Auf einen Blick: Schilddrüsenunterfunktion
Was ist es?
Die Schilddrüse produziert zu wenig Hormone – das verlangsamt viele Körperfunktionen spürbar.
Häufigste Ursache
Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste Ursache der Schilddrüsenunterfunktion in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch einen Bluttest, der den TSH-Wert und die Schilddrüsenhormone T3 und T4 misst.
Behandlung
Eine tägliche Einnahme von Schilddrüsenhormon (L-Thyroxin) kann die Beschwerden in vielen Fällen vollständig beheben.
Die Schilddrüsenunterfunktion ist eine häufige hormonelle Erkrankung, bei der Dein Körper zu wenig Schilddrüsenhormone produziert. Vielleicht hast Du schon einmal gemerkt, dass Du Dich dauerhaft müde fühlst, schneller frierst oder an Gewicht zunimmst, ohne dass sich Dein Lebensstil verändert hat. Solche Veränderungen können mit der Schilddrüse zusammenhängen. Die gute Nachricht ist, dass sich die Erkrankung in den meisten Fällen gut behandeln lässt, sobald sie erkannt wurde.
Eine Schilddrüsenunterfunktion überschneidet sich symptomatisch mit weiteren Erkrankungen wie Eisenmangel und Vitamin B12 Mangel.
Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion?
Die Schilddrüsenunterfunktion, medizinisch Hypothyreose genannt, gehört zu den häufigsten hormonellen Störungen weltweit. Dabei produziert die Schilddrüse, eine kleine Drüse im vorderen Halsbereich, zu wenig Hormone. Diese Hormone steuern zahlreiche wichtige Funktionen im Körper. Dazu gehören der Stoffwechsel, die Körpertemperatur, der Herzschlag und viele weitere Prozesse, die im Alltag unbemerkt ablaufen.
Schätzungen gehen davon aus, dass etwa fünf bis zehn Prozent der Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz betroffen sind. Frauen erkranken deutlich häufiger als Männer. Viele wissen lange nichts von ihrer Erkrankung, weil die Symptome schleichend beginnen und oft unspezifisch sind.
Die Schilddrüse bildet vor allem zwei Hormone: das sogenannte Thyroxin (auch T4 genannt) und Trijodthyronin (kurz T3). T4 dient als eine Art Speicherform, die im Körper bei Bedarf in das aktivere T3 umgewandelt wird. Fehlen diese Hormone, geraten viele Abläufe im Körper aus dem Gleichgewicht.

Was macht die Schilddrüse in Deinem Körper?
Schilddrüsenhormone und ihre Wirkung
Die Schilddrüse hat eine zentrale Rolle im Stoffwechsel. Sie beeinflusst, wie schnell Dein Körper Energie verbraucht, wie warm Dir ist und wie aktiv Dein Herz arbeitet. Schilddrüsenhormone wirken darüber hinaus auf die Stimmung, die Konzentrationsfähigkeit sowie auf Muskeln und Organe.
Gesteuert wird die Hormonproduktion über ein übergeordnetes System. Die Hypophyse, also die Hirnanhangsdrüse, produziert das Hormon TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon). Dieses Hormon signalisiert der Schilddrüse, wie viel T3 und T4 gebildet werden sollen. Wenn die Schilddrüse zu wenig arbeitet, steigt der TSH-Wert im Blut an – der Körper versucht damit, die Schilddrüse stärker anzuregen. Genau dieser Mechanismus bildet die Grundlage für die Diagnose.
Unterfunktion oder Überfunktion – was ist der Unterschied?
Bei der Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) produziert die Drüse zu viele Hormone. Die Folgen sind gegensätzlich zur Unterfunktion: Herzrasen, Gewichtsverlust, innere Unruhe und Schweißausbrüche. Beide Erkrankungen werden über denselben TSH-Wert erkannt – bei der Überfunktion ist er erniedrigt, bei der Unterfunktion erhöht.
Welche Ursachen hat eine Schilddrüsenunterfunktion?
Hashimoto-Thyreoiditis als häufigste Ursache
Die Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste Ursache in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dabei greift das Immunsystem fälschlicherweise das eigene Schilddrüsengewebe an. Diese chronische Entzündung führt dazu, dass die Drüse nach und nach zerstört wird und immer weniger Hormone produziert. Die Erkrankung verläuft oft in Phasen. Gerade zu Beginn kann es kurzfristig sogar zu einer vorübergehenden Überfunktion kommen. Langfristig entwickelt sich jedoch meist eine Unterfunktion.
