Was sind Xanthome?
Der Arzt nennt gutartige Tumore aus Bindegewebszellen, in denen Fetttröpfchen eingelagert sind, Xanthome. Ursache sind Stoffwechselerkrankungen. In der Medizin sind Xanthome auch unter den Bezeichnungen Eruptive xanthomas und Eruptive Xanthome bekannt.
Der Begriff Xanthom bezeichnet Hautveränderungen, die durch eine vermehrte Einlagerung von Protein-Fettverbindungen (Lipoproteinen) in der Haut entstehen. Dies passiert im Rahmen einer Fettstoffwechselstörung (Hyperlipoproteinämie, kurz HLP).
Xanthome können unterschiedliche Größen und Formen haben. Meist sind sie gelblich, können aber auch bräunlich, rötlich, beige- oder cremefarben sein. Am auffälligsten sind Xanthome direkt auf der Haut, sie können jedoch auch auf Knochen, Blutbahnen und Organen auftreten.
Grundsätzlich sind Xanthome selbst nicht gefährlich und verschwinden meist von selbst, wenn der Auslöser – wie ein zu hoher Cholesterinspiegel – beseitigt wird.
Was ist der Unterschied zwischen Xanthomen und Xanthelasmen?
Sowohl bei Xanthomen als auch bei Xanthelasmen handelt es sich um knötchenförmige, gelbliche Hautveränderungen. Sie entstehen durch die Einlagerung von Cholesterin in feinster Tröpfchenform in bestimmten Zellen unter der Haut.
Diesen Hautveränderungen liegen meist Stoffwechselerkrankungen, vor allem Fettstoffwechselstörungen, zugrunde. Das bedeutet, dass Patienten entweder einen zu hohen Cholesterinspiegel oder zu wenig „gutes“ HDL-Cholesterin haben.
Xanthome treten vor allem an Armen, Beinen, dem Rumpf oder an den Sehnen auf. Xanthelasmen dagegen finden sich nur im Bereich der Augen, meist beidseitig oberhalb der Augen an der nasalen Seite der Augenlider.
Warum das so ist, ist bis heute nicht geklärt. Die Krankheit betrifft vor allem Menschen im mittleren oder höheren Alter, manchmal auch Menschen unter 40 Jahren. Selten können genetische Ursachen für ein Ausbrechen der Krankheit verantwortlich sein.
Im Normalfall stecken jedoch meist andere Erkrankungen dahinter. Patienten mit solchen Veränderungen haben laut einer aktuellen Studie auch ein erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.
In der Regel bilden sich Xanthelasmen nicht von selbst wieder zurück und können auch nicht medikamentös behandelt werden. Möglichkeiten, Xanthelasmen zu entfernen, sind eine äußerliche Anwendung stark ätzender Substanzen wie Trichloressigsäure oder eine chirurgische Entfernung mit einem Laser.
Diese Behandlungsmethode hat jedoch den Nachteil, dass Narben bleiben können und die Rückfallwahrscheinlichkeit hoch ist, da der Chirurg nur die betroffenen Hautstellen entfernt, die Ursache aber bestehen bleibt.
Was sind die Anzeichen von Xanthomen?
Innerhalb weniger Wochen kann es an verschiedenen Stellen des Körpers zu Hauterscheinungen in Form von 0,2 bis 0,3 cm großen gelblich bis roten Knötchen kommen. Diese sind flach erhaben, oberflächenglatt und scharf berandet und können symptomlos verlaufen oder leicht jucken. Die Knötchen selbst sind nicht ansteckend.
An manchen Stellen kann eine Ansammlung von Knötchen entstehen, doch auch eine lineare Ausrichtung ist möglich.
Auch um die Augen herum und an den Augenlidern können gelbe, scharf unbegrenzte, leicht verschiebbare Knötchen auftauchen, sogenannte Xanthelasmen. Häufig bilden sie sich symmetrisch auf beiden Seiten und können an Größe zunehmen oder sogar ineinanderfließen.
Welche Körperstellen sind besonders betroffen?
Am häufigsten tauchen Xanthome an den Knien, Ellenbogen, an Händen und Füßen sowie an den Achillessehnen auf. Mediziner unterscheiden zwischen verschiedenen Formen von Xanthomen, die sich sowohl im Aussehen als auch dahingehend unterscheiden, an welchen Körperregionen sie entstehen:
- Xanthoma tuberosum: Knöchel und Gelenke
- Xanthoma tendinosum: an Händen, Füßen oder der Achillessehne in Form von Knoten
- Eruptive Xanthoma: gelblich-orange Knoten überall am Körper
- Xanthoma planum: Verstreute Punkte über große Flächen der Haut
- Palmar Xanthoma: an den Fingern
- Tuberoeruptive Xanthoma: rote Knoten, die entzündet aussehen
- Xanthelasmen: an den Augenlidern und rund um die Augen
Welche Ursachen haben Xanthome?
