Warum wird die Biopsiestelle an der Vulva genäht?
Bei einer Biopsie entnimmt die Ärztin oder der Arzt unter örtlicher Betäubung ein kleines Stück Haut, häufig mit einer runden Stanze von wenigen Millimetern Durchmesser oder mit einem kleinen Skalpellschnitt. Es entsteht eine kleine, aber offene Wunde.
Die Haut und Schleimhaut der Vulva ist stark durchblutet. Eine Naht stillt die Blutung sicher und verschließt die Wunde. Das senkt das Risiko für Nachblutungen und Infektionen, verringert Schmerzen beim Sitzen und beim Wasserlassen und lässt die Stelle meist schneller und mit einer kleineren Narbe abheilen. Ob genäht wird, hängt von der Größe und Lage der Entnahmestelle ab. Kleine Stanzbiopsien heilen manchmal auch ohne Naht. Eine Naht sagt also nichts darüber aus, ob der Befund auffällig ist.
Wie heilt die Wunde nach der Biopsie?
Im Intimbereich werden in der Regel selbstauflösende Fäden verwendet. Sie lösen sich von allein auf oder fallen ab, ein Fädenziehen ist dann nicht nötig. Frag in Deiner Praxis nach, welches Nahtmaterial verwendet wurde.
In den ersten Tagen sind ein leichtes Brennen, eine kleine Schwellung oder etwas Blut normal. Halte die Stelle sauber und trocken, spüle sie nach dem Toilettengang mit klarem Wasser ab und trage weiche, luftige Unterwäsche. Wie lange Du auf Geschlechtsverkehr, Baden oder Sport verzichten solltest, sagt Dir Deine Praxis. Melde Dich dort, wenn die Schmerzen zunehmen, die Stelle stark anschwillt, eitert, anhaltend blutet oder Du Fieber bekommst.
Warum wird bei Lichen sclerosus überhaupt eine Biopsie gemacht?
Lichen sclerosus ist eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die vor allem den Genital- und Analbereich betrifft. Oft lässt sich die Diagnose bereits anhand des typischen Hautbilds stellen. Die europäische S3-Leitlinie und die britische Leitlinie empfehlen eine Biopsie vor allem dann, wenn die Diagnose unsicher ist, wenn die Behandlung mit einer kortisonhaltigen Salbe nicht ausreichend wirkt oder wenn sich eine Stelle verändert, etwa verhärtet, verdickt oder nicht abheilt.
Der Grund: Bei Lichen sclerosus ist das Risiko für Krebsvorstufen und Vulvakarzinome leicht erhöht. Die feingewebliche Untersuchung im Labor zeigt, ob es sich um typische Entzündungszeichen handelt oder ob eine Veränderung weiter abgeklärt oder behandelt werden muss. Eine Biopsie bedeutet deshalb nicht automatisch einen Krebsverdacht. Sie dient der Absicherung. Den Befund erhältst Du meist nach einigen Tagen bis wenigen Wochen in Deiner Praxis.
Wie geht es nach dem Befund weiter?
Bestätigt der Befund einen Lichen sclerosus ohne weitere Auffälligkeiten, wird die Behandlung in der Regel mit einer stark wirksamen Kortisonsalbe fortgesetzt und später als Erhaltungstherapie weitergeführt. Regelmäßige Kontrollen bei Deiner Gynäkologin oder Deinem Dermatologen sind wichtig, auch wenn die Beschwerden abklingen.
Sprich Veränderungen der Haut zwischen den Terminen frühzeitig an. Frag beim Befundgespräch, was genau im Laborbericht steht, wie oft Du zur Kontrolle kommen solltest und woran Du selbst Veränderungen erkennen kannst.
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