Analthrombose

Eine Analthrombose ist ein schmerzhafter Knoten im Afterbereich, der durch ein venöses Blutgerinnsel verursacht wird. Dadurch können in der Afterregion unangenehme Schmerzen entstehen. In den nachstehenden Absätzen kannst Du mehr über Symptome, Ursachen, Behandlung und vieles mehr erfahren.


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Zuletzt aktualisiert: 4. Juni, 2020



Was versteht die Medizin unter einer Analthrombose?

Bei einer Analthrombose kommt es zu einem venösen Blutgerinnsel. Das heißt, die Venen am Ausgang des Afters sind durch ein Gerinnsel verschlossen. So kommt es bei den Betroffenen oft zu einem schmerzhaften bläulichen Knoten unter der Haut.
 
Analthrombosen sind im Vergleich zu Beinvenenthrombosen harmlos, da nur die oberflächlichen Venen betroffen sind. Hingegen bei Beinvenenthrombosen, oder auch TVT genannt, sind vor allem die tieferen Gefäße betroffen.

Analthrombosen bezeichnen venöse Blutgerinnsel im Afterbereich.

Was sind die Symptome einer Analthrombose?

Analthrombosen sind im Vergleich zu Beinvenenthrombosen harmlos. Bemerkbar machen sie sich vor allem durch einen plötzlich auftretenden Knoten am Afterrand. Dieser Knoten ist meist bläulich gefärbt und sehr schmerzhaft.
 
Dabei kann der Knoten der Analthrombose unterschiedlich groß sein, je nachdem wie viele Thromben entstanden sind. In den allermeisten Fällen kommt es aber zu einer tastbaren Vorwölbung am Afterrrand. Dadurch sind auch Symptome wie Brennen, Stechen, nässende Entzündungen und ein starker Juckreiz möglich.

Welche Ursachen hat eine Analthrombose?

Eine Analthrombose kann in erster Linie aufgrund von steigendem intraabdominellen Druck bei ständiger Verstopfung entstehen. So ist auch eine hohe Spannung des Schließmuskels oft der Grund für eine Thrombose am Afterrand. Die Gründe hierfür können sehr unterschiedlich sein.
 
Dabei zählt aber berufsbedingtes langes Sitzen sowie ein vermehrter Druckaufbau auf den Bauchraum während der Schwangerschaft und Entbindung zu den häufigsten Risikofaktoren. Auch bei Krafttraining oder Stuhlgang kann es zu einem zunehmenden Druck kommen.
 
Aber auch ein proktologischer Eingriff kann diese Erkrankung auslösen, denn in der Haut um den Anus befinden sich ganz feine Venen. Staut sich der natürliche Blutfluss in einem dieser Gefäße, dann schwillt das Gefäß an und es kommt zu einem sogenannten venösen Blutgerinnsel, der die Analthrombose verursacht. Dadurch wird die Analthrombose oft auch als Analvenenthrombose bezeichnet.

Wie diagnostiziert der Arzt eine Analthrombose?

Im Normalfall kann der Arzt die Diagnose der Analvenenthrombose durch eine einfache Blickdiagnose und das Abtasten mit dem Finger stellen. Dabei kann die Größe stark variieren, da oft nicht nur ein, sondern mehrere Knoten vorliegen. Wichtig ist dabei auch, sonstige Erkrankungen, wie zum Beispiel ein eingeklemmter Hämorridalvorfall, bösartige Tumore oder ein Abszess auszuschließen.
 
Daher gilt grundsätzlich, wenn Du unklare Symptome oder starke Schmerzen im Bereich des Afters hast, dann solltest Du keine Scheu haben, Dich von einem Arzt untersuchen zu lassen. Denn so können schlimme Erkrankungen frühzeitig erkannt oder gar vermieden werden.

Analthrombosen führen zu unangenehmen Schmerzen im Afterbereich.

Welche Unterschiede zwischen Analthrombosen und Hämorrhoiden gibt es?

Nicht selten werden Analthrombosen mit Hämorrhoiden verwechselt, da beide durch Blutgerinnsel entstehen. Jedoch gibt es eindeutige Unterscheidungsmerkmale, um diese voneinander abzugrenzen. Dabei handelt es sich auch um unterschiedliche Entstehungsmechanismen und Beschwerden:
 

  • Analthrombosen:
    Sie verursachen oft starke Schmerzen, liegen eindeutig außerhalb des Anus und treten als bläuliche Knötchen auf. Die Schmerzen sind oft so stark, dass das normale Sitzen äußerst unangenehm oder gar unmöglich wird. Zudem bluten Analvenenthrombosen nicht, denn diese Thromben betroffen die Venen um den Anus herum und liegen unter der Haut. Das heißt, diese tastbaren Knötchen liegen direkt am Ausgang und nicht im Analkanal.
  • Hämorrhoiden:
    Hämorrhoiden verursachen meist anfangs keine Schmerzen und liegen aber im Inneren des Anus. Dabei können sie vor allem in einem fortgeschrittenen Stadium von einer Schleimhaut umgeben aus dem Afterkanal herausragen. Im Vergleich zu Analthrombosen bluten sie auch oft beim Stuhlgang. Denn bei den Hämorrhoiden sind feine arterielle Gefäße im Analkanal betroffen, die somit im Verschlussmechanismus eine Rolle spielen.

