Schlupfwarzen

Schlupfwarzen sind dauerhaft eingezogene Brustwarzen, die sich aufgrund verkürzter oder unterentwickelter Milchgänge trichterförmig nach innen ziehen. Ursache ist eine genetische Veranlagung, wobei Schlupfwarzen sowohl bei Frauen als auch bei Männern auftreten können. Sie entstehen entweder einseitig oder auf beiden Seiten und können unterschiedliche Ausprägungen haben. Meist entwickeln sich Schlupfwarzen in der Pubertät, während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren. Sollten sie ohne ersichtlichen Grund auftauchen, könnte eine Krebserkrankung Grund dafür sein. Medizinisch gesehen verursachen Schlupfwarzen meist keine Beschwerden, jedoch stellen sie für viele Betroffene ein ästhetisches Problem dar. In einigen Fällen können sich Schlupfwarzen entzünden und stark jucken. Auch das Stillen kann sich mitunter schwierig gestalten. Eine Korrektur kann mithilfe konservativer oder operativer Methoden durchgeführt werden.


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Online-Redaktion

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Zuletzt aktualisiert: 6. Mai, 2020



Was versteht die Medizin unter Schlupfwarzen?

Mediziner bezeichnen nach innen eingestülpte Brustwarzen als Schlupfwarzen. Diese entstehen normalerweise von Geburt an, in der Pubertät, während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren und stellen grundsätzlich kein medizinisches Problem dar. Treten Schlupfwarzen aber ohne ersichtliche Ursache auf, kann auch eine Krebserkrankung zugrunde liegen. In diesem Fall solltest Du einen Gynäkologen aufsuchen.
 
Ärzte unterscheiden drei Schweregrade: Schlupfwarzen ersten Grades richten sich durch Reize von selbst nach außen, Ausprägungen zweiten Grades lassen dies nur zeitweise zu. Der dritte Grad zeigt die schwerste Form, bei der Betroffene keine richtige Brustwarze, sondern eine starke Vertiefung haben, weshalb Mediziner Schlupfwarzen dieser Stufe als Hohlwarzen bezeichnen.
 
Schlupfwarzen kommen bei Frauen und in Einzelfällen auch bei Männern vor, wobei sie einseitig oder beidseitig in unterschiedlichen Ausprägungen auftreten können. Aufgrund der trichterförmigen Einbuchtung kann es zu Entzündungen und Juckreiz kommen, da die Brustwarzen schwer zu reinigen sind. Auch beim Stillen können Schlupfwarzen Probleme bereiten. Eine chirurgische Korrektur ist dennoch selten notwendig, da es viele konservative Methoden gibt, um die Schlupfwarzen hervorzuziehen.
 
Schlupfwarzen sind ein ästhetisches Problem, unter dem Betroffene oft stark leiden.

Wie sehen die Symptome von Schlupfwarzen aus?

Echte Schlupfwarzen kommen eher selten vor und sind dadurch zu erkennen, dass sie sich bei Druck auf den Warzenhof noch weiter einziehen. In erster Linie stellen Schlupfwarzen für Patienten aber ein ästhetisches Problem dar. Viele Frauen fühlen sich dadurch minderwertig und weniger weiblich. Manchmal kann es jedoch auch zu medizinischen Beschwerden kommen.
 
Da Schlupfwarzen aufgrund ihrer inneren Wölbung schwer zu reinigen sind, können sie sich entzünden, was mit einem starken Juckreiz oder Schmerzen verbunden sein kann. Bei Schlupfwarzen ab dem zweiten Grad können beim Stillen Schwierigkeiten auftauchen, da der Säugling die nach innen gestülpte Brust schwer fassen kann und somit wieder von der Warze ablässt oder noch mehr saugt. Dies kann für die Mutter sehr schmerzhaft sein. Bei einer Schlupfwarze dritten Grades können die verengten Talgdrüsen verstopfen und sich so Bakterien leichter ansammeln. Im schlimmsten Fall bilden sich dort Abszesse.