Weitere häufige Ursachen
Auch andere Faktoren können eine Schilddrüsenunterfunktion auslösen. Dazu gehört zum Beispiel die operative Entfernung der Schilddrüse, etwa bei Krebs oder einer starken Vergrößerung. In diesem Fall kann der Körper keine eigenen Schilddrüsenhormone mehr bilden. Auch eine sogenannte Radiojodtherapie, die bei einer Überfunktion eingesetzt wird, kann die Schilddrüse dauerhaft schädigen.
Bestimmte Medikamente wie Lithium oder Amiodaron können ebenfalls die Funktion der Schilddrüse beeinträchtigen. Ein Jodmangel ist in Mitteleuropa heute seltener geworden, kann aber in Einzelfällen noch eine Rolle spielen. In manchen Fällen entwickelt sich durch einen lange bestehenden Jodmangel eine Vergrößerung der Schilddrüse, die als Struma oder Kropf bezeichnet wird.
Angeborene und seltene Ursachen
In seltenen Fällen besteht eine Schilddrüsenunterfunktion bereits bei der Geburt. Diese Form wird als angeborene Hypothyreose bezeichnet. Deshalb wird in Deutschland, Österreich und der Schweiz bei Neugeborenen routinemäßig ein Screening durchgeführt, um die Erkrankung frühzeitig zu erkennen. Auch Störungen der Hirnanhangsdrüse können eine Rolle spielen. Wenn zu wenig TSH gebildet wird, spricht man von einer sekundären Hypothyreose.
Welche Symptome zeigen sich bei einer Schilddrüsenunterfunktion?
Die Symptome entwickeln sich meist langsam und sind oft unspezifisch. Das macht es schwierig, die Erkrankung früh zu erkennen.
Körperliche Beschwerden
Viele Betroffene fühlen sich dauerhaft müde und erschöpft, auch wenn sie ausreichend schlafen. Häufig kommt es zu einer Gewichtszunahme – manchmal sogar trotz Diät oder bewusster Ernährungsumstellung. Typisch ist auch eine erhöhte Kälteempfindlichkeit: Du frierst schneller als früher, selbst bei normalen Temperaturen.
Weitere mögliche Beschwerden sind:
- Haarausfall und brüchige Haare sowie brüchige Nägel
- Trockene, schuppige Haut
- Verlangsamter Herzschlag
- Verstopfung und andere Verdauungsprobleme
- Heisere Stimme
- Geschwollenes Gesicht, besonders im Bereich der Augen und Lider
- Wassereinlagerungen (Ödeme) in Beinen, Händen oder im Gesicht
- Muskelschmerzen oder Muskelschwäche
- Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Händen, gelegentlich als Karpaltunnelsyndrom
Psychische und kognitive Veränderungen
Auch die geistige Leistungsfähigkeit kann betroffen sein. Viele berichten über Konzentrationsprobleme und eine verlangsamte Denkweise. Stimmungsschwankungen bis hin zu depressiven Phasen sind ebenfalls möglich. Manche beschreiben ein Gefühl, als wäre ihr Denken wie durch einen Schleier beeinträchtigt.
Veränderungen bei Antrieb und Sexualität
Neben der allgemeinen Erschöpfung berichten manche Betroffene von einem verminderten Antrieb und einem nachlassenden sexuellen Interesse. Ein Libidoverlust kann ein Hinweis auf eine unbehandelte oder nicht ausreichend eingestellte Hypothyreose sein. Auch dieser Aspekt sollte beim Arztgespräch angesprochen werden.
Besonderheiten bei Frauen
Bei Frauen kann sich eine Schilddrüsenunterfunktion auch im Zyklus bemerkbar machen. Es kann zu unregelmäßigen oder besonders starken Blutungen kommen. Auch bei unerfülltem Kinderwunsch sollte die Schilddrüse immer mituntersucht werden. In den Wechseljahren können Symptome wie Erschöpfung und Gewichtszunahme leicht mit hormonellen Veränderungen der Menopause verwechselt werden – ein Bluttest schafft hier Klarheit.
