Nasenspitzenkorrektur

Die Nasenoperation ist einer der häufigsten plastisch-chirurgischen Eingriffe. Nicht immer stört die ganze Nase das subjektive Empfinden des Patienten, sondern es ist lediglich die Nasenspitze, welche als ästhetischer Makel wahrgenommen wird und durch ihre präsente Position im Gesicht eine große Auswirkung auf den Gesamtausdruck eines Menschen und dessen Erscheinungsbild haben kann. In diesem Fall bietet sich die Nasenspitzenkorrektur an, wobei der Rest der Nase, dabei vor allem die knöchernen Teile wie der Nasenrücken komplett unversehrt bleiben.


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Zuletzt aktualisiert: 17. Juni, 2020



OPS-2020 5-218

Was versteht die Medizin unter einer Nasenspitzenkorrektur?

Die Nasenspitzenkorrektur ist ein Eingriff der plastischen Chirurgie. Sie zählt zu den Nasenkorrekturen (Rhinoplastik) und beschreibt das Anpassen der Nasenspitze, während der Rest der Nase, vor allem der knöcherne Nasenrücken, unbehandelt bleiben.
 
Verglichen mit einer Korrektur der ganzen Nase ist die Nasenspitzenkorrektur wesentlich schonender, da kein Knochengewebe entfernt oder abgetragen wird. Der Chirurg passt im Zuge einer Nasenspitzenkorrektur lediglich Weichteile und Knorpelgewebe an. Diese kann der Arzt verkleinern, ummodellieren oder durch Knorpelimplantate vergrößern.

Welche Gründe sprechen für eine Nasenspitzenkorrektur?

Hier kann man funktionelle Gründe von rein ästhetischen Gründen abgrenzen. Von einem funktionellen Grund für eine Rhinoplastik spricht man, wenn die natürliche Form der Nase das Atmen oder andere körperliche Funktionen (beispielsweise sogar die Riechfunktion) behindert.
 
Ästhetische Gründe sind Eingriffe zur optischen Veränderung der Nasenform bei individuell empfundenen Formdefekten oder Disharmonien im Gesicht. Häufige Eingriffe sind etwa eine Nasenspitzenverkleinerung beziehungsweise -verschmälerung bei zu breiten, wenig konturierten, plumpen oder asymmetrischen Nasenspitzen oder das Anpassen der nach oben gebogenen Himmelfahrtsnase mit in die Höhe zeigender Nasenspitze.

Bei der Nasenspitzenkorrektur wird nur ein Teil der Nase angepasst.

Welche Kriterien müssen für eine Nasenspitzenkorrektur erfüllt sein?

Zunächst sollte natürlich der Wunsch nach einer optischen Veränderung der Nasenspitze und damit auch der gesamten Gesichtserscheinung vorhanden sein. Eine Nasenspitzenkorrektur bietet sich dann an, wenn Du mit der Form Deiner Nase und vor allem Deinem Nasenrücken grundsätzlich zufrieden bist, Dich aber an der Spitze der Nase störst, etwa weil diese sehr markant ist.
 
Medizinisch gesehen ist es zudem zwingend notwendig, dass die Haut im Bereich der Nase gesund ist und sich keine Entzündungen oder Infektionen nachweisen lassen, da diese den Heilungsverlauf erheblich stören würden. Dazu gehört auch eine schlechtere Durchblutung in Folge von Rauchen. Deshalb solltest Du bereits zwei Monate vor der OP beginnen Deinen Zigarettenkonsum zu reduzieren. Zudem muss der behandelnde Chirurg den Zustand des Nasenknorpels im Vorhinein überprüfen.

Wie verläuft eine Nasenspitzenkorrektur?

Vor dem eigentlichen Eingriff werden Wünsche und Vorstellungen des Patienten in einem ausführlichen Gespräch besprochen und eventuelle Fragen geklärt. Dieser Termin dient zudem der genauen Untersuchung Deiner Nase. Mithilfe einer computergestützten Vorher-Nachher-Simulation kannst Du Dir anschließend ein Bild von dem möglichen Endergebnis machen.
 
Der Eingriff selbst, welcher an einem separaten Termin durchgeführt wird, dauert meist etwa anderthalb bis zwei Stunden und verläuft in der Regel unter lokaler Betäubung. Auf expliziten Wunsch des Patienten kann auch eine Vollnarkose oder ein Dämmerschlaf angewendet werden.
 
Es existieren zwei Zugangsmöglichkeiten, die Ärzte bei einer Nasenspitzenkorrektur bevorzugt anwenden. Eine Möglichkeit ist, die Operation über die Nasenlöcher durchzuführen, da dort die kleinen Narben von den feinen Schnitten von außen nicht sichtbar sind. Viele Ärzte bevorzugen einen offenen Eingriff mit einem Schnitt am Nasensteg.
 
