Gynäkomastie

Die Gynäkomastie ist eine ein- oder beidseitige Vergrößerung der männlichen Brustdrüse. Dies kann nicht nur Schmerzen hervorrufen, sondern ist meist auch eine große psychische Belastung für die Betroffenen. Mithilfe einer Hormontherapie oder einer Operation lässt sich die „Männerbrust“ entfernen. Die männliche Brustverkleinerung eignet sich für Männer und Transsexuelle und besteht aus einer ambulanten Fettabsaugung unter Tumeszenzanästhesie. Um ein harmonisches Gesamtbild zu erreichen, wird die Brustverkleinerung häufig mit einer Brustwarzenrekonstruktion oder einer Bruststraffung kombiniert.


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Zuletzt aktualisiert: 8. September, 2021

INHALTSVERZEICHNISInhaltsverzeichnis

Verstanden wird darunter ein gutartiges, übermäßiges Wachstum der Brustdrüsen beim Mann. Diese Vergrößerung kann auf einer oder auf beiden Seiten, mit oder ohne Schmerzen auftreten. Gründe können Veränderungen im Hormonhaushalt, aber auch Übergewicht sein. Doch auch Erkrankungen wie beispielsweise eine Leberzirrhose können zu einer Gynäkomastie führen. Unterscheiden lässt sich die Vergrößerung der Brust in echte Gynäkomastie und Pseudogynäkomastie. Wichtig ist zu wissen, dass Lipomastie und Gynäkomastie nicht dasselbe sind.

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Die Gynäkomastie stellt kein eigenständiges Krankheitsbild dar, sondern kann ein Symptom für ein gestörtes Verhältnis in der Relation von Östrogenen zu Androgenen sein. Bei einer Geburt gelangen vermehrt weibliche Hormone in den Körper des männlichen Babys, weshalb es zu einer Vergrößerung der Brust kommen kann. Nach wenigen Wochen legt sich dies jedoch wieder. Während der Pubertät kommt es häufig aufgrund der Veränderungen im Hormonhaushalt zu einer vorübergehenden Gynäkomastie. Im Alter erhöht sich hingegen oftmals der Fettgewebeanteil, was ebenfalls zu einer Vergrößerung der Brust führen kann. In seltenen Fällen kann auch Krebs für eine Gynäkomastie verantwortlich sein.

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Im Grunde kann der Arzt anhand einer Blickdiagnose eine Gynäkomastie feststellen. Doch gibt es unterschiedliche Ursachen, die mithilfe von verschiedenen Diagnosemethoden untersucht werden können. So tastet der Arzt die Brust meistens nicht nur ab, sondern kann auch einen Ultraschall oder eine Blutprobe durchführen. Zudem dienen die Tanner-Stadien dem Arzt zur Beurteilung des Ausmaßes einer Gynäkomastie.

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Eine Operation der Gynäkomastie ist nur selten notwendig, denn im Normalfall verursacht sie keine gesundheitlichen Probleme. Teilweise können eine Ernährungsumstellung und Sport bereits eine Reduzierung der Brust begünstigen. Ist dies nicht der Fall, ist eine operative Behandlung eine gute Möglichkeit, die Gynäkomastie loszuwerden. Dafür entfernt der Chirurg überschüssiges Fett- und Drüsengewebe und wenn notwendig, die überschüssige Haut. Der Eingriff dauert etwa 60-90 Minuten und ist nicht unbedingt stationär.

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Es können Blutergüsse und Blutungen auftreten oder es kann zu Wundheilstörungen kommen. Im schlimmsten Fall tritt ein Blutgerinnsel auf, welches zu einem Gefäßverschluss führen oder in der Lunge eine Lungenembolie auslösen kann. Bei Bluttransfusionen können Infektionen auftreten und auch während der Operation kann es zu Nerven- und Lagerungsschäden kommen, welche Taubheitsgefühle bewirken. In seltenen Fällen kann sich eine erneute Gynäkomastie ausbilden.

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Nach dem Eingriff ist vor allem körperliche Schonung wichtig. Nach etwa drei Tagen bist Du wieder gesellschaftsfähig. Sportliche Aktivitäten sollten für mindestens vier bis sechs Wochen ausgesetzt werden. Wichtig ist, dass der Kompressionsverband konsequent getragen wird. Zudem sollten die Nachsorgeuntersuchungen eingehalten werden.

