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MOOCI Ästhetische Dermatologie Polynukleotide
Polynukleotide

Polynukleotide

Natürliche Biostimulatoren aus Lachs-DNA revolutionieren die ästhetische Medizin – und das ganz ohne künstlichen Volumeneffekt.

Dauer
15–30 Minuten pro Sitzung
Klinik
Nein
Ausfallzeit
Keine
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Polynukleotide sind eine vergleichsweise neue Behandlung in der ästhetischen Medizin. Dabei werden hochgereinigte DNA-Fragmente, die meist aus Fisch-DNA gewonnen werden, in die Haut injiziert. Ziel ist nicht in erster Linie zusätzlicher Volumenaufbau wie bei klassischen Fillern, sondern eine Verbesserung der Hautqualität.

Eingesetzt werden Polynukleotide vor allem im Gesicht und an der Augenpartie, aber auch an Hals, Dekolleté und Händen. Erste klinische Studien zeigen mögliche Verbesserungen von Hautstruktur, Elastizität und feinen Falten. Die Datenlage ist jedoch noch begrenzt und Behandlungsprotokolle sind bislang nicht einheitlich festgelegt.

Wie Polynukleotide funktionieren, welche Ergebnisse realistisch sind, für welche Hautprobleme sie infrage kommen und welche Risiken und Kosten Du kennen solltest, erfährst Du hier.

Was sind Polynukleotide?

Polynukleotide sind Ketten aus Nukleotiden, den Grundbausteinen der DNA. Für ästhetische Anwendungen werden DNA-Fragmente biologischen Ursprungs aufgereinigt und zu injizierbaren Präparaten verarbeitet. Als Ausgangsmaterial dient bei vielen Produkten DNA aus Fischen wie Lachs oder Forelle.

In der ästhetischen Medizin werden Polynukleotide häufig als Biostimulatoren bezeichnet. Gemeint sind damit Substanzen, die biologische Prozesse im Gewebe beeinflussen sollen, anstatt lediglich Volumen hinzuzufügen.

Anders als ein klassischer Filler auf Basis von Hyaluronsäure dienen Polynukleotide daher normalerweise nicht dazu, Wangen, Lippen oder andere Bereiche gezielt aufzubauen. Die Grenzen sind allerdings weniger strikt, als es diese Gegenüberstellung vermuten lässt. Auch Hyaluronsäure kann biologische Prozesse im Gewebe beeinflussen, während einzelne PN-Präparate durch ihre Beschaffenheit zusätzlich einen vorübergehenden hydratisierenden oder strukturellen Effekt haben können.

Was ist der Unterschied zwischen PN und PDRN?

PN steht für Polynukleotide, PDRN für Polydeoxyribonukleotide. Beide bestehen aus DNA-Fragmenten, die Begriffe werden in der wissenschaftlichen Literatur jedoch nicht immer einheitlich verwendet.

Eine neuere Einteilung schlägt vor, PDRN für kürzere DNA-Fragmente und PN für längere DNA-Ketten zu verwenden. Als mögliche Grenze werden dabei 1.500 Kilodalton genannt. Diese Einteilung kann bei der Standardisierung helfen, ist bisher aber kein allgemein anerkannter Konsens.

Auch die biologischen Wirkungen dürfen nicht vollständig gleichgesetzt werden. Besonders viele mechanistische Untersuchungen stammen aus der Forschung zu PDRN. Erkenntnisse daraus lassen sich nicht automatisch auf jedes Polynukleotid-Präparat übertragen.

Deshalb ist für die Behandlung nicht nur die Bezeichnung PN oder PDRN relevant, sondern auch, welches konkrete Präparat verwendet wird und für welchen Anwendungsbereich es vorgesehen ist.

Auf einen Blick: Polynukleotide

Was ist es?
Hochgereinigte DNA-Fragmente, meist aus Fisch-DNA, die als injizierbare Präparate die Hautqualität verbessern sollen

Behandlungsdauer
15 bis 30 Minuten pro Sitzung, häufig zwei bis vier Sitzungen im Abstand von zwei bis vier Wochen (Richtwerte)

Wirkung
Mögliche Verbesserung von Hautelastizität, Hautstruktur und feinen Falten; Effekte entwickeln sich schrittweise über einige Wochen

Kosten
Etwa 270 bis 450 Euro pro Sitzung in Deutschland; die Gesamtkosten hängen von der Zahl der Sitzungen ab

Wie wirken Polynukleotide?

Die genauen Wirkmechanismen von injizierbaren Polynukleotiden sind noch nicht vollständig geklärt.