Xanthome entstehen meist aufgrund einer Fettstoffwechselstörung, die eine Vielzahl an Ursachen haben kann. Normalerweise verbinden sich Fette im Blut mit Proteinen. Diese sogenannten Lipoproteine sind für den Transport von Cholesterin und anderen Fetten zu unterschiedlichen Stellen im Körper zuständig.
Wird dieser Prozess gestört, kommt es zu einer Anreicherung des Blutes mit Cholesterin in den Immunzellen der Haut (Makrophagen). Diese formen sich daraufhin zu Schaumzellen um, was bedeutet, dass sie ein schaumiges Inneres haben.
Cholesterin ist ein Fettstoff, welcher einerseits für den Aufbau der Zellmembran, also der Hülle jeder Zelle, verantwortlich und andererseits für viele Hormone sowie für die Gallensäureproduktion von Bedeutung ist. Mediziner unterscheiden zwischen dem „guten“ HDL-Cholesterin, welches Fettstoffe aus den Blutgefäßen entfernt, und dem „schlechten“ LDL-Cholesterin, das Fettstoffe in die Blutgefäße bringt.
Im Falle einer Störung des Fettstoffwechsels kommt es zu einer Anhäufung von LDL-Cholesterin und somit zu einem erhöhten Cholesterinspiegel im Blut (Hypercholesterinämie/HLP).
Ärzte unterscheiden zwischen einer primären und einer sekundären Hypercholesterinämie:
Primäre Hypercholesterinämie: meist genetisch bedingt, kann aber auch andere Erkrankungen, Medikamente und nicht selten einen ungesunden Lebenswandel zum Grund haben. Die primären Hypercholesterinämien werden nach der Klassifikation nach Fredrickson in 5 HLP-Typen eingeteilt. Dabei ziehen Ärzte Werte für das Gesamtcholesterin, das LDL- und HDL-Cholesterin sowie der Triglyceride für eine Diagnose heran.
Sekundäre Hypercholesterinämie: kann verschiedene Ursachen haben. Dazu zählen neben Alkoholismus auch eine Über- sowie Fehlernährung, Lebererkrankungen sowie eine Gallenstauung (Cholestase). Weitere Gründe können ein erhöhter Harnsäurespiegel, eine Unterfunktion der Schilddrüse, ein gestörter Glykose-Abbau sowie ein erhöhter Calcium-Spiegel im Blut sein.
Xanthome treten relativ häufig auf und können sowohl im Rahmen einer primären als auch sekundären Hypercholesterinämie entstehen. Patienten mit einem erhöhten Cholesterinspiegel tragen zudem ein erhöhtes Risiko einer Verengung der Arterien durch Fettablagerung in sich.
Welche Formen der Xanthome gibt es?
Ärzte unterscheiden zwischen folgenden Formen von Xanthomen:
Eruptive Xanthome
Diese Fettablagerungen finden sich vor allem bei Patienten mit HLP-Typen I, IV und V. Anzeichen sind gelbliche Papeln mit gerötetem Hof auf der Haut des Gesäßes, der Streckseiten der Arme und der Beine sowie dem Rücken, selten auf der Schleimhaut. Eruptive Xanthome sind meist an eine schwere und länger andauernde Hyperchylomikronämie gebunden, bilden sich aber bei Senkung der Triglyceride meist rasch zurück.
Tuberöse Xanthome
Unter dieser Form verstehen Mediziner nicht schmerzhafte, gelb-rötliche Hauterscheinungen von weicher bis vorwiegend fester Konsistenz. Sie treten auf der Haut und im Unterhautfettgewebe auf und betreffen vor allem Patienten mit HLP-Typen II und III. Je nach Ausmaß der Hyperchylomikronämie wachsen sie langsam oder schneller an druck-beanspruchten Körperregionen wie Ellbogen, Knie, Sprung- und Handgelenk. Bei entsprechender Therapie bilden sie sich wieder zurück, jedoch können bräunlich pigmentierte Hautstellen zurückbleiben.
Tendinöse Xanthome oder Sehnenxanthome
Hierbei handelt es sich um feste Knoten, welche an den Sehnen, insbesondere an der Achillessehne sowie den Streckseiten der Finger, entstehen. Auch Bänder, Faszien und die Knochenhaut können jedoch davon betroffen sein. Diese Form entsteht im Zusammenhang mit einer schweren Hypercholesterinämie.
