ICD-10-GM-2020 C34  

Was versteht die Medizin unter Lungenkrebs?

Die Lunge ist ein menschliches Organ, das den Körper mit Sauerstoff versorgt. Sie ist so aufgebaut, dass sie mit der Umwelt in direktem Kontakt steht. Zwar reinigt der Körper die Atemluft, um sich vor Krankheitserregern und Schadstoffen zu schützen, dennoch gelangen verschieden Schadstoffe in die Lunge und können dort zu Schädigungen oder sogar Tumoren führen. Der wichtigsten Risikofaktoren für Lungenschäden sind aktives und passives Rauchen. Lungenkrebs, welcher in der Medizin auch „Bronchialkarzinom“ genannt wird, zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Dieser bösartige Tumor lässt sich auf verschiedene Weise behandeln, etwa mit Chemotherapie, Strahlentherapie oder Operationen. Durch verschiedene Schadstoffe kann es in der Lunge zu einem Tumor kommen.

Welche Formen von Lungenkrebs gibt es?

Unter dem Mikroskop können zwischen verschiedenen Typen des Lungenkrebses unterschieden werden. Zu erkennen, welcher Typ vorliegt, ist ein wichtiger Schritt, da es für die Behandlung entscheidend ist, ob ein nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom oder ein kleinzelliges Bronchialkarzinom vorliegt.   Unter der Bezeichnung des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms, welches etwa 80 Prozent aller Lungenkrebse ausmacht, werden vorwiegend drei Typen zusammengefasst: Das Adenokarzinom, welches sich durch eine starke Narbenbildung in der Lunge auszeichnet, das Plattenepithelkarzinom, welches besonders mit dem Rauchen assoziiert ist und mit 30-40 Prozent den größten Teil der Lungenkrebserkrankungen ausmacht und das großzellige Karzinom.   Letzteres diagnostiziert der Arzt, wenn keines der bisher genannten Wachstumsmuster gefunden werden kann und macht etwa zehn Prozent aller Lungenkrebserkrankungen aus. Da alle drei Tumorarten die gleiche therapeutische Konsequenz teilen, kann man sie zusammenfassen. Der Fokus liegt hier auf einer chirurgischen Therapie mit einer Operation. Anschließend an den Eingriff kommen Chemotherapie und Bestrahlung zum Einsatz, da sie dazu beitragen, nicht erfasste Anteile und Metastasen zu bekämpfen. Allerdings sprechen nur etwa 30 Prozent der behandelten Patienten auf eine Chemotherapie an.   Das kleinzellige Karzinom fällt durch besonders aggressives, bösartiges Wachstum und einem sehr starken Zusammenhang zum Rauchen auf. Da dieser Krebs enorm schnell wächst, fällt die Diagnose in drei von vier Fällen erst in einem fortgeschrittenen Stadium. Typischerweise ist dieses Karzinom zentral in der Nähe des Lungenhilus, dem Ort, an dem die Gefäße in die Lunge eintreten, lokalisiert. Etwa zwanzig Prozent aller Lungenkrebse sind kleinzellig und haben damit, aufgrund ihres aggressiven Verhaltens, eine besonders ungünstige Prognose. Sie sprechen jedoch im Gegensatz zu nicht-kleinzelligen Karzinomen besonders gut auf eine Chemotherapie an.   Eine weitere Besonderheit der kleinzelligen Krebse ist, dass manche der Tumorzellen Hormone produzieren, die die Homöostase des Körpers beeinflussen können. Beispiele dafür sind das sogenannte paraneoplastische Cushing Syndrom mit einer vermehrten Bildung des Stresshormons Cortisol in der Nebenniere, das Syndrom der Inadäquaten ADH Ausschüttung, bei dem es zur verstärkten Salzausscheidung kommt, oder dem Lambert-Eaton Syndrom, das sich durch eine Muskelschwäche auszeichnet. Von einer „Limited desease“ ist die Rede, wenn lediglich ein Lungenflügel ohne weiteren Befall des Brustraums oder der Lymphknoten außerhalb des Brustraums betroffen ist.  

In welche Stadien wird Lungenkrebs unterteilt?

Das Stadium des Lungenkrebses wird mittels der TNM-Klassifikation in vier Stadien eingeteilt. Je höher das Stadium, desto fortgeschrittener ist die Erkrankung.   Das erste Stadium wird von Ärzten in A und B unterteilt. Stadium eins A entspricht einem Lungentumor, der kleiner als drei Zentimeter ist. Der Hauptbronchus ist nicht vom Krebs betroffen. Zudem sind keine Lymphknoten befallen und es haben sich noch keine Fernmetastasen gebildet. Beim Stadium eins B ist der Tumor drei bis fünf Zentimeter groß und beschränkt sich auf die Lunge. Der Tumor hat also weder Lymphknoten befallen noch in andere Organe oder Gewebe gestreut. In diesem ersten Stadium hat Lungenkrebs die beste Prognose und ist oft noch heilbar.   Im zweiten Stadium wird ebenfalls zwischen A und B unterschieden. Es haben noch keine Metastasen stattgefunden, jedoch ist der Tumor schon größer verwachsen. Auch im Stadium zwei ist Lungenkrebs in manchen Fällen noch heilbar. Die Lebenserwartung der Patienten ist jedoch bereits niedriger als in Stadium eins.   Stadium drei liegt dann vor, wenn der Tumor bereits Lymphknoten befallen hat und eine Größe von drei bis fünf Zentimeter im Stadium drei A oder eine Größe von fünf bis sieben Zentimetern im Stadium drei B hat. Ist der Tumor schon so weit fortgeschritten, können die Patienten nur noch in seltenen Fällen geheilt werden.   Lebenserwartung und Heilungschancen sind im vierten Stadium am geringsten. Der Krebs selbst kann kaum noch therapiert werden und der Patient kann lediglich eine palliative Unterstützung erhalten. Das oberste Ziel ist es nun, die Symptome zu lindern und die Überlebenszeit zu verlängern. Zum Stadium vier zählt jeder Lungenkrebs, der bereits Fernmetastasen gebildet hat. Tumorgröße und Lymphknotenbefall spielen in diesem Fall keine Rolle mehr.  

