In der ästhetischen Medizin geht es längst nicht mehr nur darum, verlorenes Volumen mit Fillern zu ersetzen. Zunehmend werden Behandlungen eingesetzt, die körpereigene Aufbauprozesse anregen sollen. Dazu gehören Biostimulatoren, also injizierbare Präparate, die das Gewebe zur Bildung von neuem Kollagen anregen. Kollagenstimulierende Filler können unter anderem bei Volumenverlust an Wangen und Schläfen, einer weniger klaren Kieferlinie sowie nachlassender Hautfestigkeit eingesetzt werden. Je nach Wirkstoff und Aufbereitung kommen auch Behandlungen an Hals, Dekolleté und Händen infrage. Mit Begriffen wie Collagen Banking wird außerdem für einen möglichst frühen Erhalt der Kollagenstruktur geworben. Ob eine vorbeugende Behandlung im jungen Alter langfristig Vorteile bietet, ist allerdings noch nicht ausreichend wissenschaftlich untersucht. Entscheidend sollte daher immer der individuelle Befund sein und nicht ein aktueller Behandlungstrend.
Das Wichtigste in Kürze
Biostimulatoren sind injizierbare Präparate, die Fibroblasten zur Bildung von neuem körpereigenem Kollagen anregen. Dadurch können sich Hautdichte, Festigkeit und Konturen schrittweise verbessern. Zu den wichtigsten kollagenstimulierenden Wirkstoffen gehören Poly-L-Milchsäure, Calcium-Hydroxylapatit und Polycaprolacton. Die Substanzen unterscheiden sich unter anderem beim Wirkeintritt, beim anfänglichen Volumeneffekt und bei der Haltbarkeit.
Das Ergebnis entsteht je nach Wirkstoff über mehrere Wochen oder Monate. Für Poly-L-Milchsäure wurden Effekte von bis zu 25 Monaten beschrieben, für Calcium-Hydroxylapatit häufig zwölf bis 18 Monate. Anders als Hyaluron-Filler lassen sich Biostimulatoren nicht mit Hyaluronidase auflösen. Da unter anderem Knötchen, Entzündungsreaktionen und selten ernste Komplikationen auftreten können, sollte die Behandlung ausschließlich durch einen erfahrenen Arzt erfolgen.
Was sind Biostimulatoren?
Biostimulatoren sind injizierbare Präparate, die das Gewebe zur Bildung von neuem Kollagen anregen. Statt eine Falte ausschließlich durch eingebrachtes Volumen anzuheben, lösen sie eine kontrollierte Reaktion im Gewebe aus. Dabei werden unter anderem Fibroblasten aktiviert, die neue Bestandteile der Bindegewebsstruktur bilden.
Dieser Vorgang wird als Neokollagenese bezeichnet. Je nach Wirkstoff kann die Behandlung unter anderem die Hautdichte, Festigkeit und Kontur verbessern. Untersuchungen zeigen, dass Biostimulatoren die Bildung verschiedener Kollagentypen, insbesondere Kollagen vom Typ I und III, anregen können.
Wie schnell entsteht das Ergebnis?
Die Wirkung entwickelt sich schrittweise. Anders als bei einem klassischen Hyaluron-Filler ist das endgültige Ergebnis meist nicht direkt nach der Behandlung sichtbar. Je nach Präparat entsteht die Veränderung über mehrere Wochen oder Monate.
Einige Biostimulatoren besitzen zusätzlich ein Trägergel, das zunächst einen unmittelbaren Volumeneffekt erzeugt. Dieser erste Effekt darf nicht mit der eigentlichen Kollagenstimulation verwechselt werden. Das neu gebildete Kollagen entwickelt sich erst später.
Die verwendeten Partikel sind grundsätzlich biologisch abbaubar. Wie lange sie im Gewebe verbleiben, unterscheidet sich jedoch deutlich zwischen den Wirkstoffen. Auch die Dauer des sichtbaren Ergebnisses hängt von der Substanz, der behandelten Region, der Menge und dem individuellen Stoffwechsel ab.
