Warum Abnehmen nach der Brustverkleinerung das Ergebnis verändert
Die weibliche Brust besteht zu einem erheblichen Teil aus Fettgewebe, und dieser Anteil sinkt mit dem Körpergewicht. Verlierst Du nach der Operation acht oder zehn Kilogramm, verlierst Du zusätzlich Brustvolumen. Das Ergebnis fällt dann kleiner aus als geplant. Der zweite Effekt wiegt schwerer: Die Haut wurde bei der Operation genau auf das Volumen zugeschnitten, das nach der Verkleinerung übrig bleibt. Fällt dieses Volumen später weiter ab, passt die Haut nicht mehr, die Brust wirkt flacher und sinkt eher ab. Beides lässt sich nur mit einer erneuten Operation korrigieren.
Deshalb lautet die fachliche Reihenfolge zuerst abnehmen, dann operieren. Als Orientierung gilt ein Gewicht, das Du seit etwa sechs Monaten hältst. Schwankungen von zwei bis drei Kilogramm spielen keine Rolle und sind normal. Planst Du dagegen eine größere, gezielte Abnahme, verschiebt ein guter Operateur den Termin, auch wenn das ärgerlich ist. Dasselbe Argument gilt bei offenem Kinderwunsch, weil Schwangerschaft und Stillzeit Form und Volumen erneut verändern.
Was spricht sonst noch für die Reihenfolge?
Ein höheres Körpergewicht erhöht auch das Risiko während der Heilung. In einer systematischen Auswertung der Risikofaktoren nach Brustverkleinerung gehören ein hoher Body-Mass-Index und eine große entfernte Gewebemenge zu den Faktoren, die Wundheilungsstörungen, Infektionen und Fettgewebsnekrosen wahrscheinlicher machen. Wer vorher abnimmt, geht also nicht nur mit einem stabileren Ergebnis, sondern auch mit einem niedrigeren Komplikationsrisiko in die Operation. In Deutschland verlangt der Medizinische Dienst bei deutlichem Übergewicht ohnehin meist eine Gewichtsreduktion, bevor die Krankenkasse zustimmt.
Wenn Du bereits operiert bist und erst danach abnehmen willst oder musst, ist das kein Grund zur Panik. Eine langsame Abnahme über viele Monate verkraftet das Gewebe besser als ein schneller Verlust. Warte mit der Bewertung der Form mindestens sechs Monate, denn bis dahin senkt sich die Brust ohnehin und wird weicher. Stellt sich danach heraus, dass Haut übrig bleibt, lässt sich das in einem kleineren Zweiteingriff straffen. Etwa 5 % der Operierten haben ohnehin eine Nachkorrektur, meist nach sechs bis zwölf Monaten.
Der nächste Schritt für Dich
Ruf vor Deinem Termin in der operierenden Praxis an und sag klar, dass Du acht Kilogramm abnehmen willst. Frag, ob die geplante Resektionsmenge deshalb angepasst oder der Termin verschoben werden sollte. Diese Entscheidung gehört in die Hand des Operateurs, weil sie von Deiner Ausgangsgröße, der Hautqualität und der geplanten Technik abhängt. Was in den ersten Wochen und Monaten nach der Operation zum normalen Verlauf gehört und wie oft nachkorrigiert wird, findest Du auf der Seite zu den Erfahrungen, Risiken und Komplikationen der Brustverkleinerung.
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