Plane Xanthome
Diese Form kommt vor allem am Rumpf, aber auch im Gesicht, am Nacken und Schultergürtel sowie am Gesäß vor und lässt sich schwer ertasten, da plane Xanthome sehr flach sind. Sie sind gelb-orange und treten in Folge einer Hypercholesterinämie Typ II und III, nicht aber bei Typ IV und V auf.
Xanthelasmen
Aufgrund von lokalen Stoffwechselstörungen treten Xanthelasmen als gelbliche, flache, scharf begrenzte Ablagerungen meist beidseitig am Oberlid und am nasalen Lidwinkel auf. Eine Rückbildung ist meist nur im geringen Maße möglich. Xanthelasmen können Hinweis auf eine familiäre Hypercholesterinämie geben.
Handlinienxanthome oder Xanthochromia palmaris striata aut papulosa
Handlinienxanthome sind krankhafte streifenförmige Hauterscheinungen im Bereich der Handinnenflächen und entstehen vor allem im Zuge einer Typ III-Hyperlipoproteinämie. Bei erfolgreicher Therapie bilden sie sich innerhalb einiger Monate zurück.
Auf welche Krankheiten können Xanthome hinweisen?
Xanthome weisen meist auf eine Fettstoffwechselstörung hin, die unterschiedliche Gründe haben kann. Patienten zeigen einen erhöhten Cholesteringehalt im Blut, was sich negativ auf den allgemeinen Gesundheitszustand auswirken kann und vor allem das Herz-Kreislauf-System und die Gefäße belastet.
Die Lebensqualität und -erwartung kann dadurch eingeschränkt sein. Zudem leiden viele Betroffene psychisch unter den Knoten: Sie fühlen sich minderwertig und haben oft ein verringertes Selbstwertgefühl.
Wann sollte ich zum Arzt gehen?
Grundsätzlich solltest Du bei jeglicher unklaren Hautveränderung einen Arzt aufsuchen, da diese Anzeichen einer Erkrankung sein können. Vor allem bei plötzlich auftretenden Veränderungen des Hautbildes sowie Auffälligkeiten, die über einen längeren Zeitraum bestehen, solltest Du zu einem Hautarzt gehen.
Auch bei Zunahme der Beschwerden muss eine ärztliche Abklärung erfolgen. Knotenbildungen und ungewöhnliche Fettablagerungen in der Haut sowie insbesondere weißlich oder gelbliche Verfärbungen des Hautbildes sollten für Dich immer besorgniserregend sein, da sie auf schwerwiegende Krankheiten hinweisen können.
Wie diagnostiziert der Arzt ein Xanthom?
Eine Diagnose bei Deinem behandelnden Arzt besteht aus mehreren Schritten. Zuerst wird eine Blutprobe entnommen und an ein Labor geschickt. Dort wird zunächst das Gesamtcholesterin bestimmt. Bei einem erhöhten Wert von über 290 Milligramm pro Deziliter Blut erfolgt wahrscheinlich eine Untersuchung folgender Lipid-Werte:
- LDL-Cholesterin
- HDL-Cholesterin
- Triglyceride
- Lipoprotein a oder auch Lp(a)
Sollten auch hier erhöhte Werte auftreten, wird Dein Arzt ein Anamnesegespräch mit Dir durchführen, um die Möglichkeit einer familiären Hypercholesterinämie oder einer alternativen Fettstoffwechselstörung abzuklären. Darüber hinaus wird er Dich über Deine Lebensgewohnheiten wie Ernährung, Rauchen, Bewegung und Medikamente befragen.
Bei Verdacht auf eine Fettstoffwechselstörung betrachtet der Spezialist anschließend Deinen ganzen Körper und untersucht ihn auf typische Anzeichen wie Xanthome oder Xanthelasmen.
Wenn sich der Verdacht auf eine familiäre Hypercholesterinämie bestätigt, sollten sich alle Familienmitglieder ebenfalls untersuchen lassen, da diese vererbbar ist. Dazu ist gegebenenfalls eine genetische Untersuchung notwendig.
Wie werden Xanthome behandelt?
Eine Behandlung von Xanthomen besteht vor allem in der Therapie der zugrunde liegenden Fettstoffwechselstörung. Dadurch kann das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Fettablagerungen sowie einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse gesenkt werden.
Allgemeine Maßnahmen sind zum einen eine Ernährungsumstellung und eine Anpassung der Lebensführung. Dabei solltest Du vor allem auf eine ausgewogene Vollwertkost mit frischem Gemüse, Salaten, Getreide und Fisch achten und gesättigte Fette (z. B. in Fleisch, Butter und anderen Milchprodukten) ebenso meiden wie Speisen und Getränke mit einem hohen Gehalt an raffiniertem Zucker (z. B. Kuchen und Limonaden). Zum anderen solltest Du versuchen, Übergewicht – wenn möglich – abzubauen.