Wie funktioniert die Kollagenstimulation?
Nach der Injektion erkennt der Körper die eingebrachten Mikropartikel als biologischen Reiz. Daraufhin werden verschiedene Zellen und Signalstoffe aktiviert. Fibroblasten beginnen, neue Kollagenfasern und weitere Bestandteile der Gewebestruktur zu bilden.
Die Wirkung beruht somit auf einer gezielten und kontrollierten Gewebereaktion. Sie ähnelt grundsätzlich der Regeneration nach anderen ästhetischen Behandlungen, bei denen ein dosierter Reiz einen Umbauprozess auslöst. Die biologischen Abläufe unterscheiden sich jedoch je nach Behandlungsmethode.
Warum ist die Injektionstechnik wichtig?
Damit eine gleichmäßige Kollagenbildung entsteht, müssen Wirkstoff, Verdünnung, Menge, Injektionstiefe und Verteilung aufeinander abgestimmt sein. Wird ein Präparat zu oberflächlich, zu konzentriert oder ungleichmäßig injiziert, können tastbare oder sichtbare Knötchen entstehen.
Die Reaktion soll das Gewebe aufbauen, ohne eine überschießende Entzündung hervorzurufen. Deshalb erfordern Biostimulatoren genaue anatomische Kenntnisse und Erfahrung mit dem jeweiligen Präparat.
Wann setzt die Wirkung ein?
Einen einheitlichen Zeitverlauf für alle Biostimulatoren gibt es nicht. Bei Präparaten mit Trägergel kann direkt nach der Behandlung zunächst mehr Volumen sichtbar sein. Ein Teil davon geht wieder zurück, wenn das Gel oder die verwendete Flüssigkeit abgebaut wird.
Die eigentliche Kollagenstimulation entwickelt sich anschließend über mehrere Wochen. Erste Veränderungen werden je nach Präparat häufig nach etwa vier bis acht Wochen sichtbar. Das Ergebnis kann sich über drei bis sechs Monate weiter aufbauen.
Welche Substanzklassen gibt es?
Zu den wichtigsten Biostimulatoren in der ästhetischen Medizin gehören Poly-L-Milchsäure, Calcium-Hydroxylapatit und Polycaprolacton. Daneben werden weitere Wirkstoffe wie Poly-D,L-Milchsäure verwendet und wissenschaftlich untersucht. Die Einteilung in genau drei Substanzklassen wäre deshalb zu eng.
Poly-L-Milchsäure
Poly-L-Milchsäure, kurz PLLA, dient vor allem der schrittweisen Kollagenstimulation. Das Präparat wird vor der Behandlung mit Flüssigkeit aufbereitet und erzeugt kein dauerhaftes Sofortvolumen. In der Regel sind mehrere Sitzungen erforderlich.
Calcium-Hydroxylapatit
Calcium-Hydroxylapatit, kurz CaHA, besteht aus Mineralpartikeln in einem Trägergel. Das Gel kann unmittelbar Volumen erzeugen, während die Partikel die längerfristige Bildung von Kollagen und anderen Bestandteilen des Bindegewebes anregen.
In verdünnter oder stark verdünnter Form wird CaHA auch zur flächigen Verbesserung der Hautqualität eingesetzt. Dabei steht weniger der Volumenaufbau als die Straffung und Festigung des Gewebes im Vordergrund.
Polycaprolacton
Polycaprolacton, kurz PCL, besteht ebenfalls aus biologisch abbaubaren Mikropartikeln in einem Trägergel. Die Behandlung verbindet einen unmittelbaren Volumeneffekt mit einer längerfristigen Kollagenstimulation.
PCL wird langsamer abgebaut als andere Biostimulatoren und kann deshalb länger im Gewebe verbleiben. Welche Präparate verfügbar und für welche Regionen zugelassen sind, unterscheidet sich jedoch je nach Land.
