure und Speisereste jederzeit zurückfließen. Während der geringe Sphinktertonus bei den meisten Betroffenen auf eine ungesunde Lebensweise zurückzuführen ist, gibt es auch Menschen, bei denen sich keine genaue Ursache finden lässt.
 
Ein wichtiger Faktor, der zu einer GERD führen kann, stellt ein erhöhter Druck im Bauchraum und dadurch auch im Magen dar, beispielsweise durch Übergewicht, Schwangerschaft oder Wasseransammlungen im Bauch (Aszites). Weiters beeinflusst die Magenfüllung die Wahrscheinlichkeit eines Refluxes, da diese nach großen, deftigen Speisen erhöht ist. Da die Magenfüllung auch von der Magenentleerung abhängt, können auch Verstopfung oder Magenmotilitätsstörungen die Entwicklung einer GERD begünstigen.
 
Alkohol und Stress können zu einer erhöhten Magensäureproduktion führen, während Nikotin die Muskelspannung des Sphinkters verringert. Auch die Körperlage hat einen Einfluss auf Reflux-Beschwerden; Liegen oder Bücken verschlimmern die Symptome meist. Somit lässt sich zusammenfassen, dass die GERD in den meisten Fällen durch eine vermehrte Säureproduktion, einen erhöhten Druck im Magen, einen verringerten Muskeltonus des Ösophagussphinkters oder eine verlangsamte Magenentleerung entsteht.
 
Seltener finden sich organische Ursachen der Sodbrennen-Symptomatik. Zu diesen zählen unter anderem Zwerchfellhernien. Im Normalzustand umschließt das Zwerchfell den Übergang von Speiseröhre in den Magen, was zusätzlich zum muskulären Sphinkter eine weitere Verschluss- und Stabilitätsfunktion ausübt. Besteht nun eine Herniation, bei der ein kleiner Anteil des Magens durch das Zwerchfell in den Brustraum rutscht, ist die Sphinkterfunktion gestört.
 
Auch Speiseröhrenkrebs kann ein Krankheitsbild ähnlich des Sodbrennens auslösen, wobei dieser auch eine Folge von einem chronischen Reflux sein kann. Zu der gleichen Kategorie zählt auch die Ösophagitis oder Speiseröhrenentzündung. Diese zeigt sich häufig durch Sodbrennen. Sie kann einerseits die Folge einer bakteriellen oder lokalen Wundinfektion sein, andererseits führt jedoch auch häufiger Reflux zu einer Schädigung und Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut.
 

Welche Risikofaktoren begünstigen Sodbrennen?

Meist ist das Risiko für Sodbrennen stark von dem individuellen Lebensstil abhängig. Wie bereits erwähnt, hängt Sodbrennen mit dem Ernährungsstil zusammen. Besonders fettige, deftige Speisen, verbunden mit Alkohol am späten Abend, führen häufig zu nächtlichem Sodbrennen. Auch Fettleibigkeit und Bewegungsmangel sowie häufiger Nikotin- und Alkoholkonsum erhöhen das Risiko einer Refluxerkrankung.
 
Weiters gibt es einige Medikamente, die als risikosteigernd gelten. Dazu zählen beispielsweise nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR), also bekannte Schmerzmittel wie Aspirin, Voltaren oder Ibuprofen. Diese führen nämlich zu einer Steigerung der Magensäureproduktion, was den Mageninhalt saurer und einen Reflux damit auch unangenehmer macht.
 
Auch einige Blutdrucksenker, Antibiotika, Verhütungsmittel und Medikamente zur Osteoporose-Behandlung erhöhen das Reflux-Risiko. Schwangere sind ebenfalls in der Risikogruppe, da das heranwachsende Baby einerseits den Druck im Bauchraum erhöht und andererseits eine enorme Hormonumstellung stattfindet.
 
Zuletzt sind noch einige Lebensmittel zu nennen, die durch ihren hohen Säuregehalt ein Sodbrennen verstärken oder auslösen können. Dazu zählen Kaffee, Beeren, Zitrusfrüchte, Zwiebel, Tomaten und viele mehr. Hierbei spielt die Individualität der Patienten eine große Rolle, da nicht jeder jede Speise gleich gut oder schlecht verträgt. Der Arzt sollte also eine genaue Nahrungsanamnese in Verbindung mit Sodbrennen-Events durchführen, um auslösende Lebensmittel ausfindig zu machen.

