Barthaartransplantation

Die Barthaartransplantation ermöglicht es vor allem, einen lückenhaften Bartwuchs zu korrigieren. Aber auch ein gänzlich fehlender Bart oder eine leichte Behaarung an den Wangen kann somit aufgefüllt werden. Dabei werden vorwiegend Haare aus dem Bereich des Hinterkopfes entnommen und anschließend im Gesicht wieder eingepflanzt. Du kannst in den nachfolgenden Absätzen mehr über die Transplantation der Barthaare erfahren.


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Zuletzt aktualisiert: 2. Juni, 2020



ICD-10-GM-2020 Z41

Was versteht die Medizin unter einer Barthaartransplantation?

Mit einer Haartransplantation des Bartes kann der Facharzt das Haar verdichten, Lücken auffüllen oder auch vollkommen fehlendes Barthaar korrigieren. Dabei handelt es sich immer um eine Eigenhaartransplantation. Dies bedeutet, dass es zu einer Umverteilung des gesunden Haars kommt.
 
Dabei entnimmt der Chirurg Eigenhaar aus dem Hinterkopf und pflanzt es an der jeweiligen Stelle wieder in die Haut ein. Hierfür kommen auch verschiedene Verfahren zum Einsatz, wobei Ärzte in der ästhetischen Chirurgie vor allem zwischen drei verschiedenen Methoden unterscheiden. Diese Verfahren zur Transplantation erklären wir Dir in einem der nachfolgenden Absätze genauer.

Welche Ursachen haben Lücken im Bart?

Kahle Stellen im Bartbereich können die unterschiedlichsten Ursachen haben. Liegt beispielsweise im Bart ein kreisrunder Haarausfall vor, dann kann eine Autoimmunerkrankung der Grund hierfür sein. Hierbei stößt der Körper die eigenen Barthaare einfach ab, da er sie als Fremdkörper identifiziert. Die Medizin kennt diese Autoimmunkrankheit auch unter dem Namen Alopecia barbae. Sie betrifft hauptsächlich den Bart im Kinnbereich und der Oberlippe. Allerdings kann auch eine genetische Veranlagung, ein Hormonmangel oder eine Verletzung mit Narbenbildung die Ursache für Lücken im Bart sein.

Männer entscheiden sich häufig aus ästhetischen Gründen für eine Barthaartransplantation.

Aus welchen Gründen entscheiden sich Männer für eine Barttransplantation?

Ein voller und dichter Bart gilt oft als Zeichen für Männlichkeit und Stärke. Kommt es dabei zu einem mangelhaften Bartwuchs, dann beeinträchtigt das in vielen Fällen das Selbstbewusstsein des Mannes. So wirkt ein voller Bart für viele besonders maskulin und in gewisser Weise ansprechend.
 
Oft entscheiden sich Männer für eine Barthaartransplantation, um einzelne Lücken im Bartbereich zu schließen. Einige Betroffene möchten mit der Transplantation aber auch einen undichten Bart optisch verdichten, um das Erscheinungsbild besonders männlich wirken zu lassen.
 
Ein weiterer Grund für eine Barttransplantation ist das Kaschieren von Narben, die beispielsweise durch eine Verletzung entstanden sind. Speziell wenn die fehlenden Barthaare eine große psychische Belastung darstellen, entscheiden sich viele Betroffene dafür.

Für wen ist eine Barthaartransplantation geeignet?

Eine Transplantation der Barthaare ist vor allem für diejenigen Männer geeignet, die mit ihrem fehlenden oder leichten Bartwuchs nicht zufrieden sind. Bevor du Dich aber einer Barttransplantation unterziehst, muss Deine Haut im Bartbereich vollkommen frei von Verletzungen und Entzündungen sein. Denn die Haare dürfen nur auf gesunder und reiner Haut transplantiert werden.
 
Vor allem wenn ein Hormonmangel vorliegt und der Bart nicht ausreichend wachsen kann, entscheiden sich viele Betroffene für eine Haartransplantation des Barts. Aber auch durch Narben, die aufgrund von Verletzungen oder operative Eingriffe entstehen, kann der Bart lückenhaft ausfallen.
 