Latente Schilddrüsenunterfunktion
Es gibt auch eine Vorstufe der Erkrankung: die sogenannte latente oder subklinische Hypothyreose. Dabei ist der TSH-Wert bereits erhöht, während die Schilddrüsenhormone noch im Normalbereich liegen. Viele Betroffene haben in dieser Phase kaum Beschwerden. Trotzdem kann eine Behandlung je nach Situation sinnvoll sein.
Wann solltest Du bei Schilddrüsenbeschwerden zum Arzt gehen?
Suche ärztliche Hilfe auf, wenn Du folgende Anzeichen bemerkst:
- Anhaltende Erschöpfung trotz ausreichend Schlaf — Hält die Müdigkeit über Wochen an, sollte der TSH-Wert überprüft werden.
- Unerklärliche Gewichtszunahme — Besonders wenn Du nichts an Ernährung oder Bewegung geändert hast, auch trotz Diät zugenommen hast.
- Diffuser Haarausfall — Dünner werdendes Haar oder vermehrter Haarverlust ohne andere erkennbare Ursache.
- Ausgeprägte Kälteempfindlichkeit — Du frierst spürbar stärker als andere Personen in derselben Umgebung.
- Depressive Verstimmungen oder starke Konzentrationsprobleme — Wenn psychische Symptome ohne klaren Auslöser auftreten.
Wie wird eine Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert?
Die Diagnose einer Schilddrüsenunterfunktion ist in der Regel unkompliziert. Sie beginnt meist mit einem einfachen Bluttest beim Hausarzt, Internisten oder einem Endokrinologen (Hormonspezialisten).
TSH-Wert, fT3, fT4 und Antikörper
Der wichtigste erste Wert ist das TSH. Ein erhöhter TSH-Wert zeigt, dass Deine Hypophyse versucht, die Schilddrüse stärker anzuregen – ein typisches Zeichen für zu wenig Hormonproduktion. Die Normwerte liegen meist zwischen 0,4 und 4,0 mU pro Liter. Wenn der TSH-Wert erhöht ist, werden zusätzlich die freien Schilddrüsenhormone fT3 und fT4 bestimmt. Liegen diese Werte unter dem Normalbereich, spricht man von einer manifesten Hypothyreose. Bei Verdacht auf Hashimoto werden außerdem TPO-Antikörper gemessen – in manchen Fällen auch TG-Antikörper (Thyreoglobulin-Antikörper).

Ultraschall der Schilddrüse
Ergänzend kann eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden. Damit lässt sich beurteilen, wie groß die Schilddrüse ist, wie ihre Struktur aussieht und ob Schilddrüsenknoten vorhanden sind. Knoten sind oft gutartig, sollten aber ärztlich kontrolliert werden. Bei Hashimoto zeigt sich im Ultraschall oft eine inhomogene Struktur. Liegt eine Struma (Kropf) vor, ist die Schilddrüse im Ultraschall deutlich vergrößert erkennbar.
Selbsttests als Orientierung
Es gibt auch frei verkäufliche Heimtests für den TSH-Wert. Diese können einen ersten Hinweis geben, ersetzen aber keine ärztliche Abklärung. Wenn Du Beschwerden hast, solltest Du immer eine vollständige Diagnostik durchführen lassen.
Wie wird eine Schilddrüsenunterfunktion behandelt?
Die Behandlung ist in den meisten Fällen sehr effektiv und gut verträglich. Ziel ist es, den Hormonspiegel wieder in den Normalbereich zu bringen.
L-Thyroxin als Standardtherapie
Das wichtigste Medikament ist L-Thyroxin. Dabei handelt es sich um ein synthetisch hergestelltes Hormon, das dem körpereigenen T4 entspricht. Es wird einmal täglich eingenommen, am besten morgens auf nüchternen Magen mit etwas Wasser. Zwischen der Einnahme und dem Frühstück sollten mindestens 30 Minuten liegen. Dein Körper wandelt dieses Hormon selbst in das aktive T3 um. In vielen Fällen reicht diese Therapie aus, um die Beschwerden vollständig zu beseitigen.