Bei Sodbrennen kommt es oft zu saurem Aufstoßen.

Welche Krankheiten können Sodbrennen verursachen?

Wie bereits erwähnt, können gewisse Krankheiten Sodbrennen auslösen. Die häufigste ist die gastroösophageale Refluxerkrankung, die im Grunde nur eine Beschreibung des Krankheitsgeschehens unabhängig der jeweiligen Ursache ist. Denn bei der GERD handelt es sich um den Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre mit einer einhergehenden schmerzhaften Reizung des Ösophagus. Sowohl Lebensstilfaktoren als auch ein zu geringer Sphinktertonus können Ursachen für die GERD darstellen.
 
Weiters können eine Zwerchfellhernie, bei der ein Teil des Magens durch das Zwerchfell hindurchtritt, oder eine Speiseröhrenentzündung zugrundeliegende Erkrankungen darstellen. Ebenso können Magenerkrankungen sich durch Sodbrennen manifestieren. Eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis), ein Reizmagen oder Magengeschwürbeeinflussen die Magensäureproduktion und die Magenbewegung (Motilität), was einen Reflux zur Folge haben kann.
 
Sogenannte Ösophagusdivertikel sind Ausstülpungen der Speiseröhrenschleimhaut, in denen sich Speisereste sammeln und in einigen Fällen zu saurem Aufstoßen und Sodbrennen führen können. Auch bei einer Achalasie, eine Erkrankung, bei der die Muskulatur der Speiseröhre die Nahrung nicht effektiv in den Magen leiten kann und der Sphinktertonus stark erhöht ist, kann es durch einen Nahrungsstau vor dem Mageneingang zu einer Reflux-Symptomatik kommen.
 
Nachdem ein unbehandelter Diabetes mellitus durch den erhöhten Blutzuckerspiegel Zuckerablagerungen in Nerven und Gefäßen hinterlässt, können auch die Nerven der Speiseröhre beschädigt und die Muskelkontraktion verhindert werden, was sich ähnlich wie eine Achalasie äußert. Zuletzt sei der Speiseröhrenkrebs genannt, der sowohl die Ursache, als auch die Folge von Sodbrennen darstellen kann. Die Erkrankten geben zusätzlich oftmals Schluckbeschwerden und ungewollten Gewichtsverlust an, weshalb der Arzt im Patientengespräch besonders nach diesen Symptomen fragt.
 

Welche Folgen hat häufiges Sodbrennen?

Da bei Sodbrennen immer wieder saurer Mageninhalt in die Speiseröhre gelangt, stellt eine Reizung dieser die häufigste Folge von wiederkehrendem Sodbrennen dar. Dies kann sich unter anderem als Ösophagitis (Speiseröhrenentzündung) manifestieren, die in weiterer Folge blutende Schleimhautgeschwüre (Ulcera) auslöst. Auch Narben können aus einer chronischen Entzündung resultieren, die einerseits die Speiseröhrenbewegung einschränken und andererseits auch zu Verengungen führen können.
 
In einigen Fällen verändern sich die Zellen des unteren Ösophagus als Reaktion auf die zurückfließende Säure und ähneln dann dem Gewebe des Magens. Dieses Phänomen nennt der Mediziner Metaplasie, die grundsätzlich in allen möglichen Organen auftreten kann, wenn sich die Ansprüche an das jeweilige Gewebe ändern.
 
Tritt die Zellveränderung in der unteren Speiseröhre auf, spricht der Arzt von einem Barrett-Ösophagus, der durch eine Endoskopie und Biopsie diagnostizierbar ist. Der Barrett-Ösophagus stellt eine Vorstufe von Krebs dar, ist per se jedoch noch nicht bösartig. Dennoch erhöht diese Metaplasie das Risiko für Speiseröhrenkrebs, weshalb nicht nur regelmäßige Kontrollen, sondern auch eine medikamentöse Therapie in diesem Falle sinnvoll sind.
 