Die genannten Wirkstoffe unterscheiden sich nicht nur bei der Haltbarkeit. Auch die zugelassenen Behandlungsregionen, die Verdünnung, die Anzahl der Sitzungen und die empfohlene Injektionstechnik können variieren. Eine gute Beratung beginnt deshalb mit dem Befund und nicht mit der Auswahl eines bestimmten Markennamens.
Was zeichnet Poly-L-Milchsäure aus?
Poly-L-Milchsäure gehört zu den am längsten eingesetzten kollagenstimulierenden Präparaten. Das Material wird auch in anderen medizinischen Bereichen verwendet, beispielsweise für resorbierbare Nahtmaterialien.
Wie wirkt Poly-L-Milchsäure?
PLLA wird mit sterilem Wasser aufbereitet und in das Gewebe injiziert. Das unmittelbar nach der Behandlung sichtbare Volumen entsteht zunächst vor allem durch die Flüssigkeit und geht innerhalb weniger Tage wieder zurück.
Die eigentliche Wirkung entwickelt sich anschließend über die Kollagenbildung. Erste Veränderungen werden häufig nach einigen Wochen sichtbar. Der Aufbau setzt sich über mehrere Monate fort und wirkt meist flächiger als die gezielte Korrektur mit einem klassischen Hyaluron-Filler.
Wie viele Behandlungen sind notwendig?
Häufig werden zwei bis drei Sitzungen im Abstand von etwa vier bis sechs Wochen geplant. Die genaue Anzahl hängt vom Alter, vom Volumenverlust, von der behandelten Region und vom gewünschten Ergebnis ab.
PLLA wird unter anderem bei Volumenverlust an den Wangen und Schläfen sowie für einen großflächigen Strukturaufbau eingesetzt. Für eine präzise Korrektur einzelner kleiner Falten ist das Präparat weniger geeignet.
Wie lange hält das Ergebnis?
Systematische Übersichtsarbeiten beschreiben sichtbare Effekte über einen Zeitraum von bis zu 25 Monaten. Daraus lässt sich jedoch keine feste Haltbarkeit für jeden Patienten ableiten. Das Ergebnis hängt unter anderem vom Behandlungsplan, der verwendeten Menge und der individuellen Reaktion des Gewebes ab.
Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören Schwellungen, Blutergüsse und tastbare Knötchen. Das Risiko kann durch eine korrekte Aufbereitung, eine geeignete Injektionstiefe und eine gleichmäßige Verteilung reduziert werden. Ob und wie lange das behandelte Areal nach der Injektion massiert werden soll, richtet sich nach dem verwendeten Präparat und den Anweisungen des Arztes.
Was kann Calcium-Hydroxylapatit?
Calcium-Hydroxylapatit besteht aus kleinen Mineralpartikeln, die in einem wasserhaltigen Trägergel verteilt sind. Das Mineral ähnelt einem natürlichen Bestandteil von Knochen und Zähnen, wird für ästhetische Präparate jedoch synthetisch hergestellt.
Sofortiger und längerfristiger Effekt
Das Trägergel erzeugt direkt nach der Injektion einen sichtbaren Volumeneffekt. Dieser nimmt mit dem Abbau des Gels wieder ab. Gleichzeitig regen die Calcium-Hydroxylapatit-Partikel die Bildung von Kollagen und weiteren Bestandteilen der Gewebestruktur an.
CaHA kann dadurch sowohl zur Konturierung als auch zur Verbesserung der Hautqualität eingesetzt werden. Die Wirkung hängt wesentlich davon ab, ob das Präparat unverdünnt, verdünnt oder stark verdünnt verwendet wird.
Für welche Regionen eignet sich CaHA?
Unverdünntes Calcium-Hydroxylapatit wird unter anderem zur Konturierung von Wangen, Kinn und Kieferlinie eingesetzt. Je nach Produktzulassung kann es auch für andere Regionen infrage kommen.