Wechselwirkungen beachten
Bestimmte Stoffe können die Aufnahme von L-Thyroxin im Darm beeinträchtigen. Dazu gehören Calcium, Eisen, Magnesiumpräparate und bestimmte Antazida. Auch Soja und Ballaststoffe in großen Mengen können die Wirkung verringern. Diese Stoffe solltest Du mit einem Abstand von mindestens zwei Stunden zur L-Thyroxin-Einnahme zu Dir nehmen. Sprich im Zweifel immer mit Deinem Arzt oder Deiner Ärztin.
Dosisfindung und Kontrolle
Die richtige Dosierung ist individuell unterschiedlich. Sie hängt unter anderem von Deinem Alter, Deinem Körpergewicht und möglichen Begleiterkrankungen ab. Gerade bei älteren Menschen oder bei Herzerkrankungen wird meist mit einer niedrigen Dosis begonnen, die langsam gesteigert wird. Nach etwa sechs bis acht Wochen erfolgt eine Blutkontrolle, um den TSH-Wert zu überprüfen und die Dosis gegebenenfalls anzupassen.
Kombination aus T4 und T3
Ein kleiner Teil der Betroffenen fühlt sich trotz guter Blutwerte nicht vollständig beschwerdefrei. In solchen Fällen kann eine Kombination aus T4 und T3 erwogen werden. Diese Entscheidung sollte aber immer gemeinsam mit einem Spezialisten getroffen werden.
Ernährung und Lebensstil
Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die Therapie. Jod ist ein wichtiger Bestandteil der Schilddrüsenhormone. In Mitteleuropa wird der Bedarf meist durch jodiertes Speisesalz gedeckt. Bestimmte Lebensmittel wie Kohlgemüse können in sehr großen Mengen die Schilddrüsenfunktion beeinflussen. Im normalen Alltag spielt das jedoch keine relevante Rolle. Wer eine Hypothyreose hat, sollte außerdem auf ein stabiles Körpergewicht achten.
Welche Risiken und Komplikationen können entstehen?
Wenn eine Schilddrüsenunterfunktion unbehandelt bleibt, kann sie langfristig verschiedene gesundheitliche Probleme verursachen.
Auswirkungen auf Herz und Kreislauf
Eine anhaltende Unterfunktion kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Typisch sind erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin), Bluthochdruck und ein verlangsamter Herzschlag. Erhöhte Cholesterinwerte entstehen dabei, weil der verlangsamte Stoffwechsel den Fettabbau hemmt – das ist kein Ernährungsproblem, sondern eine direkte Folge des Hormonmangels. In seltenen Fällen kann sich daraus eine Herzschwäche entwickeln.
Myxödem-Koma als seltener Notfall
Die schwerste Komplikation ist das sogenannte Myxödem-Koma. Dabei verlangsamt sich der Stoffwechsel auf ein lebensbedrohliches Niveau. Diese Situation tritt sehr selten auf, erfordert aber sofortige intensivmedizinische Behandlung.
Bedeutung für Schwangerschaft und Kinderwunsch
Ein stabiler Hormonspiegel ist besonders in der Schwangerschaft wichtig. Eine unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion kann das Risiko für Fehlgeburten, Frühgeburten und Entwicklungsstörungen beim Kind erhöhen. Wenn Du einen Kinderwunsch hast oder schwanger bist, sollten Deine Werte regelmäßig kontrolliert werden. Nach der Entbindung kann es bei manchen Frauen zu einer Postpartum-Thyreoiditis kommen – einer Entzündung der Schilddrüse in den ersten Monaten nach der Geburt, die vorübergehend zu einer Unter- oder Überfunktion führen kann. Frauen mit bekannter Hashimoto-Thyreoiditis sollten ihren Hormonstatus nach einer Schwangerschaft engmaschig kontrollieren lassen.
Einfluss auf die mentale Gesundheit
Auch die Psyche kann betroffen sein. Viele Menschen entwickeln depressive Verstimmungen, Konzentrationsprobleme oder Gedächtnisstörungen. Diese Beschwerden werden manchmal zunächst als rein psychisch eingeordnet, obwohl eine hormonelle Ursache dahintersteckt. Auch Ängstlichkeit und emotionale Erschöpfung sind mögliche Begleiterscheinungen einer nicht erkannten Hypothyreose.

Wie ist die Prognose bei einer Schilddrüsenunterfunktion?