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Selten auftretendes Sodbrennen, vor allem nach üppigen Mahlzeiten mit Alkoholkonsum, ist noch kein Grund zur Sorge und benötigt grundsätzlich keiner ärztlichen Unterstützung. Erlebst Du jedoch häufiger Reflux-Symptome, die sich auch nicht durch Vermeiden von deftigen Speisen spätabends oder anderen auslösenden Faktoren mildern, solltest Du einen Arzt konsultieren.
 
Auch bei zusätzlichem Gewichtsverlust oder Schluckstörungen sowie bei Versagen einer säuremindernden Therapie, ist ein Arztbesuch dringlich. Beschreibt der Patient neben dem Sodbrennen auch Atemnot und Brustschmerzen, liegt der Verdacht auf einen Herzinfarkt vor, weshalb er die Rettung alarmieren sollte.
 

Wie diagnostiziert der Arzt Sodbrennen und dessen Ursache?

Wie bei vielen anderen Erkrankungen ist auch beim Sodbrennen das Patientengespräch eine der wichtigsten Diagnosemittel. Der Arzt befragt den Betroffenen hierbei ausführlich unter anderem über die Art und Lokalisation der Schmerzen, wann sie besonders häufig vorkommen, ob es verstärkende Einflüsse gibt und wie lange sie schon bestehen. Weiters ist eine Medikamentenanamnese essenziell, da gewisse Arzneimittel das Risiko für Sodbrennen erhöhen.
 
Als weiterführende Diagnostik findet die Gastroskopie ihren Einsatz. Dabei führt der Arzt eine kleine Kamera (Endoskop) in die Speiseröhre und schließlich in den Magen. Entdeckt der Arzt in der Speiseröhre Auffälligkeiten wie Rötungen, Geschwüre, Narben oder gar tumoröse Veränderungen, kann er eine Probe entnehmen und sie zur weiteren Abklärung mikroskopisch untersuchen lassen.
 
Somit kann er beispielsweise die Diagnose einer Ösophagitis, Ulcus, Barrett-Ösophagus oder eines Karzinoms stellen und den Patienten dementsprechend behandeln. Außerdem kann eine pH-Messung in der Speiseröhre Aufschluss über die Säurebelastung geben. Eine Röntgenaufnahme kann etwaige anatomische Veränderungen oder Einengungen des Ösophagus sichtbar machen.
 

Wie erfolgt die medikamentöse Behandlung von Sodbrennen?

Bevor der Arzt eine medikamentöse Therapie verschreibt, sollte er mit dem Patienten eine Lebensstilmodifikation besprechen. Denn in vielen Fällen führt bereits eine Gewichtsreduktion, Anpassen von Nahrungsgewohnheiten, Alkoholkarenz, sportliche Betätigung oder Stressminderung zu einer deutlichen Besserung der Symptome.
 
Tritt trotz all dieser Maßnahmen keine Symptomlinderung ein, empfiehlt der Arzt säurehemmende Medikamente. Dazu zählen sogenannte Protonenpumpenhemmer und Histamin-Rezeptor-Blocker, die beide die Säureproduktion hemmen, sowie Antazida, die die Säure im Magen neutralisieren. Letztere finden heutzutage seltener ihren Einsatz, da sie ein sogenanntes Rebound-Phänomen verursachen, wobei die Säureproduktion nach dem Absetzen des Mittels kompensatorisch gesteigert ist.

Sodbrennen wird zu Beginn mit Medikamenten behandelt, erst wenn diese Therapie nicht anschlägt folgt eine Operation.

Wie ist der Ablauf einer Operation bei Sodbrennen?

Bewirkt die medikamentöse Therapie keine deutliche Besserung oder spricht etwas gegen die Medikamentengabe, kann sich der Patient bei starken Reflux-Beschwerden auch für eine Operation entscheiden. Am häufigsten findet hierbei die laparoskopische Fundoplicatio nach Nissen ihren Einsatz, welche deshalb im Folgenden genauer beschrieben wird.
 
Bei dieser minimal-invasiven OP-Methode führt der Operateur zartes Operationsbesteck und eine Kamera durch vier bis fünf kleine Schnitte in den Bauchraum ein. Dann legt er Teile des oberen Magens über den unteren Ösophagus und vernäht diese. Dadurch entsteht eine Art Manschette um den Schließmuskel, was zu einer Verengung von ebendiesem führt. Ein Rückfluss von Mageninhalt ist somit fast unmöglich.
 
