Innerhalb kurzer Zeit entsteht eine glatte, kreisrunde kahle Stelle am Kopf, die häufig zufällig beim Kämmen oder beim Friseur entdeckt wird. Genau so kann sich kreisrunder Haarausfall zeigen, in der Fachsprache Alopecia areata genannt. Anders als beim häufigen erblich bedingten Haarausfall handelt es sich dabei um eine Autoimmunerkrankung: Das eigene Abwehrsystem richtet sich gegen Strukturen der Haarfollikel und stört dadurch das Haarwachstum.
Die Erkrankung kann in jedem Alter beginnen und betrifft sowohl Kinder als auch Erwachsene. Wie häufig Alopecia areata vorkommt, hängt stark von der untersuchten Bevölkerung und Erhebungsmethode ab. Aktuelle Daten aus Deutschland zeigen beispielsweise eine diagnostizierte Prävalenz von rund 0,2 Prozent, während internationale Untersuchungen teilweise höhere Werte ergeben.
Der Verlauf ist schwer vorherzusagen. Bei vielen Betroffenen wachsen die Haare von selbst wieder nach, bei anderen breiten sich die kahlen Stellen aus oder kehren später erneut zurück. Wir erklären Dir hier, wie kreisrunder Haarausfall entsteht, wie Du ihn von anderen Formen unterscheidest und welche Behandlungen heute zur Verfügung stehen.
Das Wichtigste in Kürze
Kreisrunder Haarausfall ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich die Immunreaktion gegen die Haarfollikel richtet und das Haarwachstum stört. Die Erkrankung verursacht typischerweise keinen vernarbenden Haarverlust, sodass grundsätzlich ein Nachwachsen möglich ist. Typisch sind ein oder mehrere scharf begrenzte, runde oder ovale kahle Bereiche mit weitgehend unauffälliger Haut. Neben der Kopfhaut können auch Bart, Augenbrauen, Wimpern und andere behaarte Körperstellen betroffen sein.
Der Verlauf ist sehr unterschiedlich. Besonders bei begrenztem und erst kurz bestehendem Haarverlust kann das Haar spontan wieder nachwachsen, Rückfälle sind jedoch möglich. Die Behandlung richtet sich nach Ausmaß, Aktivität, Alter und Belastung durch die Erkrankung. Zum Einsatz kommen unter anderem kortisonhaltige Präparate, weitere immunmodulierende Verfahren und bei schweren Formen auch systemische Medikamente wie JAK Hemmer.
Was ist kreisrunder Haarausfall?
Kreisrunder Haarausfall, medizinisch Alopecia areata, ist eine entzündliche, nicht vernarbende Form des Haarausfalls. Dabei richtet sich eine fehlgeleitete Immunreaktion gegen die Haarfollikel und stört deren normalen Wachstumszyklus. Die Haare fallen in umschriebenen Bereichen aus, ohne dass die Haarfollikel dabei normalerweise dauerhaft zerstört werden.
Der Follikel bleibt grundsätzlich erhalten und kann wieder Haare bilden, wenn die Krankheitsaktivität nachlässt oder eine Behandlung wirkt. Neu wachsende Haare können zunächst fein und wenig pigmentiert sein und später wieder kräftiger und dunkler werden.
Die Erkrankung kann schubweise verlaufen und ist nicht ansteckend. Manche Betroffene bemerken vor oder während des Haarverlusts ein leichtes Jucken, Kribbeln oder Brennen an der betroffenen Stelle, viele haben jedoch keine Beschwerden und entdecken die kahle Region zufällig.
Alopecia areata kann sich auf einzelne kleine Bereiche beschränken oder größere Flächen betreffen. Wie sich die Erkrankung entwickelt, lässt sich beim einzelnen Betroffenen nicht zuverlässig vorhersagen.
Wie unterscheidet sich kreisrunder Haarausfall von anderen Formen?
Nicht jeder Haarausfall ist gleich, und die Unterscheidung ist wichtig, weil sich Ursachen und Behandlung deutlich unterscheiden. Einen Überblick über verschiedene Formen findest Du auf unserer Seite zum Haarausfall (Alopezie).