Wurde der fehlende Bartwuchs hingegen durch eine Chemotherapie verursacht, dann solltest Du mit der Transplantation warten, bis die jeweilige Behandlung abgeschlossen ist.

Von welchen Körperstellen werden die Haare für eine Barttransplantation übernommen?

Im Normalfall wird ein Hautstreifen vom mittleren Hinterkopf für die Transplantation entnommen und daraus wird wiederum das Spenderhaar präpariert. Denn die wachsenden Haare in diesem Kopfbereich ähneln den Barthaaren in der Struktur am meisten. Außerdem sind die Narben am Hinterkopf am besten zu verbergen.
 
Um eine große lange Narbe zu vermeiden, greifen Ärzte mittlerweile oft zur FUE Methode. Dabei schneidet der Arzt Hautstreifen raus, welche er dann entweder zerstückelt oder einzelne Haarfollikel aus dem Kopf entnimmt und diese dann einsetzt.

Welche Verfahren kommen bei der Barthaartransplantation zum Einsatz?

Die Eigenhaarverpflanzung unterteilt sich in drei verschiedene Behandlungsmethoden, die sich vorwiegend in ihrer Vorgehensweise unterscheiden. Dabei spielt aber auch der Umfang der Spenderhaarentnahme eine bedeutende Rolle.
 
DHI Methode – Direct Hair Implantation
 
Hierbei entnimmt der Spezialist die Haare vom Hinterkopf einzeln und pflanzt sie an der entsprechenden Stelle im Bart wieder ein. Somit sind auch keine Hautschnitte notwendig.
 
FUE Methode – Follicular Unit Extraction (Entnahme follikulärer Einheiten)
 
Bei dieser Technik werden die Spenderhaare samt Haarwurzel entnommen. Das heißt, der ästhetische Chirurg entnimmt die Menge an Haaren einzeln, also Haar für Haar. Dabei löst er die Wurzel des Haares mit einer besonders feinen Hohlnadel von der Kopfhaut und isoliert diese.
 
Der Verlauf erfolgt daher besonders präzise und ist auch zeitaufwendig. Folglich ist die FUE-Methode auch äußerst kostenintensiv. Zudem verheilt der Bereich im Hinterkopf im Vergleich zu den anderen Verfahren äußerst schnell und hinterlässt kaum sichtbare Narben.
 
FUT Methode – Follicular Unit Transplantation (Transplantation follikulärer Einheiten)
 
Bei der FUT-Technik hingegen entnimmt der Experte das Spenderhaar am Hinterkopf in Form von Ellipsen. Dies bedeutet, die Therapie ist hier deutlich schneller und auch kostengünstiger als die anderen Verfahren. Hierbei ist die Haardichte aber stärker als bei der FUE-Technik. Danach kannst Du die Haare am Kopf jedoch nicht mehr so kurz tragen, da sonst die dadurch entstandenen Narben nicht gut verdeckt werden.

Kreisrunder Haarausfall ist oft ein Grund für eine Transplantation des Bartes.

Wie läuft eine Barthaartransplantation ab?

Die Barthaartransplantation wird unter lokaler Betäubung durchgeführt, somit ist auch keine Vollnarkose notwendig. Folglich bist Du auch während des gesamten Verfahrens bei Bewusstsein und kannst Dich mit dem Arzt unterhalten. Die Dauer der Haartransplantation hängt vor allem von der verwendeten Methode ab und liegt in der Regel zwischen vier und acht Stunden.
 
Vor der Behandlung bespricht der ästhetische Chirurg jedoch Deine Vorstellungen ganz genau mit Dir und zeigt Dir den Verlauf des neuen Barts im Gesicht. Dabei spielt nämlich die Gesichtsform eine große Rolle und wird daher immer mit einbezogen werden. Erst dann beginnt der Spezialist auch mit der Haartransplantation.
 
Dabei entnimmt er, je nach Verfahren, einen Hautstreifen oder einzelne Haare vom Hinterkopf. Daraus kann der Mediziner anschließend das Spenderhaar präparieren und sorgfältig bearbeiten. So kann der Arzt die entnommenen Haare auf Stärke untersuchen und die feinen Härchen aussortieren.
 