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Die Kosten für eine Gynäkomastie Operation hängen vom Schweregrad und der Behandlungsmethode der Männerbrust ab und belaufen sich in etwa auf rund 3.000 bis 4.000 Euro. Die Krankenkassen übernehmen nur in Ausnahmefällen die Kosten. Basiert die Gynäkomastie auf einer Grunderkrankung, wird diese zunächst behandelt. Diese Kosten übernimmt der Versicherungsträger in der Regel.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Unter Gynäkomastie versteht man die Vergrößerung der männlichen Brust


Die Ursachen können vielseitig sein: Hormonelle Veränderung, Alter, Übergewicht oder Medikamente


Eine Behandlung ist, je nach Indikation, mit einer Hormontherapie oder einer plastischen Operation möglich


Ausreichende Schonung ist nach dem Eingriff sehr wichtig. Sportlichen Betätigungen solltest Du erst nach vier Wochen wieder nachgegangen.

Was ist die Gynäkomastie?

Der Begriff Gynäkomastie kommt aus dem Griechischen und setzt sich aus den Wörtern „gyne“ für Frau und „mastos“ für Brust zusammen. Verstanden wird darunter ein gutartiges, übermäßiges Wachstum der Brustdrüsen beim Mann. Diese Vergrößerung kann auf einer oder auf beiden Seiten, mit oder ohne Schmerzen auftreten. Die Brust wirkt damit weiblicher, was für viele Betroffenen sehr unangenehm und peinlich ist. Zudem kann die Brustveränderung zu einer erheblichen Störung des Selbstvertrauens und im schlimmsten Fall zu Depressionen führen.

Gynäkomastie - Was ist die Gynäkomastie?

Wie häufig ist der Männerbusen?

Je nachdem, um welche Art der Männerbrust es sich handelt, schwankt die Anzahl der Betroffenen sehr. Auch das Alter spielt dabei eine erhebliche Rolle. Im Allgemeinen gehen Schätzungen davon aus, dass etwa ein Drittel aller Männer von einer Gynäkomastie betroffen sind. Im Falle einer physiologischen also nicht krankhaften Form der Krankheit liegt der Prozentsatz der Patienten im Säuglingsalter bei 60 bis 90 Prozent. Normalerweise bildet sich diese jedoch innerhalb wenigen Wochen nach der Geburt wieder zurück. Bei Jugendlichen kann die Brustveränderung schon ab dem zehnten Lebensjahr auftreten. Am häufigsten ist sie aber bei 13- bis 14-Jährigen zu beobachten. Etwa 60 Prozent von ihnen leiden unter einer zu großen Brust. Bei mehr als 40 Prozent der Betroffenen bildet sich diese spontan wieder zurück. Auch im höheren Alter zwischen 50 und 80 Jahren lässt sich die Vergrößerung der Brustdrüsen noch bei 25 bis 65 Prozent aller Männer vorfinden.

Wie entwickelt sich eine Gynäkomastie?

Eine Gynäkomastie kann in allen Altersgruppen auftreten. So unterscheiden Mediziner zwischen dem Auftreten unmittelbar nach der Geburt, in der Pubertät oder im höheren Alter. Meist liegen hormonelle Störungen vor. Aber auch Medikamente oder andere Grunderkrankungen wie Übergewicht oder eine Leberzirrhose können zu diesem Symptom führen. Die Krankheit entwickelt sich phasenweise, wobei das Wachstum der Brüste über mehrere Monate dauern kann.

Gynäkomastie - Wie entwickelt sich eine Gynäkomastie?

Welche Symptome können bei einer Männerbrust auftreten?

Gynäkomastie - Welche Symptome können bei einer Männerbrust auftreten?

Die typischen Symptome einer Gynäkomastie sind ein vergrößerter Busen beim Mann auf einer oder auf beiden Seiten. Diese Brustvergrößerung kann in manchen Fällen Schmerzen verursachen.

Mediziner unterscheiden dabei zwischen drei Klassen: einer kleinen Männerbrust, einer Mädchenbrust und einer weiblich wirkenden Brust mit Unterbrustfalte.
 