Präklinische Untersuchungen und erste klinische Studien sprechen dafür, dass DNA-Fragmente verschiedene Prozesse beeinflussen können, die für Geweberegeneration und Hautqualität relevant sind. Diskutiert werden unter anderem Wirkungen auf Fibroblasten, die extrazelluläre Matrix sowie entzündungs- und gefäßregulierende Prozesse.

Fibroblasten und Kollagen

Fibroblasten sind Zellen des Bindegewebes. Sie produzieren unter anderem Kollagen und Bestandteile der extrazellulären Matrix, also des Gerüsts zwischen den Zellen.

In experimentellen Untersuchungen gibt es Hinweise darauf, dass DNA-basierte Präparate Prozesse beeinflussen können, die mit Fibroblastenaktivität, Kollagenbildung und Gewebereparatur zusammenhängen.

Diese biologischen Beobachtungen liefern eine mögliche Erklärung dafür, warum sich in klinischen Studien beispielsweise Hautelastizität oder Hautstruktur verändern können. Wie groß dieser Effekt beim Menschen ist und wie stark er sich zwischen den verschiedenen PN-Präparaten unterscheidet, ist jedoch noch nicht abschließend geklärt.

A2A-Adenosinrezeptor

Der A2A-Adenosinrezeptor ist eine Bindungsstelle auf Zellen, die unter anderem an Entzündungs- und Gefäßprozessen beteiligt ist.

Vor allem für PDRN zeigen präklinische Untersuchungen Wirkungen über diesen Rezeptor. In Tiermodellen wurden dabei unter anderem Veränderungen des Wachstumsfaktors VEGF und der Gefäßneubildung beobachtet.

Diese Erkenntnisse stammen jedoch überwiegend aus der PDRN-Forschung und aus Modellen zur Wundheilung. Ob derselbe Mechanismus bei allen ästhetisch verwendeten Polynukleotiden in gleicher Weise eine zentrale Rolle spielt, ist bisher nicht ausreichend geklärt.

Salvage Pathway

Als weiterer möglicher Mechanismus wird der Salvage Pathway diskutiert. Dabei können Bestandteile bereits vorhandener Nukleinsäuren wiederverwendet werden, um neue Nukleotide aufzubauen.

Theoretisch könnten Abbauprodukte injizierter DNA-Fragmente dadurch als Bausteine für den Zellstoffwechsel zur Verfügung stehen. Welche Bedeutung dieser Mechanismus für die sichtbaren Ergebnisse einer ästhetischen PN-Behandlung tatsächlich hat, ist bislang jedoch nicht abschließend belegt.

Es gibt also plausible biologische Mechanismen und erste klinische Daten. Daraus lässt sich aber noch kein vollständig geklärter Wirkmechanismus ableiten.

Polynukleotid-Injektion zur Verbesserung der Hautqualität in der ästhetischen Praxis

Welche Polynukleotid-Präparate gibt es?

Auf dem europäischen Markt werden verschiedene Präparate mit Polynukleotiden oder PDRN angeboten. Sie können sich unter anderem unterscheiden in:

  • Konzentration und Menge der DNA-Fragmente
  • Molekülgröße und Zusammensetzung
  • zusätzlichen Bestandteilen wie Hyaluronsäure
  • empfohlener Injektionstiefe
  • vorgesehenem Behandlungsbereich
  • regulatorischem Status

Deshalb sind Ergebnisse aus einer Studie mit einem bestimmten Präparat nicht automatisch auf jedes andere Produkt übertragbar.

Vor einer Behandlung sollte Dir Dein Arzt erklären können, welches Präparat verwendet wird, wofür es vorgesehen ist und welche Angaben der Hersteller zur Anwendung und Sicherheit macht.

Was bedeutet eine CE-Kennzeichnung?

Bei Medizinprodukten zeigt die CE-Kennzeichnung, dass das Produkt das für seine Produktklasse vorgesehene europäische Konformitätsbewertungsverfahren durchlaufen hat. Sie bedeutet jedoch nicht, dass eine europäische Behörde das Produkt wie ein Arzneimittel geprüft und für jede beworbene Anwendung zugelassen hat. Auch aus einer CE-Kennzeichnung lässt sich deshalb nicht ableiten, dass jede ästhetische Anwendung oder jedes Werbeversprechen wissenschaftlich belegt ist.

Welche Anwendungsgebiete gibt es für Polynukleotide?