Zudem unterteilt der Arzt diese Haare in Einzelhaare, da sie am Kopf in Gruppen von bis zu vier Haaren wachsen können. Nur so kann garantiert werden, dass das Resultat natürlich aussieht. Währenddessen wird das Hautareal des Bartes auf die präparierten Haare vorbereitet.
 
Das heißt, der Facharzt arbeitet besonders vorsichtig und versieht die Region mit äußerst kleinen Öffnungen. Danach können diese entnommenen Haare eingesetzt werden. Hierbei wird Dein Arzt jedoch darauf achten, dass die Haare in Wuchsrichtung eingesetzt werden.

Was sind die Vorteile einer Barthaartransplantation?

Eine Barthaartransplantation bringt viele Vorteile mit sich. Denn durch die Transplantation von strukturell identischem Haar entsteht ein natürlich aussehendes Ergebnis, da es somit voller erscheint. Zudem fügen sich die neuen Barthaare in den vorhandenen Bart ein.
 
Je nach Bedarf kann der Spezialist entweder kleine Lücken des Barts auffüllen oder einen Vollbart formen, indem der Bart verdichtet wird. Dadurch kann der Chirurg jeden individuellen Wunsch erfüllen, da auch die Anzahl der transplantierten Barthaare individuell gewählt werden kann.
 
Ein weiterer bedeutender Vorteil ist, dass die Barthaare lebenslang nachwachsen und somit ein dauerhaftes Ergebnis gesichert ist. Dies liegt vor allem daran, dass bei der Transplantation nicht nur Haare, sondern auch Haarwurzeln verpflanzt werden. Aber auch Dein Wohlbefinden wird dadurch deutlich verbessert, da Dein Selbstbewusstsein steigt.

Was sind die Nachteile einer Barthaartransplantation?

Diese Transplantation hat neben den Vorteilen auch ihre Nachteile. Dabei kann vor allem die Heilungsphase nach der Haartransplantation einige Zeit in Anspruch nehmen. Wenn Du Dich für eine Barthaartransplantation entscheidest, solltest Du bedenken, dass die Erfolgsrate nicht so gut ist. Ein Grund dafür ist die unterschiedliche Texturierung des Haares am Hinterkopf und des Barthaares.
 
Deshalb ist ein ausführliches Beratungsgespräch mit einem vertrauenswürdigen und kompetenten Arzt essenziell. Zusätzlich sind die Kosten der Barthaartransplantation sehr hoch und stellen daher für viele Betroffene ein Hindernis dar.

Lücken im Bart fürhen oft zu einem Gefühl der Unzufriedenheit.

Welche Komplikationen und Nebenwirkungen können bei einer Barttransplantation auftreten?

Im Grunde gehört eine Haarverpflanzung zu den risikoarmen Eingriffen. Das heißt, in der Regel ist auch mit keinen Komplikationen zu rechnen, da die Transplantation ohne Vollnarkose und ohne große Wunden erfolgt. Nur die Wunde am Hinterkopf von der das Haar entnommen wird, sollte nach der Transplantation eine Zeit lang beobachtet werden, wobei sie im Grunde gut und folgenlos abheilt.
 
Der betroffene Bereich des Bartes kann nach der Haartransplantation etwas gerötet und angeschwollen sein. Dies vergeht jedoch nach einigen Tagen wieder von selbst. Daher besteht in solch einem Fall überhaupt kein Grund zur Sorge.

Wie entwickeln sich die Barthaare nach erfolgreicher Transplantation?

Das Ergebnis einer Haartransplantation des Bartes ist erst nach ungefähr drei bis sechs Monaten endgültig sichtbar. In dieser Zeit wachsen die implantierten Barthaare nämlich erst langsam nach und fügen sich so in den vorhandenen Bart ein.

Was muss ich nach erfolgreicher Barthaartransplantation beachten?

In den ersten Tagen direkt nach der Haartransplantation solltest Du Sonneneinstrahlung der betroffenen Hautregion im Gesicht vermeiden und auf das Rasieren verzichten. Aber auch eine starke Verschmutzung des Bartbereichs solltest Du möglichst verhindern. Nur so kannst Du die Haut schonen und den Heilungsprozess verbessern. Du kannst aber schon am Tag nach der Barttransplantation Deinen gewohnten Lebensstil aufnehmen, da der Eingriff in den meisten Fällen schmerzfrei verläuft.

