Kaposi-Sarkom

Beim Kaposi-Sarkom handelt es sich um einen bösartigen Tumor, der vor allem auf der Haut auftritt. Die Erkrankung entsteht hauptsächlich bei Menschen, die mit dem humanen Herpesvirus 8 infiziert sind. Ist das Immunsystem auch noch zusätzlich geschwächt, so kann sich die Krebserkrankung entwickeln. In den nachfolgenden Absätzen kannst Du etwas über Symptome, Ursachen, Behandlungsmethoden und vieles mehr erfahren.


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Zuletzt aktualisiert: 6. Mai, 2020



Was versteht die Medizin unter einem Kaposi-Sarkom?

Beim Kaposi-Sarkom handelt es sich um eine bestimmte Krebserkrankung. Die Erkrankung tritt vor allem bei Personen mit dem humanen Herpesvirus Typ 8 auf. Dieses Virus kann sowohl sexuell als auch über Blut und Speichel übertragen werden. In den meisten Fällen sind die Betroffenen HIV-positiv oder weisen grundsätzlich eine Immunschwäche vor. Denn die Krankheit entwickelt sich nur, wenn das Immunsystem massiv geschwächt ist.

Wie häufig ist die Krankheit und wer ist davon betroffen?

Im Grunde kann sich die Krebserkrankung bei jeder Person mit einer Immunschwäche entwickeln, jedoch sind vor allem Männer von der Krankheit betroffen. Speziell bei dem klassischen Kaposi-Sarkom erkranken Männer zehnmal häufiger als Frauen. Dabei erkranken ungefähr 1/10 Millionen Menschen jedes Jahr an dem Kaposi-Sarkom.

Das Kaposi-Sarkom betrifft Männer häufiger als Frauen.

Welche Formen des Kaposi-Sarkoms gibt es?

Grundsätzlich unterscheiden Ärzte zwischen vier verschiedenen Arten des Kaposi-Sarkoms.
 

  1. Klassisches Kaposi-Sarkom: Diese Form betrifft vor allem ältere Männer ab dem 50. Lebensjahr. Das klassische Kaposi-Sarkom kommt dabei vor allem in den Ländern Südosteuropas und Vorderasiens vor.
  2. Afrikanisches Kaposi-Sarkom (Endemisches Kaposi-Sarkom): Diese Art tritt nur in Zentralafrika auf. Die Erkrankung wird auch endemisches Kaposi-Sarkom genannt, da diese Form örtlich begrenzt ist und nur in Afrika vorkommt. Dieser Krankheitstyp ist besonders aggressiv und betrifft auch Kinder und Jugendliche. Dabei sind in erster Linie die Lymphknoten betroffen, jedoch breitet sich die Erkrankung sehr schnell aus und befällt innere Organe.
  3. Immunsuppressiv bedingtes Kaposi-Sarkom: Hierbei kommt es zu der Krankheit, wenn das Immunsystem durch Einnahme von Immunsuppressiva besonders geschwächt ist. Vor allem nach einer Organtransplantation ist beispielsweise eine Immunsuppression notwendig.
  4. Epidemisches Kaposi-Sarkom (Kaposi-Sarkom bei AIDS): Von dieser Form sind speziell an AIDS erkrankte Personen betroffen. Dabei kommt es schon frühzeitig zu einem Befall der Lymphknoten und der Hautbeteiligung am gesamten Körper.

Was sind die Symptome eines Kaposi-Sarkoms?

Anfangs werden viele, kleine, rötliche Flecken auf der Haut sichtbar. Die Läsionen zeigen oft einen unregelmäßigen Rand und sind schmerzlos. In weiterer Folge entwickeln sich daraus braunrote bis bläuliche ovale Knoten, aus denen harte Tumore entstehen können. Diese Knoten bilden oft auch Geschwüre.
 
Vor allem beim endemischen Kaposi-Sarkom und beim Kaposi-Sarkom bei AIDS treten an den Unterschenkel solche Geschwüre mit ausgeprägten Verhornungen auf und gehen in vielen Fälle auch mit einer Schwellung einher. Es besteht jedoch kein Fieber im Gegensatz zum 5-Tages-Fieber, das mit ähnlichen Hautläsionen einhergeht.

Das Kaposi-Sarkom äußert sich zu Beginn durch kleine rote Flecken auf der Haut.

Welche Ursachen hat ein Kaposi-Sarkom?

