Was ist ein Handekzem?
Bei einem Handekzem handelt es sich um eine entzündliche Hautreaktion, die an den Händen sichtbar wird. Bei Ekzemen im Allgemeinen liegt eine entzündliche Veränderung der Haut vor, die jedoch nicht ansteckend und auch nicht gefährlich ist. Denn gefährlich wird das Ekzem erst, wenn es von Bakterien besiedelt wird, indem die Keime in die Wunden eindringen und die Entzündung verschlimmern. Dies passiert vor allem, wenn Du die juckende Stellen aufkratzt.
Ein Handekzem entsteht in der Regel durch eine Schädigung der Hautbarriere, die das Eindringen von hautreizenden Stoffen erleichtert. Folglich können Schwellungen, Rötungen und Bläschen auftreten, die meist einen großen Leidensdruck zur Folge haben. Vor allem, wenn das Handekzem chronisch wird, kann die Haut sehr schmerzen und brennen. Darüber hinaus kann der Juckreiz für die betroffenen Personen sehr quälend sein.
Häufig ist der berufsbedingte Kontakt zu reizenden Stoffen der Auslöser. Deshalb sind auch einige Berufsgruppen, wie beispielsweise Reinigungskräfte oder Friseure, häufiger davon betroffen.
Welche Formen unterscheiden wir bei einem Handekzem?
In der Medizin unterscheiden Experten vor allem zwischen drei verschiedenen Formen dieser Hauterkrankung. Häufig handelt es sich um Mischformen, jedoch kann ebenso eine isolierte Form auftreten.
Irritativ-toxisches Handekzem
Diese Form tritt sehr häufig auf und wird vor allem durch reizende Substanzen hervorgerufen. Dies können unter anderem bestimmte Seifen oder Desinfektionsmittel sein. Auch häufiges Händewaschen und stundenlanges Tragen von Handschuhen führen zu einer Störung der Schutzbarriere der Haut und begünstigen so die entzündliche Reaktion.
Atopisches Handekzem
Diese Art steht meistens mit Neurodermitis in Verbindung und tritt daher gehäuft bei Menschen auf, die eine genetische Veranlagung zu Neurodermitis haben. Der Grund hierfür ist, dass die genetisch geschwächte Hautbarriere die Haut anfälliger für äußere Einflüsse macht. Besonders häufig leiden die Betroffenen zusätzlich an Heuschnupfen oder Asthma.
Kontaktallergisches Handekzem
Durch den ständigen Kontakt mit allergieauslösenden Substanzen kommt es zu einem kontaktallergischen Handekzem. Die Reaktion der Haut beginnt häufig mit einem Juckreiz und bei einigen Personen kommt es zusätzlich zu Bläschen an den Fingerseiten und auf den Handflächen. In einigen Fällen handelt es sich um eine Kontaktallergie.
Was sind die Symptome bei einem Handekzem?
Die typischen Merkmale eines Handekzems sind eine raue und schuppende Haut. Oft steht dies auch mit einem starken Juckreiz in Verbindung. Zudem können hierbei gerötete Fingerspitzen und Bläschen sichtbar werden. Ein ebenso typisches Anzeichen ist eine besonders trockene Haut, die in der Folge zu schmerzhaften Hautrissen an den Händen führen kann.
Welche Ursachen hat ein Handekzem?
Handekzeme sind entzündliche Hautveränderungen, die verschiedene Auslöser haben. Jedoch können auch mehrere Ursachen gleichzeitig der Grund für die Entstehung des Ekzems sein. Diese Erkrankung hängt aber oftmals mit dem jeweiligen Beruf zusammen. Denn wie bereits erwähnt, sind bestimmte Berufsgruppen durch ihren ständigen Kontakt mit Wasser und Chemikalien besonders gefährdet. Allerdings kann auch Stress die Entstehung eines Handekzems begünstigen.
Im Allgemeinen wird dabei die Hautbarriere an den Händen geschädigt und somit können sogenannte Schadstoffe leichter in die Haut eindringen und ein Ekzem verursachen. Zu diesen Stoffen gehören unter anderem scharfe Reinigungsmittel oder starke Chemikalien. Jedoch greift ebenso der ständige Kontakt mit Wasser Deinen natürlichen Hautschutz an. In einigen Fällen handelt es sich um eine Kontaktallergie. Dies bedeutet, das Ekzem ist allergisch bedingt. Zu den auslösenden Faktoren zählen unter anderem Klebstoffe, die eine allergische Reaktion hervorrufen können.
Wann sollte ich mit einem Handekzem zum Arzt gehen?
Um eine langfristige Hilfeleistung zu gewährleisten, sollte in allen Fällen eine genaue Abklärung durch den Hautarzt erfolgen. Dabei ist eine ausführliche Aufnahme der Krankengeschichte notwendig, um die jeweilige Form diagnostizieren zu können.
Daher schließt der Mediziner ebenso eine Berufsanamnese ein, um einen Zusammenhang zwischen der Entstehung des Ekzems und beruflich bedingten Ursachen feststellen zu können. Bei der Diagnose kann Dich Dein Arzt daher fragen, ob das Ekzem durch die Berufsausübung entstanden ist oder sich dadurch möglicherweise verschlechtert hat. Entscheidend ist hierbei auch, wie sich die Ekzeme während den Urlaubszeiten verändern. Denn für die Abklärung ist es wichtig zu wissen, welche Stoffe im Zusammenhang mit den Beschwerden stehen. Liegt hingegen der Verdacht auf eine Allergie vor, so kann zusätzlich ein Allergietest durchgeführt werden.