Polynukleotide werden vor allem eingesetzt, wenn die Hautqualität verbessert werden soll. Häufig behandelt werden die Augenpartie und das Gesicht, zunehmend aber auch Hals, Dekolleté und Hände. Für die einzelnen Anwendungsgebiete ist die Studienlage unterschiedlich gut.

Augenpartie

Die Haut rund um die Augen gehört zu den häufigsten Behandlungsarealen. Polynukleotide werden dort bei feinen Linien, dünner Haut und Veränderungen der Hautqualität eingesetzt. Erste klinische Studien zeigen vielversprechende Ergebnisse, die Datenlage ist insgesamt aber noch begrenzt.

Auch bei dunklen Augenringen können Polynukleotide eine mögliche Behandlungsoption sein. Ob die Behandlung sinnvoll ist, hängt stark von der Ursache ab. Augenringe können beispielsweise durch Pigmentierung, sichtbare Gefäße, dünne Haut, Volumenverlust oder anatomische Schatten entstehen.

Hyaluronsäure-Filler verfolgen ein anderes Behandlungsziel und können beispielsweise bei Volumenverlust eingesetzt werden. Gerade im Bereich der Tränenrinne können sie jedoch auch zu länger anhaltenden Schwellungen führen. Welche Methode besser geeignet ist, sollte deshalb individuell beurteilt werden.

Gesicht

Im Gesicht werden Polynukleotide vor allem zur Verbesserung von Hautstruktur, Elastizität und feinen Linien eingesetzt. Häufig behandelt werden Wangen, Stirn und der Bereich um den Mund.

Kleinere klinische Studien zeigen mögliche Verbesserungen verschiedener Parameter der Hautqualität. Wie ausgeprägt die Wirkung ist und welche Patienten besonders profitieren, lässt sich aufgrund der bisher begrenzten Daten aber noch nicht sicher vorhersagen.

Hals und Dekolleté

Auch Hals und Dekolleté können behandelt werden, wenn die Haut an Elastizität verliert oder feine Falten entstehen. Polynukleotide sollen hier vor allem die Hautqualität verbessern. Die wissenschaftliche Evidenz für diese Regionen ist jedoch noch geringer als für Anwendungen im Gesicht.

Hände

An den Handrücken werden Polynukleotide ebenfalls zur Verbesserung dünner oder altersbedingt veränderter Haut eingesetzt. Auch hier gibt es bislang weniger klinische Daten. Die Behandlung sollte deshalb nicht mit einem garantierten Straffungs- oder Verjüngungseffekt beworben werden.

Kopfhaut und Haarausfall

Ein neueres Einsatzgebiet ist die Behandlung der Kopfhaut bei Haarausfall. Erste kleine klinische Untersuchungen liefern Hinweise darauf, dass Polynukleotid-Injektionen bei bestimmten Formen von Haarausfall einen positiven Effekt haben könnten. Die Evidenz ist jedoch deutlich schwächer als bei der Behandlung der Hautqualität.

Ein allgemein anerkannter Wirkmechanismus oder ein festes Behandlungsschema besteht bislang nicht. Auch eine bestimmte Zahl von Sitzungen lässt sich deshalb nicht pauschal empfehlen. Vor einer Behandlung sollte zunächst geklärt werden, welche Form von Haarausfall vorliegt und welche etablierten Therapiemöglichkeiten infrage kommen.

Narben und Dehnungsstreifen

DNA-basierte Präparate werden auch im Zusammenhang mit Wundheilung und Narben untersucht. Ein großer Teil dieser Forschung betrifft allerdings PDRN und lässt sich nicht ohne Weiteres auf jedes Polynukleotid-Präparat übertragen.

Bei Aknenarben oder Dehnungsstreifen können Polynukleotide daher als ergänzende Behandlung erwogen werden. Wie groß der Nutzen ist, ist bislang jedoch nicht ausreichend durch hochwertige klinische Studien belegt.

Was sollte man vor der Behandlung beachten?

Vor der Behandlung untersucht der Arzt Deine Haut und bespricht mit Dir, welches Ergebnis Du erreichen möchtest. Dabei sollte auch geklärt werden, ob Polynukleotide für Dein Hautproblem geeignet sind und welches Präparat eingesetzt werden soll.

Informiere den behandelnden Arzt über Erkrankungen, Allergien, Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel. Besonders wichtig sind Medikamente und Präparate, die das Risiko für Blutergüsse oder Blutungen erhöhen können. Dazu gehören beispielsweise bestimmte Gerinnungshemmer. Solche Medikamente solltest Du niemals eigenständig absetzen. Ob und welche Anpassungen notwendig sind, entscheidet der behandelnde Arzt unter Berücksichtigung des Grundes für die Einnahme.