Vor der Operation klärt der Arzt mithilfe von Blutuntersuchungen, einem EKG (Elektrokardiogramm) und weiteren Untersuchungen den allgemeinen Zustand des Patienten ab und klärt diesen über alle möglichen Risiken (Blutungen, Nervenverletzungen, folgenden Blähungen…) auf. Nimmt der Betroffene Blutverdünner, muss er diese nach Absprache vor der Operation absetzen, um das Blutungsrisiko zu minimieren. Wie bei allen chirurgischen Eingriffen muss der Erkrankte am Tag der OP nüchtern sein.
 
Nach ungefähr einer halben bis dreiviertel Stunde ist der Eingriff fertig und der Patient kann sich von seiner Vollnarkose erholen. Anschließend muss er die ersten beiden Tage Schonkost zu sich nehmen und im Krankenhaus verweilen. Eine Entlassung und normale Nahrungsaufnahme sind meist ab dem dritten Tag möglich.
 
In den nächsten sechs Wochen sollte der Operierte weder Rauchen noch Alkohol trinken und auf starke körperliche Beanspruchung verzichten. Bei etwa 90 Prozent aller Eingriffe erfährt der Betroffene eine massive Besserung, dennoch ist auch bei einer OP ein langfristiger Erfolg nicht immer garantiert.
 

Welche Hausmittel helfen bei Sodbrennen?

Am besten hilft eine Lebensstiländerung gegen Sodbrennen. So sollte der Patient circa drei bis vier Stunden vor dem Schlafengehen keine Nahrung mehr zu sich nehmen und auch keinen Alkohol trinken. Erlebt eine Person aber akut Sodbrennen, gibt es einige Hausmittel, die Besserung bringen können.
 
Dazu zählen beispielsweise ein Glas Milch, Natron oder Heilerde, die allesamt die überschüssige Magensäure neutralisieren sollen, Kaugummi, der den Speichelfluss anregt, Wasser oder Tee, die die Säure verdünnen sollen, und Senf oder Bananen, die die Schleimhaut beruhigen sollen.
 

Wie kann die richtigen Schlafposition bei Sodbrennen helfen?

Nachdem auch die Schwerkraft beim Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre eine Rolle spielt, gibt es einige Liegepositionen, die die Symptome lindern sollen. In den meisten Fällen hilft es den Betroffenen, flaches Liegen zu vermeiden und etwas erhöht zu schlafen. Für diesen Zweck gibt es spezielle Refluxkissen, die die optimale Liegeposition erleichtern. Außerdem kann eine linksseitige Schlafposition Abhilfe schaffen, da sich der Magen auf der linken Körperhälfte befindet und bei Linkslage tiefer als die Speiseröhre liegt.
 

Welche Ernährung ist bei Sodbrennen zu empfehlen?

Grundsätzlich reagiert jeder Mensch individuell auf gewisse Nahrungsmittel, weshalb eine allgemein gültige Ernährungsempfehlung bei Sodbrennen unmöglich ist. Dennoch gibt es einige Lebensmittel, die die meisten Reflux-Patienten gut vertragen. Dazu zählen unter anderem Vollkornprodukte, Erdäpfel, säurearmes Obst wie Bananen oder Weintrauben, fettarme Milchprodukte und fettarmes Fleisch.
 
Gleichzeitig gibt es auch Produkte, die allgemein schlechter vertragen werden und bei vielen Personen Sodbrennen auslösen. Diese sind meist stark säurehaltig oder fettreich wie beispielsweise Kaffee, Alkohol, Frittiertes, Schokolade, säurereiches Obst und Gemüse (Zitrusfrüchte, Tomaten…), Streich- und Kochfett. Demnach sollte die Ernährung eines Reflux-Patienten am besten fett- und säurearme Lebensmittel beinhalten. Jedoch sollte er individuell auf auslösende oder mildernde Faktoren achten und sich danach richten.
 

Wie kann ich Sodbrennen vorbeugen?