Was sind die Symptome von Lungenkrebs?

Lungenkrebs verursacht anfangs oft keine oder nur unspezifische Beschwerden. Dazu zählen Abgeschlagenheit, Husten oder Schmerzen in der Brust. Solche Beschwerden können aber oft auch viele andere Ursachen haben. Besonders für Raucher ist es umso wichtiger, die Symptome ernst zu nehmen und mit dem Arzt zu besprechen. Die Krankheitszeichen sind leider so vieldeutig, dass sie häufig zunächst verkannt werden, etwa als chronische Bronchitis, was die Therapie erheblich erschwert. Warnzeichen kann ein neu einsetzender und über Wochen anhaltender Husten oder die Verschlimmerung eines chronischen Hustens sein. Ebenso kannst Du einen ungewollten Gewichtsverlust, sowie Kurzatmigkeit bemerken.   Ausgeprägtere Symptome ruft Lungenkrebs hervor, wenn er bereits weiter fortgeschritten ist. Dann können zum Beispiel rapider Gewichtsverlust, blutiger Auswurf und Atemnot auftreten.   Hat der Lungenkrebs bereits Metastasen in anderen Geweben des Körpers gebildet, kommen meist weitere Symptome hinzu. So können zum Beispiel Metastasen im Gehirn die Nerven schädigen. Mögliche Folgen sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Seh- und Gleichgewichtsstörungen oder sogar Lähmungen. Haben die Krebszellen die Knochen befallen, können diverse Beschwerden am Bewegungsapparat auftreten. Kleinzellige Lungenkarzinome können Hormone bilden, die ins Blut übergehen.   Wenn diese Substanzen im Übermaß produziert werden, führen sie zu typischen Veränderungen im Blutbild, was für den Arzt wegweisend für die richtige Diagnose und Therapie sein kann. Dazu gehören zum Beispiel Blutarmut, zu viel Kalzium im Blut, Blutgerinnungsstörungen, neurologische Symptome oder Hautveränderungen. Solche Symptome sind bei einem kleinen Teil der Betroffenen das erste Zeichen der Erkrankung. Lungenkrebs äußert sich anfangs in unspezifischen Symptomen wie Atemnot und Husten.

Welche Ursachen hat Lungenkrebs?

Der Grund von Lungenkrebs ist ein unkontrolliertes Wachstum von Zellen im sogenannten Bronchialsystem, dem Teil der Lunge, an dem der Gasaustausch ins Blut stattfindet. Man versteht darunter die großen und kleinen Luftwege der Lunge. Der Tumor selbst entsteht aus den Epithelzellen dieses Systems. Diese bilden das Deckgewebe, das die Luftwege auskleidet.   Beginnen diese Zellen unkontrolliert zu wachsen und sich zu vermehren, entstehen Tumore. Dabei verdrängen sie zunehmend gesundes Lungengewebe. Zudem können sich die Krebszellen über die Blut- und Lymphbahnen ausbreiten und an anderer Stelle im Körper weiterwachsen. Solche Absiedlungen bezeichnet die Medizin als Lungenkrebs-Metastasen.   Dieser Prozess beginnt meist durch Kontakt mit einem krebserregenden Stoff, wie zum Beispiel Tabakrauch oder Asbest. Daraufhin entstehen Schäden am Erbgut, auch als Mutation bezeichnet. Zuletzt kommt es, oft nach einer gewissen Ruhephase von bis zu 40 Jahren oder aber auch schon früher, zu einem entarteten, ungehemmten Wachstum der geschädigten Epithelzellen.  

Welche Risikofaktoren begünstigen die Entstehung von Lungenkrebs?

Der wichtigste Risikofaktor für ein unkontrolliertes und bösartiges Zellwachstum in der Lunge ist das Rauchen. Rund 90 Prozent aller an Lungenkrebs erkrankten Männer haben aktiv geraucht oder tun es noch immer. Bei den Frauen trifft dies auf mindestens 60 Prozent der Patientinnen zu.   Dabei ist das Erkrankungsrisiko abhängig vom Zeitraum, der Menge und der Art des Rauchens. Je mehr man raucht und je früher man angefangen hat, desto eher erkrankt man an Lungenkrebs. Inhaliert man den Rauch, ist die Lunge anfälliger. Des Weiteren hat die Zigarettensorte einen Einfluss auf das Lungenkrebs-Risiko, da starke und filterlose Zigaretten als besonders gefährlich gelten. Seit einigen Jahren ist auch bekannt, dass Jugendliche und Frauen sensibler auf die krebserregenden Stoffe im Tabakrauch reagieren als Erwachsene und Männer. Es muss sich allerdings nicht jeder, der in seinem Leben ein paar Jahre geraucht hat, Sorgen wegen Lungenkrebs machen. Die Lunge hat die Fähigkeit, sich wieder zu erholen. Somit sinkt das Lungenkrebs-Risiko bereits nach wenigen Jahren erheblich. Ungefähr zwanzig bis 30 Jahre, nachdem ein Raucher aufgehört hat zu rauchen, hat er ungefähr das gleiche Erkrankungsrisiko, wie ein Nichtraucher.   Abgesehen vom Rauchen gibt es noch andere Faktoren, die das Risiko für ein Lungenkarzinom erhöhen können. Dazu gehören Werkstoffe wie Asbest, Arsenverbindungen, Quarz- und Nickelstäube oder Radon. Radon ist ein radioaktives Gas und kommt in bestimmten Gegenden konzentriert vor. Es findet sich dort vor allem in den unteren Stockwerken von Gebäuden und hat stark mutagenes Potenzial. Ebenso kann eine hohe Schadstoffbelastung der Luft, wozu vor allem Dieselruß gehört, negativen Einfluss auf die Lunge haben.   Bis zu einem gewissen Grad scheint Lungenkrebs vererbbar zu sein. Besonders bei sehr jungen Patienten vermuten Experten eine genetische Veranlagung. Diese könnte die Betreffenden anfälliger gegenüber lungenschädigenden Einflüssen machen.  