Manche Betroffenen klagen zudem über Spannungsgefühle oder überempfindliche Brustwarzen. Die Gynäkomastie ist dabei selbst das Symptom, welche ein Hinweis auf eine Grunderkrankung, wie in etwa Brustkrebs beim Mann, sein kann. Die erste Phase, in der die Brust zu wachsen beginnt, wird proliferative Phase genannt. In der sogenannten fibrosierenden Phase verfestigt sich danach das Gewebe, wodurch das Wachstum der Brust nicht mehr rückgängig gemacht werden kann.

Welche Formen der Gynäkomastie gibt es?

In Fachkreisen wird zwischen einer „echten“ Gynäkomastie und einer „unechten“ oder „Pseudogynäkomastie“ unterschieden:

Echte Gynäkomastie

In den häufigsten Fällen handelt es sich um eine echte Gynäkomastie, bei der es aufgrund hormoneller Störungen, Medikamenten oder anderen Grunderkrankungen zu einer Vergrößerung der Drüsen in der männlichen Brust kommt.

Pseudogynäkomastie

Bei einer unechten oder medizinisch auch Pseudogynäkomastie oder Lipomastie genannt, handelt es sich um eine vergrößerte Brust, die sich aufgrund einer übermäßigen Fetteinlagerung gebildet hat. Meist entsteht diese Brustveränderung in Folge von Übergewicht oder Fettsucht – Adipositas.

Was ist der Unterschied zwischen einer Gynäkomastie und einer Lipomastie?

Gynäkomastie - Was ist der Unterschied zwischen einer Gynäkomastie und einer Lipomastie?

Eine Gynäkomastie ist eine normale physiologische Veränderung der Brustdrüsengröße aufgrund einer hormonellen Störung, Medikamenten oder anderer Grunderkrankungen.

Unter einer Lipomastie verstehen Mediziner eine Veränderung der männlichen Brust ohne Vergrößerung des Brustdrüsenkörpers. Aufgrund von Übergewicht oder Fettsucht kommt es dabei zu einer vermehrten Einlagerung von Fett in das Brustgewebe, wodurch die Brust wächst und weiblicher wirkt.

Welche Ursachen hat eine Gynäkomastie?

Die Gynäkomastie stellt kein eigenständiges Krankheitsbild dar, sondern kann ein Symptom für ein gestörtes Verhältnis in der Relation von Östrogenen zu Androgenen sein. Dies kann unterschiedliche Ursachen haben, stellt aber meistens eine häufige, physiologische Normvariante in bestimmten Lebensabschnitten wie dem Säuglingsalter, der Pubertät oder im Alter dar. In vielen Fällen sind schlichtweg Fetteinlagerungen die Ursache für eine Vergrößerung der männlichen Brust.

Wie kommt es zu einer Gynäkomastie bei der Geburt?

Bei einer Geburt werden weibliche Hormone über die Plazenta auf das Neugeborene übertragen, welche dann zu einer vergrößerten Brust führen. Diese Brustveränderung bildet sich jedoch im Normalfall wieder zurück. Manchmal liegt die Neigung zu einer Gynäkomastie bereits im Erbgut vor.

Welche Ursachen hat eine Pubertätsgynäkomastie?

Bei etwa der Hälfte der männlichen Jugendlichen kommt es im Laufe der Pubertät zu einer Vergrößerung der Brüste, welche sich bei den meisten Betroffenen jedoch nach einiger Zeit vollständig zurückbildet. Frühere Annahmen gingen von einem Ungleichgewicht von Östrogen und Testosteron als Ursache für dieses Phänomen aus. Dies konnte jedoch mittlerweile in einer Studie widerlegt werden. Nach dieser Studie sprechen Befunde dafür, dass sowohl der Östrogen- als auch der Testosteronwert erhöht sind. Hinzu kommt jedoch der signifikant erhöhte insulinähnliche Wachstumsfaktor „Insulin-like growth factor 1“, kurz IGF-1, der das Brustwachstum auslöst.

Warum tritt mit zunehmendem Alter häufig ein Männerbusen auf?