Wie läuft eine Polynukleotid-Behandlung ab?

Zunächst wird die Haut gereinigt und desinfiziert. Je nach Region und persönlichem Schmerzempfinden kann vorher eine betäubende Creme aufgetragen werden. Anschließend wird das Präparat mit einer feinen Nadel oder Kanüle an mehreren Stellen in oder unter die Haut injiziert. Welche Injektionstechnik verwendet wird, hängt unter anderem vom Produkt und vom behandelten Bereich ab. Die eigentliche Behandlung dauert häufig etwa 15 bis 30 Minuten. Bei größeren Arealen kann sie länger dauern.

Ästhetische Gesichtsbehandlung mit Polynukleotiden in der Praxis

Was ist nach der Polynukleotid-Behandlung zu beachten?

Direkt nach der Behandlung können kleine Erhebungen an den Einstichstellen, Rötungen, Schwellungen oder Blutergüsse entstehen. Diese Reaktionen bilden sich normalerweise wieder zurück, können aber je nach Region und Injektionstechnik unterschiedlich lange sichtbar bleiben.

Welche Verhaltensempfehlungen danach sinnvoll sind, richtet sich nach Produkt, Behandlungstechnik und Hautzustand. Häufig wird empfohlen, in der ersten Zeit auf intensiven Sport, Sauna und starke Hitze zu verzichten und die behandelte Haut vor intensiver UV-Strahlung zu schützen.

Wie viele Behandlungen sind notwendig?

Ein einheitlich festgelegtes Behandlungsschema gibt es nicht. In klinischen Studien und in der ästhetischen Praxis werden häufig mehrere Sitzungen im Abstand einiger Wochen durchgeführt. Oft finden sich Behandlungspläne mit etwa zwei bis vier Anwendungen und Abständen von ungefähr zwei bis vier Wochen.

Diese Angaben sind jedoch Richtwerte und kein allgemein etablierter Standard. Anzahl und Abstand hängen vom verwendeten Präparat, dem Behandlungsareal, dem Hautzustand und dem gewünschten Ergebnis ab. Auch Auffrischungsbehandlungen sollten nicht nach einem pauschalen Zeitplan durchgeführt werden, sondern danach, ob und wann eine erneute Behandlung tatsächlich sinnvoll erscheint.

Welche Ergebnisse kann man von einer Polynukleotid-Behandlung erwarten?

Polynukleotide sind keine klassische Volumenbehandlung. Veränderungen der Hautqualität entwickeln sich deshalb in der Regel schrittweise. In klinischen Studien wurden unter anderem Verbesserungen bei Hautelastizität, Feuchtigkeit, Hautstruktur und feinen Falten beobachtet. Wie deutlich diese Veränderungen ausfallen, ist individuell unterschiedlich.

Erste Veränderungen können nach einigen Wochen sichtbar werden. Einen festen Zeitpunkt, zu dem die Wirkung vollständig erreicht ist, gibt es jedoch nicht. Die bisher veröffentlichten Studien arbeiten mit unterschiedlichen Präparaten, Behandlungsintervallen und Nachbeobachtungszeiten.

Wie lange hält die Wirkung an?

Auch zur Haltbarkeit gibt es bislang keinen wissenschaftlich einheitlich festgelegten Zeitraum. In der Praxis werden häufig Wirkungszeiträume von mehreren Monaten angegeben, teilweise etwa sechs bis zwölf Monate. Solche Angaben sollten jedoch als Orientierungswerte verstanden werden. Wie lange ein sichtbarer Effekt bestehen bleibt, kann von Präparat, Hautzustand, Behandlungsserie und individuellen Faktoren abhängen.

Ebenso wenig ist wissenschaftlich festgelegt, dass jedes Jahr eine bestimmte Zahl von Auffrischungsbehandlungen erforderlich ist. Ob und wann eine weitere Sitzung sinnvoll ist, sollte anhand des bisherigen Ergebnisses entschieden werden.

Welche Ergebnisse sind realistisch?

Polynukleotide können vor allem für Menschen interessant sein, die ihre Hautqualität verbessern möchten und keine ausgeprägte Volumenveränderung wünschen. Mögliche Behandlungsziele sind:

  • eine Verbesserung von Hautstruktur und Elastizität
  • eine bessere Hydration der Haut
  • eine Verringerung feiner Linien
  • eine insgesamt gleichmäßigere Hautqualität

Wie stark diese Effekte ausfallen, lässt sich vor der Behandlung nicht sicher vorhersagen. Bei tiefen Falten, deutlichem Volumenverlust oder ausgeprägter Hauterschlaffung reichen Polynukleotide allein meist nicht aus. Je nach Ausgangsbefund können andere oder kombinierte ästhetische Verfahren besser geeignet sein.

