Die altersbedingte Makuladegeneration, kurz AMD, betrifft nicht das gesamte Sehvermögen, sondern vor allem den Bereich, den Du für scharfes Sehen brauchst. Gesichter wirken verschwommen, Buchstaben fehlen und gerade Linien erscheinen plötzlich verbogen. Das Sehen am Rand bleibt dagegen meist lange erhalten.
In Deutschland leben Schätzungen zufolge mehrere Millionen Menschen mit Veränderungen an der Makula. In Österreich sind rund 200.000 Menschen betroffen. Auch in der Schweiz steigt die Häufigkeit im hohen Alter deutlich an.
Alter und erbliche Veranlagung kannst Du nicht beeinflussen. Bei anderen Risikofaktoren kannst Du jedoch selbst ansetzen. Dazu gehören Rauchen, Bewegungsmangel, eine unausgewogene Ernährung sowie erhöhte Blutdruck-, Blutzucker- und Blutfettwerte. Viele dieser Faktoren tragen aber auch zur Gesundheit von Gehirn, Nerven und Gefäßen bei.
Auf einen Blick: Makuladegeneration vorbeugen
Was kannst Du beeinflussen?
Alter und Veranlagung lassen sich nicht beeinflussen. Mit Rauchstopp, Bewegung, einer ausgewogenen Ernährung und gut eingestellten Blutwerten kannst Du Dein Risiko jedoch senken.
Welche Ernährung hilft?
Eine mediterrane Ernährung mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen, Olivenöl und Fisch kann die Gesundheit der Makula unterstützen.
Warum Kontrollen wichtig sind
Regelmäßige augenärztliche Kontrollen helfen dabei, Veränderungen früh zu erkennen. Plötzlich verzerrte Linien oder fehlende Buchstaben solltest Du sofort abklären lassen.
Was bringen Kapseln?
Nahrungsergänzungsmittel nach dem AREDS2 Schema sind nur bei einer bereits bestehenden AMD sinnvoll. Für gesunde Augen ist kein vorbeugender Nutzen belegt.
Was ist die altersbedingte Makuladegeneration?
Die Makula ist ein kleiner Bereich in der Mitte der Netzhaut. Sie ist etwa fünf Millimeter groß und enthält besonders viele Sehzellen. Dadurch ermöglicht sie Dir, Gesichter, Buchstaben, Farben und feine Details scharf zu erkennen. Die äußeren Bereiche der Netzhaut sind dagegen vor allem für die Orientierung, das Erkennen von Bewegungen und das Sehen bei schwachem Licht zuständig.
Bei einer Makuladegeneration werden die Zellen im Zentrum der Netzhaut nach und nach geschädigt. Deshalb führt eine AMD in der Regel nicht zur vollständigen Erblindung. Sie kann jedoch genau die Sehleistung beeinträchtigen, die Du zum Lesen, Autofahren oder Erkennen von Gesichtern brauchst.
Grundsätzlich werden zwei Formen unterschieden. Die trockene AMD ist die häufigere Variante und entwickelt sich meist langsam über mehrere Jahre. Dabei lagern sich Stoffwechselprodukte unter der Netzhaut ab. Diese Ablagerungen werden Drusen genannt. Im weiteren Verlauf kann das umliegende Gewebe dünner werden und seine Funktion verlieren.
Die feuchte AMD tritt seltener auf, kann das Sehvermögen aber deutlich schneller verschlechtern. Unter der Makula bilden sich neue, undichte Blutgefäße, aus denen Flüssigkeit oder Blut austreten kann. Dadurch kann die Sehschärfe innerhalb kurzer Zeit abnehmen. Wird die feuchte AMD früh erkannt, lässt sie sich häufig mit Medikamenten behandeln, die direkt in das Auge gespritzt werden.
Für die Vorsorge ist wichtig, dass erste Veränderungen oft lange unbemerkt bleiben. Das Gehirn kann kleinere Einschränkungen zunächst ausgleichen, besonders wenn das andere Auge noch gut sieht. Regelmäßige Kontrollen helfen dabei, Veränderungen zu erkennen, bevor deutliche Beschwerden auftreten.

Warum gilt die Netzhaut als Teil des Gehirns?
Die Netzhaut entwickelt sich beim Embryo aus dem Zwischenhirn und gehört damit zum zentralen Nervensystem. Sie besteht aus verschiedenen Nervenzellen und Stützzellen. Zudem besitzt sie mit der Blut-Netzhaut-Schranke eine Schutzbarriere, die eine ähnliche Aufgabe erfüllt wie die Blut-Hirn-Schranke.