Das Kaposi-Sarkom entwickelt sich, wenn das Immunsystem der Betroffenen besonders stark geschwächt ist. Daher tritt die Erkrankung vor allem bei Menschen auf, die sich mit dem HI-Virus infiziert haben. Aber auch Personen, bei denen eine Immunschwächekrankheit vorliegt, können sich mit dem humanen Herpesvirus Typ 8 infizieren. Es ist sexuell übertragbar, aber vermutlich auch von der Mutter auf das ungeborene Kind oder über den Speichel.
 
Neben der HIV-Erkrankung existieren weitere Ursachen für ein Kaposi-Sarkom. Beispielsweise Personen, denen ein Organ transplantiert wurde, werden mit sogenannten Immunsuppressiva behandelt. Denn nur so nimmt das körpereigene Immunsystem das neue Organ nicht als Feind wahr. Somit können Kaposi-Sarkome auch bei Personen mit einer Organtransplantation auftreten.

Wie ist der Krankheitsverlauf bei einem Kaposi-Sarkom?

Im Verlauf der Erkrankung entstehen auf der Haut Flecken und schmerzhafte Knoten. Diese treten aber oft auch an den Schleimhäuten im Darm und Genitalbereich auf. Bei HIV-positiven Menschen zeigen sich Flecken vermehrt an Armen und Beinen. Kommt es dabei nicht schon zu einer frühzeitigen Diagnose und Behandlung, dann können sich die Tumore weiter ausbreiten und so Metastasen in anderen Organen bilden.
 
Insbesondere bei Personen, bei denen ein Immundefizit vorliegt, können auch die Lymphgefäße direkt davon betroffen sein. Bei Transplantationspatienten hingegen kommt es in der Regel zu keinen äußerlichen Anzeichen, denn dabei werden ausschließlich die inneren Organe befallen.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Sobald Du die typischen Symptome des Kaposi-Syndroms bemerkst, solltest Du gleich einen Arzt konsultieren. Denn die auftretenden Hautveränderungen und Knoten bedürfen einer raschen medizinischen Abklärung, um Folgen und Komplikationen zu vermeiden.
 
Aber auch Personen, die aufgrund vorliegender Erkrankungen zur Risikogruppe gehören, sollten die Warnzeichen ernst nehmen und sofort bei einem Spezialisten abklären lassen.
 
Denn vor allem ein Kaposi-Syndrom sollte so rasch wie möglich erkannt werden, damit es nicht zu ernsten Komplikationen, wie beispielsweise zu einer Ausbreitung der Metastasen im Körper, kommt.

Das Kaposi-Sarkom betrifft vor allem immunschwache Personen.

Wie diagnostiziert der Arzt ein Kaposi-Sarkom?

In der Regel kann der Mediziner die Diagnose schon aufgrund der klinischen Merkmale stellen und führt eine komplette Untersuchung des ganzen Körpers durch. Der Arzt kann dann die Diagnose mittels Stanzbiopsie sichern. Bei diesem Biopsie-Verfahren entfernt er ein winziges Stück Haut und untersucht es unter dem Mikroskop.
 
Bei HIV-positiven Personen oder einer vorliegenden Immundefizienz wird auch zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung des Bauches und eine Röntgenaufnahme des Thorax durchgeführt. Aber auch der Lymphknotenstatus wird mittels Bildgebung erhoben. So kann der Arzt feststellen, ob die Krebserkrankung gestreut hat.

Welche Behandlungs- und Therapieformen gibt es?

Bei der Behandlung des Kaposi-Sarkoms stehen verschiedene Therapiemethoden zur Auswahl, dabei entscheidet der Arzt jedoch aufgrund der vorliegenden Erkrankungen, welches Verfahren sich am besten eignet. Da das Immunsystem hierbei aber schon geschwächt ist, achtet der Arzt bei der Behandlung darauf, dass das Immunsystem nicht noch weiter geschwächt wird.
 
Bei HIV-Patienten wird daher in den meisten Fällen die sogenannte antivirale Kombinationstherapie angewandt. Bei dieser Behandlungsmethode bekommen die Betroffenen drei unterschiedliche Medikamente. Durch diese Arzneimittel bilden sich die Anzeichen des Kaposi-Sarkoms kontinuierlich zurück. Auch bei Personen mit einer Organtransplantation sollte das Immunsystem nicht noch weiter geschwächt werden. Hierbei werden die Immunsuppressiva meist umgestellt, damit sich die Krankheit zurückbildet.
 