Verdünntes CaHA wird häufig flächig an Hals, Dekolleté, Oberarmen oder Händen verwendet. In dieser Form steht die Kollagenstimulation im Vordergrund, während nur wenig zusätzliches Volumen entstehen soll. Empfehlungen zur verdünnten Anwendung beruhen teilweise auf Expertenkonsens und nicht für jede Region auf gleichwertigen klinischen Studien.
Für die Lippen und sehr oberflächliche oder stark bewegte Regionen ist Calcium-Hydroxylapatit in der Regel nicht geeignet. Auch bei Bereichen mit erhöhtem Gefäßrisiko muss der Arzt besonders sorgfältig prüfen, ob eine Behandlung vertretbar ist.
Wie lange hält Calcium-Hydroxylapatit?
Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit beschreibt eine typische Wirkdauer von etwa zwölf bis 18 Monaten. In einzelnen älteren Studien wurden längere Effekte beobachtet. Die Ergebnisse lassen sich jedoch nicht uneingeschränkt auf jede Region und jede Behandlungstechnik übertragen. Calcium-Hydroxylapatit lässt sich nicht mit Hyaluronidase auflösen. Eine besonders sorgfältige Planung und konservative Dosierung sind deshalb wichtig.
Was ist Polycaprolacton?
Polycaprolacton ist ein biologisch abbaubares Polymer, das auch für medizinische Materialien verwendet wird. In ästhetischen Präparaten befinden sich PCL-Mikropartikel in einem Trägergel.
Wie wirkt Polycaprolacton?
Das Gel sorgt zunächst für eine unmittelbare Korrektur. Während es nach und nach abgebaut wird, regen die PCL-Partikel die Bildung von neuem Kollagen an. Untersuchungen an menschlichem Gewebe konnten auch 13 Monate nach der Injektion eine Kollagenbildung um die Partikel nachweisen.
PCL wird langsamer abgebaut als viele andere injizierbare Biostimulatoren. Deshalb kann das Ergebnis über einen längeren Zeitraum bestehen. Klinische Studien zeigen unter anderem eine anhaltende Korrektur über 24 Monate. Angaben von bis zu vier Jahren beziehen sich vor allem auf bestimmte Produktvarianten und dürfen nicht pauschal auf jede Behandlung übertragen werden.
Welche Besonderheiten hat PCL?
Die lange Verweildauer kann ein Vorteil sein, wenn ein stabiles Ergebnis gewünscht wird. Sie ist zugleich ein wichtiger Nachteil, wenn das Ergebnis nicht den Erwartungen entspricht oder Komplikationen auftreten.
Polycaprolacton lässt sich nicht mit Hyaluronidase auflösen. Deshalb sollte die Behandlung zurückhaltend geplant werden. Ob PCL als erste Injektionsbehandlung geeignet ist, muss individuell entschieden werden. Ein grundsätzliches Verbot für Einsteiger gibt es nicht, ein auflösbarer Hyaluron-Filler bietet jedoch mehr Möglichkeiten zur nachträglichen Korrektur.
Worin unterscheiden sich Biostimulatoren von Hyaluron und Skinboostern?
Biostimulatoren, Hyaluron-Filler und Skinbooster werden durch Injektionen verabreicht, verfolgen jedoch unterschiedliche Behandlungsziele.
Hyaluron-Filler
Klassische Hyaluron-Filler werden hauptsächlich eingesetzt, um Volumen aufzubauen, Konturen zu verändern oder bestimmte Falten anzuheben. Das Ergebnis ist direkt nach der Behandlung sichtbar, auch wenn Schwellungen die erste Beurteilung beeinflussen können. Ein wichtiger Vorteil ist die Korrigierbarkeit. Hyaluronsäure kann mithilfe des Enzyms Hyaluronidase abgebaut werden. Das gilt jedoch nicht für andere Bestandteile eines Präparats und bedeutet nicht, dass jede Komplikation einfach oder vollständig rückgängig gemacht werden kann. Die Haltbarkeit liegt je nach Produkt, Behandlungsregion und Stoffwechsel häufig zwischen sechs und 18 Monaten. In manchen Regionen kann der Wirkstoff deutlich länger nachweisbar bleiben.