Im zunehmenden Alter erhöht sich der Anteil des Fettgewebes während sich die Körpermasse, wie beispielsweise Muskeln, verringert. Zudem verringert sich auch die männliche Hormonbildung im Hoden. Dadurch werden im Fettgewebe männliche in weibliche Hormone umgewandelt, was wiederum zur Entstehung einer Altersgynäkomastie führen kann.

Welchen Einfluss hat die Polythelie auf die Brustbildung beim Mann?

Unter einer Polythelie verstehen Mediziner eine äußerst seltene Krankheit, bei der mehrere Brustwarzen entstehen. Dadurch kommt es zu einer erhöhten Bildung von Brustgewebe und Brustdrüsen. Je mehr Brustwarzen vorhanden sind, desto höher ist die Gefahr einer Männerbrust.

Welche Erkrankungen können eine Gynäkomastie auslösen??

Auch ernsthafte Erkrankungen wie Krebs können eine Männerbrust bewirken. Andere mögliche Erkrankungen, die eine Gynäkomastie auslösen können sind:

  • Chronische Erkrankungen wie Nieren- oder Leberversagen
  • Drogenmissbrauch: Alkohol, Heroin, Methadon, Marihuana
  • Hormonproduzierende Tumore des Hodens, der Nebenniere oder der Hypophys
  • Allgemeinerkrankungen wie eine Leberzirrhose, eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Niereninsuffizienz
  • Tumorerkrankungen wie Nieren- oder Hodenkrebs

Welche Medikamente beeinflussen das Brustwachstum beim Mann?

Gynäkomastie - Welche Medikamente beeinflussen das Brustwachstum beim Mann?

Folgende Medikamente können zu einer Männerbrust führen: Medikamente, die den Hormonhaushalt regeln, Säureblocker wie Cimetidin, Ranitidin und Omeprazol, der Aldosteronantagonist Spironolacton, das Prostatamittel Finasterid, Herzglykoside wie Digoxin und Calciumantagonisten vom Typ Nifedipin und Verapamil sowie Neuroleptika vom Phenothiazintyp, Risperidon oder Sulpirid.

Was sind weitere Faktoren für die Entstehung einer Gynäkomastie?

Übergewicht bzw. Adipositas kann ebenfalls zu einer Gynäkomastie führen. In diesem Fall sprechen Ärzte von einer Pseudogynäkomastie oder Lipomastie. Doch auch psychische Probleme können dieses Phänomen begünstigen, da die Einnahme von Psychopharmaka die Bildung einer Männerbrust fördern kann. Daneben können auch genetische Faktoren eine Rolle spielen, wie in etwa bei einer Chromosomenanomalie beim Klinefelter-Syndrom. Mechanische Einflüsse wie ein Druck, Anprall oder Reibung hat bei Soldaten in etwa zu einem Männerbusen geführt. In seltenen Fällen können auch Umwelt- und Ernährungseinflüsse eine Brustveränderung zur Folge haben. Doch auch Allgemeinerkrankungen, wie beispielsweise eine chronische Leber- oder Niereninsuffizienz können zu den Auslösern einer Gynäkomastie zählen.

Wie wird die Gynäkomastie festgestellt?

Im Grunde kann der Arzt anhand einer Blickdiagnose eine Gynäkomastie feststellen. Doch gibt es unterschiedliche Ursachen, die mithilfe von verschiedenen Diagnosemethoden wie einer Hormon- oder Urinanalyse untersucht werden können.

Welcher Arzt ist der richtige Ansprechpartner bei einer Gynäkomastie?

Gynäkomastie - Welcher Arzt ist der richtige Ansprechpartner bei einer Gynäkomastie?

Solltest Du an einem Brustwachstum leiden, kannst Du entweder einen Arzt für Allgemeinmedizin, einen Facharzt für Andrologie und Urologie, einen Facharzt für Endokrinologie oder einen Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde aufsuchen.

Wenn Du Dich für eine Operation entscheidest, ist es wichtig, einen geeigneten Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie zu wählen, der über eine langjährige Weiterbildung verfügt.

Wie erkennt der Arzt eine Gynäkomastie?