Wie häufig ist Lungenkrebs und wer ist besonders davon betroffen?

In Deutschland erkranken jährlich ungefähr 41.000 Menschen an Lungenkrebs. Männer sind dreimal so oft betroffen wie Frauen. Bei der männlichen Bevölkerung ist Lungenkrebs die häufigste, bei Frauen die dritthäufigste Krebsform. Bei beiden Geschlechtern ist diese Erkrankung die häufigste krebsbedingte Todesursache. In Österreich sind stand 2017 in 2.739 Fällen Männer und in 1.937 Fällen Frauen an Lungenkrebs erkrankt.  

Wie ist die Prognose bei Lungenkrebs?

Insgesamt hat das Bronchialkarzinom eine schlechte Prognose. Durch die unerkannten Symptome wird Lungenkrebs bei vielen Patienten erst entdeckt, wenn die Erkrankung bereits weit fortgeschritten ist. Eine Heilung ist dann meist nicht mehr möglich. Entdeckt der Arzt den Lungenkrebs in frühen Stadien, kann man eventuell operieren. Nach einiger Zeit bildet sich aber oft ein erneuter Tumor, ein sogenanntes Rezidiv.   Gerade weil die Heilungschancen so gering sind, ist es wichtig das Risiko für Lungenkrebs nicht unnötig zu erhöhen. Der wichtigste Faktor, den jeder selbst in der Hand hat, ist das Rauchen. Der Verzicht auf Tabak senkt deutlich das persönliche Risiko für ein Bronchialkarzinom. Prognose und Verlauf einer bereits bestehenden Lungenkrebs-Erkrankung lassen sich ebenfalls verbessern, wenn man mit dem Rauchen aufhört.  

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Erste Ansprechpartner sind in der Regel die Hausärzte. Auch wenn diese nicht auf Krebs spezialisiert sind, so kennen sie ihre Patienten und deren allgemeinen Gesundheitszustand doch oft schon lange. Wenn erste Anzeichen von Symptomen, wie stärkerer Husten, Atemnot oder Gewichtsverlust eintreten, solltest Du Deinen Hausarzt aufsuchen. In der Regel überweist Dich Dein Arzt anschließend zu Fachärzten für Innere Medizin und Pneumologie, also zu Spezialisten mit dem Schwerpunkt Lungenheilkunde. Eine Röntenaufnahme der Lunge kann zeigen, ob es sich um einen Lungenkrebs handelt oder nicht.

Wie diagnostiziert der Arzt Lungenkrebs?

Zunächst macht sich der Arzt im Gespräch mit Dir ein Bild von Deiner Krankengeschichte. Er lässt sich die auftretenden Beschwerden wie Atemnot oder Brustschmerzen schildern und erkundigt sich nach Risikofaktoren für Lungenkrebs. Er fragt zum Beispiel, ob Du rauchst oder beruflich mit Materialien wie Asbest oder Arsenverbindungen zu tun hast.   Wichtig für die Lungenkrebs-Diagnose sind auch Angaben zu möglichen Vorerkrankungen wie COPD oder chronische Bronchitis. Du solltest den Arzt auch darauf aufmerksam machen, wenn es bereits Fälle von Lungenkrebs in der eigenen Familie gab.   Nach dem Anamnesegespräch folgt eine sorgfältige körperliche Untersuchung durch den Arzt. Er klopft und hört Deine Lunge ab und misst Blutdruck und Puls. Weitere Untersuchungen sind meist bei Verdacht auf Lungenkrebs notwendig. Daher ordnet der Arzt zusätzliche Laboruntersuchungen, Röntgenaufnahmen, eine Bronchoskopie, Computertomografie und der Ultraschall an, um eine genaue Diagnose zu ermöglichen.   Wird tatsächlich Lungenkrebs festgestellt, schließen sich weitere Untersuchungen an. Diese sollen vor allem zeigen, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat, ob Lymphknoten befallen sind und ob sich bereits Metastasen in anderen Geweben gebildet haben. Dies geschieht vor allem mit einer Lungenfunktionsprüfung, Magnetresonanztomografie und der Entnahme von Gewebeproben. Welches Verfahren genau zum Einsatz kommt, ist abhängig vom jeweiligen Patienten.  

Welche Behandlungs- und Therapieverfahren kommen bei Lungenkrebs zum Einsatz?

Die Therapie eines Bronchialkarzinoms ist sehr kompliziert und der Arzt passt dieses individuell an das Stadium des Krebses vom jeweiligen Patienten an. Alter und Dein allgemeiner Gesundheitszustand spielen zusätzlich eine wichtige Rolle bei der Therapieplanung.   Zielt eine Behandlung darauf ab den Lungenkrebs zu heilen, spricht man von einer kurativen Therapie. Patienten, bei denen eine Heilung nicht mehr möglich ist, erhalten eine palliative Therapie. Sie soll die Lebenszeit des Patienten maximal verlängern und seine Beschwerden lindern.   Den Ärzten stehen drei unterschiedliche Therapieansätze zur Verfügung, die einzeln oder in Kombination eingesetzt werden. Dazu zählen eine operative Behandlung, eine Chemotherapie und eine Strahlentherapie.  

Wie verläuft die operative Behandlung von Lungenkrebs?

