Handekzem

Ein Handekzem ist eine Entzündung der Haut an den Händen. Das Ekzem verursacht oft einen quälenden Juckreiz, Hautrisse und schuppende Hautveränderungen. Dadurch kann die entzündliche Hauterkrankung die Betroffenen massiv in ihrem Alltag beeinträchtigen. Im nachfolgenden Artikel erfährst Du Genaueres darüber.


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Zuletzt aktualisiert: 23. März, 2020



Was versteht die Medizin unter einem Handekzem?

Ein Handekzem ist eine entzündliche Hautreaktion auf den Händen. Dieser Hauterkrankung liegt prinzipiell eine Schädigung der Hautbarriere zugrunde. Dadurch können vor allem hautreizende Stoffe leichter in die Haut eindringen. Dabei kommt es zu verschiedensten Beschwerden wie zum Beispiel Schwellungen, Rötungen, Juckreiz und Bläschen. Die Auslöser hierfür können sehr vielfältig sein, da es auch unterschiedliche Formen von Handekzemen gibt.
 
Ein Handekzem ist eine entzündliche Hautreaktion auf den Händen. Dieser Hauterkrankung liegt prinzipiell eine Schädigung der Hautbarriere zugrunde
 

Was sind die Symptome von Handekzemen?

Bei Ekzemen auf der Hand treten oft Symptome wie starker Juckreiz, gerötete Fingerspitzen und eine Schuppung der Haut auf. Ein ebenso typisches Anzeichen ist eine trockene Haut, welche verhornen und in der Folge aufreißen kann. In einigen Fällen kommt es auch zu einer Entzündung der Fingerkuppen, die eine Bläschenbildung verursacht.

Welche Ursachen hat ein Handekzem?

Handekzeme können mehrere Ursachen und Auslöser haben. Grundsätzlich wird hierbei die Hautbarriere geschädigt und Schadstoffe können leichter in Deine Haut eindringen. In weiterer Folge kann ein Ekzem verursacht oder gar verstärkt werden. In den häufigsten Fällen lösen die sogenannten Schadstoffe ein Ekzem aus. Zu diesen Stoffen gehören beispielsweise Reinigungsmittel oder Säuren. Wenn Du zu oft damit arbeitest, kann es Deine Haut angreifen und zu entzündlichen Reaktionen führen. Ekzeme können auch allergisch bedingt sein. In diesem Fall spricht man von einer Kontaktallergie. Auslöser hierfür sind mitunter Kleb- und Duftstoffe, die eine allergische Reaktion hervorrufen können.

Welche Folgen hat ein Handekzem für den Betroffenen?

Vor allem, wenn das Ekzem chronisch wird, kann jeder Handgriff mühsam werden. Denn die Haut schmerzt und brennt dabei ziemlich stark. Auch der Juckreiz kann für viele Betroffene quälend und belastend sein. Einige Patienten entwickeln dadurch auch eine Schlafstörung, die oft auch psychische Folgen nach sich zieht.

Wer ist am häufigsten von einem Handekzem betroffen?

Grundsätzlich sind einige Berufsgruppen besonders häufig davon betroffen. Darunter zählen Friseure, Reinigungskräfte oder Arbeiter in Baugewerbe. Aber auch Arbeiter in Pflegeberufen sowie Sportler, wie zum Beispiel Golfer, sind gefährdet.
 
Bei Ekzemen auf der Hand treten oft Symptome wie starker Juckreiz, gerötete Fingerspitzen und eine Schuppung der Haut auf
 

Welche Formen von Handekzemen gibt es?

Ärzte unterscheiden hauptsächlich zwischen drei verschiedenen Formen von Handekzemen.
 
Irritativ-toxisches Handekzem
 
Diese Art wird vor allem durch äußere Einflüsse hervorgerufen, die die Haut reizen. Insbesondere Personen, die beruflich viel mit chemischen Substanzen in Kontakt kommen, stundenlange Handschuhe tragen oder oft die Hände waschen müssen sind in den meisten Fällen davon betroffen. Dabei kommt es zu einem Feuchtigkeitsstau auf der Haut, der die Schutzbarriere Deiner Haut schädigt.
 
Atopisches Handekzem
 
Das atopische Handekzem tritt bei Menschen auf, die eine genetische Veranlagung zu Neurodermitis, Asthma oder Heuschnupfen haben. Diese haben somit aufgrund der inneren Faktoren ein erhöhtes Risiko ein Ekzem zu entwickeln.
 
Kontaktallergisches Handekzem
 
Zu dem kontaktallergischen Handekzem kommt es, wenn Du viel mit allergieauslösenden Stoffen in Kontakt kommst. Es gibt zahlreiche Stoffe, die solche eine Allergie auslösen, die ein Handekzem verursacht.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Wenn Du Hautveränderungen an den Händen feststellst, die persistierend (fortbestehend) oder rezidivierend (wiederkehrend) auftreten, solltest Du Dich ärztlich untersuchen lassen. Speziell, wenn bereits Bläschen oder Risse aufgetreten sind, solltest Du unbedingt einen Facharzt für Dermatologie aufsuchen, denn sonst kann das Handekzem auch chronisch werden.

Wie diagnostiziert der Arzt ein Handekzem?