Auch als pauschale „Präventionsbehandlung“ ab einem bestimmten Lebensalter sollten Polynukleotide nicht verstanden werden. Wichtig sind der Hautzustand, das Behandlungsziel und die individuelle ärztliche Einschätzung.

Welche Risiken und Nebenwirkungen können auftreten?

Polynukleotide werden in den bisher veröffentlichten klinischen Studien überwiegend gut vertragen. Die Zahl größerer Studien und die Langzeitdaten sind allerdings noch begrenzt.

Am häufigsten entstehen Reaktionen direkt an den Einstichstellen. Dazu gehören:

  • Rötungen
  • Schwellungen
  • kleine Blutergüsse
  • Druckempfindlichkeit
  • vorübergehende kleine Erhebungen oder Quaddeln

Gerade an der dünnen Haut rund um die Augen können Schwellungen stärker auffallen. Wie schnell sie verschwinden, ist individuell unterschiedlich.

Seltener können länger anhaltende Schwellungen, Knötchen, Entzündungen, Infektionen oder Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Wie bei jeder Injektionsbehandlung spielen dabei auch sterile Arbeitsweise, Injektionstechnik und Erfahrung des behandelnden Arztes eine wichtige Rolle.

Wann sollte nicht oder nur nach genauer Abklärung behandelt werden?

Ob eine Behandlung möglich ist, hängt auch vom verwendeten Präparat ab. Besonders sorgfältig sollte abgewogen werden bei:

  • aktiven Infektionen oder Entzündungen im Behandlungsbereich
  • bekannter Überempfindlichkeit gegen Bestandteile des verwendeten Präparats
  • Schwangerschaft und Stillzeit, da ausreichende Sicherheitsdaten fehlen
  • relevanten Erkrankungen des Immunsystems
  • erhöhter Blutungsneigung oder Einnahme gerinnungshemmender Medikamente

Viele Polynukleotid-Präparate werden aus Fisch-DNA hergestellt. Bei einer Fischallergie muss deshalb vor der Behandlung geprüft werden, ob das konkrete Präparat geeignet ist. Eine pauschale Aussage, dass jede Fischallergie bei jedem Produkt automatisch eine absolute Kontraindikation darstellt, ist nicht sinnvoll.

Auch Autoimmunerkrankungen sind nicht grundsätzlich bei jedem Patienten ein absolutes Ausschlusskriterium. Entscheidend sind die konkrete Erkrankung, ihre Aktivität, die verwendete Therapie und die Angaben des jeweiligen Präparats. Gerinnungshemmende Medikamente solltest Du vor einer ästhetischen Behandlung ebenfalls immer angeben, aber niemals eigenständig absetzen.

Wie unterscheiden sich Polynukleotide von anderen Behandlungen?

Welche Methode geeignet ist, hängt davon ab, was Du verändern möchtest. Polynukleotide zielen vor allem auf die Hautqualität. Andere Verfahren behandeln dagegen beispielsweise Volumenverlust, Mimikfalten oder Hauterschlaffung.

Polynukleotide oder Hyaluronsäure?

Hyaluronsäure-Filler werden vor allem eingesetzt, um Volumen aufzubauen, Konturen zu verändern oder bestimmte Falten und Vertiefungen auszugleichen. Je nach Produkt kann Hyaluronsäure zusätzlich die Hydration und biologische Prozesse im Gewebe beeinflussen.

Polynukleotide werden dagegen vor allem mit dem Ziel eingesetzt, Hautstruktur, Elastizität und Feuchtigkeit zu verbessern, ohne einen ausgeprägten Volumenaufbau zu erzeugen.

Welches Verfahren sinnvoller ist, hängt daher vom Befund ab. Bei Volumenverlust kann Hyaluronsäure geeigneter sein, bei feinen Veränderungen der Hautqualität können Polynukleotide infrage kommen.

Polynukleotide oder PRP?

Bei PRP, also plättchenreichem Plasma, wird körpereigenes Blut aufbereitet und ein konzentrierter Anteil mit Blutplättchen anschließend injiziert. Die darin enthaltenen Botenstoffe sollen regenerative Prozesse im Gewebe unterstützen.