Wie lässt sich ein Handekzem behandeln?
Bei der Behandlung der Hautentzündung spielt vor allem der Ausprägungsgrad des Ekzems eine Rolle. Zudem unterscheiden Ärzte zwischen akuten und chronischen Handekzemen.
Im Regelfall erfolgt die Therapie des Ekzems mit äußerlich anwendbaren Cremen oder Salben. Oftmals verschreibt der Hautarzt spezielle kortisonhaltige Salben, die juckreizstillend wirken und die Entzündung lindern. Sprechen die Betroffenen nicht auf die rein äußerliche Behandlung an oder ist das Handekzem besonders schwer ausgeprägt, so kann zusätzlich eine medikamentöse Therapie in Form von Tabletten nötig sein. Es handelt sich dabei um eine spezielle Form von hoch dosiertem Vitamin A.
In besonders schweren Fällen ist meistens eine Phototherapie vorgesehen. Hierbei werden die betroffenen Stellen der Hand mit UV-Strahlen bestrahlt, um die Abheilung des Ekzems auf der Hand zu beschleunigen. Diese Therapie wird etwa dreimal pro Woche für einen Zeitraum von mehreren Wochen durchgeführt. Bei Handekzeme hingegen, die durch Kontaktallergien entstanden sind, ist es in erster Linie wichtig, die auslösenden Faktoren konsequent zu vermeiden.
Welche Hausmittel helfen bei einem Handekzem?
Es gibt einige Hausmittel, die dabei helfen, den Juckreiz einzudämmen und den pH-Wert der Haut wieder ins Gleichgewicht bringen. So ist Honig zum Beispiel aufgrund seiner desinfizierenden Wirkung bei Ekzemen ein wunderbares Hausmittel, um den Juckreiz zu lindern. Du kannst ganz einfach ein wenig Honig auf das Ekzem auftragen und ihn bis zu einer halben Stunde einwirken lassen.
Auch Apfelessig eignet sich besonders gut, da er durch die enthaltenen Substanzen entzündungshemmend und desinfizierend wirkt. Apfelessig hilft dabei, den Juckreiz deutlich zu stillen. Überdies wirkt Kamille beruhigend und entzündungshemmend. Hierzu lässt Du einen Kamillentee etwas abkühlen und tränkst anschließend ein Handtuch damit. Diesen Kamillenwickel kannst Du dann für ungefähr 10 Minuten auf die Haut legen und so ein wenig einwirken lassen. Grundsätzlich gilt aber, dass eine konsequente Pflege äußerst wichtig ist, um die Hautbarriere zu stabilisieren.
Wie kann ich einem Handekzem vorbeugen?
Vor allem Beschäftigte in Gesundheitsberufen haben ein erhöhtes Risiko für chronische Handekzeme, da ihre Hände meist über längere Zeit mit Wasser oder chemischen Stoffen in Berührung kommen. Um eine allergische Reaktion zu verhindern, gibt es daher einige vorbeugende Maßnahmen, die Du beachten solltest.
Wenn Du Deine Hände stark belastest oder eine empfindliche Haut hast, musst Du Deine Haut täglich mit einer sogenannten Basistherapie eincremen. So kannst Du Handekzemen nicht nur vorbeugen, sondern auch die Abheilung akuter Ekzeme unterstützen. Da auch ein häufiges Händewaschen die Haut angreifen und ein Handekzem fördern kann, sollten die verwendeten Reinigungsmittel möglichst mild sein. Um Keime zu entfernen, empfehlen Spezialisten eher Desinfektionsmittel zu verwenden, da die Hautfette sonst nicht abgewaschen werden.
Was kostet die Behandlung von einem Handekzem und übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Die Kosten der Behandlung hängen von der jeweiligen Behandlungsmethode und somit auch vom individuellen Ausmaß der Entzündung an der Haut ab. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die anfallenden Kosten für die Therapie nicht in allen Fällen. Denn die Kostenübernahme ist meist nur dann möglich, wenn das Handekzem berufsbedingt entstanden ist. Allerdings kannst Du Dich schon im Vorfeld bei Deinem zuständigen Versicherungsträger genauer darüber informieren.
Stell sie anonym. Die MOOCI-Redaktion prüft jede Frage und holt die Antwort einer Fachärztin oder eines Facharztes ein. Beantwortete Fragen erscheinen hier auf der Seite, ohne Namen. Bei akuten Beschwerden wende Dich bitte direkt an Deine Praxis oder den ärztlichen Notdienst.
Häufige Fragen
Dieser Beitrag wurde von der internen MOOCI-Redaktion erstellt, inhaltlich geprüft und freigegeben. Bei der Recherche und Aufbereitung setzen wir auch KI-gestützte Werkzeuge ein; jeder Text wird vor der Veröffentlichung von unserer Redaktion fachlich gegengelesen. Die redaktionelle Verantwortung trägt Nadja Sukalia, Content Managerin bei MOOCI. Die medizinische Prüfung erfolgt durch Ärztinnen und Ärzte aus unserem Fachnetzwerk.