Deshalb wird die Netzhaut häufig als Fenster zum Gehirn bezeichnet. Sie lässt sich direkt und ohne Eingriff untersuchen und kann Hinweise darauf geben, wie gesund Nervenzellen und kleinste Blutgefäße sind. Die Forschung untersucht derzeit, ob bestimmte Veränderungen der Netzhaut künftig auch bei der Früherkennung neurologischer Erkrankungen helfen könnten.
Netzhaut und Gehirn sind einigen ähnlichen Alterungsprozessen ausgesetzt. Dazu gehören oxidativer Stress, chronische Entzündungsprozesse, Störungen der Energieversorgung und Schäden an kleinen Blutgefäßen. Studien zeigen zwar Zusammenhänge zwischen Veränderungen der Netzhaut und der späteren geistigen Leistungsfähigkeit. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass eine Makuladegeneration eine Erkrankung des Gehirns ankündigt.
Eine Makuladegeneration bedeutet also nicht, dass sich daraus eine Demenz entwickelt oder ankündigt. Beide Erkrankungsgruppen teilen lediglich einige Risikofaktoren. Dazu gehören unter anderem Bluthochdruck, erhöhte Blutzuckerwerte, Bewegungsmangel und Rauchen. Maßnahmen, die Deine Gefäße und Deinen Stoffwechsel schützen, können deshalb sowohl für die Augen als auch für das Gehirn sinnvoll sein.
Auch Omega 3 Fettsäuren werden in diesem Zusammenhang untersucht. Besonders die Docosahexaensäure, kurz DHA, ist ein wichtiger Bestandteil der Zellmembranen im Gehirn und in der Netzhaut. Ob Omega 3 Präparate einer Makuladegeneration vorbeugen können, ist jedoch nicht ausreichend belegt. Fettreicher Fisch oder Algenöl können dennoch Teil einer ausgewogenen Ernährung sein.
Für die Vorsorge ist vor allem eines wichtig: Ein gesunder Lebensstil unterstützt die Gefäße und den Stoffwechsel im gesamten Körper. Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf sowie gut eingestellte Blutdruck- und Blutzuckerwerte können deshalb sowohl Deinen Augen als auch Deinem Gehirn zugutekommen.
Welche Risikofaktoren erhöhen das Risiko für eine Makuladegeneration?
Der wichtigste Risikofaktor für eine altersbedingte Makuladegeneration ist das Alter. Aber auch die erbliche Veranlagung spielt eine große Rolle. Sind Deine Eltern oder Geschwister betroffen, kann Dein persönliches Risiko erhöht sein. Das bedeutet nicht, dass Du zwangsläufig erkrankst. Es ist jedoch ein guter Grund, frühzeitig mit regelmäßigen augenärztlichen Kontrollen zu beginnen.
Der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor ist das Rauchen. Raucher haben ungefähr ein doppelt so hohes Risiko, eine AMD zu entwickeln. Nach dem Rauchstopp nimmt das Risiko allmählich wieder ab, auch wenn dieser Prozess mehrere Jahre dauern kann.
Auch Bewegungsmangel, eine unausgewogene Ernährung sowie ungünstige Blutdruck- und Blutfettwerte können das Risiko beeinflussen. Erhöhte Blutzuckerwerte belasten außerdem die kleinen Blutgefäße und können unabhängig von einer AMD weitere Schäden an der Netzhaut verursachen.
Viele dieser Faktoren hängen miteinander zusammen. Sie beeinträchtigen die Durchblutung, fördern Entzündungsprozesse und erhöhen den oxidativen Stress. Die Makula ist dafür besonders anfällig, da ihre Sehzellen viel Sauerstoff und Energie benötigen. Maßnahmen, die Deine Gefäße und Deinen Stoffwechsel schützen, können deshalb auf mehreren Wegen zur Gesundheit Deiner Augen beitragen.
Welche Ernährung kann einer Makuladegeneration vorbeugen?
Eine einzelne Mahlzeit und ein bestimmter Nährstoff können eine Makuladegeneration nicht verhindern. Entscheidend ist vielmehr, wie Du Dich langfristig ernährst. Besonders gut untersucht ist die mediterrane Ernährung.