Skinbooster
Skinbooster sind keine einheitlich definierte Produktgruppe. Häufig handelt es sich um Hyaluronsäurepräparate, die oberflächlicher und flächiger injiziert werden als klassische Volumenfiller. Je nach Produkt kann die Hyaluronsäure unvernetzt, stabilisiert oder anders verarbeitet sein. Das Ziel ist vor allem eine Verbesserung von Feuchtigkeit, Elastizität, Hautstruktur und feinen Linien. Studien zeigen, dass injizierbare Hyaluronsäure verschiedene Merkmale der Hautqualität verbessern kann. Der Umfang und die Dauer des Effekts unterscheiden sich jedoch zwischen den Präparaten. Skinbooster bauen normalerweise kein ausgeprägtes strukturelles Volumen auf. Die Aussage, sie würden Kollagen grundsätzlich nur begrenzt anregen, lässt sich jedoch nicht für alle Produkte treffen. Auch bestimmte Hyaluronsäurepräparate können biologische Umbauprozesse im Gewebe beeinflussen.
Biostimulatoren
Bei Biostimulatoren steht die längerfristige Gewebereaktion im Vordergrund. Einige Präparate erzeugen zusätzlich sofortiges Volumen, andere wirken nahezu ausschließlich über die allmähliche Kollagenbildung. Im Vergleich zu Hyaluron-Fillern entwickelt sich das Ergebnis langsamer und lässt sich nicht mit Hyaluronidase auflösen. Dafür kann die Wirkung je nach Substanz länger anhalten.
Die Verfahren können innerhalb eines Behandlungsplans miteinander kombiniert werden. Ein Biostimulator kann beispielsweise für den flächigen Strukturaufbau eingesetzt werden, während Hyaluronsäure gezielt einzelne Konturen korrigiert. Skinbooster können ergänzend die oberflächliche Hautqualität behandeln.
Auch Polynukleotide werden zur Verbesserung der Hautqualität angeboten. Sie bilden jedoch eine eigene Produktgruppe und sollten nicht ohne Weiteres mit klassischen Biostimulatoren gleichgesetzt werden. Botulinumtoxin verfolgt wiederum ein anderes Ziel, da es die Aktivität bestimmter Muskeln vorübergehend reduziert.
Bei kombinierten Behandlungen müssen Reihenfolge, Abstände und Behandlungsregionen sorgfältig geplant werden. Idealerweise behält ein erfahrener Arzt den Überblick über alle verwendeten Präparate.
Bio-Remodelling strafft die Haut mit hochkonzentriertem, unvernetztem Hyaluron über wenige Injektionspunkte, ohne Volumen aufzubauen. Wie sich das Verfahren von Skinboostern und Fillern unterscheidet, liest Du auf unserer Seite zum Bio-Remodelling.
Wie läuft die Behandlung ab?
Vor der Behandlung untersucht der Arzt die Haut, die Fettverteilung und die knöchernen Strukturen des Gesichts. Gemeinsam besprecht Ihr, welche Veränderung gewünscht ist und ob Poly-L-Milchsäure, Calcium-Hydroxylapatit, Polycaprolacton oder eine andere Behandlung besser zum Befund passt.
Zur Anamnese gehören Vorerkrankungen, Allergien, Medikamente und frühere ästhetische Behandlungen. Besonders wichtig ist die Angabe bereits verwendeter Filler, da Wechselwirkungen mit früher eingebrachten Materialien nicht für jede Kombination ausreichend untersucht sind.
Blutverdünnende Medikamente dürfen nicht eigenständig abgesetzt werden. Der behandelnde Arzt entscheidet, ob und wie die Einnahme vor der Injektion angepasst werden muss. Bei einer Neigung zu Herpes sollte ebenfalls vorab geklärt werden, ob eine vorbeugende Behandlung sinnvoll ist.