Polynukleotide sind dagegen industriell hergestellte und definierte Präparate aus aufgereinigten DNA-Fragmenten.

Beide Methoden werden zur Verbesserung der Hautqualität eingesetzt. Es gibt derzeit jedoch keine ausreichenden Daten dafür, dass Polynukleotide grundsätzlich wirksamer oder ihre Ergebnisse zuverlässiger vorhersehbar sind als bei PRP.

Polynukleotide oder Botulinumtoxin?

Botulinumtoxin und Polynukleotide behandeln unterschiedliche Probleme.

Botulinumtoxin vermindert gezielt die Aktivität bestimmter Muskeln und wird deshalb vor allem bei mimischen Falten eingesetzt. Polynukleotide verändern die Muskelaktivität nicht, sondern werden zur Verbesserung der Hautqualität eingesetzt.

Beide Verfahren können bei passenden Behandlungszielen kombiniert werden. Ein allgemeingültiger Mindestabstand von zwei Wochen ist wissenschaftlich jedoch nicht für jede Kombination festgelegt. Zeitpunkt und Reihenfolge richten sich nach Behandlungsareal, Verfahren und individuellem Befund.

Polynukleotide oder Mesotherapie?

Mesotherapie bezeichnet eine Injektionstechnik, bei der unterschiedliche Wirkstoffe oberflächlich in die Haut eingebracht werden. Sie ist deshalb keine einzelne Substanz, mit der sich Polynukleotide direkt vergleichen lassen.

Polynukleotide können selbst mit mesotherapeutischen Injektionstechniken verabreicht werden. Für die Aussage, dass sie grundsätzlich länger oder besser wirken als andere Mesotherapie-Behandlungen, fehlen ausreichende Vergleichsdaten.

Polynukleotide oder Microneedling?

Beim Microneedling werden mit sehr feinen Nadeln kontrollierte Mikroverletzungen der Haut erzeugt. Dadurch werden körpereigene Reparaturprozesse angeregt.

Polynukleotide können unabhängig davon injiziert werden. Auch Kombinationen mit Microneedling werden angeboten. Ob die Kombination bessere Ergebnisse liefert als die jeweiligen Einzelbehandlungen, ist bislang jedoch nicht ausreichend belegt.

Haut nach Polynukleotid-Behandlung zur Verbesserung der Hautqualität

Für wen eignen sich Polynukleotide?

Polynukleotide können infrage kommen, wenn Du vor allem Deine Hautqualität verbessern möchtest und keinen ausgeprägten Volumenaufbau wünschst.

Mögliche Behandlungsziele sind feine Linien, Veränderungen von Elastizität oder Feuchtigkeit sowie eine dünn oder unregelmäßig wirkende Haut, besonders im Gesicht und rund um die Augen.

Entscheidend ist weniger ein bestimmtes Alter als der tatsächliche Hautzustand. Eine pauschale Empfehlung, ab 30 Jahren vorbeugend mit Polynukleotiden zu beginnen, lässt sich wissenschaftlich nicht begründen.

Bei tiefen Falten, deutlichem Volumenverlust oder ausgeprägter Hauterschlaffung sind Polynukleotide allein meist nicht die passende Behandlung. Dann können andere ästhetische Verfahren oder ein individuelles Behandlungskonzept sinnvoller sein.

Vor der Behandlung sollte deshalb geklärt werden, was Dich konkret stört und ob mit Polynukleotiden überhaupt eine realistische Verbesserung zu erwarten ist. Lass Dich dazu am besten in einem ausführlichen Beratungsgespräch von einer erfahrenen Fachärztin oder einem erfahrenen Facharzt beraten.

Was kosten Polynukleotide?

Die Kosten einer Polynukleotid-Behandlung hängen vor allem vom verwendeten Präparat, der benötigten Menge, dem Behandlungsareal und der Praxis ab. Aktuell veröffentlichte Praxispreise zeigen ungefähr folgende Größenordnungen:

Kostenübersicht Polynukleotide

Euro Icon
Deutschland
ca. 270 – 450 Euro pro Sitzung

Euro Icon
Österreich
ca. 320 – 420 Euro pro Sitzung

Euro Icon
Schweiz
ca. 250 – 600 CHF pro Sitzung

Sitzungen Icon
Gesamtkosten einer Serie
je nach Sitzungszahl mehrere hundert bis über tausend Euro bzw. Franken

Die Spanne ist relativ groß, weil beispielsweise eine kleine Behandlung der Augenpartie nicht mit einer umfangreicheren Behandlung von Gesicht, Hals oder mehreren Regionen vergleichbar ist.

