Handekzem

Kommen unsere Hände besonders häufig mit Wasser oder reizenden Substanzen in Berührung, so kann dies zur Störung des natürlichen Schutzmechanismus der Haut führen. Folglich können hautreizende Stoffe leichter in die Haut eindringen und ein Handekzem verursachen. Dadurch wird die Haut nicht nur besonders trocken und rissig, sondern kann auch unangenehm jucken und einen großen Leidensdruck zur Folge haben. Wie ein Handekzem behandelt wird, wann ein Arztbesuch notwendig ist und vieles mehr erfährst Du in den folgenden Absätzen.


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Zuletzt aktualisiert: 8. September, 2021

INHALTSVERZEICHNISInhaltsverzeichnis

Bei einem Handekzem handelt es sich um eine entzündliche Hautreaktion der Hände, die aber nicht ansteckend und auch nicht gefährlich ist. Mediziner unterscheiden dabei zwischen drei verschiedenen Formen: irritativ-toxisches Handekzem, atopisches Handekzem und kontaktallergisches Handekzem.

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Die häufigsten Anzeichen eines Handekzems sind eine raue und trockene Haut, die auch mit einem starken Juckreiz in Verbindung steht. Auch gerötete Fingerspitzen, eine Bläschenbildung und schmerzhaft Hautrisse sind typisch.

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Die entzündlichen Hautveränderungen können verschiedene Ursachen haben. Im Allgemeinen wird dabei die Hautbarriere an den Händen geschädigt und somit können Schadstoffe leichter in die Haut eindringen und ein Ekzem verursachen. In einigen Fällen handelt es sich auch um eine Kontaktallergie. Das heißt, das Ekzem ist allergisch bedingt. Bestimmte Berufsgruppen sind durch ihren ständigen Kontakt mit starken Chemikalien besonders gefährdet.

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In allen Fällen ist eine genaue Abklärung durch den Hautarzt ratsam. Dabei ist eine ausführliche Anamnese notwendig, um die jeweilige Form zu diagnostizieren. Hier ist es wichtig, einen eventuellen Zusammenhang zwischen der Entstehung des Ekzems und beruflich bedingten Ursachen festzustellen. Liegt der Verdacht auf eine Kontaktallergie vor, dann kann auch ein Allergietest durchgeführt werden.

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Bei der Behandlung der Hautentzündung ist der Ausprägungsgrad des Ekzems bedeutend. In der Regel verschreibt der Dermatologe spezielle Salben, die juckreizstillend wirken und die vorhandene Entzündung lindern. In einigen Fällen ist jedoch zusätzlich eine Tabletten-Therapie mit hoch dosiertem Vitamin A nötig. Unter Umständen ist auch eine Phototherapie vorgesehen, um die Abheilung des Ekzems auf der Hand zu beschleunigen.

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Einige Hausmittel helfen dabei, den Juckreiz einzudämmen und den pH-Wert der Haut ins Gleichgewicht zu bringen. Honig ist aufgrund seiner desinfizierenden Wirkung bei Ekzemen ein geeignetes Hausmittel, um den unangenehmen Juckreiz zu stillen. Auch Apfelessig hilft, den die Entzündung zu lindern. Kamille wirkt dabei beruhigend und entzündungshemmend.

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Da vor allem Beschäftigte in bestimmten Berufen ein erhöhtes Risiko für chronische Handekzeme haben, gibt es einige vorbeugende Maßnahmen zu beachten. Du solltest Deine Hände täglich mit einer Basistherapie eincremen, um Handekzemen vorzubeugen und die Abheilung akuter Ekzeme zu unterstützen.

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Die Kosten der Behandlung hängen von der jeweiligen Behandlungsmethode und vom Ausmaß der Entzündung ab. Der Versicherungsträger übernimmt die anfallenden Kosten für die Therapie oft nur dann, wenn das Handekzem berufsbedingt entstanden ist.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Bei einem Handekzem wird die Hautbarriere an den Händen geschädigt, weshalb Schadstoffe leichter in die Haut eindringen können.