Ablauf der Injektion
Die Haut wird gereinigt und desinfiziert. Je nach Präparat und Behandlungsregion kann eine betäubende Creme oder ein örtliches Betäubungsmittel verwendet werden. Die Injektion erfolgt mit einer feinen Nadel oder einer stumpfen Kanüle in die vorgesehene Gewebeschicht.
Die Behandlung dauert je nach Anzahl der Regionen und verwendetem Präparat meist etwa 30 bis 45 Minuten. Eine konservative Dosierung ist besonders wichtig, da sich das Ergebnis über die folgenden Wochen weiter aufbaut.
Wie viele Sitzungen sind notwendig?
Die Anzahl der Sitzungen hängt vom Wirkstoff und vom gewünschten Ergebnis ab. Bei Poly-L-Milchsäure werden häufig zwei bis drei Behandlungen im Abstand von mehreren Wochen geplant. Calcium-Hydroxylapatit oder Polycaprolacton können abhängig von der Ausgangslage bereits in einer Sitzung eingesetzt werden. Ein späterer Kontrolltermin ist dennoch sinnvoll.
Die Wirkung sollte nicht zu früh beurteilt werden. Während bei Präparaten mit Trägergel zunächst ein Soforteffekt sichtbar sein kann, entwickelt sich die eigentliche Kollagenstimulation über mehrere Wochen oder Monate.
Was ist nach der Behandlung zu beachten?
Leichte Rötungen, Schwellungen, Druckempfindlichkeit und Blutergüsse sind möglich und klingen meist innerhalb weniger Tage ab. Intensive Sonne, starke Hitze und andere Belastungen des behandelten Bereichs sollten vermieden werden, bis die anfängliche Rötung und Schwellung zurückgegangen sind.
Ob das behandelte Gewebe massiert werden soll, hängt vom verwendeten Präparat und dem Behandlungsprotokoll ab. Bei Poly-L-Milchsäure kann eine Massage dazu beitragen, das Material gleichmäßig zu verteilen und das Risiko für Papeln oder Knötchen zu reduzieren. Du solltest Dich dabei genau an die Anweisungen des Arztes halten und nicht eigenständig ein allgemeines Massageschema anwenden.
Vergleichsfotos können helfen, den langsamen Aufbau objektiv zu beurteilen. Sie sollten unter möglichst ähnlichen Lichtverhältnissen und aus denselben Perspektiven aufgenommen werden.
Welche Risiken gibt es bei Biostimulatoren?
Biostimulatoren gelten bei korrekter Anwendung als gut verträglich, sind aber nicht risikofrei. Das persönliche Risiko hängt vom verwendeten Wirkstoff, der Behandlungsregion, der Injektionstiefe und der Erfahrung des Arztes ab.
Zu den typischen vorübergehenden Begleiterscheinungen gehören:
- Rötungen und Schwellungen
- Blutergüsse und kleine Blutungen
- Schmerzen oder Druckempfindlichkeit
- vorübergehende Verhärtungen
- leichte Asymmetrien durch die Schwellung
Diese Reaktionen bilden sich in der Regel innerhalb einiger Tage zurück. Systematische Untersuchungen beschreiben Schmerzen und Schwellungen als häufige, meist milde Nebenwirkungen kollagenstimulierender Filler.
Knötchen und Granulome
Eine wichtige mögliche Komplikation sind tastbare oder sichtbare Knötchen. Sie können durch eine zu oberflächliche Injektion, eine zu große Materialmenge, eine ungleichmäßige Verteilung oder eine fehlerhafte Aufbereitung begünstigt werden.
Ein Teil der Knötchen entsteht bereits in den ersten Wochen. Verzögerte Reaktionen können jedoch auch mehrere Monate nach der Behandlung auftreten. In seltenen Fällen bildet sich ein Granulom, also eine länger anhaltende entzündliche Fremdkörperreaktion. Für PLLA wurden verzögerte Knötchen noch bis zu 14 Monate nach der Injektion dokumentiert.
