Was ist eine Brustrekonstruktion?
Wenn die Behandlung von Brustkrebs eine Entfernung der ganzen Brust (=Mastektomie) erforderlich macht, entscheiden sich viele Frauen dafür, sich nach Abschluss der Krebsbehandlung die Brust wieder neu aufbauen zu lassen. Hierbei sprechen wir von einer Brustrekonstruktion, welche die Kaschierung einer fehlenden Brust, oder sogar beider Brüste, als oberstes Ziel hat. Im Rahmen des Brustaufbaus kann ein Arzt diese aus körpereigenem Gewebe oder mithilfe von Silikonimplantaten wiederherstellen. Bei dieser plastisch-rekonstruktiven Operation stellt der Arzt also die Brustform und die Brustwarze wieder her. Außerdem ist die Brustrekonstruktion eine natürlich aussehende Alternative zu einer abnehmbaren Brustprothese. Darüber hinaus kann der Brustaufbau auch nach einer brusterhaltenden Operation (BET – stellt beispielsweise in Österreich mittlerweile knapp 80 Prozent der Operationen bei Brustkrebs dar) sinnvoll sein, wenn dadurch die operierte Brust ein gewisses Volumen verloren hat.
Was sind die Gründe für eine Mammarekonstruktion?
Für etwa 30 Prozent der Brustkrebs-Patientinnen ist die Abnahme der Brust der sicherste Weg, das Mammakarzinom zu besiegen. Viele Frauen setzen diese Brustamputation oftmals mit dem Verlust der eigenen Weiblichkeit gleich. Aus diesem Grund nutzen die Betroffenen im Anschluss an die Mastektomie die Möglichkeit, die Brust im Rahmen einer Mammarekonstruktion, also der Brustrekonstruktion, wieder neu aufbauen zu lassen.
Im Falle einer einseitigen Brustentfernung kann der Arzt beispielsweise auf diese Weise wieder eine Symmetrie herstellen.
Um mit einer Krebserkrankung vollständig abschließen zu können, ist ein positives Körpergefühl essenziell, weshalb eine anschließende Mammarekonstruktion einen besonders hohen Stellenwert bei den Patientinnen hat. Mit modernen Behandlungsmethoden können plastische Chirurgen dem Wunsch nach einem vollen Busen heutzutage sehr nahekommen und dadurch die Lebensqualität der Betroffenen steigern. Jede Frau muss sich aber im Klaren sein, dass die wiederaufgebaute Brust niemals der natürlichen entsprechen kann. In der Regel können die Patientinnen jedoch nach einer Brustrekonstruktion mit einer natürlichen Brustform rechnen.
Was sind die Vorteile einer Brustrekonstruktion?
Ob und wann Du Dich für eine Rekonstruktion der Brust entscheidest, bleibt natürlich vollkommen Dir überlassen. Viele Frauen, die den Schritt jedoch wagen, profitieren oftmals von einer Steigerung des Selbstvertrauens und auch das Selbstwertgefühl wird wieder größer. Zudem kann die Rekonstruktion der Brust auch dazu beitragen, dass eine bessere Verarbeitung der Brustkrebserkrankung stattfindet. Die Rekonstruktion der Brust verhilft ebenfalls wieder zu einem harmonischen Gesamtbild Deiner Brust, da sie die Symmetrie wiederherstellt. Ein weiterer Vorteil ist, dass Du natürlich auf die Nutzung einer externen Prothese verzichten kannst.
