Hydroxylapatit

Der natürliche Zahnschmelz besteht zu über 95 Prozent aus Hydroxylapatit. Dies ist ein bestimmtes Mineral, das vor allem aus Kalzium und Phosphat besteht. In der Zahnmedizin gibt es auch ein künstliches Hydroxylapatit, welches nahezu identisch ist mit dem biologischen Mineral und in der Forschung eine positive Wirkungsweise zeigt. Warum Hydroxylapatit so wichtig für Deine Zähne und Dein Zahnfleisch ist und wie es wirkt, erfährst Du unter anderem im folgenden Beitrag.


AUTOR

Medizinischer Experte

CO-AUTOR

Online-Redaktion

Dieser Text wurde nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Medizinern geprüft.


Zuletzt aktualisiert: 9. Juni, 2020



Was versteht die Medizin unter Hydroxylapatit?

Sowohl in der Medizin als auch in der Chemie gilt Hydroxylapatit als ein hydroxyliertes Calciumphosphatsalz. Daher weist dieses Salz auch eine Kristallstruktur auf. Hydroxylapatit stellt den Hauptbestandteil der Knochen und Zähnen dar. In den Zahnpflegeprodukten soll es sich mit der Zahnoberfläche verbinden und dadurch den Zahnschmelz härten. Hierbei gehen jedoch auch Expertenmeinungen etwas auseinander, da es noch nicht ausreichend Belege hierfür gibt.

Wo wird Hydroxylapatit in der Medizin angewandt?

Hydroxylapatit ist einer der wichtigsten Bestandteile der Zähne und Knochen im Körper. In der Zahnmedizin setzen Ärzte diesen Stoff ein, um beispielsweise den Zahnschmelz zu reparieren. Aber auch einer Zerstörung des Zahnes können sie somit entgegenwirken.

Unser Zahnschmelz besteht zu 95 Prozent aus Hydroxylapatit.

Wie wirkt Hydroxylapatit?

Hydroxylapatit wirkt vor allem gegen eine Überempfindlichkeit der Zähne, daher wird das künstliche Hydroxylapatit meist zur Desensibilisierung verwendet. Der Zahnschmelz selbst besteht jedoch nicht aus reinem Hydroxylapatit. Daher wird in der zahnmedizinischen Forschung auch die Verbindung aus Zink, Karbonat und Hydroxylapatit hergestellt, um den Zahnschmelz zu schützen.

Das heißt, Hydroxylapatit hat auch einen bestimmten Wirkmechanismus. Zu allererst lagert sich Hydroxylapatit an der Oberfläche des Zahnschmelzes an und durchdringt dann den Zahnschmelz. So füllt es kleine abgenutzte Flächen des Zahnschmelzes auf. Anschließend wird der Zahn remineralisiert, da er sich in der natürlichen Zahnschmelzstruktur einlagert.

Wie sind die Zähne aufgebaut?

Grundsätzlich haben alle menschlichen Zähne den gleichen Aufbau und sind in erster Linie für die Zerkleinerung der Zähne verantwortlich. Sie bestehen im Allgemeinen aus einer Zahnkrone, einem Zahnhals und einer Zahnwurzel.

Die Zahnkrone stellt den äußerlich sichtbaren Teil des Zahns dar. Der Zahnhals hingegen befindet sich zwischen Zahnkrone und Zahnwurzel. Daher ist der Zahnhals in der Regel, bei gesunden Zähnen, verborgen. Reagierst Du jedoch besonders empfindlich auf Reize, so können freiliegende Zahnhälse der Grund hierfür sein. Eine Zahnwurzel hingegen ist nicht sichtbar, da sie im Kieferknochen verankert ist.

Das Zahninnere hingegen besteht aus dem Zahnbein, dem sogenannten Dentin. Die Außenseite eines Zahns ist hauptsächlich aus Zahnschmelz aufgebaut. Der Zahnschmelz wiederum ist zu etwa 97 Prozent aus dem mineralischen Bestandteil Hydroxylapatit zusammengesetzt.

Welche Funktionen erfüllt Zahnschmelz?

Der Zahnschmelz ist besonders widerstandsfähig, da er einen Zahn unter anderem vor einer Entkalkung durch säurehaltige Lebensmittel schützt. Zudem verhindert er auch, dass der Zahn von Bakterien befallen wird. Auch Temperaturschwankungen können so ausgeglichen werden. Durch seine Widerstandskraft und seiner außergewöhnlichen Härte kann ein gesunder Zahnschmelz jeder Belastung ausgesetzt werden.

Er hat aber auch eine Reparaturfunktion. Denn das Zahnschmelzoberhäutchen entsteht aus Bestandteilen des natürlichen Speichels. Wenn Du Dir die Zähne putzt, wird dieser Belag fortgebürstet und kann sich dann erneut bilden.

Welche Auswirkungen hat Zahnschmelzabbau für die Zähne?

Wirken säurehaltige Nahrungsmittel auf den Zahnschmelz ein, dann führt dies oft zum Zahnschmelzabbau. Dadurch wird der Schmelz immer dünner und verliert somit auch an Widerstandskraft. Folglich können sich beispielsweise Bakterien besser verstecken.

Mit der Zeit wird der Zahn durch diese Keime ausgehöhlt und es entsteht Karies. Zudem entwickelt sich eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit, da durch diese Aushöhlung das Zahnbein frei liegt. Eine weitere Eigenschaft des Zahnschmelzabbaus sind abgerundete Kanten der Zähne.