Die Prognose ist insgesamt sehr gut. Wenn die Erkrankung rechtzeitig erkannt und konsequent behandelt wird, kannst Du in der Regel ein ganz normales Leben ohne Einschränkungen im Alltag führen.
In vielen Fällen muss L-Thyroxin dauerhaft eingenommen werden, vor allem wenn die Ursache nicht rückgängig gemacht werden kann. Das gilt zum Beispiel bei einer Hashimoto-Thyreoiditis oder nach einer Schilddrüsenoperation. Regelmäßige Kontrollen sind wichtig, damit Deine Werte im Zielbereich bleiben. Veränderungen im Körpergewicht, eine Schwangerschaft oder andere Erkrankungen können eine Anpassung der Dosis notwendig machen.
Bei einer latenten Form wird nicht immer sofort behandelt. Hier wird oft zunächst beobachtet und individuell entschieden, ob und wann eine Therapie sinnvoll ist.
Kann man einer Schilddrüsenunterfunktion vorbeugen?
Eine vollständige Vorbeugung ist nicht immer möglich, besonders bei Autoimmunerkrankungen. Trotzdem gibt es einige Dinge, die Du beachten kannst, um Deine Schilddrüsengesundheit zu unterstützen.
Ausreichende Jodversorgung sicherstellen
Jod ist ein zentraler Baustein der Schilddrüsenhormone. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird der Bedarf meist durch jodiertes Salz gedeckt. Lebensmittel wie Seefisch und Milchprodukte tragen ebenfalls dazu bei. Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Bedarf und sollten dies mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen. Ein dauerhafter Jodmangel kann zur Bildung einer Struma (Kropf) führen – einer Vergrößerung der Schilddrüse, die in schweren Fällen auch die Atmung und das Schlucken beeinträchtigen kann.
Selen und Mikronährstoffe
Selen spielt eine Rolle bei der Umwandlung von T4 in das aktive T3. Es ist zum Beispiel in Paranüssen, Fisch und Fleisch enthalten. Nahrungsergänzungsmittel solltest Du nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen, da eine Überdosierung von Selen schädlich sein kann.
Regelmäßige Kontrollen bei familiärer Vorbelastung
Wenn es in Deiner Familie Schilddrüsenerkrankungen gibt, kann es sinnvoll sein, den TSH-Wert regelmäßig überprüfen zu lassen. Auch nach der Geburt besteht ein erhöhtes Risiko für eine Postpartum-Thyreoiditis, die zu einer Unterfunktion führen kann.
Umgang mit Stress
Der Einfluss von Stress auf Autoimmunerkrankungen wird noch erforscht. Ein ausgeglichener Lebensstil mit ausreichend Schlaf, Bewegung und Erholung kann Dein allgemeines Wohlbefinden und Dein Immunsystem unterstützen. Ob chronischer Stress Hashimoto direkt auslöst, ist wissenschaftlich nicht abschließend belegt. Viele Betroffene berichten jedoch, dass sich ihre Beschwerden in stark belastenden Lebensphasen verschlechtern.
Was kostet die Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion und übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Deutschland: Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die notwendigen Blutuntersuchungen und die medikamentöse Therapie bei klarer Diagnose. Auch Ultraschall und Antikörpertests werden bei entsprechender Indikation erstattet. Ein einfacher TSH-Bluttest kostet privat etwa 15–30 Euro, umfangreichere Untersuchungen mit fT3, fT4 und Antikörpern können entsprechend teurer sein.
Österreich: Diagnostik und Behandlung werden von den Krankenkassen übernommen. Für Medikamente fällt in der Regel die übliche Rezeptgebühr an, sofern keine Befreiung besteht.
Schweiz: Die obligatorische Krankenversicherung übernimmt die Kosten nach Abzug von Franchise und Selbstbehalt. Bei einer chronischen Erkrankung kann es sinnvoll sein, die individuelle Kostenbelastung mit dem Arzt zu besprechen. Ein TSH-Test kostet privat etwa 30–40 Franken.
In allen drei Ländern besteht bei gesicherter Diagnose grundsätzlich Anspruch auf die medikamentöse Behandlung über die öffentliche Krankenversicherung.