Beim erblich bedingten Haarausfall lichtet sich das Haar meist langsam nach einem typischen Muster. Bei Männern sind häufig Stirn, Geheimratsecken und später der Oberkopf betroffen, bei Frauen verbreitert sich häufig der Scheitelbereich. Scharf begrenzte kahle Stellen sind dafür nicht typisch.
Beim diffusen Haarausfall nimmt die Haardichte dagegen über größere Bereiche der Kopfhaut ab. Mögliche Auslöser sind beispielsweise Erkrankungen, bestimmte Medikamente, ausgeprägte Mangelzustände oder körperliche Belastungen wie eine Geburt.
Kreisrunder Haarausfall zeigt sich dagegen typischerweise durch plötzlich auftretende, klar begrenzte runde oder ovale kahle Stellen. Allerdings gibt es auch diffuse und andere weniger typische Formen der Alopecia areata, sodass das Erscheinungsbild allein nicht in jedem Fall zur sicheren Unterscheidung ausreicht.
Wodurch entsteht kreisrunder Haarausfall?
Die zentrale Ursache ist eine fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems gegen die Haarfollikel. Diese besitzen normalerweise einen besonderen immunologischen Schutz. Bei Alopecia areata ist dieses sogenannte Immunprivileg gestört. Immunzellen können sich dadurch am Haarfollikel ansammeln und dessen Wachstumsphase beeinträchtigen.
Warum diese Reaktion entsteht, ist nicht vollständig geklärt. Eine genetische Veranlagung trägt zum Erkrankungsrisiko bei, und Alopecia areata tritt in manchen Familien gehäuft auf. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Erkrankung nach einem einfachen Vererbungsmuster weitergegeben wird.
Zusätzlich werden verschiedene mögliche Trigger untersucht. Akuter Stress, Infektionen oder andere Belastungen können bei entsprechend veranlagten Menschen möglicherweise mit dem Beginn eines Schubs zusammenhängen. Sie sind jedoch nicht als alleinige Ursache anzusehen. Für einen Vitamin D Mangel als eigenständigen Risikofaktor ist die Studienlage widersprüchlich, weshalb er nach aktueller Leitlinie nicht als gesicherte Ursache oder Risikofaktor gilt.
Wichtig: Kreisrunder Haarausfall entsteht nicht durch falsche Haarpflege, häufiges Waschen oder eine bestimmte Frisur.
Alopecia areata tritt außerdem häufiger gemeinsam mit bestimmten anderen Erkrankungen auf. Dazu gehören unter anderem autoimmune Schilddrüsenerkrankungen, Neurodermitis und andere atopische Erkrankungen sowie weitere Autoimmunerkrankungen. Deshalb berücksichtigt der Arzt bei der Untersuchung auch mögliche Begleiterkrankungen.
Wie erkennt man kreisrunden Haarausfall?
Das auffälligste Zeichen sind ein oder mehrere runde oder ovale kahle Bereiche. Die Haut erscheint dabei meist glatt und nicht vernarbt. Deutliche Schuppung oder ausgeprägte Entzündungszeichen sprechen eher dafür, zusätzlich andere Ursachen des Haarverlusts zu prüfen.
Am Rand aktiver kahler Stellen können kurze Haare auftreten, die sich zur Kopfhaut hin verjüngen. Diese sogenannten Ausrufezeichenhaare sind ein charakteristisches Zeichen der Alopecia areata. Auch abgebrochene Haare und kleine schwarze Punkte können bei aktiver Erkrankung sichtbar sein.
Betroffen ist häufig die Kopfhaut, doch grundsätzlich kann jede behaarte Körperregion einbezogen sein. So können beispielsweise kahle Stellen im Bart sowie der Verlust von Augenbrauen oder Wimpern auftreten.
Bei einem Teil der Betroffenen verändern sich außerdem die Nägel. Möglich sind beispielsweise kleine Grübchen, Rillen oder eine raue Nageloberfläche. Nagelveränderungen treten insbesondere bei ausgeprägteren Formen auf, erlauben für sich allein aber keine sichere Vorhersage des weiteren Verlaufs.