Wie wird eine Analthrombosee behandelt?

Kleine Analthrombosen können sich nach ein bis zwei Wochen wieder selbstständig zurückbilden. Grundsätzlich gibt es aber unterschiedliche Methode, um die Thrombose am After zu behandeln. Das Therapieverfahren hängt dabei vor allem von der Größe und den auftretenden Schmerzen ab. Bei kleineren Analthrombosen genügen oft lokale Umschläge und schmerzlindernde Salben mit Lokalanästhetika. Wenn die Schmerzen jedoch sehr stark sind, so können zusätzlich entzündungshemmende Tabletten helfen.

Ist die Thrombose erst kürzlich aufgetreten, sind die Schmerzen unerträglich oder die Thrombose am After droht zu platzen, so ist die operative Entfernung notwendig. Bei einem operativen Eingriff wird zwischen zwei verschiedenen operativen Verfahren unterschieden.

  • Der Operateur sticht die Venenthrombose am After an und entfernt nur das Blutgerinnsel. Dazu ist ein kleiner Einschnitt in die Haut nötig und das Gerinnsel der Vene wird herausgedrückt. Dadurch kommt es zu einer sofortigen Druckentlastung in der Afterregion und somit auch zu einer Linderung der Beschwerden. Jedoch kann sich der entstandene Hohlraum nach dem Ausdrücken erneut mit Blut füllen und zu einer Eiterbildung führen.
  • Die Thrombose wird unter lokaler Betäubung komplett entfernt. Das heißt, der Chirurg schneidet die komplette Vene, in der sich die Thrombose befindet, heraus. Dadurch ist auch die Rückbildung von weiteren Venenthrombosen am After ausgeschlossen.

 
Die Wunde heilt nach der operativen Behandlung meist problemlos ab, wenn die Nachbehandlung auch sorgfältig mit der Salbenanwendung erfolgt. Meist verschreibt der Arzt auch zusätzlich Schmerzmittel in Tablettenform, falls es zu Schmerzen kommt.

Bei einer Analthrombose sollte der schmerzempfindliche Bereich geschont und mit beispielsweise Fettcremes behandelt werden.

Was kann ich selbst tun?

Zur Behandlung von starken Schmerzen bei der Analthrombose eignen sich beispielsweise Fettcremes, wie Vaseline. Denn dadurch kannst Du die betroffene Haut im Afterbereich elastisch halten. Um die Schmerzen und den Juckreiz im Analbereich zu lindern, können Sitzbäder mit Kamillenextrakt helfen.
 
Damit Du den schmerzempfindlichen Bereich nicht zusätzlich reizt, solltest Du die Analregion nach dem Stuhlgang vorsichtig mit lauwarmem Wasser reinigen. Dazu kannst Du die Afterregion abduschen und danach mit einem Handtuch nur trocken tupfen und nicht abreiben. Denn beim Abreiben kann sich die Schwellung verstärken.
 
Zudem solltest Du einen weichen Stuhlgang sicherstellen, indem Du vor allem auf Deine Ernährung achtest. Von Abführmittel als Alternative dazu raten Ärzte jedoch ab, denn sie beeinträchtigen die Darmtätigkeit und sollten somit vermieden werden.

Wie kann ich einer Analthrombose vorbeugen?

Da vor allem langes Sitzen und hoher Druck auf den Bauch die Entstehung einer Analthrombose begünstigen, solltest Du versuchen, dies möglichst zu vermeiden. Aber auch wenn Du häufig unter einer Verstopfung leidest, kann es zu einer Analvenenthrombose kommen.
 
In solch einem Fall kannst Du der Thrombose in der Afterregion vorbeugen, indem Du durch viel körperliche Bewegung und mit einer ausgewogenen, ballaststoffreichen Ernährung entgegenwirkst. Sollte es Dir schwer fallen, die Verstopfung in den Griff zu bekommen, dann kannst Du Dich von einem Arzt beraten lassen. In vielen Fällen helfen Quellmittel zur Aufweichung des Stuhls.
 
Aber auch eine mechanische Belastung des Afters, wie beim Analverkehr, spielt eine Rolle bei der Entstehung einer Analthrombose. In solch einem Fall sollte dies vermieden werden, damit es nicht zu dem venösen Blutgerinnsel kommt.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Grundsätzlich übernehmen die Krankenkassen die Kosten in den meisten Fällen. Jedoch hängt die Kostenübernahme durch den gesetzlichen Versicherungsträger vom Ausprägungsgrad der Erkrankung und der Behandlungsmethode ab. Informiere Dich sicherheitshalber bei Deiner zuständigen Krankenkasse über die Kostenübernahme.


Dauer Dauer

Ein bis zwei Wochen

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

Das Wichtigste zusammengefasst

Eine Analthrombose ist ein schmerzhafter Knoten im Afterbereich, der durch ein venöses Blutgerinnsel verursacht wird.


Meist kann der Arzt die Diagnose der Analvenenthrombose durch eine einfache Blickdiagnose und das Abtasten mit dem Finger stellen.


Die Analthrombose kann in erster Linie aufgrund von anhaltendem Durchfall oder ständiger Verstopfung entstehen.


Es gibt sowohl konservative als auch operative Methoden, um die Thrombose am After zu behandeln.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

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