Eine echte Heilungschance besteht bei Lungenkrebs meist nur, solange man ihn operieren kann. Dabei versucht der Chirurg, das vom Krebs befallene Lungengewebe, sowie einen großen Teil des umliegenden gesunden Gewebes, zur Absicherung, zu entfernen. So will er sicherstellen, dass keine Krebszellen zurückbleiben. Je nach Ausbreitung des Bronchialkarzinoms entfernt man deshalb entweder einen oder zwei Lungenlappen. Bei der Operation schneidet der Chirurg zusätzlich die umliegenden Lymphknoten heraus. Das macht er sicherheitshalber auch dann, wenn die Voruntersuchungen keinen Hinweis auf einen Krebsbefall der Lymphknoten gegeben haben. Leider besteht oft keine Aussicht, dass eine Operation den Lungenkrebs heilen kann, wenn der Tumor schon zu weit fortgeschritten ist.  

Wie verläuft eine Chemotherapie bei Lungenkrebs?

Lungenkrebs kann man, wie viele andere Krebsarten auch, mit einer Chemotherapie behandeln. Dabei erhält der Patient Medikamente, welche die Zellteilung und damit das Tumorwachstum hemmen.   Eine Chemotherapie allein reicht nicht aus, um Lungenkrebs zu heilen. Man setzt sie deshalb meistens in Kombination mit anderen Behandlungen ein. Sie kann zum Beispiel im Vorfeld einer Operation erfolgen, um den Tumor zu verkleinern oder gemeinsam mit einer Strahlentherapie genutzt werden. Eine Chemotherapie bei Lungenkrebs besteht in der Regel aus mehreren Behandlungszyklen. Es gibt also bestimmte Tage, an denen der Arzt die Medikamente verabreicht. Meistens erhält der Patient die Wirkstoffe als Infusion über eine Vene.  

Wie funktioniert die Bestrahlung von Lungenkrebs?

Ein weiterer Ansatz zur Lungenkrebs-Behandlung ist die Bestrahlung. Patienten erhalten die Strahlentherapie meist ergänzend zu einer anderen Behandlungsform. Ähnlich wie die Chemotherapie kann die Bestrahlung vor oder nach einer Operation erfolgen. Oft setzt man sie auch zusätzlich zu einer Chemotherapie ein, Radiochemotherapie genannt. In frühen Stadien dieser Erkrankung kann auch eine alleinige Strahlentherapie zur Heilung genügen. Rauchen gilt als der größte Risikofaktor für Lungenkrebs.

Wie hoch ist die Lebenserwartung bei einem Bronchialkarzinom?

Um die Lebenserwartung abschätzen zu können, ist das Stadium der wichtigste Faktor. Bei der Erstdiagnose befinden sich fast zweidrittel der Patienten in einem inoperablen Zustand, entsprechend ist das Bronchialkarzinom selten heilbar. Die durchschnittliche relative fünf Jahres-Überelebensrate beträgt ca. zehn bis fünfzehn Prozent.   Das kleinzellige Bronchialkarzinom hat jedoch eine schlechtere Prognose. Die mittlere Lebenserwartung beträgt hier ohne Therapie neun bis zwölf Wochen. Bei behandelten Patienten mit einer limited disease beträgt die Lebenserwartung vierzehn bis achtzehn Monate, ansonsten sind es acht bis zwölf Monate. Nur ca. zehn bis fünfzehn Prozent im Stadium der limited disease überleben länger als fünf Jahre. Bei den restlichen Patienten sind es gerade einmal fünf Prozent. Durch ein immer besseres Verständnis der Genetik der Tumore ist zu hoffen, dass sich die Prognose in Zukunft verbessern wird.  

Wie gestaltet sich die Nachsorge bei Lungenkrebs?

Wenn Patienten in heilender Absicht behandelt wurden, dient die Nachsorge vor allem dazu, einen möglichen Rückfall frühzeitig zu erkennen. So hoffen die Ärzte, ein örtliches Rezidiv oder einen neu auftretenden Krebs so früh zu erkennen, dass sie erneut mit dem Ziel der Heilung behandelt werden können. Die Nachsorge geht bereits vier bis sechs Wochen nach Beendigung der Therapie los und besteht in diesem Fall aus regelmäßigen Arztbesuchen mit verschiedenen Untersuchungen. Ist keine dauerhafte Heilung möglich, besteht die Nachsorge vor allem in der Symptomlinderung und wird durch verschiedene Ärzte und Therapeuten begleitet.  

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung von Lungenkrebs?

Die Krankenkasse übernimmt alle notwendigen Kosten für die Diagnose und Behandlung einer Krebserkrankung, sowie für Pflegeleistungen, Hilfsmittel, Rehabilitation und Nachsorge.

Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

Das Bronchialkarzinom, auch Lungenkrebs genannt, ist eine der häufigsten malignen Tumoren. Neben Rauchen, was als größter Risikofaktor gilt, spielen Umwelteinflüsse und Vorerkrankungen eine wichtige Rolle in der Krebsentwicklung. Im frühen Stadium sind die Symptome meist unspezifisch, die Krankheit äußert sich anfangs beispielsweise durch Husten und Atemnot. In späteren Stadien kommen Beschwerden wie Fieber, Nachtschweiß und Druckschmerzen hinzu. Die Therapie richtet sich nach der Art des Lungenkrebses und dem Tumorstadium. Mögliche Behandlungen sind Chemotherapie, Strahlentherapie oder die operative Entfernung des Tumors.


AUTOR

Medizinischer Experte

CO-AUTOR

Online-Redaktion

Dieser Text wurde nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Medizinern geprüft.


Zuletzt aktualisiert: 8. Oktober, 2020



ICD-10-GM-2020 C34
 

Was versteht die Medizin unter Lungenkrebs?

Die Lunge ist ein menschliches Organ, das den Körper mit Sauerstoff versorgt. Sie ist so aufgebaut, dass sie mit der Umwelt in direktem Kontakt steht. Zwar reinigt der Körper die Atemluft, um sich vor Krankheitserregern und Schadstoffen zu schützen, dennoch gelangen verschieden Schadstoffe in die Lunge und können dort zu Schädigungen oder sogar Tumoren führen. Der wichtigsten Risikofaktoren für Lungenschäden sind aktives und passives Rauchen. Lungenkrebs, welcher in der Medizin auch „Bronchialkarzinom“ genannt wird, zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Dieser bösartige Tumor lässt sich auf verschiedene Weise behandeln, etwa mit Chemotherapie, Strahlentherapie oder Operationen.