Für die Diagnose ist das Patientengespräch sehr wichtig, bei dem der Arzt alle Hintergründe Deines Lebensstils kennenlernt. Dabei befragt er Dich über eine eventuelle Einnahme von Medikamenten oder Drogen, die Auslöser für eine Männerbrust sein können. Auch aufgrund Deines Alters kann der Mediziner schon eine Diagnose abgeben, da es in unterschiedlichen Altersstadien zu einer Brustvergrößerung kommen kann. Dabei schaut der Arzt auf die Form und Größe der Brustwarzen und beobachtet diese über einen längeren Zeitraum. Das Abtasten der Brüste dient dem Spezialisten dazu, zwischen einer echten und einer Pseudogynäkomastie zu unterscheiden. Eine Ultraschalluntersuchung oder Mammografie wird notwendig, wenn eine Verhärtung in der Brust tastbar ist.

Welche Untersuchungen sind bei der Diagnose einer Gynäkomastie notwendig?

Für die Diagnose kann der Arzt neben dem Abtasten der Brüste einen Ultraschall heranziehen. Eine Blutprobe bringt dem Spezialisten einen Überblick über die Leber- und Nierenwerte sowie den Hormonspiegel von Östrogen und Testosteron und deren Abbauprodukten. Ein weiterer Ultraschall der Hoden und des Bauchraums ist für eine Beurteilung der Hormonproduktionsorte wichtig. Dabei werden die Hoden auch nach eventuellen Knoten abgetastet. Bei pubertierenden Jugendlichen beurteilt der Arzt nun die Entwicklung des Penis und des Körperbaus. Bei bestimmten Formen der Gynäkomastie können Röntgenaufnahmen oder eine Computertomografie des Brustkorbs genauere Informationen liefern. Wenn sich keine augenscheinliche Ursache finden lässt, kann der Arzt noch eine Chromosomenanalyse anordnen, welche jedoch sehr teuer ist und deshalb nur bei Verdacht auf eine weitere genetische Erkrankung gemacht wird.

Was sagen die sogenannten Tanner-Stadien über die Männerbrust aus?

Die Tanner-Stadien – oder Tanner-Klassifikation – dienen der Einteilung der physischen Entwicklung des Menschen während der Pubertät. Dabei gibt es fünf Stadien:

  • Stadium B1: kein Brustdrüsenkörper tastbar,

  • Stadium B2: Warzenhof vergrößert, Brustdrüsenkörper vorgewölbt,

  • Stadium B3: Brustdrüsenkörper größer als Warzenhof,

  • Stadium B4: Warzenhof wird durch Brustdrüsenkörper angehoben,

  • Stadium B5: entspricht der ausgereiften Brust.

Für Ärzte dienen diese Stadien auch zur Beurteilung des Ausmaßes einer Gynäkomastie.
Doch auch die Klassifikation nach Hall gibt dem Arzt Aufschluss über das Stadium der Gynäkomastie:

  • Grad I: Die Vergrößerung lässt sich klinisch durch reines Abtasten feststellen

  • SGrad II: Die Vergrößerung der Brust lässt sich durch reines Betrachten feststellen

  • Grad III: Dieser Schweregrad entspricht dem einer weiblichen Brust

Wie differenziert der Arzt zwischen Brustkrebs und Gynäkomastie?

Bei speziellen Formen wie einer einseitigen Gynäkomastie mit harten Gewebeanteilen, einem Knoten in der Brust oder einem Sekret-Austritt aus den Brustwarzen besteht der Verdacht auf einen Brustkrebs. Um eine sichere Diagnose stellen zu können, führt der Arzt in diesem Fall eine Mammographie durch. Bei Verdacht auf einen bösartigen Tumor, wird eine Gewebeentnahme vorgenommen und im Labor untersucht.

Wie kann eine Gynäkomastie behandelt werden?

Nicht immer muss eine Gynäkomastie behandelt werden. Wichtig ist es, die ursächlichen Faktoren auszuschalten. Das bedeutet, dass sich eine physiologische oder idiopathische Form auch selbst wieder zurückbilden kann. Solltest Du aber Schmerzen oder einen psychischen Leidensdruck aus etwa ästhetischen Gründen haben, führt an einer Behandlung nichts vorbei. Dabei stehen medikamentöse Therapien sowie zur kosmetischen Korrektur operative Verfahren zur Verfügung. Bei einer schon seit über sechs Monaten bestehenden bereits fibrosierten Gynäkomastie sollte die Brust operiert werden.