Die effektivste Vorbeugung einer Reflux-Erkrankung ist ein gesunder Lebensstil, der ein adäquates Körpergewicht, sportliche Betätigung und eine ausgewogene Ernährung einschließt. Auch eine Nikotin- und Alkoholkarenz zeigt eine präventive Wirkung. Nachdem Sodbrennen häufig nachts nach einem üppigen Abendessen auftritt, sollte die Portion abends kleiner und leichter sein. Außerdem sollten ungefähr drei bis vier Stunden zwischen dem Essen und dem Schlafengehen liegen. Auch eine hochgelagerte oder linksseitige Schlafposition kann dem Sodbrennen vorbeugen.

Vermeide bei Sodbrennen unter anderem unbedingt fettiges Essen!

In welchem Zusammenhang stehen Sodbrennen und Schwangerschaft?

Während der Schwangerschaft klagen viele Frauen über Sodbrennen. Dies ist einerseits auf den erhöhten Druck im Bauchraum und andererseits auf die hormonelle Umstellung zurückzuführen. Einige Schwangerschaftshormone führen nämlich zur Entspannung des Muskels zwischen Speiseröhre und Magen, weshalb ein Rückfluss wahrscheinlicher ist.
 
Das heranwachsende Baby und dessen Bewegungen benötigen viel Platz und erhöhen somit den Druck auf den Magen. Vor allem im dritten Trimester kann Sodbrennen deshalb bei bis zu 80 Prozent aller Schwangeren auftreten. Doch dies ist nicht weiter beunruhigend, da die meisten Frauen nach der Geburt wieder beschwerdefrei sind.
 
Bereits genannte Hausmittel wie beispielsweise eine Banane, Heilerde, ein Glas Milch sowie eine erhöhte Liegeposition lindern bei den meisten Schwangeren die Symptome, weshalb der Großteil keine medikamentöse Behandlung benötigt. Leidet die Schwangere trotzdem weiterhin stark unter der Reflux-Symptomatik, kann ein Arzt eine Antazida-Therapie in Betracht ziehen. Während Protonenpumpenhemmer und Histamin-Rezeptor-Blocker nicht für Schwangere geeignet sind, wirken die Antazida nur lokal säureneutralisierend und stellen daher eine unbedenkliche Alternative dar.
 

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung von Sodbrennen?

Grundsätzlich kommt die Krankenkasse für alle notwendigen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen auf. Aus diesem Grund sind im Normall Fall auch die Kosten einer Reflux-Erkrankung durch die Sozialversicherung gedeckt. Jedoch kann es zu einem Selbstbehalt, beispielsweise beim Kauf von Medikamenten, kommen. Dieser beträgt in der Regel jedoch nur fünf bis zehn Euro. Genauere Auskünfte bezüglich abgedeckter und noch anfallender Kosten erhalten die Patienten bei den jeweiligen Versicherungsanstalten.

 


Dauer Dauer

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Ausfallzeit Ausfallzeit

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Stationärer Aufenthalt Stationär

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Das Wichtigste zusammengefasst

Sodbrennen äußert sich durch brennende Schmerzen im Oberbauch, die bis in den Hals ziehen können. Viele Patienten berichten zusätzlich von saurem Aufstoßen, morgendlichem Husten oder gehäuftem Drang zum Räuspern.


Meist liegt chronischem Sodbrennen eine Refluxerkrankung zugrunde, wobei der Sphinktermuskel zwischen Speiseröhre und Magen ebendiesen Übergang nicht adäquat verschließt. Dadurch kann saurer Mageninhalt aus dem Magen zurückfließen und die Speiseröhre reizen.


Während selten auftretendes Sodbrennen nicht bedenklich sind, kann eine chronische Speiseröhrenreizung zu Komplikationen wie Speiseröhrenentzündungen, -geschwüre, Zellveränderungen (Barrett-Ösophagus) oder gar Speiseröhrenkrebs führen.


Um Sodbrennen akut zu lindern, kann der Betroffene ein Glas Milch, eine Banane, Heilerde, Natron oder weitere Hausmittel zu sich nehmen. Vorbeugend ist aber besonders auf eine gesunde Ernährung mit säurearmen Lebensmitteln, ein Körpergewicht im Normbereich und das Meiden von späten, schweren Mahlzeiten zu achten.

Dr. Benjamin Gehl

Dr. Simone Hermanns

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