Knötchen und Granulome können je nach Ursache beobachtet, medikamentös behandelt oder in hartnäckigen Fällen chirurgisch entfernt werden. Sie lassen sich jedoch nicht einfach mit Hyaluronidase auflösen.
Gefäßverschlüsse und Gewebeschäden
Wie bei anderen Fillern kann das Material versehentlich in ein Blutgefäß gelangen oder ein Gefäß von außen zusammendrücken. Dadurch kann die Blutversorgung des Gewebes beeinträchtigt werden. Mögliche Folgen sind Schmerzen, Hautschäden, Narben und Gewebeverlust.
Sehr selten kann eine Injektion im Gesicht zu Sehstörungen, Erblindung oder einem Schlaganfall führen. Solche Komplikationen sind medizinische Notfälle und müssen sofort behandelt werden. Für verschiedene Biostimulatoren wurden entsprechende Gefäßkomplikationen beschrieben.
Lassen sich Biostimulatoren wieder auflösen?
Poly-L-Milchsäure, Calcium-Hydroxylapatit und Polycaprolacton lassen sich nicht mit Hyaluronidase abbauen. Sie werden vom Körper im Laufe der Zeit schrittweise resorbiert. Das bedeutet jedoch nicht, dass bei einer Komplikation lediglich auf den natürlichen Abbau gewartet werden kann. Je nach Problem können Medikamente, Injektionen, unterstützende Maßnahmen oder eine operative Behandlung erforderlich sein.
Die fehlende gezielte Auflösbarkeit macht eine sorgfältige Planung besonders wichtig. Der Arzt sollte das verwendete Präparat regelmäßig einsetzen, die Anatomie der Behandlungsregion genau kennen und einen klaren Plan für mögliche Komplikationen besitzen. Die Gebrauchsanweisung von PLLA fordert ausdrücklich eine Behandlung durch medizinisches Personal mit entsprechender Ausbildung, Erfahrung und anatomischen Kenntnissen.
Für wen eignen sich Biostimulatoren und für wen nicht?
Biostimulatoren eignen sich vor allem für Menschen mit beginnendem oder mäßigem Verlust von Volumen, Hautdichte und Spannkraft. Das Alter allein ist dabei kein sinnvolles Auswahlkriterium. Entscheidend sind die Hautqualität, die Gewebestruktur, die zu behandelnde Region und das gewünschte Ergebnis. Besonders geeignet kann die Behandlung sein, wenn Du eine schrittweise und natürlich wirkende Veränderung wünschst. Je nach Wirkstoff lassen sich unter anderem Wangen, Schläfen, Kinn und Kieferlinie behandeln. Bestimmte Präparate werden in verdünnter Form auch zur Verbesserung der Hautqualität an Hals, Dekolleté, Händen oder anderen Körperregionen eingesetzt.
Wann sind Biostimulatoren weniger geeignet?
Biostimulatoren sind weniger geeignet, wenn Du ein sofortiges und punktgenau planbares Ergebnis benötigst. Für eine schnelle Korrektur vor einem wichtigen Anlass kommt häufig eher ein Hyaluron-Filler infrage.
Auch für die Lippen und andere Bereiche mit dünnem oder stark beweglichem Gewebe sind viele kollagenstimulierende Präparate nicht vorgesehen. Für Poly-L-Milchsäure ist die Injektion in das Lippenrot beispielsweise ausdrücklich ausgeschlossen. Bei einer zu oberflächlichen Platzierung können zudem sichtbare Unebenheiten und tastbare Knötchen entstehen.
Als erste Injektionsbehandlung sind Biostimulatoren nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Ein Hyaluron-Filler bietet jedoch den Vorteil, dass sich das Material bei Bedarf mit Hyaluronidase abbauen lässt. Das kann sinnvoll sein, wenn Du noch nicht weißt, wie Dir zusätzliches Volumen oder eine veränderte Kontur gefällt.