Mediterrane Ernährung als Grundlage
Zu einer mediterranen Ernährung gehören viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse, Olivenöl und regelmäßig Fisch. Stark verarbeitete Lebensmittel sowie rotes und verarbeitetes Fleisch werden dagegen nur selten gegessen.
Im europäischen Forschungsverbund EYE RISK war eine konsequent mediterrane Ernährung mit einem rund 40 Prozent niedrigeren Risiko für eine fortgeschrittene AMD verbunden. Dabei handelte es sich allerdings um Beobachtungsstudien. Sie zeigen einen Zusammenhang, beweisen aber nicht, dass die Ernährung allein für das geringere Risiko verantwortlich war.
Mehr über die praktische Umsetzung erfährst Du auf unserer Seite zur bewussten Ernährung.
Lutein und Zeaxanthin für die Makula
Lutein und Zeaxanthin sind Pflanzenfarbstoffe aus der Gruppe der Carotinoide. Der Körper reichert sie gezielt in der Makula an. Dort filtern sie einen Teil des kurzwelligen Lichts und helfen dabei, die Sehzellen vor oxidativem Stress zu schützen.
Besonders viel Lutein und Zeaxanthin steckt in Grünkohl, Spinat, Mangold, Brokkoli, Erbsen, Mais und orangefarbenem Paprika. Auch Eigelb enthält beide Stoffe. Da Carotinoide fettlöslich sind, kann Dein Körper sie besser aufnehmen, wenn Du das Gemüse mit etwas Öl zubereitest.
Omega 3 Fettsäuren richtig einordnen
Auch langkettige Omega 3 Fettsäuren sind Bestandteile der Netzhaut. Besonders die Docosahexaensäure, kurz DHA, kommt in hoher Konzentration in den Membranen der Sehzellen und im Gehirn vor.
Fettreicher Seefisch liefert DHA und EPA direkt. Eine pflanzliche Alternative ist Algenöl. Leinöl und Walnüsse enthalten dagegen hauptsächlich Alpha Linolensäure, kurz ALA. Der Körper kann daraus zwar DHA und EPA bilden, allerdings nur in begrenztem Umfang.
Beobachtungsstudien weisen darauf hin, dass eine Ernährung mit regelmäßigem Fischverzehr mit einem geringeren AMD Risiko verbunden sein könnte. Für Omega 3 Präparate ist eine vorbeugende Wirkung bisher jedoch nicht eindeutig belegt. In der AREDS2 Studie konnten zusätzliche DHA und EPA Präparate das Fortschreiten einer bestehenden AMD nicht weiter verlangsamen.
Für Deine Augen ist daher weniger ein einzelner Nährstoff wichtig als eine abwechslungsreiche Ernährung, die reichlich Gemüse, gesunde Fette, Hülsenfrüchte, Nüsse und möglichst unverarbeitete Lebensmittel enthält. Wie gut Du mit weiteren Mikronährstoffen versorgt bist, lässt sich über das Blut bestimmen, etwa beim Vitamin D Mangel.
Wann sind Nahrungsergänzungsmittel bei Makuladegeneration sinnvoll?
Nahrungsergänzungsmittel können bei einer bereits bestehenden Makuladegeneration sinnvoll sein. Zur allgemeinen Vorbeugung bei gesunden Augen sind sie jedoch nicht geeignet.
In der amerikanischen AREDS Studie erhielten 4.757 Personen verschiedene hochdosierte Kombinationen aus Vitaminen, Zink und Kupfer. Bei Personen mit einer mittleren AMD oder einer fortgeschrittenen AMD an einem Auge verringerte die untersuchte Kombination das Risiko, dass die Erkrankung weiter fortschreitet, um etwa 25 Prozent. Bei gesunden Augen und einer frühen AMD zeigte sich dieser Nutzen nicht.
In der späteren AREDS2 Studie wurden Lutein und Zeaxanthin anstelle von Betacarotin untersucht. Betacarotin kann bei Rauchern und ehemaligen Rauchern das Risiko für Lungenkrebs erhöhen. Deshalb wird heute in der Regel die AREDS2 Zusammensetzung ohne Betacarotin empfohlen.
Die Präparate enthalten deutlich höhere Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen, als Du über die normale Ernährung aufnehmen würdest. Sie können außerdem Wechselwirkungen mit Medikamenten haben. Das gilt unter anderem für Präparate mit hoch dosiertem Vitamin E und für bestimmte Blutverdünner. Nimm solche Nahrungsergänzungsmittel deshalb nur nach ärztlicher Rücksprache ein.