Die typischen Merkmale eines Handekzems sind eine raue, schuppende, juckende und gerötete Haut.


Meistens erfolgt die Therapie mit kortisonhaltigen Salben, die den Juckreiz stillen und die Entzündung lindern.


Eine konsequente Hautpflege der Hände ist äußerst wichtig, um die Hautbarriere zu stabilisieren.

Was versteht die Medizin unter einem Handekzem?

Bei einem Handekzem handelt es sich um eine entzündliche Hautreaktion, die an den Händen sichtbar wird. Bei Ekzemen im Allgemeinen liegt eine entzündliche Veränderung der Haut vor, die jedoch nicht ansteckend und auch nicht gefährlich ist. Denn gefährlich wird das Ekzem erst, wenn es von Bakterien besiedelt wird, indem die Keime in die Wunden eindringen und die Entzündung verschlimmern. Dies passiert vor allem, wenn Du die juckende Stellen aufkratzt.
 
Ein Handekzem entsteht in der Regel durch eine Schädigung der Hautbarriere, die das Eindringen von hautreizenden Stoffen erleichtert. Folglich können Schwellungen, Rötungen und Bläschen auftreten, die meist einen großen Leidensdruck zur Folge haben. Vor allem, wenn das Handekzem chronisch wird, kann die Haut sehr schmerzen und brennen. Darüber hinaus kann der Juckreiz für die betroffenen Personen sehr quälend sein.
 
Häufig ist der berufsbedingte Kontakt zu reizenden Stoffen der Auslöser.
Deshalb sind auch einige Berufsgruppen, wie beispielsweise Reinigungskräfte oder Friseure, häufiger davon betroffen.

Handekzem - Was versteht die Medizin unter einem Handekzem?

Welche Formen unterscheiden wir bei einem Handekzem?

Handekzem - Welche Formen unterscheiden wir bei einem Handekzem?

In der Medizin unterscheiden Experten vor allem zwischen drei verschiedenen Formen dieser Hauterkrankung. Häufig handelt es sich um Mischformen, jedoch kann ebenso eine isolierte Form auftreten.

Irritativ-toxisches Handekzem

Diese Form tritt sehr häufig auf und wird vor allem durch reizende Substanzen hervorgerufen. Dies können unter anderem bestimmte Seifen oder Desinfektionsmittel sein. Auch häufiges Händewaschen und stundenlanges Tragen von Handschuhen führen zu einer Störung der Schutzbarriere der Haut und begünstigen so die entzündliche Reaktion.

Atopisches Handekzem

Diese Art steht meistens mit Neurodermitis in Verbindung und tritt daher gehäuft bei Menschen auf, die eine genetische Veranlagung zu Neurodermitis haben. Der Grund hierfür ist, dass die genetisch geschwächte Hautbarriere die Haut anfälliger für äußere Einflüsse macht. Besonders häufig leiden die Betroffenen zusätzlich an Heuschnupfen oder Asthma.

Kontaktallergisches Handekzem

Durch den ständigen Kontakt mit allergieauslösenden Substanzen kommt es zu einem kontaktallergischen Handekzem. Die Reaktion der Haut beginnt häufig mit einem Juckreiz und bei einigen Personen kommt es zusätzlich zu Bläschen an den Fingerseiten und auf den Handflächen.

Was sind die Symptome bei einem Handekzem?

Handekzem - Was sind die Symptome bei einem Handekzem?

Die typischen Merkmale eines Handekzems sind eine raue und schuppende Haut. Oft steht dies auch mit einem starken Juckreiz in Verbindung. Zudem können hierbei gerötete Fingerspitzen und Bläschen sichtbar werden. Ein ebenso typisches Anzeichen ist eine besonders trockene Haut, die in der Folge zu schmerzhaften Hautrissen an den Händen führen kann.

Welche Ursachen hat ein Handekzem?