Da auch die Zahl der notwendigen Sitzungen nicht einheitlich festgelegt ist, lässt sich kein allgemeiner Gesamtpreis für eine Behandlungsserie nennen. Werden beispielsweise zwei oder drei Termine geplant, können sich die Gesamtkosten schnell auf mehrere hundert bis über tausend Euro beziehungsweise Franken summieren.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Bei einer rein ästhetischen Behandlung handelt es sich in der Regel um eine Selbstzahlerleistung. Eine Kostenübernahme durch die gesetzliche beziehungsweise obligatorische Krankenversicherung ist ohne medizinische Indikation normalerweise nicht vorgesehen. Ob eine private Versicherung einen Teil der Kosten übernimmt, hängt vom jeweiligen Vertrag ab.

Vor der Behandlung solltest Du Dir deshalb erklären lassen, welche Menge verwendet wird, wie viele Sitzungen zunächst geplant sind und welche Gesamtkosten dadurch entstehen.

Häufig gestellte Fragen zu Polynukleotiden

Tut die Polynukleotid-Behandlung weh?

Bei der Injektion können kurze Einstiche, Druck oder Brennen spürbar sein. Wie unangenehm die Behandlung empfunden wird, hängt von Region und persönlichem Schmerzempfinden ab. Bei Bedarf kann vorher eine betäubende Creme verwendet werden.

Wie schnell sehe ich Ergebnisse?

Polynukleotide erzeugen normalerweise keinen sofortigen Volumeneffekt. Erste Veränderungen der Hautqualität können sich im Verlauf einiger Wochen zeigen. Wann der größte Effekt erreicht wird, lässt sich nicht allgemeingültig auf vier oder sechs Wochen festlegen.

Kann ich Polynukleotide mit Botulinumtoxin oder Hyaluronsäure kombinieren?

Grundsätzlich können unterschiedliche ästhetische Verfahren Teil eines gemeinsamen Behandlungskonzepts sein. Ob und in welchem Abstand sie kombiniert werden sollten, hängt von Behandlungsregion, Technik und individuellem Befund ab. Ein fester Mindestabstand von zwei Wochen ist nicht für alle Kombinationen wissenschaftlich festgelegt.

Sind Polynukleotide bei einer Fischallergie geeignet?

Viele Präparate werden aus Fisch-DNA hergestellt. Bei einer bekannten Fischallergie sollte deshalb vor der Behandlung ärztlich geprüft werden, ob das konkrete Präparat infrage kommt. Eine pauschale Aussage für alle Produkte ist nicht möglich.

Für wen sind Polynukleotide besonders geeignet?

Sie können vor allem für Erwachsene interessant sein, die ihre Hautqualität verbessern möchten, ohne einen deutlichen Volumenaufbau anzustreben. Ob die Behandlung geeignet ist, hängt vom Hautzustand und vom konkreten Behandlungsziel ab, nicht von einer festen Altersgrenze.

Wie oft muss die Behandlung aufgefrischt werden?

Dafür gibt es keinen wissenschaftlich festgelegten Standard. Wie lange ein Ergebnis sichtbar bleibt und wann eine erneute Behandlung sinnvoll ist, hängt unter anderem von Präparat, Hautzustand und bisherigem Behandlungsergebnis ab.

Sind Polynukleotide bei empfindlicher Haut sicher?

Polynukleotide wurden in kleineren klinischen Studien überwiegend gut vertragen. Empfindliche Haut schließt eine Behandlung nicht automatisch aus. Allergien, aktive Hauterkrankungen und die Bestandteile des konkreten Präparats sollten vorher jedoch ärztlich geprüft werden.

Was ist der Unterschied zwischen Polynukleotiden und PDRN?

PN und PDRN bestehen aus DNA-Fragmenten, werden in der Literatur aber nicht immer einheitlich voneinander abgegrenzt. PDRN wird häufig für kürzere DNA-Fragmente verwendet, PN eher für längere Ketten. Eine feste Molekülgrößengrenze und vollständig getrennte Wirkmechanismen sind bislang jedoch kein allgemein etablierter Konsens.

Biostimulatoren regen die Haut zur eigenen Kollagenbildung an, statt nur aufzufüllen, und wirken deshalb verzögert, aber länger. Welche Substanzklassen es gibt und was Studien zeigen, liest Du auf unserer Seite zu Biostimulatoren.