Sollte eine Ernährungsumstellung alleine nicht ausreichen, verschreibt Dir der Arzt Medikamente, die Deinen Lipidgehalt senken sollen. Im Regelfall bilden sich Xanthome bei erfolgreicher Therapie selbstständig wieder zurück.
Falls dies nicht der Fall ist oder bei ästhetischen Problemen, besteht die Möglichkeit einer chirurgischen Entfernung beziehungsweise einer Beseitigung mittels Laser, Trichloressigsäure oder Vereisung. Jedoch entfernt der Spezialist hierbei nur die betroffenen Hautstellen; die Ursache muss aber dennoch behandelt werden, da eine Rückbildung ansonsten sehr wahrscheinlich ist.
Auch naturheilkundliche Möglichkeiten wie Homöopathie, Phytotherapie oder Schüßler-Salze können unterstützend zu einer Linderung der Symptome beitragen.
Was kann ich selbst tun?
Um eine Linderung der Beschwerden zu erreichen, solltest Du Deine Lebensweise ändern und vor allem auf eine kohlenhydratarme, ballaststoffreiche, ausgewogene und vitaminreiche Ernährung achten. Auch Deinen Alkoholkonsum solltest Du auf ein Minimum reduzieren und Dich ausreichend bewegen. Damit förderst Du zusätzlich Deine Sauerstoffzufuhr und steigerst Dein Wohlbefinden.
Falls Dein Gewicht nicht dem Normalbereich des Body-Mass-Index (BMI) entspricht, solltest Du Gegenmaßnahmen einleiten und Körperfett reduzieren. Dazu kannst Du eine Diät durchführen, wobei Ärzte hier die Teilnahme einer Ernährungsberatung empfehlen und mehr Bewegung in Deinen Alltag einbauen. Dein Arzt führt zur Kontrolle in regelmäßigen Abständen Blutuntersuchungen bei Dir durch, um sicherzustellen, dass es zu keiner Xanthombildung mehr kommt.
Kann ich Xanthomen vorbeugen?
Xanthome kannst Du mit einer gesunden Lebensführung sowie einer regelmäßigen Kontrolle Deiner Cholesterinwerte im Blut und Deines Blutdrucks vorbeugen. Prophylaktisch solltest Du auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Bewegung und einen maßvollen Genuss von alkoholischen Getränken achten.
Wie ist die Prognose bei Xanthomen?
Bei einer frühen Diagnose und einer adäquaten Therapie kann ein Fortschreiten der Krankheit unterbunden werden. Hauterscheinungen verschwinden und der Cholesterinspiegel bewegt sich wieder in den Normalbereich. Damit haben behandelte Personen eine normale Lebenserwartung, bei unbehandelten Patienten verkürzt sich die Lebensdauer meist drastisch.
Welche Komplikationen können bei Xanthomen auftreten?
Xanthome selbst sind zwar gutartige Fettablagerungen, jedoch kann die ihnen zugrunde liegende Fettstoffwechselstörung auf Dauer für Herz und Gefäße gefährlich sein, da sich zu viel Cholesterin im Blut befindet. Dies kann zu einer frühzeitigen Arterienverkalkung durch Fettablagerungen führen.
Daneben steigt bei Betroffenen das Risiko einer Bauchspeicheldrüsenentzündung oder diverser Lebererkrankungen. Auch Diabetes kann eine Folgeerscheinung von Xanthomen sein. Xanthome können zudem Sehnen- und Gelenkmanifestationen sowie Arthritis (Gelenkentzündungen) verursachen und zu rheumatologischen Beschwerden führen.
Wie viel kostet die Behandlung von Xanthomen?
Die Kosten einer Beseitigung von Xanthomen hängt von deren Menge, Größe und Ausprägung sowie der gewählten Methode ab. Durchschnittlich musst Du in Deutschland und in Österreich mit Kosten von 250 Euro aufwärts rechnen, in der Schweiz mit etwa 380 Franken. Für eine Laserbehandlung können die Kosten auf über 400 Euro steigen. Grundsätzlich ist es ratsam, einen Kostenvoranschlag bei Deinem behandelnden Arzt einzuholen.
Übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Behandlung von Xanthomen?
Da Xanthome ein ästhetisches Problem darstellen und das körperliche Wohlbefinden per se nicht beeinträchtigen, übernehmen die Krankenversicherungsträger die Kosten für deren Entfernung nicht. Falls Du eine private Krankenversicherung hast, könnte diese die Kosten teilweise oder sogar ganz übernehmen. Informationen dazu bekommst Du bei Deinem Versicherungsträger.
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