Kann eine Gynäkomastie auch ohne OP behandelt werden?

In den meisten Fällen kannst Du eine Männerbrust auch durch Sport und eine gesunde Ernährung reduzieren, wenn diese in etwa aus Fettgewebe besteht. Dabei können Hanteltraining, Liegestütze, Rudern oder gezielte Bankübungen im Fitnessstudio zu einer Verkleinerung der Brust führen. Wenn eine hormonelle Störung vorliegt, können Medikamente zumindest zu einem Wachstumsstopp der Brust und zu einer Korrektur des Hormonhaushaltes führen. Die schon vorhandene Größe kannst Du damit jedoch nicht beeinflussen.

Wie kann ich mich auf die operative Brustverkleinerung vorbereiten?

Gynäkomastie - Wie kann ich mich auf die operative Brustverkleinerung vorbereiten

Zwei Wochen vor der Operation solltest Du jegliche Medikamente, die eine blutverdünnende Wirkung haben, wie in etwa Acetylsalicylsäure, absetzen, da diese die Blutgerinnung verzögern können und es dadurch zu Nachblutungen kommen kann.

Solltest Du andere Medikamente regelmäßig einnehmen müssen, weil Du zum Beispiel eine Allergie oder eine andere Vorerkrankung hast, musst Du dies Deinem operierenden Arzt und dem Narkosearzt mitteilen. Diese sagen Dir dann, wie Du mit diesen Arzneimitteln umgehen solltest. Das Rauchen sollte schon drei bis vier Wochen vor dem Eingriff gestoppt werden. Auch den Alkoholkonsum solltest Du auf ein Minimum reduzieren oder ganz einstellen. Wenn Du stark übergewichtig bist, solltest Du vor der Operation durch Sport und Ernährungsumstellung an Gewicht verlieren.

Wie verläuft die Brust-OP bei einer Gynäkomastie?

Je nachdem, wie umfangreich sich die Operation gestaltet, kann diese entweder unter einer lokalen Anästhesie (Tumeszenzanästhesie), einem Dämmerschlaf oder unter Vollnarkose ambulant oder stationär durchgeführt werden. Diese Entscheidung trifft der Arzt im Vorfeld, wenn er die Menge an Fett- oder Drüsengewebe analysiert. Meist erfolgt der Eingriff selbst über einen kleinen Schnitt im Hof der Brustwarze, unter der Achselhöhle oder entlang der Unterbrustfalte. Mit dieser neuen Operationstechnik können große Narben vermieden werden.

Durch diesen Schnitt entfernt der Chirurg dann Drüsen- und Fettgewebe. Sollte zu viel Fettgewebe vorhanden sein, kann auch eine Absaugung notwendig werden. Dazu sind in manchen Fällen weitere kleine Schnitte unter der Achselhöhle oder seitlich am Bauch notwendig, durch welche eine feine Kanüle gelegt wird. Bei manchen Patienten ist die Haut nach der Entfernung des Gewebes extrem ausgedehnt, weshalb in diesen Fällen eine Entfernung der überschüssigen Haut und eine Straffung der Resthaut folgt. Zum Schluss legt der Chirurg eine Drainage, damit das Restblut und das Wundsekret abfließen kann.

Gynäkomastie - Wie verläuft die Brust-OP bei einer Gynäkomastie?

Damit die neue Brust anfangs gestützt wird, legt der Arzt noch einen Kompressionsverband an, den Du für rund drei Wochen gewissenhaft tragen solltest, um den Heilungsverlauf zu unterstützen.
 
Meist dauert die Operation der Gynäkomastie etwa anderthalb bis zwei Stunden. Je nachdem, wie der Eingriff verlaufen ist, kannst Du am selben Tag der Operation oder maximal am nächsten Tag das Krankenhaus wieder verlassen. Dies entscheidet Dein behandelnder Arzt.

Wann sehe ich die Ergebnisse der Mastektomie?