Je nach Ausgangssituation und gewünschtem Endergebnis wird die Nasenscheidewand verkürzt, Knorpel abgetragen oder ummodelliert, also verschoben, geplättet oder gerundet. Falls es sich um eine Vergrößerung oder Verdickung der Nasenspitze handelt, muss eventuell Knorpelimplantat in die Nasenspitze eingesetzt werden. Diese erhält der Chirurg entweder aus Deinem eigenen Knorpel, beispielsweise aus dem Ohrbereich oder, falls dies nicht möglich ist, verwendet er dazu Kunststoffimplantate.
 
Auch andere Techniken, die die Nasenspitze besonders fein und pointiert erscheinen zu lassen, gehören zum Repertoire der Nasenspitzenkorrektur. Im Anschluss an die Neumodellierung werden die kleinen Schnitte wieder vernäht und die Nase mit einem schützenden Gips eingekleidet. Zudem werden Tamponaden in die Nasenlöcher eingelegt, welche nur für einen Tag in der Nase bleiben und Blutungen verhindern sollen.
 
Eine nicht-operative Behandlung der Nasenspitze kann durch Hyaluronsäure Einsatz erreicht werden. Diese kommt auch natürlich im menschlichen Körper vor und wird in diesem Fall als Füll- und Stützsubstanz in die Nasenspitze gespritzt. Hier gilt allerdings zu bedenken, dass die Hyaluron-Behandlung alle sechs bis zehn Monate wiederholt werden muss, da der Körper die Substanz mit der Zeit abbaut.
 
Einige Ärzte verwenden in ihrer Arbeit kristallines Kortison, das sie in die Nase spritzen. Das kristalline Kortison macht den Knorpel weich und führt manchmal zu einer schmaleren Nase. Der Einsatz von kristallinem Kortison ist jedoch äußerst kritisch zu betrachten und wird von der breiten Masse der Mediziner abgelehnt. Die Verwendung von kristallinem Kortison ist nämlich sehr gefährlich und kann im schlimmsten Fall sogar zu einer Instabilität der Nase führen.

Die Nasenspitzenkorrektur wird entweder mit einer Operation oder Hyaluronsäure durchgeführt.

Ist eine Nasenspitzenkorrektur schmerzhaft?

Im Grunde solltest Du eine Nasenspitzenkorrektur nicht beziehungsweise nur mäßig als schmerzhaft empfinden, da der Arzt rechtzeitig die Betäubung der zu behandelnden Stelle vornimmt. Es kann sein, dass die lokale Betäubung schlecht gestochen wurde und Du Schmerzen verspürst, solltest Du dies umgehend Deinem Arzt mitteilen.
 
Dieser versetzt Dich dann in einem Dämmerschlaf. Bei einem Dämmerschlaf oder bei einer Vollnarkose bekommst Du nichts vom Eingriff mit und verspürst keine Schmerzen. Auch für die Zeit nach der Operation lässt sich keine einheitliche Schmerzempfindung ausmachen.
 
Manche Patienten verspüren gar keinen Schmerz, sondern lediglich eine Art “verstopftes Gefühl”. Dieses Gefühl löst wahrscheinlich die eingesetzte Tamponade aus. Bei anderen Patienten klingt der Eingriff noch einige Stunden oder wenige Tage nach. Dies hängt in wesentlichem Maße auch davon ab, was gemacht wurde. Hat der Chirurg die Nasenspitze aufgefüllt, verspürst Du vermutlich weniger Schmerzen, als wenn er Knorpel- oder Hautgewebe abgetragen oder umgeformt hat.

Wie gestaltet sich die Nachsorge nach einer Nasenspitzenkorrektur?

Unmittelbar nach dem Eingriff, bleibst Du in der Regel noch für zwei Stunden in der Praxis, um die Betäubung ausklingen zu lassen, und falls weitere Fragen, Sorgen oder auch unerwartete Probleme auftreten sollten.
 
Den angelegten Gips oder den Tapeverband, der die Nase schützen und stützen soll, musst Du nun für einige Zeit (die genauen Tage wird der Chirurg mit Dir festlegen) tragen. Achte darauf, dass er möglichst nicht nass wird. Die Tamponade beider Nasenlöcher verbleibt in der Regel für 24 Stunden und wird im Rahmen der ersten Nachuntersuchung entfernt. Bis dahin wirst Du nicht über die Nasenlöcher atmen können, ein Zustand, an den man sich aber schnell gewöhnt.
 
In Nachuntersuchungen entfernt der Arzt die Tamponade, untersucht die Schwellung und das entstandene Hämatom. Außerdem wechselt er den Verband aus, welcher je nach Ausheilung und Schwellungszustand für ein bis zwei Wochen behalten wird. Danach ist das Tragen nur noch nachts als Schutz vor unerwarteten und verletzungsfördernden Bewegungen notwendig.
 