Welche Arten von Schlupfwarzen gibt es?

Ärzte unterteilen die verschiedenen Ausprägungen von Schlupfwarzen in drei Schweregrade:
 

  • Schlupfwarzen ersten Grades sind zwar nach innen gerichtet, treten aber bei Berührung oder Reizung eigenständig nach außen.
  • Bei der Ausprägung zweiten Grades lassen sich die Brustwarzen durch äußeren Druck vorübergehend nach außen stülpen, ziehen sich dann aber wieder in den Brustwarzenhof zurück. Diese Form kommt am häufigsten vor.
  • Bei der schwersten Form der Ausprägung der Schlupfwarzen dritten Grades sprechen Ärzte von Hohlwarzen. Hierbei liegt keine richtige Brustwarze vor, sondern eine starke Vertiefung des Warzenhofs mit einer kleinen Umrandung. Die Hohlwarzen sind dabei mit dem darunterliegenden Gewebe verwachsen, weshalb sie dauerhaft eingezogen bleiben. Jegliche Stimulation verursacht sogar einen noch weiteren Rückzug der Hohlwarze nach innen.

Was sind die Ursachen von Schlupfwarzen?

Schlupfwarzen sind genetisch bedingte Fehlbildungen der Brustwarzen. Dabei sind die Milchgänge bei Frauen und Bindegewebestränge bei Männern stark verkürzt. Diese Verkürzungen treten entweder von Geburt an oder in der Pubertät, Schwangerschaft oder in den Wechseljahren auf.
 
Je nach Schweregrad können sie sich bei Reizun selbstständig vorübergehend oder gar nicht aufrichten. Sollten Schlupfwarzen hingegen ohne ersichtlichen Grund auftreten, kann eine Krebserkrankung dahinterstecken. Dies solltest Du bei Deinem Gynäkologen abklären lassen.

Wer ist am häufigsten von Schlupfwarzen betroffen?

Grundsätzlich können Schlupfwarzen bei Frauen und bei Männern auftreten, wobei sie beim weiblichen Geschlecht wesentlich häufiger vorkommen. Zwischen zehn und 20 Prozent aller Frauen haben eine Form der Schlupfwarzen.

Welche Folgen können Schlupfwarzen für die Betroffenen haben?

Schlupfwarzen stellen meist kein medizinisches, sondern ein ästhetisches Problem für Betroffene dar, da sie nicht dem weiblichen Schönheitsideal einer perfekten Brust entsprechen.
 
Daraus resultieren oft psychische Probleme und ein gestörtes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Aber auch beim Stillen können Schlupfwarzen Schwierigkeiten bereiten, da der Säugling die Brustwarze schwer zu fassen bekommt, was die Nahrungsaufnahme erschwert. In seltenen Fällen kann eine Krebserkrankung hinter der Entstehung von Schlupfwarzen stehen.
 
Schlupfwarzen können in drei Schweregrade eingeteilt werden.

Wie diagnostiziert der Arzt Schlupfwarzen?

Falls Du Schlupfwarzen hast, solltest du möglichst rasch einen Gynäkologen aufsuchen. Dieser tastet Deine Brüste ab und kann aufgrund der optischen Erscheinung schon eine erste Diagnose stellen. Mithilfe einer Mammografie oder Ultraschalluntersuchung (abhängig vom Alter), also einem Röntgenbild Deiner Brust, kann der Spezialist seinen Verdacht erhärten oder ausräumen.
 
Der Arzt unterscheidet dabei eine angeborene Form der Brüste von erworbenen Formen, wie nach einer Brustoperation, einem Unfall oder einer Entzündung. Besteht der Verdacht auf eine Tumorerkrankung der Brust, einem sogenannten Mammakarzinom, muss der Spezialist weitere Untersuchungen wie Ultraschall oder eine Magnetresonanztomografie durchführen.

Welche nicht-operativen Behandlungsmethoden gibt es?

