Was ist ein inframammärer Zugang?
Welche Schnitttechnik bei einer Brustvergrößerung die geeignetste für Patientinnen ist, klärt der Arzt in einem ausführlichen Beratungsgespräch. Die Entscheidung hängt vor allem davon ab, wie groß der natürliche Busen ist und welche Form er hat. Darüber hinaus stellt auch die Größe des Implantats und die Wünsche der Patientin wichtige Entscheidungskriterien dar.
Gerade bei größeren Busen hat sich die inframammäre Methode als die am gängigsten, sichersten und am einfachsten durchzuführenden Art und Weise, Implantate zu platzieren, erwiesen. Der etwa drei bis fünf Zentimeter lange Schnitt erfolgt direkt in der Brustumschlagsfalte. Das Brustimplantat wird in eine Art Tasche entweder unter oder über den Muskel geschoben. Was zurückbleibt, ist eine kleine Narbe in der Brustfalte, welche kaum zu sehen ist. Lediglich im Liegen kann die Narbe später leicht sichtbar sein.

Welche Schnittführungen gibt es neben dem inframammären Zugang?
Neben dem inframammären Zugang gibt es noch den Zugang über die Achsel, auch axillärer Zugang genannt, sowie den Zugang über die Brustwarze, den sogenannten periareolären Zugang. Mehr zur Implantat-Schnitttechnik und Implantatplatzierung.
Axillärer Zugang
Beim axillären Zugang wird der Schnitt, wie der Name schon sagt, in der Achselfalte gesetzt. Dabei muss der Spezialist darauf achten, dass dieser außerhalb wichtiger Strukturen wie Nerven und Lymphknoten erfolgt, um keine Schädigungen zu verursachen. Die Platzierung des Implantats erfolgt dabei über einen Minitrichter, welcher über den etwa drei Zentimeter langen Schnitt Richtung Brust gelegt wird. Der große Vorteil dabei ist, dass die Narbe in der Achselhöhle verschwindet und damit kaum unsichtbar ist. Jedoch birgt die Methode eine höhere Infektions- und Blutungsgefahr, weshalb sie heutzutage nur noch von darauf spezialisierten Ärzten durchgeführt wird. Darüber hinaus verursacht das Einschieben der Implantate nach dem Eingriff Schmerzen und es kann keine Folgeoperation oder gleichzeitige Bruststraffung auf diesem Wege stattfinden.
Periareolärer Zugang
Beim periareolären Zugang bringt der Chirurg das Implantat durch einen halbmondförmigen Schnitt im pigmentierten Brustwarzenhof ein. Die Narbe ist dadurch einerseits weniger sichtbar, andererseits liegt sie etwas mehr im Fokus wie beispielsweise eine Narbe unter den Achseln. Darüber hinaus ist auch hier die Infektionsgefahr deutlich höher, als bei einem inframammären Zugang. Da der Schnitt relativ klein ist, können nur kleine Implantate eingesetzt werden. Auch kann die Stillfähigkeit danach eingeschränkt sein, da bei dieser Art des Eingriffs das Brustgewebe mit Milchgängen und Milchkanälen unter Umständen beschädigt werden kann.
Wie läuft die Brustvergrößerung mit dem inframammären Zugang ab?
Wichtig ist, dass die Brustvergrößerung bei Deinem Arzt des Vertrauens oder in einer seriösen Klinik durchgeführt wird. In den meisten Fällen findet diese dann unter Vollnarkose statt, jedoch gibt es auch die Möglichkeit einer Lokalanästhesie in Kombination mit Dämmerschlaf. Der Eingriff selbst dauert in etwa ein bis zwei Stunden und kann entweder ambulant oder stationär mit einem Krankenhausaufenthalt von ein bis drei Tagen erfolgen.
Nach der Reinigung der Brust setzt der Chirurg einen etwa drei bis fünf Zentimeter langen Schnitt gleich unterhalb der Brust in die sogenannte Unterbrustfalte. Danach öffnet er den Zugang, hebt das Gewebe an und bildet somit eine Implantattasche, in welche später das Implantat eingeführt wird. Der Chirurg kann dieses dabei entweder unter oder über dem Brustmuskel platzieren. Am Ende wird der Zugang geschlossen. Dafür verwendet der Spezialist im Regelfall selbstauflösende Nähte.
Welche Komplikationen können beim inframammären Zugang auftreten?
Im Grunde können bei jeder Operation Komplikationen auftreten. So kann es auch bei einer Brustvergrößerung zu Narkoseunverträglichkeiten, allergischen Reaktionen, Wundheilungsstörungen oder Infektionen kommen.
Meist klagen Patientinnen jedoch lediglich über vorübergehende Schwellungen oder Blutergüsse sowie leichte Schmerzen und Spannungsgefühle. Bei einem inframammären Zugang kann der Schnitt in späterer Folge die Brust hinauf- oder hinunterwandern. Deshalb ist es wichtig, die Lage des Schnitts schon vorab mit Deinem Arzt zu besprechen, um die optimale endgültige Größe Deines angestrebten Busens zu ermitteln.
Ich bevorzuge bei vielen meiner Patientinnen den inframammären Zugang, da dabei auch die Narben sehr klein gehalten werden können. Der Schnitt verläuft dabei in der Unterbrustfalte – dies ermöglicht nicht nur eine gute Sicht auf das Operationsgebiet, sondern es ist eine sichere Methode, um auch weniger Bakterien zu verschleppen.
Dr. med. Christian Wolf
Was sind die Vorteile der inframammären Schnittführung?
Der große Vorteil der Schnittmethode besteht darin, dass das Drüsengewebe geschont wird und die Brust gefühlsecht bleibt. Darüber hinaus kann eine gleichzeitige Bruststraffung stattfinden, für die dann jedoch eine andere Schnittführung gewählt wird.
Auch kann derselbe Schnitt in Zukunft für weitere Operationen verwendet werden. Vor allem für Frauen mit einer natürlich vorhandenen Falte sowie einer sanft überhängen Brust in etwa nach einer Schwangerschaft eignet sich diese Operationsmethode besonders. Da die Naht die neu entstandene Falte stabilisiert, wird das Verfahren auch bei jenen Frauen angewendet, bei denen die Unterbrustfalte aufgrund der anatomischen Gegebenheiten neu gebildet werden muss. Asymmetrien der Brust können ebenfalls sehr gut mit einer inframammären Schnittführung ausgeglichen werden. Die Stillfähigkeit bleibt zudem voll erhalten, da das Implantat schonend in das Brustgewebe eingeführt wird.
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