Zusätzlich können Deine Zähne zunehmend an Glanz verlieren und somit matter und transparenter erscheinen, wenn sich der Zahnschmelz abnutzt. Da sie transparenter durchscheinen, kann das leicht gelbliche Zahnbein (Dentin) sichtbar werden, wenn Deine Zähne eine große Menge an Zahnschmelz verlieren.

Hydroxyl dient neben Fluorid dem Zahnschmelzaufbau.

Welche Ursachen hat Zahnschmelzabbau?

Ein Zahnschmelzabbau wird in erster Linie durch die Ernährung verursacht. Vor allem säurehaltige Lebensmittel und Getränke tragen dazu bei, dass sich Dein Zahnschmelz erweicht. Ein weicher Zahnschmelz bildet so die Basis für den Zahnschmelzabbau. Dieser schreitet dann langsam von außen nach innen fort.

Ein Zahnschmelzabbau kann sich aber genauso durch eine mechanische Abnutzung entwickeln. Ein Beispiel hierfür ist das nächtliche Zähneknirschen. Aber auch häufiges Erbrechen bei einer Essstörung kann zu einem Abbau des Zahnschmelzes führen. Ebenso trägt ein falsches Zähneputzen zu einer Abnutzung bei. Dies passiert vor allem, wenn Du beispielsweise eine zu harte Zahnbürste verwendest oder beim Zähneputzen zu stark schrubbst.

Was versprechen Zahnpasten mit Hydroxylapatit?

Zahnpasten, aber auch Mundspüllösungen mit Kristallen aus Hydroxylapatit, sollen eine Reparatur des Zahnschmelzes bewirken. Der Einsatz solcher Präparate soll aber zusätzlich Erosionen der Zähne verhindern.

Wie stehen Experten zu Zahnpasten mit Hydroxylapatit?

Zu der Wirkung der Zahnpasten mit Hydroxylapatit sind unterschiedliche Studien entstanden. Schon im Jahr 2005 konnte Forscher in einer Studie beweisen, dass Hydroxylapatit die offenen Dentinkanäle verschließen kann.

Die Bedeutung des künstlichen Hydroxylapatits nimmt immer stärker zu. Die Experten sehen immer mehr Vorteile in der Verwendung des körperverwandten Wirkstoffs Hydroxylapatit. Auch internationale Spezialisten sind sich einig, dass Hydroxylapatit bei der Reparatur von Schmelzoberflächen hilfreich sein kann. Zudem bildet sich durch Hydroxylapatit auch eine mineralische Deckschicht.

In einer deutschen Studie stellte sich heraus, dass dieses künstliche Hydroxylapatit viele Vorteile in der Kariesprophylaxe bietet und vor allem bei der Behandlung von empfindlichen Zähnen sinnvoll ist. Jedoch betonen Experten auch, dass die langfristigen Folgen für den Einsatz von Hydroxylapatit noch nicht ausreichend erforscht sind.

Wie unterscheidet sich Hydroxylapatit von Fluorid?

Zahlreiche Getränke und auch Lebensmittel greifen, aufgrund der darin enthaltenen Säure, den Zahnschmelz an und können ihn somit auch zersetzen. Daher wird Fluorid schon seit Jahrzehnten in den Zahnpasten verwendet. Die Aufgabe des Fluorids ist, den Zahnschmelz zu härten, damit er nicht mehr so stark auf Säure reagieren kann und der Zahnschmelz auch nicht mehr abgebaut wird.

Hydroxylapatit hingegen härtet den Zahnschmelz noch besser als Fluorid und hat einen größeren Effekt, da es auch den Zahn schützt. Denn fluoridhaltige Zahnpasten gewähren den Zähnen und vor allem dem Zahnschmelz einen Schutz vor Säure. Eine hydroxylapatithaltige Zahnpasta hingegen bildet zusätzlich eine glättende Schutzschicht auf den Zahn. Dadurch sind Deine Zähne nicht nur geglättet, sondern sie strahlen auch mit einem besonders schönen Glanz.

Bereits bei Kindern ist auf eine ausreichende Hydroxylapatit zu achten.

Wie viel kosten Produkte mit Hydroxylapatit?

Die Zahnpasten mit dem Inhaltsstoff Hydroxylapatit sollen laut Studien vor allem zur Vorbeugung von Karies ideal sein. Solch eine Zahnpasta wird oft auch mit Zink und Xylit kombiniert, um auch zusätzlich antimikrobiell wirken.

Die Preise für diese Produkte können sehr schwanken, beginnen jedoch in der Regel ab etwa sechs Euro. Im Vergleich zu anderen Produkten, wie zum Beispiel fluoridhaltigen Zahnpasten, sind Präparate mit Hydroxylapatit etwas teurer. Denn fluoridhaltige Zahnpasten beginnen preislich ab etwa drei Euro.


Dauer Dauer

-

Ausfallzeit Ausfallzeit

-

Stationärer Aufenthalt Stationär

-

Auswahl von Ärzt*innen auf diesem Fachgebiet

Das Wichtigste zusammengefasst

Hydroxylapatit ist einer der wichtigsten Bestandteile der Zähne und Knochen im Körper


In der Zahnmedizin gibt es auch ein künstliches Hydroxylapatit, welches nahezu identisch ist mit dem biologischen Mineral


Es wirkt vor allem gegen eine Überempfindlichkeit der Zähne, daher wird das künstliche Hydroxylapatit meist zur Desensibilisierung verwendet


Fluoridhaltige Zahnpasten gewähren dem Zahnschmelz einen Schutz vor Säure - eine hydroxylapatithaltige Zahnpasta bildet zusätzlich noch eine glättende Schutzschicht

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

Anfrage Stellen