Wenn die Schlupfwarzen nur geringfügig ausgeprägt sind, kann der Arzt sie durch mechanische Hilfsmittel vorübergehend oder dauerhaft hervorziehen. Dazu stehen folgenden Möglichkeiten zur Verfügung:
 

  • Brustwarzenformer sind kreisförmige Kunststoffaufsätze, die über den Warzenhof gestülpt werden und die Brustwarzen durch einen sanften Druck nach außen ziehen. Sie wirken aber nur bei Schlupfwarzen mit leichter Ausprägung und nur so lange, wie sie getragen werden.
  • Nipletten sind kleine Aufsätze aus Kunststoff, die Du ebenfalls über den Warzenhof der Brust ziehst. Sie arbeiten jedoch mit Unterdruck, welcher mithilfe einer speziellen Pumpe erzeugt wird. Wenn Du Nipletten über mehrere Stunden mehrere Monate lang anwendest, kannst Du Schlupfwarzen ersten und zweiten Grades behandelt.
  • Stillhütchen dienen hauptsächlich dazu, dem Säugling das Stillen zu erleichtern. Sie bestehen aus Silikon und sind der weiblichen Brust vom Aussehen her sehr ähnlich.
  • Massagen sollen das Gewebe lockern und die Durchblutung anregen. Meist wird dabei die sogenannten „Hoffmann-Technik“ verwendet, bei der Du mit zwei Fingern Druck auf den Brustwarzenansatz ausüben und dann unter leichtem Druck auseinanderziehen musst. Du musst diese Technik jedoch mehrmals täglich über lange Zeit anwenden, um einen Erfolg zu erzielen.
  • Brustwarzenpiercings können eine Hohlwarze herausziehen und so festigen.
  • Eine Schlupfwarzenkorrektur mit Hyaluronsäure kann bei Schlupfwarzen ersten und zweiten Grades angewendet werden. Dabei wird Hyaluronsäure mithilfe feiner Kanülen in den Bereich der Brustwarze eingeführt und dehnt dort das Gewebe. Die Brustwarze wölbt sich dadurch nach außen.

 
Während dem Stillen ist diese Methode nicht zu empfehlen, da diese Wölbung zu einem Abdrücken der feinen Milchgänge führen kann. Zudem hält das Ergebnis nur etwa sechs bis acht Monate. Danach muss der Arzt die Prozedur wiederholen.

Wann ist eine Operation bei Schlupfwarzen notwendig?

Eine Operation ist vor allem ab einer Ausprägung dritten Grades notwendig, da hierbei keine konservativen Methoden mehr greifen. Solltest Du zudem unter dem Aussehen Deiner Brustwarzen psychisch leiden oder Stillen für Dich erschwert sein, wird Dir der Arzt ebenfalls zu einer Operation raten. Hast Du hingegen ein erhöhtes gesundheitliches Risiko bei einer Operation oder bist chronisch krank, ist ein chirurgischer Eingriff für Dich eher ungeeignet.
 
Schlupfwarzen können sowohl operativ als auch konservierend behandelt werden.

Was muss ich vor der Operation beachten?

Eine spezielle Vorbereitung bei einer Schlupfwarzenkorrektur ist nicht notwendig, da die Operation relativ unkompliziert ist.

Wie verläuft die operative Behandlung der Schlupfwarzen?

Im Normalfall dauert die Operation etwa 25 bis 45 Minuten und erfolgt unter Lokalanästhesie oder gegebenenfalls mit Dämmerschlaf in der Ordination Deines Arztes. Es entstehen kaum Schmerzen oder Narben und das Endresultat ist schon nach drei bis zehn Monaten sichtbar. Schon drei Tage nach dem Eingriff kannst Du wieder unter Leute gehen.
 