In erster Linie ist die Aufnahme der Krankengeschichte besonders wichtig. Dabei versucht der Arzt auch herauszufinden, ob ein Zusammenhang zwischen der Entstehung des Handekzems und berufsbedingten Auslösern vorliegt. Zudem fragt er meist auch nach besonderen Gewohnheiten und häuslichen Belastungen, um den Auslöser ermitteln zu können. Danach erfolgt eine gründliche Hautuntersuchung durch den Hautarzt. Vor allem, wenn bereits schuppende Hautveränderungen sichtbar sind, muss der Dermatologe weitere Hauterkrankungen, wie eine Pilzinfektion oder Schuppenflechte, ausschließen. Bei Verdacht auf eine Allergie führt der Arzt einen Allergietest durch, um mögliche Kontaktallergene zu erkennen.
 
Grundsätzlich erfolgt die Behandlung mit äußerlich anwendbaren Wirkstoffen. Dabei verschreibt der Arzt meist kortisonhaltige Salben in Kombination mit juckreizstillenden Mitteln
 

Welche Behandlungs- und Therapieformen gibt es?

Bei der Therapie spielt vor allem die Ursache und Ausprägung des Ekzems eine Rolle. Zudem unterscheiden Ärzte zwischen akuten und chronischen Handekzemen. Akute Ekzeme auf der Hand sollten schnell behandelt werden, damit sie nicht chronisch werden.
 
Grundsätzlich erfolgt die Behandlung mit äußerlich anwendbaren Wirkstoffen. Dabei verschreibt der Arzt meist kortisonhaltige Salben in Kombination mit juckreizstillenden Mitteln. In einigen Fällen ist zusätzlich eine Tabletten-Therapie nötig. Ist das Handekzem jedoch schwer ausgeprägt, so wird meist eine Fototherapie durchgeführt. Bei der Fototherapie werden die betroffenen Stellen auf der Hand mit UV-Licht bestrahlt. Dadurch wird die Abheilung des Ekzems auf der Hand beschleunigt. Dabei wird die Therapie ungefähr dreimal die Woche über mehrere Wochen durchgeführt.
 
Handekzeme mit Nachweis von Kontaktallergien hingegen sind oft nur schwer zu behandeln. Hierbei ist es für die Behandlung wichtig, dass Du die auslösenden Faktoren konsequent vermeidest.

Was kann ich selbst bei einem Handekzem tun?

Bei einem Handekzem solltest Du Mehrweghandschuhe aus Gummi tragen. Diese sollten im Idealfall mit Baumwolle ausgekleidet sein, denn dadurch schwitzt Deine Haut weniger und kommt auch nicht direkt mit dem Gummi in Kontakt. Grundsätzlich solltest Du regelmäßig rückfettende Cremes verwenden, denn so schützt Du Deine Hautbarriere und stabilisiert sie, falls bereits eine Entzündung aufgetreten ist. Versuche auch, eine milde und parfümfreie Seife beim Händewaschen zu verwenden.

Kann ich einem Handekzem vorbeugen?

Du kannst nicht immer einem Handekzem vorbeugen, denn es hängt in erster Linie vom Auslöser ab. Bei Kontaktallergien solltest Du zum Beispiel versuchen, den Kontakt mit Reizstoffen zu vermeiden. Dazu gehören bekannte Allergene wie Hausstaubmilben, Katzenhaare oder bestimmte Lebensmittel. Aber auch bestimmte Kleidungsmaterialien, die Deine Haut reizen, wie beispielsweise Wolle, solltest Du vermeiden. Du solltest auf keinen Fall aggressive Seifen verwenden, da die Haut bei einer vorliegenden Neurodermitis-Erkrankung schon sehr empfindlich ist.
 
Außerdem kann es helfen, wenn Du Allergiker-Bettwäsche verwendest. Denn diese behindert Hausstaubmilben, auf die viele Menschen empfindlich reagieren. Bei häufigem Kontakt mit Chemikalien können bestimmte Schutzhandschuhe hilfreich sein, um sich vor der Entstehung eines Ekzems zu schützen. Beim Putzen sollte das Putzwasser im Idealfall auch mit der Körpertemperatur übereinstimmen, um den Schweiß zu verringern. Außerdem solltest Du nach dem Arbeiten eine Pflegecreme auf die Hände auftragen, damit Deine Haut nicht allzu sehr gereizt wird.
 
Bei Kontaktallergien solltest Du zum Beispiel versuchen, den Kontakt mit Reizstoffen zu vermeiden
 

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Krankenkasse übernehmen die Kosten der Behandlung nicht in allen Fällen. Die Kostenübernahme hängt vor allem davon ab, ob das Handekzem berufsbedingt entstanden ist oder nicht. Denn wenn die Entstehung des Handekzems berufsbedingt ist, so steht Dir im Normalfall eine Übernahme der Kosten vonseiten des Versicherungsträgers zu. Du kannst Dich aber im Voraus schon bei Deiner zuständigen Krankenkasse darüber informieren.


Dauer Dauer

Je nach Erkrankung

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

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Das Wichtigste zusammengefasst

Ein Handekzem bezeichnet eine entzündliche Reaktion der Haut an den Händen


Bei Ekzemen auf der Hand treten oft Symptome wie starker Juckreiz, gerötete Fingerspitzen, eine Hautschuppung und verschiedenste Formen von Hautausschlägen auf


Grundsätzlich sind einige Berufsgruppen besonders häufig davon betroffen


Bei der Behandlung spielt vor allem die Ursache und Ausprägung des Handekzems eine Rolle.

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