Sind Deine Augen gesund, sind eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ein Rauchstopp sinnvoller als spezielle Augenkapseln. Wurde bei Dir eine AMD festgestellt, kann Dein Augenarzt beurteilen, ob ein Präparat nach dem AREDS2 Schema für Dich geeignet ist.

Kann Bewegung einer Makuladegeneration vorbeugen?
Regelmäßige Bewegung schützt Herz und Gefäße, verbessert den Zuckerstoffwechsel und kann dabei helfen, Blutdruck und Körpergewicht zu regulieren. Damit wirkt sie auf mehrere Faktoren, die auch für die Gesundheit der Netzhaut eine Rolle spielen.
Was die Studien zeigen
Ob Bewegung das Risiko für eine Makuladegeneration direkt senkt, ist noch nicht abschließend geklärt. Eine Auswertung von sieben Bevölkerungsstudien mit insgesamt 14.630 Personen zeigte, dass wenig oder mäßig aktive Personen etwas häufiger eine frühe AMD entwickelten als sehr aktive Personen. Das Fortschreiten zu einer späten AMD wurde durch die körperliche Aktivität jedoch nicht beeinflusst.
Eine neuere Analyse von 14 Langzeitstudien fand ebenfalls Hinweise auf ein etwas geringeres AMD Risiko bei körperlich aktiven Personen. Der Unterschied war jedoch statistisch nicht eindeutig. Die Forscher bewerteten die Beweislage deshalb als begrenzt. Bewegung ist somit keine Garantie gegen AMD, bleibt aber wegen ihrer zahlreichen gesundheitlichen Vorteile ein wichtiger Bestandteil der Vorsorge.
Du brauchst dafür kein aufwendiges Trainingsprogramm. Versuche, Dich an den meisten Tagen zu bewegen, etwa durch zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen. Ergänzend sind regelmäßiges Ausdauertraining und Krafttraining sinnvoll. Wie Du in einem ruhigen Tempo trainierst, erfährst Du auf unserer Seite zum Zone 2 Training.
Warum sind Blutdruck, Blutzucker und Blutfette für die Augen wichtig?
Die Netzhaut wird von zahlreichen kleinen Blutgefäßen mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck kann diese Gefäße schädigen und die Durchblutung des Auges beeinträchtigen. Bluthochdruck zählt deshalb zu den beeinflussbaren Faktoren, die mit einer AMD in Verbindung stehen.
Welche Werte Du im Blick behalten solltest
Eine gut eingestellte Blutdrucktherapie schützt nicht nur Herz und Gehirn, sondern auch die Gefäße der Augen.
Auch dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte können Gefäße und Nervenzellen in der Netzhaut schädigen. Diabetes ist vor allem als Ursache der diabetischen Netzhauterkrankung bekannt, wird in Studien aber auch mit einem erhöhten Risiko für eine AMD in Verbindung gebracht. Ein regelmäßiger Blutzuckerwert und der Langzeitwert HbA1c zeigen, ob Dein Zuckerstoffwechsel gut eingestellt ist. Wie sich der Blutzucker über den Tag verhält, lässt sich zusätzlich mit einer kontinuierlichen Glukosemessung beobachten.
Bei den Blutfetten ist der Zusammenhang mit der AMD weniger eindeutig. Erhöhte Blutfettwerte fördern jedoch Arteriosklerose und belasten langfristig die Gefäße. Deshalb ist es sinnvoll, Blutdruck, Blutzucker und Blutfette regelmäßig kontrollieren und auffällige Werte behandeln zu lassen.
Wie wichtig sind Schlaf und Rauchstopp bei der Vorbeugung?
Der Rauchstopp gehört zu den wichtigsten Maßnahmen, mit denen Du Dein Risiko für eine altersbedingte Makuladegeneration senken kannst. Rauchen beeinträchtigt die Durchblutung der Netzhaut, erhöht den oxidativen Stress und schwächt die körpereigenen Schutzmechanismen. Raucher haben dadurch ein deutlich höheres Risiko, an einer AMD zu erkranken. Nach dem Aufhören sinkt das Risiko schrittweise. Es kann jedoch mehrere Jahre dauern, bis es sich dem Risiko eines Nichtrauchers annähert. Unterstützung bieten ärztlich begleitete Entwöhnungsprogramme, Beratungsstellen und teilweise auch die Krankenversicherungen.