Für eine operative Korrektur von Schlupfwarzen verwenden Ärzte zwei Techniken:
 

  • Schlupfwarzen-Korrektur mit Durchtrennung der Milchgänge: Diese Technik wird vor allem bei sehr ausgeprägten Formen von Schlupfwarzen angewendet. Dabei macht der Arzt einen kleinen Schnitt im Bereich der Brustwarzenbasis und durchtrennt dann die verkürzten Milchgänge. Danach stülpt er die Brustwarzen nach außen und fixiert diese mit einer speziellen Nahttechnik.
  • Schlupfwarzen-Korrektur ohne Durchtrennung der Milchgänge: Dieses Verfahren soll die Stillfähigkeit erhalten und ist besonders schonend. Der Arzt löst dabei lediglich die verkürzten Bindegewebsstrukturen entlang der Milchgänge und verlagert die Brustwarze mit dem darunterliegenden Gewebe nach vorn. Vor allem Frauen, die noch einen Kinderwunsch haben, tendieren zu dieser Methode.

Welche Komplikationen und Risiken können bei der Behandlung auftreten?

Nach einer Operation können Blutungen, Schwellungen oder Blutergüsse auftreten, welche aber in der Regel nach ein paar Tagen von selbst wieder abklingen. Das Risiko einer Vollnarkose entfällt, da der Eingriff lediglich unter Lokalanästhesie stattfindet.
 
In seltenen Fällen können Entzündungen der Milchgänge entstehen, die antibiotisch behandelt werden müssen. Auch eher selten können sich die Brustwarzen wieder hineinziehen, wodurch die Operation wiederholt werden muss. Zudem kann es auch während jeden Eingriffs zu einer Durchtrennung der Milchgänge kommen, auch wenn dies nicht gewollt war. 

Was muss ich nach einer operativen Behandlung der Schlupfwarzen beachten?

Nach der Operation werden die Brustwarzen etwa eine Woche lang mit Kanülen fixiert. Nach rund 14 Tagen zieht der Arzt dann die Fäden. Solltest Du Schmerzen haben, können Schmerzmedikamente helfen.
 
Du solltest aber vor allem auf eine gute Hygiene achten. Weiters solltest Du den Brustbereich schonen, das heißt, du solltest auf dem Rücken schlafen, Dich mindestens zwei Woche körperlich schonen und auch für etwa zwei Wochen keinen festen BH tragen. Auch Sonnenbäder, Solarium oder Saunagänge können den Heilungsprozess behindern, weshalb Du sie vermeiden solltest.
 
Schlupfwarzen betreffen vor allem Frauen, doch auch Männer können darunter leiden.

Kann ich Schlupfwarzen vorbeugen?

Da Schlupfwarzen oft von Geburt an bestehen oder genetisch bedingt sind, ist eine Vorbeugung nicht möglich.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten der Schlupfwarzenbehandlung?

Im Normalfall werden die Kosten für eine Schlupfwarzenkorrektur von den Krankenkassen nicht übernommen, da es sich hierbei um einen kosmetischen Eingriff handelt. Lediglich bei Stillproblemen kann eine Beteiligung nicht ganz ausgeschlossen werden.
 
Informationen dazu bekommst Du bei Deinem jeweiligen Versicherungsträger. Die Kosten einer Brustoperation betragen zwischen 900 und 2000 Euro – je nach Ausprägung, Methode und ob eine oder beide Brüste behandelt werden müssen.


Dauer Dauer

Je nach Behandlungsmethode

Ausfallzeit Ausfallzeit

Je nach Behandlungsmethode

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

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Das Wichtigste zusammengefasst

Schlupfwarzen sind Brustwarzen, welche aufgrund von verkürzter oder unterentwickelter Milchgänge nach innen gewölbt sind


Die Ursache von Schlupfwarzen ist eine bestimmte genetische Veranlagung


Schlupfwarzen stellen grundsätzlich kein medizinisches, sondern ein ästhetisches Problem dar, unter dem Betroffene häufig psychisch leiden


Für die Behandlung von Schlupfwarzen stehen zahlreiche konservative und zwei operative Methoden zur Verfügung

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