Im Regelfall fertigen Chirurgen Vorher-Nachher-Bilder an, damit Du den Erfolg der Operation gleich danach begutachten kannst. Da jedoch die Wunde meist mit einem Verband geschützt wird und auch die Schwellungen erst nach einigen Wochen zurückgehen, musst Du Dich eventuell ein paar Monate gedulden, um das endgültige Ergebnis zu sehen. Erste Ergebnisse kannst Du bereits nach zwei Wochen sehen, sobald das Behandlungsareal beginnt abzuheilen.

Welche Komplikationen und Nebenwirkungen können durch eine Gynäkomastie OP auftreten?

Gynäkomastie - Welche Komplikationen und Nebenwirkungen können durch eine Gynäkomastie OP auftreten?

Im Grunde birgt eine Gynäkomastie Operation wenig Risiken. Jedoch kann es vereinzelt, wie bei jedem chirurgischen Eingriff, zu Komplikationen oder Nebenwirkungen kommen. Es können Blutergüsse, Schwellungen, Verhärtungen und Blutungen auftreten oder es kann zu Wundheilstörungen kommen.

Im schlimmsten Fall tritt ein Blutgerinnsel auf, welches zu einem Gefäßverschluss – einer sogenannten Thrombose – führen oder in der Lunge eine Lungenembolie auslösen kann. Sollten Medikamente gegeben werden müssen, können diese Unverträglichkeiten oder Allergien auslösen. Auch Betäubungsmittel können diese Nebenwirkungen haben. Bei Bluttransfusionen können Infektionen auftreten und auch während der Operation kann es zu Nerven- und Lagerungsschäden kommen, welche Taubheitsgefühle bewirken.
 
In manchen Fällen kommt es zu Empfindungsstörungen im Brustbereich wie einem Verlust der Sensibilität der Brustwarze. Auch können Teile der Brustwarze absterben oder einfallen. Zudem kann bei manchen Patienten eine spätere Seitenungleichheit oder Asymmetrie auftauchen. Selten treten Entzündungen oder eine starke Narbenbildung als Folge der Operation auf.
 
In manchen Fällen kommt es zu einem erneuten Brustwachstum. In der Medizin wird dieses Phänomen als Rückfall oder Rezidiv bezeichnet.

Worauf muss ich nach einer Gynäkomastie OP achten?

Gynäkomastie - Vermeide nach dem Eingriff starke UV-Strahlung oder Solariumbesuche

Vermeide nach dem Eingriff starke UV-Strahlung oder Solariumbesuche

Gynäkomastie - Verwende eine verschriebene Bandage oder Kompressionsweste

Verwende eine verschriebene Bandage oder Kompressionsweste

Gynäkomastie - Verzichte vier bis sechs Wochen nach dem Eingriff auf Sport

Verzichte vier bis sechs Wochen nach dem Eingriff auf Sport

Gynäkomastie - Achte nach der Operation auf eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung

Achte nach der Operation auf eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung

Nach dem Eingriff solltest Du Dich auf jeden Fall einmal schonen und den Wundbereich bandagieren. Zudem solltest Du die Wundheilung regelmäßig kontrollieren, um Entzündungen oder eine übermäßige Narbenbildung vorzeitig zu erkennen und zu verhindern. Die Brust wird nach der Operation für einige Tage schmerzen und spannen. Dagegen kann Dir der Arzt Schmerzmittel verschreiben. Die Drainage wird meist am ersten oder zweiten Tag nach dem Eingriff entfernt und auch die Nähte kommen nach acht bis zehn Tagen wieder raus. Anfangs zeigt sich die Narbe meist rot, verblasst aber nach einigen Monaten. In dieser Zeit solltest Du die Narbe vor UV-Bestrahlung, wie bei einem Sonnenbad oder im Solarium, schützen.
 
Vom Arzt verschriebene Bandagen oder Kompressionswesten sollten unbedingt verwendet und nach Angaben des Mediziners regelmäßig gewechselt werden. Normalerweise wird ein elastischer Verband für zwei bis drei Wochen durchgehend, später nur noch nachts getragen. Du kannst die Schnittstellen mit einer speziellen Salbe einschmieren oder bestimmte Pflaster verwenden, um eine Narbenbildung zu verhindern.
 