In den meisten Fällen benutzen Chirurgen selbstauflösende Fäden, wenn sie einen Eingriff an der Nase durchführen. Bei einer Nasenkorrektur mit Zugang über den Nasensteg muss der Arzt die verwendeten Fäden bei einem Nachsorgetermin entfernen.
 
Neben einer Schwellung tritt häufig auch eine Austrocknung der Nasenschleimhäute als Folge des Eingriffs auf. Hier kann eine geeignete Nasensalbe oder Lotion Abhilfe schaffen. Diese solltest Du sehr vorsichtig mit einem Wattestäbchen auftragen, um die Haut geschmeidig und feucht zu halten. Dadurch verringert sich auch das innere Narbenbild, da die Haut sich weniger stark zusammenzieht.

Welche Komplikationen können bei einer Nasenspitzenkorrektur auftreten?

Die Nasenspitzenkorrektur kann einen verhältnismäßig kleinen und einfachen Eingriff darstellen, aber auch einen sehr komplizierten. Beispielsweise kann die Verwendung von Knorpeltransplantaten äußerst komplex sein. Wie bei jeder Operation bestehen auch bei einer Nasenspitzenkorrektur gewisse Risiken.
 
So treten nach der Operation häufig leichte Schmerzen auf und es entwickeln sich Blutergüsse und Schwellungen. Diese sind nach einer Nasenspitzenkorrektur ganz normal und bilden sich idealerweise in den ersten Tagen bis Wochen wieder zurück und hinterlassen keine weiteren Spuren.
 
Auch eine Infektion der Nasenspitze beziehungsweise des behandelten Gewebes ist möglich. Diese kannst Du aber durch eine gewissenhafte Hygiene und vorsichtige Behandlung des verletzten Bereichs meist vermeiden. Selten kommt es zu Durchblutungsstörungen, Berührungsempfindlichkeit oder einer eingeschränkten Riechfunktion. Zu bedenken ist auch die Möglichkeit, dass es durch den Eingriff zu Unebenheiten, Asymmetrien oder sonstigen unerwünschten Nasenformen kommt, welche eine erneute Nasenoperation erforderlich machen.

Die Nasenspitzenkorrektur geht meist ohne große Komplikationen einher.

Wie viel kostet eine Nasenspitzenkorrektur?

Die Kosten für eine Nasenspitzenkorrektur sind abhängig von der Art des Eingriffs, der Klinik und dem Standort. Der Preis für eine Nasenspitzenkorrektur setzt sich aus den Kosten für den Chirurgen, der Narkose, der Praxisklinik beziehungsweise den OP-Saal, dem benötigten Material sowie aus den anfallenden Kosten für Vor- und Nachbehandlungstermine zusammen. Durchschnittlich musst Du für eine Nasenspitzenkorrektur mit Kosten von 3.500 bis 6.500 Euro rechnen.
 
Entscheidest Du Dich für eine Behandlung beziehungsweise Auffüllung der Nasenspitze mit Hyaluronsäure, sind die Kosten sehr viel niedriger. Pro Sitzung fallen in der Regel kosten um die 320 Euro an. Du solltest jedoch wissen, dass diese Art der Behandlung alle sechs bis zehn Monate wiederholt werden muss.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten für eine Nasenspitzenkorrektur?

Die Krankenkasse bezahlt eine Nasenkorrektur nur dann, wenn sie als medizinisch notwendig gilt (z.B. bei einer Atembehinderung). Da dies bei rein ästhetischen Eingriffen nicht gegeben ist, beteiligen sich die Krankenkassen hier nicht an den anfallenden Kosten, sondern Du musst diese vollständig selbst tragen. In einem Beratungsgespräch erarbeitet der behandelnde Chirurg mit Dir einen genauen Kostenplan.


Dauer Dauer

Maximal 2 Stunden

Ausfallzeit Ausfallzeit

Je nach Behandlung

Stationärer Aufenthalt Stationär

Je nach Behandlung

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Das Wichtigste zusammengefasst

Die Nasenspitzenkorrektur beschreibt das Anpassen der Nasenspitze. Der Rest der Nase, vor allem der knöcherne Nasenrücken, bleiben hierbei unbehandelt


Im Gegensatz zu einer Nasenkorrektur werden bei der Nasenspitzenkorrektur lediglich Weichteile und Knorpelgewebe angepasst


Sie bietet sich dann an, wenn der Wunsch nach einer optischen Veränderung der Nasenspitze vorhanden ist, wenn die Haut im Bereich der Nase gesund ist und sich keine Entzündungen oder Infektionen nachweisen lassen und auf das Rauchen vor und während dem Eingriff verzichtet werden kann


Eine operative Nasenspitzenkorrektur kostet in der Regel zwischen 3.500 und 6.500 Euro. Für eine Behandlung mit Hyaluronsäure musst Du mit circa 320 Euro rechnen.

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