Neben der umschriebenen Alopecia areata gibt es ausgedehntere Formen. Geht das gesamte Kopfhaar verloren, spricht man von Alopecia totalis. Sind Kopfhaar und Körperbehaarung betroffen, wird die Erkrankung als Alopecia universalis bezeichnet. Bei der sogenannten Ophiasis Form verläuft der Haarverlust bandförmig vor allem entlang des hinteren und seitlichen Haaransatzes.
Wie stellt der Arzt die Diagnose?
In vielen Fällen lässt sich kreisrunder Haarausfall anhand des typischen Erscheinungsbildes und der Krankengeschichte erkennen. Der Hautarzt beurteilt die Verteilung des Haarverlusts, den Zustand der Kopfhaut und mögliche Veränderungen an anderen behaarten Körperstellen und Nägeln.
Dermatoskopische Untersuchung
Eine wichtige Untersuchung ist die Dermatoskopie beziehungsweise Trichoskopie. Dabei werden Kopfhaut und Haare vergrößert betrachtet. Typische Befunde sind unter anderem Ausrufezeichenhaare, schwarze Punkte, kurze abgebrochene Haare, gelbliche Punkte und feine nachwachsende Vellushaare. Die aktuelle deutsch österreichische S3 Leitlinie empfiehlt diese Untersuchung bei Verdacht auf Alopecia areata und auch zur Verlaufskontrolle.
Zupftest
Mit einem Haarzupftest kann der Arzt zusätzlich beurteilen, ob die Erkrankung aktuell aktiv ist. Lassen sich am Rand einer kahlen Stelle ungewöhnlich viele Haare leicht herausziehen, kann dies für eine aktive beziehungsweise fortschreitende Phase sprechen. Auch dieser Test wird in der aktuellen Leitlinie zur Beurteilung der Krankheitsaktivität empfohlen.
Weitere Untersuchungen
Eine Gewebeprobe der Kopfhaut ist nur selten notwendig. Sie kommt vor allem infrage, wenn das Erscheinungsbild nicht eindeutig ist oder andere Formen des Haarverlusts ausgeschlossen werden müssen. Bei Schuppung und entsprechendem Verdacht kann beispielsweise auch eine Pilzinfektion der Kopfhaut untersucht werden.
Da Alopecia areata mit Schilddrüsenerkrankungen verbunden sein kann, empfiehlt die aktuelle S3 Leitlinie ein Screening auf Schilddrüsenerkrankungen. Weitere Blutuntersuchungen werden bei Erwachsenen vor allem dann empfohlen, wenn sich aus der Krankengeschichte oder Untersuchung ein konkreter Verdacht ergibt. Dazu kann gegebenenfalls auch die Bestimmung von Vitamin D gehören. Ein Vitamin D Wert wird also nicht benötigt, um Alopecia areata zu diagnostizieren, und ein niedriger Wert erklärt den Haarausfall nicht automatisch.
Wachsen die ausgefallenen Haare wieder nach?
In vielen Fällen lautet die Antwort ja. Da es sich bei Alopecia areata um einen nicht vernarbenden Haarausfall handelt, bleiben die Haarfollikel grundsätzlich erhalten und können wieder Haare bilden. Besonders bei wenigen, erst seit kurzer Zeit bestehenden kahlen Stellen ist ein spontanes Nachwachsen auch ohne Behandlung möglich. Die neuen Haare erscheinen anfangs häufig dünn und hell und können später wieder ihre normale Farbe und Stärke entwickeln.
So ermutigend das klingt, der Verlauf bleibt schwer vorherzusagen. Nach einem Nachwachsen können erneut kahle Stellen an derselben oder an einer anderen Körperregion auftreten. Manche Verläufe bleiben über längere Zeit begrenzt, andere breiten sich weiter aus oder bestehen dauerhaft.
Mit einem ungünstigeren Verlauf werden unter anderem eine lange Krankheitsdauer, die bandförmige Ophiasis Form, Nagelveränderungen, der Verlust von Wimpern oder anderer Körperbehaarung sowie bestimmte autoimmune und atopische Begleiterkrankungen in Verbindung gebracht. Solche Faktoren erlauben jedoch keine sichere Vorhersage für den einzelnen Betroffenen.
Wie wird kreisrunder Haarausfall behandelt?