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Häufige Fragen

Tut die Polynukleotid-Behandlung weh?
Bei der Injektion können kurze Einstiche, Druck oder Brennen spürbar sein. Wie unangenehm die Behandlung empfunden wird, hängt von Region und persönlichem Schmerzempfinden ab. Bei Bedarf kann vorher eine betäubende Creme verwendet werden.
Wie schnell sehe ich Ergebnisse?
Polynukleotide erzeugen normalerweise keinen sofortigen Volumeneffekt. Erste Veränderungen der Hautqualität können sich im Verlauf einiger Wochen zeigen. Wann der größte Effekt erreicht wird, lässt sich nicht allgemeingültig auf vier oder sechs Wochen festlegen.
Kann ich Polynukleotide mit Botulinumtoxin oder Hyaluronsäure kombinieren?
Grundsätzlich können unterschiedliche ästhetische Verfahren Teil eines gemeinsamen Behandlungskonzepts sein. Ob und in welchem Abstand sie kombiniert werden sollten, hängt von Behandlungsregion, Technik und individuellem Befund ab. Ein fester Mindestabstand von zwei Wochen ist nicht für alle Kombinationen wissenschaftlich festgelegt.
Sind Polynukleotide bei einer Fischallergie geeignet?
Viele Präparate werden aus Fisch-DNA hergestellt. Bei einer bekannten Fischallergie sollte deshalb vor der Behandlung ärztlich geprüft werden, ob das konkrete Präparat infrage kommt. Eine pauschale Aussage für alle Produkte ist nicht möglich.
Für wen sind Polynukleotide besonders geeignet?
Sie können vor allem für Erwachsene interessant sein, die ihre Hautqualität verbessern möchten, ohne einen deutlichen Volumenaufbau anzustreben. Ob die Behandlung geeignet ist, hängt vom Hautzustand und vom konkreten Behandlungsziel ab, nicht von einer festen Altersgrenze.
Wie oft muss die Behandlung aufgefrischt werden?
Dafür gibt es keinen wissenschaftlich festgelegten Standard. Wie lange ein Ergebnis sichtbar bleibt und wann eine erneute Behandlung sinnvoll ist, hängt unter anderem von Präparat, Hautzustand und bisherigem Behandlungsergebnis ab.
Sind Polynukleotide bei empfindlicher Haut sicher?
Polynukleotide wurden in kleineren klinischen Studien überwiegend gut vertragen. Empfindliche Haut schließt eine Behandlung nicht automatisch aus. Allergien, aktive Hauterkrankungen und die Bestandteile des konkreten Präparats sollten vorher jedoch ärztlich geprüft werden.
Was ist der Unterschied zwischen Polynukleotiden und PDRN?
PN und PDRN bestehen aus DNA-Fragmenten, werden in der Literatur aber nicht immer einheitlich voneinander abgegrenzt. PDRN wird häufig für kürzere DNA-Fragmente verwendet, PN eher für längere Ketten. Eine feste Molekülgrößengrenze und vollständig getrennte Wirkmechanismen sind bislang jedoch kein allgemein etablierter Konsens.
Redaktionelle Verantwortung

Dieser Beitrag wurde von der internen MOOCI-Redaktion erstellt, inhaltlich geprüft und freigegeben. Bei der Recherche und Aufbereitung setzen wir auch KI-gestützte Werkzeuge ein; jeder Text wird vor der Veröffentlichung von unserer Redaktion fachlich gegengelesen. Die redaktionelle Verantwortung trägt Nadja Sukalia, Content Managerin bei MOOCI. Die medizinische Prüfung erfolgt durch Ärztinnen und Ärzte aus unserem Fachnetzwerk.

Dr. med. Kerstin Ortlechner

Dr. med. Kerstin Ortlechner

Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten

Dr. Kerstin Ortlechner ist Fachärztin für Dermatologie mit Zusatzkompetenzen in Allgemein-, Sport- und Notfallmedizin. Nach dem Medizinstudium in Innsbruck und der Facharztausbildung in der Dermatologie am KH Hietzing bei Univ.-Prof. Dr. Andreas Steiner sammelte sie prägende Erfahrungen u. a. bei Dr. Peter Caspari (Plastische Chirurgie, München) und David A. Colbert, M.D. (New York Dermatology Group). 2018 eröffnete sie ihre eigene Praxis in Wien. Ihr Schwerpunkt liegt auf moderner, natürlicher Anti-Aging-Medizin und hautärztlicher Prävention – mit hoher Präzision, Evidenz und einem Blick für Ästhetik.

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Letzte Aktualisierung: 11.09.2026

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