Warum die Narbe nach der Oberlidstraffung nicht in der Lidfalte liegt
Die Schnittführung am Oberlid folgt der natürlichen Lidfalte, damit die Narbe bei geöffnetem Auge darin verschwindet. Diese Falte liegt bei mitteleuropäischen Lidern typischerweise acht bis zehn Millimeter über dem Wimpernrand. Wird der Schnitt höher angelegt oder so viel Haut entfernt, dass die Falte nach oben wandert, bleibt die Narbe sichtbar und das Lid wirkt hohl. Zwischen Wimpernrand und Augenbraue sollten nach der Straffung mindestens 20 Millimeter Haut verbleiben, sonst leidet nicht nur die Optik, sondern auch der Lidschluss.
Zehn Wochen nach dem Eingriff ist der häufigste Grund aber ein anderer. Die Restschwellung im Lid drückt die Falte nach oben, sodass die Narbe scheinbar darüber liegt. Mit dem Abschwellen bis Monat drei bis sechs sinkt sie in vielen Fällen wieder ein. Ein zweiter häufiger Grund ist ein leicht schwacher Lidhebermuskel, der vor der Operation nicht auffiel und die Falte nach oben zieht. In einer Auswertung von 533 Oberlidstraffungen stieg die Rate der Nachoperationen von 3,8 % auf 9,2 %, sobald zusätzlich ein hängendes Oberlid korrigiert wurde, was zeigt, wie sehr die Lidfalte von diesem Muskel abhängt.
Was sich noch ändert und wann eine Korrektur sinnvoll ist
Rechne bis Monat drei mit einem sichtbaren Nachsinken der Falte und bis Monat sechs mit dem endgültigen Sitz. Parallel verblasst die Narbe: Ihr Maximum an Rötung und Verhärtung liegt um Woche vier bis acht, danach wird sie flacher und heller. Was Du selbst tun kannst, ist Narbenmassage ab Woche drei, Silikongel und konsequenter Sonnenschutz über sechs Monate, weil UV-Licht die Narbe dauerhaft dunkler färben kann. Make-up auf der verheilten Narbe ist erlaubt und deckt sie in dieser Phase gut ab.
Bleibt die Narbe nach sechs Monaten sichtbar oberhalb der Falte, ist eine Korrektur möglich. Dabei wird die Lidfalte tiefer neu angelegt, indem die Haut unterhalb der alten Narbe am Lidheber fixiert wird. Fehlt Haut, wird die alte Narbe sparsam ausgeschnitten. Dieser Eingriff gehört zu den anspruchsvolleren Lidoperationen, weil die Fehlerquote bei Zweiteingriffen höher liegt als beim Ersteingriff. Wähle dafür einen Facharzt, der regelmäßig Lidrevisionen durchführt, und lass Dir vorher erklären, wie viel Haut überhaupt noch zur Verfügung steht.
Der nächste Schritt für Dich
Fotografiere Deine Augen alle vier Wochen bei geöffnetem Blick geradeaus und gleichem Licht. So siehst Du, ob die Falte sinkt, statt Dich auf den täglichen Spiegeleindruck zu verlassen. Sprich das Thema beim regulären Kontrolltermin an und bitte um eine Messung des Abstands zwischen Wimpernrand und Falte auf beiden Seiten. Wie die Narbe am Oberlid insgesamt reift, welche Komplikationen wie häufig sind und wann eine Nachkorrektur wirklich sinnvoll ist, findest Du auf der Seite zu den Erfahrungen, Risiken und Komplikationen der Lidstraffung.
Weitere Fragen aus der Praxis: Augenlidstraffung
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