Der Begriff Collagen Banking beschreibt die Idee, möglichst früh durch Behandlungen Kollagenreserven aufzubauen. Ein langfristiger vorbeugender Nutzen bei jungen Menschen ist bisher allerdings nicht ausreichend belegt. Maßgeblich sollte deshalb ein konkreter Befund sein und nicht allein der Wunsch, vorsorglich Kollagen zu produzieren.
Wann sollte auf die Behandlung verzichtet werden?
Bei einer akuten Entzündung, Infektion oder anderen Erkrankung im geplanten Behandlungsbereich darf nicht injiziert werden. Auch bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegen Bestandteile des jeweiligen Präparats ist die Behandlung ausgeschlossen.
Während der Schwangerschaft und Stillzeit werden Biostimulatoren normalerweise nicht verwendet, da die Sicherheit für diesen Zeitraum nicht ausreichend untersucht ist. Für PCL-Präparate nennt der Hersteller ausschließlich nicht schwangere und nicht stillende Erwachsene als vorgesehene Patientengruppe.
Bei Autoimmunerkrankungen, einer immunsuppressiven Behandlung, Gerinnungsstörungen, einer ausgeprägten Neigung zu Narben oder früheren Reaktionen auf Filler ist eine individuelle ärztliche Prüfung erforderlich. Eine Autoimmunerkrankung ist nicht automatisch bei jedem Biostimulator eine absolute Gegenanzeige. Die Entscheidung hängt vom Wirkstoff, von der Krankheitsaktivität und vom allgemeinen Gesundheitszustand ab.
Was kosten Biostimulatoren?
Die Kosten hängen vom Wirkstoff, der benötigten Materialmenge, der Anzahl der behandelten Regionen und der Erfahrung des Arztes ab. Bei Poly-L-Milchsäure muss außerdem berücksichtigt werden, dass häufig zwei bis drei Sitzungen notwendig sind.
Kosten in Österreich
In Österreich bewegen sich die Preise für eine Behandlung mit Poly-L-Milchsäure oder Calcium-Hydroxylapatit häufig zwischen etwa 450 und 700 Euro pro Sitzung. Werden mehrere Ampullen, größere Körperregionen oder mehrere Sitzungen benötigt, können die Kosten deutlich höher ausfallen. Aktuelle Praxispreise beginnen beispielsweise bei etwa 490 beziehungsweise 600 Euro.
Kosten in Deutschland
In Deutschland bewegen sich die Preise häufig zwischen etwa 350 und 700 Euro pro Sitzung. Calcium-Hydroxylapatit wird teilweise ab 350 bis 490 Euro angeboten, während Behandlungen mit Poly-L-Milchsäure häufig ab 450 bis 650 Euro beginnen. Die tatsächlichen Kosten steigen mit der verwendeten Materialmenge und der Anzahl der Regionen.
Kosten in der Schweiz
In der Schweiz bewegen sich die Preise für eine einzelne Behandlung häufig zwischen etwa 650 und 1.200 Schweizer Franken. Beispiele reichen von rund 690 Schweizer Franken für Calcium-Hydroxylapatit oder Polycaprolacton bis zu etwa 850 Schweizer Franken für Poly-L-Milchsäure. Je nach Praxis und Materialmenge können die Kosten höher ausfallen.
Wie hoch sind die Gesamtkosten?
Für eine Behandlungsserie mit Poly-L-Milchsäure bewegen sich die Gesamtkosten häufig zwischen etwa 1.000 und 2.500 Euro. In der Schweiz kann eine Serie entsprechend mehr kosten. Lass Dir vor Behandlungsbeginn einen Gesamtplan erstellen, der die voraussichtliche Anzahl der Sitzungen, die benötigte Materialmenge und alle Kontrolltermine enthält.
Da es sich normalerweise um eine rein ästhetische Behandlung handelt, werden die Kosten in der Regel nicht von der Krankenversicherung übernommen. Der Vergleich sollte sich nicht ausschließlich am Preis orientieren. Wichtiger sind die ärztliche Qualifikation, die Erfahrung mit dem konkreten Wirkstoff und ein nachvollziehbares Komplikationsmanagement.
Quellen
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