Brüchige Nägel: Jetzt ist Schluss damit!

Brüchige Nägel sind ein weitverbreitetes Problem, unter dem besonders Frauen häufig leiden. Die Ursachen dahinter sind sehr verschieden und können ein Hinweis auf eine Mangelerscheinung oder im Ernstfall sogar auf eine Krankheit sein. Brüchige Nägel lassen sich in den meisten Fällen gut behandeln. Außerdem kannst Du brüchigen Nägeln mit ein paar kleinen Maßnahmen super vorbeugen. Wie? Das erfährst Du hier!


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Online-Redaktion


Zuletzt aktualisiert: 23. Juli, 2020

Welche Formen von brüchigen Nägeln gibt es?

Mediziner unterscheiden zwischen zwei Arten von brüchigen Nägeln. Spezialisten können schon von der Art des Nagelbruchs auf mögliche Ursachen schließen.
 

  • Onychoschisis liegt vor, wenn der Zehen- oder Fingernagel horizontal und schichtweise vom Rand her absplittert. Schuld daran können Krankheiten wie eine Knötchenflechte oder eine Stoffwechselerkrankung sein.
  • Onychorrhexis wird diagnostiziert, wenn der Finger- oder Zehennagel vertikal und langfaserig absplittert. In den meisten Fällen deutet dies auf einen Vitamin- oder Eisenmangel oder eine Unterfunktion der Schilddrüse hin. Eventuell hast Du auch zu oft Kontakt mit auslaugendem Wasser gehabt.

Ein Bad mit Ölen kann bei brüchigen Nägeln Wunder wirken.

Was sind die häufigsten Ursachen für brüchige Nägel?

Für brüchige Finger- oder Zehennägel kommen eine ganze Reihe von Ursachen infrage:
 
Genetische Ursachen
 
Brüchige Nägel können genetisch bedingt sein. Wenn Du beispielsweise schon seit Langem oder immer wieder unter brüchigen Nägeln leidest und auch Deine Eltern, Geschwister oder Großeltern davon betroffen sind, dann sind Deine Nagelprobleme erblich bedingt. Durch die richtige Pflege kannst Du zumindest den optischen Zustand Deiner Nägel verbessern.
 
Kontakt zu bestimmten Stoffen
 
Häufiger Kontakt mit Wasser entzieht der Haut und den Nägeln Feuchtigkeit und trocknet sie aus, die Folgen davon sind, dass sie leichter splittern und brechen. Aber auch Reinigungsmittel und andere Chemikalien können dafür verantwortlich sein.
 
Durch den Kontakt mit Spül- und Waschmittel oder Seife, durch eine übertriebene (Hand-)Hygiene und lösungsmittelhaltige Nagellackentferner werden die Nägel brüchig. Friseure und Taucher sind davon häufig betroffen. Aber auch Personen, die im Gesundheitswesen arbeiten und Hygieneregeln zu beachten haben, leiden oft unter trockenen Händen und brüchigen Fingernägel.
 
 Umwelteinflüsse im Winter
 
Da Zehen- und Fingernägel ihren Feuchtigkeitshaushalt nicht selbst regulieren können, kommt es vor allem im Winter durch Temperaturunterschiede zum Austrocknen der Nägel. Sowohl die warme Heizungsluft als auch die kalte Luft von draußen führt zum Feuchtigkeitsverlust von Haut und Nägel. Die Nägel trocknen aus, werden spröde und brüchig. Spröde Nägel binden noch weniger Wasser, sodass sich der Feuchtigkeitsverlust weiter verstärkt.

Brüchige Nägel entstehen häufig aufgrund von Fehlern im Nagelstudio.

Falsche Pflege und Nageldesign
 
Fehler bei der Nagelpflege sowie unsauberes Arbeiten in Nagelstudios können schwere Folgen für Deine Nägel haben. Bei einer zu groben Maniküre oder Pediküre entstehen Verletzungen der Nagelstruktur: Durch die Verwendung von Nagelscheren oder Nagelzwicker können durch das Zusammendrücken des Nagels feine Risse entstehen.
 
Für eine professionelle und schonende Nagelpflege solltest Du daher auf eine hochwertige Nagelfeile achten. Künstliche Fingernägel und Gelnägel schädigen die Hornschicht und machen Deine Nägel weich und brüchig. Zudem bietet die Spalte zwischen Kunst- und Naturnagel Nährboden für Bakterien und Pilze.
 
Nährstoffmangel/ Mangelernährung
 
Eine falsche Ernährung spiegelt sich auch häufig im Aussehen Deiner Nägel wider. Wenn Deinem Körper bestimmte Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente oder essenzielle Fettsäuren fehlen, kann dies zu brüchigen Nägeln führen.
 

  • Vitaminmangel: Ein Mangel an Vitamin A, Vitamin B, Vitamin C, Biotin, Folsäure oder Cobalamin kann brüchige Nägel verursachen.
  • Mineralstoffmangel: Treten neben brüchigen Nägeln auch Symptome, wie Blässe, Müdigkeit, Frieren, Risse in den Mundwinkeln, Ohrensausen und/oder Kopfschmerzen auf, kann dies möglicherweise auf Blutarmut aufgrund von Eisenmangel hindeuten. Und auch ein Mangel an Zink kann brüchige Nägel verursachen.
  • Essstörung: Bei Mangelernährung, die bei einer Essstörung meistens zutrifft, fehlen bestimmte Nährstoffe, die zu brüchigen Nägeln führen können.