Durch verschiedene Schadstoffe kann es in der Lunge zu einem Tumor kommen.

Welche Formen von Lungenkrebs gibt es?

Unter dem Mikroskop können zwischen verschiedenen Typen des Lungenkrebses unterschieden werden. Zu erkennen, welcher Typ vorliegt, ist ein wichtiger Schritt, da es für die Behandlung entscheidend ist, ob ein nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom oder ein kleinzelliges Bronchialkarzinom vorliegt.
 
Unter der Bezeichnung des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms, welches etwa 80 Prozent aller Lungenkrebse ausmacht, werden vorwiegend drei Typen zusammengefasst: Das Adenokarzinom, welches sich durch eine starke Narbenbildung in der Lunge auszeichnet, das Plattenepithelkarzinom, welches besonders mit dem Rauchen assoziiert ist und mit 30-40 Prozent den größten Teil der Lungenkrebserkrankungen ausmacht und das großzellige Karzinom.
 
Letzteres diagnostiziert der Arzt, wenn keines der bisher genannten Wachstumsmuster gefunden werden kann und macht etwa zehn Prozent aller Lungenkrebserkrankungen aus. Da alle drei Tumorarten die gleiche therapeutische Konsequenz teilen, kann man sie zusammenfassen. Der Fokus liegt hier auf einer chirurgischen Therapie mit einer Operation. Anschließend an den Eingriff kommen Chemotherapie und Bestrahlung zum Einsatz, da sie dazu beitragen, nicht erfasste Anteile und Metastasen zu bekämpfen. Allerdings sprechen nur etwa 30 Prozent der behandelten Patienten auf eine Chemotherapie an.
 
Das kleinzellige Karzinom fällt durch besonders aggressives, bösartiges Wachstum und einem sehr starken Zusammenhang zum Rauchen auf. Da dieser Krebs enorm schnell wächst, fällt die Diagnose in drei von vier Fällen erst in einem fortgeschrittenen Stadium. Typischerweise ist dieses Karzinom zentral in der Nähe des Lungenhilus, dem Ort, an dem die Gefäße in die Lunge eintreten, lokalisiert. Etwa zwanzig Prozent aller Lungenkrebse sind kleinzellig und haben damit, aufgrund ihres aggressiven Verhaltens, eine besonders ungünstige Prognose. Sie sprechen jedoch im Gegensatz zu nicht-kleinzelligen Karzinomen besonders gut auf eine Chemotherapie an.
 
Eine weitere Besonderheit der kleinzelligen Krebse ist, dass manche der Tumorzellen Hormone produzieren, die die Homöostase des Körpers beeinflussen können. Beispiele dafür sind das sogenannte paraneoplastische Cushing Syndrom mit einer vermehrten Bildung des Stresshormons Cortisol in der Nebenniere, das Syndrom der Inadäquaten ADH Ausschüttung, bei dem es zur verstärkten Salzausscheidung kommt, oder dem Lambert-Eaton Syndrom, das sich durch eine Muskelschwäche auszeichnet. Von einer „Limited desease“ ist die Rede, wenn lediglich ein Lungenflügel ohne weiteren Befall des Brustraums oder der Lymphknoten außerhalb des Brustraums betroffen ist.
 

In welche Stadien wird Lungenkrebs unterteilt?

Das Stadium des Lungenkrebses wird mittels der TNM-Klassifikation in vier Stadien eingeteilt. Je höher das Stadium, desto fortgeschrittener ist die Erkrankung.
 
Das erste Stadium wird von Ärzten in A und B unterteilt. Stadium eins A entspricht einem Lungentumor, der kleiner als drei Zentimeter ist. Der Hauptbronchus ist nicht vom Krebs betroffen. Zudem sind keine Lymphknoten befallen und es haben sich noch keine Fernmetastasen gebildet. Beim Stadium eins B ist der Tumor drei bis fünf Zentimeter groß und beschränkt sich auf die Lunge. Der Tumor hat also weder Lymphknoten befallen noch in andere Organe oder Gewebe gestreut. In diesem ersten Stadium hat Lungenkrebs die beste Prognose und ist oft noch heilbar.
 
Im zweiten Stadium wird ebenfalls zwischen A und B unterschieden. Es haben noch keine Metastasen stattgefunden, jedoch ist der Tumor schon größer verwachsen. Auch im Stadium zwei ist Lungenkrebs in manchen Fällen noch heilbar. Die Lebenserwartung der Patienten ist jedoch bereits niedriger als in Stadium eins.
 
Stadium drei liegt dann vor, wenn der Tumor bereits Lymphknoten befallen hat und eine Größe von drei bis fünf Zentimeter im Stadium drei A oder eine Größe von fünf bis sieben Zentimetern im Stadium drei B hat. Ist der Tumor schon so weit fortgeschritten, können die Patienten nur noch in seltenen Fällen geheilt werden.
 
Lebenserwartung und Heilungschancen sind im vierten Stadium am geringsten. Der Krebs selbst kann kaum noch therapiert werden und der Patient kann lediglich eine palliative Unterstützung erhalten. Das oberste Ziel ist es nun, die Symptome zu lindern und die Überlebenszeit zu verlängern. Zum Stadium vier zählt jeder Lungenkrebs, der bereits Fernmetastasen gebildet hat. Tumorgröße und Lymphknotenbefall spielen in diesem Fall keine Rolle mehr.
 

Was sind die Symptome von Lungenkrebs?