Handekzeme sind entzündliche Hautveränderungen, die verschiedene Auslöser haben. Jedoch können auch mehrere Ursachen gleichzeitig der Grund für die Entstehung des Ekzems sein. Diese Erkrankung hängt aber oftmals mit dem jeweiligen Beruf zusammen. Denn wie bereits erwähnt, sind bestimmte Berufsgruppen durch ihren ständigen Kontakt mit Wasser und Chemikalien besonders gefährdet. Allerdings kann auch Stress die Entstehung eines Handekzems begünstigen.

 

Im Allgemeinen wird dabei die Hautbarriere an den Händen geschädigt und somit können sogenannte Schadstoffe leichter in die Haut eindringen und ein Ekzem verursachen. Zu diesen Stoffen gehören unter anderem scharfe Reinigungsmittel oder starke Chemikalien. Jedoch greift ebenso der ständige Kontakt mit Wasser Deinen natürlichen Hautschutz an. In einigen Fällen handelt es sich um eine Kontaktallergie. Dies bedeutet, das Ekzem ist allergisch bedingt. Zu den auslösenden Faktoren zählen unter anderem Klebstoffe, die eine allergische Reaktion hervorrufen können.

Handekzem - Welche Ursachen hat ein Handekzem?

Wann sollte ich mit einem Handekzem zum Arzt gehen?

Handekzem - Wann sollte ich mit einem Handekzem zum Arzt gehen?

Um eine langfristige Hilfeleistung zu gewährleisten, sollte in allen Fällen eine genaue Abklärung durch den Hautarzt erfolgen. Dabei ist eine ausführliche Aufnahme der Krankengeschichte notwendig, um die jeweilige Form diagnostizieren zu können.

Daher schließt der Mediziner ebenso eine Berufsanamnese ein, um einen Zusammenhang zwischen der Entstehung des Ekzems und beruflich bedingten Ursachen feststellen zu können. Bei der Diagnose kann Dich Dein Arzt daher fragen, ob das Ekzem durch die Berufsausübung entstanden ist oder sich dadurch möglicherweise verschlechtert hat. Entscheidend ist hierbei auch, wie sich die Ekzeme während den Urlaubszeiten verändern. Denn für die Abklärung ist es wichtig zu wissen, welche Stoffe im Zusammenhang mit den Beschwerden stehen. Liegt hingegen der Verdacht auf eine Allergie vor, so kann zusätzlich ein Allergietest durchgeführt werden.

Wie lässt sich ein Handekzem behandeln?

Bei der Behandlung der Hautentzündung spielt vor allem der Ausprägungsgrad des Ekzems eine Rolle. Zudem unterscheiden Ärzte zwischen akuten und chronischen Handekzemen.

Handekzem - Salben

Im Regelfall erfolgt die Therapie des Ekzems mit äußerlich anwendbaren Cremen oder Salben. Oftmals verschreibt der Hautarzt spezielle kortisonhaltige Salben, die juckreizstillend wirken und die Entzündung lindern. Sprechen die Betroffenen nicht auf die rein äußerliche Behandlung an oder ist das Handekzem besonders schwer ausgeprägt, so kann zusätzlich eine medikamentöse Therapie in Form von Tabletten nötig sein. Es handelt sich dabei um eine spezielle Form von hoch dosiertem Vitamin A.


Handekzem - Phototherapie

In besonders schweren Fällen ist meistens eine Phototherapie vorgesehen. Hierbei werden die betroffenen Stellen der Hand mit UV-Strahlen bestrahlt, um die Abheilung des Ekzems auf der Hand zu beschleunigen. Diese Therapie wird etwa dreimal pro Woche für einen Zeitraum von mehreren Wochen durchgeführt. Bei Handekzeme hingegen, die durch Kontaktallergien entstanden sind, ist es in erster Linie wichtig, die auslösenden Faktoren konsequent zu vermeiden.

Handekzem - Wie lässt sich ein Handekzem behandeln?

Welche Hausmittel helfen bei einem Handekzem?

Handekzem - Welche Hausmittel helfen bei einem Handekzem?