Häufig gestellte Fragen zur Schilddrüsenunterfunktion
Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung und die häufigste Ursache der Hypothyreose. Die Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) ist das Ergebnis dieser Schädigung – also die Folge, nicht die Ursache selbst.
In manchen Fällen, zum Beispiel bei einer vorübergehenden Schilddrüsenentzündung nach der Geburt (Postpartum-Thyreoiditis), kann sich die Funktion erholen. Bei Hashimoto oder nach einer Schilddrüsenoperation bleibt die Unterfunktion jedoch in der Regel dauerhaft bestehen.
In den meisten Fällen ja, besonders wenn die Ursache nicht behebbar ist. Die Therapie ist jedoch sicher, gut verträglich und beeinflusst die Lebensqualität kaum. Regelmäßige Kontrollen sind wichtig, um die Dosis anzupassen.
In den meisten Laboren liegt der Referenzbereich zwischen 0,4 und 4,0 mU/l. Der optimale Zielwert bei behandelter Hypothyreose kann je nach Alter und individuellen Faktoren etwas abweichen. Dein Arzt bewertet den Wert immer im klinischen Kontext.
Ja, das ist in der Regel möglich. Allerdings ist eine gut eingestellte Schilddrüsenfunktion wichtig für einen gesunden Schwangerschaftsverlauf. Frauen mit Kinderwunsch sollten ihren TSH-Wert vor und während der Schwangerschaft engmaschig kontrollieren lassen.
Es gibt keine strikten Verbote. Sehr große Mengen an rohem Kohl, Brokkoli oder Sojaprodukte können die Schilddrüsenfunktion theoretisch beeinflussen. Im üblichen Ernährungsrahmen ist dies jedoch kein Problem. Jodreiche Lebensmittel wie Seefisch sind eher empfehlenswert.
Stress gilt als möglicher Mitauslöser für Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto, ist aber keine direkte Ursache. Ein gesunder Lebensstil kann das Immunsystem unterstützen. Eine bereits bestehende Hypothyreose wird durch Stress nicht unmittelbar verursacht, die Beschwerden können sich jedoch verschlechtern.
Die ersten Verbesserungen sind oft nach zwei bis vier Wochen spürbar. Bis die Laborwerte stabil sind und alle Symptome nachlassen, können mehrere Monate vergehen. Geduld und regelmäßige Blutkontrollen sind in der Einstellungsphase besonders wichtig.
Ja, eine unbehandelte Hypothyreose kann depressionsähnliche Symptome auslösen. Stimmungseinbrüche, Antriebslosigkeit und Konzentrationsprobleme sind häufig. In vielen Fällen bessern sich diese Beschwerden mit der Hormontherapie deutlich.
Frauen erkranken etwa fünf- bis achtmal häufiger als Männer. Das Risiko steigt mit dem Alter. Auch Personen mit familiärer Vorbelastung oder anderen Autoimmunerkrankungen wie Typ-1-Diabetes oder rheumatoider Arthritis haben ein erhöhtes Risiko.
Ja, diffuser Haarausfall ist ein häufiges und gut dokumentiertes Symptom der Hypothyreose. Die Haare werden dünner, wachsen langsamer und fallen leichter aus. In den meisten Fällen bessert sich der Haarausfall mit einer gut eingestellten Hormontherapie deutlich.
Eine Struma ist eine Vergrößerung der Schilddrüse. Sie kann durch Jodmangel entstehen oder als Folge einer chronischen Entzündung wie Hashimoto. Eine Struma geht nicht zwingend mit einer Unterfunktion einher, kann aber auf ein Problem mit der Schilddrüsenfunktion hinweisen. Der Arzt klärt dies durch Ultraschall und Blutwerte ab.
Quellen
AWMF-Leitlinie: Schilddrüsenkrankheiten – Diagnostik und Therapie (letzter Zugriff: 29.04.2026)
Gesundheitsportal Österreich: Schilddrüsenunterfunktion (letzter Zugriff: 29.04.2026)
Bundesärztekammer: Patienteninformation Schilddrüse (letzter Zugriff: 29.04.2026)
SRF: Schilddrüse – So erkennst Du eine Unterfunktion (letzter Zugriff: 29.04.2026)
Thyroid UK: Understanding Hypothyroidism (letzter Zugriff: 29.04.2026)
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Häufige Fragen
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