Was die Fettwegspritze im Gesicht kann und was nicht
Bei der Injektionslipolyse wird eine Mischung aus Desoxycholsäure und häufig Phosphatidylcholin in das Unterhautfett gespritzt. Der Wirkstoff zerstört die Hülle der Fettzellen, der Inhalt wird über Lymphe und Leber abtransportiert. Der Weg dorthin führt über eine gewollte Entzündungsreaktion, und genau die erklärt die typischen Erfahrungen mit der Fettwegspritze im Gesicht: deutliche Schwellung, Blutergüsse, Brennen und tastbare Knoten, die mehrere Wochen bleiben können.
Am besten untersucht ist die Anwendung am Doppelkinn. Dort liegt ein klar abgegrenztes Fettpolster unter dem Kinn, das sich gut erreichen lässt. In den Zulassungsstudien zu diesem Einsatzgebiet waren zwei bis vier Sitzungen im Abstand von mehreren Wochen nötig, und fast alle Behandelten hatten vorübergehend Schwellung, Schmerz oder Taubheit. Wangen sind ein anderer Fall. Nach einer starken Gewichtsabnahme fehlt dort in aller Regel Volumen, das Gesicht wirkt eingefallen und die Haut liegt schlaffer auf. Wird dort zusätzlich Fett aufgelöst, verstärkt sich genau dieser Eindruck. Das Wangenfettpolster hat außerdem Anteil an der jugendlichen Kontur, sein Verlust ist nicht umkehrbar.
Welche Risiken Du kennen solltest
In Österreich, Deutschland und der Schweiz gibt es für die Injektionslipolyse kein breit zugelassenes Fertigarzneimittel, die Lösung wird nach ärztlichem Rezept in der Apotheke gemischt. Das ist zulässig, bedeutet aber, dass Du über den Zulassungsstatus aufgeklärt werden musst. Frag danach ausdrücklich, und frag auch, wer injiziert. Im Gesicht verlaufen Äste des Gesichtsnervs dicht unter der Haut, im Bereich des Unterkiefers besonders oberflächlich. Eine Verletzung kann eine vorübergehende Schwäche der Mundwinkel auslösen.
Häufig sind Schwellung, Rötung, Blutergüsse, Druckschmerz und Verhärtungen. Seltener kommen Hautunregelmäßigkeiten, sichtbare Einziehungen bei ungleichmäßiger Verteilung, anhaltende Taubheit und Entzündungen an den Einstichstellen vor. Übersichtsarbeiten weisen zudem darauf hin, dass ein großer Teil der veröffentlichten Studien von Herstellern finanziert wurde, die Wirkung also eher zu günstig als zu ungünstig dargestellt sein dürfte. Realistisch ist eine moderate Verkleinerung eines kleinen Fettdepots, keine Konturformung wie bei einer Absaugung und keine Hautstraffung.
Der nächste Schritt für Dich
Lass Dich bei Deiner Ausgangslage zuerst beraten, ob überhaupt überschüssiges Fett vorliegt oder ob Volumenverlust und Hautlaxität im Vordergrund stehen. Zwei unabhängige Meinungen sind hier sinnvoll, eine aus der ästhetischen Dermatologie und eine aus der Plastischen Chirurgie. Lass Dir schriftlich geben, welche Mischung verwendet wird, wie viele Sitzungen geplant sind, was sie insgesamt kosten und wie mit einem unbefriedigenden Ergebnis umgegangen wird. Wie sich die Injektionslipolyse zur Fettabsaugung verhält und welche Erfahrungen Operierte mit der Absaugung kleiner Areale gemacht haben, liest Du auf der Seite zu den Erfahrungen, Risiken und Komplikationen der Fettabsaugung.
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