Es gibt einige Hausmittel, die dabei helfen, den Juckreiz einzudämmen und den pH-Wert der Haut wieder ins Gleichgewicht bringen. So ist Honig zum Beispiel aufgrund seiner desinfizierenden Wirkung bei Ekzemen ein wunderbares Hausmittel, um den Juckreiz zu lindern. Du kannst ganz einfach ein wenig Honig auf das Ekzem auftragen und ihn bis zu einer halben Stunde einwirken lassen.

Auch Apfelessig eignet sich besonders gut, da er durch die enthaltenen Substanzen entzündungshemmend und desinfizierend wirkt. Apfelessig hilft dabei, den Juckreiz deutlich zu stillen. Überdies wirkt Kamille beruhigend und entzündungshemmend. Hierzu lässt Du einen Kamillentee etwas abkühlen und tränkst anschließend ein Handtuch damit. Diesen Kamillenwickel kannst Du dann für ungefähr 10 Minuten auf die Haut legen und so ein wenig einwirken lassen. Grundsätzlich gilt aber, dass eine konsequente Pflege äußerst wichtig ist, um die Hautbarriere zu stabilisieren.

Wie kann ich einem Handekzem vorbeugen?

Vor allem Beschäftigte in Gesundheitsberufen haben ein erhöhtes Risiko für chronische Handekzeme, da ihre Hände meist über längere Zeit mit Wasser oder chemischen Stoffen in Berührung kommen. Um eine allergische Reaktion zu verhindern, gibt es daher einige vorbeugende Maßnahmen, die Du beachten solltest.
 
Wenn Du Deine Hände stark belastest oder eine empfindliche Haut hast, musst Du Deine Haut täglich mit einer sogenannten Basistherapie eincremen. So kannst Du Handekzemen nicht nur vorbeugen, sondern auch die Abheilung akuter Ekzeme unterstützen. Da auch ein häufiges Händewaschen die Haut angreifen und ein Handekzem fördern kann, sollten die verwendeten Reinigungsmittel möglichst mild sein. Um Keime zu entfernen, empfehlen Spezialisten eher Desinfektionsmittel zu verwenden, da die Hautfette sonst nicht abgewaschen werden.

Was kostet die Behandlung von einem Handekzem und übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Handekzem - Kosten

Die Kosten der Behandlung hängen von der jeweiligen Behandlungsmethode und somit auch vom individuellen Ausmaß der Entzündung an der Haut ab. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die anfallenden Kosten für die Therapie nicht in allen Fällen. Denn die Kostenübernahme ist meist nur dann möglich, wenn das Handekzem berufsbedingt entstanden ist. Allerdings kannst Du Dich schon im Vorfeld bei Deinem zuständigen Versicherungsträger genauer darüber informieren.


Über den Autor: Dr. med. Benjamin Gehl

Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie


Als Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie liegt die Leidenschaft von Dr. Gehl schon immer im Bereich der medizinischen Contentproduktion.

Aufgrund seiner Ausbildung, einer langjährigen Einsatzzeit in der rekonstruktiven und plastischen Chirurgie, sowie zahlreichen Auslandseinsätzen in Indien, Afrika und Amerika weiß er, welche Techniken und Behandlungen für medizinische Indikationen international Anwendung finden und State of the art sind.

Weiterhin beschäftigt er sich täglich mit neuen Trends und Techniken in der operativen und nicht-operativen Chirurgie. Fortbildungen sowie Studien zählen genauso zu seiner Leidenschaft wie die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten zu den neuesten fachspezifischen Themen.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Bei einem Handekzem wird die Hautbarriere an den Händen geschädigt, weshalb Schadstoffe leichter in die Haut eindringen können.


Die typischen Merkmale eines Handekzems sind eine raue, schuppende, juckende und gerötete Haut.


Meistens erfolgt die Therapie mit kortisonhaltigen Salben, die den Juckreiz stillen und die Entzündung lindern.


Eine konsequente Hautpflege der Hände ist äußerst wichtig, um die Hautbarriere zu stabilisieren.

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