 
Erkrankungen
 

  • Hauterkrankungen wie Nagelpilz, Schuppenflechte (Psoriasis), Ekzeme oder eine Knötchenflechte (Lichen ruber; eine entzündliche Hauterkrankung mit juckenden, rötlichen Knötchen) verursachen ebenfalls brüchige Nägel.
  • Erkrankungen des Hormonsystems und Schilddrüsenerkrankungen können ebenso brüchige Finger- und Zehennägel verursachen. Wenn zusätzliche Symptome, wie Erschöpfung, rasche Ermüdung, Veränderungen von Gewicht und Blutdruck, Schwitzen, Herzrasen, Hauttrockenheit und struppige Haare dazu kommen, kann dies ein Anzeichen für eine Hormonerkrankung sein.
  • Die chronische Polyarthritis (Rheumatoide Arthritis) ist die häufigste chronisch-entzündliche Gelenkerkrankung. Die Krankheit kann Nagelwuchsstörungen, brüchige Finger- oder Zehennägel sowie kleine Einblutungen unter den Nägeln verursachen. Mehr über das das Krankheitsbild Arthritis kannst Du hier nachlesen.

 
Medikamente
 
Bestimmte Medikamente, die bei der Chemotherapie von Krebserkrankungen oder zur Therapie von Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden, hemmen das Zellwachstum beziehungsweise die Zellteilung. Man nennt diese Medikamente Zytostatika. Eine mögliche Nebenwirkung von Zytostatika sind dünne, weiche, brüchige Nägel.

Brüchige Nägel betreffen sowohl die Fingernägel als auch die Zehennägel.

Was kann ich gegen brüchige Nägel tun?

Solltest Du unter brüchigen Nägeln leiden, solltest Du bei Deinem Arzt abklären lassen, ob ein Nährstoffmangel vorliegt. Ein Arzt kann Dich bei einer Ernährungsumstellung beraten. Möglicherweise kommen auch Nahrungsergänzungsmittel infrage. Jedoch solltest Du auf keinen Fall ohne ärztliche Absprache Nahrungsergänzungsmittel zu Dir nehmen, da bei den falschen Nährstoffen eine Überdosierung ebenfalls zu brüchigen Nägeln führen kann.
 
Auch Hausmittel können bei brüchigen Nägeln Wirkung zeigen:
 

  • Ein beliebtes Mittel gegen brüchige Nägel ist die Anwendung von Kieselerde. Verrühre dazu Kieselerde mit etwas warmem Wasser zu einer Paste. Trag diese auf und lass sie trocknen. Wasch die Kieselerdepaste anschließend ab und massiere ein wenig Olivenöl auf Deine Nägel.
  • Verwöhne Deine Hände und Füße mit Ölbädern! Gib dafür ein wenig Pflanzenöl in ein Schälchen und “bade” Deine Nägel darin für einige Minuten.
  • Du solltest Deine Hände nach jedem Händewaschen mit reichhaltiger Creme, die beispielsweise den Harnstoff Urea enthalten, eincremen. Dadurch werden Haut und Nägel mit Feuchtigkeit versorgt. Dasselbe gilt natürlich auch für Deine Füße.
  • In Drogerien findest Du zahlreiche Präparate wie Nagelöle und Nagelcremen. Alternativ kannst auch ein paar Tropfen Mandel- oder Olivenöl auf die Nagelhaut auftragen. Cremes und Öle können in den Nagel nicht eindringen und haben nur einen oberflächlichen Effekt, jedoch können sie helfen Symptome zu lindern und haben einen positiven und pflegenden Effekt für die Nagelhaut.

 
Kann ein spezieller Nagellack helfen?
 
Bunte Nägel und der regelmäßige Besuch im Nagelstudio sind vor allem für viele Frauen kaum mehr wegzudenken. Jedoch solltest Du hin und wieder Lackpausen einlegen. In dieser Zeit kann der Nagel sich von den Inhaltsstoffen aus Nagellack und Nagellackentferner erholen.
 
In Apotheken findest Du Nagellack mit Kieselsäure und Schwefel angereichert. Diesen kannst Du auftragen, um Deine Nägel mit Nährstoffen zu versorgen und um sie zu stärken. Der pflegende Lack mineralisiert die Nägel, baut sie wieder auf und gibt ihnen die fehlende Festigkeit und Elastizität zurück.

Spezielle Salben helfen brüchigen Nägeln vorzubeugen.

Wie kann ich brüchige Fingernägel vorbeugen?

Ernährung: Um brüchige Fingernägel vorzubeugen, solltest Du auf eine ausgewogene Ernährung achten. Nägel bestehen aus der Hornsubstanz Keratin, welches durch eine ausgewogene, proteinreiche Ernährung aufgenommen wird. Dein Vitaminbedarf kann durch reichlich Gemüse und Obst aufgenommen werden.
 
Atmungsaktive Handschuhe: Verwende beim Putzen oder Abwaschen am besten wasserdichte, aber atmungsaktive Handschuhe. Durch schwitzende Hände in Gummihandschuhen können sich die Nägel aufweichen, was sie zusätzlich angreift. Verwende anschließend rückfettende Cremes.
 
Schonende Nagelpflege: Du solltest Deine Nägel ausschließlich mit hochwertigen Nagelfeilen kürzen beziehungsweise Unebenheiten ausgleichen. Die Nagelhaut sollte zudem nicht radikal abgeschnitten werden. Bei starkem Überwuchs der Nagelhaut empfiehlt sich ein Besuch im Nagelstudio.



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