Eine Therapie, die Alopecia areata dauerhaft beseitigt, gibt es bisher nicht. Die Behandlung soll die Entzündungsreaktion am Haarfollikel verringern und das Nachwachsen der Haare fördern. Da bei begrenztem, kurz bestehendem Haarausfall auch eine spontane Besserung möglich ist, wägt der Hautarzt Nutzen und Risiken einer Behandlung individuell ab. Berücksichtigt werden unter anderem Ausmaß und Aktivität des Haarverlusts, Alter, bisheriger Verlauf und psychische Belastung.
Kortisonhaltige Mittel
Kortison gehört zu den wichtigsten Behandlungen bei Alopecia areata. Bei begrenztem Befall können kortisonhaltige Lösungen, Schäume oder andere Präparate auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Bei Erwachsenen mit begrenztem bis mittelschwerem Befall können Kortisonpräparate auch direkt in die betroffenen Hautbereiche gespritzt werden.
Spricht eine lokale Kortisonbehandlung nach etwa drei Monaten nicht an, sollte sie nach der aktuellen Leitlinie in der Regel nicht unverändert fortgesetzt werden. Bei erkennbarem Erfolg kann die Behandlung individuell länger durchgeführt werden. Bei rasch fortschreitendem oder ausgeprägtem Haarverlust können zeitlich begrenzt auch systemische Kortisonpräparate eingesetzt werden. Dabei werden nach aktueller Leitlinie eher Stoßbehandlungen als eine dauerhafte Einnahme empfohlen.
Kontaktimmuntherapie und Reiztherapie
Bei mittelschwerem bis schwerem oder hartnäckigem Verlauf kann eine Kontaktimmuntherapie infrage kommen. Dabei wird mit Substanzen wie DCP oder SADBE gezielt eine allergische Kontaktreaktion an der Kopfhaut hervorgerufen. Die dadurch ausgelöste Immunreaktion kann bei einem Teil der Betroffenen das Nachwachsen der Haare fördern. Die Behandlung gehört aufgrund der möglichen Hautreaktionen in erfahrene Hände.
Eine weitere Möglichkeit ist die Reiztherapie mit Dithranol. Sie kann auch bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt werden, erfolgt bei Alopecia areata jedoch außerhalb der eigentlichen Zulassung. Ergänzend kann Minoxidil auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Es wird vor allem als unterstützende Behandlung eingesetzt und behandelt nicht die zugrunde liegende Autoimmunreaktion.
Lichttherapie
Eine Lichttherapie spielt heute nur eine begrenzte Rolle. Eine PUVA Behandlung kann in ausgewählten Fällen erwogen werden. Für andere Verfahren wie eine alleinige UVB Behandlung ist die wissenschaftliche Grundlage derzeit nicht ausreichend, um sie allgemein zu empfehlen. Wiederholte UV-Behandlungen müssen außerdem gegen mögliche langfristige Hautschäden abgewogen werden.
JAK Hemmer
Für schwere Formen der Alopecia areata stehen inzwischen JAK Hemmer zur Verfügung. Diese Medikamente greifen gezielt in Signalwege ein, die an der fehlgeleiteten Immunreaktion beteiligt sind, und können bei einem Teil der Betroffenen ein deutliches Nachwachsen der Haare ermöglichen.
In der Europäischen Union sind inzwischen JAK Hemmer für die Behandlung schwerer Alopecia areata bei Erwachsenen und Jugendlichen ab zwölf Jahren zugelassen. Vor und während der Behandlung sind ärztliche Kontrollen notwendig, da unter anderem Infektionen und Veränderungen bestimmter Blutwerte auftreten können.
Auch nach einem guten Ansprechen kann eine längerfristige Behandlung notwendig sein. In einer Studie mit Erwachsenen mit schwerer Alopecia areata verlor ein großer Teil der Patienten nach dem Absetzen eines JAK Hemmers im weiteren Verlauf den zuvor erreichten Behandlungserfolg. Das bedeutet jedoch nicht, dass nach jedem Absetzen zwangsläufig erneut Haare ausfallen.