Die direkte Bedeutung des Schlafs für die Entstehung einer AMD ist weniger gut untersucht. Ausreichender und erholsamer Schlaf unterstützt jedoch die Regulation von Blutdruck, Blutzucker und Entzündungsprozessen. Damit wirkt er auf mehrere Faktoren, die auch für die Gesundheit der kleinen Gefäße im Auge wichtig sind. Chronischer Schlafmangel und eine unbehandelte Schlafapnoe können dagegen Bluthochdruck und Stoffwechselprobleme begünstigen. Starkes Schnarchen, nächtliche Atemaussetzer und ausgeprägte Müdigkeit am Tag solltest Du deshalb ärztlich abklären lassen. Wie Du Deinen Schlaf verbessern kannst, erfährst Du auf unserer Seite über die Bedeutung von Schlaf.
Ein gesunder Lebensstil kann die AMD nicht sicher verhindern. Er schützt aber Deine Gefäße und Deinen Stoffwechsel und schafft damit gute Voraussetzungen für gesunde Augen.
Schützen Sonnenbrille und Blaulichtfilter vor einer Makuladegeneration?
Eine Sonnenbrille mit ausgewiesenem UV-Schutz schützt Deine Augen vor intensiver Sonnenstrahlung. Besonders wichtig ist sie bei starker Helligkeit, in den Bergen, am Wasser und im Schnee. Die Gläser sollten ausreichend groß sein und möglichst auch seitlich einfallendes Licht reduzieren.
Ob Sonnenlicht unmittelbar zur Entstehung einer altersbedingten Makuladegeneration beiträgt, ist wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt. Ein guter UV-Schutz bleibt dennoch sinnvoll, da starke und langjährige Sonnenbelastung auch andere Bereiche des Auges schädigen kann.
Beim Blaulicht von Smartphones, Tablets und Computerbildschirmen ist die Einschätzung klarer. Bisher gibt es keine Belege dafür, dass die übliche Bildschirmnutzung eine Makuladegeneration verursacht. Auch für Blaulichtfilterbrillen ist kein Schutz vor einer AMD nachgewiesen.
Beschwerden bei langer Bildschirmarbeit entstehen meist, weil Du seltener blinzelst. Dadurch trocknet die Augenoberfläche aus. Regelmäßige Pausen, bewusstes Blinzeln und ein angemessener Abstand zum Bildschirm helfen in diesem Fall meist besser als ein Blaulichtfilter.

Wie lässt sich eine Makuladegeneration früh erkennen?
Eine AMD kann lange unbemerkt bleiben. Erste Beschwerden betreffen meist das zentrale Sehen. Gerade Linien wirken plötzlich wellig oder verbogen, Buchstaben fehlen mitten im Wort und Farben erscheinen blasser. Manche Betroffene brauchen außerdem deutlich mehr Licht zum Lesen.
Der Selbsttest mit dem Amsler Gitter
Da das besser sehende Auge Einschränkungen des anderen Auges zunächst ausgleichen kann, solltest Du beide Augen regelmäßig einzeln prüfen. Dafür eignet sich das Amsler Gitter. Halte das Gitter bei guter Beleuchtung etwa 30 bis 40 Zentimeter vor Dein Gesicht. Trage dabei Deine Lesebrille, falls Du eine benötigst. Decke ein Auge ab und fixiere mit dem anderen Auge den Punkt in der Mitte. Wiederhole den Test anschließend auf der anderen Seite. Wirken Linien verzerrt, unterbrochen oder verschwommen, solltest Du das zeitnah augenärztlich untersuchen lassen. Das gilt auch, wenn ein Teil des Gitters fehlt oder dunkel erscheint. Der Selbsttest kann Veränderungen sichtbar machen, ersetzt aber keine fachärztliche Untersuchung.
Als Orientierung wird häufig ab dem 50. Lebensjahr eine jährliche augenärztliche Kontrolle empfohlen. Wie oft eine Untersuchung für Dich sinnvoll ist, hängt jedoch von Deinen persönlichen Risikofaktoren ab. Bei familiärer Vorbelastung, Diabetes, Beschwerden oder bereits bekannten Netzhautveränderungen können frühere oder häufigere Kontrollen notwendig sein. Bei der Untersuchung prüft der Augenarzt unter anderem Deine Sehschärfe und betrachtet die Netzhaut, häufig nach einer Erweiterung der Pupille. Besteht ein Verdacht auf Veränderungen der Makula, kann zusätzlich eine optische Kohärenztomografie, kurz OCT, durchgeführt werden. Sie stellt die einzelnen Netzhautschichten detailliert dar und kann Flüssigkeitsansammlungen sichtbar machen.