Bei einem komplizierten Verlauf sind oftmals noch weitere Therapiemethoden notwendig. Es können auch operative Verfahren, Laser- oder Strahlenbehandlungen sowie experimentelle Therapieansätze mit Interferon-Alpha, ein Stoff, der die Gefäßbildung hemmt, durchgeführt werden, um den Heilungsprozess zu verbessern. In einigen Fällen ist auch eine Chemotherapie erforderlich, um eine erfolgreiche Behandlung zu erzielen.

 Wie ist die Prognose bei einem Kaposi-Sarkom?

Für eine gute Prognose sind selbst durchgeführte Maßnahmen entscheidend, um die ärztliche Behandlung zu unterstützen. Dabei geht es vor allem darum, das geschwächte Immunsystem zu entlasten.
 
So ist es für eine erfolgreiche Behandlung bedeutend, körperlich anstrengende Tätigkeiten zu vermeiden. Auch die Vermeidung von Stress im Allgemeinen wirkt sich positiv auf die Gesundheit des Betroffenen aus. Zusätzlich unterstützt eine Ernährungsumstellung in Abstimmung mit einem Experten die Immunabwehr und kann ebenso zu einer Linderung der Symptome beitragen.
 
Allerdings hängt die Prognose vor allem davon ab, wann die Erkrankung diagnostiziert wurde und inwieweit sich die Krebserkrankung im Körper ausgebreitet hat. Bei einer frühzeitigen Diagnose, bei der das Kaposi-Sarkom auf die Haut beschränkt ist, ist eine gute Prognose zu erwarten. Haben sich jedoch schon Metastasen gebildet und sind auch die inneren Organe befallen, so befindet sich die Erkrankung schon im Spätstadium und zeigt eher eine schlechte Prognose.

Das Kaposi-Sarkom wird unter anderem durch Geschlechtsverkehr übertragen - auch eine Übertragung über den Speichel halten Mediziner für möglich.

Kann ich einem Kaposi-Sarkom vorbeugen?

Um dem Kaposi-Sarkom vorzubeugen, empfehlen Ärzte eine präventive Impfung gegen onkogene Viren. Denn auch das Humane Herpesvirus 8 zählt zu der Gruppe dieser Viren. Weitere Möglichkeiten, dem Kaposi-Sarkom vorzubeugen gibt es aktuell leider nicht.

Was kann ich selbst tun?

Bei der Erkrankung ist es besonders wichtig, Deinen Lebensstil umzustellen. Das heißt, Du solltest die geschwächte Immunabwehr entlasten, indem Du beispielsweise auf anstrengende körperliche Aktivitäten verzichtest. Unter anderem kann eine gesunde Ernährung die Abwehrkräfte Deines Körpers stärken und weitere Folgeerkrankungen verhindern.
 
In der Regel ist das Vermeiden von Stress, aber auch die körperliche Schonung besonders wichtig. Weitere Selbsthilfe-Maßnahmen hängen vor allem vom Grad der Ausprägung ab. Gegen die auftretenden Hautveränderungen können zum Beispiel auch homöopathische Salben helfen. Aber auch Salben mit Kamille und Ringelblumen tragen zu einer Verbesserung der Symptome bei.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Im Normalfall werden die Kosten der Behandlung von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Auch eine Chemotherapie als zweckmäßige Maßnahme zur Behandlung wird vollständig von dem Versicherungsträger übernommen. Ist jedoch ein Krankenhausaufenthalt notwendig, so kann für die Betroffenen auch ein Kostenbeitrag anfallen. Bei Deiner zuständigen Krankenkasse kannst Du Dich aber sicherheitshalber schon im Voraus über die genaue Kostenübernahme informieren.


Dauer Dauer

Je nach Krankheitsverlauf

Ausfallzeit Ausfallzeit

Je nach Krankheitsverlauf

Stationärer Aufenthalt Stationär

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Das Wichtigste zusammengefasst

Bei dem Kaposi-Sarkom handelt es sich um einen bösartigen Tumor, der vor allem auf der Hautoberfläche und an den Schleimhäuten auftritt


Zu Beginn äußert sich das Kaposi-Sarkom durch kleine, rötliche Flecken auf der Haut


Das Kaposi-Sarkom entwickelt sich, wenn das Immunsystem der Betroffenen, zum Beispiel durch AIDS oder einer Organtransplantation, massiv geschwächt ist


Bei der Behandlung des Kaposi-Sarkoms stehen verschiedene Therapiemethoden zur Auswahl. Dabei entscheidet der Arzt aufgrund der vorliegenden Erkrankungen, welches Verfahren sich am besten eignet

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