Lungenkrebs verursacht anfangs oft keine oder nur unspezifische Beschwerden. Dazu zählen Abgeschlagenheit, Husten oder Schmerzen in der Brust. Solche Beschwerden können aber oft auch viele andere Ursachen haben. Besonders für Raucher ist es umso wichtiger, die Symptome ernst zu nehmen und mit dem Arzt zu besprechen. Die Krankheitszeichen sind leider so vieldeutig, dass sie häufig zunächst verkannt werden, etwa als chronische Bronchitis, was die Therapie erheblich erschwert. Warnzeichen kann ein neu einsetzender und über Wochen anhaltender Husten oder die Verschlimmerung eines chronischen Hustens sein. Ebenso kannst Du einen ungewollten Gewichtsverlust, sowie Kurzatmigkeit bemerken.
 
Ausgeprägtere Symptome ruft Lungenkrebs hervor, wenn er bereits weiter fortgeschritten ist. Dann können zum Beispiel rapider Gewichtsverlust, blutiger Auswurf und Atemnot auftreten.
 
Hat der Lungenkrebs bereits Metastasen in anderen Geweben des Körpers gebildet, kommen meist weitere Symptome hinzu. So können zum Beispiel Metastasen im Gehirn die Nerven schädigen. Mögliche Folgen sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Seh- und Gleichgewichtsstörungen oder sogar Lähmungen. Haben die Krebszellen die Knochen befallen, können diverse Beschwerden am Bewegungsapparat auftreten. Kleinzellige Lungenkarzinome können Hormone bilden, die ins Blut übergehen.
 
Wenn diese Substanzen im Übermaß produziert werden, führen sie zu typischen Veränderungen im Blutbild, was für den Arzt wegweisend für die richtige Diagnose und Therapie sein kann. Dazu gehören zum Beispiel Blutarmut, zu viel Kalzium im Blut, Blutgerinnungsstörungen, neurologische Symptome oder Hautveränderungen. Solche Symptome sind bei einem kleinen Teil der Betroffenen das erste Zeichen der Erkrankung.

Lungenkrebs äußert sich anfangs in unspezifischen Symptomen wie Atemnot und Husten.

Welche Ursachen hat Lungenkrebs?

Der Grund von Lungenkrebs ist ein unkontrolliertes Wachstum von Zellen im sogenannten Bronchialsystem, dem Teil der Lunge, an dem der Gasaustausch ins Blut stattfindet. Man versteht darunter die großen und kleinen Luftwege der Lunge. Der Tumor selbst entsteht aus den Epithelzellen dieses Systems. Diese bilden das Deckgewebe, das die Luftwege auskleidet.
 
Beginnen diese Zellen unkontrolliert zu wachsen und sich zu vermehren, entstehen Tumore. Dabei verdrängen sie zunehmend gesundes Lungengewebe. Zudem können sich die Krebszellen über die Blut- und Lymphbahnen ausbreiten und an anderer Stelle im Körper weiterwachsen. Solche Absiedlungen bezeichnet die Medizin als Lungenkrebs-Metastasen.
 
Dieser Prozess beginnt meist durch Kontakt mit einem krebserregenden Stoff, wie zum Beispiel Tabakrauch oder Asbest. Daraufhin entstehen Schäden am Erbgut, auch als Mutation bezeichnet. Zuletzt kommt es, oft nach einer gewissen Ruhephase von bis zu 40 Jahren oder aber auch schon früher, zu einem entarteten, ungehemmten Wachstum der geschädigten Epithelzellen.
 

Welche Risikofaktoren begünstigen die Entstehung von Lungenkrebs?

Der wichtigste Risikofaktor für ein unkontrolliertes und bösartiges Zellwachstum in der Lunge ist das Rauchen. Rund 90 Prozent aller an Lungenkrebs erkrankten Männer haben aktiv geraucht oder tun es noch immer. Bei den Frauen trifft dies auf mindestens 60 Prozent der Patientinnen zu.
 
Dabei ist das Erkrankungsrisiko abhängig vom Zeitraum, der Menge und der Art des Rauchens. Je mehr man raucht und je früher man angefangen hat, desto eher erkrankt man an Lungenkrebs. Inhaliert man den Rauch, ist die Lunge anfälliger. Des Weiteren hat die Zigarettensorte einen Einfluss auf das Lungenkrebs-Risiko, da starke und filterlose Zigaretten als besonders gefährlich gelten. Seit einigen Jahren ist auch bekannt, dass Jugendliche und Frauen sensibler auf die krebserregenden Stoffe im Tabakrauch reagieren als Erwachsene und Männer. Es muss sich allerdings nicht jeder, der in seinem Leben ein paar Jahre geraucht hat, Sorgen wegen Lungenkrebs machen. Die Lunge hat die Fähigkeit, sich wieder zu erholen. Somit sinkt das Lungenkrebs-Risiko bereits nach wenigen Jahren erheblich. Ungefähr zwanzig bis 30 Jahre, nachdem ein Raucher aufgehört hat zu rauchen, hat er ungefähr das gleiche Erkrankungsrisiko, wie ein Nichtraucher.
 
Abgesehen vom Rauchen gibt es noch andere Faktoren, die das Risiko für ein Lungenkarzinom erhöhen können. Dazu gehören Werkstoffe wie Asbest, Arsenverbindungen, Quarz- und Nickelstäube oder Radon. Radon ist ein radioaktives Gas und kommt in bestimmten Gegenden konzentriert vor. Es findet sich dort vor allem in den unteren Stockwerken von Gebäuden und hat stark mutagenes Potenzial. Ebenso kann eine hohe Schadstoffbelastung der Luft, wozu vor allem Dieselruß gehört, negativen Einfluss auf die Lunge haben.
 
Bis zu einem gewissen Grad scheint Lungenkrebs vererbbar zu sein. Besonders bei sehr jungen Patienten vermuten Experten eine genetische Veranlagung. Diese könnte die Betreffenden anfälliger gegenüber lungenschädigenden Einflüssen machen.
 

Wie häufig ist Lungenkrebs und wer ist besonders davon betroffen?