Treten plötzlich verzerrte Linien, ein dunkler Fleck oder ein neuer verschwommener Bereich in der Mitte Deines Blickfelds auf, solltest Du sofort einen Augenarzt kontaktieren. Solche Veränderungen können auf eine feuchte AMD oder eine andere Erkrankung der Netzhaut hinweisen und müssen rasch abgeklärt werden.
Wie kann ich einer Makuladegeneration konkret vorbeugen?
Beginne mit den Maßnahmen, die den größten Einfluss haben. Falls Du rauchst, ist der Rauchstopp besonders wichtig. Bewege Dich außerdem regelmäßig und achte auf eine mediterran geprägte Ernährung mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen, Olivenöl und Fisch.
Lass Deinen Blutdruck, Deinen Langzeitblutzucker und Deine Blutfette regelmäßig kontrollieren. Auffällige Werte solltest Du gemeinsam mit Deinem Arzt behandeln, da sie nicht nur Herz und Gehirn, sondern auch die kleinen Gefäße der Augen belasten können.
Achte zudem auf ausreichend Schlaf und lass mögliche Atemaussetzer in der Nacht untersuchen. Trage bei intensiver Sonnenstrahlung eine Sonnenbrille mit zuverlässigem UV-Schutz.
Ab dem 50. Lebensjahr sind regelmäßige augenärztliche Untersuchungen sinnvoll. Sind Deine Eltern oder Geschwister von einer AMD betroffen, solltest Du mit Deinem Augenarzt besprechen, ob Du früher mit der Vorsorge beginnen solltest. Zwischen den Untersuchungen kannst Du Deine Augen einzeln mit dem Amsler Gitter kontrollieren.
Wichtig ist eine realistische Erwartung: Keine dieser Maßnahmen kann eine AMD sicher verhindern. Du kannst jedoch beeinflussbare Risikofaktoren reduzieren und dazu beitragen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Das verbessert die Chancen, rechtzeitig auf eine Verschlechterung zu reagieren.
Was kostet die Vorsorge einer Makuladegeneration?
Welche Kosten übernommen werden, hängt davon ab, ob Beschwerden oder ein medizinisch begründeter Verdacht bestehen. Auch das Land, die Versicherung und die jeweilige Praxis sind relevant.
Deutschland: Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt notwendige Untersuchungen, wenn Beschwerden bestehen oder ein begründeter Verdacht auf eine feuchte AMD vorliegt. Wird eine OCT ohne Beschwerden ausschließlich zur Früherkennung angeboten, handelt es sich meist um eine individuelle Gesundheitsleistung. Die Kosten liegen häufig zwischen 85 und 140 Euro.
Österreich: Eine OCT kann bei medizinischer Notwendigkeit grundsätzlich über die Krankenversicherung abgerechnet werden. Ob die Untersuchung tatsächlich als Kassenleistung angeboten wird, hängt unter anderem vom Vertrag des Augenarztes und von der konkreten Indikation ab. Eine reine Vorsorgeuntersuchung ohne Beschwerden kann privat zu bezahlen sein.
Schweiz: Die Grundversicherung übernimmt medizinisch notwendige Untersuchungen grundsätzlich im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben. Du beteiligst Dich jedoch über Deine Franchise und den Selbstbehalt an den Kosten. Untersuchungen ohne medizinische Indikation musst Du möglicherweise selbst bezahlen.
Lass Dir vor einer kostenpflichtigen Zusatzuntersuchung erklären, weshalb sie empfohlen wird, welchen Nutzen sie in Deinem Fall haben kann und welche Kosten entstehen.
Auch Präparate nach dem AREDS2 Schema werden in der Regel selbst bezahlt. Die Preise unterscheiden sich je nach Präparat und Dosierung. Da sie gesunden Augen keinen nachgewiesenen vorbeugenden Nutzen bieten, solltest Du sie nur einnehmen, wenn bei Dir eine entsprechende AMD festgestellt wurde und Dein Augenarzt sie empfiehlt. Eine Praxis in Deiner Nähe findest Du über unsere Arztsuche.
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