Mesotherapie und andere ergänzende Verfahren
Manche Betroffene interessieren sich für ästhetische Verfahren wie die Mesotherapie, bei der verschiedene Wirkstoffe in die Kopfhaut eingebracht werden. Für die Mesotherapie als Behandlung der Alopecia areata gibt es bisher keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege. Sie gehört deshalb nicht zu den etablierten Standardtherapien und sollte eine wirksame medizinische Behandlung nicht ersetzen.
Was kann man selbst tun und wie lässt sich mit der Belastung umgehen?
Den Verlauf der Alopecia areata kannst Du durch Dein Verhalten nur begrenzt beeinflussen. Es gibt jedoch einige Maßnahmen, die im Alltag hilfreich sein können.
Ernährung und mögliche Mangelzustände
Eine spezielle Ernährung, die kreisrunden Haarausfall verhindert oder heilt, ist nicht bekannt. Eine ausgewogene Ernährung ist für die allgemeine Gesundheit sinnvoll, eine bestimmte Diät gegen Alopecia areata lässt sich daraus aber nicht ableiten.
Wird unabhängig davon ein tatsächlicher Nährstoffmangel festgestellt, sollte dieser behandelt werden. Das gilt beispielsweise für einen Vitamin D Mangel. Ein niedriger Vitamin D Spiegel ist jedoch nicht als gesicherte Ursache der Alopecia areata anzusehen, und die Einnahme von Vitamin D ist keine spezifische Behandlung gegen kreisrunden Haarausfall.
Auch eine diagnostizierte Schilddrüsenerkrankung sollte entsprechend behandelt werden. Nahrungsergänzungsmittel ohne nachgewiesenen Mangel sind dagegen nicht automatisch sinnvoll.
Umgang mit Stress
Stress wird als möglicher Einflussfaktor diskutiert, ist aber keine nachgewiesene alleinige Ursache der Alopecia areata. Entspannung, ausreichend Schlaf und Bewegung können das allgemeine Wohlbefinden unterstützen. Es ist jedoch nicht belegt, dass sich dadurch Schübe zuverlässig verhindern lassen.
Kosmetische Möglichkeiten
Sichtbarer Haarverlust kann besonders an Kopf, Augenbrauen oder Wimpern belastend sein. Haarteile, Perücken, Tücher, kosmetisch nachgezeichnete Augenbrauen und andere Möglichkeiten können helfen, wenn Du die Veränderungen kaschieren möchtest.
Psychische Unterstützung
Der sichtbare Haarverlust kann das Selbstwertgefühl und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Das gilt auch für Kinder und Jugendliche. Wenn Dich die Erkrankung stark belastet, kann psychologische Unterstützung sinnvoll sein. Auch der Austausch in Selbsthilfegruppen kann helfen. Aktuelle Leitlinien empfehlen ausdrücklich, die psychische Belastung bei der Behandlung zu berücksichtigen.
Haartransplantation
Eine Haartransplantation ist keine reguläre Behandlung der Alopecia areata. Bei aktiver Erkrankung wird davon abgeraten, da auch transplantierte Haarfollikel später von einem erneuten Schub betroffen sein können. Selbst nach einer längeren stabilen Phase bleibt ein Rückfall grundsätzlich möglich.
Wann sollte man bei kreisrundem Haarausfall zum Arzt gehen?
Eine neu auftretende kahle Stelle sollte dermatologisch abgeklärt werden, besonders wenn die Ursache nicht eindeutig ist. So lässt sich feststellen, ob tatsächlich kreisrunder Haarausfall oder eine andere Form des Haarverlusts vorliegt.
Zeitnah solltest Du ärztlichen Rat suchen, wenn sich die kahlen Bereiche rasch ausbreiten, mehrere Regionen gleichzeitig betroffen sind oder zusätzlich Augenbrauen, Wimpern, Bart oder andere Körperhaare ausfallen. Auch deutliche Nagelveränderungen oder ein hoher Leidensdruck sprechen dafür, die Behandlung frühzeitig mit einem Hautarzt zu besprechen.
Für die Abklärung und Behandlung ist die Dermatologie die richtige Anlaufstelle. Über MOOCI findest Du Hautärzte in Österreich, Deutschland und der Schweiz, die Erfahrung mit kreisrundem Haarausfall haben und mit Dir das weitere Vorgehen abstimmen können.
Quellen
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