Auf einen Blick: Trockene Augen in den Wechseljahren
Was ist es?
Trockene Augen sind eine häufige, aber oft übersehene Begleiterscheinung der Wechseljahre.
Warum entsteht es?
Der sinkende Östrogen- und Androgenspiegel verändert die Menge und die Zusammensetzung des Tränenfilms.
Typische Anzeichen
Brennen, Jucken, ein Fremdkörpergefühl, gerötete Augen am Abend und geschwollene Lider am Morgen.
Was hilft?
Alltagsmaßnahmen, benetzende Augentropfen und bei starken Beschwerden eine augenärztliche Abklärung.
Brennen, Jucken, das Gefühl von Sand unter den Lidern – trockene Augen in den Wechseljahren gehören für viele Frauen zu den unangenehmsten und gleichzeitig am häufigsten unterschätzten Begleiterscheinungen dieser Lebensphase. Dabei sind sie kein Zufall: Der veränderte Hormonspiegel greift direkt in die Produktion des Tränenfilms ein mit spürbaren Folgen für deine Augen. Dieser Artikel erklärt dir verständlich, was hinter den Augenveränderungen in den Wechseljahren steckt und welche Maßnahmen dir wirklich Linderung bringen können.

Warum machen Wechseljahre die Augen trocken?
Die Ursache liegt im Hormonsystem: Während der Wechseljahre sinkt der Östrogenspiegel rapide. Östrogen ist jedoch entscheidend für die Produktion von Tränenflüssigkeit und die Stabilität des Tränenfilms, der die Augenoberfläche schützt. Auch Androgene wie Testosteron – die bei Frauen in der Menopause ebenfalls abnehmen – spielen eine wichtige Rolle bei der Funktion der Mei-Bom-Drüsen, die den fetthaltigen Anteil des Tränenfilms produzieren. Fällt dieser Schutz weg, verdunstet Feuchtigkeit schneller von der Augenoberfläche.
Laut einer Studie im American Journal of Ophthalmology sind Frauen nach der Menopause signifikant häufiger von dem sogenannten Trockenen-Auge-Syndrom (Sicca-Syndrom) betroffen als gleichaltrige Männer. Die Hormonveränderung wird als Hauptfaktor identifiziert. Was viele nicht wissen: Auch trockene Augen in den Wechseljahren können mit einer allgemeinen Schleimhauttrockenheit zusammenhängen – denn Östrogen hält nicht nur die Augen, sondern alle Schleimhäute geschmeidig.

Typische Augensymptome in den Wechseljahren
Die Augenbeschwerden in den Wechseljahren können sich auf ganz unterschiedliche Weisen äußern. Neben klassischem Brennen und Tränen der Augen berichten viele Frauen von:
- Fremdkörpergefühl, als ob Sand im Auge wäre
- gerötete oder gereizte Augen besonders am Abend oder bei Bildschirmarbeit
- geschwollene Augen am Morgen (oft eine Folge geänderter Durchblutung und Flüssigkeitsansammlungen, die hormonell bedingt sind)
- verschwommenes Sehen
- erhöhte Lichtempfindlichkeit
Nicht selten treten gleichzeitig auch trockene Schleimhäute an Augen, Nase und Mund in den Wechseljahren auf. Diese können typische Beschwerden in den Wechseljahren erheblich beeinflussen. Der Grund: Östrogen wirkt systemisch – sein Mangel macht sich also nicht nur im Auge, sondern am ganzen Körper bemerkbar.
Quellen
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Stapleton, F., Alves, M., Bunya, V.Y. et al. (2017): TFOS DEWS II Epidemiology Report. The Ocular Surface, 15(3), 334–365. DOI: 10.1016/j.jtos.2017.05.003
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The Dry Eye Assessment and Management Study Research Group (2018): n−3 Fatty Acid Supplementation for the Treatment of Dry Eye Disease. New England Journal of Medicine, 378(18), 1681–1690. DOI: 10.1056/NEJMoa1709691
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