Etwa zwei Monate nach dem Eingriff solltest Du nochmals zur Nachkontrolle gehen, damit der Arzt einerseits schauen kann, ob sich Entzündungen gebildet haben und damit er andererseits Deine Narbe kontrollieren kann. Danach erfolgt meist noch eine weitere Untersuchung nach etwa sechs Monaten.
 
Schon drei Tage nach der Operation bist Du im Regelfall wieder gesellschaftsfähig und darfst auch wieder arbeiten gehen, allerdings solltest Du Dich trotzdem noch etwas schonen, vor allem Deinen Brustbereich. Mit Sport kannst Du dann nach etwa vier bis sechs Wochen wieder beginnen.
 
Damit sich das Fettgewebe nicht erneut in Deinem Brustbereich ansammeln kann, solltest Du nach der Operation auf eine gesunde, ausgewogene und fettarme Ernährung achten. Um die Heilungsphase zu unterstützen, solltest Du auch auf die Einnahme von Medikamenten, Hygiene, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und ausreichend Bewegung achten.

Wie viel kostet die Behandlung einer Gynäkomastie?

Gynäkomastie - Kosten

Die Kosten für eine Gynäkomastie Operation hängen vom Schweregrad und der Behandlungsmethode der Männerbrust ab und belaufen sich in etwa auf rund 3.000 bis 4.000 Euro.

Darin enthalten sind meist die Vorberatung und Operationsuntersuchungen, der Eingriff selbst und der Aufenthalt in der Klinik plus der Nachkontrolle. Sämtliches Verbandsmaterial ist ebenfalls Teil des Betrags.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Gynäkomastie OP?

Die Krankenkasse übernimmt nur dann die Kosten für die Operation, wenn der Patient körperlich oder psychisch unter der Männerbrust leidet und diese auch von einem Fachmann diagnostiziert ist. Sollte es sich um ein rein ästhetisches Problem und damit um eine reine Fettabsaugung handeln, musst Du die Kosten für den Eingriff selbst übernehmen.

 

Bei einer Grunderkrankung wird in erster Linie die Behandlung dieser von den Krankenkassen bezahlt, erst dann wird geprüft, ob die Operation auch noch übernommen wird. In manchen Fällen übernehmen die Sozialversicherungsträger nur einen Teil der Kosten, nämlich dann, wenn der Patient durch die Gynäkomastie psychisch belastet ist und sein Sozialleben darunter leidet.

 

Für eine Kostenübernahme brauchst Du eine ärztliche Bescheinigung, dass die Operation aus medizinischer Sicht notwendig ist. Erst dann kannst Du einen Antrag auf Kostenersatz stellen.

 


Über den Autor: Dr. med. Aref Elseweifi

Facharzt für Urologie


Dr. med. Aref Elseweifi ist Facharzt für Urologie in Berlin und Spezialist für männliche Sexualchirurgie sowie urologische Chirurgie.

Nach dem Studium der Humanmedizin an der medizinischen Fakultät der Universität Alexandria absolvierte er die Facharztausbildung an der der Johannes-Gutenberg Universität in Mainz, der Johann-Wolfgang von Goethe Universität in Frankfurt/Main, der Ruhr Universität in Bochum und der Friedrich-Schiller Universität in Jena.

Seit 1996 ist Dr. Elseweifi in seiner eigenen Privat-Praxis in Berlin-Zehlendorf tätig. Der Fokus seiner klinischen Tätigkeit sind die Behandlung von Tumoren, Blasenkrebs, Laserchirurgie sowie die mikrochirurgische Refertilisation des Mannes, Diagnose und Therapie der erektilen Dysfunktion (Impotenz), Implantation von Penisprothesen, plastische Genitalchirurgie, transsexuelle Chirurgie (Mann zu Frau).


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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Unter Gynäkomastie versteht man die Vergrößerung der männlichen Brust


Die Ursachen können vielseitig sein: Hormonelle Veränderung, Alter, Übergewicht oder Medikamente


Eine Behandlung ist, je nach Indikation, mit einer Hormontherapie oder einer plastischen Operation möglich


Ausreichende Schonung ist nach dem Eingriff sehr wichtig. Sportlichen Betätigungen solltest Du erst nach vier Wochen wieder nachgegangen.

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