Auch wenn die Rekonstruktion viele Vorteile hat, gibt es auch ein paar Nachteile, die Du unbedingt abwägen solltest, bevor Du Dich für oder gegen die Operation entscheidest. Eine Operation ist immer auch mit gewissen Risiken verbunden und auch wenn Du die Behandlung bei einem Spezialisten durchführen lässt, kann es immer mal vorkommen, dass das Ergebnis nicht ganz so ausfällt wie gewünscht. Es könnte also durchaus passieren, dass eine Korrektur vorgenommen werden muss. Wichtig zu wissen ist auch, dass sichtbare Narben zurückbleiben werden und sich die rekonstruierte Brust anders anfühlen wird, als die natürliche Brust. Ein weiterer Punkt ist, dass es in seltenen Fällen notwendig ist, eine Korrektur an der gesunden Brust vorzunehmen, damit das Gesamtbild symmetrisch erscheint.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Brustaufbau nach Brustkrebs?
Wenn der Arzt entscheidet, dass er die an einem Mammakarzinom erkrankte Brust keiner Bestrahlung aussetzen möchte, kann er sofort mit einer Brustrekonstruktion beginnen und das sogar schon während der Brustabnahme (= sofortige Brustrekonstruktion) beziehungsweise nach der Entfernung des Tumors. Sollte sich die Frau für eine Rekonstruktion zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden (=verzögerte, zweizeitige Brustrekonstruktion), kann der Arzt während der Entfernung die ersten Schritte zum Wiederaufbau einleiten, um zum Beispiel später einen Expander einsetzen zu können.
Wann die Brustrekonstruktion geschieht, hängt folglich davon ab, welche Therapien bei der Behandlung des Brustkrebses notwendig sind.

Der Brustaufbau findet im Falle einer verzögerten Brustrekonstruktion einige Wochen oder sogar Monate nach dem Abschluss aller Untersuchungen und der onkologischen Behandlung statt. Steht nämlich eine Bestrahlung der erkrankten Brust am Plan, führt der Chirurg den Brustaufbau in der Regel immer erst später durch, wenn sich die Haut regeneriert und die Durchblutung verbessert hat. In so einem Fall empfehlen Ärzte meist die Brustrekonstruktion mit Eigengewebe.
Bei vorsorglichen Operationen kommt es besonders oft zu einer sofortigen Brustrekonstruktion, meistens mit der Hilfe von Silikonimplantaten. Welcher Zeitpunkt der richtige ist, hängt auch davon ab, ob eine Strahlentherapie notwendig ist. Prinzipiell ist es aber möglich, auch Jahre nach einer Brustabnahme die Brust erfolgreich wiederherzustellen.
Ist eine Rekonstruktion der Brust nach einer Krebserkrankung auch ohne OP möglich?
Eine nicht-operative Rekonstruktionsmaßnahme stellen die sogenannten äußerlichen Brustprothesen dar. Diese kommen meistens zum Einsatz, wenn sich die Patientinnen keinen Wiederaufbau der Brust wünschen beziehungsweise, wenn dies gar nicht möglich ist. Die Brustprothesenkissen bestehen aus Schaumstoff oder Silikon und es gibt mittlerweile eine Vielzahl an Modellen unterschiedlichster Größen und Formen. Dabei legt sich die Patientin die Kissen in einen speziellen BH ein, sodass zwischen der operierten Seite und der gesunden Brust kein Unterschied mehr zu sehen ist.
Was ist eine Mastektomie?
Eine Mastektomie beschreibt einen chirurgischen Eingriff, der eine Entfernung des Brustdrüsengewebes einer Frau oder eines Mannes zur Folge hat. Dies kann sowohl einseitig als auch beidseitig erfolgen und ist in den meisten Fällen aufgrund einer Brustkrebserkrankung notwendig. Nachdem die Brust im Lateinischen Mamma heißt, ist die Ablatio mammae ein Synonym für die Mastektomie. Häufig verwendete Begriffe wie die Mamma- oder Brustamputation beschreiben jedoch nur eine Untergruppe der Mastektomien, bei der das Brustgewebe mitsamt der Brustwarze (Mamille) radikal entfernt wird.
Wie verläuft eine Rekonstruktion der Brust nach Brustkrebs?
1. Haut und Brustgewebe wird ersetzt
2. Brustwarzenhof wird modelliert
3. Brustwarze wird rekonstruiert
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