Wie unterscheidet sich die Barthaartransplantation von einer Haartransplantation?

Eine Barthaartransplantation ist im Vergleich zur Haartransplantation aufwendiger. Dies liegt daran, dass das Barthaar einzeln wächst. Am Kopf hingegen wachsen die Haare in Gruppen von bis zu vier Haaren.
 
Da das Haar des Barts in der Regel besonders kräftig ist, muss der Chirurg die entnommenen Haare des Hinterkopfs auch auf die Kräftigkeit prüfen. Anschließend müssen sich die eingepflanzten noch der Bartregion selbst anpassen, damit die implantierten Haarwurzeln in der Folge auch nicht mehr von den echten Barthaaren zu unterscheiden sind.

Kann ich meinen Bartwuchs auch auf natürliche Weise anregen?

Es gibt einige Hausmittel, mit denen Du den Bartwuchs anregen und auch beschleunigen kannst. Eine gesunde Ernährung wirkt sich beispielsweise positiv auf Dein Haarwachstum aus. Du solltest Dich somit ausgewogen ernähren, indem Du regelmäßig Obst und Gemüse isst und fehlende Vitamine, Mineral- und Nährstoffe mit Nahrungsergänzungsmittel ergänzt.
 
Aber auch bestimmte Öle, wie zum Beispiel Kräuteröle, fördern die Durchblutung des betroffenen Bereichs und können so die Barthaarwurzeln stärken. Wenn Du das Öl in den Bart einmassierst, wird die Haut besonders gut durchblutet und die Haare können somit stärker wachsen. Dafür eignen sich auch alle Kräuteröle, Kokosöl und Arganöl.
 
Zusätzlich hat sich auch Knoblauch als gutes Hausmittel bei fehlendem Bartwuchs bewährt. Hierzu kannst Du einfach Knoblauch in schlecht wachsende Stellen des Barts einreiben. Daraufhin reagiert die Haut mit einem Haarwuchs als Abwehrreaktion.

Manche Männer kämpfen auch mit einem fehlenden Haarwuchs.

Wie viel kostet eine Barthaartransplantation?

Grundsätzlich hängen die Kosten der Barthaartransplantation von unterschiedlichen Faktoren ab. Dabei spielt vor allem die Anzahl der Spenderhaare eine große Rolle. Das heißt, es hängt auch davon ab, ob nur vereinzelte Lücken aufgefüllt oder ganze Bereich des Bartes verdichtet werden müssen.
 
Zudem bestimmen auch die Materialkosten und das Honorar des Personals sowie des Arztes den Gesamtpreis der Transplantation. Die Kosten beginnen in der Regel jedoch ungefähr bei 2.000 bis 5.000 Euro.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten für eine Barthaartransplantation?

Nein, die Kosten der Transplantation werden in der Regel nicht von dem gesetzlichen Versicherungsträger übernommen. Dies liegt daran, dass eine Barthaartransplantation als ästhetischer Eingriff gilt. Ebenso betrachtet die Krankenkasse einen mangelnden Haarwuchs als kosmetisches Problem, bei dem auch aus medizinischer Sicht keine Notwendigkeit zur Behandlung besteht.
 
Nur in den seltensten Fällen, wenn es beispielsweise zu äußerst schweren Unfällen kommt, kann die Krankenversicherung die Kosten für eine Barthaartransplantation übernehmen.


Dauer Dauer

4-8 Stunden

Ausfallzeit Ausfallzeit

Gesellschaftsfähig nach 5 bis 14 Tagen

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

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Das Wichtigste zusammengefasst

Durch die Barthaartransplantation kann vor allem ein lückenhafter Bartwuchs korrigiert werden


Eine Transplantation ist speziell für diejenigen Männer geeignet, die mit ihrem fehlenden oder leichten Bartwuchs nicht zufrieden sind


Im Normalfall werden einzelne Haare oder ein Hautstreifen vom mittleren Hinterkopf für die Haartransplantation entnommen


Die Haarverpflanzung unterteilt sich in drei verschiedene Behandlungsmethoden, die sich vorwiegend in ihrer Vorgehensweise unterscheiden

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