In Deutschland erkranken jährlich ungefähr 41.000 Menschen an Lungenkrebs. Männer sind dreimal so oft betroffen wie Frauen. Bei der männlichen Bevölkerung ist Lungenkrebs die häufigste, bei Frauen die dritthäufigste Krebsform. Bei beiden Geschlechtern ist diese Erkrankung die häufigste krebsbedingte Todesursache. In Österreich sind stand 2017 in 2.739 Fällen Männer und in 1.937 Fällen Frauen an Lungenkrebs erkrankt.
 

Wie ist die Prognose bei Lungenkrebs?

Insgesamt hat das Bronchialkarzinom eine schlechte Prognose. Durch die unerkannten Symptome wird Lungenkrebs bei vielen Patienten erst entdeckt, wenn die Erkrankung bereits weit fortgeschritten ist. Eine Heilung ist dann meist nicht mehr möglich. Entdeckt der Arzt den Lungenkrebs in frühen Stadien, kann man eventuell operieren. Nach einiger Zeit bildet sich aber oft ein erneuter Tumor, ein sogenanntes Rezidiv.
 
Gerade weil die Heilungschancen so gering sind, ist es wichtig das Risiko für Lungenkrebs nicht unnötig zu erhöhen. Der wichtigste Faktor, den jeder selbst in der Hand hat, ist das Rauchen. Der Verzicht auf Tabak senkt deutlich das persönliche Risiko für ein Bronchialkarzinom. Prognose und Verlauf einer bereits bestehenden Lungenkrebs-Erkrankung lassen sich ebenfalls verbessern, wenn man mit dem Rauchen aufhört.
 

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Erste Ansprechpartner sind in der Regel die Hausärzte. Auch wenn diese nicht auf Krebs spezialisiert sind, so kennen sie ihre Patienten und deren allgemeinen Gesundheitszustand doch oft schon lange. Wenn erste Anzeichen von Symptomen, wie stärkerer Husten, Atemnot oder Gewichtsverlust eintreten, solltest Du Deinen Hausarzt aufsuchen. In der Regel überweist Dich Dein Arzt anschließend zu Fachärzten für Innere Medizin und Pneumologie, also zu Spezialisten mit dem Schwerpunkt Lungenheilkunde.

Eine Röntenaufnahme der Lunge kann zeigen, ob es sich um einen Lungenkrebs handelt oder nicht.

Wie diagnostiziert der Arzt Lungenkrebs?

Zunächst macht sich der Arzt im Gespräch mit Dir ein Bild von Deiner Krankengeschichte. Er lässt sich die auftretenden Beschwerden wie Atemnot oder Brustschmerzen schildern und erkundigt sich nach Risikofaktoren für Lungenkrebs. Er fragt zum Beispiel, ob Du rauchst oder beruflich mit Materialien wie Asbest oder Arsenverbindungen zu tun hast.
 
Wichtig für die Lungenkrebs-Diagnose sind auch Angaben zu möglichen Vorerkrankungen wie COPD oder chronische Bronchitis. Du solltest den Arzt auch darauf aufmerksam machen, wenn es bereits Fälle von Lungenkrebs in der eigenen Familie gab.
 
Nach dem Anamnesegespräch folgt eine sorgfältige körperliche Untersuchung durch den Arzt. Er klopft und hört Deine Lunge ab und misst Blutdruck und Puls. Weitere Untersuchungen sind meist bei Verdacht auf Lungenkrebs notwendig. Daher ordnet der Arzt zusätzliche Laboruntersuchungen, Röntgenaufnahmen, eine Bronchoskopie, Computertomografie und der Ultraschall an, um eine genaue Diagnose zu ermöglichen.
 
Wird tatsächlich Lungenkrebs festgestellt, schließen sich weitere Untersuchungen an. Diese sollen vor allem zeigen, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat, ob Lymphknoten befallen sind und ob sich bereits Metastasen in anderen Geweben gebildet haben. Dies geschieht vor allem mit einer Lungenfunktionsprüfung, Magnetresonanztomografie und der Entnahme von Gewebeproben. Welches Verfahren genau zum Einsatz kommt, ist abhängig vom jeweiligen Patienten.
 

Welche Behandlungs- und Therapieverfahren kommen bei Lungenkrebs zum Einsatz?

Die Therapie eines Bronchialkarzinoms ist sehr kompliziert und der Arzt passt dieses individuell an das Stadium des Krebses vom jeweiligen Patienten an. Alter und Dein allgemeiner Gesundheitszustand spielen zusätzlich eine wichtige Rolle bei der Therapieplanung.
 
Zielt eine Behandlung darauf ab den Lungenkrebs zu heilen, spricht man von einer kurativen Therapie. Patienten, bei denen eine Heilung nicht mehr möglich ist, erhalten eine palliative Therapie. Sie soll die Lebenszeit des Patienten maximal verlängern und seine Beschwerden lindern.
 
Den Ärzten stehen drei unterschiedliche Therapieansätze zur Verfügung, die einzeln oder in Kombination eingesetzt werden. Dazu zählen eine operative Behandlung, eine Chemotherapie und eine Strahlentherapie.
 

Wie verläuft die operative Behandlung von Lungenkrebs?

Eine echte Heilungschance besteht bei Lungenkrebs meist nur, solange man ihn operieren kann. Dabei versucht der Chirurg, das vom Krebs befallene Lungengewebe, sowie einen großen Teil des umliegenden gesunden Gewebes, zur Absicherung, zu entfernen. So will er sicherstellen, dass keine Krebszellen zurückbleiben. Je nach Ausbreitung des Bronchialkarzinoms entfernt man deshalb entweder einen oder zwei Lungenlappen. Bei der Operation schneidet der Chirurg zusätzlich die umliegenden Lymphknoten heraus. Das macht er sicherheitshalber auch dann, wenn die Voruntersuchungen keinen Hinweis auf einen Krebsbefall der Lymphknoten gegeben haben. Leider besteht oft keine Aussicht, dass eine Operation den Lungenkrebs heilen kann, wenn der Tumor schon zu weit fortgeschritten ist.
 

Wie verläuft eine Chemotherapie bei Lungenkrebs?

Lungenkrebs kann man, wie viele andere Krebsarten auch, mit einer Chemotherapie behandeln. Dabei erhält der Patient Medikamente, welche die Zellteilung und damit das Tumorwachstum hemmen.
 
Eine Chemotherapie allein reicht nicht aus, um Lungenkrebs zu heilen. Man setzt sie deshalb meistens in Kombination mit anderen Behandlungen ein. Sie kann zum Beispiel im Vorfeld einer Operation erfolgen, um den Tumor zu verkleinern oder gemeinsam mit einer Strahlentherapie genutzt werden. Eine Chemotherapie bei Lungenkrebs besteht in der Regel aus mehreren Behandlungszyklen. Es gibt also bestimmte Tage, an denen der Arzt die Medikamente verabreicht. Meistens erhält der Patient die Wirkstoffe als Infusion über eine Vene.
 

Wie funktioniert die Bestrahlung von Lungenkrebs?

Ein weiterer Ansatz zur Lungenkrebs-Behandlung ist die Bestrahlung. Patienten erhalten die Strahlentherapie meist ergänzend zu einer anderen Behandlungsform. Ähnlich wie die Chemotherapie kann die Bestrahlung vor oder nach einer Operation erfolgen. Oft setzt man sie auch zusätzlich zu einer Chemotherapie ein, Radiochemotherapie genannt. In frühen Stadien dieser Erkrankung kann auch eine alleinige Strahlentherapie zur Heilung genügen.

Rauchen gilt als der größte Risikofaktor für Lungenkrebs.

Wie hoch ist die Lebenserwartung bei einem Bronchialkarzinom?

Um die Lebenserwartung abschätzen zu können, ist das Stadium der wichtigste Faktor. Bei der Erstdiagnose befinden sich fast zweidrittel der Patienten in einem inoperablen Zustand, entsprechend ist das Bronchialkarzinom selten heilbar. Die durchschnittliche relative fünf Jahres-Überelebensrate beträgt ca. zehn bis fünfzehn Prozent.
 
Das kleinzellige Bronchialkarzinom hat jedoch eine schlechtere Prognose. Die mittlere Lebenserwartung beträgt hier ohne Therapie neun bis zwölf Wochen. Bei behandelten Patienten mit einer limited disease beträgt die Lebenserwartung vierzehn bis achtzehn Monate, ansonsten sind es acht bis zwölf Monate. Nur ca. zehn bis fünfzehn Prozent im Stadium der limited disease überleben länger als fünf Jahre. Bei den restlichen Patienten sind es gerade einmal fünf Prozent. Durch ein immer besseres Verständnis der Genetik der Tumore ist zu hoffen, dass sich die Prognose in Zukunft verbessern wird.
 

Wie gestaltet sich die Nachsorge bei Lungenkrebs?

Wenn Patienten in heilender Absicht behandelt wurden, dient die Nachsorge vor allem dazu, einen möglichen Rückfall frühzeitig zu erkennen. So hoffen die Ärzte, ein örtliches Rezidiv oder einen neu auftretenden Krebs so früh zu erkennen, dass sie erneut mit dem Ziel der Heilung behandelt werden können. Die Nachsorge geht bereits vier bis sechs Wochen nach Beendigung der Therapie los und besteht in diesem Fall aus regelmäßigen Arztbesuchen mit verschiedenen Untersuchungen. Ist keine dauerhafte Heilung möglich, besteht die Nachsorge vor allem in der Symptomlinderung und wird durch verschiedene Ärzte und Therapeuten begleitet.
 

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung von Lungenkrebs?

Die Krankenkasse übernimmt alle notwendigen Kosten für die Diagnose und Behandlung einer Krebserkrankung, sowie für Pflegeleistungen, Hilfsmittel, Rehabilitation und Nachsorge.


Dauer Dauer

Je nach Krankheitsverlauf

Ausfallzeit Ausfallzeit

Je nach Krankheitsverlauf

Stationärer Aufenthalt Stationär

Je nach Krankheitsverlauf

Das Wichtigste zusammengefasst

Das Bronchialkarzinom ist einer der häufigsten malignen Tumoren. Hauptrisikofaktor ist das Rauchen mit einem sicheren Zusammenhang zwischen der Anzahl der täglich konsumierten Zigaretten über die Gesamtdauer des Rauchens und dem Ausbruch der Erkrankung. Zusätzlich können Umwelteinflüsse und Vorerkrankungen eine wichtige Rolle in der Krebsentwicklung spielen.


Im frühen Stadium zeigt sich das Bronchialkarzinom häufig ohne Beschwerden oder zumindest mit unspezifischen Symptomen wie Husten, Auswurf und Atemnot. In späteren Stadien ergeben sich Symptome vor allem aus der Ausbreitung des Tumors in fremdes Gewebe, wodurch Fieber, Nachtschweiß und Druckschmerzen entstehen.


Bei Verdacht auf ein Bronchialkarzinom nach einer ärztlichen Untersuchung ist eine Röntgenaufnahme des Brustkorbes notwendig. Für die Diagnose entscheidend ist letztendlich die mikroskopische Abklärung des Lungenbefundes mittels Bronchoskopie und Gewebeprobe. Weitere Untersuchungen sind für die Einordnung in die verschiedenen Stadien des Karzinoms notwendig.


Die Therapie richtet sich nach Art des Lungenkrebses und dem Tumorstadium, unter Berücksichtigung des Allgemeinzustandes des Patienten. Das kleinzellige Lungenkarzinom wird primär mit einer Chemotherapie und ergänzend mit einer Strahlentherapie behandelt. Das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom hingegen möglichst operativ und ebenso ergänzend mit Strahlen- und Chemotherapie.

Dr. Benjamin Gehl

Dr. Simone Hermanns

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